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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beinahe Unfall auf Radweg mit Kind / Rechtliche Lage?



oJay
19-05-2011, 13:58
Ich bin heute morgen fuhr ich entlang einer Landesstraße auf dem Radweg mit dem Rad. Rechts neben dem Radweg verläuft eine hohe Lärmschutzwand und die Wand endet rechtwinkelig mit einer kleinen Einfahrt zu einer Nebenstraße.
Als ich ca 20m von der Einfahrt entfernt war, ging ein kleines Mädchen auf dem Radweg und ging auch brav auf der Seite. Unmittelbar bevor ich zu der Einfahrt kam, rannte plötzlich ein kleines Mädchen (offenbar eine Freundin) mit lautem Geschrei raus. Haarscharf verfehlten sich mein Rad und das Kind. War eingentlich Glück denn ich sah das Kind wirklich erst im letzten Augenblick und durch die vorbeifahrenden Autos und die Lärmschutzwand konnte ich das Kind auch nicht hören.

Wie sieht sowas generell rechtlich aus? Kinder sind zwar vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen aber wenn ich es nicht mal sehen/hören kann? Die Autos haben an der Einbiegung an die Landesstraße ein "Vorranggeben"-Schild. Bin ich dann auch auf dem Radweg mit dem Recht der Vorfahrt?

Ich bin kein rücksichtsloser Radler, sondern gerade bei Kindern, bin ich immer vorsichtig und bremsbereit aber in der Situation wäre ich machtlos gewesen...

m0le
19-05-2011, 14:09
Ich bin heute morgen fuhr ich entlang einer Landesstraße auf dem Radweg mit dem Rad. Rechts neben dem Radweg verläuft eine hohe Lärmschutzwand und die Wand endet rechtwinkelig mit einer kleinen Einfahrt zu einer Nebenstraße.
Als ich ca 20m von der Einfahrt entfernt war, ging ein kleines Mädchen auf dem Radweg und ging auch brav auf der Seite. Unmittelbar bevor ich zu der Einfahrt kam, rannte plötzlich ein kleines Mädchen (offenbar eine Freundin) mit lautem Geschrei raus. Haarscharf verfehlten sich mein Rad und das Kind. War eingentlich Glück denn ich sah das Kind wirklich erst im letzten Augenblick und durch die vorbeifahrenden Autos und die Lärmschutzwand konnte ich das Kind auch nicht hören.

Wie sieht sowas generell rechtlich aus? Kinder sind zwar vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen aber wenn ich es nicht mal sehen/hören kann? Die Autos haben an der Einbiegung an die Landesstraße ein "Vorranggeben"-Schild. Bin ich dann auch auf dem Radweg mit dem Recht der Vorfahrt?

Ich bin kein rücksichtsloser Radler, sondern gerade bei Kindern, bin ich immer vorsichtig und bremsbereit aber in der Situation wäre ich machtlos gewesen...

Wie ist das mit auf Gefahrensicht fahren? Wenn i ein Kind seh fahr i automatisch langsamer und pass auf, dass ich aprupt stehen bleiben kann.

Daniel Saxon
19-05-2011, 14:41
Wenn ich das richtig verstanden habe dann hatte er nicht die Chance das Kind zu sehen.... müsste man dann im Schritttempo fahren wenn man auf eine uneinsichtige Stelle zufährt?

Mir ist es aber schon passiert das Kinder zwischen Autos rausgeschossen kamen, von der Straßenseite her auf den Radweg, dürften Verstecken gespielt haben, oder ähnliches... man müsste zwar, kann aber einfach nicht auf alles gefasst sein. Wenn tatsächlich was passiert, wird es eine Streitfrage werden ob der Radfahrer schuld hat, oder eine Verletzung der Aufsichtspflicht usw.... ich geh aber davon das man als Radfahrer sehr wohl die Schuld hat, eben von wegen, vorausschauend, bremsbereit, angemessenes Tempo etc.... hoffe es weiß hier jemand mehr tät mich auch interessieren!

m0le
19-05-2011, 14:44
Wenn ich das richtig verstanden habe dann hatte er nicht die Chance das Kind zu sehen.... müsste man dann im Schritttempo fahren wenn man auf eine uneinsichtige Stelle zufährt?


Es war schon ein Kind da. Kinder sind selten allein unterwegs. Wenn i scho ein Kind seh rechne ich damit, dass von irgendwo noch ein anders Kind rauskommt.

wüdi
19-05-2011, 14:48
Es war schon ein Kind da. Kinder sind selten allein unterwegs. Wenn i scho ein Kind seh rechne ich damit, dass von irgendwo noch ein anders Kind rauskommt.

stimmt schon.. nur wie schauts eben rechtlich aus... würde mich auch interessieren (nicht nur den ersteller)...

grey
19-05-2011, 14:51
in einer perfekten welt wär zu 60% derjenige schuld der solche radwege zu verantworten hat..
fahren auf halbe, gefahrensicht und sicht gilt natürlich auch für radwege, dass die radwege teils so angelegt sind dass du eigentlich überhaupt nur gefahren/halbe sicht fahren kannst ist natürlich ärgerlich.

ich würd sehr froh sein dass nix passiert ist

<Philipp>
19-05-2011, 14:53
Generell sollte man so fahren, dass man bei einem plötzlich auftretenden Hindernis noch rechtzeitig stehenbleiben kann.

oJay
19-05-2011, 14:57
Generell sollte man so fahren, dass man bei einem plötzlich auftretenden Hindernis noch rechtzeitig stehenbleiben kann.

das stimmt, da geb ich dir recht, aber viele radwege sind so gschissen gelegt dass man bei jeder 2. hausausfahrt auf 10 km/h abbremsen müsste um stehen bleiben zu können wenn wer rausrennt. das kanns ja auch nicht sein?

sollte an uneinsehbaren kreuzungen kein spiegel oder sowas stehen?

wie geschrieben bin ich sehr vorsichtig was kinder angeht und an den gefahrenbereichen wie schulwegen usw. bin ich von haus aus langsamer unterwegs.

grey
19-05-2011, 15:04
sollte an uneinsehbaren kreuzungen kein spiegel oder sowas stehen?


wenn an jeder uneinsichtigen kurve an radwegen so ein verkehrsspiegel stehen würde wär österreich wirklich arm. das mein ich jetzt finanziell.
das is halt die typische, "leckts mich am oasch" politik die einen zwingt auf dem radweg zu fahren der mit menschenwürdigen geschwindigkeiten nicht befahrbar ist und somit sinnlos wird..
im endeffekt bist halt einfach schuld wenn was is..

oJay
19-05-2011, 15:11
das is halt die typische, "leckts mich am oasch" politik die einen zwingt auf dem radweg zu fahren der mit menschenwürdigen geschwindigkeiten nicht befahrbar ist und somit sinnlos wird..
im endeffekt bist halt einfach schuld wenn was is..

ja sowas ist traurig, besonders wenn man wieder statistiken liest wo geschrieben ist dass es auf dem radweg gefährlicher ist als auf der straße


"Radweg = Sicherheit" ist ein Irrglaube

In den vergangenen 30 Jahren sind allerorten Radwege nach dem Motto: "Radweg = Sicherheit und Komfort für Radfahrer" gebaut worden. Das hat sich aber im Nachhinein als nicht mehr haltbar herausgestellt. Denn die Unfallhäufigkeit auf schlecht gestalteten Radwegen ist höher als auf der Fahrbahn, weil's nämlich bevorzugt an Kreuzungen und Einmündungen kracht, und dort werden die Radfahrer liebend gerne von den Autofahrern übersehen, weil die separaten Radwege außerhalb des Sichtfeldes der Autofahrer geführt werden.

eine radwegbenutzungspflicht gibt es ja in österreich in nicht? da bin ich auf jedenfall sicherer vor kindern/herausfahrenden autos auf der straße als aufm radweg

<Philipp>
19-05-2011, 15:15
eine radwegbenutzungspflicht gibt es ja in österreich in nicht?

Was ich weiß schon.

grey
19-05-2011, 15:24
eine radwegbenutzungspflicht gibt es ja in österreich in nicht?

so ganz versteh ich den satz jetzt nicht aber ich nehm an dass die richtige antwort lautet:
natürlich gibt es eine radwegbenützungspflicht. ausgenommen für trainierende rennradfahrer.

der fall der pflicht wird ja des öfteren "diskutiert", da jaulen dann immer die ganz besonders klugen autofahrer, dass es eine frechheit ist, dass wir auf den teuer von den autofahrern bezahlten radwegen nichtmal fahren wollen.. :D

StB
19-05-2011, 15:30
also ich GLAUBE, Du wärest rechtlich voll schuld:

1, weil Kinder grundsätzlich vom Vertrauensgrundsatz ausgeklammert sind
2, Du Deine Geschwindigkeit so zu wählen hast, dass Du jederzeit vor plötzlich auftauchenden Hindernissen anhalten können musst (also müsste Dein Radl noch beim Händer stehen)...

So meine Denke...

Eventuellen Spielraum könnte man noch mit der Vernachlässigung der Aufsichtspflicht durch die Eltern rausschlagen, aber das führt dann imho allerhöchstens zu einer Teilschuld...

Das mit dem Strassenschild ist eine gute Frage - gelten Strassenschilder auch für Radwege? gibt es einen Unterschied, ob der Radweg auf der Strasse oder am Gehsteig oder als eigener Streifen geführt wird? Da tappe ich etwas im dunkeln und halte mich lieber and die "sichere variante" (v.a. die Geschwindigkeitsbegrenzungen beachte ich voll ;-) )

LG
StB

oJay
20-05-2011, 08:08
ich hab gestern abend noch eine befreundete juristin zu dem thema befragt und hier der konsens aus dem gespräch:
man ist nicht automatisch schuld wenn einem kind etwas passiert, weil man in manchen situationen einfach keine chance hätte es erkennen zu können oder es einfach zu spät ist zu reagieren (Beispiel Kind rennt direkt vors auto von uneinsehbaren stelle). in solchen fällen gibt es dann ein gesetz, glaube es hast EKHG geheissen, die solchen unvermeidbaren umstände berücksichtigt. weiters kann unter umständen die aufsichtspflicht der eltern in frage gestellt werden.

fredf
20-05-2011, 08:30
Meiner Meinung nach, auch wenn es in unserer heutigen Gesellschaft Usus ist, sollte es nicht immer und überall einen Schuldigen geben bzw insbesondere die Suche danach vieles (z.b. positives Denken) blockieren. Manches ist halt quasi unausweichlich, die Folgen traurig aber es ist schön wenn man soetwas akzeptieren lernen darf.

outmen
20-05-2011, 08:50
Meiner Meinung nach, auch wenn es in unserer heutigen Gesellschaft Usus ist, sollte es nicht immer und überall einen Schuldigen geben bzw insbesondere die Suche danach vieles (z.b. positives Denken) blockieren. Manches ist halt quasi unausweichlich, die Folgen traurig aber es ist schön wenn man soetwas akzeptieren lernen darf.

:toll:

yellow
20-05-2011, 12:07
ich glaube heuer über nen ähnlichen Unfall in der Zeitung gelesen zu haben,
der Autofahrer wurde - zu Recht - freigesprochen, weil wirklich keine Chance gehabt.
Auch die Umstände waren ähnlich.
Manchmal läufts einfach schief, ohne dass wer "schuld" sein muss

... an die "ich bin immer sooooo nachsichtig und gerade bei Kindern sowas von supersupervorsichtig": GLAUB ICH DIR NICHT.
PS: hatte letztens mal eine ähnliche Situation. In Baden, durch Grünstreifen getrennte Fahrbahnen (Hecke links + rechts, Gehweg in der Mitte), paar Mal mit Querungsmöglichkeit. Links auf meiner Spur parken Autos.
Rolle mit so ca. 40 dahin und knapp vor mir läuftn Junge quer drüber.
Keine Chance den zu sehen, ist in seinem vollen Lauf einfach drübergeschossen und rechts weiter in eine Wohnhausanlage.
Und so schnell weiter dass ich ihm nicht mal sagen konnte, was daran falsch wäre (so alt wär er gewesen)

Mit den erlauben 50 hätt ich ihn vermutlich gschnupft und mit den üblichen "bissl drüber" wär er mir seitlich reingrennt; er hätt nämlich auch nimmer stoppen können.

oJay
20-05-2011, 12:42
... an die "ich bin immer sooooo nachsichtig und gerade bei Kindern sowas von supersupervorsichtig": GLAUB ICH DIR NICHT.


wo ist jetzt der unterschied zwischen deiner situation und meiner? bei beiden wären wir machtlos gewesen wenn nur kleinigkeiten nicht mehr gepasst hätten, häts peng gemacht.

man kann hier nur sagen, dass wir glück hatten dass nyx passiert is!

Krempel
20-05-2011, 20:53
Kinder spielen meist zu mehrt, da solte man bitte schon damit rechnen, daß da noch eines dabei ist.

NoDoc
20-05-2011, 22:04
ich glaube heuer über nen ähnlichen Unfall in der Zeitung gelesen zu haben,
der Autofahrer wurde - zu Recht - freigesprochen, weil wirklich keine Chance gehabt.
Auch die Umstände waren ähnlich.
Manchmal läufts einfach schief, ohne dass wer "schuld" sein muss

... an die "ich bin immer sooooo nachsichtig und gerade bei Kindern sowas von supersupervorsichtig": GLAUB ICH DIR NICHT.
PS: hatte letztens mal eine ähnliche Situation. In Baden, durch Grünstreifen getrennte Fahrbahnen (Hecke links + rechts, Gehweg in der Mitte), paar Mal mit Querungsmöglichkeit. Links auf meiner Spur parken Autos.
Rolle mit so ca. 40 dahin und knapp vor mir läuftn Junge quer drüber.
Keine Chance den zu sehen, ist in seinem vollen Lauf einfach drübergeschossen und rechts weiter in eine Wohnhausanlage.
Und so schnell weiter dass ich ihm nicht mal sagen konnte, was daran falsch wäre (so alt wär er gewesen)

Mit den erlauben 50 hätt ich ihn vermutlich gschnupft und mit den üblichen "bissl drüber" wär er mir seitlich reingrennt; er hätt nämlich auch nimmer stoppen können.

nein, wennst schneller gefshren wärst, dann wärst schon lange vorbei gewesen.....

yellow
21-05-2011, 08:49
wo ist jetzt der unterschied zwischen deiner situation und meiner? bei beiden wären wir machtlos gewesen wenn nur kleinigkeiten nicht mehr gepasst hätten, häts peng gemacht.

man kann hier nur sagen, dass wir glück hatten dass nyx passiert is!wundere mich, dass Du den einen Satz auf Dich beziehst, denn der war doch klarerweise an den mole gerichtet.
:confused:



(und ja, gut dass wir Glück hatten)

oJay
23-05-2011, 09:37
wundere mich, dass Du den einen Satz auf Dich beziehst, denn der war doch klarerweise an den mole gerichtet.
:confused:



(und ja, gut dass wir Glück hatten)

weil ich auch geschrieben hab dass ich dabei immer vorsichtig bin ;)

StB
23-05-2011, 12:54
ich fürchte halt nur, dass Dir der gegnerische Rechtsanwalt dann sagt, ob Du eine Chance gehabt hättest oder nicht... :-(- und entschieden wird mit 3 Gutachten, die sich die Situation 3 stunden lang aus jeder Richtung angeschaut haben und 3 Wochen lang darüber gebrütet haben - während Du gerade mal
0,3 sekunden Zeit hattest Dich zu entscheiden..

Das sind Situationen, vor denen ich mich echt fürchte - egal ob mitn Radl oder mitn Auto...

LG
StB