Was ist das weisse an den Bäumen, ist ein kolumianischer Drogenflieger in den Wienerwald gestürzt?
Das gilt übrigens für alle Lebenslagen und Eventualitäten, nicht nur für die Probefahrt eines durch Muskelkraft zu betreibenden Zweirades durch einen autorisierten Prüfer von Bikeboard.at. Aber wollen wir nicht vom Thema abschweifen. Höchst spannende Voraussetzungen also für den Test des Nakita C7 big29, denn: Testfahrer Stefan Herr erstmals als amtlich beeidetes Bikeboard.at Crash Test Dummy (kurz: BBCTD) unterwegs. Hochmotiviert. Anspruchsvoll. Extrem kritisch. Auf der anderen Seite Nakitas erster Carbon-Twentyniner, ein fescher Monocoque-Zahn in Schwarz. Elegantes Auftreten. Gefällige Proportionen. Verführerischer Preis.
Nakita C7 big29
| Rahmen | UD Carbon Monocoque SL | Felgen | Alex DP 20 Disc |
| Größen |
43/48/53 cm |
Naben | Shimano M525 Disc |
| Gabel |
Manitou Tower Pro MILO, 100 mm |
Steuersatz | FSA 1 1/8 - 1,5 Tapered Steerer |
| Vorbau |
FSA OS 150, +/- 6° |
Sattelstütze | FSA SP-SL-250, 350 mm |
| Lenker |
FSA XC-283 Riserbar |
Sattel | Selle Italia X1 |
| Schaltwerk | Shimano XT | Zahnkranz | Shimano XT, |
| Schalthebel | Shimano XT 3/10 |
Kurbel | Shimano XT, 42/32/24 Z. |
| Bremsen |
Hayes Stroker Trail, 180/160 mm |
Gewicht o.P. |
11,9 kg |
| Reifen vo./hi. |
Continental X-King 29, 2.2" | Preis |
€ 2.299,- |
Der Carbon-Rahmen ist mit | Pressfit Tretlagergehäuse, | (teilweise) integrierter | Schaltzugführung und | konischem Steuerrohr | am Stand der Zeit. |
Erklärung von NoPain: "Ich habe die kleinste Größe (43) bestellt, da ein Rennfahrer wie Stefan unter 1,80 m Körpergröße sonst nie auf eine vernünftige Überhöhung kommt. Die Größe des Rades war an sich optimal. Aufgrund des gekröpften Lenkers und normalen Vorbaus (+/- 6 Grad) war die Sitzposition aber sehr aufrecht, was durch die 350 mm kurze Sattelstütze noch verschärft wurde. Stefan hat sich dann einen -35° Vorbau gekauft und nachträglich eine silberne 400-mm-Sattelstütze und einen geraden Lenker geschickt bekommen. Mit diesem Cockpit ist er auf eine vernünftige Race-Überhöhung gekommen. Die silberne Sattelstütze hat er aber nie verwendet bzw. fotografiert, da sie auf dem schwarzen Rad total kacke aussah."
Der BBCTD meldete nach dem Tuning zufrieden: "Die Sitzposition ist jetzt um einiges Race-tauglicher und auch der Vorwärtsdrang des C7 wurde geweckt."
Wir halten als Feedback an den Hersteller also fest: Die Montage eines geraden Lenkers, einer 400 mm langen Sattelstütze sowie eines Negativ-Vorbau wäre für den tatsächlichen Einsatz im propagierten Bereich dienlich.
"Das Thema Twentyniner ist schon zur Genüge besprochen und diskutiert worden. Es hat echte Vorteile und auch echte Nachteile. Zu letzteren gehört sicherlich das Problem der Steifigkeit. Die Gabel und die Laufräder sind meines Erachtens relativ weich. Vor allem bei Abfahrten mit engen Kurven lassen sie an Spurtreue und Lenkpräzision vermissen. Zudem schlägt sich die Kombi aus Shimano-Deore-Naben und Alex-Felgen aufs Gewicht. Speziell bei big wheels hat das deutliche Auswirkungen auf die Fahreigenschaften: Das Nakita fühlt sich im Vergleich zu seinem 26-Zoll-Pendant relativ träge an.
Das Ansprechverhalten des Manitou-Federbeins ist gut und die Tower Pro schluckt auch zuverlässig alle Unebenheiten. Nur das Lockout gehört überarbeitet, es bleibt zeitweise hängen und der zugehörige Lenker-Hebel ist schlecht erreichbar. Außerdem wurde die Bowde der vorderen Bremse so verlegt, dass sie alsbald unschöne Scheuerstellen an der Gabelkrone hinterließ.
Um im Sinne eines besseren Handlings die Kettenstreben so kurz wie möglich zu halten, hat der Reifen sehr wenig Luft zu Sattelrohr und Werfer. Das können andere besser (gekrümmtes Sattelrohr).
Optisch spricht mich das Bike nach so mancher gemeinsam verbrachten Stunde immer noch an. Um den makellosen Teint des Rahmens länger zu erhalten, wäre allerdings ein Kettenstrebenschutz fein. Mangels eben solchem habe ich per Gewebeband versucht, die gröbsten Schäden durch die schlagende Kette zu verhindern. Aber serienmäßig ließe sich dieses Problem natürlich deutlich eleganter und effizienter lösen ....
Die Hayes Stroker arbeiteten einwandfrei. Stets war genügend Power vorhanden und besonders gut gefiel mir die unkomplizierte Verstellung der Hebelweite zum Lenker. Aufgrund eines kapitalen Defekts der Vorderbremse (undicht) war meine Begeisterung zwar kurz dahin, nach Montage einer neuen Bremszange samt Hebel versahen die Stopper aber wieder tadellos ihren Dienst.
Zur Schaltung ist nicht viel zu sagen. Mit einer Shimano XT kann man irgendwie nichts falsch machen, sie funktionierte sehr gut und auch die Übersetzung war für einen 29er optimal."
Eng ist gut, meinen manche. | Zu eng ist nicht gut, meint Stefan. | oje 1 | oje 2 | Selfmade-Kettenstrebenschutz. |
Fazit
| Nakita C7 big29 | |
|---|---|
| Modelljahr: | 2012 |
| Testdauer: | 35 h, 600 km |
| + | die Rolleigenschaften |
| + | Schalt-, Brems-Performance |
| + | Fairer Preis |
| - | hohes Gewicht |
| - | mangelnde Steifigkeit (Laufräder, Gabel) |
| - | hängendes und schlecht erreichbares Lockout |
| BB-Urteil: | leiwand |
Eine langjährige Lebensabschnittspartnerschaft ging aus dieser Premiere nicht hervor. Unsere beiden Protagonisten waren von Anfang an nicht wirklich im Gleichklang und haben bis zuletzt ihren gemeinsamen Rhythmus gesucht. Aber dass es sich beim ersten Mal bei irgendjemand anders verhält, glaubt ohnehin nur die BRAVO ...
Würde man das Nakita entweder nicht als Race-Hardtail deklarieren, oder mit ein paar Tuning-Maßnahmen besser für diesen Einsatzbereich rüsten (Cockpit, Sattelstütze, leichtere/steifere Laufräder, Steckachsen), hätte es durchaus Potenzial. Denn Optik, Verarbeitung und die technischen Features des Rahmens sind sehr wohl in Ordnung.
Komfortorientiertere Tourenfahrer finden im C7 big29 einen gutmütigen Begleiter, mit dem manch Wurzelpassage an Schrecken verliert und die Lust am Dahinrollen genussvoll ausgekostet werden kann. Insgesamt wird das Nakita seine Kunden über den Preis locken müssen.





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