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Kuota Kalibur

Stunde der Entscheidung: Kuota Kalibur vs. Kueen-K
Text: Celias Fotos: Celias & Sylvii

Obwohl manche Zeitfahrräder im Laufe einer Saison ungefähr so oft zum Einsatz kommen wie ein Schneepflug in Madrid, und Aufbau und Planung bis zum Finden der optimalen Sitzposition oft länger dauern als die durchschnittliche Wettkampfdauer, war es trotzdem an der Zeit für ein neues Projekt.

Die wichtigste Frage, welche es zu Beginn zu beantworten gab, war: vertraue ich weiterhin dem Kueen-K,
oder wechsle ich zum neuen Kalibur? Bei genauerer Betrachtung der Kinderkrankheiten des Kueen-K 2008er-Modells und deren aktueller Verbesserungen bei der 2011er-Version blieb einzig der Wunsch nach einem normalen Bremssystem als berechtigter Grund für den Wechsel zum Kalibur.

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    Kuota Kalibur
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    Kuota Kueen-K
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Geometriedaten Kalibur

Weiter ging es mit dem Vergleich der Geometriedaten; hierbei durfte sich das Kalibur keine Schwächen erlauben, denn der Spielraum durch meine Körpergröße ist in diesem Fall ähnlich wie beim versehentlichen Mittragen eines Schweizer Taschenmessers beim Security Check am Flughafen: nur mit viel Glück und Schweißperlen auf der Stirn gelingt ein erfolgreiches Boarden.

Beim ersten Anblick der XS-Rahmendaten war schnell klar: das Kalibur ist ein wenig größer gewachsen als das Kueen-K, trumpft jedoch mit einem 4mm-Vorteil beim Stack auf (Oberrohr +10mm, Reach +10mm, Stack -4mm, Steuerrohr -5mm, Radstand +7mm). Den Vergleich des Rahmen/Gabelgewichts ließ ich durch meinen geplanten Verwendungszweck natürlich außer acht (Rahmen +190g/Gabel -40g).

Kuota Kalibur Modell 2011/2012

Die konservative Sattelstütze (keine Rahmenanpassung bzgl. der Sattelhöhe) und die innovative Sattelstützeklemmung waren der letzte Katalysator für die Entscheidung pro Kalibur, das außerdem noch eindeutiger Favorit in Sachen Design war.

Umbau und Adaptierung

Bis auf einen kürzeren Vorbau sowie einen BB30 to BSA-Adapter von KNC für das SRM-System waren keine großen Modifikationen notwendig, und die Komponenten wurden vom alten auf den neuen Rahmen transferiert. Obwohl ich zuerst mit einer günstigen Shimano Ultegra spekuliert hatte, traf mich dann doch der Perfektionsblitz, und ich entschied mich wieder für eine Dura Ace.

Langzeittest

Eine TT- und Triathlon-Saison mit dem Kuota Kalibur.
Kuota Kalibur
Modelljahr:2011
Testdauer:>6 Monate mit Wettkämpfen
+keine "tiefergelegte" Bremse und beschwerdefreies Zentrieren
+subjektiv deutlich steifer im Tretlager-/Gabelbereich
+ein Hauch tieferer Stack
okein Aerolook durch normale Bremszangenanordnung
oetwas länger als das Kueen-K
-schmutzsensible weiße Oberfläche, welche einen Putzteufel mit normalem Lappen verzweifeln lässt
-noch keine Di2 Version verfügbar
BB-Urteil:oida, voi leiwand

Jeglicher Vergleich (darunter natürlich auch meiner) ist in diesem Preissegment, innerhalb einer Marke und ohne Laborwerte, ein rein subjektiver Eindruck. Dennoch bin ich der Meinung, dass sich das Kalibur verglichen mit dem 2008er Kueen-K stabiler in der Straßenlage und steifer im Tretlager anfühlt. Punktbremsungen und schwierigere Abfahrten gehen durch das normale Bremssystem wortwörtlich leichter von der Hand. In Summe empfinde ich das Kalibur, im Gegensatz zum absoluten Spezialisten Kueen-K, als ein kompletteres Rad.

Die ersten Einsätze im Wettkampf mit dem Kalibur verliefen erstaunlich problemlos; nicht selten hatte es es in den letzten Jahren Serien von Ohrfeigen vom Zeitfahrgott für nicht ausreichend getestetes Material gegeben. Um keinen fairen Vergleich zwischen Kalibur und Kueen-K zu scheuen, stand das Kalibur kurz nach dem Aufbau beinahe noch mit dem Preisschild am Start. Wären die Schlauchreifen ebenso knapp vor dem ersten Einsatz finalisiert worden, hätte ich wahrscheinlich an der Startrampe ähnlich einer Nacktschnecke eine Spur hinterlassen.

Nach einer wirklich unglaublich kurzen Eingewöhnungszeit gab es rasch eine Fusion zwischen Rider und Rad, d. h. zwischen mir und dem Kalibur, welches beinahe in Montichiari (ITA) zu unbedeutenden "Fachkategorie-Weltmeisterehren" gekommen wäre, es allerdings wegen knapper 4 Sekunden Rückstand nur zum Vizemeister gebracht hatte. Bei acht Kreisverkehren in einem 9km Zeitfahren in einen Flowzustand zu kommen, sagt wahrscheinlich ausreichend über meine Zufriedenheit und die Fahreigenschaften des Kaliburs aus.

Der Geometrieunterschied "hänselte" mich erst bei etwas längeren Zeitfahren und fand seine Spitze am Ende der Saison beim King of Lake am Attersee (EZF 46km). Diese -4mm Stack müssen einfach für diesen Leistungsdrop ab km35 verantwortlich sein, denn an der Leistung scheitert's ja grundsätzlich bei Materialweltmeistern nie (bzw. nimmt einem ein 5mm Spacer jegliche Chance auf eine Ausrede).

Ladies' Choice

Das Geschoss wurde auch bei Triathlons erbarmungslos getestet.

Um das Kalibur auf Herz und Nieren zu testen, wurde es natürlich auch von Sylvii mit nassem Hintern bei Triathlons (Sprintdistanz) eingesetzt. Auch wenn sich das dadurch gewonnene weibliche Feedback zunächst wie die Beschreibung eines neuen Stabmixers anhörte, ließen sich schlussendlich dennoch Parallelen zu meinen eigenen Erfahrungen extrahieren. Das zufriedene Lächeln einer materialtechnisch äußerst verwöhnten Triathletin nach einer Aeroeinheit mit dem Kalibur bestätigte meinen Verdacht, dass mein neues Teil besser auch zu Hause immer abgesperrt werden sollte.

Kuota Österreich & Deutschland


Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
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    Kuota Kalibur

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  2. #2
    Ich finde -35° - Vorbauten am Zeitfahrer einfach ge.l...
    wolf
    ..... da stehen ein paar Rennberichte