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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pleiten Pech und Pannen



Buchdrucker47
04-11-2008, 21:08
Es begab sich im Süden Londons, dort wo die reichen und
"highbrowed people" wohnen, es war spätnachmittags, den
ganzen Tag hatte es schon geregnet. Eine Pfütze (a Lockn)
die ich vor mir sah, ließ mich nichts Böses ahnen, war ich doch
selbigen Tags schon durch hunderte gefahren. Ausweichen
konnte ich verkehrsbedingt sowieso nicht, also: Durch.
Leider waren in diesem trüben Wässerchen, für mich unsichtbar,
mehrere Glasscherben verstreut, eine Tatsache, die der Freude
am Radfahren doch einigen Abbruch tut. Im Klartext: Ich hatte
sowohl vorne als auch hinten einen "Platten". Da mir bewußt war,
dass ich nächstentags keinerlei Lust haben würde, die Reifen
zu wechseln, zudem noch visavis ein Motel mit Leuchtreklame
lockte, riss ich die kaputten Reifen runter, zog neue auf, wobei
ich mit dem Schlauchreifenkitt nicht sparsam umging, und
fand mich wenige Minuten in der Rezeption des Motels ein.
Der Zimmerpreis war shocking. (es standen auch nur BMWs,
Mercedes und andere Nobelkarossen am Parkplatz).
Umgerechnet (vor 35 Jahren) 1000 Schilling für eine Nacht?
Bed and Breakfast hätten 150-maximal 400 Schilling gekostet.
Ich brauchte aber dringendst einen geheizten Raum mit
Badewanne. Es war dann auch ein Toaster mit Toasts
vorhanden, ein Teekocher mit Teebeuteln und im
Kühlschrank Butter, Marmelade (Jam) Tonic und, ganz wichtig,
Gin.
Zurück zur Rezeption: Der Clerk war nicht "very amused", das
lag sicher an meinem "Outfit". Bedingt durch das
Ausfüllenmüssens einer "Registrationsform" und des
Nichtauffindens eines eigenen Schreibutensils, war der Arme
gezwungen, mir seinen Kugelschreiber zu borgen.
Es war ein Parker der hohen Preisklasse. Als ich nach Ausfüllen
des Formulars diesen wieder zurückgab, (diesen seinen Blick
werde ich nie vergessen), schoben sich die Augenbrauen noch
etwas höher, was ich nicht für möglich gehalten hätte,
leider nicht durch Hochachtung, sondern durch Verachtung.
Da ich noch keine Möglichkeit hatte, mir die Hände zu
waschen, zog sich bei der Rückgabe dieses Schreibgerätes
ein dünner, aber sehr klebriger Faden von meiner Hand zum
Parker und von diesem zu ihm.
Nächstentags war ich sehr froh, dieses Schickimicki-Resort
verlassen zu können, es regnete noch immer oder schon
wieder, aber mein Rad war trocken dank Unterbringung in
der Wäschekammer und dann fuhr ich frohen Mutes weiter
nach Carmarthen in Wales. Was mir dort widerfuhr, erzähle
ich das nächste Mal.

Gute Nacht, liebe Boardies,

Hans und Pepi

:wink: :wink:

NoDoc
04-11-2008, 21:51
:klatsch::wink::toll:

Mautschi
05-11-2008, 15:47
:klatsch: Deine Geschichten taugen mir. Den Verachtenden Blick des Rezeptionisten kann ich mir gut vorstellen:D

Evil_Jason
05-11-2008, 23:02
... Was mir dort widerfuhr, erzähle
ich das nächste Mal.


Bin schon gespannt...
:jump::corn::toll::klatsch:;)

Buchdrucker47
05-11-2008, 23:16
:klatsch: Deine Geschichten taugen mir. Den Verachtenden Blick des Rezeotionisten kann ich mir gut vorstellen:D

Es scheint sich leider zu bewahrheiten, dass Biker einen starken

Hang zum Masochismus haben. Ich danke Dir für Dein positives

Reposting.

Hans und Pepi

:wink: :wink:

tommy d. p.
06-11-2008, 06:12
höhö, sehr fein. vielleicht hättest den burschen noch a bissi anrotzen sollen, war ja schließlich erkältungswetter ..... :D