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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unfall: Oberster Gerichtshof gibt Radfahrer Vorrang



wo-ufp1
21-02-2012, 13:17
Die Straßenverkehrsordnung enthält für das Nebeneinander von Autos und Fahrrädern auf den Straßen Regeln, die einander widersprechen. Einen Streitfall hat das Höchstgericht nun zugunsten der Radfahrer gelöst. (http://diepresse.com/home/recht/rechtallgemein/733470/Unfall_Oberster-Gerichtshof-gibt-Radfahrer-Vorrang?_vl_backlink=/home/recht/rechtallgemein/index.do)

Wien. Wenn zwei aus verschiedenen Richtungen auf eine Kreuzung zukommen und Nachrang haben, muss einer von beiden doch Vorrang haben – auch wenn es zur endgültigen Klärung erst einer Kollision und dann einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs bedarf. Eine solche ist jetzt gefallen: Wenn ein Radfahrer über das Ende eines Radwegs hinaus auf eine Kreuzung fährt und dabei sieht, dass ein von rechts kommendes Auto eine Nachrangtafel beachten muss, dann hat der Radfahrer Vorrang. Der Autofahrer muss warten, obwohl die Straßenverkehrsordnung besagt: „Radfahrer, die eine Radfahranlage verlassen, haben anderen Fahrzeugen im fließenden Verkehr den Vorrang zu geben“.
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Zwar sollte man selbst auch immer aufpassen :look:, aber die Straßen(bauten), Regelungen und Schilder gehören auch mal überdacht, abgesehen von manchmal schwammigen oder nicht eindeutigen Gesetzen.

bigair
21-02-2012, 14:13
kommts nicht auch draufan ob der radfahrer steht oder fährt? ich würd das genauso handhaben wie ein auto. sobald der radfahrer die radfahranlage verlässt, und sich somit auf der strasse befindet, ist er wie laut stvo einzustufen; steht er, verzichtet er auf vorrang, fährt er...hat er - wie ein auto auch - vorrang.

hermes
21-02-2012, 15:05
ist ein fahrzeug, dass eine nachrangtafel hat "im fließenden verkehr"?
für mich wär der fall sonnenklar gewesen, dass da einer den ogh braucht ....

grey
21-02-2012, 15:30
nur kfz werden zum fließenden verkehr gezählt. ;)

woha
21-02-2012, 15:39
Bei allen Rechtslagen: Als Radfahrer bist sowieso gut beraten immer ein bischen vorsichtig zu sein!

yellow
21-02-2012, 17:54
das war aber wirklich eine komplett schwachsinnige, gefährliche Kreuzung,
wie sieht denn das jetzt aus?

FloImSchnee
21-02-2012, 19:08
kommts nicht auch draufan ob der radfahrer steht oder fährt?Nein. Es geht ja um das Verlassen der Radfahranlage.


ist ein fahrzeug, dass eine nachrangtafel hat "im fließenden verkehr"?Ja.

Ich kann die Entscheidung nachvollziehen, weil aus Sicht des Autofahrers der Radler ja auch Querverkehr darstellt, dem durch die Vorrang-geben-Tafel Vorrang gegeben wird.
EDIT: hab mir erst jetzt die Bilder im obigen Link angesehen. Ich hatte bei obiger Aussage angenommen, dass der Radweg parallel zur Querstraße verlaufen ist. Bei dem Bild ist's aber echt nicht leicht zu entscheiden. Der OGH hätte aus meiner Sicht auch umgekehrt entscheiden können.
In der Praxis ist's halt in solchen Fällen immer gscheiter, sich's mitm Gegenüber auszumachen (Handzeichen), wer zuerst fährt. Grad als Radler...

wo-ufp1
21-02-2012, 19:26
Nein. Es geht ja um das Verlassen der Radfahranlage.

Ja.

Ich kann die Entscheidung nachvollziehen, weil aus Sicht des Autofahrers der Radler ja auch Querverkehr darstellt, dem durch die Vorrang-geben-Tafel Vorrang gegeben wird.
EDIT: hab mir erst jetzt die Bilder im obigen Link angesehen. Ich hatte bei obiger Aussage angenommen, dass der Radweg parallel zur Querstraße verlaufen ist. Bei dem Bild ist's aber echt nicht leicht zu entscheiden.
Aus dieser Sicht (bzw Bild) hat es der Autofahrer wirklich nicht leicht, eine Radquerung zu vermuten.
Er könnte zwar das verkehrt angebrachte runde Schild (ge-)sehen haben, aber das hätte auch ein anderes Verkehrszeichen sein können.

Interessant wäre auch, ob der Kleinbus/-lkw auch eine Mitschuld aufgebrummt bekommt; weil er wo steht, wo er nicht dürfte (ev. 5 Meter Kreuzungsbereich).

Andererseits sollte auch und gerade der Radfahrer, wenn er selbst die Kreuzung nicht einsehen kann, auch nicht (mit 5 km/h) fahren, sondern stehenbleiben und sich langsam vortasten.

Dem Verkehrsfluss sind natürlich so Sichtversteller (oft im Kreuzungsbereich und auch oft in dieser [Hasner-]straße) nicht gerade förderlich.

ad Radfahrer/Auto steht oder fährt?
Wenn beide stehen, dann hebt sich der Vorrang bzw. Vorrang geben auf.

roadrunner82
22-02-2012, 07:20
Obwohl der Radler nur im Schritttempo quer über den Gehsteig hinweg unterwegs war (der Autofahrer fuhr etwa 25 km/h), war der Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern.

Ich kenne die Kreuzung nicht, aber wo endet der Radweg?

Schwacholdi
22-02-2012, 09:23
In der Praxis ist's halt in solchen Fällen immer gscheiter, sich's mitm Gegenüber auszumachen (Handzeichen), wer zuerst fährt. Grad als Radler...

genauso isses.
immer davon ausgehen, daß der andere, vorsichtig ausgedrückt, überfordert ist.
egal, ob der jetzt im auto, im lkw oder auf dem rad sitzt.
da hab ich was davon, wenn auf meinem grabstein dann steht, daß ich im vorrang war...

krull
22-02-2012, 09:48
Das passiert halt wenn Parkplätze wichtiger sind als Sicherheit. Zudem fuhr der Autofahrer etwa 25km/h (trotz Vorrang geben Tafel) und somit recht nah an der erlaubten Maximalgeschwindigkeit in der 30er Zone. Das wäre auch ohne von links kommende Radfahrer schnell, würde ich meinen.
Eine häufig beobachtbare Kopflosigkeit im Verkehr lässt sich dem Radfahrer aber auch nicht abreden.

Schwacholdi
22-02-2012, 10:08
nicht nachvollziehbar, daß es da den ogh braucht.
der autofahrer hat "vorrang geben", fertig.
wenn ihm der kleinbus die sicht verstellt, muß er sich eben vortasten.
außerdem kann er durch den parkenden kleinbus gar nicht wissen, ob der radfahrer aus dem s.g.fließverkehr oder vom radweg kommt.
nur, wie gesagt als radfahrer als schwächstes fahrzeug stur auf mein recht zu pochen zeugt halt nicht gerade von hochwertiger zerebraler ausstattung, gelinde ausgedrückt.....
ganz tragisch wirds allerdings dann, wenn einer mit dem auto nach einem während der fahrt erlittenen schlaganfall ungebremst in ein vollbesetztes cafe rauscht, mit toten und verletzten, wie voriges jahr in deutschland passiert- wer will da einen schuldigen finden?

krull
22-02-2012, 11:08
nicht nachvollziehbar, daß es da den ogh braucht.
der autofahrer hat "vorrang geben", fertig.

Ganz so einfach ist es dann doch nicht: "...die Straßenverkehrsordnung besagt: 'Radfahrer, die eine Radfahranlage verlassen, haben anderen Fahrzeugen im fließenden Verkehr den Vorrang zu geben'." (aus oben genanntem Artikel)

feristelli
22-02-2012, 12:07
haben also beide vorrang. aüßerst prekär.
man könnte es aber auch so sehen:
beide haben vorrang zu geben.
so sollte es eigentlich schon ein kleines kunststück sein, einen unfall zu verursachen.
aber mit dem "geben" haben wir's nicht so ...

grey
22-02-2012, 12:32
das einzige problem ist die untragbare "radweg ende" regelung und das grindige zuparken von kreuzungen (am besten mit liefer/kastenwagen um JA solche situationen zu provozieren)

wenn alles schief läuft kann sowas durchaus passieren, in 99% der fälle gehts gut, da halt nicht.

Schwacholdi
22-02-2012, 14:11
Ganz so einfach ist es dann doch nicht: "...die Straßenverkehrsordnung besagt: 'Radfahrer, die eine Radfahranlage verlassen, haben anderen Fahrzeugen im fließenden Verkehr den Vorrang zu geben'." (aus oben genanntem Artikel)

das siehst du von recht wegen schon richtig, aber in diesem falle weiß der pkw gar nicht, ob der radfahrer von einer radfahranlage kommt oder aus dem fließverkehr, da ihm ja der parkende kleinbus die sicht verstellt.
ich weiß zwar nicht, wie's andere handhaben, aber ich persönlich, wenn ich auf so eine kreuzung zufahre und "vorrang geben" habe lass den querverkehr, ob radweg oder strasse, passieren.
und mit a bissel defensiv allerseits läßt sich ohnehin vieles vermeiden, gesetz hin oder her...

bigair
22-02-2012, 14:18
Nein. Es geht ja um das Verlassen der Radfahranlage.


das weiß ja der autofahrer nicht, deshalb wäre für mich (aus sicht des autofahrers) der radfahrer als normaler strassenverkehrsteilnehmer zu beurteilen.

Schwacholdi
22-02-2012, 14:22
das weiß ja der autofahrer nicht, deshalb wäre für mich (aus sicht des autofahrers) der radfahrer als normaler strassenverkehrsteilnehmer zu beurteilen.

meine worte...

bigair
22-02-2012, 15:32
meine worte...

hoppala...da gibts ja schon eine zweite seite ;)

wo-ufp1
10-04-2012, 09:46
Radfahrer: "Bike & Ride" auf neuen Straßen (http://diepresse.com/home/panorama/wien/747496/Radfahrer_Bike-Ride-auf-neuen-Strassen)Am konkretesten dürften die Planungen für die Hasnerstraße in Ottakring sein.

Schön. Aber der OGH sollte auf diese Straße(nkreuzung) weiterhin ein Auge haben :zwinker:.