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SQlab 6OX Ergowave active

SQlab 6OX Ergowave active

29.05.20 07:47 2.020Text: Ralf HauserFotos: NR22Viele verschiedene Modelle der ergonomischen Sättel von SQlab sind uns bereits gut bekannt. Mit dem 6OX Ergowave hat SQlab eine Version geschaffen, die vor allem für E-Bikes gut geeignet ist.29.05.20 07:47 2.122

SQlab 6OX Ergowave active

29.05.20 07:47 2.122 Ralf Hauser NR22Viele verschiedene Modelle der ergonomischen Sättel von SQlab sind uns bereits gut bekannt. Mit dem 6OX Ergowave hat SQlab eine Version geschaffen, die vor allem für E-Bikes gut geeignet ist.29.05.20 07:47 2.122

Um dieser Eignung gerecht zu werden, hat SQlab versucht, die Vorteile der Ergowave und Ergolux-Sattelmodelle zu vereinen. Besonders Fahrer aus dem Gravity und E-Performance-Bereich sollen von diesem Konglomerat profitieren.

Die Daten

Bekannt von bereits anderen Modellen ist die wellen- oder stufenförmige Linienführung der Satteloberfläche. Dadurch wird der Druck auf den Dammbereich beziehungsweise den weiblichen Schambeinbogen deutlich reduziert. Die tieferliegende, flache und leicht gewölbte Sattelnase sorgt zusätzlich für Druckentlastung an empfindlichen Körperstellen.

Die Sattelnase wurde möglichst breit geformt, um bei längeren Anstiegen für Komfort zu sorgen. Beim 6OX wurde die letzte Stufe deutlich ausgeprägt, um zusätzlichen Halt nach hinten zu gewährleisten. Zusammen mit dem griffigen Logodesign auf dieser Stufe eignet sich der 6OX dank dieser Modifikationen besonders für E-Bike-Einsätze, da man hierbei generell mehr Zeit im Sattel verbringt.

Die active-Satteltechnologie soll eine erhöhte Effizienz der Tretbewegung, zusätzlichen Komfort und eine Entlastung der Bandscheiben erzeugen. Drei verschieden harte Elastomere (soft, mittel, hart) werden mit dem Sattel geliefert, um die seitliche Auf-und-Abbewegungsmöglichkeit individuell auf das Fahrergewicht anpassen zu können.

Der 6OX ist in vier verschiedenen Breiten von 13 bis 16 cm nur mit S-Tube Sattelrohren für € 149,95 erhältlich und wiegt 266 Gramm mit 14 cm Sattelbreite.
Weitere Infos zum Anpassungsvorgang und über die Geschichte hinter der Satteltechnologie liefert unsere Story zum SQlab 611 und 612 Ergowave Modell.

Unter'm Hintern

Seit meinem Testbericht zum damals neu auf den Markt gekommenem 611 Ergowave im Jahr 2016 habe ich auf all meinen persönlichen Bikes nur mehr Modelle von SQlab verbaut und brav Kilometer abgespult. Meine durchwegs positiven Eindrücke von damals haben sich nicht verändert.
Nachdem ich mittlerweile vermehrt auf E-Bikes meine Runden drehe, war mir der 60X ein willkommener Testkandidat.

Im direkten Vergleich zur 611er Serie kann man die etwas stärkere Erhöhung der letzten Stufe leicht wahrnehmen, ohne dass sie sich unangenehm auf die Tretbewegung auswirken würde. Riesig ist der Unterschied sowieso nicht und hauptsächlich ist ja der Radius stärker ausgeprägt; aber jegliche Unterstützung, damit man auch in absurden Steilstücken nicht nach hinten rutscht - ein Zustand, der mit dem E-Bike vermutlich öfter eintritt als mit dem konventionellen Bike - wird gerne angenommen.
Für mich liegt der größte positiv wahrzunehmende Unterschied aber vor allem in der unterschiedlichen Härte des 6OX im Vergleich zum 611 (MTB Tech & Trail) und 612 (Road & MTB Race). Alle drei verwenden Superlight Foam als Füllmaterial, wobei die Dicke beim 60X stärker ist und die Fläche, auf welcher die Sitzknochen positioniert sind, weniger Rundung aufweist. Wird der 611 mit der Sqlab-internen Härtebezeichnung SQ-shore 55 tituliert, und der 612er sogar mit 60, hat der 6OX eine Härte von 50. Abgesehen davon sorgt die Form laut Hersteller für eine Entlastung im Dammbereich von 72 % beim 6OX im Vergleich zu nur 65 % beim 611er.
Kleine, aber feine Unterschiede, die sich vor allem auf langen Touren positiv bemerkbar machen. Ist der 6OX immer noch kein Sofakissen - nachdem ausreichend Unterstützung für die Sitzknochen, die hauptsächlich auf dem Sattel rasten, gegeben sein muss - bekommt man auch nach Stunden im Sattel nicht das Gefühl, herumwetzen zu müssen. Beim 611er suche ich bereits früher nach kurzfristiger Druckentlastung, bevor ich wieder unbeirrt weiterradeln kann.

Auch, wenn die Nase etwas breiter und länger gestaltet ist, um in Steilpassagen besser vorrutschen zu können, kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendjemand länger als ein paar Minuten (oder Sekunden) in dieser Position verharren will. Wirkliche Notwendigkeit, meine Idealposition auf der Zwischenstufe der Wellen zu ändern, hatte ich aber sowieso nie wirklich verspürt.

Sportlichen Bikern mit einer tieferen Sitzhaltung wird immer noch der 611er empfohlen, der 6OX soll bei etwas aufrechterer Sitzposition besonders gut funktionieren. Mir wäre, ehrlich gesagt, bei keinem SQlab-Modell aufgefallen, dass meine Oberkörper-Position die Funktion des Sattels positiv oder negativ beeinträchtigt hätte.
Über das wippende active-Sattelsystem denkt man auch nicht nach, es ist einfach Teil des Sattels und verrichtet seine Dienste. Sieht man es sich während der Fahrt von hinten an, kann man seine Arbeit gut beobachten.

Auch wenn der E-Bike-taugliche Aspekt des 6OX gerne hervorgehoben wird, spricht absolut nichts gegen eine Verwendung auf einem regulären Bike. Man muss auch nicht Gravity-affin sein, um die Vorzüge zu ernten.

Fazit

SQlab 6OX Ergowave active
Modelljahr: 2020
Testdauer: 4 Monate / 550 km
Preis: UVP € 149,95
+ Hoher Langzeitkomfort.
+ Ausgeprägter Halt nach hinten
+ Bewährtes System
o Etwas schwerer als andere Modelle mit Carbon-Sattelrohren
BB-Urteil: Sportlicher Begleiter mit hohem Support und extra Komfort.

Ich mache kein Hehl daraus, dass ich ein großer Freund von SQlab-Sätteln bin. Mit dem 6OX schafft SQlab den Spagat, einem sportlichen Sattel ein Quäntchen mehr Komfort einzuhauchen. Auf stundenlangen Expeditionen macht sich das natürlich positiv bemerkbar.
Mit einer etwas stärker ausgeprägten Heckstufe im Vergleich zum 611er - obwohl der Unterschied bei Betrachtung mit freiem Auge nicht sofort heraussticht - ist der Halt nach hinten selbst in trialartigen Steilpassagen, die man gerne einmal mit dem E-Bike in Angriff nimmt, vorbildlich.

In Wirklichkeit ist es aber egal, ob man auf einem E-Bike oder regulären Bike sitzt, die Vorteile bleiben die gleichen.
Nur beim Gewicht muss man mit nur einer Sattelrohr-Variante etwas Abstriche machen. Gewichtsfetischisten, die nach dem sündteuren Leichtmaterial Carbon lechzen, werden sich also zweimal überlegen, ob sie etwas mehr Gewicht für etwas mehr Komfort in Kauf nehmen.
Für mich ist fix, dass mein 611er zugunsten des 6OX auf die Ersatzbank wandert.


Ergebnis 1 bis 5 von 5
  1. #1
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    SQlab 60X Ergowave active

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  2. #2
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    Ich fahre bereits den 612 active und bin sehr zufrieden. Jetzt bekomme ich Ende Juni mein Gravelbike. Meinst du, dass der 60X dafür gut geeignet ist?

  3. #3
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    Zitat Zitat von whitestone Beitrag anzeigen
    Ich fahre bereits den 612 active und bin sehr zufrieden. Jetzt bekomme ich Ende Juni mein Gravelbike. Meinst du, dass der 60X dafür gut geeignet ist?
    Geht wahrscheinlich aus rein optischen Gründen nicht... Ne Scherz behaute beiseite: Schraub das Ding doch einfach mal dran und probiere es aus. Jeder Arsch ist anders...

  4. #4
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    Ich bin momentan auf der Suche:
    Zur Auswahl stehen momentan eben der 60X active bzw.
    der Selle Novus Boost Gravel Superflow https://www.selleitalia.com/de/satte...e-superflow-s/

    Bin noch am Schmökern. Hat wer noch zusätzliche Tipps für einen Gravel-Sattel, wo die "Goldenen Teile" gut entlastet werden?
    DANKE

  5. #5
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    Ich glaube, dass der 6OX für jede Art von Bike gut funktionieren kann. Kann es mir auch auf einem Gravelbike gut vorstellen, auch wenn das vom Hersteller nicht unbedingt beworben wird.