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Cube Stereo 160 C:62 SL 27,5

Cube Stereo 160 C:62 SL 27,5

25.05.16 08:33 13.012Text: Ralf HauserFotos: NR22, Chiara StifterBei renommierten Rennen wie der Enduro World Series hat die Stereo 160-Plattform praktisch ein Abonnement am Podium gebucht. Mit neuem Rahmen und überarbeiteter Geometrie startet die leichtgewichtige SL-Version in die 2016er-Saison.25.05.16 08:33 13.082

Cube Stereo 160 C:62 SL 27,5

25.05.16 08:33 13.082 Ralf Hauser NR22, Chiara StifterBei renommierten Rennen wie der Enduro World Series hat die Stereo 160-Plattform praktisch ein Abonnement am Podium gebucht. Mit neuem Rahmen und überarbeiteter Geometrie startet die leichtgewichtige SL-Version in die 2016er-Saison.25.05.16 08:33 13.082

Als Cube ihre Carbon-Enduros mit 160 mm Federweg erstmals präsentierten, stellten sie sämtliche Gewichtsrekorde in dieser Kategorie in den Schatten. Mit ihrer komplett überarbeiteten Palette wurde 2016 nochmals das Gewicht nach unten gedrückt. Möglich wird dies durch Verwendung des C:62 Rahmenmaterials (bzw. dem sogar noch leichteren C:68 beim Topmodell), in Kombination mit einem durchdachten Herstellungsverfahren.
Im Zuge der Neugestaltung wurde, in enger Zusammenarbeit mit dem Rennteam, auch gehörig an der Geometrie gefeilt. Neben reduzierter Überstandshöhe, kürzeren Kettenstreben und längerem Reach können jetzt auch Hinterbauelemente mit Ausgleichsbehälter verbaut werden.

Dass die Vollcarbon-Renner nicht nur eine gute Figur am Papier machen, sondern auch unter härtesten Bedingungen ihre Stärken beweisen, belegen zahlreiche erfolgreiche Platzierungen des Cube Action Teams, die unter anderem mit Nico Lau, Greg Callaghan, André Wegenknecht, Gusti Wildhaber und neuerdings dem österreichischen Newcomer Daniel Schemmel ein paar heiße Eisen im Feuer haben.
Zeit herauszufinden, ob sich auch Otto-Normalverbraucher mit dem leichten Vollcarbon-Bike wie Gewinner fühlen können.

Die nackten Zahlen

Der Rahmen

Wie bereits der Name C:62 andeutet, setzt sich das Rahmenmaterial aus einem ungewöhnlich hohen Anteil von 62 Prozent Carbon zusammen. Dies wird durch ineinandergreifende Produktionstechniken erreicht:

Mit der sogenannten Advanced Twin Mold Monocoque-Bauweise werden die Überlappungsbereiche der einzelnen Carbonschichten passgenau gesteuert. Der Vorteil: Gewichtsersparnis.
Zusätzlich wird während des Fertigungsverfahrens ein fester Kern in das Innere des Rahmens gebracht und später wieder entfernt. Dieser reduziert die Faltenbildung auf ein Minimum und erhöht so die Sicherheit.
Durch den Einsatz von hochwertigen High Modulus Fasern werden die C:62-Rahmen besonders steif. In das Harzsystem, welches die einzelnen Carbonschichten fest verbindet, sind fein dispergierte Nanopartikel integriert, um Haltbarkeit und Schlagfestigkeit gegen äußere Krafteinwirkung zu verbessern.

Weitere 10 % Gewicht werden eingespart, indem möglichst wenige andere Rahmenmaterialien eingebunden werden - was zusätzlich zu einer Minimierung potenzieller Bruchstellen beiträgt. Einzig Gewinde für Schrauben aus Aluminium sind davon ausgenommen, da sie Vorteile bezüglich der langjährigen Haltbarkeit bringen.
Wenn Cube also von einem Vollcarbon-Rahmen spricht, ist das ernst zu nehmen. Selbst der Umlenkhebel ist aus dem schwarzen Wundermaterial.

Natürlich verfügt das Cube Stereo über alle gängigen Standards wie ISCG Chainguide-Aufnahme, Tapered-Steuerrohr und sogar den neuesten Naben-Standard mit Boost 148 x 12 (mit Syntace X-12 Schnellspannachse), der für steifere Laufräder und mehr Reifenfreiheit sorgt.
Zusätzlich ist der Rahmen für gängige 1 x 11 und 2 x 11-Schaltsysteme vorbereitet. Sogar an Shimanos Di2 wurde gedacht, befindet sich doch im Tretlagerbereich ein gut versteckter Batterieschacht.
Am Unterrohr ist in Serie ein zusätzlicher Schlagschutz aus absorbierendem Hartplastik montiert, der den Rahmen vor vom Vorderrad hochgeschleuderten Steinen schützt. In unserem aus der ersten Charge stammenden Testbike fehlte dieser noch, er wurde aber nachgeliefert und nachträglich eingebaut.

Im Endeffekt bringt der Rahmen des Stereo SL bei Rahmengröße M nur imposante 1.950 g ohne und 2.250 g mit DPS Hinterbaudämpfer auf die Waage.
Das Gesamtgewicht unseres Größe S-Bikes beläuft sich auf 11,95 kg (ohne Unterrohrschutz, der nochmals ein paar Gramm zum Gewicht hinzufügt) ohne Pedale - der Berg kann kommen.

Die Geometrie

Generell spricht Cube bei seiner Abstimmung von Agile Trail Geometry (ATG), die sich an unterschiedlichen Gesichtspunkten orientiert.
Man kann zum Beispiel nicht genug über die geringe Überstandshöhe der neuen Rahmen schwärmen. Gerade kleine Fahrer oder Fahrerinnen unter 160 cm Körpergröße werden sich bei Rahmengröße Small darüber freuen, dass die Sattelrohrlänge nur 380 mm beträgt. Damit ist Cube momentan zusammen mit Mondrakers Dune der einzige Hersteller eines Carbonrahmens mit 160 mm Federweg, dessen niedriges Sattelrohr die Nutzung einer Teleskopstütze mit 125 mm Absenkung für kleine Leute erlaubt. Großartig!

Dank der überarbeiteten Geometrie mit längerem Reach (411 mm) fühlen sich Fahrer unter 165 cm Körpergröße auch bei Rahmengröße S nicht eingeengt. Da das Sattelrohr selbst bei Größe M nur 420 mm beträgt, eröffnen sich Auswahloptionen, welche Rahmengeometrie eher den Wünschen des jeweiligen Fahrers entspricht. Piloten über und im Bereich von 165 cm Körpergröße sollten unserer Meinung nach bei Rahmengröße M ihren idealen Begleiter finden, sofern sie mehr Wert auf Laufruhe als Wendigkeit legen.
Zu beachten ist, dass das Steuerrohr mit jeder Rahmengröße merkbar länger wird. Für manche aufgrund ihres Körperbaus von Vorteil, für andere, die ihren Lenker gerne möglichst niedrig montieren wollen, wohl eher nicht.

Mit ungefähr 337 mm Tretlagerhöhe steht der Pilot tief eingebettet im Rahmen, ein Vorteil beim aggressiven Kurvenfahren.
Das Stereo 160 SL ist in vier Rahmengrößen erhältlich (16", 18", 20" und 22"). Drei Ausstattungsvarianten des Stereo 160 sind am Markt: Das C:68 Action Team, C:62 SL und C:62 Race mit 2 x 11-Schaltgruppe.

Geo-Daten

Größe16"/S 18"/M20"/L22"/XL
Lenkwinkel66666666
Sitzwinkel (effektiv)75,1575,1575,1575,15
Horizontales Oberrohr566586604615
Radstand115711791198 1211
Kettenstrebe435,5435,5435,5 435,5
Steuerrohr115128138 115
Reach411428442 448
Stack604616625 640
Die Komponenten

Wie gut der Wortlaut SL und Enduro zusammenpassen können, zeigt Cube beginnend mit dem Cockpit. Dieses ist fest in den Händen von Race Face Ride 35 Bauteilen. Der fette Klemm-Standard ist steif, und auch die Lenkerbreite passt mit 760 mm.
Auch die Kurbelgarnitur stammt aus dem Hause Race Face. Die Turbine mit 32er-Kettenblatt verfügt über das Cinch-Wechselsystem, welches einen Tausch auf unterschiedliche Schaltungs-Standards ermöglicht.
Srams X01 hat sich mehrfach in puncto Schaltqualität und Haltbarkeit bewährt, braucht also nicht weiter vorgestellt werden.

Die RockShox Reverb Stealth Teleskopstütze gehört zu den Klassenbesten ihrer Gattung und wird ab Rahmengröße Medium mit einer Verstellhöhe von 150 mm verbaut (Small mit 125 mm). Smart ...
Die DT Swiss CSW EM 2.7 Felgen haben sich während unserer Testdauer wacker geschlagen. Die 25 mm Innenbreite geht in Ordnung, zur neuen Generation der breiten Felgen ist sie damit aber nicht zu zählen.
Die Federelemente bestehen aus einem Mix von RockShox Pike RC Solo Air und Fox Float DPS mit 57 mm Hub und Verstellmöglichkeit des Rebounds zusammen. Der Hinterbaudämpfer ist mit speziellem Setup, angepasst auf das Modell, versehen.

Tech Specs

Rahmen:C:62 Monocoque Advanced Twin Mold TechnologyKassette:Sram XG-1180, 10-42, 11-fach
Größe:16"/S, 18"/M, 20"/L,22"/XLLaufräder:DT CSW EM 2.7 Straightpull Wheelset, 27,5"
Farbe:Carbon´n´flashorangeReifen:Schwalbe Hans Dampf TrailStar/Rock Razor PaceStar 27,5x2,35 tubless ready
Gabel:RockShox Pike RC Solo Air, 160 mmVorbau:Race Face Ride 35, 35 mm, 50 mm Länge
Dämpfer:Fox Float DPS, 160 mm FedewergLenker:Race Face Ride 35 Riser, 760 mm
Schaltwerk:SRAM XO1, Type2.1, 11-fach Griffe:CUBE Race Grip, 1-Clamp
Naben:DT Swiss, 15QR/Boost 148 X12,Sattelstütze:Rock Shox Reverb Stealth, 150 mm (S: 125 mm)
Schalthebel:Sram XO1 Trigger, 11-fach Sattel:SDG Circuit MTN
Bremsen:Sram Guide R, 180/180 Gewicht:11,95 kg
Kurbel:Race Face Turbine Cinch, 32 Zähne Preis:UVP € 4.199,–

Up

Es ist kein Wunder, dass das Cube ein echter Kletter-Künstler ist. Alleine das Gewicht von knapp 12,3 kg mit Pedalen lässt das Stereo 160 SL leichtfüßig wirken, die effiziente Abstimmung der Hinterbaufederung trägt ihren Teil dazu bei.

Das System zeigt sich recht unbeeindruckt von Treteinflüssen, und nur bei genauem Hinsehen lässt sich ein minimales Wippen in der offenen Stellung des Fox-Federelements erkennen - wirklich merkbar ist es allerdings nicht.
Irgendwie hat es Cube zustande gebracht, in dieser Position die Brücke zwischen hervorragendem Vortrieb und Feinfühligkeit zu schlagen. Ein Charakter, den wir eher von einem Touren- oder All-Mountain-Bike erwarten würden.
Ist der Hebel auf das Medium-Setting gestellt, wird jeder Tritt zielgerecht in Vortrieb umgewandelt, ohne bei gröberen Hindernissen die Traktion bergauf zu verlieren. Dann ist das Stereo selbst im Wiegetritt ein spritziger Begleiter - womit wir nicht andeuten wollen, dass dem in der offenen Position des Fox Float nicht so wäre; dann komprimiert sich das Federelement nur stärker. Vermutlich rührten wir gerade deshalb den Verstellhebel äußerst selten an.
Naturgemäß bietet sich die Stellung auf Firm für lange Schotterstraßen-Passagen oder Asphaltstücke an, um beinahe Hardtail-Feeling aufkommen zu lassen und ordentlich Stoff zu geben.
Einzig der Hebel selbst bietet etwas Anlass zur Kritik. Dieser lässt sich so leichtgängig zwischen den Positionen umlegen, dass er manchmal bereits durch ein stärkeres Streifen mit Baggy-Shorts im Eifer des Gefechts oder beim Transport des Bikes verstellt wird. Kein großes Drama, da man den Unterschied in der Federungsarbeit meist schnell bemerkt, aber trotzdem etwas nervig.

Obwohl wir bei 1 x 11 Schaltsystemen mit einem 30er Kettenblatt einen guten Kompromiss aus Kletterfreudigkeit und Antriebskraft in Flachstücken bzw. bergab gefunden haben, passt das 32er Blatt der Race Face Kurbel ganz gut zum geringen Gewicht und Charakter des SL. Letztendlich wird wie immer die Muskelkraft eines jeden einzelnen über die passende Abstufung entscheiden.
Warum die Race Face Turbine-Kurbel aber bei Rahmengröße S und M stattliche 175 mm misst, ist verwunderlich. Da würden wir uns eine kürzere Variante mit 170 mm Länge wünschen.

Ein Hoch auf steile Sitzwinkel! Mit 75,15 Grad gehört das Cube zu den momentan steilsten Vertretern seiner Gattung, und das ist gut so. Die Sitzposition ermöglicht eine effiziente und kraftvolle Tretbewegung und verlagert genug Druck auf das Vorderrad, um auch im steileren Gelände nicht die Traktion zu verlieren.
Obwohl die RockShox Pike-Federgabel nicht absenkbar ist, kam nie wirklich das Gefühl auf, dieses Feature zu benötigen. Einzig der FSA Steuersatz mit seinem 15 mm hohen Top schränkt Tuning-Möglichkeiten etwas ein, nachdem andere Systeme um circa 10 mm niedriger bauen können und somit mehr Freiheit in puncto Sitzposition und Lenkverhalten ermöglichen.
Aber immerhin konnten wir auch die steilsten Passagen einer unserer Testrunde unter passablen Wetterbedingungen bravourös erklimmen.

Die Sitzposition ist relativ neutral, das Oberrohr mit 566 mm Länge nicht übermäßig lang; für ein Rad mit 380 mm Sitzrohrlänge und einem Reach von 411 mm ist das Gesamtpaket aber durchaus als modernes Setup zu bewerten (428 mm bei Rahmengröße M). Mit 50 mm langem Race Face-Vorbau ergibt sich so ein neutrales Handling ohne Überraschungen.

 Es ist kein Wunder, dass das Cube ein echter Kletter-Künstler ist … 

… schließlich wiegt es nur knapp 12 kg

Ist der Semislick-artige Schwalbe Rock Razor ein Garant für geringen Rollwiderstand und dementsprechend ungehemmten Vortrieb, kommt er auf losem und matschigem Untergrund etwas schneller an seine Haftungsgrenzen als Kollegen mit tieferem Profil.

Das Gewichtstuning des Stereo SL geht so weit, dass die Reifen bereits mit Tubeless-Setup aus dem Werk rollen. Wir begrüßen dieses Feature, den Ersatzschlauch sollte man allerdings nicht zuhause lassen. Bei einer Panne ist nämlich aufgrund der DT Swiss EM 2.7-Felgen an ein Aufpumpen ohne Spezialpumpe kaum zu denken. Das Felgenbett sitzt so tief, dass selbst die Tubeless-Ready Reifen keinen Abschluss finden, und nur ein Kompressor oder eine Kompressor-Pumpe genügend Luftdruck für einen Sitz des Reifens generieren kann.
Mit viel Fingerspitzengefühl war es uns möglich, den Reifen mit einer Standpumpe zu füllen, dazu muss man aber Stück für Stück versuchen die Seitenwand auf die höhergelegenen Außenseiten des Felgenbetts zu heben, am besten während man pumpt. Garantie für ein jederzeitiges Gelingen oder gar erfolgreiches Auffüllen mittels Handpumpe möchten wir aber keine abgeben.
Eigentlich ein seltsames Problem, gibt es doch heutzutage schon viele Felgenformen, die in der Hinsicht keine Probleme verursachen.

Wenig Probleme bereitete hingegen der minimalistisch aussehende SDG Circuit-Sattel. Trotz seiner Härte, oder genau deswegen, wird der Druck hauptsächlich auf die Sitzknochen verteilt und ein Scheuern gut unterbunden. Obwohl er nicht unbedingt zu den bequemsten Sätteln zählt, lassen sich auch lange Strecken gut damit bewältigen. Wie immer sind derlei Angaben in dieser Kategorie aber ohne Gewähr, schließlich könnte das individuelle Empfinden bei Sätteln nicht unterschiedlicher sein.

Down

Überraschenderweise brilliert das Bike in Situationen, in dem man es aufgrund seines schlanken Erscheinungsbildes nicht erwarten würde. Gerade bei großen Schlägen und besonders bei höheren Drops über einen halben Meter Höhe nimmt das Fahrwerk die Schläge mit Bravour auf - Knöchel und Bänder werden es danken.
Die Konstrukteure haben mit einer ausgeklügelten Federkennlinie ganze Arbeit geleistet: sensibel im Ansprechverhalten, mit Unterstützung im mittleren Hubbereich und dezentem Durchschlagschutz, um dennoch den Federweg gut ausnutzen zu können. Efficient Trail Control Kinematik (ETC) nennen das die Entwickler von Cube. Wir mögen es.

Trotz langem Radstand, flachem Lenkwinkel und ausreichend Federweg - also Geometriedaten, die anderes vermuten lassen würden - fühlt sich das Stereo 160 SL agil und reaktionsfreudig an. Zurückführen können wir diese Eigenschaft hauptsächlich auf das Gewicht und - mit 435,5 mm Länge - nicht zu lange Kettenstreben.
Anfangs wirkt es allerdings beinahe so, als würde die gewohnte Schwere eines Downhill-lastigen Bikes fehlen. Je mehr Zeit man im Abfahrts-Sattel verbringt, desto mehr vertraut man allerdings in das schluckfreudige Potenzial des Fahrwerks und schreckt auch vor Wurzel- und Steinfeldern nicht zurück. Zusätzlich vermittelt die Geometrie bei höheren Geschwindigkeiten Laufruhe, die zur Beschleunigung animiert.
Apropos Beschleunigung: auf Sprintpassagen ist das Bike zu Hause.

Einzig beim Lenkwinkel wünschten sich viele von uns einen um einen Grad flacheren Lenkwinkel. Nicht, dass das Stereo 160 mit 66-Grad-Winkel aus der Bandbreite der Kategorie-üblichen Standards fallen würde; aber wir glauben, dass es dem leichtfüßigen Charakter kaum einen Abbruch tun würde, bei der Sekundenjagd den Berg hinunter aber einen Extra-Kick an Kontrolle und Selbstvertrauen erzeugen würde.
Wie so oft spielt Geschmack hier eine Rolle, ein Flip-Chip oder dergleichen würde viele Fahrer vermutlich wunschlos glücklich machen.

Uns ist zu Ohren gekommen, dass der Stereo-Rahmen nicht zu den steifsten Kalibern zählen soll, im Praxisbetrieb konnten wir aber keine negativen Eindrücke wahrnehmen. Vielleicht waren unsere Tester zu leicht und das Verhältnis wird bei größeren Rahmengrößen und höherem Fahrergewicht härter auf die Probe gestellt.

Das Zusammenspiel aus RockShox Pike RC Federgabel und Fox Float DPS funktioniert hervorragend. Die Vermutung liegt nahe, dass ein Hinterbauelement mit Ausgleichsbehälter dem Hinterbau ein noch optimaleres Schluckvermögen einhauchen würde (erhältlich beim Modell Stereo 160 C:68 Action Team). Aber um ehrlich zu sein, können wir uns über die Funktion des Float DPS am Heck in keiner Weise beklagen. Egal ob auf tretintensiven Sprintstücken oder Rüttelpisten mit kindskopfgroßen Hindernissen: Die Traktion und das Feedback des Bikes sind exzellent.
Bei radikaler Gangart empfehlen wir die Addition eines oder zweier Token in der - wie schon gewohnt - hervorragend arbeitenden Pike-Federgabel, um die Federkennlinie progressiver zu gestalten und vor Durchschlägen zu schützen.

Der Schwalbe Hans Dampf Vorderreifen in TrailStar Gummimischung liefert in unterschiedlichstem Gelände einen guten Mix aus Traktion und angemessenem Rollwiderstand. Enduristen könnten sich für radikale Schräglagen etwas aggressivere Seitenstollen wünschen, verliert der Reifen einmal an Halt, schmiert er aber gutmütig weg und lässt sich in den meisten Fällen wieder gut fangen.
Über den Hinterreifen in Form des Schwalbe RockRazor scheiden sich die Geister. Der geringe Rollwiderstand ist ohne Zweifel ein Plus beim Uphill, in hartem Gelände verlangt er allerdings eher nach einem erfahrenen Händchen, damit man sich schnell und sicher im Grenzbereich bewegen kann. Nicht, dass es ein schlechter Abfahrtsreifen ist, da die Seitenstollen in Bauform und Anordnung denen eines MagicMary ähneln; die härtere Gummimischung verliert unter rutschigen Bodenverhältnissen allerdings schneller die Haftung und er kann mit den kleinen Stollen auf losem Untergrund nicht so viel Bremshaftung und Traktion aufbauen wie so mancher Kollege mit gröberen Stollen.

Über die hohe Qualität von DT Swiss Laufrädern gibt es nichts zu diskutieren, der Freilauf der DT CSW Straightpull-Nabe ist allerdings ziemlich laut. Kein technischer Nachteil, aber durchaus gewöhnungsbedürftig, will man die Ruhe im Wald genießen.
Andererseits finden manche Gefallen daran, dass das Geräusch auffällig genug ist, um Wanderer vorsichtig vor einem Herannahen zu warnen und somit den theoretischen Bedarf einer Klingel nichtig macht.

Als einzig wirklicher Schwachpunkt erscheinen die Bremsen. Gut zu dosieren, aber mit schwachbrüstiger Bremskraft, können die Sram Guide R im harten Gelände nicht mit manchen Konkurrenten mithalten. Am stärksten ist dies wahrzunehmen, wenn durch Hitzeentwicklung auf längeren Steilstücken die Bremse noch zusätzlich an Biss einbüßt.
Eine größere 200 mm Bremsscheibe (zumindest an der Front) würde zu höherer Bremskraft verhelfen, ebenso kann mit gesinterten Nachrüst-Belägen - zum Beispiel der Firma Kool-Stop - die Bremskraft deutlich verbessert werden.
Schön aber, dass die Hinterradfederung auch bei harten Bremsmanövern aktiv bleibt und dem Untergrund folgt. Horst-Link lässt grüßen.

Fazit

Cube Stereo 160 C:62 SL 27,5
Modelljahr:2016
Testdauer:ca. 4 Monate
+Sehr leicht
+Schluckfreudiges, aber gleichzeitig effizientes Fahrwerk
+Langer Reach, tiefes Tretlager
+Kurzes Sattelrohr für kleinere Fahrer
+Sehr breiter Einsatzbereich
obegrenzte Traktion des Hinterreifens
-Bremsen nicht allzu bissig
BB-Urteil:Das Eine für fast alles? Das Cube SL ist ein leichter Tausendsassa.

Mit der neuesten Ausführung des Stereo 160 ist Cube ein großer Wurf gelungen. Die C:62 SL-Version trumpft mit einem faszinierend geringen Gewicht von knapp 12 kg auf und schafft wahrlich den Spagat aus nicht nur tourentauglichem, sondern tourenfreundlichem Allrounder und potentem Enduro-Abfahrer.

Spezialisierte Downhiller werden wohl zum abfahrtsgetrimmten C:68 Action Model greifen; wer den perfekten Kompromiss aus geringem Gewicht und schluckfreudigem Fahrwerk sucht, wird mit dem SL hingegen mehr als glücklich werden.
Im Detail könnten die Bremsen ein wenig mehr Biss vertragen und der Semislick-Hinterreifen ist in seinen Stärken und Schwächen etwas spezifisch. Abgesehen davon gibt sich das Bike eigentlich in keiner Kategorie Blöße. Selbst der Verkaufspreis ist mit € 4.199,– eine Kampfansage, für ein Händler-Bike sowieso.

Wer also ein Bike mit viel Federweg, aber zusätzlich extrem breitem Einsatzbereich, hohem Spaßfaktor und kurzem Sattelrohr – damit auch kleinere Fahrer in den Genuss einer Teleskopstütze kommen – sucht, der könnte mit dem Cube Stereo 160 den idealen Begleiter für zahlreiche Touren- und Enduro-Abenteuer gefunden haben.


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    Cube Stereo 160 C:62 SL 27,5

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  2. #2
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  3. #3
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    Welchen Teil sollten wir denn nicht ernst meinen?

  4. #4
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