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Trek Slash 9.8 XT 2021 im Test

Trek Slash 9.8 XT 2021 im Test

19.10.20 13:37 5.817Text: Luke BiketalkerFotos: Erwin HaidenDie schärfste Klinge im Trek-Lineup schneidet weitaus mehr, als es sein harter Auftritt vermuten ließe.19.10.20 13:37 6.198

Trek Slash 9.8 XT 2021 im Test

19.10.20 13:37 6.198 Luke Biketalker Erwin HaidenDie schärfste Klinge im Trek-Lineup schneidet weitaus mehr, als es sein harter Auftritt vermuten ließe.19.10.20 13:37 6.198

Ob sich Richard Burke und Bevil Hogg im Jahr 1965 bereits hatten erträumen lassen, dass sie ihr Schicksal zehn Jahre später in Milwaukee, Wisconsin zur Gründung einer Fahrradmarke mit Namen Trek zusammenführen würde? Reine Mutmaßung.
Belegt hingegen ist, dass am 23. Juli eben erwähnten Jahres im Londoner Hampstead ein gewisser Saul Hudson das Licht der Welt erblickte. Jahre später sollte der Sohn einer afro-amerikanischen Mutter und eines englischen Vaters mit Gitarre in der Hand und Zylinder über dem wilden Wuschelkopf ausgehend vom ungezähmten Los Angeles für ausverkaufte Konzerte sorgen. Slash, wie er sich mittlerweile nannte, stand mit Guns n’ Roses auf den Bühnen der Welt, ließ die Gitarre mit Bands wie Velvet Revolver und Slash’s Snakepit krachen und arbeitete an der Seite von Größen wie Bob Dylan, Iggy Pop, Lenny Kravitz, Michael Jackson, Motörhead und Ray Charles.
Doch mit dem hartgesottenen Rockstar, den Vita und Aussehen vermuten lassen würden, hat Slash hinter den Fassaden heute nur noch wenig gemein. Drogeneskapaden und Partys waren einmal. Heute bestellt Slash, der in seiner Jugend auch relativ erfolgreich BMX-Rennen fuhr, nur noch Wasser und versucht sich an einem gesunden Lebensstil.

Wilde Optik und ein vorauseilender Ruf, das ist auch einem ganz anderen Slash, nämlich jenem von Trek, nicht ganz fremd. Dabei ist das als hartes Enduro vermarktete 29er Fully unter seiner Schale ebenfalls um ein Vielfaches facettenreicher, als es sein vermarktetes Rock & Race-Image vermuten ließe.

 Wie sein musikalischer Namensvetter bespielt das Slash alle Genres. 

Vielseitigkeit ist des neuen Trek Enduros Trumpf

Trek Slash 9.8 XT

Standortbestimmung Trek Slash 9.8 XT. Voluminöser Carbonrahmen, geräumige Front, flacher Lenkwinkel, breite 29“ Reifen und 160/170 mm Federweg. In seiner 2021er Inkarnation ist das Trek Slash mehr denn je auf den wachsenden - mittlerweile sogar sehr erwachsenen - Sektor der Enduro-Racebikes ausgerichtet. Standen früher, zu Zeiten der kleinen Räder bei seiner Erstvorstellung 2012, die Zeichen noch teilweise auf Freeride, so platziert Trek das Slash elf Jahre später als scharfe Feile für die Sekundenjagd.
Der Rahmen aus OCLV-Carbon übernimmt das Laufradmaß vom Vorgänger, wächst aber sonst auf zeitgemäße Dimensionen heran. Den Trends gerecht wuchsen die Oberrohrlänge und somit der Reach auf nunmehr 486 mm in Größe Large, wurde der Lenkwinkel offener und der Sitzwinkel - endlich - steiler. Dank Mino-Link ist der Lenkwinkel zwischen 64,6° und 64,1° variierbar, der Sitzwinkel zwischen 76,1° und 75,6°. Die Verstellung des Mino-Links verschiebt dazu die Tretlagerhöhe um 7 mm, die Kettenstrebenlänge um 2 mm sowie den Reach um 6 mm. Die Kettenstreben wachsen leider nicht mit und messen über alle Größen hinweg 437 mm. Dank kürzerem Sitzrohren passen deutlich längere Dropper-Posts in die Rahmen. Je nach Rahmenhöhe gehören so bis zu 200 mm lange Dropper zur Serie.

Auf Drängen der Teamfahrer erlaubt der neue KnockBlock Lenkanschlag nun auch einige Grad mehr Einschlag. In Zahlen sind es nun 72° anstelle der bisherigen 58°. Möglich wird dies, weil der KnockBlock 2.0 nur Leitungen, Züge und Oberrohr schützen muss. Gefahr, mit der Gabelkrone in Kontakt zu geraten, besteht für den Rahmen nicht. Dadurch ist es am Slash sogar möglich, gänzlich auf den KnockBlock zu verzichten. Stören, soviel sei dem Test vorgegriffen, sollte der neue KnockBlock allerdings im Fahrbetrieb nicht.

Für den Carbon-Rahmen in Größe M und ohne Dämpfer gibt der Hersteller ein Gewicht von 2.450 g an. Egal ob Carbon- oder ebenfalls erhältlicher Alu-Rahmen: Alle neuen Slash-Modelle verfügen über ein besonderes Gimmick am Unterrohr. Denn während dessen Unterseite durch dicke Kunststoffschoner vor Steinschlägen und Geräuschentwicklung geschützt ist, findet sich direkt unter dem Flaschenhalter ein praktischer "Kofferraum".
Das System ist bereits aus Fuel EX und diversen Rennradmodellen bekannt und ähnelt Specializeds SWAT-Box. Die Box erlaubt die Unterbringung von kleinen Utensilien, einer Windjacke oder Riegel und Werkzeug und ist mit einer Gummidichtung versehen. Diese macht das Staufach zwar nicht komplett wasserdicht - über den Steuersatz kann geringfügig Feuchtigkeit eindringen. Für den klassischen Trail-Einsatz sollte es aber genügen.

Tech Specs

Rahmen Trek Slash Carbon, OCLV Mountain Carbon, Boost 148 x 12 mm Kette Shimano XT M8100, 12fach
Größen S; M; M/L; L; XL Laufräder Bontrager Line Elite 30
Gabel RockShox ZEB Select+, 170 mm Reifen Bontrager SE5 (29 x 2.6")/SE4 (29 x 2.4") Vo/Hi
Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate, Thru Shaft mit 3 Positionen, 230 x 62,5 mm Steuersatz KnockBlock
Kurbel Shimano XT M8120, Aluminiumkettenblatt (30 Z.), 175 mm Vorbau Bontrager Line Pro, 35 mm, Knock Block, Blendr-kompatibel, 0 Grad, 35 mm
Lenker Bontrager Line Pro, OCLV Carbon, 35 mm, 27,5 mm Rise, 820 mm Griffe Bontrager XR Trail Pro
Bremse Shimano SLX M7120 Sattel Bontrager Arvada, Austenitstreben, 138 mm Breite
Schalthebel Shimano XT M8100, 12fach Sattelstütze Bontrager Line Elite Dropper, 170 mm Federweg, interne Zugführung, 34,9 mm, 485 mm Länge
Schaltwerk Shimano XT M8100, 12fach Preis € 5.999,- UVP
Kassette Shimano XT M8100, 12fach

Ein kleines, für viele vielleicht sogar recht großes, Feature versteckt sich im RockShox Super Deluxe Ultimate Dämpfer. Trek bleibt zwar seiner Thru-Shaft Dämpfer Konstruktion und der bewährten Kinematik am Hinterbau treu. Neu ist allerdings, dass sich an den Dämpfern eine dreistufige Schnellverstellung der Low-Speed Druckstufe findet. Wer weiß, was er tut, kann so sein Bike rasch mit nur einem Hebel-Dreh auf Änderungen der Strecke adaptieren: Für flowige Etappen etwas mehr Druckstufe im Plus-Modus, für extrem steiles Gelände, eben dort, wo die Last über der Gabel liegt, etwas weniger Druckstufe im Minus-Mode. Die neutrale Zero-Stellung schließlich dient als Allround-Setup. So bleibt der 160 mm Hinterbau stets so sensibel, wie es sich der Fahrwerks-Nerd wünscht.
Apropos Wunsch: Natürlich kann im Slash auch ein „klassischer“ Dämpfer ohne Thru-Shaft montiert werden. Allerdings sollte man vorab prüfen, ob sich auch genügend Platz für das gewünschte Modell findet.

Mit leichtem und steifen Carbon-Rahmen im peppigen Hokkaido Kürbis-Kleid aka Factory Orange/Carbon Smoke kommt unser Testrad Slash 9.8 XT in einem durchdachten Ausstattungspaket. Wie das Kürzel im Namen bereits verrät, waltet das Enduro mit Shimanos XT-Schaltgruppe über seine 12 Gänge. SLX Vier-Kolben-Stopper mit 203/180 mm Scheiben sorgen zuverlässig für standesgemäße Verzögerung - wirken an einem Rad für 5.999 Euro aber doch auch etwas deplatziert und schnorrig. An der Front verrichtet schließlich ein wahrer Kraftlackel seinen Dienst. Mit mächtigen 38 mm Standrohren und 170 mm Federweg stößt RockShoxs neue ZEB Select+ wohl nicht so schnell an ihre Grenzen.
Mit der Gabel endet aber auch schon die Liste der „Drittmarken“ am Slash. Laufräder, Reifen, Cockpit, Stütze und Sattel stammen aus den Regalen von Hausmarke Bontrager. Line Elite 30 Carbon-Laufräder mit 30 mm Maulweite und lebenslanger Garantie hüllen sich in 2.6“ SE5 Team Edition am Vorder- und 2.4" SE5 Team Edition am Hinterrad. Die robuste und - so verspricht es Trek - durch ihren großen Durchmesser deutlich langlebigere 34,9 mm Line Elite Dropper Stütze bietet an unserem Testrad in Größe Large 170 mm an Hub. Ebenfalls aus der Line Pro Serie stammen Vorbau (35 mm) und Lenker (820 mm). Der Bontrager Arvada Sattel schließlich misst 138 mm in der Breite und kommt mit Cromo-Gestell.
Unterm Strich bringt es unser Testrad in Größe L auf 15 kg - allerdings mit Kofferwaage ermittelt. Exakte Daten von der unirrbaren BB-Waage folgen, sobald diese wieder mit Batterien versorgt ist.

Geometrie

Größe S S M M M/L M/L L L XL XL
MinoLink High Low High Low High Low High Low High Low
Sitzrohr (mm) 395 395 420 420 435 435 450 450 500 500
Sitzwinkel 76,1° 75,6° 76,1° 75,6° 76,1° 75,6° 76,1° 75,6° 76,1° 75,6°
Steuerrohr (mm) 100 100 100 100 105 105 115 115 140 140
Lenkwinkel 64,6° 64,1° 64,6° 64,1° 64,6° 64,1° 64,6° 64,1° 64,6° 64,1°
Oberrohr (mm) 584 585 600 610 628 629 647 649 683 684
Tretlagerhöhe (mm) 352 345 352 345 352 345 352 345 352 345
Kettenstrebenlänge (mm) 435 437 435 437 435 437 435 437 435 437
Radstand (mm) 1.197 1.197 1.212 1.222 1.242 1.243 1.263 1.264 1.304 1.305
Überstandshöhe (mm) 711 705 749 743 749 743 759 753 779 773
Reach (mm) 431 425 456 450 474 469 491 486 521 516
Stack (mm) 618 621 618 622 622 626 631 635 654 658

Geometrie und Sitzposition

Vorlieben hinsichtlich der Geometrie sind so individuell wie Bein- und Torso-Längen oder Fahrstile. Für meine 180 cm und 74,5 cm Sitzhöhe ordnet sich das neue Trek Slash in Large aber wie folgt ein: Ohne Spacer unterm Vorbau sitzt es sich ausreichend sportlich, um das Gewicht gut zwischen Händen und Gesäß zu verteilen. Die Position bleibt so zwar auf der aufrechten Seite des Spektrums, lässt aber sogar Flachetappen jenseits der 100 km schmerzfrei zu. Außerdem entspannt die unverkrampfte Sitzposition Schultern und Hals und verbessert - subjektiv - tatsächlich die Atmung. Da passt auch das Line-Cockpit gut ins Bild. Taube Hände bleiben so auch nach Stunden im Sattel aus.
Der Sitzwinkel am neuen Slash ist deutlich steiler, allerdings immer noch nicht übertrieben steil. Wer sich - so wie ich - am kleineren Ende der Größenempfehlungen der jeweiligen Rahmenhöhe bewegt, für den sollte der Sitzwinkel eine ausgewogene Kletterposition ergeben. Langbeiner, oder Fahrer die wider dem Trend eher zu kürzeren Rahmen tendieren, könnte das Sitzrohr je nach Sattelauszug allerdings zu weit über das Hinterrad positionieren. Man sollte sich aber nicht von „trendigen“ Zahlen leiten lassen. Eine Probefahrt beim Händler des Vertrauens hilft. Denn der Sattel hat ja ebenfalls noch Spielraum für Feinjustagen. Und nicht jede Körperproportion „braucht“ Sitzwinkel von 80°.

Bergauf

Wie gesagt, mit einer Sitzhöhe von 74,5 cm - und dem Sattelgestell am vorderen Maximum positioniert - war der Sitzwinkel am Large-Rahmen für meine Vorlieben genau richtig. Das Gefühl, die Mühle „von hinten“ zu treten, kam auch an den steilsten Anstiegen nie auf. 1.000 Hm am Stück spult das Slash - für ein Rad seines Kalibers - unbeeindruckt ab. Das Fahrwerk gemäß Treks Online-Kalkulator abgestimmt, zeigt sich das Fully auf allen Untergründen als effizienter Kletterer. Klar setzen Federweg und Reifen irgendwo ein Limit in der Spritzigkeit. Doch darauf lässt man sich mit einem 160/170 mm 29er Enduro ja auch ganz bewusst ein.
Der Dämpfer bietet drei Modi im Open-Modus. Und tatsächlich funktioniert das so wie bei Sportwagen, die ihr Fahrwerk auf Knopfdruck ans Mapping anpassen. Während im, für steile Abfahrten gedachten, „Minus“ Modus ein deutliches Wippen spürbar ist, zeigt sich der „Plus“ Modus von einer spürbar effizienteren Seite. Der Hinterbau bleibt höher im Federweg, die Traktion dennoch ausgesprochen gut. Und vor allem macht der „Plus“ Modus einen Griff zur ebenfalls vorhandenen Plattform eigentlich unnötig. Im Wiegetritt oder auf langen Asphaltabschnitten könnte man zwar, muss man aber nicht. Einzig bei hohen Trittfrequenzen und/oder langen Flachpassagen würden wir einen Griff zum großen Plattform-Hebel empfehlen. Für alle anderen Anpassungen - auch unterwegs und während der Fahrt - reicht der Verstellbereich der Druckstufe von „Minus“ über „Zero“ zu „Plus“.
Auch wenn das Bike einen langen Radstand mitbringt, klettert es selbst technische und steile Passagen sauber hoch. Mit etwas vorgelagerter Sitzposition hält das Vorderrad willig seine Spur, die satte Traktion am Hinterbau hilft über Stufen und Wurzelteppiche hinweg. Vor allem aber sorgt das Slash stets für viel Gefühl für Hinter- und Vorderrad. Einzig die 175 mm Kurbeln könnten für technisches Geläuf kürzer sein. Und auch, wenn das Rad den wilden Enduro-Racer mimt und es noch effizientere Kletterer am Sektor gibt: Ich würde ihm tatsächlich gute Toureneigenschaften attestieren.

Bergab

Auch bergab lassen die Druckstufen-Modi etwas Feinjustage an den Trail zu. Der Unterschied ist dabei jedoch nicht so gravierend wie bergauf. Feinfühlige mögen nach noch mehr Facetten lechzen - für 90 % der Piloten sollte aber einer der drei Modi ausreichend sein.
Die große Stärke des Trek ist seine Ausgewogenheit bergab. Zwar merkt man dem Rad seine Renn-Gene manchmal an. So verlangt es in gewissen Situationen nach mehr Druck über der Front als andere Räder. Dies macht es aber durch seine Laufruhe wieder wett. Denn selbst in steilsten Abfahrten und in verblockten Passagen ermutigt das Bike auch zu einer aktiven, nach vorne orientierten Fahrweise. Nie hat man das Gefühl, nach hinten über den Sattel „flüchten“ zu müssen.
Das Fahrwerk liefert viel Traktion, in Verbindung mit dem steifen Rahmen ist es ein Leichtes, die angedachte Linie zu halten. Selbst dann, wenn die eigene Linienwahl eine schlechte war. Egal in welchem Modus, der Hinterbau bleibt auf der Zauberteppich-Seite, saugt Wurzeln und Steine auf und bleibt so gut wie nie hängen.
Wer gerne hoch und weit springt oder mit hoher Geschwindigkeit zu Werke schreitet, könnte einen Spacer mehr in den Dämpfer packen. Für meine moderaten Geschwindigkeiten war der Dämpfer im Standard-Trimm perfekt.

Auch in Querfahrten hält das Rad mühelos Höhe, rollt brav über Steilstufen und rutschige Wurzeln. Was das Slash aber von anderen „Renn-Enduros“ unterscheidet, sind seine Fähigkeiten im engen, langsamen Geläuf. Denn das Rad kann auch steil, verblockt und spitzkehrengespickt.
Trotz der Länge und seiner großen Laufräder zirkelt das Slash brav durch enge Spitzkehren, liefert viel Bremstraktion und bietet einen breiten „Sweetspot“, was die Gewichtsbalance beim Stolperbiken betrifft. So locker sich die Hinterhand zum Versetzen hebt, so präzise ist das Vorderrad vor Steilstufen platziert. Wenn alle Stricke reißen, retten flacher Lenkwinkel und Federweg. Und der neue KnockBlock, der ist tatsächlich zu keiner Sekunde wahrzunehmen.

Auch wenn das Slash eine enorme Vielseitigkeit aufweist und sich dadurch auch absolut als tourenorientiertes All-Mountain empfiehlt: Zeigt man Unsicherheiten, weist das Bike doch dezent auf seine Race-Ansprüche hin. Unsicherheiten im Sinne von nach hinten verlagertem Schwerpunkt, wohlgemerkt. Denn Sprünge und Anlieger - der klassische Flowtrail - sind so gar nicht mein Metier. Und gerade hier wollte mir das Slash so gar nicht unter die Arme greifen, trieb mich die Geometrie immer wieder in den Backseat.
Unsaubere Sprungtechnik quittiert das Fully mit steigender Front und leichten Balanceverlusten, durch Anlieger will es mit sauberer Klinge und Nachdruck bewegt werden. Kein Problem für saubere Techniker - gemessen an manch Konkurrenten aber etwas mehr Herausforderung für Aufsteiger oder Grobmotoriker. Und vor allem in schnellen Anliegern eher ein Problem der Dynamik denn der Sicherheit. Denn der Grip am Vorderrad ist nie in Gefahr.

Fazit

Trek Slash 9.8 XT
Modelljahr: 2021
Testdauer: 1 Monat
Preis: € 5.990,- UVP
+ Ausstattung
+ Traktion
+ Features
+ Steifigkeit
+ Bremsen
+ Kein echter Racer
- Kein echter Racer
o Preis
BB-Urteil: Harte Schale - vielseitiger Kern

Auch wenn es nicht gut fürs harte Image sein mag: Das neue Slash ist massentauglich. Seine neue Geometrie ist deutlich moderner, aber - gemessen an den Extremen - immer noch zurückhaltend. Was jetzt per se kein Nachteil sein soll. Denn tatsächlich fühlt man sich auch als All-Mountain Fahrer auf der Suche nach etwas mehr Abfahrtsspaß pudelwol. Auch bei niedrigerem Tempo. Und brav wie es klettert, macht es auch als etwas pummeliges Tourenbike eine gute Figur.
Dass das Rad hohes Tempo und heftige Trails mit einem Lächeln quittiert, liegt in seiner vermarkteten Natur. Dass es aber auch bei moderatem Tempo und einfacheren Trails spaßig und verspielt bleibt, ist ein großes Plus.

Das neue Slash funktioniert ganz klar für ein breites Publikum und auf so gut wie jedem Trail. Wer kann, deckt damit vom DH-Track bis zum flowigen S0 alles ab. Und profitiert so gut wie immer von seiner hohen Traktion und Kontrolle. Das Rad spannt die Brücke vom laufruhigen Enduro zum agilen Tourenbike, bietet smarte Details wie den kleinen "Kofferraum" und ist im Fahrbetrieb nahezu geräuschlos.
Wer Vielseitigkeit sucht, bekommt ein Rad fürs Grobe, dem aber auch weniger extreme Trails und niedrigere Geschwindigkeiten gut zu Gesicht stehen. Je nach Fahrstil gibt es für die Sekundenjagd da draußen wohl noch extremere Enduros. Ebenso gibt es poppigere, agilere Trailbikes für einfaches Geläuf. Für den vielseitigen Kompromiss aus beiden Welten ist das Slash mit seinen enormen Reserven aber ein absoluter Hauptgewinn. (Im Tempo angepasste) Tour, flowige Feierabendrunde oder ein Wochenende in und um Nauders: Das Slash macht alles mit und überall eine gute Figur. Wie sein musikalischer Namensvetter bespielt es alle Genres. Damit fehlt ihm - sollte man sich zu den kapriziösen Spezialisten zählen - aber vielleicht auch die letzte Konsequenz auf ausgeflaggten Rennkursen.


Ergebnis 1 bis 12 von 12
  1. #1
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    krieglach
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    Trek Slash 9.8 XT 2021 im Test

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  2. #2
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    Super Fotos, toller Beitrag! Wo wart ihr da unterwegs?

  3. #3
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    Enduro, ohne Motor!? um 6000 Euro.......

    wer kauf so was noch?
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    Selbstgemacht einfach am Besten.

  4. #4
    degradierter Hobbyist Avatar von Gili
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    Zitat Zitat von 6.8_NoGravel Beitrag anzeigen
    Enduro, ohne Motor!? um 6000 Euro.......

    wer kauf so was noch?
    Liebhaber dieses schönen Sports

  5. #5
    Asphalt ist Teufelswerk Avatar von muerte
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    Optisch schönes Bike!
    Weiß man eigentlich warum Trek mit dieser Floating Dämpfer Aufhängung aufgehört hat?

    Sastü mit 200 mm Hub? Aber bei weitem nicht ganz versenkt, oder wie funktioniert das?
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  6. #6
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    Zitat Zitat von muerte Beitrag anzeigen
    Optisch schönes Bike!
    Weiß man eigentlich warum Trek mit dieser Floating Dämpfer Aufhängung aufgehört hat?

    Sastü mit 200 mm Hub? Aber bei weitem nicht ganz versenkt, oder wie funktioniert das?
    @Stütze. Wie meinst du das mit dem versenken? Am Large - unserem Testhobel - ist eine 170er Stütze drin. 200 sinds am XL, so weit ich weiß.

    @Schwimmend gelagerter Dämpfer: Mit dem Floating-Zeugs hat Trek versucht der Kinematik zu entlocken, was Dämpfer im Jahr 2021 (oder 2019, ich glaub da waren die ersten Räder ohne vorgestellt worden) schon ganz alleine können. Darum verzichtet man jetzt auf die zusätzlichen beweglichen Teile. Auch zu Gunsten der Steifigkeit und somit der Langlebigkeit des Dämpfers. Weniger seitliche Bewegung - geringerer Verschleiß.

  7. #7
    Admin Avatar von NoSane
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    danke... war auf unseren "Hausbergen"

  8. #8
    Asphalt ist Teufelswerk Avatar von muerte
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    Kannst du die Stütze mit 170 mm am Large Rahmen ganz bis sie am „Kragen“ ansteht reinschieben?
    Zitat Zitat von Luke Biketalker Beitrag anzeigen
    @Stütze. Wie meinst du das mit dem versenken? Am Large - unserem Testhobel - ist eine 170er Stütze drin. 200 sinds am XL, so weit ich weiß.

    @Schwimmend gelagerter Dämpfer: Mit dem Floating-Zeugs hat Trek versucht der Kinematik zu entlocken, was Dämpfer im Jahr 2021 (oder 2019, ich glaub da waren die ersten Räder ohne vorgestellt worden) schon ganz alleine können. Darum verzichtet man jetzt auf die zusätzlichen beweglichen Teile. Auch zu Gunsten der Steifigkeit und somit der Langlebigkeit des Dämpfers. Weniger seitliche Bewegung - geringerer Verschleiß.
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  9. #9
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    Zitat Zitat von NoSane Beitrag anzeigen
    danke... war auf unseren "Hausbergen"
    vielen dank. so genau wollte ich es nicht wissen

  10. #10
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    Zitat Zitat von muerte Beitrag anzeigen
    Kannst du die Stütze mit 170 mm am Large Rahmen ganz bis sie am „Kragen“ ansteht reinschieben?
    Nope. 23 mm bleiben übrig. Also mit meiner Sitzhöhe 200 mm am Large wird knapp bis unmöglich.

  11. #11
    Admin Avatar von NoSane
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    Zitat Zitat von Da_Michl Beitrag anzeigen
    vielen dank. so genau wollte ich es nicht wissen
    in den Föhrenbergen ca. 50km südlich von Wien ...

  12. #12
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    geiles Bike, aber für 2000hm und mehr Endurotouren dann mit den fetten schweren 2.6er Rädern vermutlich sicherlich zu schwer. Leider gibt es keine kg -Angabe: ev. könnte man sich das Bike über Rahmenkit ein wenig leichter aufbauen.