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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auffahrunfall, Schadensregulierung an Radhändler abtreten?



Granada
20-08-2012, 15:31
Liebe bikeboarder,

ich habe da mal eine vielleicht etwas absurd klingende Frage, aber im Grunde wäre das im Ergebnis dasselbe wie bei einem Schaden an meinem PKW. Mir ist heute morgen ein PKW-Lenker an der roten Ampel hinten auf den Renner draufgefahren. Der Reifen ist platt, die Felge krumm. Weitere Schäden kann ich als Laie nicht erkennen geschweige denn sagen, daß da nix weiter passiert wäre. Wäre ich mit dem eigenen PKW unterwegs gewesen und der Wagen noch fahrbereit, dann hätte ich (und habe das auch schon früher mal so getan) den Wagen in die nächste Niederlassung meiner Marke gebracht, dem Annahmemeister eine Unterschrift gegeben und die hätten sich um alles gekümmert. Nach ein paar Tagen hätte ich den reparierten Wagen wieder abgeholt und nach einigen Wochen wäre noch Post von der Versicherung gekommen, in der auch das Gutachten zur Schadenshöhe dringestanden wäre. Wie gesagt so alles auch schon erlebt und kein Problem gehabt.

Kann ich nicht meinen Renner auch einfach zu einem Fahrradfritzen stellen und dem meine Ansprüche an die gegnerische Versicherung abtreten? ich will doch nur ein neues Laufrad hinten und wieder damit fahren können. Ich hab keine Lust auf wochenlange Briefwechsel und dann zicken sie rum wegen Nutzungsausfall für ein Rennrad im Grundsatz und wegen sechs Wochen sowieso.

Hat jemand von euch Erfahrung mit Kfz-Versicherungen, die einen Haftpflichtschaden an einem Fahrrad regulieren sollen?

LG
Rüdiger

donWaldi
20-08-2012, 16:29
Weiß nicht ob dir das weiter hilft, aber mir ist folgendes passiert:

Auffahrunfall bei der Ampel, auf dem Auto (meiner Frau) war am Radträger hinten mein Rennrad montiert --> Sachschaden am Auto, Renner ebenfalls beleidigt (GsD reparabel, zuerst dachte ich nämlich das es ein Totalschaden ist)

Hab mich dann als Drittbeteiligter an die gegnerische Versicherung gewandt (Generali übrigens) und die wollten eigentlich nur einen Kostenvoranschlag einer Radwerkstätte haben (an der Stelle gleich in bisschen Werbung für Thomas von www.fahrradwerk.at, weil der is super! *g*)
Den KV hab ich dann an die Versicherung geschickt die dann die Übernahme der Reparaturkosten zugesichert haben.

Sprich bei mir ging das relativ reibungslos mit 2 oder 3 emails. Auch die Kohle war binnen kürzester Zeit am Konto.

lg, donWaldi

AFX
20-08-2012, 16:30
der grund, wieso das bei einem pkw-schaden relativ glatt und schnell abläuft, ist der, dass die abwicklung über die kfz-haftpflichtversicherung läuft...d.h. nicht nur der schaden den du mit dem kfz verursachst, sondern auch der schaden der an deinem kfz entsteht, wird normalerweise von deiner versicherung abgewickelt.

-> ein schaden am (unversicherten) fahrrad wird folglich vollkommen anders geregelt.

meine erfahrung dahingehend sehen so aus:

wenn du glück hast, hat dein unfallgegner den schaden (und die schuldensfrage) bereits bei seiner versicherung gemeldet, und du kannst ihnen einen kostenvoranschlag schicken den sie vielleicht schnell "genehmigen". eventuell musst du zu einem besichtigungstermin. eventuell streuben sie sich und es wird zum streiten.
wenn du pech hast, hat der unfallgegner überhaupt nichts gemeldet, dann wirds sowieso haarig, dann musst du eventuell zuerst an ihn persönlich die rechnung schicken und hoffen dass er zahlt...dann eventuell eine anzeige machen...auf jeden fall sind das viele rennereien.

also am besten zuerst mit ihm, oder wenn du die daten seiner versicherung hast, mit denen kontakt aufnehmen und ein bissl druck machen, damit das schnell behandelt wird.

falls du eine private rechtschutzversicherung hast, ist jetzt der richtige moment, diese vers. über den fall zu informieren.

PLR
20-08-2012, 17:04
der grund, wieso das bei einem pkw-schaden relativ glatt und schnell abläuft, ist der, dass die abwicklung über die kfz-haftpflichtversicherung läuft...d.h. nicht nur der schaden den du mit dem kfz verursachst, sondern auch der schaden der an deinem kfz entsteht, wird normalerweise von deiner versicherung abgewickelt.

Verstehe ich jetzt nicht so ganz. Die eigene Haftpflicht deckt doch nur den Schaden, den man bei jemandem anderen verursacht, was mit dem eigenen Fahrzeug ist, ist denen egal, dafür müsste man eine Teil oder Vollkasko haben wenn ich jetzt richtig informiert bin. In dem Fall des Threadstarters müsste eigentlich die Haftpflichtversicherung des verusachenden PKW Lenkers den Schaden übernehmen wenn er eindeutig Schuld hat.
Mir ist vor mehreren Jahren ein einparkendes Auto ins Vorderrad geknallt, dem seine Versicherung hätte hier ohne wenn und aber bezahlt, auf Grund einer eher geringen Schadenshöhe habe ich die Sache aber direkt mit dem Verursacher erledigt. Radl in die Werkstatt, die Rechnung bei der Abholung den Verursacher zahlen lassen......

AFX
20-08-2012, 17:59
Verstehe ich jetzt nicht so ganz. Die eigene Haftpflicht deckt doch nur den Schaden, den man bei jemandem anderen verursacht, was mit dem eigenen Fahrzeug ist, ist denen egal, dafür müsste man eine Teil oder Vollkasko haben wenn ich jetzt richtig informiert bin. In dem Fall des Threadstarters müsste eigentlich die Haftpflichtversicherung des verusachenden PKW Lenkers den Schaden übernehmen wenn er eindeutig Schuld hat.


jein.
deine eigene haftpflicht zahlt dir zwar deinen eigenen schaden nicht, übernimmt aber die koordination mit der vers. des unfallgegners...da werden dann auch so sachen wie teilschuld, vollschuld, keine schuld usw. abgeklärt.

d.h. auch wenn du (nach eigenem ermessen) unschuldig bist, musst du deiner haftpflichtvers. den schaden und die daten des gegners melden...alles klar?

und bzgl. threadersteller, da muss theoretisch zwar die gegnerische vers. zahlen, allerdings wenn's der unfallgegner nicht gemeldet hat, oder die vers. den schaden zu hoch oder ungerechtfertigt einschätzt, hast du keine lobby die dich unterstützt.

Granada
20-08-2012, 18:54
Vielen Dank für die Infos! Dann hab ich's ja bisher soooo verkehrt nicht gemacht. Der Unfallverursacher war sehr freundlich, wir haben in Ruhe einen Standardunfallbericht ausgefüllt und unterschrieben. Ich hab den Durchschlag, er das Original der Versicherung eingereicht. Ich habe der Versicherung heute morgen gleich den Schaden gemeldet und inzwischen eine Rückmeldung erhalten, daß sie ihn aufgenommen haben und den Fall bearbeiten.

Mal schauen, wie der Emailverkehr weitergeht. Hauptsache einigermaßen zügig und für mich halbwegs bequem und ohne doppelte Laufereien. Am liebsten wäre mir, die würden einen Kostenvoranschlag für die Montage eines neuen HR akzeptieren. Ist ja nur ein billiges Ksyrium Equipe und zum Glück hab ich noch nicht in Ksyrium SLR investiert gehabt!

Apropos fahrradwerk.at: das ist im 17., da könnt ich von der Arbeit aus (hackel am AKH) durchaus mal schnell hin.

LG
Rüdiger

Granada
31-08-2012, 11:47
So, ich muß nun doch meinen Unmut über die Generali äußern. Die verarschen mich harmlosen Naivling nach Strich und Faden. Erst soll ich das Rad zum Händler bringen, damit sich das ein Gutachter anschauen kann. Dann stell ich das Rad zum Händler und nun soll ich einfach nur den Kostenvoranschlag einschicken. Also, KV-Erstellung abgewartet, zum Glück nur das Laufrad zu erneuern, und an die Versicherung gemailt.
Geahnt hatte ich es eh schon, aber unaufgefordert schicken wollte ich es auch nicht. Nach der Bitte um den KV kam eine weitere Mail, daß sie auch noch die Ankaufsrechnung benötigen würden. Also, Ankaufsrechnung eingescannt und umgehend per Mail hingeschickt.
Aktueller Stand heute mittag: als Antwort auf die Zusendung der Ankaufsrechnung eine knappe Mail im SMS-Stil: "Fahrrad - bitte Schadenfotos senden !".

Das Verhalten der Generali zielt natürlich darauf ab, mich mürbe zu machen. Aber mit so einem Verhalten treiben sie letztendlich sogar so harmlose Leute wie mich dazu, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen (natürlich niemals bei der Generali!) und zukünftig solche Sachen direkt den Anwalt erledigen zu lassen. Daß damit aber nur ein ganzer Wirtschaftszweig am Leben erhalten wird, der vergleichsweise überflüssig wäre, will mir nicht in den Sinn kommen. Deswegen werde ich keine Rechtsschutzversicherung abschließen (habe ich 40 Jahre lang nicht gebraucht) und mich einfach nur weiterhin so verhalten, daß mir solche Streitereien erspart bleiben. Den aktuellen habe ich ja nicht selbst angefangen, da ist mir ja der Autofahrer reingefahren. Konnte ich ja nicht ahnen, daß man in so einfachen Fällen auch schon einen Rechtsverdreher beauftragen muß!

LG
Rüdiger

StB
31-08-2012, 11:58
So wie Du das schilderst, denke ich, würde Dir eine RSV auch nicht helfen - da brauchst eher eine Sekretärin, die den Papierkram erledigt :-)

Aber Du hast recht, so eine Salamitaktik kann darauf abzielen, dass Du mürbe wirst - ich würde bei der nächsten Kontaktaufnahme mal hölflich um Bestätigung bitten, dass das nun alles war, was die Versicherung braucht - andernfalls sollens eine Liste mit allen noch benötigten Unterlagen zuschicken (mit der Gefahr, dass sie auch noch Deinen Stammbaum dazu haben wollen, sowie die Schuhgröße aller am Bau Deines Rades beteiligten Personen :-))

LG
StB

AFX
31-08-2012, 12:06
ja ist leider so.

war bei mir ähnlich....40 jahre nie probleme (vermutlich weil ich nie was von versicherungen brauchte), und dann - plötzlich gleich mehrere verschiedene fälle innerhalb von 2 jahren.

bei keiner einzigen geschichte gab's ein problem mit der schuldensfrage...es ging immer nur darum, was sich die versicherung einfallen lässt um zeit zu schinden bzw. um nicht "zuständig" zu sein...oder um noch einen weiteren gutachter hinzuzuziehen.

zermürbungstaktiker auf hohem niveau.
wenns dann nämlich wirklich um geldsummen geht bzw. man verletzungsbedingt sowieso am semmerl ist, kann einen das an mentale grenzen bringen...

Granada
31-08-2012, 12:08
ich würde bei der nächsten Kontaktaufnahme mal hölflich um Bestätigung bitten, dass das nun alles war, was die Versicherung braucht [...]

Danach fragte ich sowieso von Anfang an in jeder Email. Bereits in der Meldung des Schadens bat ich darum, mir mitzuteilen, was sie alles benötigen würden. Kein Wort davon und auch deswegen habe ich der Generali vorhin in freundlichem, aber bestimmten Ton, mal mitgeteilt, was ich von ihrer Art Schadenregulierung halte. :)

Wird schon werden. Das Laufrad hinten ist beschädigt, das kann jeder besichtigen und wird es erkennen (auf Fotos wird man das eher nicht erkennen können, aber was soll's). Kriegen sie halt scheibchenweise alle Daten bis zur Schugröße der Sekretärin, die die Rechnung geschrieben hat. Aber ich mußte mal eben meinem Unmut Luft verschaffen. Wenn die Sache mal zu einem Abschluß gekommen sein wird, werd ich natürlich auch noch kurz davon berichten.

LG
Rüdiger