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MTB-Neuland Tunesien

MTB-Neuland Tunesien

16.11.13 14:22 11.319Text: NoManFotos: Bettina Ravanelli/bikeandmore.it (TTM), Thomas Polzer (43), NoMan (39)Per VTT beim TTM: Mitten im Herbst den Sommer verlängern in einem Land, wo Anfang Winter ein sehr spezieller Frühling begann ... Ein Reisebericht in XXL.16.11.13 14:22 11.329

MTB-Neuland Tunesien

16.11.13 14:22 11.329 NoMan Bettina Ravanelli/bikeandmore.it (TTM), Thomas Polzer (43), NoMan (39)Per VTT beim TTM: Mitten im Herbst den Sommer verlängern in einem Land, wo Anfang Winter ein sehr spezieller Frühling begann ... Ein Reisebericht in XXL.16.11.13 14:22 11.329
Prolog

Eigentlich hätte dies eine ganz normale Reportage von der Premiere des Trans Tunisie Marathons werden sollen. Ein neues Rennen direkt am Mittelmeer, zwei ungleiche Teampartner, sechs abwechslungsreiche Etappen - die Zutaten für eine routiniert schillernde Story waren angerichtet. Aber dann kam alles anders, und statt sportlicher Höchstleistungen war vor allem geistige Flexibilität gefragt. Dies ist die Geschichte von einem Etappenrennen, das völlig anders ablief als erwartet, und dem Ersatzprogramm, das wahrscheinlich sogar besser war.

Unser Rastplatz ist gut gewählt. Unter uns liegt ein kleiner Stausee. In intensivem Türkis schillert sein Wasser durchs grüne Gebüsch. Ein hübscher Kontrast zu der roten Erde und den gelben Felsen, die uns ansonsten umgeben, und eine ungewohnte Farbpracht obendrein. Denn an den letzten beiden Tagen haben wir uns fast ausschließlich auf den staubigen wüstenartigen Schotterpisten hinter dem Golf von Hammamet aufgehalten. Mit der ersten Bergetappe des Trans Tunisie Marathons erobern wir nun an Australien erinnerndes Neuland: die Ausläufer der Dorsale.
Dieser Teil des nordafrikanischen Atlasgebirges zieht sich von Algerien bis zur tunesischen Halbinsel Cap Bon, die zwischen der Hauptstadt Tunis und dem Touristenmekka Hammamet ins Mittelmeer ragt. Vielgliedrig und gut 200 Kilometer lang, beherbergt das abwechselnd hügelige und schroffe Land die höchsten Berge Tunesiens - im Nordosten, wo wir uns befinden, zum Beispiel den Djebel Zaghouan (1.295 m). Darüber hinaus ist die Dorsale das Semmering-Rax-Gebiet Tunesiens. Die Quellen von Zaghouan lieferten einst das Trinkwasser für Karthago und wurden von den Römern über ein insgesamt 132 km langes Aquädukt in die Handelsstadt geleitet. Reste dieses Zeugnisses antiker Baukunst sind bis heute zu bewundern.

Internationale Mountainbiker, zumal mit Nummerntafel, sind neu im Straßenbild. Kinder kommen zum Abklatschen gelaufen, ein zahnloser Hirte applaudiert.
Überhaupt atmet der kleinste maghrebinische Staat an allen Ecken und Enden Geschichte. Von den Berbern über die Phönizier, Römer, Araber und Osmanen bis zu den Franzosen haben hier unterschiedlichste Völker und Kulturen ihre Spuren hinterlassen. Orient und Okzident reichen einander auf engstem Raum die Hand.

Acht historische Stätten hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben, darunter natürlich die Ruinen von Karthago, das Kolosseum von El Jem oder das Winterquartier Hunderttausender Zugvögel, den Nationalpark Ichkeul. In der Hauptstadt finden sich Überbleibsel der jüngsten Ereignisse: Im Regierungsviertel und entlang der Avenue Bourguiba stehen nach wie vor Stacheldrahtzäune bereit - für den Fall, dass man sie wieder einmal braucht.

Hier haben im Dezember 2010 die Massenproteste begonnen, die zum Sturz des Diktators Ben Ali führten. Jasminrevolution, nach der Nationalblume Tunesiens, nennen die Europäer, was vor Ort Facebook-Revolution heißt und sich in der Folge zum Arabischen Frühling entwickelt hat.
Drei Jahre später herrscht eher Ernüchterung denn Aufbruchsstimmung. Nach wie vor gibt es keine neue Verfassung, verzögert sich die versprochene Einsetzung der Technokratenregierung, hängen viele notwendige Reformen in der Luft. Aber immerhin kommen allmählich die Touristen wieder. "Plus sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr", freut sich der zuständige Minister Jamel Gamra.

Zurück zum Sportlichen: Im Schatten einer aufragenden Felswand haben wir Schutz vor der sengenden Sonne gesucht. „Normalerweise ist es Ende Oktober nicht mehr so heiß“, hat mir beim Einrollen Niffer Abdelhak erzählt. Aber wir wollen uns nicht beschweren. Noch einmal im Warmen strampeln, während daheim das Novembergrau einfällt. Ordentlich reintreten und dabei kräftig Sonne tanken. Am Nachmittag am Strand liegen und im Meer plantschen, um das Laktat aus den Beinen zu schütteln. Exakt das war ja unser Plan.
Niffer ist einer von insgesamt zehn Einheimischen, die sich den Trans Tunisie Marathon zugetraut haben. Mountainbiker gibt es in dem 10-Millionen-Einwohner-Land freilich deutlich mehr. „Bei den Rennen stehen 60 bis 100 Leute am Start. Wir haben Trainer und Fahrtechnikunterricht“, berichtete mir der Karthager. Nicht einmal Etappenrennen sind den Locals mehr fremd – das erste fand im März 2013 im Süden des Landes statt: das von der italiensichen Motorsportlegende Alessandro „Ciro“ De Petri organisierte Tunisia Desert Bike. Unter Ägide des tunesischen Nationalverbandes werden auch Meisterschaften ausgetragen. Gefahren wird das ganze Jahr. „Im August ziehen wir halt schon um 5 Uhr morgens los“, so der Rasta-Man, seines Zeichens tunesischer Meister des Jahres 2012.
Vier, fünf MTB-Clubs existieren alleine im Norden des Landes, der sich zum Mountainbiken am Besten eignet. Sie organisieren regelmäßige Vereinsausfahrten – der VTT Bizerte zum Beispiel jeden Sonntag – und sogenannte Randonnées; einen der beliebtesten davon mitten im Hochsommer: die Tour du Cap-Bon.

Aller Anfang ist schwer

Von derselben schwärmen nun auch unsere heutigen Gefährten, Aladin, Tarek und Amir. Mit Muskelkraft und Campingausrüstung gehe es dabei kreuz und quer über die kleine Halbinsel mit ihren Felsküsten, heißen Quellen, Weingütern, Festungen und Höhlen. „Und es ist alles da: Begleitauto, Arzt, mechanischer Service, Kartenmaterial ...“ ereifert sich Tarek.
Derlei organisatorische Standards sind bei der Premiere des Trans Tunisie Marathons nämlich Mangelware. Veranstalter Luigi Veronese hat im Zuge der Vorbereitungen anscheinend auf die falschen lokalen Kontakte gesetzt. Das Potenzial Tunesiens als grenzenlose Spielwiese für Mountainbiker war dem Italiener von früheren Motocross-Urlauben zwar bekannt. Die richtige Art, mit den Einheimischen zusammenzuarbeiten, hingegen eher nicht.
Von einer sportlichen Zusammenkunft voller Spaß, Freundschaft und Harmonie hatte der Mitorganisator der IMA Scapin Serie geträumt, von einer Atmosphäre wie bei der Salzkammergut Trophy in Bad Goisern. Beim ersten Briefing allerdings war Luigi gezwungen, zurückzurudern. Nicht Ausgabe eins, sondern null stünde in den nächsten Tagen am Programm; ein Probelauf unter improvisierten Rahmenbedingungen – Orientierungsprobleme wahrscheinlich, Absicherung lückenhaft; elektronische Zeitnehmung, Leaderjerseys und Labstationen aber garantiert.
Was trotz dieser etwas unerwarteten Wendung blieb, war das historische Moment: Die Locals von Vel'Oxygene Cap-Bon Nabeul und VTT Bizerte brannten darauf, sich erstmals mit internationalen Konkurrenten zu messen.

"Vorsicht an unübersichtlichen Stellen. Hinter jeder Kurve könnten Ziegen, Schafe oder Kühe stehen."
Luigi Veronese, TTM-Veranstalter

Tarek, Amir und Aladin haben den Wettkampfgedanken allerdings an der ersten Verpflegungsstation des heutigen Tages ad acta gelegt. Mein Teampartner und ich haben sie dort aufgegabelt - mit kaputtem GPS und nicht wissend, dass aufgrund von Erosionsschäden an der Original-Strecke eine Umleitung eingerichtet worden war. Unser Navigationsgerät funktionierte, und unsere Informationen vom Briefing reichten für eine vage Vorstellung, wie es nach dem Kontrollpunkt weitergehen sollte. Dennoch irrten wir in der Folge eine ganze Weile durch Olivenhaine, Sandpisten und Geröllhalden, bis am Display unseres Garmins endlich wieder "Strecke gefunden" aufleuchtete.
"Markiert, dass ich nicht lache", grummelt mein Teampartner, während er sich mit Energieriegeln stärkt. Fritz Tröstl ist eine echte Kämpfernatur. Heute hat der 64-Jährige aber schwer zu schlucken. An den rumpeligen Schotterpisten, giftigen Anstiegen, tückischen Sandlöchern und steinigen Abfahrten im Westen Hammamets; vor allem aber an seinem schweren, bockigen und etwas zu kleinen Leih-Bike, das aus alledem eine echte körperliche Herausforderung macht.
Das federleichte Race-Fully, mit dem mein langjähriger Trainer zum Trans Tunisie Marathon angereist ist, hat am Vortag sein Leben ausgehaucht. Rahmenbruch bei Kilometer 12, Team 21 DNF. Kein Rennauftakt nach Maß - aber für uns die Chance, Land und Leuten ab der zweiten Etappe unter völlig anderen Voraussetzungen zu begegnen: im relaxten Abenteuer- statt gestressten Rennmodus, mit landestypischem Material und Zeit und Muße für Gespräche, Beobachtungen und Begegnungen aller Art.

  • Typische VerkehrsmittelTypische Verkehrsmittel
    Typische Verkehrsmittel
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  • ... zum ersten,... zum ersten,
    ... zum ersten,
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  • ... zweiten... zweiten
    ... zweiten
    ... zweiten
  • ... und dritten.... und dritten.
    ... und dritten.
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  • Wochenmarkt nahe den heiligen Quellen Wochenmarkt nahe den heiligen Quellen
    Wochenmarkt nahe den heiligen Quellen
    Wochenmarkt nahe den heiligen Quellen
  • Schule aus in ZagouhanSchule aus in Zagouhan
    Schule aus in Zagouhan
    Schule aus in Zagouhan
Über dem Dorf flimmert die Hitze. Durch die menschen-leeren Gassen schicken Lautsprecher den blechernen Singsang des Muezzins.
High noon in Bou Argoub.

Dass Tunesien viel mehr zu bieten hat als nur den berühmt-berüchtigten All inclusive-Urlaub in Hammamet, wurde uns allerdings auch schon in den Tagen vor dem Rennen klar. In Tunis, Bizerte und Sidi Bou Said tauchten wir ein in fremde und faszinierende Welten:

Geschäftige Märkte, beschauliche Häfen, pompöse Boulevards, prachtvolle Moscheen. In den Souks roch es betörend nach Gewürzen, kleinen Garküchen und Parfüms. Handwerker waren dort wie eh und je bei der Arbeit; hämmerten, zisellierten und filzten Hüte. Schlosser, Scherenschleifer und Schmiede verdingten sich auf engstem Raum. Mal zogen liebevoll restaurierte Gassen und blumenumrankte Innenhöfe unsere Blicke auf sich, mal leblose Bauruinen und achtlos weggeworfener Müll. Wir aßen Brik mit Harissa, Fisch in Ojja und Couscous mit Lamm, tummelten uns beim Empfang des österreichischen Botschafters inmitten der lokalen High Society und besuchten eines der großen Hoffnungsprojekte für die Zukunft: die Marina von Bizerte. 2014 sollen dort die ersten Yachten anlegen. Als Argument dient den franko-belgischen Betreibern, was seit über 3.000 Jahren die verschiedensten Völker angezogen hat: Europa liegt nur einen Steinwurf (Sardinien z.B. 110 Seemeilen) von diesem nördlichsten Hafen Afrikas entfernt.

Auffällig bei all unseren Besichtigungen, Besuchen und Zwischenstopps: Das einnehmende Wesen der Einheimischen, ihre Offenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sowie die Problemlosigkeit, mit der man aufgrund des hohen Bildungsniveaus (ab 8 Jahren Französisch, ab 11 Englisch, in Touristengebieten häufig weitere Fremdsprachenkenntnisse, plus die Vergangenheit als französisches Protektorat) mit ihnen ins Gespräch kommen kann.
  • Jede Menge Symbolik: Fathmas Hand als Türklopfer und nochJede Menge Symbolik: Fathmas Hand als Türklopfer und nochJede Menge Symbolik: Fathmas Hand als Türklopfer und noch
    Jede Menge Symbolik: Fathmas Hand als Türklopfer und noch
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  • viele Glücksbringer mehr.viele Glücksbringer mehr.viele Glücksbringer mehr.
    viele Glücksbringer mehr.
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Bonustrack: Sightseeing in Tunesien
  • Das ist ein Hotel in Tunis.Das ist ein Hotel in Tunis.Das ist ein Hotel in Tunis.
    Das ist ein Hotel in Tunis.
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  • Und das die imposante AussichtUnd das die imposante AussichtUnd das die imposante Aussicht
    Und das die imposante Aussicht
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  • aufs Stadttheater und mehraufs Stadttheater und mehraufs Stadttheater und mehr
    aufs Stadttheater und mehr
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  • von dessen Dachterrasse.von dessen Dachterrasse.von dessen Dachterrasse.
    von dessen Dachterrasse.
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  • Auf der Avenue Auf der Avenue Auf der Avenue
    Auf der Avenue
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  • Bourguiba flaniert jung und modern nebenBourguiba flaniert jung und modern nebenBourguiba flaniert jung und modern neben
    Bourguiba flaniert jung und modern neben
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  • alt und traditionell.alt und traditionell.alt und traditionell.
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  • Orient trifft in der Hauptstadt Okzident,Orient trifft in der Hauptstadt Okzident,Orient trifft in der Hauptstadt Okzident,
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  • nebst prächtigennebst prächtigennebst prächtigen
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  • Moscheen ist auch für Synagogen undMoscheen ist auch für Synagogen undMoscheen ist auch für Synagogen und
    Moscheen ist auch für Synagogen und
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  • Kirchen genug Platz.Kirchen genug Platz.Kirchen genug Platz.
    Kirchen genug Platz.
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  • Die Medina von Tunis ist UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den besterhaltenen Altstädten Nordafrikas.
    Die Medina von Tunis ist UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den besterhaltenen Altstädten Nordafrikas.
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  • Sie teilt sich in ein liebevoll restauriertes WohnviertelSie teilt sich in ein liebevoll restauriertes Wohnviertel
    Sie teilt sich in ein liebevoll restauriertes Wohnviertel
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  • und den mit Waren und Menschen übervollen Souk.und den mit Waren und Menschen übervollen Souk.
    und den mit Waren und Menschen übervollen Souk.
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  • Hinter dieser Tür Hinter dieser Tür Hinter dieser Tür
    Hinter dieser Tür
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  • wird nobel diniert, anschließendwird nobel diniert, anschließendwird nobel diniert, anschließend
    wird nobel diniert, anschließend
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  • bei Bedarf stilvoll pausiert.bei Bedarf stilvoll pausiert.bei Bedarf stilvoll pausiert.
    bei Bedarf stilvoll pausiert.
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  • Ebenfalls Teil Tunesiens: Ebenfalls Teil Tunesiens: Ebenfalls Teil Tunesiens:
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  • 1.300 km 1.300 km 1.300 km
    1.300 km
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  • Küste mit StrandlebenKüste mit StrandlebenKüste mit Strandleben
    Küste mit Strandleben
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  • und -aktivitäten aller Art.und -aktivitäten aller Art.und -aktivitäten aller Art.
    und -aktivitäten aller Art.
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  • In Sidi Bou Said wieIn Sidi Bou Said wieIn Sidi Bou Said wie
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  • Bizerte: maurischerBizerte: maurischerBizerte: maurischer
    Bizerte: maurischer
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    Stil,
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  • Mosaike Mosaike Mosaike
    Mosaike
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  • und Weiß-Blau.und Weiß-Blau.und Weiß-Blau.
    und Weiß-Blau.
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  • Im Schlosserviertel agierenIm Schlosserviertel agierenIm Schlosserviertel agieren
    Im Schlosserviertel agieren
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  • die Handwerker auf engstemdie Handwerker auf engstemdie Handwerker auf engstem
    die Handwerker auf engstem
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  • Raum.Raum.Raum.
    Raum.
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  • Neben dem alten Hafen von Bizerte entsteht dasNeben dem alten Hafen von Bizerte entsteht dasNeben dem alten Hafen von Bizerte entsteht das
    Neben dem alten Hafen von Bizerte entsteht das
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  • Zukunftsprojekt Marina. Nach 10 JahrenZukunftsprojekt Marina. Nach 10 JahrenZukunftsprojekt Marina. Nach 10 Jahren
    Zukunftsprojekt Marina. Nach 10 Jahren
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  • Planungs- und Bauzeit kommen 2014 die ersten Planungs- und Bauzeit kommen 2014 die ersten Planungs- und Bauzeit kommen 2014 die ersten
    Planungs- und Bauzeit kommen 2014 die ersten
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  • Yachten. Auch bald fertig: die Luxusappartements Yachten. Auch bald fertig: die Luxusappartements Yachten. Auch bald fertig: die Luxusappartements
    Yachten. Auch bald fertig: die Luxusappartements
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  • mit herrlichem Ausblick auf Stadt und/oder Meer.mit herrlichem Ausblick auf Stadt und/oder Meer.mit herrlichem Ausblick auf Stadt und/oder Meer.
    mit herrlichem Ausblick auf Stadt und/oder Meer.
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  • In der Markthalle von Bizerte
    In der Markthalle von Bizerte
    In der Markthalle von Bizerte

Bonustrack Ende

Eigeninitiative gefragt

Auch mit Tarek, Amir und Aladin rennt der Schmäh – selbst dann noch, als wir uns eingestehen müssen, die heutige Tagesetappe nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit zu schaffen. Ein Plattfuß, die Orientierungsschwierigkeiten und unser „Touristentempo“ haben uns zu viel Zeit gekostet. Unsere Wasservorräte gehen zur Neige und von Labstation 2 samt deren frischen Datteln und Orangen ist weit und breit nichts zu sehen. Auf einer Anhöhe, von der wir in der Ferne das Meer und Hammamet erblicken, ziehen wir die Reißleine. Das heftig protestierende GPS ignorierend, nehmen wir die nächstbeste Lehmpiste Richtung Ozean.

Die hügelige Dorsale durchzieht ein dichtes Wegenetz. Benützungsbestimmungen für Mountainbiker oder gar Fahrverbote existieren dort nicht. Erlaubt ist, was gefällt – beziehungsweise, was man findet. Denn wo Narrenfreiheit geboten, da umgekehrt auch Eigeninitiative gefragt. Beschilderte Strecken, spezifisches Kartenmaterial oder professionelles Guiding gibt es (noch) nicht. Aber engagierte Hoteliers wie Mohamed Khelil, der für individuelle Wünsche seiner Gäste (etwa: eine 3Tages MTB-Tour) individuelle Lösungsvorschläge (Organisation eines Shuttles samt Fahrer, Nächtigungstipps in einfachen Herbergen) hat.
Geht es nach den Touristikern, sollen konkrete Angebote bald folgen. „Speziell im Winter schätzen Golfspieler unsere zehn Golfplätze, Wellness-Touristen nutzen das breite Angebot an Thalasso-Therapien, Abenteurer im 4x4 zieht es in die Sahara auf Wüstentrips. Der MTB-Tourismus wäre zu alledem eine perfekte Ergänzung“, meint Béatrice Chicanaux vom Tunesischen Fremdenverkehrsamt in Wien.

"Dieses Land schreit förmlich danach, per Mountainbike erkundet zu werden."
Hana Bergh, TTM-Teilnehmerin

Nach gut sechs Stunden Fahrzeit erreichen wir wieder unser Hotel. Auf dem Weg zurück haben wir eine alte Ziegenhirtin in prächtigen Kleidern ihrer Wasservorräte beraubt, einen Esel, dessen Reiter wir nach dem Weg fragen wollten, mit unseren quietschenden Bremsen in die Flucht geschlagen, einen Hund beinahe überfahren und dessen ebenfalls vierbeinigen Bewacher nur mit Mühe wieder abgehängt sowie zwei weitere Platten an den schwachbrüstigen Reifen des Leih-Bikes repariert. Das freundliche Angebot eines Arabers, uns auf seinem Pickup in die Stadt zu shutteln, haben wir dankend abgelehnt.
Wir feiern bei Kaffee und Pfefferminztee unseren Renntag der etwas anderen Art. Allmählich stoßen die übrigen Tunesier ebenfalls dazu. Niffer, Wajih, Hamza, Walter, Rojdi, Ahmed, Eric und Chokri haben das Tagespensum über 94 Kilometer und 1.600 Höhenmeter geschafft. Wir gratulieren herzlich.

Auf Fritz und mich warten noch zwei Tage in den Bergen, Dörfern und sandigen Ebenen Tunesiens. Und daheim das Austauschen unserer Schnappschüsse, Schließen neuer Facebook-Freundschaften, Archivieren jeder Menge notierter Telefonnummern und Mails. Ob wir morgen wieder gemeinsam fahren, will Tarek beim Abschied wissen. Gerne, so wir nicht einen Abstecher an den Strand einlegen. Und ob wir irgendwann wiederkommen, zum Beispiel um den TTM in voller Länge zu bestreiten? Inschallah!

Epilog

Claudio Segata und Aldo Zanardi heißen die beiden ersten Gesamtsieger des Trans Tunise Marathons. Das italienische Duo konnte sich nach insgesamt fünf (teilweise verkürzten) Etappen und ca. 300 km/5.200 Hm gegen die deutsch-österreichische Paarung Nico Muschiol und Peter Bergh, zur Halbzeit durch eine Lebensmittelvergiftung stark geschwächt, durchsetzen.
Die Damenwertung ging mit Giuliana Massarotto und Ilaria Michaela Balzarotti ebenfalls an Italien, die Tunesier Hamza Beb Abdallah und Rojdi Kraoui finishten als Sieger der Kategorie Open Man. Am heißesten umkämpft war die gemischte Klasse. Hier setzten sich die Kärntner Triathleten Martina Donner und Michael Oplitz bei ihrem ersten gemeinsamen Etappenrennen mit nur 32 Sekunden Vorsprung auf Dario Persich und Anna Ferrari (ITA) durch, Rang drei ging mit weiteren fünf Minuten Rückstand an die Wiener Christoph Pürstl und Hana Bergh.

  • Claudio Segata und Aldo ZanardiClaudio Segata und Aldo Zanardi
    Claudio Segata und
    Aldo Zanardi
    Claudio Segata und
    Aldo Zanardi
  • Hamza Beb Abdallah und Rojdi KraouiHamza Beb Abdallah und Rojdi Kraoui
    Hamza Beb Abdallah und Rojdi Kraoui
    Hamza Beb Abdallah und Rojdi Kraoui
  • Giuliana Massarotto und Ilaria Michaela BalzarottiGiuliana Massarotto und Ilaria Michaela Balzarotti
    Giuliana Massarotto und Ilaria Michaela Balzarotti
    Giuliana Massarotto und Ilaria Michaela Balzarotti
  • Martina Donner und Michael OplitzMartina Donner und Michael Oplitz
    Martina Donner und Michael Oplitz
    Martina Donner und Michael Oplitz

Was die Veranstaltung an organisatorischer Perfektion vermissen ließ, machte ihr Initiator, Luigi Veronese, im Laufe der Rennwoche durch persönlichen Einsatz und bestmögliche Improvisation teilweise wieder wett. Von ihren Kinderkrankheiten abgesehen, begeisterte die Premiere des TTM mit abwechslungsreicher Landschaft, knackigen Strecken und komfortablem Konzept: Die fixe Bleibe im ****Resort Paradis Palace bot ausreichend Zeit und Gelegenheit zur gepflegten Regeneration und entband von der bei ähnlichen Veranstaltungen oft stressigen Pflicht des täglichen Kofferpackens.
Für das nächste Jahr verspricht Veranstalter Luigi Veronese wesentliche organisatorische Verbesserungen, von durchgehener Markierung über begleitenden Rennarzt und Besenwagen bis zu mechanischem Service. Der Termin ist vom Season-Ending zum -Opening abgewandert: 31. März bis 5. April.

Informationen

Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas und blickt auf eine wechselvolle, über 3.000-jährige Geschichte von den Berbern über die Phönizier, Römer, Araber und Osmanen bis zu den Franzosen zurück. Der kleinste Staat des Maghreb grenzt im Norden und Osten an das Mittelmeer, im Westen an Algerien und im Südosten an Lybien. Europa liegt von der Küste nur 140 km (Sizilien) entfernt.
Ungefähr doppelt so groß wie Österreich und von rund 10 Mio. Menschen bewohnt, bleibt zwischen der Sahara im Süden, dem Steppenland im Zentrum und den zum Tell-Atlas gehörenden Gebirgszügen im Norden jede Menge Platz für Mountainbiker. Um Bizerte rücken die Berge (Kroumirie, ca. 750 m, Mogod-Bergland, ca. 350 m) sehr nahe an die Küste heran und ermöglichen abwechslungsreiche Touren mit Meerblick. Rund 15 sandig-flache Kilometer muss absolvieren, wer ausgehend von Hammamet die Ausläufer der Dorsale (höchster Gipfel Tunesiens: Djebel Chambi 1.544 m) erreichen will.
Politisch befindet sich das Land nach der Revolution 2010/11 nach wie vor im Umbruch - noch 2013 soll es Wahlen und eine Verfassung geben, was angesichts jüngerer Proteste und Verzögerungen immer unwahrscheinlicher wird. Größtenteils gilt Tunesien aber als sicher (wenngleich die Reisewarnungen des Österreichischen Außenministeriums bzw. des Deutschen Auswärtigen Amtes diesen Eindruck trüben), Touristen werden generell herzlich empfangen.

Klima: Es herrscht Mittelmeerklima mit milden Wintern (ganz im Norden kann es in seltenen Fällen auch einmal schneien) und warmen Frühjahrs-/Herbstmonaten. Im Sommer wird es sehr heiß und ist Radfahren somit nicht ideal. Die meisten Regentage (4-5 pro Monat, ca 70 mm) gibt es im Dezember und Jänner, die Wassertemperaturen liegen im Jahresmittel zwischen 16 und 20°.

Währung: 1 Euro entspricht ca. 2 Tunesischen Dinar, Geldwechsel am Flughafen oder in größeren Hotels, viele Geldausgabe-Automaten mit Maestro-Funktion

Flüge: Flugzeit nach Tunis ca. 2 Stunden von z.B. Wien bzw. München, Kosten ca. 250-300 Euro, Fahrräder müssen extra angemeldet werden www.tunisair.com

TTM 2014:
Geplant sind erneut 6 Etappen mit ca. 520 Kilometer und 8.000 Höhenmeter im Hinterland von Hammamet mit Start, Ziel und Nächtigung jeweils vorm/im gleichen Hotel. Termin: 31. März - 5. April.
Infos und Anmeldung: www.ttm-marathon.com
Deutschsprachige Assistenz: www.bikeandmore.it

Allgemeine Informationen: Fremdenverkehrsamt Tunesien, 1010 Wien, www.tunesien-info.at

Link-Sammlung


Ergebnis 1 bis 3 von 3
  1. #1
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    MTB-Neuland Tunesien - per VTT beim TTM

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  2. #2
    satanicmechanic Avatar von fixedG
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    Sehr leiwand Tunesien ist echt lässig....

  3. #3
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    Der Termin für die 2014er-Ausgabe des TTM steht jetzt fest: 31. März - 5. April!
    NoMan