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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : müssen Rettungswagenfahrer "ihre" Gegend kennen?



yellow
08-05-2011, 20:32
mir ist gestern was komisches passiert:
überhole auf Autobahn, paar Km vor Ausfahrt Gloggnitz, einen großen Krankenwagen der mit Blaulicht dahingondelt;
fahre Gloggnitz ab, Kumpel wartet schon im Auto sitzend beim Freibad, drehe selbst nur um und wir fahrn weiter Richtung Schottwien.
Kurz vor Schottwien kommt uns der Blaulichtkrankenwagen entgegen.
Es kann sich imho nicht ausgegangen sein, dass die auch in Gloggnitz runter sind, direkt weitergefahren bis Schottwien, Patient eingeladen und schon wieder aufm Weg retour ...

Ich kanns mir nur so erklären:
ist auf der Autobahn weiter bis Maria Schutz und von dort die ganze Strecke zurück - wo immer sie auch hin wollten.
Das würde sich nämlich zeitlich richtig gut ausgehen

Kennzeichen Neunkirchen, also zumindest der Wagen aus der Gegend
Fahrn die nicht mit Navi?
Oder sind mit Leuten aus der Gegend bestückt?
:confused:

Weil falls mein Eindruck stimmt, dann wäre das doch ein Umweg und als Patient würd mir das wohl eher nicht behagen ...

bikeopi
08-05-2011, 20:46
früher (ich bin selber einmal gefahren) musste man die gegend kennen. da man in graz nur schwer alle strassen kennen kann, hatte ich immer eine karte dabei. ich kann mich aber erinnern, das es damals schon fahrer gab, die entsetzlich durch die gegend gekurvt sind, weil sie keine ahnung hatten.

heute sollten die meisten fahrzeuge mit navi ausgestattet sein bzw bekommen bei navigationsproblemen funkanweisungen von der zentrale. eigentlich sollte das rasche auffinden der zieladresse kein echtes problem mehr sein.

möglicherweise wurde ja der erste einsatz storniert und der krankenwagen zu einem folgeeinsatz umgeleitet.

Weight Weenie
08-05-2011, 21:43
Ich denke sie sollten - es muss aber nicht sein.

Mein Nachbar wäre fast gestorben weil nach einem herzstillstand der Krankenwagen innerhalb Steyrs erst 10 Minuten später kahm obwohl wir in unmittelbarer Nachbarschaft des Krankenhauses wohnen. Die haben uns einfach nicht gefunden.

Nichtmal unsere firmeneigene Werksrettung kennt alle Hallen und ihre dazugehörigen Nummern - da kommen immer wieder blöde Situationen daher :(

bike charly
08-05-2011, 21:48
in der aufregung des anrufers passiern auch oft fehler.................
zb. wird oft die eigene adresse des anrufers angegeben anstatt die des unfallortes...............
oder nur ein " do is wos passiert kummans schnööö" und aufgelegt.............

bikeopi
08-05-2011, 23:24
Ich denke sie sollten - es muss aber nicht sein.

:(

meines wissens gibt es keine vorschrift bezüglich navisystemen in einsatzfahrzeugen, nein.

man kann aber - gerade im ländlichen bereich - selber einiges beitragen, um im notfall rasch gefunden zu werden, dh beschilderung, deutlich sichtbare hausnummern, prägnante wegbeschreibung für den notfall schon vorher überlegen usw...

Siegfried
08-05-2011, 23:34
Ich hatte kürzlich beim Tag der Offenen Tür an unserer Rotkreuz-Dienststelle im Ort (NÖ) die Möglichkeit, in die Rettungs- und Notarztwägen rein zu schauen.

Die Fahrzeuge waren alle mit Garmin-Navi´s ausgestattet, aber die Leute dort haben erzählt, dass das ein Kann und kein Muss in den Fahrzeugen ist. Zusätzlich haben sie digital die AMap auf einem Handheld dabei. Diese Geräte sind mit GPS ausgestattet und verfügen auch über Koordinatenangabe/-ausgabe (brauchen sie auch für Hubschraubereinsätze). Routingfähig sind diese Geräte allerdings (noch?) nicht.

Abhängig von der Ausstattung des Fahrzeuges, der Ortskenntnis der Fahrer und den Möglichkeiten der Fahrzeugbesatzung navigiert man also entweder via Navi, manuell über Amap oder Ortskunde.

Eine generell Aussage ob Ja/Nein ist also, soweit ich das verstanden habe, nicht möglich.

Tendenziell gilt: je präziser der Anrufer seine Ortsangabe macht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man(n)/frau rechtzeitig gefunden wird.

m0le
09-05-2011, 11:06
Naja bei der Fahrerprüfung bei der Gemeinde wird man geprüft wie man von A nach B kommt, ohne Navi oder Straßenkarte. Da werden aber auch hauptsächlich größere Straßen oder wichtige Punkte gefragt und net irgendwelche Gassln. Dafür gabs, zu meiner Zeit, no das Navi von Freytag & Berndt! ;)

Was auch öfters vorkommt, dass Einbahnen umgedreht werden und man plötzlich 3mal um den Block fahren muss bis man zur Adresse kommt.

datoni
09-05-2011, 11:37
ich bin fahrer in Nö und da gibt es keine richtlinien wie gut man sich auskennen muss und in jedem auto dafür ein navi. generell ist es so wenn es zweifel mit der zieladresse gibt, dass man per funk mit der leitstelle verbunden ist, und die einem anweisen.

ich bilde mir aber ein, dass bei der berufsrettung in wien es voraussetzung ist, in jedes krankenhaus in wien finden zu können.

zu der geschichte vom threadersteller, es ist möglich dass es unterwegs einen storno gab, oder ein einsatz vorgereiht wurde, oder wenn schon mit patient unterwegs sich das zielkrankenhaus geändert hat und noch viele faktoren mehr.

schwarzerRitter
09-05-2011, 11:46
Jaja, da haben wir bei der Feuerwehr auch schon einiges erlebt.

zB hieß es wir solln zum Bauer Maier fahren, in wirklichkeit war es dann der Bauer mit Vulgo Namen Baier.

Oft stehen wir hier am Land auch mit unseren größeren Fahrzeugen vor zu niedrigen Durchfahrten, kleinen Brücken mit einer Gewichtsbeschränkung oder versperrten Schranken an.

mikeva
09-05-2011, 13:20
da is ja letzens wer in kärnten, beim 4 bergelauf gestorben, weil die rettung auf grund eines schrankens nicht weiterkonnte...........:mad: ein fahrverbot reicht ja nicht, kleinkarierte leute brauchen schranken...........

datoni
09-05-2011, 13:45
da is ja letzens wer in kärnten, beim 4 bergelauf gestorben, weil die rettung auf grund eines schrankens nicht weiterkonnte...........:mad: ein fahrverbot reicht ja nicht, kleinkarierte leute brauchen schranken...........

was ich gelesen habe gehts ja sogar so weit dass sich die zustäde rettungsstelle schon länger bemüht den schlüssel dafür zu bekommen - vergebens

schwarzerRitter
09-05-2011, 13:50
Hab ich auch gelesen, echt arg.
Als Feuerwehr ist so ein Schranke ja noch relativ schnell überwindbar da ein Bolzenschneider, Flex usw. meist verfügbar.
Aber als Rettungsfahrer stehst da echt schnell an.

Gestern in der Kleinen wurde aber noch von irgendeinem Privatgrundbesitzer berichtet der eine Forsttraße mit einem massivem Holztor absperrt, konnte den Bericht aber auf die Schnelle jetzt nicht finden.

datoni
09-05-2011, 14:20
Bolzenschneider haben wir auch mit, seit dem artikel weiß ich auch wozu, bin froh dass bei uns die leute ein wenig "normaler" im kopf sind, es gibt keinen schlüssel den wir nicht im auto haben-dementsprechend kerkermeistermäßig sieht auch der schlüsselbund aus.

reini1100
09-05-2011, 14:35
zu meiner Zivildienst Zeit gabs auch noch kein Navi, auskennen mußte man sich auch nicht zwingend, wäre auch unmöglich, die Zivildiener wurden da buntgemischt, teilweise auch von anderen Bundesländern. Unser Navi war eine A0 Straßenkarte bei der, wenn man auf einer Legende den Straßennamen drückte, die Straße auf der Karte aufleuchtete. Die hing auf der Rettungsstelle und mit Funk hat man sich so weitergeholfen. Telefon gabs damals natürlich schon, aber nicht für Zivis. Probleme mit dem Adresse finden hatten wir selten, viel mehr gab es oft Verständigungsprobleme bei den Anrufern, das war wirklich ein Problem, vor allem mit ausländischen Patienten.
So versuchten wir eines Nächtens einmal die Straßenangabe "Jusufsdoi okatri" bei der ein Notfall vorlag, zu übersetzen...hat lang gedauert bis wir draufkamen das es "Josefstal 38" heißen sollte. War zum Glück nix schlimmes, sowas kann aber auch schlecht ausgehen..
Die Strecken in die einzelnen KH, auch nach Wien, wurden uns eingetrichtert, daß wir ja die kürzeste nehmen, weil die Rettungsstelle die Transporte nach Kilometer abrechnet, bzw. für ein bestimmtes KH nur bestimmte km bezahlt bekommt.
Ein Umleiten des Rettungsautos kommt durchaus vor, wenn z.B die Einsatzmannschaft aus Mangel an Personal Krankentransporte (keine Notfälle) fährt, und unterdessen ein Notfall eintritt. Dann wird mit dem Patienten zum Notfall gefahren, der hat immer Vorrang.