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ridschard
27-03-2014, 14:21
Hallo

ich plane diesen Juni und Juli von Wien über Istanbul nach Georgien zu radeln. Dafür kaufe ich mir gerade ein Radl und da wollte ich wissen, was ihr davon haltet. Das Radl soll natürlich nicht gleich nach der Reise den Geist aufgeben sondern auch für zukünftige Projekte in Asien und was weiß ich wo was herhalten :). Jedes Feedback ist willkommen!

Maxcycles Twenty Six Man Stahl (http://www.maxcycles.net/modelln.php?xn=31) mit
- Sport 24 Gang
- City Ausstattung (braucht man angeblich wegen Schutzbleche, Licht ... sonst packens das ohnehin drauf)
- Speedlifter twist
- Vorbau winkelverstellbar
- Humpert Riser Bar
- Tubus Locc
- Schwalbe Marathon Mondial 50-599
- SON Delux silber
- Systempedale MTB (auch für normale Schuhe)
- Hinterbauständer Pletscher

Kostenpunkt 1520 EUR. Kommt noch dazu: Tubus vorne (70 EUR), Hörndl Lenker (20 EUR), Griffe Lenker (20 EUR), ggf. anderer Sattel (? EUR), ggf. mit Imbusschlüssel zu öffnende Schnellspanner (20 EUR) wenn nicht ohnehin schon drauf.

Eine Alternative wäre das TX400 von Fahrradmanufaktur um 1300 EUR. Das gibts mit hydraulischen Bremsen:
http://www.fahrradmanufaktur.de/katalog/expedition/TX-400-Shimano-Deore-XT-30-Gang
Was mir hier nicht gefällt sind die hydraulische Bremsen und die 10fach Schaltung. 8er Kette und Ersatz bekommt man überall und auch robuster, gleiches bei ner V-Bremse.

Ne weitere Frage war ob Kettenschaltung oder Rohloff. Ist das eine Glaubensfrage? Kostet doch 1000 EUR mehr. Rohloff soll ja super wartungsarm und stabil sein. Aber der Teufel steckt in Murphys-Law. Und wenn da mal tatsächlich was ist geht halt echt nix mehr und irgendwo in irgendner Stadt in Anatolien wirds wohl kaum Ersatz bzw. Know How dafür geben. Für ne normale Kettenschaltung (insbesondere ne 8er) wohl schon.

Vielen Dank
richard

MalcolmX
27-03-2014, 14:45
also grundsätzlich mal eine schöne Anschaffung... ich hab viele Bücher von Weltreisenden gelesen und mit einigen auch persönlich geplaudert.
Folgende Gedanken dazu:
1. Stahl ist schonmal eine super Idee, und eine Starrgabel sicherlich am sinnvollsten...
2. Kettenschaltung muss nicht unbedingt ein Nachteil sein... ein Freund ist 6000km quer durch Afrika geradelt und hat an seinem 9-fach XT Antrieb nix ausser Ketten getauscht... plus ein Kettenantrieb ist sicher simpler zu reparieren durch einen örtlichen Radladen als eine Rohloff... auf der anderen Seite ist die sprichwörtliche Zuverlässigkeit der Dose, und das nicht umsonst... 1000€ Aufpreis kommt mir deutlich zuviel vor, würde eher 600€ für realistisch halten...
3. Nabendynamo hängt vom Ziel ab, schadet aber sicherlich nicht... muss aber imho nicht unbedingt ein SON sein, die hochwertigen Shimano reichen imho.
3. beim Gepäckträger würde ich auch nur TUBUS hernehmen, keine Experimente hier
4. Sattel würde ich bei so einer langen Reise sicher einen Kernlederssattel nehmen (brooks)
5. Ständer ist Geschmackssache... ich bin der Meinung, entweder einen ordentlichen Zentralständer (zweibein) oder weglassen... an einem einzelnen Hinterbauständer steht ein bepacktes Reiserad sowieso nicht
6. 26" ist je nach Reiseziel nach wie vor eine gute Idee, und die Laufräder sind auch stabiler...
7. es muss nicht unbedingt ein spezieller Expeditionsrahmen sein, ein Stahl-MTB Rahmen ala On One Inbred eignet sich hervorragend und erfüllt den Zweck... da kommst du u.U. günstiger und besser davon.
8. Die Laufräder bestehen nicht nur aus ihren Komponenten - ein kompetenter Laufradbauer ist hier Gold wert.
9. auf winkelverstellbare Vorbauten und so Zeugs würde ich verzichten... unnötiges Gewicht und Fehlerquelle und weicher als ein normaler... einfach am besten mit ausgeborgten Vorbauten rantasten und dann ein stabiles Massenprodukt ala Truvativ nehmen.
10. Bremse: Hydraulik find ich auch keine gute Idee - einmal Rad umfallen und blödaufkommen und die Leitung ist ab... gibt aber auch die BB7 Disc (mechanisch) die wäre für mich das Mittel der Wahl... gegen gute V-Brakes spricht aber auch wenig.

2 Monate klingt auch eher nach selbstversorgen denn nach creditcard touring... daher ist sicher Stabilität und Zuverlässigkeit an erster Stelle...




http://www.rad-forum.de/ hier gibt's eine ganze Menge mehr Informationen und Tips aus der Praxis.

Golo
27-03-2014, 18:09
Ich würde den Radkauf davon abhängig machen, welche Art von Straßen du befahren willst - Georgien ist problemlos auf Asphaltstraßen und allenfalls guten Pisten zu erreichen - da empfiehlt sich ein Randonneur a la Surly LHT - den Rennlenker wirst du spätestens in den windigen Weiten Anatoliens schätzen lernen...

Oder du planst tatsächlich eine "Expedition" - sprich du willst Georgien (auch) auf Trails erreichen - dann täte es aber auch irgendein Mittelklasse-MTB mit Schraubgewinde zur Gepäckträgerbefestigung (zB von Cube). Mit dem Thule-System kann man auch auf einer Federgabel montieren. Allerdings wird mit einem stark beladenen Rad daas MTB-Feeling ziemlich verloren gehen - das ist der Grund warum ich meine MTB-Reisen nur mit Packsack und Rucksack mache.

Ich war bisher auf allen meinen Reisen auf allen Kontinenten mit Kettenschaltung unterwegs und hatte noch nie ein Problem. Zur Regenzeit im Schlamm Indonesiens hätte aber eine Rohloff unbestreitbare Vorteile. Unter normalen Bedingungen wäre sie mir den Aufpreis nicht wert-.

Gute Fahrt wünscht Gerold

ridschard
01-04-2014, 17:37
Vielen Dank für die Antworten. Das hilft schon mal sehr :).
LG richard