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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bikepacking Adventures 2016



NutzSportRadler
05-05-2016, 00:26
Hallo,
weil ich grad eine Anfrage reinbekommen habe bzw mir Threads zu dieser Art des 'Radreisens' im BB eh abgegangen sind möchte ich eine Art Radsport vorstellen die hierzulande noch recht unbekannt scheint. Zu Unrecht wie ich meine. :)

Bin sowas selbst noch nie gefahren, durch Zufall drauf gestoßen (Artikel in einem MTB-Magazin über den Tuscany Trail).

Eine Definition von Bikepacking Adventures möchte ich nicht wagen, aber ein paar Eigenschaften aufzählen die (in abgewandelter Form) meist/immer anzutreffen sind:
- Strecke von mehreren hundert Kilometern - und entsprechend Höhenmetern.
- Großteils abseits von Asphaltstraßen, jeder Veranstalter versucht den Asphaltanteil zu minimieren. Forststraßen, landwirtschaftliche Wege, Wanderwege und als Höhepunkte Singletrails.
- Technisch überwiegend nicht allzu anspruchsvoll, sonst wäre es mit Gepäck am Rad/Rücken wenig lustvoll.
- Zeiten werden mitgestoppt, das Ranking ist sekundär, teilweise sogar ohne Zeitnehmenung. Gefahren wird ähnlich wie bei Brevets bei denen das (gemeinsame) Meistern einer vorgegeben Strecke im Vordergrund steht. Man kann die Herausforderung auch als Rennen auffassen, sollte aber durch sein Verhalten andere damit nicht belästigen (Mitfahrer, Veranstalter, Passanten, andere Kunden im Supermarkt/Gasthaus etc).
- Strecke nur durch GPS-Track vorgegben, keine Kontrollstellen (wie bei Brevets oder Langstreckenrennen). Nachweis durch Mailen/Hochladen des eigenen mitgeloggten Tracks (gpx).
- Kein Begleitfahrzeug, nennt sich neudeutsch self supported. Mitnehmen oder unterwegs einkaufen oder verzichten.
- (Sehr) niederer Organisationsgrad, kein/wenig Startgeld, keine Verpflegung unterwegs, keine Unterkünfte vorbereitet - hoffentlich eine Dusche im Zielbereich. :) Genächtigt wird in Pension/Hotel..., meist aber Schlafsack/Matte/Zelt oder Biwacksack.
- Meist mit einfachem Hardtail gut fahrbar, Fatbikes, Fullies, Starrbikes sieht man auch oft. Je nach Strecke könnte ein Gravelbike auch sinnvoll sein, klassische Crosser glaube ich nicht.


Bekannte Bikepacking Adventures im Österreich-nahen Raum, erweitere die Liste gerne:


2.6. (I) Tuscany Trail http://www.tuscanytrail.it/it
Quer durch die Toskana, zu den berühmten toskanischen Städten, auch an der Küste entlang, 560km, 11000Hm,

17.6. (D) Grenzsteintrophy http://overnighter.de/2009/01/faq-tester/
Entlang der deutsch-deutschen Grenze, keine Zeitnehmung, kein Startgeld, Strecke in einem Korridor frei wählbar, ~1250km, 17500Hm, bereits seit 2009 durchgeführt!

18.6. (CH) NAVAD-1000 http://www.navad1000.ch
1000km, 31.000Hm mäandernd durch die Schweiz, nur für's professionelle Tracking-Kastl sind 50SFR zu bezahlen, dürften Betrugsabsichten sehr Ernst nehmen.

24.6. (I) Veneto Trail http://www.venetotrail.it/
130km ans Meer, dann zu den Drei Zinnen und auf anderer Strecke zum Start retour, d.h. Sart und Ziel sind gleich (Nähe Venedig), 600km, 10000Hm, Informationen auf HP nur italienisch.

3.7. (CZ+SK) 1000Miles http://www.1000miles.cz
1000 mi (1600km) oder 'nur' 500 mi quer durch CZ und SK, auch für Läufer, 270€, HP nur tschechisch/slowakisch.

16.7. (I) South Tyrol Trail http://www.meranobike.it/wp/was-ist-der-alto-adige-sudtirol-xtreme-bike-trail/
Quer durch Südtirol von Ost nach West, 3 Strecken(niveaus) zur Auswahl (Extreme/Gravel/Road), auch als Permanentstrecke zu befahren, nahe Bahnstrecke, bis 480km, bis 12000Hm

lg
»Horst

NutzSportRadler
05-05-2016, 00:27
Warum reizt mich an einem Bikepacking Adventure?
Bin schon etliche nationale und internationale Brevets gefahren, mag diese Art Radsport sehr gerne.
Im Sommer 2015 waren wir in Funtana (Istrien), ich musste nach Koper, radelte in aller Früh über Bundestraße nach Koper, erledigte dort etwas und radelte über den Parenzana Radweg wieder zurück. Ab Grenze SLO-HR nur Schotterstraße, manchmal Trails, asphaltierte Straßen werden hin und wieder gekreuzt, 3 oder 4 kleine Ortschaften durchfahren, ansonsten nur RUHE (abgesehen von den kreischend zirpenden Zirkaden und dem Abrollgerumpelgeräusch der Reifen), leichte Steigungen, ewige Abfahrt, Tunnels, Viadukte (der aufgelassenen Bahnstrecke) - aber auch Hitze und etwas Staub.
Ach war ich glücklich an diesem Abend! Kein Autoverkehr, keine durchorganiosierte Touristenkulisse, nur karges Hinterland, ein paar grandiose Panoramaausblicke, Anstrengung in optimaler Dosis. Auch kein Förster/Jäger/Wandererstress.
Sowas will ich wiederhaben!

Zuerst vom Tuscany Trail erfahren, darüber gelesen, aber zur Kenntnis nehmen müssen dass Start und Ziel 120km auseiander sind. Hab keine wirkliche Lust am Ende einer solchen Tour mit dem Zug zum Start zu fahren (ev Auto schon am Zielort parken, dann wieder fraglich ob ich beim Start gut ausgeschlafen wäre).

Zufällig zum VenetoTrail gekommen, dort ist Start und Ziel im selben Ort, zur Not mit Bahn aus Graz gut erreichbar (wenn sich keine Fahrgemeinschaft bilden hätte lassen).
Start um 23:30, Morgenstimmung am Meer, die erste Nacht und Tag zum 'Überstehen' und Eingrooven im Flachen, dann irgendwo länger schlafen und ausgeruht in die Morgendämmerung und ins Gebirge starten. Zuviel in der Nacht zu fahren hat wegen der hoffentlich schönen Landschaft keinen Sinn. Und dann mal sehen wie weit ich es am 2ten Tag schaffe, hoffentlich reicht eine 2te Schlafpause bis ins Ziel.

Ich freu mich schon riesig auf meinen Saisonhöhepunkt - und hoffe dass das Wetter angenehm wird, mehr brauch ich nicht...

Hat sonst noch jemand Bike Adventure Pläne für 2016, 2017...?

lg
»Horst

ventoux
05-05-2016, 06:21
Ich werde dieses Jahr etwas machen das in die Richtung geht. Das hier: http://themunga.com/
Bei meine Recherchen bin ich auch noch auf das gestossen: http://www.navad1000.ch/
Wäre eine Überlegung für nächstes Jahr, weil ich mir ja extra ein gebrauchtes MTB dafür gekauft habe.
Welche Ausrüstung verwendest du bzw. wo kaufst du sie?

krull
05-05-2016, 09:36
Danke für den Beitrag (ich war der "Anschreiber"). Grundsätzlich würde mich sowas auch mal in organisiertem Rahmen reizen, nur scheinen die Routenführungen alle eher einfach. Ich würde sowas gerne mal auf einer singletraillastigen Strecke machen.

Rudi.H
05-05-2016, 17:21
interessant, interessant... - danke fürs bekannt geben !
sowas (und auch brevets) juckt mich schon seit längerem und demnächst werd ich sowas einmal probewseise angehen...

Golo
05-05-2016, 19:13
Sehr interessant - wenn ich nicht hardcro fahren würde, wäre ich im Veneto dabei gewesen (auch wenn mir der Abendstart nicht besonders liegt). Es gibt ja auch eine Fahrt von der Westgrenze von CZ zur Ostgrenze der SK (bzw. abwechselnd umgekehrt), da fährt man hauptsächlich auf Trails - ich glaube näheres steht im IBC-Forum. Was Trails betrifft ist es halt für Ortsunkundige in der Dunkelheit etwas problematisch (Licht- und Batteriefrage stellt sich auch, da man mit einem Nabendynamo einen Singetrail wohl nicht sehr gut ausleuchten wird können wenn man bergauf mit 4-5 km/h unterwegs ist). Vom Abenteuerfaktor jedenfalls noch eine Nummer schärfer als Straßenbrevets...

@Nutzsportradler : wünsche schon jetzt gute Fahrt und bitte einen Bericht wie es ergangen ist

krull
06-05-2016, 01:03
Golo meinst du das hier? http://www.1000miles.cz/


Welche Ausrüstung verwendest du bzw. wo kaufst du sie?

Bikepacking-Taschen meinst du? Den Überblick hier habe ich heute zufällig gefunden: http://www.cyclingabout.com/complete-list-of-bikepacking-bag-manufacturers/
Am beste ist natürlich selber nähen!

NutzSportRadler
06-05-2016, 04:37
Hallo Abenteuerinteressierte,
danke für weitere Veranstaltungen, Munga hab ich wg großer Entfernung zu A nicht in die Liste aufgenommen.

@Ausrüstung:
Ich kaufe nur was unbedingt nötig ist, bzw wir in der Familie noch später gut brauchen können.
- Ein DIY 29" Stahlstarrbike hab ich mir aus einem Mittneunziger Trekkingrad ohne Federgabel gemacht, Rahmen und Gabel erweitert/verändert dass 29x2,25" (gebrauchte) RacingRalph gerade reinpassen, Scheibenbremsen draufgeschweisst, Gabel a la Jeff Jones verstärkt, Lenker ähnlich Jones' H-Bar. 40/30/20 Kurbel + 11-34 8fach Kasette (34er von 9fach Kasette), Doku noch unvollständigst https://www.flickr.com/photos/tags/DIYStarrbike Fahr damit seit ca 1,5 Jahren.
- Alu-Gepäckträger wird noch verstärkt/entlastet, eine neue XLC-Packtasche BA-W16 hab ich mir geleistet, das störende Innenleben werd ich großteils rausschneiden müssen. Von altem Rucksack möchte ich die Träger montieren um bei kritischen Trails o.ä. die Packtasche am Rücken tragen zu können, ich mag keinen Rucksack dauerhaft am Rücken. 3 kleine Taschen am Rahmen/Sattelstütze, Schlafsack+Kleinigkeiten am Lenker, 2x0,75 l in Trinkflaschenhaltern am Rahmen, 0,5-1,0 l Reserve in Einwegflasche(n).
- Flatpedale + Approach- (oder Trekking)schuh
- Brauchbaren Schlafsack (ähnlich Salewa Micro 800) und Biwacksack (bin 1,92m groß, noch keine Ahnung!) muß ich noch kaufen, drunter ordinäre Isomatte(n).
- Stromversorgung noch offen: Vorhandenes LR mit Alfine-Nabendynamo wäre meine 1. Wahl (1. Nacht wird durchgefahren), aber ich traue der Alu-Achse nicht ganz. Umbau auf Stahl-Achse eines Billigmodells ist mir gedanklich noch zu viel Action (Kompatibilität, bzw Festigkeitssteigerung fraglich). Alternative Akku-Lösungen aus Bestand, unterwegs lästig wg Nachladezwangspausen.
- Licht: 2 DIY LED-Lampen
- Navigation: Android Handy Defy+ mit Oruxmaps und AopenAndroMaps, Zweithandy als Backup
- Bekleidung: Was ich vom RR-/Brevetfahren so hab, Halskrause, Sturmhaube, Handschuhe um auch Kälte trotzen zu können.


@Schwierigkeit/Trails:
Ich glaube es ist sehr schwer einigermaßen zusammenhängend fahrbare Trails über zig Kilometer zu finden. Wo soll's denn sowas heute noch geben, vermutlich verlagerte sich das überregionale Verkehrsgeschehen auch in den Anden vom Trampelpfad zu Straßen --> Trails werden heute in Mitteleuropa nur mehr touristisch genutzt --> mehr als einen Tag Wandern ohne Dorf wird es kaum geben, sobald man ins Tal kommt ist alles mehr oder weniger zersiedelt/versiegelt/eingezäunt, diese weniger beschaulichen Bereiche wird man immer durchkreuzen müssen bevor's in die 'Wildnis' geht - aber ich muß ja auch was zum Futtern kaufen (Beeren suchen, Hasen braten schließe ich aus ;) ), also schon aus logistischen Gründen bin ich für Zivilisationskontakte dankbar. Wiewohl es auch seinen Reiz hätte tagelang nur auf sich gestellt zu sein (x l Wasser + y kg Fressalien dabei, aber dann wird die Mühle auch nicht mehr flink zu fahren sein)
Beim ersten Mal reicht mir das zu erwartende Niveau völlig, die Handgelenke werden auch so ordentlich malträtiert, die Halswirbelsäule wird sicher auch mehr belastet als beim mehrtägigen Straßenfahren. Extreme sportliche Herausforderungen suche ich mit MTB sicher nicht, ich kennen meine Grenzen am RR - das reicht.



Als Vorbereitung geht es nächste Woche am Mittwoch mit dem Starrbike in aller Früh wenn es noch finster ist von Graz nach Porec. Bis Maribor sicher nur Straße, dann weiß ich noch nicht ob über Rogla (viele Höhenmeter) nach Mislinja runter und ein Stück geschotterten Bahntrassenweg (mit Tunnels) abradeln oder deppert auf alter Bundesstraße bis Celje oder südlich der Autobahn (mir noch unbekannt) auf Nebenstraßen.
Ljubljana - Postojna vermutlich wie hier http://www.bikepacking.com/routes/bikepacking-slovenia/
Ab Grenze SLO/HR die Parenzana-Trasse entlang, das ist fix. Am Donnerstag (späten) Abend soll ich in Porec ankommen, also <48h Zeit.
Alle Umwege werden sich nicht ausgehen, da muß ich noch tüfteln und optimieren.

lg
»Horst

Golo
06-05-2016, 11:39
Golo meinst du das hier? http://www.1000miles.cz/


ja genau - das meinte ich. Für mich hätte es seine Reize...

krull
06-05-2016, 13:48
...(Licht- und Batteriefrage stellt sich auch, da man mit einem Nabendynamo einen Singetrail wohl nicht sehr gut ausleuchten wird können wenn man bergauf mit 4-5 km/h unterwegs ist)...

Aus meiner Sicht ist die einzige Chance eine akkubetriebene Helmlampe die unter Tags per Nabendynamo geladen wird. Aber keine Ahnung ob der genug Strom liefert. In der Nacht könnte man mit dem Nabendynamo noch zusätzlich zur Helmlampe ausleuchten.

snakebite
20-12-2016, 18:04
Hi,
wo/wie habt ihr den Kocher verstaut? Im Saddle Bag hätte ich Schlafsack und andere "leichte" Sachen, die ich unter Tags nicht brauche und wunderbar komprimierbar sind. Vorzugsweise im Ortieb Bag mit Ventil.
In der Lenkerrolle ist das Biwak/Mini-Zelt mit eingerollter dünner Aufblasmatte. Bleibt eigentlich nur mehr der kleine Rucksack (#dislike) oder die Rahmentasche. Aber wie bring ich den Kocher mit sicher Durchmesser 10cm da gscheit unter ohne dass er stört? Wie macht ihr das?
LG Gü

krull
21-12-2016, 12:06
Meine Kocher passen gut in die Rahmentasche:
http://i598.photobucket.com/albums/tt70/llurk/MYOG/Spiritusbrenner2.jpg (http://s598.photobucket.com/user/llurk/media/MYOG/Spiritusbrenner2.jpg.html)

snakebite
21-12-2016, 13:49
ok, einen Spitituskocher würd ich auch in der Rahmentasche unterbringen, aber was ist mit dem Topf?

krull
21-12-2016, 14:16
Mein Topf ist eine 600ml Titantasse, mit der mach ich aber fast nur freezer bag cooking:

http://i598.photobucket.com/albums/tt70/llurk/MYOG/Kochsetup.jpg (http://s598.photobucket.com/user/llurk/media/MYOG/Kochsetup.jpg.html)

Passt alles in die Tasse rein, ist aber sicher nichts für monatelange Trips. Die Tasse passt in die Rahmentasche. Am MTB hab ich die Tasse aber im Rucksack, da ist die Gefahr des schepperns geringer.

thingamagoop
07-02-2017, 00:05
Hier noch was interessantes.
http://www.candybgraveller.cc

Ich überlege gerade mich anzumelden, aber schrecke noch etwas vor der zu kaufenden Ausrüstung zurück. Wie sieht eure Schlafausrüstung aus? Selbstaufblasende Matte, Biwaksack und Schlafsack? Oder mit Zelt?

krull
07-02-2017, 11:44
Hier noch was interessantes.
http://www.candybgraveller.cc

Ich überlege gerade mich anzumelden, aber schrecke noch etwas vor der zu kaufenden Ausrüstung zurück. Wie sieht eure Schlafausrüstung aus? Selbstaufblasende Matte, Biwaksack und Schlafsack? Oder mit Zelt?

Aufblasbare (nicht selbstauflasende) oder Evazote-Matte, Quilt und Tarp.

thingamagoop
07-02-2017, 14:25
Danke. Weshalb Quilt und kein Schlafsack? So ganz hab ich das Konzept von den Dingern noch nicht verstanden :-)

Reini Hörmann
08-02-2017, 10:33
der quilt ist leichter selber zu machen (wer es kann)
meist leichter
meist wärmer
meist kühler -
kleineres packmass (bei selber leistung)*wenn es sein muss

bietet mehr platz u bewegungsfreiheit
ist im grunde vielseitiger

die daunen am boden eines schlafsacks werden vom eigenen gewicht verdrängt bzw komprimiert - verlieren so die isolationsfähigkeit. diesen teil kann man einsparen, was zum systemdes quilt führte.

der quilt ist für die meisten teil des backpacker konzepts (durch vielseitigkeit) u nicht ein zusätzliches gear...

nachteil: relativ teuer wie ich finde

thingamagoop
08-02-2017, 11:50
Danke. Hört sich gut an. Bis auf das mit dem selber basteln (ohne Nähmaschine). Werd mir mal ein Minimalsetup für den Fall der Fälle zusammenstellen.

Reini Hörmann
08-02-2017, 11:58
ist ein ganz brauchbarer vergleich*

https://m.youtube.com/watch?v=Eyt3h9PaOrg

thingamagoop
08-02-2017, 13:56
Danke dir! Ich werde berichten wofür ich mich dann entschieden habe. Ist halt wieder eine blöde Kosten/Nutzen Sache wofür ich mich entscheide. Aber hab ja noch etwas Zeit!

NutzSportRadler
08-02-2017, 23:50
..., aber schrecke noch etwas vor der zu kaufenden Ausrüstung zurück. Wie sieht eure Schlafausrüstung aus? Selbstaufblasende Matte, Biwaksack und Schlafsack? Oder mit Zelt?
Hallo thingamagoop,
ich habe mir für einen einfachen Baukasten zusammengestellt mit nur 2 Stücken die in der ausrüstungsverliebten Outdoorszene einigermaßen akzeptierbar scheinen:
Ein 3Season-Kunstfaserschlafsack von Deuter und Biwaksack Bivibag von Vaude.
Ein - im Extremfall 2 - Kunstfaserhüttenschlafsack dazu.
Alte, billige, dünne Isomatte, ein weiteres Isomattenstück für empfindlichen Bereich Becken-Oberkörper, sowie eine von diesen 5€(?) Strandunterlagen (Schaumstoff auf einer Seite 'Silber'beschichtet) alles in alte (frisch imprägnierte) Hülle eines Klappstuhls gerollt.
Fallschirmstoff-Hangematte von Amazonas (neuwertig)

Strategie:
Wenn möglich/sinnvoll nehme ich die Hängematte und schlafe schräg drinnen. Das ist nach anstrengenden langen Tagen+Abenden wirklich erholsam und ich werde nicht von Viechern sekkiert die auch nachts rumkrabbeln (und das tun viele), bzw fühle mich auch sicherer wenn mich größere Säuger besuchen sollten als wenn ich (schon) am Boden liege.
Die Isomatten(stücke) lege ich meist unter den Biwaksack, 2x hab ich sie schon in den Biwaksack genommen, ist dann etwas wärmer, die Strandunterlage als Dreck- und SpitzSchutz am Boden.
Nächtige ich in/auf/unter Bauten der Zivilisation ist am Boden Schlafen schneller auf-/abzubauen.
Zu (selbst)aufblasbarer Matte konnte ich mich noch nicht durchringen, die Dinger sind so schmal bzw liege ich so wacklig drauf dass mein Tiefschlaf abseits davon passiert und ich immer wieder aufwache und mich auf die Matte zurücktasten muß. Anscheinend schlafen die meisten Outdoorfuzzies wie ein Stein und haben das Problem nicht. Nehme ich eine komfortabel breite Matte ist das beim Einpacken sicher groß und schwer. Wie eine solche Matte sich ind er Hängematte bewährt kann ich auch nicht abschätzen.

Da man beim AdventureBikePacking abends typischerweise nicht zum Duschen kommt innen ein Hüttenschlafsack - bzw zum Wärmetuning, für in eine Extremnacht kam ein 2ter über den Schlafsack noch drüber.
Borgte mir anfangs einen Salewa-Biwaksack aus, war mir mit 1,92cm zu klein, eine Nacht im Regen war nicht sehr erholsam, ging aber. Der Bivibag ist für mich optimal weil er doch deutlich kleiner als ein preislich einigermaßen vergleichbares Zelt, schnell 'auf'gebaut ist, innen Platz für Zeug lässt das man in der Früh warm/griffbereit haben möchte.
Bekam vor kurzem ein Tarp geschenkt, mals ehen wie/wann ich das besser finde.

Bisher (und in absehbarer Zukunft) sind meine BikePackingTouren in ein enges Zeitkorsett gezwängt, d.h. Radfahren steht im Vordergrund und nicht das Rumlanseln am Abend/in der Früh. So wird im Bike 03/2017 vom Lagerfeuer schwadroniert, für sowas hab ich bis jetzt echt keine Zeit/Nerv gehabt, abgsehen davon dass das seit HuckleberryFinn nicht mehr gerne gesehen wird. Auch mit Kochen verplemper ich keine Zeit.
Ich versuche am Abend möglichst lang in die Nacht zu fahren, d.h. 'erhoffe' bzw plane dazu landschaftlich Langweiliges oder zumindest keine Verbesserung gegenüber den Abendstunden. Im Gegensatz zu Brevets >600km springe ich in der Früh nicht nach einem absoluten Schlafminimum auf sondern versuche Plätze mit Sonennaufgang zu finden. Idee: Sonnenaufgang als solcher weil das einfach das Schönste draußen ist, bzw nehme ich mir dann gerne Zeit beimFrühstück damit das atufeuchte Zeug auftrocknen kann. Das und der damit verbundene Zeitverlustb sind für mich die einzigen Nachteile des Bivibags. In der kommenden Saison möchte ich das Verstauen am Rad optimieren dass ich doch mal früher vom Schlafplatz wegkomme und mir das antu bei Mittagsrast/-essen die angefeuchtelten Sachen nochmals aufzulegen. Wäre dann ratzfatz trocken aber da muß das Räumen echt noch stark verbessert werden dass ich das auch wirklich durchziehe.

Besonders bei BikePackingEvents trödelt man doch nicht unnötig rum, auch wenn das (meist) keine Rennen im klassischen Sinn sind, deshalb soll die Ausrüstung so gut wärmen dass sie auch einen durchnässten, ausgekühlten Körper warmbekommt. Dazu braucht man eine komplette, trockene Radlgarnitur (Socken!) und warmen Schlafsack. Natürlich könnte man auf Pension o.ä. ausweichen aber das kostet wieder Zeit und ist im Nachhinein beim Erinnern wohl nicht so prickelnd. Also stürze dich nicht in zu große Ausgaben wenn du nicht meinst das wird dein neue, große Leidenschaft. Trainiere/übe lieber das Radfahren in der Nacht bei Schlafentzug. :)

lg
»Horst

thingamagoop
09-02-2017, 13:15
Danke für die ausführliche Antwort. Mit dem meisten stimme ich auch überein. Ich muss allerdings noch dazusagen, dass ich nach Möglichkeit doch Übernachtungen in Hotels und Pensionen bevorzuge. Die Outdoor wird also wohl eher die Ausnahme als die Regel sein, deshalb bin ich durchaus zu gewissen Kompromissen bzgl. Komfort bereit. Dafür ist mir ein geringes Gewicht wichtiger. Der Preis spielt natürlich auch eine Rolle.

Derzeit erwäge ich das folgende Equipment:
- Schlafsack Robens Far Away 900 - 90€ - ca. 900g
https://www.trekking-lite-store.com/schlafsaecke/schlafsaecke-kunstfaser/10847-10-001/robens-far-away-900?c=20
- Unterlage Alpkit Numo - 46€ - ca. 420g
https://www.alpkit.com/products/numo
- Bivy Alpkit Hunky XL - 74€ - ca. 500g
https://www.alpkit.com/products/hunka-xl

Das wären dann ca. 1820g und kostet ohne Porto ca. 210€, was ich OK finden würde. Gibt es Meinungen hierzu?

Wobei ich beim Bivy noch nicht sicher bin. Eientlich würde mir ein Bivy wie der Outdoor Research Helium besser gefallen, aber da ist dann der Preis gleich wieder oben.

Hüttenschlafsack/Liner für den Schlafsack ist sicher ein gutes Argument. Wobei ich das bei einem Kunstfaserschlafsack nicht so dramatisch sehe, da man die ja halbwegs unkompliziert waschen kann. Daune kommt sowieso nicht in frage, leistbar gibts da nur Lebendrupf, und das muss nicht sein, wenn es gute Alternativen gibt.

VG
Stefan