Bikeboard.at Logo
Wahoo KICKR 2

Wahoo KICKR 2

19.11.16 10:01 12.195Text: NoPainFotos: NoSaneIn-depth review des neuen KICKR: Die zweite Generation des innovativen Rollentrainers mit realistischem Fahrgefühl, reduziertem Geräuschpegel und kleinen, aber feinen Hardwareänderungen im Test.19.11.16 10:01 12.324

Wahoo KICKR 2

19.11.16 10:01 12.324 NoPain NoSaneIn-depth review des neuen KICKR: Die zweite Generation des innovativen Rollentrainers mit realistischem Fahrgefühl, reduziertem Geräuschpegel und kleinen, aber feinen Hardwareänderungen im Test.19.11.16 10:01 12.324

Rechtzeitig zur diesjährigen Eurobike präsentierte Wahoo die zweite Generation ihres erfolgreichen Smart-Indoor-Trainers mit Direktantrieb, welcher nun um 1.299 Euro online sowie im Fachhandel erhältlich ist. Obwohl sich ein Umstieg für Besitzer des Vorgängermodells nur bedingt lohnt, besitzt der neue KICKR (weitere Bezeichnungen im Netz lauten auf "new KICKR", "KICKR2" oder "KICKR 2016") doch zahlreiche attraktive Verbesserungen.

Leiser: Der Geräuschpegel konnte um 14 Prozent reduziert werden, was den KICKR noch nicht wirklich "leise", allerdings zum leisesten Trainer mit Direktantrieb und Schwungrad macht. Aber nicht nur die Lautstärke, auch die Tonhöhe hat sich zum Besseren verändert, und die elektromagnetische Bremse surrt weniger schrill.

Genauer: Der elektromagnetische Widerstand des KICKR ermöglicht jetzt mit 2.000 Watt nicht nur enorme Leistungsreserven, sondern soll dank eines neuen Konzepts zur Regelung des Widerstands eine dauerhafte Wattgenauigkeit von +/- 2 Prozent bieten.

Standfester: Durch die neuartige Steuerung des Widerstands (per Algorithmen, Temperaturkompensation, Sensorik, etc.) und den Wegfall klassischer Dehnmessstreifen konnte eine große Fehlerquelle eliminiert werden. Denn beim alten KICKR konnte immer wieder mal einer der komplex angeordneten Dehnmessstreifen kaputt gehen und höhere Ungenauigkeiten bis hin zum Totalausfall verursachen.

Realistischer: Ein neuer Algorithmus zur Anpassung des Widerstands gestaltet das Fahrgefühl mit dem 5,6 kg schweren Schwungrad noch realistischer. Fährt man etwa virtuelle Strecken von Zwift oder selbst aufgezeichnete nach, können Steigungen und Sprints nun realistischer simuliert werden und man hat wirklich das Gefühl, in einen Anstieg zu fahren bzw. seinen Schwung dahin mitzunehmen. Aber auch beim normalen Watttraining machen sich die Verbesserungen bemerkbar und Intervalle werden ohne Verzögerung aufgerufen.

Sichtbarer: Zu den Hardware-Verbesserungen gehören neue LED-Indikatoren, die den Status der drahtlosen ANT+/Bluetooth Smart Verbindungen sichtbar machen.

Tragbarer: Nach wie vor bietet der Rahmen des KICKR die stabilste und sinnvollerweise schwerste Konstruktion auf dem Markt. Dazu macht ein ausbalancierter Tragegriff - die Schienbeine danken's - das Bewegen des rund 21 kg schweren Trainers deutlich einfacher.

Kompatibler: Außerdem wurde das Gehäuse so verändert, dass auch Flat-Mount Scheibenbremsen und Schaltwerke wie Shimanos Di2 genügend Platz in allen Stellungen finden.

Gesteuert wird der neue KICKR neben "Bluetooth Smart" (mit iPhone, iPad, Android, Macbook, PC und Wahoo ELEMNT) nun auch per "ANT+ FE-C", also beispielsweise über Garmin Radcomputer. Auch die Kopplung mit dem eigenen ANT+ Powermeter zur kontinuierlichen Abgleichung des KICKR-Widerstands, bzw. zur weiteren Verbesserung der Genauigkeit während des Trainings, ist mittlerweile mit mehreren Apps (z.B. Wahoo Fitness oder Trainer Road) möglich.

Wer sich trotz Einhaltung persönlicher Intervallvorgaben nicht ausgelastet fühlt, kann das Rollentraining mit einer Vielzahl an interaktiven Trainingsprogrammen, wie beispielsweise Zwift, BKOOL oder Trainer Road, ebenso effektiv wie abwechslungsreich gestalten.

Wahoo new KICKR

Vergleich alt vs. neu

Original KICKR 2014/15New KICKR 2016
BremseElektromagnetisch, schlupffrei bis max 1.550 Watt bei 40 km/hbis max. 2.000 Watt
Schwungrad5,5 kg, angetrieben per Riemen (Gates Carbon Drive)5,7 kg
Laufradgrößen24" RD, 24" MTB, 650c RD, 26" MTB, 700c RD, 650b MTB, 29" MTB-
Nabenbreiten130 mm (Road), 135 mm (MTB/Road Disc) und optional: 142x12-
Kassette/FreilaufSram/Shimano 11-fach 11-25
Freilauf ist kompatibel mit Sram/Shimano 7/8/9/10/11-fach,
Campagnolo 9/10/11-fach braucht einen anderen Freilauf (€ 69,99)
-
AchseSchnellspanner QR-9 (out-of-the-box)
Optionaler Kit für 142x12 mm through axle (€ 29,99)
-
Wireless VerbindungenBluetooth 4.0 und ANT+Bluetooth Smart, ANT+ und ANT+ FE-C
MetrikenGeschwindigkeit, Distanz, Leistung und Kadenz (mit externem Sensor)-
Wattgenauigkeit+/- 3%+/- 2%
Maximale Steigung15% (bei Fahrer/Rahmengewicht von 80 kg)20%
Energiebedarf100-240V~1.5A 50-60 Hz-
Maximales Fahrergewicht113,4 kg-
Gewicht20,5 kg21,3 kg
Aufstellmaß54 cm x 71 cm-
TrainingseignungGrundlage, Kraftausdauer, Schwellentraining, VO2-Max-Training, kurze und lange Sprints-
Lautstärke*70 dB61 dB
LieferumfangWahoo Fitness KICKR Bike Trainer, 130/153 mm Nabenadapter,
11-fach Sram/Shimano Kassette (11-25), Wahoo RPM Kadenz Sensor,
Netzadapter, Schnellspanner, Scheibenbremsen-Transportsicherung
(frühere Modelle kamen mit 10-fach Kassette und ohne RPM Sensor)
Wie links, zuzüglich eines 1,88 mm Spacers für 10-fach Kassetten.
Preis€ 1.199,99 (eu.wahoofitness.com) € 1.299,99 (eu.wahoofitness.com)

* Herstellerangabe: gemessen aus einem Meter Entfernung mit 250 Watt bei 16 km/h

Unboxing und Inbetriebnahme

Auspacken, aufklappen, einspannen, anstecken. Fast fertig. Auch der neue KICKR ist out-of-the-box in mechanischer Hinsicht völlig einsatzbereit und lässt sich mit seinem verbesserten Tragegriff - trotz seines hohen Gewichts von mittlerweile 21,3 kg - relativ problemlos transportieren.
Die Verarbeitung ist wie gewohnt hochwertig, seine Füße lassen sich in der Höhe verstellen, um auch auf unebenen Böden einen stabilen und waagrechten Stand zu finden, und die hinteren Ausfallenden des Rads werden direkt auf das Ritzelpaket gespannt. Durch Wenden des integrierten Adapters eignet sich der Trainer für 130- und 135-Millimeter-Hinterbauten. Optional ist ein Thru-Axle-Adapter für 142x12 Steckachsen erhältlich.

Dank seiner flexiblen Höhen- bzw. Winkelverstellung ist er mit allen gängigen Laufrad-/Reifengrößen kompatibel. Der Stromadapter ist "dual voltage", wird mit zwei Stromanschlüssen ausgeliefert und kann sowohl mit 110V als auch mit 220V betrieben werden.

Fotostrecke des Aufbaus und der Inbetriebnahme

Vor der ersten, ernsthaften Inbetriebnahme sollte die Firmware vom KICKR auf den letzten Stand gebracht und ein initialer Spindown (Nullstellen-Kalibrierung durch den Anwender) durchgeführt werden. Das geht am einfachsten mit dem iPhone, iPad oder Android Handy und der kostenlosen Wahoo Fitness App, die über iTunes oder den Google Play Store geladen werden kann (siehe Fotostrecke oben). Nach der Kopplung des KICKRs mit der Handy App führen wir die selbsterklärenden Schritte "Firmware-Update" und "Spindown" durch und sind startbereit. Das Ganze ist selbst für Technikverächter noch einfacher, als es sich liest - es ist absolut deppensicher.

Training mit dem KICKR

Mittlerweile gibt es für den KICKR eine Vielzahl an Softwarelösungen und Apps (siehe Tabelle unterhalb), die wohl keine Wünsche offen lassen. Vom Abfahren interaktiver Strecken über wattgesteuerte Trainingsprogramme bis hin zu Multi-Player-Online-Spielen ist (fast) alles möglich.

Übertragungsprotokolle:
  • ANT+ & Bluetooth Smart: mehrere Smartphones, Radcomputer und Sensoren gleichzeitig koppeln; Protokolle funktionieren in beide Richtungen
  • ANT+ FE-C: lässt die Steuerung des KICKRs mit FE-C Endgeräten oder Apps zu (z.B. Garmin Edge 520/820/1000 oder Wahoo ELEMNT Radcomputer)

Geräte-Kompatibilität:
  • iPhone: 4S und neuer
  • Android: fast alle Geräte mit Android 4.3 and Bluetooth 4.0
  • iPad: ab der Dritten Generation, iPad Mini
  • Mac Book: iPod Touch (ab der Fünften Generation), Mac Book Pro mit BTLE
  • Windows PC: mit ANT+ Adapter
  • FE-C Endgeräte: wie Garmin Edge 520/820/1000 und Wahoo ELEMNT
  • Wahoo Fitness-Sensoren: BlueHR, BlueSC, RFLKT, KICKR, TICKR, TICKR Run, usw.
  • Sensoren mit Bluetooth 4.0
  • Sensoren mit ANT+
Kompatible Apps
Steuerung per Wahoo Fitness App
Pragmatisch funktioniert die Steuerung mit der kostenlosen Wahoo Fitness App, die für Radfahrer und Läufer konzipiert wurde und mit den meisten iPhones, iPads und Android-Geräten kompatibel ist. Mit ihr kann der KICKR auf vier Arten gesteuert werden:
  • Level-Modus: 10 Ebenen; jede mit einer progressiven Widerstandskurve, genau wie beim Fahren in der freien Natur. Je schneller man tritt, desto schwieriger wird es - dies simuliert den Roll- und Luftwiderstand.
  • Ergo-Modus: Steuerung per Ziel-Wattzahl; der KICKR bleibt bei dieser Wattzahl, während man unabhängig von Geschwindigkeit und Trittfrequenz fährt.
  • Simulations-Modus: Einstellung von Gewicht, des Fahrradtyps, Fahrposition, dem Gegenwind und der Steigung; der KICKR modelliert akkurat die Leistungskurve.
  • Widerstands-Modus: Kontrolle per Gefühl oder externem Powermeter; manuelles Einstellen des Widerstands der Bremse von 0 bis 100%.
Weitere Features der Wahoo Fitness App:
  • Erfassung und Anzeige von Rad-Power-Daten (Watt, Power, nPower, iFactor, TSS, Meanmax 20 Sekunden, 1, 2, 20, oder 60 Minuten)
  • Audio-Kommentare während des Workouts
  • Kopplung (PowerMatch) mit einem ANT+ Powermeter zur Angleichung der Watt-Genauigkeit
  • 5 verschiedene Trainings-Screens fürs Radfahren, ein dezidierter KICKR-Screen mit vier Modi (Level, Ergo, Simulation und Widerstand)
  • Trainingsgeschichte (Kalender mit allen vergangenen Workouts)
  • Umfangreiche Auswertungen (Pulszonen, Zeit in den Trainingsbereichen, verbrauchte Kalorien, Wattbereiche, Runden-Schnitte, etc.)

Upload/Export der Trainingsergebnisse:
  • Uploadmöglichkeit auf GarminConnect, Strava, TrainingPeaks, Health, Nike+, MyFitnessPal, Runkeeper, MMF, CyclingAnalytics, 2Peak, RideWithGPS, dailymile, Magellan, Dropbox.com
  • Datenversand in den Formaten .tcx, .gpx, .pwx, .csv, .wf oder .pdf per Mail, iTunes, etc.
Steuerung per Wahoo ELEMNT

Wahoos eigener GPS-Radcomputer ELEMNT kann ebenfalls zur Steuerung des KICKR Indoor Trainers verwendet werden. Dazu verbinden wir den KICKR wie jeden anderen Sensor mit dem ELEMNT (entweder per Handy App oder direkt am Radcomputer) und sobald der KICKR in Betrieb genommen wird, erscheint automatisch eine Seite zur Steuerung des Radcomputers am Display.

Vorgesehen sind drei Modi: Ebene (Level), Zielleistung (Ergo) oder manueller Widerstand (Resist). Es können aber auch reale Streckenprofile (beispielsweise gekoppelte Strava-Strecken) abgefahren werden. Alle Features sind vorbildlich implementiert, absolut selbsterklärend und komfortabel zu steuern.

Steuerung per Garmin Edge 520

Auch Garmin verfügt bei seinen Radcomputern 520/820/1000 über das ANT+ FE-C Kommunikationsprotokoll zur Steuerung von Indoor Trainern. Vom Prinzip her ähnlich den Features des ELEMNTs, lassen sie in der Umsetzung - zumindest in den manuellen Modi - doch deutlich zu wünschen übrig. Viel zu oft muss man sich durch die Untermenüpunkte "Widerstand einstellen" bzw. "Leistungsvorgabe einstellen" quälen und das Tastendrücken beginnt mit der Zeit ungemein zu nerven.

Watt-Genauigkeit ohne Powermeter-Abgleich

Obwohl der alte, klassische KICKR mit seiner Watt-Genauigkeit den versierten Leistungsmessern und Profi-Ergometern hinterherhinkte und einer beharrlichen Temperaturdrift unterlag, konnte man schon mit ihm außergewöhnlich gut trainieren. Seine größten Stärken waren definitiv das realistische Fahrgefühl dank der schweren Schwungmasse und der hohe Bremswiderstand für spezifisches Schwellen-, VO2Max und Sprint-Training.
Etwas eigenartig war allerdings die Streuungsrate in Sachen Standfestigkeit, denn während die meisten Geräte sehr stabil performten, klagten vereinzelte User über immense Offsets (Watt-Unterschiede zwischen KICKR und der vermeintlichen Realität) und suchten verzweifelt nach einer Lösung (meist nach dem Wahoo Kalibrierungstool).

Laut eines im Netz gefundenen, recht aktuellen Interviews mit dem Wahoo-Gründer Chip Hawkins lag die Ursache meist an kaputt gegangen Dehnmessstreifen, welche sehr komplex an der Widerstandsbremse angeordnet waren und mit Transportbeschädigungen, mechanischen Belastungen und sehr hohen Temperaturen zu kämpfen hatten. Beim neuen KICKR wurde auf eine Leistungsmessung basierend auf klassischen Dehnmesstreifen zur Gänze verzichtet und diese Fehlerquelle somit ausgeschaltet.

So ermöglicht der KICKR 2016 mit seinen schlupffreien 2.000 Watt Maximalwiderstand nicht nur enorme Leistungsreserven, sondern soll mit seiner neuen Widerstands-Regelung (basierend auf Sensoren, modernen Algorithmen, aktiver Temperaturkompensation und verbessertem Spindown) eine dauerhafte Watt-Genauigkeit von +/- 2 Prozent bieten.

Wir haben den Power Trainer mehrfach mit verschiedensten Leistungsmessern auf die Probe gestellt und die Daten akribisch ausgewertet. Das Ergebnis war verblüffend, denn abgesehen von vereinzelten Ausreißern lagen die Durchschnittswatt bei Dauerleistungsfahrten und ansteigenden Intervallen in Relation zu unserem Referenz-Leistungsmesser stabil innerhalb von +/- 2% (Anm.: Der p2m Type S unterliegt ebenfalls einer Ungenauigkeit von +/- 2%; demnach wären Schwankungen bis +/- 4% innerhalb der Spezifikation).

In der hier angeführten Auswertung brachten wir den KICKR mitsamt eines power2max Type S Leistungsmessers auf Zimmertemperatur und fuhren beide Geräte 15 Minuten lang warm. Danach kalibrierten wird die Nullstelle des KICKRs mittels der eingebauten Spindown-Funktion (Wahoo Fitness App) und ebenso den Type S während des Coastings. Es folgte eine 30-minütige Dauerbelastung von 150 Watt. Nach einem erneuten Spindown bzw. der Kalibrierung beider Geräte folgten drei Intervalle von 200, 250 und 300 Watt, danach wiederholten wir den Zyklus ein weiteres Mal.

Resultat: Der KICKR zeigte nach dem initialen Spindown keinen signifikanten Offset und nur geringste Abweichungen gegenüber dem p2m Type S Leistungsmesser, der zuvor einem Vergleichstest am Cyclus2 unterzogen wurde. Bedenkt man, dass der Type S selbst einer Ungenauigkeit von +/- 2 % unterliegt, ist das Ergebnis sensationell.

Tipp: Für einen besonders gleichmäßigen Belastungs-Widerstand empfiehlt sich ein hoher Gang (bsp. 53-11). Zusätzlich wird die Bremse des KICKRs spürbar entlastet, das System erhitzt weniger und die Drift fällt insgesamt niedriger aus. Allerdings steigt in großen Gängen die Lärmbelastung hörbar an.

Test ohne PowerMatch

KICKR 2
Vorgabe (Watt Avg)
p2m Type S
Messung (Watt Avg)
KICKR 2
Abweichung (Watt)*
KICKR 2
Abweichung (%)*
KICKR 2
Drift (%)**
Warm-Up (15 min)10097,7+2,3+2,4% ca. +8,2%
NullstelleSpindownAuto-Null
Dauerleistung (30 min)150150,6-0,6-0,4% ca. +1,1%
NullstelleSpindownAuto-Null
Intervall (2 min)200203,2-3,2-1,6%
Intervall (2 min)250249,8+0,2+0,1%
Intervall (2 min)300296,5+3,5+1,2%
Dauerleistung (30 min)150155,8-5,8-3,7% ca. +1,7%
Nullstelle-Auto-Null
Intervall (2 min)200199,8+1,2+0,1%
Intervall (2 min)250246,7+3,3+1,3%
Intervall (1 min)300296,3+3,7+1,2%

* Abweichung: Der p2m Type S dient als Referenzgerät (mit ebenfalls +/- 2% Genauigkeit).
** Drift: Prozentuelle Differenz der ersten zwei Minuten mit den letzten beiden innerhalb der Trainingsphase, in Relation zum p2m Type S (Referenz).

Watt-Genauigkeit mit Powermeter-Abgleich

Früher nur per KICKR Beta-Firmware möglich, sind nun mehrere Lösungen verfügbar, um den KICKR mit einem ANT+ Powermeter zu koppeln. Dieses Feature wurde beispielsweise in der Wahoo Fitness App (Control w/ ANT+ Power Meter), in Trainer Road (PowerMatch) und auch in der Windows Software PerfPro implementiert, um das Delta zwischen dem gesteuerten Widerstand des KICKRs im ERG-Modus und der gemessenen Leistungswerte des Powermeters zu eliminieren.

Obwohl es keine detaillierten Dokumentationen gibt, arbeiten offensichtlich alle Lösungen nach einem ähnlichen Prinzip. Die jeweilige Software misst über einen gewissen Zeitraum (ca. 30 Sekunden bei Wahoo, ca. 10 bei Trainer Road) einen gleitenden Durchschnitt der Wattwerte des gekoppelten Powermeters und gleicht den Widerstand des KICKRs mit einer leichten Verzögerung langsam an die Werte des Leistungsmessers an. Prinzipiell schwingt die Widerstandsregelung ähnlich einer Sinuskurve stetig auf und ab, was bei einer normalen Nutzung (Dauerleistung, Intervalle, etc.) im ERG-Modus nicht unangenehm auffällt.

Zum Test koppelten wir in der Wahoo Fitness App unseren p2m Type S mit dem KICKR und aktivierten die Option "Steuerung per ANT+ Powermeter". Nach dem 15-minütigen Warm-Up und dem obligatorischen Spindown, fuhren wir erneut zwei längere Dauerbelastungen von 150 Watt und Intervalle von 200, 250 und 300 Watt. Abgesehen von der Anfangsdrift in den ersten 10-15 Minuten nach Trainingsstart - die auch mit dem PowerMatch-Feature nicht in den Griff zu bekommen war - und einem weiteren minimalen Ausreißer, glich der KICKR seinen Widerstand vorbildlich und unauffällig an den Powermeter an. Auch die anschließende Auswertung ergab, dass die einzelnen Wattschnitt-Ergebnisse noch näher an der "Realität" des p2m Leistungsmessers lagen, als zuvor ohne Kopplung.

PowerMatch-Test mit einseitigem Stages PM

Intervall 1: ohne PowerMatch
Intervall 2: ohne PowerMatch
Intervall 3: mit PowerMatch mittels Stages ANT+

Um den PowerMatch richtig auf die Probe zu stellen, führten wir eine weitere Testfahrt mit einem Stages 2.0 Powermeter durch, welcher bekanntlich nur links misst und die Leistungswerte verdoppelt. Da ich nach einer Verletzung mit etwa 60/40%-Verteilung (links/rechts) trete, zeigte der Stages zu Beginn der Trainingseinheit (noch ohne aktiviertem PowerMatch) erwartungsgemäß unrealistisch hohe Werte an: im Schnitt ca. 210 statt 150 Watt. Ein Spindown nach 15 Minuten erhöhte den Offset sogar: im Schnitt auf ca. 220 statt 150 Watt.
Kurz bevor der dritte 15-Minuten-Zyklus gestartet wurde, aktivierte ich das PowerMatch-Feature und rund 30 Sekunden später begann die Wattkurve zu schwingen. Weitere drei Minuten danach hatte sich der KICKR an die falschen Stages-Leistungswerte angeglichen und variierte bis zum Ende des Trainings seinen Widerstand so, dass der Stages exakt 150,1 Watt im Schnitt messen konnte.

Resultat: Der Begriff "Genauigkeit" fällt hier im Text absichtlich nicht, denn ob der KICKR mit dem dynamischen Powermeter-Ableich genauer regelt bzw. ob die Endergebnisse genauer ausfallen, liegt einzig und allein an der realen Wattgenauigkeit des gekoppelten Leistungsmessers. Je "schlechter" bzw. "ungenauer" eines der beiden Geräte regelt bzw. misst, oder schöner formuliert: je größer der Offset beider Geräte, umso sinnvoller ist das PowerMatch-Feature.

Tipp: Liegen die Wattwerte des KICKRs und Leistungsmessers von Hause aus sehr nahe beinander, sollte man vom dynamischen Abgleich eher absehen. Zum einen kann eine mögliche Fehlerquelle bei der Steuerung ausgeschaltet werden (User berichten teilweise von Bugs im PowerMatch), zum anderen wirkt sich die zeitverzögerte Nachregelung des Widerstands bei stark wechselnden Belastungs- oder Kadenzänderungen oder bei interaktiven Trainingsfahrten (je nach Software-Interpretation) unnatürlich aus.

Test mit PowerMatch

KICKR 2
Vorgabe (Watt Avg)*
p2m Type S
Messung (Watt Avg)
KICKR 2
Abweichung (Watt)**
KICKR 2
Abweichung (%)**
KICKR 2
Drift (%)***
Warm-Up (15 min)10090,5+9,5+10,5% ca. +21,5%
NullstelleSpindownAuto-Null
Dauerleistung (30 min)150149,9+0,1+0,1% ca. +2,1%
NullstelleSpindownAuto-Null
Intervall (2 min)200201,1-1,1-0,5%
Intervall (2 min)250249,6+0,4+0,2%
Intervall (2 min)300301,4-1,4-0,5%
Dauerleistung (30 min)150153,2-3,2 -2,1% ca. -1,0%
Intervall (2 min)200201,4-1,4-0,7%
Intervall (2 min)250251,7-1,7-0,7%
Intervall (2 min)300299,7+0,3+0,1%

*Abgleich: Der KICKR ist mit dem p2m Type S gekoppelt und passt seinen "errechneten" Widerstand permanent der vom Powermeter "gemessenen" Leistung an.
** Abweichung vom PM: Der p2m Type S dient als Referenzgerät (mit +/- 2% Genauigkeit).
*** Drift: Prozentuelle Differenz der ersten zwei Minuten mit den letzten beiden innerhalb der Trainingsphase, in Relation zum p2m Type S (Referenz).

Fazit

Wahoo KICKR 2016
Modelljahr:2016
Firmware:v3.1.1
+Realistisches Fahrgefühl
+Hohe Wattgenauigkeit
+Dynamischer Abgleich mit PM möglich
+Enorme Bremskraft mit Eignung für Sprints und Steigungen bis zu 20%
+Gute Kompatibilität mit Road, MTB, TT/Tri, Di2, 142x12 und Scheibenbremse
+Steuerung über iPhone, iPad, Android, Mac, PC und ANT+ FE-C Radcomputer
+Datenübertragung über Bluetooth Smart, ANT+ und ANT+ FE-C
+Große Auswahl an Drittanbieter-Apps
oGeräuschpegel um 14% reduziert
oNach wie vor mit signifikanter Temperaturdrift zu Beginn
oMit neuem Griff handlicher, aber dennoch sehr schwer
Preis:€ 1.299,99
BB-Urteil:Der smarteste unter den Smart-Trainern.

Der neue KICKR bietet mit seinem hohen Gewicht (21,3 kg), der schweren Schwungscheibe (5,7 kg) und dem hohen Bremswiderstand (max. 2.000 Watt) ein noch realistischeres Fahrgefühl und steuert das Training wesentlich genauer als ein üblicher Rollentrainer. Direkt auf das Ritzelpaket gespannt, hat der Hinterbau auch bei härtesten Antritten keinen Schlupf - des Weiteren steht die stabil und hochwertig verarbeitete Konstruktion fest am Boden und die rauen Gummifüße verhindern ein Hin- und Herrutschen.

In puncto Lautstärke wurde der vibrationsarme Power Trainer um 14% verbessert, was ihn zwar noch nicht wirklich leise macht, aber den Abstand zur leiseren Smart-Trainer-Konkurrenz deutlich verringert.
Tipp: der eingelegte Gang bzw. die virtuelle Fahrgeschwindigkeit bestimmen den Grad der Lärmentwicklung - kleinere Gänge sind bei gleichem Wattwiderstand leiser.

Kämpfte das Vorgängermodell noch mit einer beharrlichen Temperaturdrift und der hohen Ungenauigkeit (Offset) gegenüber versierten Leistungsmessern und Profi-Ergometern, glänzt der neue KICKR nicht nur am Papier mit +/- 2% Genauigkeit, sondern auch in der Praxis mit stabilen Wattwerten in den relevanten Bereichen.
Zusätzlich bietet er die Möglichkeit, einen vorhandenen ANT+ Leistungsmesser zu koppeln und den Trainingswiderstand dynamisch an die Werte des Powermeters anzugleichen (Control w/ ANT+ Powermeter bzw. PowerMatch).

So sehr wir uns auch bemühten: Große Minuspunkte waren keine auszumachen. Mit einem Listenpreis von 1.299,99 Euro selbstverständlich kein Schnäppchen, ist er mit der Summe an Features, dem Fahrgefühl und der Genauigkeit wohl jeden Euro wert.

Sparmeister können den Vorgänger um € 999,- oder billiger im Netz erwerben und - falls dessen Watt-Ungenauigkeit und Temperaturdrift ein Problem darstellen würden - mit ihrem Powermeter koppeln. Denn der Powermeter-Abgleich funktioniert auch mit dem klassischen KICKR.


Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
    Frohnatur Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
    Beiträge
    8.369

    Wahoo KICKR 2

    Poste hier Fragen oder Kommentare zu diesem Beitrag.

    Noch nicht registriert bei Österreichs größter Bike-Community?

    Folge diesem Link um dich für Bikeboard.at anzumelden.
    Registrierte User unserer Community profitieren zusätzlich von:
    - weniger Werbung auf den Magazin-Seiten und in den Foren
    - erweiterter Forensuche in über 2 Mio Beiträgen
    - gratis Nutzung der Bikebörse
    - zahlreichen Neuigkeiten aus der Radszene per BB-Newsletter

    Hier registrieren und mitreden!

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Scuta
    User seit
    Jun 2011
    Ort
    Feldbach
    Beiträge
    149
    sonst gar kein Minus?

    Hab mir im Sommer den Neo gekauft. Von der Haptik gefällt mir der Kickr besser als der NEo für den Preis. Bin aber mit dem Neo voll zufrieden . Konkurrenzmarkt wird mit dem Flux aber dann angetrieben. Da muss Wahoo noch etwas nachlegen.... vom Preis her. Etwas hinken sie doch hinten nach.

  3. #3
    Registrierter Benutzer
    User seit
    Jul 2002
    Ort
    Wienerwald
    Beiträge
    1.281
    Ich hatte 3 Jahre den Kickr und bin heuer auf den Neo umgestiegen, hauptsächlich wegen der Lautstärke und der Abweichung bei der Leistungsmessung, diese Erwartungen erfüllt der Neo zu 100%.

    Tretgefühl ist trotz unterschiedlicher Konzepte überraschend ähnlich, der Neo hat einen deutlich höheren Flex beim Treten was ich positiv finde (der Kickr steht wie ein Bock) leider verwindet sich dabei das ganze Gerät dabei (im Extremfall lautstark).

    Handhabung beim Kickr finde ich besser, besonders dass man keinen Adapter unter dem Vorderrad benötigt.

    Beim Kickr ist die App Kompatibilität (noch) größer.

    Preislich muss man ergänzen, dass man im Netz den NEO schon um 1100 EUR bekommt, der Kickr ist meines Wissens nicht unter 1299 zu bekommen, sonst wäre der Kickr2 bei der Neuanschaffung sicher meine erste Wahl, mit dem Preis hat er sicher (zumindest außerhalb der USA) einen schweren Stand.

  4. #4
    Frohnatur Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
    Beiträge
    8.369
    Zitat Zitat von Scuta Beitrag anzeigen
    sonst gar kein Minus?
    Naja, wenn man sehr streng ist, könnte vor den Preis und den Anfangsdrift ein Minus setzen. Allerdings haben alle Rollen Trainer einen Anfangsdrift, bis auf den Cyclus2. Der kostet aber das fünffache...

    Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren. Ich werde den Kickr zweimal die Woche weiterfahren. Falls mir was auffällt, wirds hier ergänzt.
    Geändert von NoPain (19-11-2016 um 19:00 Uhr)

  5. #5
    Registrierter Benutzer
    User seit
    Jul 2010
    Ort
    Wien
    Beiträge
    14
    Da keine Dehnmessstreifen mehr eingesetzt werden, frage ich mich wie die Leistung gemessen wird?
    Wie beim guten alten Daum über
    Leistung=Strom durch Bremsmagnet x Drehzahl Schwungscheibe x Faktor?

    Wie auch immer, scheint gut zu funktionieren...

    Schade, dass Ihr keine kurzen Sprints (z.B. 5 s - 1000 W) gefahren seid - Sonst super Bericht, danke.

  6. #6
    Frohnatur Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
    Beiträge
    8.369
    Zitat Zitat von Alex_g6r Beitrag anzeigen
    Da keine Dehnmessstreifen mehr eingesetzt werden, frage ich mich wie die Leistung gemessen wird?
    Wie beim guten alten Daum über
    Leistung=Strom durch Bremsmagnet x Drehzahl Schwungscheibe x Faktor?

    Wie auch immer, scheint gut zu funktionieren...

    Schade, dass Ihr keine kurzen Sprints (z.B. 5 s - 1000 W) gefahren seid - Sonst super Bericht, danke.
    DC Rainmaker ist einige Programme mit Intervallen, Sprints und dgl. gefahren. Sah eigentlich alles recht gut und schlüssig aus.

    Großes Fragezeichen ist halt, ob er den Switch "Control w/ Powermeter" aktiviert hatte. Steht nirgends. Könnte manche Genauigkeits-Vergleiche "künstlich" verbessern und manche Sprints oder kurze Intervalle verschlechtern, da ja aktiv nachreguliert (abgeglichen) wird.

  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von klemens
    User seit
    Sep 2004
    Ort
    Wien, Badgastein
    Beiträge
    815
    BB-Urteil: Der smarteste unter den Smart-Trainern.
    Was sind eurer Meinnung nach die Vorteile ggü Elite Drivo und Tacx Neo, womit der Kickr diese BB-Urteil verdient?

  8. #8
    Frohnatur Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
    Beiträge
    8.369
    Sind so viele Kleinigkeiten (sollten aber alle im Text stehen):
    - Niveauausgleich
    - Einfacher Transport per Tragegriff, ohne dass man sich einen Bruch hebt oder die Schienbeine bricht
    - hohe Schwungmasse für realistisches Tretgefühl
    - supergenaue Werte auch OHNE Abgleich mit Powermeter
    - Installation/Software absolut komfortabel und selbsterklärend
    - Rascher Umbau auf Streckachse, MTB, etc.
    - Größte Auswahl an Dritt-Applikationen (hab ich mehrfach gelesen, nicht nachgezählt)

    Der Tacx Neo Smart ist sicherlich auch ein gutes Produkt und wäre meine persönliche Alternative zum KICKR 1. Der neue KICKR kann aber irgendwie (fast) alles einen Tick besser.

  9. #9
    Registrierter Benutzer
    User seit
    Jul 2002
    Ort
    Wienerwald
    Beiträge
    1.281
    Heute um 10% verbilligt!
    Code CYBER16

    Braucht wer einen NEO?