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Continental Grand Prix 4-Season 32mm

Continental Grand Prix 4-Season 32mm

23.01.18 07:27 5.263Text: RufflFotos: Ruffl (Outdoor), NoSane (Indoor)Schweizer Präzisionstest der widerstandsfähigen Vielfahrer-Pneus für alle vier Saisonen.23.01.18 07:27 5.264

Continental Grand Prix 4-Season 32mm

23.01.18 07:27 5.264 Ruffl Ruffl (Outdoor), NoSane (Indoor)Schweizer Präzisionstest der widerstandsfähigen Vielfahrer-Pneus für alle vier Saisonen.23.01.18 07:27 5.264

Ein Klassiker aus den Hallen Korbachs wurde für diesen Herbst richtig dick aufgeblasen, und so brachte Continental seinen Grand Prix 4-Season Reifen in 32 Millimetern auf den Markt. Der nahezu unverwüstliche Rennradreifen fürs Grobe schmückt nun auch die Gravel- und Commuterbikes dieser Welt - dabei wurde das bewährte Konzept beibehalten, kleine Details wurden verbessert. Standesgemäß wurde der Reifen bis zum ersten Schneefall, beim täglichen Weg zur Arbeit und auf längeren Gravelrides, ausgiebigst getestet.

GP Grand Prix 4-Season

Breite* Typ Karkasse Gewicht* Druckempf.* Pannenschutz UVP
32 mm Faltreifen 330 TPI, 3 Lagen 320 g 6,0-7,0 Bar Double Vectran Breaker, DuraSkin 62,90€
28 mm Faltreifen 330 TPI, 3 Lagen 280 g 6,5-8,0 Bar Double Vectran Breaker, DuraSkin 62,90€
25 mm Faltreifen 330 TPI, 3 Lagen 240 g 6,5-8,5 Bar Double Vectran Breaker, DuraSkin 62,90€
23 mm Faltreifen 330 TPI, 3 Lagen 230 g 7,5-8,5 Bar Double Vectran Breaker, DuraSkin 62,90€

* Herstellerangaben (der getestete 32C-Reifen brachte 340 Gramm auf unsere Waage)

Montage

Aufgezogen wurde der Dauerläufer auf Ruffls Commuterbike, einem GT Grade mit einer Reifenfreiheit von bis zu 35 mm. Das Rad war mit Mavic Ksyrium Disc Felgen der ersten Generation ausgestattet - mit 17 mm Innenbreite - also relativ schmalspurig für einen 32 mm Reifen, der zudem die maximale Reifenbreite repräsentierte, die Mavic auf diesen Felgen überhaupt freigibt.

Mit den schmäleren Brüdern in 25 und 28 mm hatte unser Redakteur auf ähnlichen Felgen bisher noch keine Probleme gehabt, die Reifen von Hand aufzuziehen. Hingegen drängte der 32 mm Pneu auf den letzten Zentimetern darauf, einen Reifenheber zur Hilfe zu nehmen, sprang danach aber sofort und ohne Gegenwehr auf die Felge. Da der Reifen in keiner Tubeless-Variante angeboten wird, kamen handelsübliche Continental-Schläuche zum Einsatz, die aus Erfahrung in Sachen Pannenschutz kein weiteres Kopfzerbrechen bereiten sollten. Ob der Reifen mit Dichtmilch tubeless montiert werden könnte, wurde nicht getestet; gefühlsmäßig müsste der Reifenwulst jedoch straffer in der Felge sitzen, um in allen Situationen sicheren Halt zu gewährleisten.

Fahreindruck

Bei den ersten Fahrten galt es, den richtigen Luftdruck zu finden. Gestartet wurde zwecks adipösem Athleten mit 5 bar, ein für 110 kg guter Druck auf Straßen mit schlechtem Asphalt. Durch das sehr schwach ausgeprägte Profil kam ein flottes Fahrgefühl zustande und der Rollwiderstand fühlte sich ähnlich dem 28 mm Reifen mit entsprechend höherem Luftdruck an.

Im Regen, auf nassen Fahrbahnmarkierungen oder hängenden Kurven fehlte mit diesem Setup etwas der Grip und es galt, die Reisegeschwindigkeit anzupassen. Der 4-Season ist mit einem weicheren Compound als der Rennrad-Allrounder GP 4000 S II ausgestattet, sollte also bei Nässe noch besser haften. Als die nächste Regenfront Basel erreichte, wurde der Luftdruck vorne auf 4 und hinten auf 4,3 bar gesenkt. Nach dieser Maßnahme drückte schon optisch deutlich mehr Profilfläche auf die Fahrbahn und tatsächlich gab es eine eine deutliche Verbesserung der Nassperformance - der Pneu klebte förmlich auf der Straße. Im Wiegetritt war zwar mehr Walkarbeit zu spüren, da es sich aber um keinen Wettkampfreifen handelte, empfand der Tester den Rollwiderstand für einen 32 mm Gummi noch immer als sehr gut.

Nachdem Ruffl der Vectran Breaker schon viele tausend Kilometer pannenfrei über Österreichs Straßen getragen hat und er ihm als absolut zuverlässige Pannenschutzeinlage in Erinnerung blieb, wollte er den 32er ebenfalls auf Herz und Nieren prüfen. Ein wilder Gravelritt, über zum Teil doch recht spitze Steine und längere Geröllpassagen, sollte dem Korbacher die Leviten lesen. Auf den anfänglichen Passagen mit hart gepresstem, feinem Sand machte sich wieder die weiche Gummimischung bemerkbar, Kurven wurden mit Vollgas genommen, und in steilen Rampen gab es kein Durchdrehen am Hinterrrad. Als die Korngröße des Gravel zunahm, sank jedoch die Laune des Pneus proportional. Im groben, losen Schotter kam man zwar noch immer erstaunlich gut voran, allerdings gab es einige harte Durchschläge und schnellere Kurven wurden zu technisch fordernden Rutschpassagen - eigentlich nicht verwunderlich für einen nahezu profillosen Reifen. Defekt gab es trotz der spitzen Steine und harten Gangart keinen.

Fazit

Conti GP 4-Season 32 mm
Modelljahr: 2017
Testdauer: > 6 Monate
+ Extreme Pannsicherheit
+ Hohe Laufleistung
+ Perfekter Trocken- und Nassgrip, auch bei kalten Bedingungen
- Nicht Tubeless Ready
BB-Urteil: Die goldene Mitte zwischen Wettkampf- und Winterreifen.


Der Continental Grand Prix 4-Season in 32 mm entpuppte sich als herrlicher Commuter- und Gravel-Light-Reifen. Die Pannenschutzeinlage ist robust genug für den Einsatz im Stadtverkehr und auf fein geschotterten Strassen; das größere Reifenvolumen sorgt dabei für guten Komfort und den nötigen Halt.

Wegen seines exzellenten Grips bei Nässe sowie bei niedrigen Temperaturen ist der 4-Season ein Geheimtipp für alle Disc-Rennradfahrer, die auch im Winter draußen unterwegs sind. Für Leute, die auf das letzte Quäntchen Rollwiderstand verzichten können, macht er auch als sorgloser Alljahresreifen eine gute Figur.


Ergebnis 1 bis 15 von 15
  1. #1
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    Continental Grand Prix 4-Season 32mm

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  2. #2
    Player of games Avatar von zepequeno
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    Exzellenter Griff bei Nässe? Im Winter kommt der runter und der Specialized Trigger drauf. Rollt nicht so gut aber bei feuchter und schmutziger Fahrbahn eine andere Welt.
    Der Conti blockiert früh und mit minimalen Grenzbereich

  3. #3
    Player of games Avatar von zepequeno
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    Und auf Schotter macht der ein paar 100 km. Der Gummi schmilzt wie Schnee in der Sonne. Ganz klar ein Straßenreifen.

  4. #4
    Frohnatur Avatar von NoPain
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    Ich fahr den GP 4-Season selber in 32mm und der Nassgrip ist - den richtigen Luftdruck vorausgesetzt - überragend. Was natürlich nicht heißen soll, dass es keine besser haftenden Reifen gibt. Auch die neuen Mavic Yksion UST Reifen kleben besser auf Nässe, sind dafür aber beim RoWi nicht so gut. Der GP 4S ist trotz seines erhöhten Pannenschutz nach wie vor ein echter Performance Reifen.

    Auch die maximale Offroad-Laufleistung von ein paar 100km möchte ich nicht bestätigen. Es ist ganz klar ein Straßenreifen, der es auch mit Schotter (bei 32mm) aufnehmen kann, aber ich fahr bei jeder Ausfahrt mind. 1/3 Schotter und auch nach (geschätzten !!!) 500 Gravelkilometern ist der hintere Pneu noch lange nicht am Ende. Da machen Gewicht, Luftdruck und Untergrund garantiert große Unterschiede.

    Am anderen Gravel fahr ich im Sommer sogar nur den normalen GP4000 SII in 28 mm und selbst der macht keine Mucken im Gelände. Ich komm nur Fahr- und Durchschlags-technisch sofort an die Grenzen und würde ihn deshalb maximal für einen Strade Bianchi GF empfehlen, aber nicht als Gravel-Allrounder.

    Zu bedenken gebe ich noch, dass es bei den Black-Chilli und Co-Compounds immer wieder Running-Changes gibt. Der letzte (unbestätigte) muss 2016 passiert sein. Unsere getesteten Reifen der letzten Zeit sind alle aus 2016/17 und haben schon die neuen Mischungen.

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von varadero
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    Meine Frau hat diesen Reifen bereits seit Mitte August 2016 auf ihrem Fitnessbike in Verwendung (z.B. hier "auf die Edelweißspitze", oder auf dieser Tour "von Bad Gastein nach Klagenfurt").
    Die km Leistung ist bei ihr überschaubar, der Verschleiß aber mMn. nicht extrem groß.
    Leider ist der 32mm 4 Season aber nur minimal breiter als ihr 28mm GP4000 "Sommerreifen" (siehe Bilder).
    Geändert von varadero (23-01-2018 um 12:07 Uhr)

  6. #6
    Frohnatur Avatar von NoPain
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    Ja, das ist komisch. Sind beide Reifen auf der gleichen Felge fotografiert worden?

  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von varadero
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    Zitat Zitat von NoPain Beitrag anzeigen
    Ja, das ist komisch. Sind beide Reifen auf der gleichen Felge fotografiert worden?
    Ja, beide auf der DT Swiss R24, mit dem selben Schlauch und dem gleichen Luftdruck (den ich leider nicht mehr weis).

  8. #8
    Frohnatur Avatar von NoPain
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    Wobei gute 33mm für einen 32er ja ok gehen.

  9. #9
    Registrierter Benutzer Avatar von varadero
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    Zitat Zitat von NoPain Beitrag anzeigen
    Wobei gute 33mm für einen 32er ja ok gehen.
    Stimmt, der eigentliche Ausreißer ist in diesem Fall ja der 28er GP4000SII mit ca. 31,5mm.

  10. #10
    Keine Panik! Avatar von marty777
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    Aufgrund seiner Form (er hat schlicht weniger Gummi an der Flanke), ist der 4 Season auch nicht so breit wie der GP 4000S mit gleicher nomineller Breite.

  11. #11
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    Kann ich bestätigen. Auf den DT Swiss R24 (Innen 18mm) hat der GP 4-Season in 28mm eine Breite von ca. 29mm (6bar). In der Erwartung, daß der GP4000SII in 28mm auch diese Breite hat (ca.29mm) , habe ich bestellt.
    Aber der 28er GP4000SII hat ca. 32mm Breite und damit ist es an meinem Canyon verdammt eng. Ich kann das Laufrad nur unaufgepumpt in den Hinterbau einsetzen. Mit 6bar sind es dann knapp 5mm "Luft" zum Bremssteg bzw. Hinterbau.

  12. #12
    ' Avatar von feristelli
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    Zitat Zitat von NoPain Beitrag anzeigen
    ..der Nassgrip ist - den richtigen Luftdruck vorausgesetzt - überragend. Was natürlich nicht heißen soll, dass es keine besser haftenden Reifen gibt. ..
    Also was jetzt, überragend oder nicht?
    It is horrifying that we have to fight our own government to save the environment.
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  13. #13
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    Offtopic: ich möchte Ruffl zum "adipösen Athleten" des Jahres nominieren! (Ich würde ihm ja gern Konkurrenz machen, bin aber kein Athlet.)
    Weitere Nominierungen?

  14. #14
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    Der conti4000s war bei Auslieferung auf meinem inflite. Ich fahr den heuer dann die dritte Saison, zumindest im Sommer. Viel gravel, Waldwege, wenig Asphalt. Im Sommer jedenfalls immer hinten, je nach geplanter Strecke auch vorne (sonst sitzt da was mit mehr profil)
    Keine Beanstandungen hinsichtlich Haltbarkeit und erst einen platten. Solche reifen fährt man auch nicht mit 1,8 bar

  15. #15
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    Ich fahre den 32er 4-seasons jetzt den zweiten Winter am "Pendel-Rad". Zunächst war ich von der Performance begeistert (zuvor hatte ich einen Schwalbe Marathon-Race in 35 aufgezogen - auch nicht schlecht, aber doch ein bisschen träge) - rollt super und auch vom Grip her gibts nichts zu meckern. Panne hatte ich überhaupt noch keine! Kleines aber: Auch der Conti ist in dieser Breite kein Leichtgewicht und wenn nicht Wetter und Temperatur ohnedies zum gemütlicheren Cruisen mahnen, dann würde ich mir doch ein bisschen einen spritzigeren Reifen wünschen. Wenn der 32er hinüber ist, wird mal der 28er probiert.