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Focus SAM² 6.9 2021

Focus SAM² 6.9 2021

10.09.20 12:10 195Text: Ronald KalchhauserFotos: Manuel Sulzer (Close-Ups & Action), Ronald Kalchhauser (Bike-Build)First Ride: "Designed for Down!” Das ist der Slogan der neuesten Inkarnation des E-Mountainbike Fully SAM². Focus hat zum Bike-Launch in den Mountainbike-Hotspot rund um Freiburg im Baden-Württembergischen Schwarzwald geladen und wir sind dem Ruf gerne gefolgt, um den Slogan auf Herz und Nieren zu testen.10.09.20 12:10 2.528

Focus SAM² 6.9 2021

10.09.20 12:10 2.528 Ronald Kalchhauser Manuel Sulzer (Close-Ups & Action), Ronald Kalchhauser (Bike-Build)First Ride: "Designed for Down!” Das ist der Slogan der neuesten Inkarnation des E-Mountainbike Fully SAM². Focus hat zum Bike-Launch in den Mountainbike-Hotspot rund um Freiburg im Baden-Württembergischen Schwarzwald geladen und wir sind dem Ruf gerne gefolgt, um den Slogan auf Herz und Nieren zu testen.10.09.20 12:10 2.528

Die Location war durchaus gut gewählt, denn die abwechslungsreichen Trails mit klingenden Namen wie Canadian, Baden to the Bone und Borderline verlangten dem Bike einiges ab. Von flowigen Up- und Downhill-Trails, Steinpassagen und technischen Singletrails bis hin zu Drops, Tables und Doubles war alles dabei, was das Downhill-Herz begehrte. Somit bot Freiburg eine ausgezeichnete Kulisse für einen Bike-Test.

Rahmen

Optisch orientiert sich das SAM² weiterhin grob am Vorgänger, wobei es sich auf den ersten Blick schon durch die besser integrierte innenliegende Kabelführung wesentlich eleganter gibt. Formschön ist auch das Design des Rahmens, obwohl als Material Aluminium gewählt wurde. Dank der Hydroforming-Technologie werden Aluminiumrohre per Hochdruck zu modernen Designs gepresst, deren Formen speziell auf den jeweiligen Einsatzzweck angepasst werden können.

Als Hinterbaukonzept setzt Focus beim SAM² auf ein Single Pivot Design. Der Drehpunkt des Hauptlagers liegt auf Höhe der oberen Kettenlinie und wurde damit so gewählt, dass es weder beim Antritt noch beim Einfedern des Hinterbaus spürbare Einflüsse auf den Antrieb gibt. Damit die Kette auch dort bleibt, wo sie hingehört, bietet das SAM² überdies eine integrierte Kettenführung. In Bezug auf Reifenbreite bietet der Rahmen genügend Platz für Reifen mit einer Breite von bis zu 2,8”.

Antriebseinheit

Bei der Antriebseinheit setzt Focus nun auf die neueste Generation des Bosch Performance CX Motors, gepaart mit Purion Display und 625 Wh Akku. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist der neue Performance CX beim Antritt sehr gut zu dosieren, entfaltet seine Antriebskraft gleichmäßig und bricht nicht unerwartet aus. Seitens der Kraftentfaltung zählt er zu den stärksten Modellen und seit dem letzten Firmware-Update, welches man kostenlos auch nachträglich aufspielen kann, bietet der Motor im Mittelbereich und bei starken Antritten noch einmal ein wenig mehr Power.

Beim Thema Motorschutz geht Focus einen eigenen Weg. Anstelle einer durchgehenden Bodenplatte, mit der zahlreiche Hersteller den Motor üblicherweise komplett umschließen, wurden zwei kleine Schutzplatten aus Plastik für den Motor entworfen, welche beidseitig angebracht sind und so die Steckverbindungen vor Schmutz schützen. Laut Rücksprache mit Bosch soll der Motor so entwickelt sein, dass etwaige Aufsetzer keine internen Beschädigungen hinterlassen. Visuell macht diese Option eine äußerst schlanke Figur, da der Motor noch kleiner als bei Konkurrenten wirkt und sich kein Schmutz zwischen Motor und Motorschutz ansammeln kann. Zusätzlich wird durch den Fahrtwind eine bessere Kühlung erzielt.

Die Purion Bedieneinheit, welche auch gleichzeitig als Display dient, ist hingegen schon ein wenig in die Jahre gekommen und wirkt auf einem Modell dieses Jahrgangs meiner Ansicht nach ein wenig veraltet. Am kleinen Bruder SAM² 6.8 finde ich das Purion passend, dem SAM² 6.9 würde das Kiox Display aber vermutlich besser stehen.

Der interne Akku, oder auch Powertube, wie er von Bosch genannt wird, liefert mit 625 Wh die momentan stärkste Kapazität aus ihrem Angebot. Dementsprechend höher ist die Reichweite gegenüber kleineren Akkus und je nach Fahrweise und Gewicht des Bikers sind mit einer Akkuladung somit über 1500 Höhenmeter machbar - selbst wenn man gerne öfter auf höchster Stufe unterwegs ist. Die Integration in den Rahmen ist sauber gelöst. Per Schlüssel wird das Schloss geöffnet, welches den Akku fest im Rahmen verankert. Eine kleiner sekundärer Riegel verhindert, dass der Akku ungebremst aus dem Rahmen fällt. Erst wenn dieser entriegelt wird, kann der Akku leicht nach unten entnommen werden und somit auch außerhalb des Bikes an einem beliebigen Ort geladen werden.

Möchte man das Ladegerät direkt an das Bike anschließen, so befindet sich der Stecker dafür gut vor Staub durch einen Gummideckel geschützt am Oberrohr nahe dem Steuersatz.

Fahrwerk & Handling

Auf Seiten des Fahrwerks kann man darauf vertrauen, dass die neue Fox 38 Float Factory Federgabel sowie der Fox Van Performance Coil Dämpfer – jeweils mit 170 mm Federweg – ihre Arbeit mehr als bravourös verrichten.

Während die Federgabel mit High- und Lowspeed-Einstellungen für Kompressions- und Zugstufendämpfung ausgestattet ist, wurde für das Heck eine günstigere Variante mit simpler Einstellungen für Zug- und Druckstufe gewählt, um den Gesamtpreis des Bikes im erschwinglichen Rahmen zu halten. Schließt man auf die Performance zurück, scheint dies ein guter Kompromiss zu sein; abgegangen sind mir die fehlenden Einstellungen jedenfalls nicht. Die meisten Biker werden das nicht ganz unkomplizierte Setup von High- und Lowspeed am Heck wohl auch nicht vermissen.


Die F.O.L.D. Kinematik des Hinterbaus – was für Focus Optimized Linkage Design steht – wurde so entwickelt, dass die Federkennlinie in den ersten 30% des Federwegs bis zum empfohlenen Sag-Punkt degressiv verläuft und die restlichen 70% des Federwegs progressiv. Dies führt in der Praxis dazu, dass kleine Schläge und Unebenheiten auf der Strecke sensibel geschluckt werden und bei größeren Drops und Sprüngen die Progression dafür sorgt, dass ein Durchschlagen der Federung effektiv vermieden wird. Tatsächlich fühlt sich die Hinterradfederung nach mehr Federweg an, fast schon wie die eines Downhill- Bikes. Selbst bei Landungen im Flachen, wo die 170 mm definitiv ausgenutzt werden, kommt nie das Gefühl auf, dass das Durchschlagen der Federung besonders hart ist. Die Kombination Stahldämpfer mit speziell auf das Bike abgestimmter F.O.L.D. Kinematik erfüllt also ihren Zweck!

Am kleineren Bruder des SAM² 6.9, dem SAM² 6.8, kommt übrigens mit dem Rock Shox Super Deluxe Select+ ein Luftdämpfer zum Einsatz. Nachdem ich persönlich bei meinen Luftdämpfern immer nachträglich Volume Spacer beziehungsweise Bottomless Token einbaue, welche das Luftvolumen in der Luftkammer verringern und somit die Progressivität erhöhen, kann ich mir aber sehr gut vorstellen, dass ein Luftdämpfer ohne Veränderung der Luftkammer am SAM² ebenso gut funktionieren sollte wie der Stahldämpfer, was auch vom Focus Team so kommuniziert wurde.

Auch bergauf braucht sich die Hinterradfederung nicht zu verstecken. Zwar ist aufgrund ihrer Feinfühligkeit jederzeit ein leichtes Wippen durch die Tretbewegung zu beobachten, wobei man diese Eigenschaft im Fahrbetrieb nicht wirklich wahrnimmt – das positiv geschmeidige Vorankommen auch im ruppigen Gelände hingegen schon. Meine initiale Befürchtung, dass der Hinterbau durch den großen Federweg und die Stahlfeder beim Treten insbesondere auf steilen und ruppigen Anstiegen einsacken könnte, wurde zum Glück nicht erfüllt. Im Gegenteil: Bei einer spontanen Uphill Challenge am Fuße des Borderline Trails wurden die Grenzen bergauf ausgelotet, mit tiefer Querrinne bevor es bergauf ging, Wurzelteppich ohne Ende, engen Kehren und richtig steilem Gefälle. Nach ein paar Anläufen wurde der kurze, aber knackige Anstieg bezwungen; das Limit liegt hier also mehr beim Fahrer als bei Antrieb oder Fahrwerk.

An der Front komplettiert die Fox 38 das Fahrwerk. Da sie im Auslieferungszustand bereits mit 2 Volume Spacern in der Luftkammer ausgeliefert wird, was die Progressivität auch an der Front erhöht, harmoniert sie ausgezeichnet mit der Hinterradfederung. Auch hier ist bei gelegentlichen Fehleinschätzungen von Sprüngen kein unangenehmes Durchschlagen zu bemängeln, kleinere Schläge werden sensibel gefiltert und aufgrund der hohen Steifigkeit eignet sie sich bestens für die naturgemäß schwereren E-Bikes.

Mit 25,95 kg ohne Pedale positioniert sich das SAM² auf dem oberen Gewichtsspektrum aktueller E-Bikes. Im Fahrbetrieb macht sich das doch recht hohe Gewicht nicht in allen, aber doch in gewissen Situationen bemerkbar.
Offene Kurven und Anlieger stellen kein Problem dar und auch beim Uphill oder Anbremsen von Kurven ist kein bemerkenswerter Unterschied zu meinem eigenen E-Bike festzustellen, welches zu den leichteren der Downhill-orientierten Klasse gehört.

Insbesondere für leichtere Fahrer, wo ich nun mal dazu gehöre, macht sich das Gewicht eher dann bemerkbar, wenn man das Bike per Bunnyhop über hohe Hindernisse wie unterspülte Wurzeln manövrieren oder gern besonders aktiv fahren möchte. Im Gegensatz dazu liegt es aber richtig satt am Trail und auf schnellen Downhills auf losem Untergrund und auch gröberem Geröll findet man mit dem SAM² äußerst sicher den Weg ins Tal.

Geometrie

Die Laufruhe hat auch damit zu tun, dass die Geometrie ebenso dem allgemeinen Motto "down” folgt. Bei der getesteten Rahmengröße M geben Werte von 450 mm Reach, 1236 mm Radstand und 65 Grad Lenkwinkel die abfahrtslastige Gangart vor.

Ausgeliefert wird das SAM² mit 29” Laufrädern, welche in Kombination mit den Schwalbe Magic Mary 2,6” für weitere Laufruhe und ausreichend Durchschlagschutz - mit Super Trail Karkasse an der Front und Super Gravity am Heck - sorgen. Der höhere Durchschlagschutz am Hinterrad zeigte sich trotz höherem Gewicht als gute Wahl, was sich bei einem harten Treffer einer unterspülten Wurzel positiv bemerkbar machte und mich vermutlich vor einem Reifenschaden bewahrte. Mit der Gummimischung Soft geht Focus einen guten Kompromiss aus Rollwiderstand und Grip ein.
Der Grip am Hinterrad ist also absolut ausreichend, wie sich schon bei der vorhin erwähnten Uphill Challenge zeigte. An der Front würde ich mir die Ultra Soft Mischung wünschen, welche vermutlich für das Quäntchen mehr Grip sorgt, das mir in Kurven generell ein wenig mehr Sicherheit gibt. Klar, das würde ein wenig auf Kosten des Rollwiderstands und Haltbarkeit gehen, aber am E-Bike übernimmt ja sowieso der Motor diesen kleinen Extraaufwand und die Abnutzung am Vorderrad ist auch erfahrungsgemäß geringer als am Hinterrad.

Geometrie 29”

Größe S M L XL
Sitzrohrlänge (mm) 410 420 450 490
Steuerrohrlänge (mm) 110 115 130 150
Oberrohrlänge (mm) 587 608 642 676
Kettenstrebenlänge (mm) 450 450 450 450
Lenkwinkel (°) 65 65 65 65
Sitzwinkel (°) 76 76 76 76
Stack (mm) 629 634 648 666
Reach (mm) 430 450 480 510
Radstand (mm) 1215 1236 1273 1311

Auch ein Mix aus 29” und 27,5”+ oder komplette Umstellung auf 27,5”+ wäre durchaus machbar; für diesen Zweck gibt es eine interessante Integration eines Flip Chips an der Hinterachse. Dieser ist nämlich im Gegensatz zu vielen anderen Varianten nicht horizontal, sondern in etwa im 45 Grad Winkel verbaut, was dazu führt, dass beim Umdrehen des Chips zusätzlich zur Kettenstrebenlänge auch der Lenkwinkel ausgeglichen werden kann.
In der Achse auf hoher Position, welche auch bei der reinen 29” Variante angewendet wird, erhält man im 29” / 27,5”+ Mix somit bei gleichbleibender Kettenstrebenlänge einen flacheren Lenkwinkel von 64,1 Grad, was das Bike für Downhill-Fans noch attraktiver machen sollte, während man in der Achse auf niedriger Position den Lenkwinkel mit 64,8 Grad kaum verändert, allerdings die Kettenstrebe von 450 mm auf 430 mm verkürzt, wodurch das SAM² in Kurven agiler wird. Zusätzlich ist für kleinere Fahrer die Chance geringer, auf extrem technischen Trails mit dem Allerwertesten am Reifen zu streifen. Ich spreche hier aus Erfahrung...

Geo 29”/27,5”+ Hohe Achsmontage

Größe
S
M
L
XL
Oberrohrlänge (mm)
589
610
644
678
Kettenstrebenlänge (mm)
450
450
450
450
Lenkwinkel (°)
64,1
64,1
64,1
64,1
Sitzwinkel (°)
75,1
75,1
75,1
75,1
Stack (mm)
629
634
647
665
Reach (mm)
420
440
470
500

Geo 29”/27,5”+ Niedrige Achsm.

Größe
S
M
L
XL
Oberrohrlänge (mm)
587
608
642
676
Kettenstrebenlänge (mm)
430
430
430
430
Lenkwinkel (°)
64,8
64,8
64,8
64,8
Sitzwinkel (°)
75,8
75,8
75,8
75,8
Stack (mm)
631
636
649
667
Reach (mm)
428
448
478
507

Geo 27,5”+ Niedrige Achsmontage

Größe
S
M
L
XL
Oberrohrlänge (mm)
585
606
640
674
Kettenstrebenlänge (mm)
430
430
430
430
Lenkwinkel (°)
65,7
65,7
65,7
65,7
Sitzwinkel (°)
76,7
76,7
76,7
76,7
Stack (mm)
624
630
644
662
Reach (mm)
438
458
488
518

Mit Flip Chip in der niedrigen Position ist jedenfalls zu beachten, dass man auch den Post Mount 203 Adapter austauschen muss, da dieser direkt am Rahmen befestigt ist und andernfalls nicht den richtigen Abstand zur Scheibenbremse hätte.

Eine letzte Variante wäre noch, die Achse auf niedriger Position zu montieren und das Vorderrad durch ein weiteres 27,5”+ Laufrad zu ersetzen, was den Lenkwinkel auf relativ steile 65,7 Grad erhöht und das Bike wohl noch agiler macht. Ein Bike, vier unterschiedliche Geometrien - nicht schlecht, liebe Focus-Ingenieure.

Komponenten

Vorbau

Der Vorbau muss am SAM² besonders hervorgehoben werden. Die Designer von Focus haben sich nämlich das Ziel gesetzt, ein besonders aufgeräumtes Cockpit zu gestalten und daher mehr als 50 Varianten designed, um Integration und Funktion zu vereinen.

Herausgekommen ist das sogenannte C.I.S. System, was passenderweise für Cockpit Integration Solution steht. Die Kabel der Bremsen, Schaltung und Sattelstütze sowie der Purion Bedieneinheit werden oberhalb des Lenkers eingeführt, dann seitlich des Gabelschafts weitergeleitet und letztendlich im Rahmen mittels einer Schiene gut befestigt zu den jeweiligen Komponenten geführt. Spezielle Spacer, welche praktischerweise für den schnellen Ein- und Ausbau auseinandergenommen werden können, dienen als Sichtschutz und komplettieren somit den laut Focus ersten Vorbau mit interner Kabelführung für mechanische Schaltungen. In der Praxis kann der Vorbau auch ohne Spacer direkt auf dem Steuersatz montiert werden, ohne die Funktion zu beeinträchtigen; ein Plastikgeflecht schützt den unteren Teil des Gabelschafts vor etwaigen Abnutzungen durch die Kabel.

Wer aber lieber den Vorbau eines anderen Herstellers verbauen möchte, kann dies auch weiterhin tun, da der Rahmen wie gewohnt auch seitliche Öffnungen bietet, welche im Originalzustand mit Gummidichtungen gegen Staub geschützt sind.

Bremsen

Hier wird auf bewährte Komponenten aus dem Hause Shimano gesetzt. Die aktuelle Version der Deore XT- Vierkolbenbremse bietet einen sehr definierten Druckpunkt, welcher auch bei längeren Abfahrten stabil gehalten wird. Auch bei längeren Abfahrten auf den Trails in Freiburg war somit kein Wandern des Druckpunkts zu bemerken. Ein großer Vorteil der Shimano Bremsen ist außerdem das kleine Rädchen am Hebel, mit dem man die Griffweiteneinstellung am Trail auch ohne Werkzeug vornehmen kann.

Auch die Deore XT Schaltung funktioniert einwandfrei. Die Gänge können definiert eingelegt werden und es kommt auch zu keinem sogenannten Ghost Shifting beim Einfedern, was ein Zeichen dafür ist, dass die Kabelführung im inneren des Rahmens keine Zugstellen aufweist.

Laufräder

Wie bereits erwähnt gab es während der Testausfahrten ein paar Landungen im Flat und einige Kontakte mit großen Wurzeln, welche die Felgen problemlos wegsteckten. Nennenswerte Achter waren daraufhin nicht zu bemerken und von Dellen in der Felgenflanke war keine Spur zu sehen.
Die RaceFace AR30 Felgen verrichten ihren Job also ausgezeichnet und sind eine gute Wahl auf dem SAM².

Sattel & Sattelstütze

Obwohl wir nur 2 Tage "im Sattel” waren, empfand ich den den Proxim W350 durchaus bequem. Insbesondere am E-Bike vermisste ich allerdings eine Erhebung am hinteren Teil des Sattels, welche bei manchen Herstellern vorhanden ist und bei steilen Auffahrten eine willkommene Unterstützung des Gesäßes bietet.

Der Sattelstütze von Fox wurde auch die spezielle Oberflächenbehandlung mit Kashima Coating spendiert, welches die Fox Transfer RL Factory beim Betätigen des Hebels der versenkbaren Stütze leicht und gleichmäßig ein- und ausfahren lässt. Den Hub empfand ich als ausreichend und in Kombination mit dem Proxima Sattel war so genügend Spielraum am Bike für die Downhills gegeben.

Modellübersicht

Aus der Entfernung sind das SAM² 6.9 und SAM² 6.8 am ehesten durch die unterschiedlichen Federelemente und Sattelstütze erkennbar. Anstelle von gold und orange der Fox Bauteile präsentiert sich das 6.8 in elegantem schwarz mit Federelementen von RockShox und einer Sattelstütze von Kindshock.

Um genauer zu sein arbeitet am SAM² 6.8 an der Front die RockShox ZEB mit ebenfalls 170 mm Federweg und am Heck der Super Deluxe Select+, welcher im Gegensatz zum Stahldämpfer des 6.9 ein Luftdämpfer ist.

Weite Merkmale sind die Ausstattung mit SRAM Komponenten für Bremsen und Schaltung. Genauer gesagt wird mit der Code R verzögert, welche nun statt der bisher größten Bremsscheibe von 200 mm mit einem Durchmesser von 220 mm zur Verfügung gestellt wird, was der Bremskraft zu Gute kommt und somit speziell für E-Bikes ein willkommenes Upgrade darstellt. Mit der GX Eagle steht in Sachen Gangschaltung eine solide Gruppe zur Seite.

Beide Bikes werden mit dem selben Gewicht von 25,95 kg ohne Pedale gemessen ausgeliefert, was dafür spricht, dass die weiteren Komponenten am SAM² 6.8 mit Bedacht ausgewählt wurden, wenngleich weniger Markennamen verbaut wurden, um neben dem Topmodell auch ein günstigeres Bike anbieten zu können.

Das SAM² 6.9 kann man für € 6.499 erwerben, das SAM² 6.8 für € 5.499.

Focus SAM² 6.9

Rahmen 7005 Hydroformed Aluminium, 3D Forging, 170 mm F.O.L.D. Kinematik, 148x12 mm Thru Axle, Interne Kabelverlegung, Post Mount 203 mm
Größen
S, M, L, XL
Gabel
FOX 38 Float Factory 29, E-Bike, Grip 2, 110 x 15 mm Achse, 170 mm Federweg
Dämpfer
FOX Van Performance Coil, 230/65 mm
Motor
Bosch Performance CX Gen4, 85 Nm, 250 W
Batterie
Bosch Powertube, 625 Wh, entfernbar, verschließbar
Bedieneinheit
Bosch Purion
Schalthebel
Shimano Deore XT M8100, 12-fach
Schaltwerk
Shimano Deore XT M8100, 12-fach
Kassette
Shimano SLX M7100, 11-51 Z.
Kurbel
Samox EC40 ISIS, 34 Z.
Lenker
RaceFace Chester 35, Aluminium, 780 mm, Rise: 35mm, Backsweep: 8° Grad
Griffe
RaceFace Getta Grip
Vorbau
FOCUS C.I.S. Integrated, 50 mm, 0° Grad, 35 mm, Aluminium
Steuersatz
Acros AZX-212 AH (1-1/8" tapered)
Sattel
Proxim W350
Sattelstütze
FOX Transfer RL Factory, 31,6 mm
Bremsen
Shimano XT M8120, 4 Kolben
Bremsscheiben
Shimano 200 / 200 mm
Laufräder
RaceFace AR30 Offset
Naben
Novatec D041, 15x110 mm / Novatec D162 Disc, 12x148 mm
Vorderreifen
Schwalbe Magic Mary 2.6 Super Trail Soft
Hinterreifen
Schwalbe Magic Mary 2.6 Super Gravity Soft
Farbe
Milk Brown
Gewicht
25,95 kg

Focus SAM² 6.8

Rahmen 7005 Hydroformed Aluminium, 3D Forging, 170 mm F.O.L.D. Kinematik, 148x12 mm Thru Axle, Interne Kabelverlegung, Post Mount 203 mm
Größen S, M, L, XL
Gabel Rock Shox ZEB 29 Boost, Charger R, DebonAir, 110x15 mm, 170 mm Federweg
Dämpfer Rock Shox Super Deluxe Select+, 230/65 mm
Motor Bosch Performance CX Gen4, 85 Nm, 250 W
Batterie Bosch Powertube, 625 Wh, entfernbar, verschließbar
Bedieneinheit Bosch Purion
Schalthebel SRAM GX Eagle
Schaltwerk SRAM GX Eagle
Kassette SRAM PG-1230 Eagle, 11-50 Z.
Kurbel Samox EC40 ISIS, 34 Z.
Lenker FOCUS Trail, Aluminium, 780 mm, Rise: 30 mm, Backsweep: 9° Grad
Griffe FOCUS Locker SL
Vorbau FOCUS C.I.S. Integrated, 50 mm, 0° Grad, 35 mm, Aluminium
Steuersatz Acros AZX-212 AH (1-1/8“ tapered)
Sattel FOCUS Trail SL
Sattelstütze Kindshock Rage-i, 31,6 mm
Bremsen SRAM Code R
Bremsscheiben SRAM 220 / 220 mm
Laufräder RODI TRYP30 FOCUS
Naben Novatec D041, 15x110 mm / Novatec D162 Disc, 12x148 mm
Vorderreifen Schwalbe Magic Mary 2.6 Super Trail Soft
Hinterreifen Schwalbe Magic Mary 2.6 Super Gravity Soft
Farbe Milk Brown
Gewicht 25,95 kg

Fazit

Mit dem neuen SAM² ist Focus dem Motto "Designed for Down” durchaus gerecht geworden. Der Hinterbau spricht sehr sensibel an und steckt mit seinen 170 mm Federweg auch grobe Schläge locker weg. Die neuen Freeride-Federgabeln von Fox und RockShox passen perfekt zum Konzept und komplettieren gemeinsam mit der F.O.L.D. Kinematik das Downhill-Package.
Die vier Optionen, die Geometrie zu verändern, bieten viel Spielraum für Tuner und lassen Setups zu, welche das Bike je nach Vorliebe agiler oder laufruhiger machen. Hier sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein, um das Bike an die eigenen Vorlieben anzupassen.

Ein weiterer Baustein ist der Bosch Performance CX Motor, welcher sich reibungslos ins Gesamtkonzept eingliedert. Ein Bike, dessen Hauptaufgabe das Bergabfahren ist, braucht auch einen Antrieb, mit dem man schnell zum Start des Trail kommt - mit dem großen Akku und dem starken Motor hat man hier beides vereint. Trotzdem sind die Klettereigenschaften nicht zu vernachlässigen und auch hier gibt es keine Beanstandungen.

Mit einem Preis ab € 5.499 ist das SAM² auch sehr kompetitiv angesiedelt. Ein wenig geht dies auf Kosten des Gesamtgewichts, denn Rahmen aus Aluminium sind zwar günstiger herzustellen, aber auch schwerer. Bei einem Downhill-orientierten Bike fällt es allerdings auch leichter, diesen Kompromiss einzugehen und letztendlich zählt der Fahrspaß, wovon das Focus SAM² in jedem Bereich eine Menge zu bieten hat.


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    Focus SAM2 6.9 2021

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  2. #2
    Bird of Prey Avatar von prolink88
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    kein Motorschutz. schon mal ein NoGo
    26kg ist schon Heftig
    aber sonst geiles Radl
    Trittmeister.at mein Radlshop des vertrauens im Süden von Graz