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Die Marathon-Manie ist los im Berchtesgadener Land

Andreas Ortner aus Anger siegt mit Kampfansage -
"Solange ich dranbleiben kann, zeige ich die Zähne"

Bad Reichenhall (MDP/18.06.2006) Er hat es geschafft, nach 205 Kilometern und 3.180 Höhenmetern auf zwei Rädern, ist er in 5:42,48 Stunden der Sieger des 2. Berchtesgadener Land Radmarathon: Andreas Ortner aus Anger - der Mann des 18. Juni 2006 im Berchtesgadener Land - jubelt: "Es ist so schön, vor heimischer Kulisse zu gewinnen. Das Rennen habe ich da entschieden, wo ich jeden Tag zur Arbeit fahre, in Bayerisch Gmain. Ich habe meine ganze Kraft dafür aufgespart und dann am letzten Berg voll attakiert." Auf den letzten Metern konnte dem 31-Jährigen niemand mehr folgen.

Hand in Hand auf den Silberrang

Rang Zwei in 5:43,10 Stunden teilten sich Stefan Kogler aus St. Gilgen im Salzburger Land und Thomas Brengartner aus Bad Reichenhall. Die beiden Sportler waren Hand in Hand über die Ziellinie geradelt. Der 41-Jährige Lokalmatador Brengartner war auch bei der Marathon-Erstauflage im Juni 2005 auf dem Vize-Platz gelandet und ein bisschen enttäuscht: "Jetzt bin ich zum zweiten Mal Zweiter, schade ist es natürlich schon, dass es nicht mit einem Sieg geklappt hat, doch ich freue mich für den Andi. Wir sind aus dem selben Team und die ganze Zeit zusammen gefahren." Sein Kollege auf dem Silberrang, der 35-jährige Österreicher, Stefan Kogler lobte die Organisation des Radmarathons in Bad Reichenhall und freute sich über sein Abschneiden: "Ich kannte die Strecke nicht und habe nicht gewusst, dass zum Schluss noch mal ein Berg kommt. Dort habe ich mich fast umgebracht. Thomas und ich sind gemeinsam durch das Ziel gefahren, das ist schön. Wir haben gemeinsam gekämpft und sind zusammen Zweiter geworden. Jetzt ein kühles Bier, darauf freue ich mich."

"Solange ich dranbleiben kann, zeige ich der Konkurrenz die Zähne"

Vorjahressieger Florian Rothe aus Augsburg ging mit Startnummer 158 ins Rennen und hielt sich gut in der Verfolgergruppe. In Richtung Zielsprint quälten ihn die Beine aber immer mehr. Froh im Ziel zu sein sagte er nachher: "Furchtbar, zum Schluss hatte ich solche Krämpfe. Ich bin froh, dass es vorbei ist."
Und der Sieger: Er wirkt kurz nach der Zieleinfahrt wieder erholt und frisch für neue Taten: "Das war heute ein wichtiges Training für mich. Nächste Woche findet die deutsche Straßenrad Meisterschaft in Klingenthal statt. Da möchte ich gerne deutscher Meister werden." Und dann noch mehr: "Ich will ein harter Gegner sein. Solange ich dranbleiben kann, zeige ich der Konkurrenz die Zähne."

Forza Anna Corona

Die Italienerin Anna Corona verdiente sich die Krone als Marathonsiegerin im Berchtesgadener Land zum zweiten Mal. Die 45-jährige Athletin aus Morbegno ließ mit der hervorragenden Gesamtzeit von 6:24,52 Stunden bei der 205 Kilometer langen Strecke so manchen schnellen Mann hinter sich und verwies die Deutsche Cornelia Heinig aus Nobitz und die Italienerin Alessandra Buccioli auf die Plätze. Die Siegerin der Altersklasse bis Jahrgang 1962, Katrin Eichhoff aus München, kam mit der schnellen Zeit von 6:37,03 Stunden als zweite Dame unter die Sieben-Stunden-Marke. In ihrer Klasse kamen die 32-jährige Ramsauerin Alexandra Franz in 7:08,05 Stunden und die 31-jährige Österreicherin Michaela Voss in 7:09,16 Stunden nah an diese Damen-Schallmauer heran.

1.787 Teilnehmer und über 10.000 Zuschauer

Abgefahren: 1.787 Sportlerinnen und Sportler gingen nach dem Startschuss durch den Reichenhaller Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und die Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT) Gabriele Deml um 7.30 Uhr vor der Alten Saline in Bad Reichenhall auf große Marathon-Tour. Schon früh morgens waren viele in die Kurstadt Bad Reichenhall gekommen, um Freunde, Bekannte, Verwandte anzufeuern. Insgesamt erlebten über 10.000 Fans die Rennen an der Strecke und bei den Radlerfesten. 878 Marathonis beendeten die kurze B-Strecke durch den Landkreis Berchtesgadener Land. Sie war immerhin 103 Kilometer lang und das bei 1.720 Höhenmetern.
Erstmals gab es die IKO-Regionalwertung für einheimische Teilnehmer. Hier platzierten sich auf der langen A-Strecke - mit 205 Kilometern und 3.180 Höhenmetern - 27 starke einheimische Herren und mit Alexandra Frank aus Ramsau, Maria Enzinger aus Bad Reichenhall, Monika Schnur aus Berchtesgaden und Elena Wagner aus Bad Reichenhall vier lokale Athletinnen. Auf der B-Strecke waren es im Ziel sogar 136 Teilnehmer aus dem Landkreis Berchtesgadener Land, davon 23 Damen.

600 Kilo Bananen und 15.000 Liter Getränke

Große Anstrengung bedarf besonderer Ernährung. Auf der langen Strecke gab es sechs, auf der kurzen drei Verpflegungsstationen. Die sogenannten "Laben" wurden von engagierten heimischen Vereinen betreut. Insgesamt konnten dort 600 Kilo Bananen, 9.000 Müsliriegel, 300 Kilo Wurst, 500 Kilo Käse und 15.000 Liter Getränke zur Stärkung verteilt werden. Doch auch bei der "Nudel-Party" am Vorabend konnten die Radler und Radlerinnen zu Klängen der Reichenhaller Philharmonie in der Wandelhalle ausreichend Kohlehydrate tanken. Um die 2.000 Teller Nudeln wurden durch das Steigenberger Hotel Axelmannstein zubereitet und verteilt.

"So seid Ihr mir am Liebsten"

Der Berchtesgadener Stefan Krauß ging gemeinsam mit den vielen Einheimischen an den Start und war begeistert von Organisation und Stimmung. Im Ziel erzählte er: "Mir hat doch tatsächlich der Schönauer Bürgermeister Stefan Kurz bei der Labe-Station am Bärenstüberl eine Banane gereicht." Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner war mit einem Filmteam entlang der Strecke unterwegs und feuerte die Sportlerinnen und Sportler lautstark an. Dabei riefen ihm Einheimische, wie Gäste entgegen: "Das ist ja der Oberbürgermeister! Schön, dass Sie da sind!" oder "Jetzt waren Sie schon wieder vor mir da, im Ziel trinken wir eine Mass'".
Rund 450 freiwillige Helfer von einheimischen Vereinen, Feuerwehren, Rotem Kreuz und Polizei waren um die 2.500 Stunden im Einsatz. Bei anhaltendem Sonnenschein gab es viel Schweiß und Sonnenbrand, am Ende hatten alle schwere Beine, aber man erlebte viele nette Dinge. So zum Beispiel als ein Radler dem Polizeichef Günter Adam, der ihm eine Banane reichte, zurief: "So seid Ihr mir am Liebesten. Danke!". Hübsche Zuschauerinnen beim Anfeuern am Rade der Strecke wurden, trotz mörderischer Steigung, schon mal mit Handküssen bedacht. Man half sich gegenseitig, sprach sich Kraft und rief sich Durchhalteparolen zu.

Marathon-Manie in der Tourismusregion

Was ist das Geheimnis der Marathon-Manie? Warum quälen sich fast 1.800 Freizeitsportler bis zu zehn Stunden am Stück?
Organisator Herbert Ottenschläger kann es erklären: "Ich glaube das tolle Erlebnis macht die Kombination aus herrlicher Landschaft und dem Gemeinschaftsgefühl unter den Sportlern aus. Darum nehmen so viele Starter die großen Mühen auf sich", erklärt er.
Auch Tourismusprofi Gabi Deml, Geschäftsführerin der BGLT als Veranstalter, war am Rande der Strecke der Marathon-Manie verfallen. Lautstark jubelte Sie den ins Ziel kommenden Radlerinnen und Radlern zu schwärmte: "Das war eine tolle Veranstaltung heute. Ich beglückwünsche die erfolgreichen Sieger und Teilnehmer, die begeisterten Zuschauer, die über 400 engagierten ehrenamtlichen Helfer und unsere Gastgeber, die spüren dass rund 3.500 Übernachtungen an diesem Wochenende eine große Chance sind Stammgäste für die Zukunft zu gewinnen. Denn man hat heute bei allen Teilnehmern die Begeisterung gespürt."
In diesem Sinne hoffen alle die dabei waren, dass es ein Wiedersehen in 2007 gibt.

Quelle: Presstext










Ergebnis 1 bis 11 von 11
  1. #1
    Admin Avatar von NoSane
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    2. Berchtesgadener Land Radmarathon

    Postet hier eure Kommentare

  2. #2
    Voll der honk! Avatar von TomCool
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    Traumhafter Tag gestern, einfach genial!

    Die GEgend, die Strecke, die freundlichen Leut, auch (leider) in der Therme genial.
    2014: 10 kg weniger, 10 kg to go.

  3. #3
    ich will sommer!! Avatar von mbiker
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    erwin wieder weltklassebilder
    cu, martin

    2RC °199 "NoRegrets"

  4. #4
    Voll der honk! Avatar von TomCool
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    Ich frag mich, warum da nie mehr Leut ausm Osten zu finden sind. Keine 3 Stunden Fahrzeit und so eine Strecke.Wenn das kein Anreiz ist.
    2014: 10 kg weniger, 10 kg to go.

  5. #5
    ISA_TU streichler Avatar von scotty
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    Zitat Zitat von TomCool
    Ich frag mich, warum da nie mehr Leut ausm Osten zu finden sind. Keine 3 Stunden Fahrzeit und so eine Strecke.Wenn das kein Anreiz ist.
    ja, da geb ich dir recht tom !
    ma muas afoch mehr gegen westen gucken - da gibts ja echt feine sachen !

  6. #6
    Sieg Geil Avatar von Hypokid
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    War sehr schön

    War ein sehr schönes Rennen bin sogar mit meiner Zeit sehr zu Frieden von 6.58 unter den sieben Stunden geblieben ^^ lol aber sonst sehr schick. Mich hat ihn Bad Reichenhall diese Spurrinnen genervt ruck zuck war da en Reifen drinne
    Aber sonst
    BO

    Wenn du wirklich willst versetzt du Berge


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  7. #7
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    Zitat Zitat von TomCool
    Ich frag mich, warum da nie mehr Leut ausm Osten zu finden sind. Keine 3 Stunden Fahrzeit und so eine Strecke.Wenn das kein Anreiz ist.
    Wieso? Deutsche Ossis waren doch genügend da...

  8. #8
    Voll der honk! Avatar von TomCool
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    Zitat Zitat von Bikebomber
    Wieso? Deutsche Ossis waren doch genügend da...
    jo eh!

    Aber unser Wiener Bagasch mein ich. Host mi?
    2014: 10 kg weniger, 10 kg to go.

  9. #9
    Moderator Avatar von NoWin
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    Ergebnisse gibts wo ???

  10. #10
    Voll der honk! Avatar von TomCool
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    Zitat Zitat von NoWin
    Ergebnisse gibts wo ???
    http://radmarathon.com/show_page.php?pid=325
    2014: 10 kg weniger, 10 kg to go.

  11. #11
    Moderator Avatar von NoWin
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    thx