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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wieder einmal Südostasien (Laos)



Golo
03-02-2013, 17:21
Hallo Leute ! Bei dem Wetter hier fällt mir der Abschied nicht schwer - Ich fliege am Dienstag nach Bangkok und werde von dort noch mit dem Nachtzug in Richtung laotische Grenze weiterfahren. Bei Paxhe wird der Megkonk gequert und dann möchte ich (soweit es möglich ist, die Straßensituation ist nicht ganz geklärt) dem Ho-Chi-Minh-Pfad nach Norden zur Ebene der Tonkrüge folgen. Zuerst wollte ich mit dem MTB fahren - da aber ziemlich viel asphaltiert sein soll nehme ich das Surly LHT mit breiteren Reifen. Dort wo noch Piste ist werde ich schon irgendwie durchkommen. Sollte ich unterwegs auf Internet treffen melde ich mich mal.

BMC Racer
03-02-2013, 18:51
Ich wünsche dir für deine Reise alles Gute (vor allem Unfallfrei). Und denk daran, auf der "falschen" Straßenseite zu fahren (zumindest in Thailand - von Laos weis ich es nicht).

Komm wieder gut heim und Berichte uns wenn möglich!

LG BMC Racer

PatschnPicker
03-02-2013, 19:58
Hört sich gut an...
Ich wünsch Dir eine gute und unfallfreie Reise mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen ...
Und ich freu mich auf Deine Berichte...

hermes
03-02-2013, 21:23
alles gute. ich freu mich auch auf deine berichte.

ventoux
04-02-2013, 04:28
Der Mann macht das Richtige aus seinem Leben.Beneidenswert.
Gutes Gelingen.

crossfan
05-02-2013, 09:25
Gute Fahrt Gerold- dort gibts wenigstens keinen Streusplitt :D

Golo
08-02-2013, 14:56
Hallo! hat alles geklappt - ich habe in Bangkok Reiseradkollegen aus D getroffen und wir sind mitcdem NachtzugcRichtung Osten gefahren.

tenul
08-02-2013, 15:06
Hallo! hat alles geklappt - ich habe in Bangkok Reiseradkollegen aus D getroffen und wir sind mitcdem NachtzugcRichtung Osten gefahren.
Gute Reise!
:wink:

Golo
08-02-2013, 15:11
Hat mit dem Hochladen der Fotos nicht geklappt...

Golo
08-02-2013, 15:39
Wir sind dann heute zusammen 81 km (teils bei Gegenwind) bis zum Mekong gefahren und werden morgen nach Laos weiterradeln. Der Temperaturunterschied zu Wien von mehr als 30 Grad hat das Fahren muehsam gemacht - ich hab heute fast 8 l getrunken obwohl es keine 200 HM waren...

crossfan
09-02-2013, 09:28
Prost!!!
scheinen aber bisher gute Straßen zu sein.

Golo
10-02-2013, 11:12
Bin jetzt in Saravan - Fotos hochladen hat hier keinen Sinn, da die Verbindungen extrem traege sind. Die Strassen bis zur Grenze waren ganz hervorragend - auf laotischer Seite sind sie auch gar nicht so schlecht bis auf die letzten 20 km vor dem Ort - da wird gerade neu asphaltiert. Saravan wurde im Vietnamkrieg lt. meinem Reisefuehrer von den Amerikanern (die den hier verlaufenden Ho Chi Minh-Pfad unterbrechen wollten)dem Erdboden gleichgemacht - dementsprechend halten sich die Sehenswuerdigkeiten in Grenzen. Morgen werde ich mal eine Strecke probieren deren Zustand noch voellig ungeklaert ist - die Frau von meinem Guesthouse sagt sie war da noch nie (obwohl die Strasse gleich nach dem Ort beginnt). Schauen wir mal....

Golo
14-02-2013, 11:40
Aktion " Befahrung des Ho Chi Min Pfades" hat ueberraschend einfach begonnen. Die Strasse Nr. 15 war 85 km wunderbar asphaltiert ( sollte nach meinem brandneuen Reisefuehrer noch Piste sein).

Golo
14-02-2013, 11:55
Die Fotos oben sind noch von der Anreise ueber das Bojavven- Plateau (Kaffeeanbau - siehe 3. Foto) nach Saravan. Ich freue mich am naechsten Tag jedenfalls ueber die neu asphaltierte voellig verkehrsfreie Strasse und radel los.

Golo
14-02-2013, 12:13
Statt wie geplant die Hauptstrasse Nr. 9 zu erreichen endet meine Fahrt nach 65 km an der Grenze zu Vietnam - weder die Strasse noch der Grenzuebergang ist auf meiner Karte eingezeichnet. War wohl nichts (ich hab kein Visum) also wieder zurueck und eine 2. Nacht im gleichen Guesthouse uebernachtet. Die Einfahrt zur Hi Chi Min Road liegt auesserst unauffaellig am Anfang des Ortes und war von mir nur durch Hilfe einer englisch sprechenden Aerztin zu finden (letztes Foto oben).

crossfan
14-02-2013, 12:15
Ich bin dann wieder mal unterwegs - diesmal möchte ich dem Ho Chi Min-Pfad nach Norden folgen. Ich weiß es ist nicht sehr wahrscheinlich - aber falls jemand von euch schon dort war und vielleicht eine Konditorei aufgefallen ist wäre ich für Tips dankbar (nach Tagen mit Klebereis aus dem Bastkörbchen mit Gemüse und wenn es hochkommt einmal ein Eich- oder Erdhörnchen am Holzspieß hab ich sicher auf einen Eisbecher "Vietcong" oder auf den Bananenauflauf "Onkel Ho" Guster...).

bissi mager schaust aus, gibts keine Konditoreien :devil::D

Golo
14-02-2013, 12:30
Dann folgen 90 harte Radkm ohne Asphalt mit einigen Flussquerungen (haette mit der Typ am letzten Foto nicht den Uebergang gezeigt waere ich wohl samt Rad baden gegangen). Auf so manchem Abschnitt war mein ReiseRR etwas fehl am Platz - oft das viel zu holprige Originalpflaster oder Unfahrbarer Sand. Entschaedigt hat die weitgehend intakte Dschungellandschaft.

Golo
14-02-2013, 12:44
Die aendert sich dramatisch als ich endlich oestlich von Xepong wieder Asphalt erreiche - hier fand eine der groessten und entscheidenden Schlachten des Krieges statt und die Auswirkungen auf die Umwelt sind noch heute ueber 40 Jahre spaeter deutlich sichtbar - es sind auch immer noch Bombenentschaerfer unterwegs. An der Kreuzung erinnert allerlei Kriegsgeraet und ein pompoeses Denkmal an den Sieg.

Golo
14-02-2013, 12:52
Nach der anstrengenden Etappe gestern bin ich heute nur gemuetlich 160 km flach in Richtung Mekong gerollt - unterwegs gestaerkt mit Huehnersuppe - hat schon wer den Haxen eines Huhns gegessen? Ich bin ja nicht besonders heikel aber das hab ich verweigert...

bs99
14-02-2013, 12:55
ahaaaa! Wunderbares Südostasien :)
An den Hühnerbeinen zu knabbern, hat mich auch Überwindung gekostet, schmecken tuts aber gut.
Ich war selber noch nie in Laos, aber der vietnamesische Teil des Mekongdeltas hat mir gut gefallen...

Danke für das Fernweh.

Golo
14-02-2013, 12:56
bissi mager schaust aus, gibts keine Konditoreien :devil::D Lassen wir das mit dem Essen - im Outback gab es gar nichts (in vielen Doefern rennen die Kinder bei meinem Anblick plaerrend davon) und sonst Klebreis (den ich schon jetzt nicht mehr sehen kann)

Golo
14-02-2013, 13:39
ahaaaa! Wunderbares Südostasien :)
An den Hühnerbeinen zu knabbern, hat mich auch Überwindung gekostet, schmecken tuts aber gut..
Ok ich weiss zwar nicht was da ausser Knorpel und Knochen dran sein soll aber ich weree sie kosten. Danke fuer den Tip!

bs99
14-02-2013, 13:48
da gehts um den Geschmack und die Konsistenz - etwas labberige Haut und den Knorpel.
Die Asiaten im Allgemeinen beziehen auch die Konsistenz sehr in das "Geschmackserlebnis" mit ein - von schleimigen Gemüsen bis zu trocken gerösteten Fischgräten ist da alles dabei - für uns Langnasen halt sehr ungewohnt :)

Weiterhin viel Spass beim Entdecken, und freu dich auf die tollen Früchte im Mekongdelta!

Golo
15-02-2013, 09:33
Ins Mekongdelta gehts nicht sondern in die andere Richtung. Sitze gerade in Phaxhe in dem gleichen - jetzt schon wieder Verfallserscheinungen zeigenden - Luxushotel wie mit dem Michlk vor 4 Jahren. Ist zwar teurer geworden aber ich finde nach den Entbehrungen der letzten Tage (in denen ich eh kaum Geld ausgeben konnte) hab ich mir eine Badewanne, ein Restaurant mit richtigen Nudeln und ein Fruestuecksbuffet verdient. Morgen gehts wieder in nordoestliche Richtung ins Outback..

Heute bin ich am Vormittag schnell die 100 km abgeradelt und nuetze den Nachmittag zum Waesche waschen (lassen) und das vom Staub roetlich eingefaerbte Rad und mich zu servicieren - so ist jetzt ein Friseurbesuch angesagt.

Weil hier auch oft Material zum Radreisen diskutiert wird : mein Schwalbe Marathon vorne und hinten der faltbare Vittoria Randonneur Super laufen bis jetzt pannenfrei!

Heft_Klammer
15-02-2013, 10:48
Ok ich weiss zwar nicht was da ausser Knorpel und Knochen dran sein soll aber ich weree sie kosten. Danke fuer den Tip!
Also für mich warens ungeniessbar und ich war sonst nicht heikel. Aber es waren chinesische Hühnerpratzerl - vielleicht schmecken die anders.

bs99
15-02-2013, 11:41
Im Zweifelsfall ausreichend Bier zum Runterspülen bereithalten :)

Golo
15-02-2013, 12:19
Bier ist kein Problem - das "Laobeer" schmeckt gut und man bekommt es in 0,66 l-Gebinden. Das mit dem Friseur war gar nicht so einfach - der erste hat mich in seinen Essraum gleich (de facto ident mit dem Laden) auf ein Bier eingeladen und wollte mir fuer heute Nacht seine Tochter verkaufen (kein Schmaeh - gut das uch fuer solche Faelle Bilder meiner Ex und der Kinder am Handy habe). Der zweite hat gerade Mittagsschlaf gehalten und keine Lust gehabt (war ein Laote) aber beim Dritten hats geklappt (war ein Chinese).

Golo
15-02-2013, 12:37
Auf dem ersten Foto seht ihr die Dinger die ich fortan zum Fruestueck essen werde nur gibt es sie leider nicht flaechendeckend. Falls Michlk hier mitliest wird er sich an das Hotel erinnern. Die Lichtorgel am Nachtkastel (inklusive zu dimmendes Rotlicht) ist auch bemerkenswert...

michlk
15-02-2013, 12:57
Falls Michlk hier mitliest wird er sich an das Hotel erinnern.

Habe mir vorgenommen Deine Reise nicht mitzuverfolgen damit mich das Fernweh nicht noch mehr packt. - ist mir aber nicht gelungen... :cool:
Sicher kann ich mich an diese Luxusabsteige erinnern. (War ja auch der Tag der Rache Montezumas... :rofl: )

Weiterhin gute Fahrt!

Gruss
Michl

Sumpfine
17-02-2013, 12:53
Hallo, echt klasser Bericht, Danke, lG und schöne Reise noch :-)

Golo
18-02-2013, 11:43
Ich habe mittlerweile eine Runde durch den laotischen Karst gedreht - wunderschoene Gegend aber 80 km Piste bzw. Baustelle

Golo
18-02-2013, 11:58
Ueberraschung des Tages : mitten im Nirgendwo am Ende des Asphalts ein von einem Belgier betriebenes Restaurant (letztes Foto). Also nach dem eh schon ueppigem Fruestuecksbuffet im Luxushotel gleich einmal Seafood-Spaghetti nachgeworfen. So gestaerkt konnte die Piste kommen. Sie fuehrt entlang eines Suausees - der Urwald wurde einfach unter Wasser gesetzt und die Baueme ragen noch raus.

Golo
18-02-2013, 12:15
Wegen der schlechten Strasse musste ich nach 100 km bei der einzigen (sehr billigen aber auch sehr einfachen) Unterkunft (welch ein Kontrast zur vorigen Nacht, ich hab auch den Huettenschlafsack in Betrieb genommen) auf der Piste einen Bungalow mieten. Positive Ueberraschung : das Speisenangebot des Huettenwirtes enthielt auch Dognuths und Apfelkuchen (keine Ahnung wo der den herhatte aber alles besser als Reis...)

Golo
18-02-2013, 12:36
Die Kohlenhydrate haben fuer fast 60 km schlechte und staubige Piste zwar azsgereicht ich war aber heilfroh bei Lak Sao wieder auf Asphalt fahren zu koennen. Die Strasse Nr. 8 wieder zurueck zum Megkong ist wunderschoen zu fahren und hat immer wieder tolle Ausblicke. Die Huette fuer die letzte Nacht war um einiges komfortabler (und teurer) und ich hab dort tatsaechlich Landsleute getroffen die mit einer deutschen Reisegruppu unterwegs waren.

Heute zu Mittag am Megkong war dann wieder landesuebliche Kost angesagt : Klebreis mit irgendwelchem Getier - ich nahm die gemischte Platte des Hauses, von jedem ein Stueck. Was immer es auch war es war nicht viel dran.

Morgen werde ich versuchen mich von Paksan (meinem Uebernachtungsort) nach Phonsavan im Hochland durchzuschlagen. Wie so oft sind die Infos betr. Strassenzustand und dem Vorhandensein der angeblich in Bau befindlichen Bruecken auesserst widerspruechlich - schaun ma mal...

StB
18-02-2013, 12:52
Hallo Golo!

Danke für Deinen Bericht - die vielen Fotos - und alles Gute noch für Deine weitere Fahrt!
LG
StB

vivione
20-02-2013, 10:51
Danke, dass Du das mit uns teilst, Golo! Höchsten Respekt vor Deiner Leistung, Deiner Abenteuerlust und Deiner Improvisationskunst!

sereno west
20-02-2013, 11:07
Fernweh!!!!
Das Essen und die Straßen sind schon eine echte Herausforderung! Weiterhin gute Reise!
LG Monika

PatschnPicker
20-02-2013, 11:16
Golo, ich hoffe Deine Reise dauert noch laaange und Du schickst uns noch viiiele Bilder und Berichte ... :toll:
Aber vor allem komm auch wieder gut zurück ... :wink:

Golo
20-02-2013, 11:20
Die Strasse Richtung Norden war vollstaendig asphaltiert und das war gut so denn heute morgen hat es geregnet.

Morgenmuffel
20-02-2013, 12:00
Danke für die schönen Fotos! Und schön zu lesen, dass es dir - trotz Klebereis - gut geht! :toll:

Golo
20-02-2013, 12:18
Vom Mekong nach Phonsavan sind es 230 km und 1500 HM - zu viel fuer einen Tag (zumal man in Aequatornaehe nur 12 Stunden Tageslicht hat). Also hab ich gestern nach 142 km Schluss gemacht - und 3 x Reis und ein Cornetto (im Eisshop Foto oben) gegessen.

Golo
20-02-2013, 13:06
Trotz Regen waren die 40 km bergauf nicht schlimm - die tiefhaengenden Regenwolken haben dem Urwald ein interssantes Flair verliehen. In der alten Hauptstadt Muang Khoun fast 1200 m hoch hat der Regen aufgehoert aber die Kriegsschaeden sind noch immer sichtbar.

Golo
20-02-2013, 13:18
Wuesste ich es nicht besser aus dem Reisefuehrer haette ich mich ueber due vielen Teiche hier im Hochland gewundert - es sind alles Bombentrichter die jetzt als Enten- oder Fischteiche genutzt werden. Auch die Tonkruege wurden beschaedugt sind aber noch immer eindrucksvoll. Von der Stadt Phonsavan ist nichts uebrigeblieben - sie wurde nach dem Krieg komplett neu aufgebaut.

Sumpfine
21-02-2013, 12:49
Danke für die Fotos und Bericht, ich lese da jetzt immer in meiner Mittagspause, sag wie/wo tust Übernachten? lG

tenul
21-02-2013, 12:58
Danke für dieses Reisetagebuch!

Auch die Tonkruege wurden beschaedugt sind aber noch immer eindrucksvoll.
Sind denn diese rätselhaften Formen http://bikeboard.at/Board/attachment.php?attachmentid=141656&stc=1&thumb=1&d=1361361551 Tonkrüge? Sehr eindrucksvoll!

Golo
22-02-2013, 11:40
Also Uebernachten ist kaum ein Problem - in den groesseren Orten und in den Touristenstaedten ( zb Luang Prabang wo ich jetzt bin) hat man sogar eine ziemliche Auswahl. Zimmer mit eigenem Bad und Klo (WC stimmt nicht immer, oft muss man selbst spuelen...) kosten zwischen 5 und 25 Euro - zu zweit waere es deutlich billiger, wie ueberall in Asien zahlt man pro Zimmer.

Die Tonkruege sind eigentlich aus Stein und nach neuesten Forschungen handet es sich um riesige Urnen. Gab noch viel mehr davon aber viele wurden im Krieg zerstoert.

Golo
22-02-2013, 14:11
Von Ponsavan nach Luang Prabang waren es zwei haertere Etappen - jeweils um die 130 km mit je 2000 HM.

Golo
22-02-2013, 14:36
In der Werstatt oben wurde meine bisher einzige Panne behoben - fuer 40 cent. Landschaftlich war die Strecke ein Hammer und auch das Klima war angenehm (bewoelkt und sogar ein paar Tropfen).

Golo
22-02-2013, 15:14
In Phou Khoun gab es ein Stelldichein verschiedenster Reiseradler aus allen moeglichen Nationen - die meisten sins (wie ich) mit einem Surly LHT unterwegs - sozusagen der Volkswagen der Reiseradller. Das Unterkunftsangebot hat sich seit meinem letzten Besuch grringfuegig verbessert, das Essensangebot nicht - also wieder Reis...

Golo
22-02-2013, 15:36
Wie zu sehen sind die Sanitaerankagen mancherorts noch verbesserungswuerdig... Jedenfalls geht es zwischen Phou Khoun und Luang Prabang mittlerweile fast wie am DRW zu - kein Wunder bei der tollen Lanschaft die sich im Feb. um einiges gruener praesentiert als letztes Mal im Maerz.

Golo
23-02-2013, 01:18
Auf meine Frage was die Kids da verkaufen wurde mir gedeutet dass die jetzt getrockneten Viecher am Boden gelaufen sind und das man das essen koenne. Naja mir waren die Abendspaghetti in Luang Prabang lieber (und sie duerften auch kaloruenreicher gwesen sein). Der ideale Ort fuer einen Wasch- Bikepflege- und Kulturtag. Hier gibt es so ziemlich allles was mein Herz (und Gaumen) nach den kulinarischen Entbehrungen der letzten Wochen begehrt

Golo
23-02-2013, 14:34
Heute habe ich eiben Ruhe- und Rasttag eingelegt und mich und mein Rad gepflegt sowie die kulinarischen Verlockungen von Luang Prabang probiert. Auch fuer eine spottbillige Bein- und Nackenmassage durch eine mandelauegige Schoenheit war Zeit - sie hat mich etwas sanfter vehandekt wue jene Masseurin vor 4 Jahren die im Krieg wahrscheinlich aks Folterknechtin beschaeftigt war. Noch ein paar Fotos vom (trotz der vielen Touristen) nettem Staedtchen :

Golo
24-02-2013, 12:30
Bin heute wieder ei Stueck weitergefahren - zuerst noch die Kuang Xi Wasserfaelle mit Baerenstation (vor Wilderern gerettete einheimische Baeren werden hier aufgepaeppelt) besucht.

Golo
24-02-2013, 14:19
Weiter ging es auf eiber 50 km langen Piste entlang des Mekongs bis ich wieder auf die Hauptstrasse getroffen bin. Der Faehrmann wird bald arbeitslos sein - die neue Bruecke ist schon in Bau. Xayaboury - mein heutiger Etappenort - hat nur wenige Touristen gesehen - also wieder Reis...

Extravaganza
24-02-2013, 16:07
Wiedermal eine sehr coole Reise, Gerold! Bin schon auf Deine Erzählungen gespannt, wenn Du wieder zu Hause bist und freu mich auf unsere nächste (kleine) Tour...;)

Wie kommst Du mit dem Surly zurecht? Bei vielen Bildern denk ich mir, dass das MTB die bessere Wahl gewesen wäre, oder was meinst Du?

Golo
25-02-2013, 00:37
Das Surly ist die ideale Wahl fuer diese Reise - die Pisten sind ganz gut damit zu befahren (natuerlich muss man mehr aufpassen wo und wie man faehrt als mit einem MTB mit Federgabel) und ein solches haette es wirklich nur auf 10 km am Ho Chi Minh Pfad gebraucht. Der Rennlenker ist auf den Aspaltstuecken - und die stellen ja 95 % des Untergrundes dar - ein grosser Vorteil (auch wenn ich mangels Wind nur selten Unterlenker fahre). Gestern hatte ich (noch auf Asphalt) den 2. Patschen der Reise - fuer 2000 km bis jetzt eine akzeptable Statistik.

So jetzt geht es weiter Richtung Sueden - zum Unterschied vom Fruestueck (Reis...) sind die Strassenverhaeltnisse nicht geklaert, schaun wir mal...

Golo
26-02-2013, 12:27
Gestrige Etappe wqr mit 150 km wieder etwas heftiger - dafuer hab ich in der ganzen Provinz Xayabouli nur einen einzigen Touristen getroffen - einen entfegenkommenden Reiseradler aus F.

sake
26-02-2013, 14:21
sabber immer meinen schreibtisch voll wenn ich deine bilder anschaue.

beneide dich um die vielen tollen eindrücke die du da sammelst. freue mich schon auf deine stories dazu!

Golo
26-02-2013, 14:28
Zu meiner Ueberraschung war die fast unbefahrene Lanstrasse gut asphaltiert und fuehrt durch eine nette Huegellandschaft. Die letzte Nacht in Laos hab ich dann in Paxlai verbracht - gleich gegenueber vom Guesthouse ein Kloster mit Hammer- unnd Sichelfahne - fuer die Laoten offenbar kein Widerspruch. Bei der Ausreise wurde ich vom Zoellner mit "hope you come back soon" verabschiedet - hab ich nett gefunden. Dann eine boese Ueberraschung in Thailand : von der 55 km langen Strasse bis Chiang Khan war die Haelfte grottenschlecht sodass selbst die wenigen Autos nur Schritttempo fahren konnten. Da es bis zu dem Ort - der ein logischer Uebernachtungsstop in der Gegend ist - aber nur 120 km sind war die azeitvrtzoegerung durch die Schlaglochpiste verkraftbar. Gleich im ersten Laden in Thailand hab ich mit ein Magnum und einen Schokoriegel reingezogen - einige Zeit entbehrte Koestlichkeiten.

Morgenmuffel
26-02-2013, 20:46
Cool .... wann fliegst zurück? Kommt mir ja schon ewig lang vor deine Reise ...

crossfan
27-02-2013, 08:03
also ich beneide dich hauptsächlich um die vielen schönen Grundlagenkilometer :wink: ... wie viel sind´s denn so ungefähr?

Golo
27-02-2013, 11:05
Ich wuerde das Radleben (nicht unbedingt in diesem Teil Thailands aber zB in Richtung dem bergigen Nordvietnam) schon noch einige Zeit aushalten - leider gehts am Sonntag zurueck. Wenn ich so gesehen habe was fuer ein Wetter zu Hause war hab ich wohl nix versauemt... Die meisten Radler die ich unterwegs so getroffen habe waren laenger unterwegs - einer schon 2 Jahre (der hatte aber um fuer alle Klimazone ausgeruestet zu sein 50 kg herumzufuehren, hatte Zelt + Kocher dabei (hier in der Gegend voellig ueberfluessig aber so schafft er es mit 2 Euro/Tag auszukommen - nicht mein Stil.

Das Radeln in Thailand macht wie erwartet weit weniger Spass als in Laos - viel Verkehr und eher oede Monokulturen beiderseits der Strassse, die Staedte sind sowieso haesslich und schauen alle gleich aus. Da ich seit gestern leichte Magenprobleme habe war heute nach 70 km Schluss um mich auszukurieren. Morgen dann noch eine 130 km Etappe bis Udon Thani von wo aus ich nach Bangkok zurueckfliege.

Werden zusammen ein bissel mehr als 2500 km sein. Fuer fast 4 Wochen jetzt nicht extrem viel aber es waren doch auch einige Pisten-km dabei und die Tagesfahrzeit ist recht kurz - um 6 ist es finster. Oft sind die Etappen wegen der Uebernachtungsmoeglichkeiten auch vorgegeben.

Heute gabs nicht zu fotografieren - vielleicht wird es morgen attraktiver, schauen wir mal...

Sumpfine
27-02-2013, 15:04
....sag warst du schon in Vietnam mitn Radl? Danke für deine Reiseinfos hier :-) und des Wetter da is grauslich... am WE solls ja schöner werden...lG

Golo
28-02-2013, 11:04
Nein war ich noch nicht soll aber nach den Erzaehlungen div. Radler die von dort kommen bzw. nach den Reiseberichten im Internet lange nicht so relaxt und verkehrsfrei wie Laos sein. Trotzdem hab ich noch eine Tour von Hanoi ueber Nordlaos - vielleicht mit einem Abstecher nach China - im Auge (dann bin ich aber wirklich so ziemlich jede asphaltierte Strasse in Laos gefahren).

Sitze gerade in einem ziemlich luxerioesen Hotelzimmer in Ubon Thani im 9. Stock wo man die ganze Stadt in ihrer Heasslichkeit ueberblicken kann. Auch die Fahrt hierher war erwartungsgemaess eher oed mit viel Verkehr. Vielleicht finde ich morgen noch ein paar ruhige Nebenstrassen fuer eine Tagestour - muss mich aber auch um die Flugverpackung fuer den Inlandsflug nach Bangkok kuemmern.

Gastronomisch gehts wieder aufwaerts: wahrend die Thais gegenueber am Strassenstand ihre traditionelle Fruestueckssuppe schluerfen hab ich bei 7eleven zwei Hotdogs verdrueckt (wuerde ich daheim nie essen schmecken aber im Vergleich goettlich). Apropos: in einem Strassenkaff wundere ich mich ueber die hohe Polizeipraesenz - kurze Zeit spaeter kuendigt sich mit grossem Traritrara ein Polizeikonvoi aus mehreren Einsatzfahrzeugen an die einen Tieflader esjortieren der eine riesige Hand (auf der Handflaeche haette eine Grossfamilie Platz) transportiert. Das Ding meiner Meinung nach darob der Groesse nicht besonders diebstahlsgefaehrdet gehoert offenbar zu einer der ueberall und in allen Groessen herumstehenden Bhudda-Statuen.

Das Carboloading im Hotelrestaurant hat auch nicht ganz geklappt : die "Seafood-Makkaroni" bestanden aus einem 1/4 kg Meeresfruechten zwischen denen sich ein paar Nudeln verloren...

giantdwarf
28-02-2013, 13:39
....sag warst du schon in Vietnam mitn Radl? Danke für deine Reiseinfos hier :-) und des Wetter da is grauslich... am WE solls ja schöner werden...lG
is bei mir zwar schon ein paar Jährchen her, aber wenn würd ich mich eher auf die Nordhälfte beschränken
auch die Hauptrouten wie z.B. Hanoi-Saigon würd ich eher meiden
generell: je weiter es Richtung Süden geht, desto mehr Verkehr und desto besser sind die Strassen ausgebaut
lG
Franz

Peter D.
28-02-2013, 16:41
@ Gerold, ich habe Deine Berichte echt genossen.
Mr. Spock würde sagen: "Faszinierend" :D

Golo
01-03-2013, 08:59
Heute noch eine gepaecklose Abschlussrunde westlich von Udon Thani in einer Landschaft gedreht deren Attraktivitaet in etwa einer Fahrt von Voesendorf nach Himberg gleicht.

Golo
01-03-2013, 09:24
Mitten auf der Nebenstrasse im Nirgendwo ploetzlich ein blaues Schild (weist hier immer auf eine tour. Attraktion hin) da steht irgendwas mit Ho Chi Minh und "Heritage Site" drauf. Da ich seinen Pfad ja ein Stueck gefahren bin und sich die Sehenswuerdigkeit nur 1 km neben der Strasse befindet ist mein Interesse geweckt - also hin. Ich komme zu einem tempelahnlichem Gebaude vor desse Eingang ein paar SchuelerInnen (die tragen hier alle Uniform) herumsitzen - uns sue sprechen nur sehr gebrochen Englisch aber ein bisschen koennen wir uns verstaendigen. Ich ziehe also due Bikesandalen aus, trete ein und erblicke Onkel Ho ganz in Gold - offenbar zum Bhudda verwandelt. Ich bekomme ein brennendes Rauecherstaebchen und es wird mir zu verstehen gegeben dass ich jetzt dieses in meine zu falt enden Haende nehmen soll und mit einer Verbeugung zu den vielen anderen vor der Statue plazierten Staebchen dazustecken soll.

Ich verbeuge mich auesserst ungern vor irgendwelchen religioesen oder politischen Fuehrern mache aber gute Miene zum seltsamen Spiel (was Onkel Ho wohl zu seiner Statue sagen wuerde? noch dazu hat Thailand im Krieg die USA und Suedvietnam unterstuetzt) und werde anschliessend in dem kleinen Museum herumgefuehrt. Da ein paar Exponate auf Englisch beschriftet sind kann ich das Raetsel um den Tempel hier loesen : genau in diesem Dorf arbeitete Ho Chi Minh in den 20er Jahren an der Unabhaengigkeit Vietnams. Im Freien sind noch sein (sehr bescheidenes) Wohnhaus, das dazugehoerige Kuechengebaude und ein Huehner- und Schweinestall zu sehen - angeblich alles original.

Golo
01-03-2013, 09:31
Ist doch immer wieder ueberraschend wie wenig man sich in dieser Weltgegend mit Geschichte belastet - und so mutiert ein Feind nach ein paar Jahrzehnten gleich zum Heiligen der offenbar religioese Verehrung geniesst.

So morgen gehts mit Air Asia nach Bangkok und dann radle ich nur mehr vom alten zum neuen Flughafen - wird wohl nicht prickelnd werden...

Extravaganza
02-03-2013, 00:37
Gute Heimreise, Gerold!

PatschnPicker
02-03-2013, 09:20
Na dann guten Flug...
Wettertechnisch wirds bei deiner Ankunft in Wien nicht allzu extrem werden...

Morgenmuffel
04-03-2013, 23:40
Das Magenproblem dürfte sich ja in Anbetracht der Süßigkeiten in Grenzen gehalten haben! :)

Bist schon zrück?
Wetter war herrlich hier - viel Schnee - urgeil zum Schneeschuhwandern in und knapp außerhalb Wiens! :love:
Des einen Freud - des anderen Leid! ;)

Golo
05-03-2013, 06:57
Ja bin wieder zurueck - hat alles gut geklappt und du hast recht - die Magenprobleme waren fast vernachlaessigbar und nach 2 Tagen auch schon wieder vorbei.

Es folgte nur noch eine grauenhafte Fahrt vom alten zum neuen Fkughafen in Bangkok (ueber 30 km) - einziger Lichtblick war das Coffeeshop am Foto das nicht nur guten Kaffee sondern auch Radsportliteratur, Kataloge etc aufluegen hat. Es liegt hakt zwischen mehreren Stadtautobahnen und ichcwar auch der einzige Radfahrer dort (eigentlich war ich wie so oft auf dieser Reise ueberhaupt der einzige Gast). Sonntag bin ich vor dem Abflug noch mit der Schnellbahn nach Bangkok rein und es hat mehrmals heftige Regenschauer gegeben welche die Strassen kurzfristig unter Wasser gesetzt haben. Gut dass das nicht einen Tag frueher passiert ist - waere wieder eine Megasauerei geworden.

crossfan
05-03-2013, 15:41
Des einen Freud - des anderen Leid! ;) 142006

kmety
15-03-2013, 17:52
Hab´ mir Deine Reiseberichte samt Fotos geblockt zu Gemüte geführt und bin schwer beeindruckt. Jeder Beitrag ist ein Erlebnis für sich und ich fühlte mich als wär´ ich selbst dabei. :toll:
Ein bissel abgemagert schaust aus - aber diesen Zustand wirst daheim sicher bald korrigiert haben. :zwinker::D

Sumpfine
24-03-2013, 17:09
is bei mir zwar schon ein paar Jährchen her, aber wenn würd ich mich eher auf die Nordhälfte beschränken
auch die Hauptrouten wie z.B. Hanoi-Saigon würd ich eher meiden
generell: je weiter es Richtung Süden geht, desto mehr Verkehr und desto besser sind die Strassen ausgebaut
lG
Franz
danke franz :-) aber derzeit warte ich auf besseres wetter!!!:s: fürs ausfahrten mitn neuen enduro:D

Sumpfine
24-03-2013, 17:15
Golo, Danke für den tollen Reisebericht!!!