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MFT Core Disc

MFT Core Disc

07.03.16 09:07 12.853Text: lukiss (Theorie), NoMan (Praxis)Fotos: NoSane, MFTKleiner Ausflug ins Körperinnere mit großer Wirkung. Die speziell für Radfahrer konzipierte Wackelplatte mit Schwerpunkt Rumpf- und Oberkörpertraining offenbart gnadenlos Schwächen und fordert überraschend effizient.07.03.16 09:07 12.890

MFT Core Disc

07.03.16 09:07 12.890 lukiss (Theorie), NoMan (Praxis) NoSane, MFTKleiner Ausflug ins Körperinnere mit großer Wirkung. Die speziell für Radfahrer konzipierte Wackelplatte mit Schwerpunkt Rumpf- und Oberkörpertraining offenbart gnadenlos Schwächen und fordert überraschend effizient.07.03.16 09:07 12.890

Eigentlich ist der Radsport ein hinterlistiger Geselle. In kaum einer Ausdauersportart kommt einer stabilen und kräftigen Rumpfmuskulatur eine solch große Bedeutung zu - und in kaum einer Sportart wird selbige während der Ausübung weniger trainiert. Was bleibt, sind Alternativsportarten, spezifisches Ergänzungstraining oder Rückenprobleme und Leistungseinbußen.
Darum, und weil ein stabiler, kräftiger Rumpf für jede Form von (sportlicher) Bewegung von Vorteil ist, haben sich über die Jahre hinweg viele Hersteller und Coaches des Themas angenommen. Ausgeklügelte Programme auf der Yogamatte, Slingtrainer, gut angeleitete Übungen mit der Kettlebell, oder, wie im Herbst 2015 neu auf den Markt gekommen, die MFT Core Disc, sind das Resultat.

Der heimische Hersteller MFT, vielen ein Begriff durch seine Koordinationstrainer und Wackelbretter in vielerlei Gestalt, versucht nun mit der Core Disc, durch einen mehrdimensional instabilen Untergrund Rumpfstabilität und Schultergürtel gemeinsam anzusprechen. Die Disc besteht aus einer fix montierten Querstange, deren Befestigungsplatte auf einer zweiten Platte rotiert. Diese wiederum hat an ihrer Unterseite zwei Kunststoffhalbmonde, welche Wipp-Bewegungen zulassen.

Die Theorie

Was das Training damit bringen kann? Hierzu vorerst ein kleiner Exkurs in die Sportwissenschaft ...
Beginnen wir bei der Bedeutung der Rumpfmuskulatur. Auch wenn es uns Dauerwerbesendungen und Fitness-Apps gerne glauben machen würden: Die Rumpfmuskulatur ist nicht gleichbedeutend mit einem straffen Sixpack. Letzterer ist nur das Ergebnis aus Genetik und geringem Körperfettanteil.
Tatsächlich besteht der Rumpf aus so vielen Muskeln mit so vielen Funktionen, dass deren genauere Beschreibung den Rahmen sprengen würde. Was sie alle gemeinsam haben - und diese Reduktion soll für unsere Zwecke hier vorerst genügen -, sind zwei Grundaufgaben. Einerseits die Stabilisation der Wirbelsäule in ihrer Neutralposition, und andererseits die Übertragung von Kraft zwischen den Extremitäten des Ober- und Unterkörpers, welche direkt am Rumpf ansetzen. Die Muskeln liefern also Rumpfkraft, die bewegt und Rumpfstabilität, welche - no na - stabilisiert.

Wie auch beim Radfahren muss die Rumpfmuskulatur bei jeder Form der Fortbewegung Hüfte und Lendenbereich ausreichend stabil und in der für die jeweilige Bewegung optimalen Position halten können. All dies nicht nur in statischer Position, sondern im dynamischen Gleichgewicht. Denn die Position des Körpers im Raum ändert sich während der Bewegung permanent. Und auch die Einflüsse, welche etwa durch Gegnerkontakt im Ballsport, unterschiedliche Untergründe, Sprünge und Kurven in Gleitsportarten oder im Radsport von außen auf das System einwirken, gilt es im Zaum zu halten.
Vielleicht kann ein kleines Alltagsbeispiel dabei helfen, diese Gedanken zu verdeutlichen. Nehmen wir an, wir sind am Weg in Fitnessstudio. Die große Sporttasche mit den Einkäufen, die wir noch schnell vor Ladenschluss fürs Wochenende gemacht haben, zerrt schwer am rechten Arm. Was uns jetzt aufrecht hält, ist keine isolierte Muskelgruppe. Ganz im Gegenteil ist es unser gesamter Körper, welcher am Ausgleich der unnatürlichen Last arbeitet: Der Schultergürtel fixiert die Tasche, der Arm hält sie fest, das Fußgewölbe gibt den Beinen die Standfläche, um dem pendelnden Gewicht entgegenzuwirken. Der Rumpf überträgt dabei die Kraft zwischen den beiden Köperhälften, hält die Wirbelsäule neutral und sorgt damit für eine, der Bewegungsaufgabe angepasste, optimale Position des aktuellen Körperschwerpunktes. Denn Letzterer hat sich durch das zusätzliche Gewicht außerhalb des Körperzentrums verschoben.

  • Ein gesunder Rücken kann entzücken - in allen Lebenslagen, aber speziell beim Fahrradfahren!
    Ein gesunder Rücken kann entzücken - in allen Lebenslagen, aber speziell beim Fahrradfahren!
    Ein gesunder Rücken kann entzücken - in allen Lebenslagen, aber speziell beim Fahrradfahren!

Führt man sich das Anforderungsprofil an einen stabilen Rumpf, oder "Core", wie ihn der moderne Sporthipster gerne bezeichnet, in einem ruhigen Moment vor Augen, wird es wohl auch für den Laien ersichtlich, dass der klassische Situp nicht unbedingt der richtige Weg zum Ziel ist. Zieht man hunderte Male Brustkorb und Schambein zusammen, dann hat man am Ende des Tages auch genau das getan. Aber stabilisiert und funktionell gekräftigt hat man damit nichts.
Da kommt der Unterarmstütz, auch Plank genannt, dem Sinn der Sache schon deutlich näher. Oberkörper und Beine haben Kontakt zum Boden und kämpfen gegen die Schwerkraft an, der Rumpf muss die Körpermitte stabil und in Position halten.

  • Stabilität ist alles ...Stabilität ist alles ...
    Stabilität ist alles ...
    Stabilität ist alles ...
  • wenngleich nicht immer leicht.wenngleich nicht immer leicht.
    wenngleich nicht immer leicht.
    wenngleich nicht immer leicht.

Und hier setzt auch die Core Disc an. Sie zwingt dazu, in der Stützposition die Wirbelsäule trotz instabilem Untergrund stabil zu halten. Dabei werden nicht nur die großen Muskelgruppen aktiviert, sondern es werden auch die tieferliegenden Stabilisatoren miteinbezogen, um den permanenten Richtungsänderungen und Drehbewegungen entgegenzuwirken und im Gleichgewicht zu bleiben.
Besonders effektiv wird die Rumpfkräftigung und Stabilisierung wenn sie, wie etwa bei einer Tiefkniebeuge, Teil einer Ganzkörperübung oder zumindest einer funktionellen Übung über mehrere Gelenke hinweg, wird - genauer gesagt, sich aus der Übung selbst ohnehin ergibt, da ja über den großen Bewegungsradius hinweg die Wirbelsäule möglichst neutral gehalten werden will. Einerseits muss so die Muskulatur hochgradig aktiv bleiben, anderseits lernt der Körper dabei auch auf neuronaler Basis dazu und verbessert die Kommunikation der Muskeln untereinander.

Dies macht sich MFT ebenfalls zunutze. Durch die Stützposition auf der Stange lernt der Rumpf, Bewegungen aus Schultergürtel und Armen zu unterstützen. So, wie es etwa am Rad im Uphill (Kraftschluss bei schweren Gängen, ankämpfen gegen steigendes Vorderrad), Downhill (ausbalancierte Neutralposition, Kurven, Spitzkehren, Be- und Entlasten) und auch im harten Wiegetritt und Sprint gefordert ist. Selbst beim gemütlichen Dahinrollen haben die Arme den Lenker die meiste Zeit über fest im Griff, während die Beine alternierend Kraft auf die Pedale bringen - wieder bleibt der Rumpf als Vermittler.

 "Nach einem Winter mit der Core Disc war ich besser und schneller am Bike." 

Kurt Exenberger, MFT Testimonial

Durch gezielte Übungen mit der Core Disc, aber auch mit anderen Hilfsmitteln wie Pezziball, Slingtrainer, Slackline und Co., lässt sich die Leistung in all diesen Bereichen verbessern. Was die Core Disc von ihren Konkurrenten etwas abhebt, ist die Verbindung aus Rotations- und Kippbewegungen in sämtliche Richtungen.
Positiver Nebeneffekt ist die gleichzeitige Stärkung des Schultergürtels und der bereits angesprochenen Tiefenmuskulatur, also all der kleinen Stabilisatoren, welche unter der gut sichtbaren globalen Muskulatur liegen und im Falle des Falles den Gelenken die nötige Stabilität geben, um Verletzungen entgegenzuwirken und das Gleichgewicht zu unterstützen, um gar nicht erst zu Fall zu kommen.
Tiefenstabilität, welche durch propriozeptives Training auf instabilen Untergründen trainiert wird, sorgt neben verbesserter Haltung auch für gesteigerte intra- und intermuskuläre Koordination - schlicht: das System Mensch funktioniert besser.

Grundsätzlich gilt: Zumindest dreimal pro Woche sollten sich 20 Minuten finden lassen, um an seiner Körpermitte zu arbeiten. Da die Rumpfmuskulatur den Körper stützt, ist sie für hohe Umfänge ausgelegt und verträgt nach einigen Wochen der Eingewöhnung ohne weiteres auch mehr Trainingseinheiten.
Das Rumpfkräftigungs- und Stabilisationstraining lässt sich auch effektiv mit Mobilisations- und Dehnübungen oder spezifischen Yogaposen verbinden. Damit wird der Gesamtnutzen noch maximiert. Funktioniert übrigens auch abends vorm TV...

Die Praxis

Tja, der Herr Sportwissenschaftler hat leicht reden. Er muss ja nur kurz zusammenfassen, was er in langen Jahren gelernt hat. Ich hingegen bin das arme Würstl, das die neue MFT-Platte getestet hat und nach der Premiere sein Selbstbild förmlich zerbröseln sah. Und das liegt nicht daran, dass ich mich, ganz Radfahrer-Archetyp, in meiner bisherigen Bewegungshistorie ausschließlich aufs Runtertreten konzentriert und oben erwähnte Ausgleichssportarten und ergänzende Trainings bestmöglich vermieden hätte. Laufen, Schitouren, klassisches Krafttraining - zumindest im Winter regelmäßig am Programm. Pezziball, Slingtrainer, Gymstick - immer wieder gern benützt.
Und dann probiert man sich in einem Erstversuch kursorisch durchs pipifein dargebotene Übungsspektrum. Und kommt sich vor wie der erste Mensch. Weil: Alles wackelt, pendelt, schlingert, zittert. Korrekte Ausführung? Weit gefehlt.

*Schluck*

 "Ich hab' für meinen Filmauftritt einen Winter lang trainiert." 

Kurt Exenberger, MFT-Testimonial. Das tröstet über den Premierenschock ...

Nächster Versuch, zwei Tage danach. Für einen echten Muskelkater hat das erste Kennenlernen des Geräts nicht gereicht bzw. gab das angeknackste Selbstbewusstsein zu früh w.o. Ein leises Ziehen tags darauf hatte aber durchaus verdeutlicht, dass die Core Disc ansetzt, wo bislang wenig ansetzte, und MFTs Trainingsempfehlung von zumindest einem Tag Pause zwecks Erholung der Muskulatur durchaus seine Berechtigung hat.
Deshalb beschloss ich, die Hersteller-Ratschläge auch dahingehend zu befolgen, die Core Disc nur aufgewärmt zu benützen – danach dafür umso ernsthafter.

Ebenfalls empfehlenswert: Sich anfangs Zeit zu nehmen, um die Tutorials auf der mitgelieferten DVD – sämtliche Filme sind natürlich auch online – aufmerksam anzusehen. Denn einerseits vermitteln sie einen guten Eindruck davon, welche Übungen samt Varianten mit der Core Disc prinzipiell möglich sind und was sie bewirken. Andererseits wird gewissenhaft auf die korrekte Ausführung hingewiesen und somit rasch klar, was es zu beachten bzw. zu vermeiden gilt.
Der außerdem beigepackte Folder mit den Top10-Übungen plus Varianten in Wort und Bild ist eine gute Gedächtnisstütze und spontan konsultierbare Zusammenfassung des Wesentlichen, deren Schriftgröße aber manche verzweifeln lassen wird.

  • Klein (gedruckt),Klein (gedruckt),
    Klein (gedruckt),
    Klein (gedruckt),
  • aber oho - die ...aber oho - die ...
    aber oho - die ...
    aber oho - die ...
  • Trainingsanleitung.Trainingsanleitung.
    Trainingsanleitung.
    Trainingsanleitung.
  • Yeah, Erfolgserlebnis! Die Grundposition. AndersrumYeah, Erfolgserlebnis! Die Grundposition. Andersrum
    Yeah, Erfolgserlebnis! Die Grundposition. Andersrum
    Yeah, Erfolgserlebnis! Die Grundposition. Andersrum
  • ... lächelt's sich verkrampfter, aber die Pose stimmt.... lächelt's sich verkrampfter, aber die Pose stimmt.
    ... lächelt's sich verkrampfter, aber die Pose stimmt.
    ... lächelt's sich verkrampfter, aber die Pose stimmt.

Die ernüchternden Erfahrungen der Premiere im Hinterkopf, ging ich es diesmal systematisch an. Erstens: Die beiden Grundpositionen, Liegestütz normal und verkehrt herum, einnehmen und halten.
Während die klassische Stellung rasch ausbalanciert und, von alsbald einsetzendem Muskelzittern irgendwo zwischen Zwerchfell und Wirbelsäule abgesehen, leicht zu halten war, brauchte es drei Anläufe, um in der umgekehrten Grundposition nicht mehr ständig das Klackern der seitlich angebrachten Plastikfüßchen zu hören, sprich: unkontrolliert herumzuwackeln. Wer hätte gedacht, dass eine vermeintlich so einfache Aufgabenstellung solche Probleme bereiten kann? Ich von mir jedenfalls nicht.

Die nächsten Übungen erschienen mir vergleichsweise einfach. Bei den Side- und Front Wipps rücken gezielte Links-/Rechts- bzw. Vor-/Zurück-Bewegungen bis kurz vor „Anschlag“ der Stopper an die Stelle des mittigen Ausbalancierens. Die Haltearbeit freilich hat die Rumpfmuskulatur trotzdem zu verrichten – schaurig intensives Muskelzittern somit alsbald auch hier.
Um die Körpermitte ein wenig aus der Schusslinie zu nehmen, streute ich ein paar Side Wipp Jumps ein, die gleichzeitig auch den Puls in die Höhe trieben. Die Anweisung, bei der Landung mit gestreckten Beinen nicht ins Hohlkreuz zu fallen, schien mir dabei leichter zu realisieren, als vorne nicht mit dem Gerät am glatten Boden wegzurutschen. Daraus folgt: Die Verwendung einer Gymnastikmatte als Unterlage ist nicht nur bequemer, sondern mitunter auch sicherer.

  • Front Wipp vorFront Wipp vor
    Front Wipp vor
    Front Wipp vor
  • ... und zurück.... und zurück.
    ... und zurück.
    ... und zurück.
  • Und das ganzeUnd das ganze
    Und das ganze
    Und das ganze
  • ... von oben... von oben
    ... von oben
    ... von oben
  • ... und... und
    ... und
    ... und
  • ... von vorn.... von vorn.
    ... von vorn.
    ... von vorn.
  • Wer findet den Fehler? So reinbohren ...Wer findet den Fehler? So reinbohren ...
    Wer findet den Fehler? So reinbohren ...
    Wer findet den Fehler? So reinbohren ...
  • soll sich der Stopper nie! Halt kurz vor Anschlag.soll sich der Stopper nie! Halt kurz vor Anschlag.
    soll sich der Stopper nie! Halt kurz vor Anschlag.
    soll sich der Stopper nie! Halt kurz vor Anschlag.

Nächster Schritt: Liegestütz. Die klappten überraschend gut, weshalb ich frohen Mutes gleich anschließend die Variante mit Rotation, also Liegestütz mit Drehung des Schultergürtels um 45°, versuchte. Fehler! Verriet mir zumindest tags darauf mein Muskelkater. An Ort und Stelle merkte ich nur, dass für den Anfang die klassische Ausführung aus der Grundposition heraus völlig reicht und die anstrengendere Version mit stark gebeugten Armen ruhig noch warten kann.
Bei aller Erschöpfung, die sich allmählich im Schultergürtel breitzumachen begann, entging mir aber nicht, wie nahe diese Übung am MTB-Alltag ist. Fast hat man dabei den Eindruck, eine echte Kurve zu fahren – faszinierend und motivierend zugleich!

Last but not least ging's wieder in die umgekehrte Grundposition, um mich an Späßen wie Reverse Push Up und Rumpfheben zu versuchen. Letzteres funktionierte leidlich gut, ersteres wurde ein kompletter Fail. Dips waren noch nie meine Stärke, und hintenrum in Balance zu bleiben anscheinend auch nicht. Vor allem aber wollte es mir partout nicht gelingen, beim Beugen der Arme das Becken nicht abzusenken. Gut so, denn damit war mein Ehrgeiz geweckt.

  • Push-up: check.Push-up: check.
    Push-up: check.
    Push-up: check.
  • Reverse Push-Up: Reverse Push-Up:
    Reverse Push-Up:
    Reverse Push-Up:
  • Fail.Fail.
    Fail.
    Fail.
  • Wie im echten Leben:Wie im echten Leben:
    Wie im echten Leben:
    Wie im echten Leben:
  • Side Wipp Rotation = Kurvenfahren.Side Wipp Rotation = Kurvenfahren.
    Side Wipp Rotation = Kurvenfahren.
    Side Wipp Rotation = Kurvenfahren.

Den nächsten Tag verbrachte ich mit einem dezenten Kater, der nicht vom Konsumieren alkoholischer Getränke stammte, und vielen neuen Erkenntnissen, was die muskuläre Vielfalt meines Körperinneren betraf.
Die nächsten Wochen sodann verbohrte ich mich förmlich in die Idee, meine körperlichen Unzulänglichkeiten ausmerzen zu wollen. Brav übte ich ungefähr alle drei Tage, mal nur kurz nach einer gemütlichen Laufeinheit, mal länger oder in Kombination mit Slingtrainer- und Pezziball-Übungen.
Bei den Standard-Ausführungen waren bald Verbesserungen zu bemerken, auch bewahrten mich die diversen Variationsmöglichkeiten – Breite der Griffposition bzw. Beinstellung, Geschwindigkeit, Kombination mit weiteren „Spielsachen“ – vor Abstumpfung oder Langeweile. Die Verwendung des Balance-Kissens schließlich eröffnete mir einen Kompromiss hinsichtlich Liegestütz. Ausgeführt im Kniestand, blieb am Ende noch genug Kraft, um Rotationsübungen mit gebeugten Armen – in meinen Augen das Nonplusultra des Core Disc-Spektrums – anhängen zu können. Gleichzeitig machte die wackelige Unterlage den Kniestand zur neuen Herausforderung statt zum „Push-Up für Arme“.
Auch die Reverse-Übungen funktionierten immer besser, wenngleich nicht perfekt. Über einen immer engeren Fußstand (das erhöht die nötige Balance-Arbeit) tastete ich mich beispielsweise an das anfangs (wackelfrei) schier unmögliche, abwechselnde Beinheben heran. Und sogar die Sache mit dem Pezziball – in Grundposition Beine darauf ablegen – gelang allmählich für mehr als nur einen Augenblick.

  • Wird ja allmählich!Wird ja allmählich!
    Wird ja allmählich!
    Wird ja allmählich!
  • Mit wackelnden Knien bekommenMit wackelnden Knien bekommen
    Mit wackelnden Knien bekommen
    Mit wackelnden Knien bekommen
  • Schummel-Liegestütz eine ganz neue Qualität.Schummel-Liegestütz eine ganz neue Qualität.
    Schummel-Liegestütz eine ganz neue Qualität.
    Schummel-Liegestütz eine ganz neue Qualität.
  • Aber apropos wackeln:Aber apropos wackeln:
    Aber apropos wackeln:
    Aber apropos wackeln:
  • DAS wackelt!
    DAS wackelt!
    DAS wackelt!

Interessant ist, dass es für diese Art von Training offensichtlich gute und weniger gute Tage gibt. Manchmal kam ich aus dem ungewollten Wackeln und Schlingern kaum heraus, ein andermal balancierte ich stoisch ruhig wie ein Yogi kurz vor der Erleuchtung. Regelmäßigkeiten konnte ich diesbezüglich keine erkennen - ausgerastet vs. müde, so einfach war es jedenfalls nicht.

Auch fiel mir auf, dass ich mich zu einer Runde "rumpfen" wesentlich leichter aufraffen konnte als z.B. zum Schlingentraining. Dies aus dem einfachen Grund, weil das kleine, kompakte Gerät sofort hervorgeholt und einsatzbereit ist und man dafür kaum Platz braucht. Will ich in meinen kleinen vier Wänden auf andere Weise "functional fit" werden, muss ich immer Sofa, Sessel und Tische verrücken.
Allerdings: Ganz ohne diese Umbauten wird's auch in Zukunft nicht gehen. Denn so effizient sich die Core Disc des Körpers hüftaufwärts annimmt, so unergiebig ist ihr Repertoire hüftabwärts. Will ich auch die Beine einbinden oder "echtes" Ganzkörpertraining betreiben, bieten Slingtrainer, Gymstick oder Pezziball mehr Variationsmöglichkeiten.

 "Nach Fertigstellung der Übungs-Tutorials hatte ich eine Woche Muskelkater." 

Auch dieses Geständnis Kurt Exenbergers tröstet ...

Fazit

Die „beinbasierenden“ MFT-Platten waren mir, mit Ausnahme der Challenge Disc, welche via Computerspielen und -tests für Spaß und messbare Leistungen sorgt, immer zu langweilig. Ein paar Minuten hin- und herwackeln, ein wenig Auf und Nieder bei instabilem Untergrund – da mangelte es mir einfach an Action.
In der online bzw. im Fachhandel um € 179,- erhältlichen Core Disc habe ich nun allerdings meinen Meister gefunden, der mich dank größerem Übungsspektrum, höherem Anstrengungsgrad, vor allem aber offensichtlich gewordener Schwächen bei der Stange hält.

  • Tiiieeefer!Tiiieeefer!
    Tiiieeefer!
    Tiiieeefer!
  • Tiiiiiieeeeeefer!Tiiiiiieeeeeefer!
    Tiiiiiieeeeeefer!
    Tiiiiiieeeeeefer!
  • Becken hoch, was is?!Becken hoch, was is?!
    Becken hoch, was is?!
    Becken hoch, was is?!
  •  ... uff ... ... uff ...
    ... uff ...
    ... uff ...

Was etwas verwirrt, ist MFTs Positionierung des Gerätes als „Bodyformer“ samt einschlägiger, knapp bekleideter Fotomodells. Mag sein, dass die Core Disc „Kurven in Form bringt“. Aber ihr echter Wert liegt, abseits optischer Attribute, eindeutig im funktionellen Bereich, was durch Testimonial Kurt Exenberger von der Bikeacademy ja auch hinlänglich verdeutlicht wird.
Hinsichtlich der durch mehrere Trainingsvideos und eine gedruckte Trainingsanleitung gut dokumentierten Übungspalette konzentriert sich MFTs jüngster Wurf vorrangig auf den Functional Fitness-Klassiker Liegestütz in allen erdenklichen Variationen. Das wirft mitunter das Problem auf, dass man rasch erschöpft ist und vor allem anfangs deftige Muskelkater kaum vermeiden kann, arbeiten doch die immer gleichen Muskelgruppen.

Trotzdem: Die Idee, das Thema Rumpfstabilisation in der Horizontalen abzuhandeln und dadurch automatisch mit dem Training des Schultergürtels zu kombinieren, ist speziell für Radfahrer schlichtweg genial. Immerhin schlagen sie so zwei üblicherweise schwerst vernachlässigte Fliegen mit einer Klappe.
Gleichzeitig wird nicht zuletzt durch die Lenker-ähnliche Position (optional sind für die Querstange sogar Radgriffe erhältlich) bereits während der Übungen mehr als deutlich, wie nahe am übergeordneten, unser aller liebsten Thema man mit der Core Disc ist.


Das Körpergefühl, welches sich im Zuge des Trainings aufbaut, ist jedenfalls ein Gutes - rundum "durchgewalkt" und aktiviert, zumindest in der oberen Hälfte. Inwieweit man sich durch regelmäßiges Trainieren mit der neuen MFT-Platte auch tatsächlich beim Biken verbessert, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Dafür fehlen aktuell die entsprechenden Kilometer. Auch ist eine solche Wirkung sicher nicht kurzfristig zu erwarten (ich versuche mich seit nunmehr fünf Wochen an dem Ding) und bräuchte es folglich einen Langzeittest.
Kurt Exenberger jedenfalls konnte nach einem Winter mit dem neuen Gerät für sich eine derartige Verbesserung feststellen. Nun sind die Aussagen eines Testimonial zwar mit etwas Vorsicht zu bewerten. Aber wer Kurt kennt, weiß um dessen Geradlinigkeit. Und mal ehrlich: Können diese Augen lügen ...?

Die Location

Das Foto-Shooting zu diesem Test fand im Life Line Fitnesscenter im Riverside-Einkaufszentrum in Wien-Liesing statt. Dort gibt es zwar keine MFT-Geräte, dafür sonst so ziemlich alles, was das Functional Fitness Herz begehrt – inklusive herrlich schweißtreibender und motivierender Zirkeltrainings-Einheiten auf der Synrgy360 Cross-Anlage.
Wer lieber klassisch mit freien Hanteln oder geführten Geräten trainiert, kann sich ebenfalls nach Lust und Laune austoben, tägliche (Mo-Fr) Spinning-Stunden runden das Radler-Portfolio ab – vom prall gefüllten Aerobic-Plan, der auch Yoga oder Pilates inkludiert, ganz abgesehen. Sauna, Massage, Solarium? Sowieso! Öffnungszeiten Mo-Fr 6:30-22:00, Sa/So/Feiertag 8:00-20:00 Uhr. Infos unter www.fitness-lifeline.at


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  1. #1
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    MFT Core Disc

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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von chriz
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    Interessantes Gerät. Zeigt bestimmt bei uns allen Defizite auf. Ist eine Überlegung wert.

  3. #3
    El Padre Avatar von ricatos
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    Finde die MFT Sachen halt schon sehr überteuert. Kann man sich mMn mit relativ einfachen Mitteln selber bauen.
    sent from my Lagerfeuer using Rauchzeichen

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von Alex0303
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    Das Gerät hört sich interessant an.*
    Der Preis ist nicht schlecht..
    Aber wenns was für die Gesundheit bringt, ist es eine Überlegung wert...

  5. #5
    2RadChaot #1016 Avatar von exotec
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    eine Überlegung wert um es auf Dienstreise ins Hotel mitzunehmen

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von Alex0303
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    Zitat Zitat von exotec Beitrag anzeigen
    eine Überlegung wert um es auf Dienstreise ins Hotel mitzunehmen

    Bin grad in Neusiedl auf Seminar und denk mir das selbe

  7. #7
    Admin Avatar von NoSane
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    ...hab's ausprobiert, macht Spaß und tw. echt fordernd die Übungen. Grad für Downhiller sind die Übungen richtig gut, da fehlt nur mehr die Bremsen und ab geht die Post!

    Selber basteln würde ich das Teil nicht, der Teufel steckt im Detail... Drehen, Kippen, Anschläge, ...fixieren...

  8. #8
    the dude rocks ..... Avatar von wüdi
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    Ich bin jedoch derzeit mit Front- und Seitstütz mit und ohne Pezziball in den verschiedensten Formen und Abwandlungen ausreichend gefordert und versuche diese Bewegungsabläufe korrekt auszuführen.

  9. #9
    rund und gsund Avatar von NoFlash
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    der Luki der faule Sack lässt mal wieder der Lisi die ganze Arbeit

  10. #10
    El Padre Avatar von ricatos
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    Zitat Zitat von NoSane Beitrag anzeigen
    ..
    Selber basteln würde ich das Teil nicht, der Teufel steckt im Detail... Drehen, Kippen, Anschläge, ...fixieren...
    Ja, um alle möglichen Übungen zu absolvieren.
    Drehen, kippen (nach vorne und zur Seite) ist mit einem Brett (darauf eine Stange oder alten Lenker) und einer halben Kugel drunter leicht realisierbar.

    In dem Thread http://bikeboard.at/Board/showthread...llgemein/page5 im Beitrag #72 sieht man doch gute Beispiele wie man mit relativ einfachen Mitteln ein ähnliches Training absolvieren kann.
    sent from my Lagerfeuer using Rauchzeichen

  11. #11
    Admin Avatar von NoSane
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    aja... so ein Teil wie bei Minute 3:20 brauch ich...

  12. #12
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    der Luki der faule Sack lässt mal wieder der Lisi die ganze Arbeit
    Tja, hätt' i was g'lernt wie er ...
    Übrigens, der Herr Wissenschaftler Sport meint zu obigen Posen: "Wirkt sehr stabil, nur das Becken ist etwas tief, aber Frauen haben oft das Problem eines natürlich Hohlkreuzes. Ich empfehle: Hintern mehr anspannen und Schambein Richtung Brustbein ziehen, dann wird's noch effektiver"
    Nur, damit ihr euch keinen Blödsinn abschaut's gell?
    Und Nachfrage hat ergeben: Nein, Becken tief ist kein Synonym für Hintern fett
    NoMan

  13. #13
    Oben ist das Ziel Avatar von Blue300300
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    wieder ein Teil was keiner braucht.

  14. #14
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    die Idee ist nicht schlecht. Liegestützvariationen kann man allerdings auch auf 2 Büchern, 2 Kurzhanteln oder sonstigen eher wackeligen Gegenständen machen ohne dafür 180 Euro auszugeben.

  15. #15
    Bergr@dler Avatar von Bernd67
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    Da noch lächeln können - auch wenn es vielleicht nur für die Fotos war .........
    (ich hätte da schon einen gequälten Blick, auch wenn ich solche ähnlichen Übungen kenne, und sie helfen fürwahr!)
    ------------
    Grüße
    Bernd67

    Der Optimist: "Das Glas ist halbvoll."
    Der Pessimist: "Das Glas ist halb leer."
    Der Ingenieur: "Das Glas ist doppelt so groß wie es sein müsste."


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