PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : fast 5 Wochen Reis essen...



Golo
02-02-2018, 10:40
ist die weniger erfeuliche Aussicht für Februar. Wird aber durch wahrscheinlich doch wärmeres Wetter und neue Trails aufgewogen.

Ich fliege morgen mit dem ewigen Radkollegen Markus nach Bangkok, dann per Nachtzug/Liegewagen nach Chiang Mai und das weitere wird sich entwickeln. Visa für China und Vietnam haben wir, die CX-Bikes eröffnen in dieser Gegend einige Möglichkeiten (zB den Mekong flußaufwärts auf laotischer Seite ab Houayxai bis Luang Namtha (die direkte Straße kenne ich ja schon). Schauen wir mal - wenn es unterwegs Internet gibt, werde ich kurz berichten und ein paar Fotos reinstellen.

hermes
02-02-2018, 10:51
gute reise!

BMC Racer
02-02-2018, 11:24
Auch von mir eine schöne Reise, kommt`s wieder gut heim!

Golo
03-02-2018, 09:59
Danke. Übrigens : Vietnam- Visa ist teuer (100 Euro) aber völlig problemlos zu bekommen, China - Visum ist günstiger (60 Euro) aber ziemlicher Papierkrieg und man muss sich auch länger anstellen

extremecarver
03-02-2018, 11:55
Das anstellen fürs China Visum könntest du um gut 20€ umgehen via Servicestellen - der Papierkram bleibt aber....

Das Essen ist doch in China eh super - wobei mir kantonesische Küche auch nicht schmeckt (zu süß - nicht scharf genug) aber man findet ja meist auch dort Restaurants mit Küche aus Sichuan, Hunan oder Nordostchina. Nordostchinesische Küche ist eh fast ohne Reis - dafür eher diverse Arten von Palatschinken (Brot) und Teigwaren.
Merk dir dass du in China sehr viel fürs Design des Restaurants zahlst - sprich wenns schöner ausschaut dann zahlst du fürs selbe Essen viel mehr. Dagegen ist die Qualität auf Universitäts Foodcourts auch etwa sehr gut, und sau billig (verzichten musst du dort halt auf teure exquistite Zutaten - die den meisten Europäern aber eh nicht gut schmecken).

Dass die meisten Einwanderer aus China vor den 90er Jahren aus Kanton kamen, hat nicht unwesentlich zu unseren grausigen Chinarestaurants beigetragen - wobei in Wien hats ja inzwischen schon eine stattliche Anzahl vernünftiger chinesischer Restaurants.


Viel Spaß auf der Tour und plant sie gut - fahrradfreundlich sind die chinesischen Städte ja leider überhaupt nicht mehr.

fightclub76
03-02-2018, 12:17
Da könnte man fast neidisch werden ;)
Wünsche euch eine Gute Fahrt und schöne Zeit :toll:

thingamagoop
03-02-2018, 13:14
Wieso nur fast? Ich bins ;-).
Freu mich auf die Fotos und den Reisebericht. Gute Fahrt euch!

krümelmonster
03-02-2018, 20:26
Viel Spaß, ich war 2010 in China und kann über das essen nicht klagen. Wir haben immer etwas feines bekommen, Reis, Nudeln, Fisch, Schwein, Teigtaschen, gedämpft, gebraten, fritiert und sehr viel Gemüse. Einzig in Hangzhou gab es zum Frühstück unter anderem Reisbrei mit fermentiertem Knoblauch, Zwiebel und anderem Gemüse. Der ging gar nicht, auch wenn wir gewollt hätten :D Als Alternative gabs damals jedoch sehr schmackhafte Dimsum mit süßer Bohnenpaste. Wovor ich allerdings den allermeisten Respekt habe, ist China auf eigene Faust zu bereisen. Das würde ich mir heute nach wie vor nicht wirklich zutrauen, die Städte sind riesig, es spricht defakto keiner englisch, lesen kann ich deren Zeichen auch nicht. Kommt Schlussendlich nur ein Kuddelmuddel raus :D

Bikerjenny
03-02-2018, 22:08
ist die weniger erfeuliche Aussicht für Februar. Wird aber durch wahrscheinlich doch wärmeres Wetter und neue Trails aufgewogen.

Ich fliege morgen mit dem ewigen Radkollegen Markus nach Bangkok, dann per Nachtzug/Liegewagen nach Chiang Mai und das weitere wird sich entwickeln. Visa für China und Vietnam haben wir, die CX-Bikes eröffnen in dieser Gegend einige Möglichkeiten (zB den Mekong flußaufwärts auf laotischer Seite ab Houayxai bis Luang Namtha (die direkte Straße kenne ich ja schon). Schauen wir mal - wenn es unterwegs Internet gibt, werde ich kurz berichten und ein paar Fotos reinstellen.


:klatsch:

Also, unter diesen Umständen (fünf Wochen mein Bike & ich) - würde ich sehr, sehr gerne "5 Wochen Reis am Teller" in Kauf nehmen :bounce:!
Habt eine schöne Zeit, genießt den Reis und vor allem eure "Erkundungstouren" am Bike!
Freue mich auf Golo´s Bilder und Berichte ... sehr gespannt!
GUTE REISE :bump:!
Alles Gute und lieben Gruß in die Ferne!

extremecarver
04-02-2018, 00:20
Im Südosten Chinas sprechen leider sehr viele nicht mal Mandarin (je gebildeter/höhere Position desto geläufiger ist aber Mandarin).....
Was ganz gut geht - Übersetzungssoftware am Smartphone (nur bedenken dass google blockiert ist - also nix mit google translate) - gibt auch einige die ganz gut sind im abfotografieren von Zeichen und übersetzen (wobei einem da gewisse Grundkenntnisse durchaus weiterhelfen). Lesen können eigentlich alle in China - sprich man kann per Smartphone und Anzeige der Übersetzung in Schriftzeichen ziemlich gut kommunizieren (dazu ist die Grammatik so einfach dass die Übersetzungstools durchaus besser funktionieren als etwa von deutsch nach englisch - also zumindest englisch <--> Hanzi)

Golo
04-02-2018, 14:10
Wir werden diesmal schon aus Zeitgründen nur ein ganz kleines Eck von China kennenlernen und weil es nicht viele Straßen gibt wird die Orientierung nicht allzu schwer werden - Hoffen wir halt. Nach dem Radzusammenbau genießen wir jetzt mal unser erstes Chang-Bier...

Golo
05-02-2018, 11:26
Wir sind in einem weiten Bogen zuerst an's Meer und dann von Süden zum Bahnhof BKK geradelt.

Golo
05-02-2018, 11:41
Da wir den ganzen Tag Zeit hatten konnten wir uns relaxed über kleine Strassen und mit der Fähre ins Zentrum durchschlagen. Rad-Tickets für den Gepäckwagen haben wir schon besorgt Jetzt noch eine Portion Nudeln im Stammlokal (serenowest und tenul kennen es auch schon) und dann zum Zug. Auf eine angenehme Nacht !

sake
05-02-2018, 16:10
HURRA! Endlich wieder Bilder von einer anderen Ecke der Welt. Gute und Unfallfreie Fahrt wünsch ich euch und uns Bilder, Bilder, BIlder ...

Golo
06-02-2018, 04:15
Leider war unser 1. Klasse Waggon schon etwas abgefuckt- war aber trotzdem eine ganz angenehme Nacht - immerhin gab's auch so etwas ähnliches wie eine Dusche im Zug sodass wir nicht verschwitzt schlafen müssten.

Golo
06-02-2018, 12:51
Gemütliche 130 km mit 1100 HM auf der leider alternativlosen aber erträglichen Hauptstraße Richtung NO. Für Thailand schöne Berglandschaft mit ein paar interessanten Stops : ein Phallus-Schrein, heisse Geysire in denen gleich Eier gekocht werden und ein paar Statuen und Tempel.

Golo
06-02-2018, 13:09
Stop wegen einbrechender Dunkelheit in Ban Mae Suai 50 km vor Chang Rai. Hier gibt es wohlfeile Bungalow für 13 Euro mit allem Drum und dran- so fällt eat-sleep-ride leicht...

feristelli
06-02-2018, 16:03
5 Wochen Reis!
Bei uns gibt's mehr Auswahl - Daal, Naan, Roti, Biryani, Samosa ... Reis ess ich daheim genug.
Liebe Grüße aus Delhi! :wink:

https://bikeboard.at/Board/attachment.php?attachmentid=191882&d=1517925646

bs99
06-02-2018, 17:46
Sehr cool!
Thailand/Vietnam/China und Indien - da packt mich das Fernweh!

Gatschbiker
06-02-2018, 18:37
Hallo Gerold & Amici, deklariere mich hiermit auch als Verfolger eurer Tour, wünsche eine interessante Reise und Urlaub,
ciao
Paolo

Golo
07-02-2018, 08:18
Mittagsrast nach 90 km. Heute morgen war es nebelig - der Nebel hat sich aber bald aufgelöst. Frühstück a la Brevet an der Tankstelle. In Chang Rai kurzer Stop weil Markus Schlapfen kauft (1 Euro...)

Golo
07-02-2018, 08:25
Momentan erholen wir uns noch vom Essen (scharf !!!). Das Radeln auf wenig befahrenen Nebenstraßen war bisher heute sehr angenehm, auch der Wind war unser Freund.

Golo
07-02-2018, 13:52
Weil es so gut gelaufen ist sind wir gleich über die Grenze nach Houayxay geradelt.

Golo
07-02-2018, 14:06
Die Freundschaftsbrücke ersetzt leider die gemütliche Bootsfahrt über den Mekong. Noch dazu müssen die Räder für 1 km in den Bus geladen werden.

Golo
07-02-2018, 14:13
Das Hochladen der Bilder hier ist etwas mühsam dafür macht sich die Überlegenheit des Kommunismus bei der Dusche bemerkbar ( endlich ein starker und in der Temperatur regulierbare Strahl). Wenn wir noch einen funktionierenden Bankomat finden würden wäre die Welt ganz in Ordnung... 152 einfache windbegünstigte km mit nur 400 HM.

michlk
07-02-2018, 15:04
Die Freundschaftsbrücke ersetzt leider die gemütliche Bootsfahrt über den Mekong.

Booterl gefahren bist eh schon genug am Mekong! ;-)
Grüß mir Laos - und weiterhin gute Fahrt!

Michl

feristelli
07-02-2018, 15:50
So etwas wie deine Radreisen, Gerold, möchte ich auch einmal wieder machen. Aber im Moment genieße ich die einzigen zwei Wochen im Jahr ohne Rad und fahr statt dessen mit dem indian Helicopter (https://en.wikipedia.org/wiki/Auto_rickshaw).

https://bikeboard.at/Board/attachment.php?attachmentid=191918&d=1518011370

Eure Bilder sind wunderbar (wie immer)!

Golo
08-02-2018, 03:15
Morgenstimmung in Laos - sehr relaxed !

sake
08-02-2018, 09:30
"Übersichtliche Leitungsverlegung" sowohl in Thailand als auch in Laos.

Danke für die Fotos. Zum ersten Morgencafe im Büro genau richtig :)

Golo
09-02-2018, 12:56
Wir sind ein gutes Stück weiter dem Mekong gefolgt. Gestern die ersten 60 km auf Asphalt dann 90 km Piste bis Muen.

Golo
09-02-2018, 13:04
Erste Überraschung: Hochhäuser im 3-Ländereck. Hier entsteht mit kräftiger chinesischer Hilfe eine Sonderwirtschaftszone. Gleich nachher geht es auf Piste weiter und wir radeln entsprechend langsamer.

Golo
09-02-2018, 13:14
Schöne Strecke aber wir kommen in die Dunkelheit - zumal fast alle der 1500 HM auf den letzten 30 km zu bewältigen waren . Versöhnnlicher Abschluss war ein gutes Guesthouse.

Golo
09-02-2018, 13:36
Heute morgen Aufbruch im Nebel. Weitere 65 asphaltlose km - im wirklichen Urwald. Selten so gut geradelt...

fightclub76
09-02-2018, 13:45
Super Bilder, zeichnet ihr auch die Route mit Gps auf, kann man sich die wo ansehen ?

feristelli
09-02-2018, 17:14
Radverkehr in Delhi:
(Beklage sich noch einmal jemand über Arbeitsbedingungen in Österreich!)

Golo
10-02-2018, 12:36
@fight Club: ich zeichne nicht auf aber wenn wer nachfahren will gebe ich gerne Tips.
Wir kommen etwas langsamer als geplant voran - wegen der schlechten Straßen .Frühstück am Markt von Muang Long und dann Staub fressen...

Golo
10-02-2018, 12:53
Die ersten 40 km bis knapp vor Muang Sing auf der Strasse 17B radeln wir auf Schotter unterschiedlicher Qualität- wäre kein Problem wenn nicht hie und da eines der Lastwagen mächtig Staub aufwirbeln würde. Die nächsten 58 km bis Luang Namtha sind etwas besser zu fahren. Ein kurzer Fussweg führt zu einem kleinen Wasserfalll mitten im Dschungel- so können zumindest die Beine entstaubt werden. Nach einem 1100 m hohen Pass geht es meist bergab aber der Asphalt ist entweder schlecht oder gar nicht vorhanden sodass wir in Luang Namtha nach 105 km Schluss machen (1000 HM). Immerhin bietet der Ort Annehmlichkeiten wie Kuchen und Cappuccino und zum Abendessen gibt es heute sicher keine Fo-Suppe. Die Grenze zu China sollten wir morgen Mittag erreichen.

feristelli
10-02-2018, 15:50
https://bikeboard.at/Board/attachment.php?attachmentid=191999&d=1518269671

(Mathura (https://en.wikipedia.org/wiki/Mathura), UP)

BMC Racer
10-02-2018, 15:57
Interessante Pics :toll:

Weiterhin eine Problemlose Reise - ich denke ab China wird`s Internetzen a bissl schwieriger und wir werden weniger mitbekommen...

tenul
10-02-2018, 17:19
- ich denke ab China wird`s Internetzen a bissl schwieriger und wir werden weniger mitbekommen...
Uj, spricht da der Profi? Wir haben gerade Signal installiert, in der Hoffnung, vl darüber kommunizieren zu können, und dann würde ev ich die Bilder hochladen.


Gesendet vom Telefon

BMC Racer
10-02-2018, 18:01
Uj, spricht da der Profi? Wir haben gerade Signal installiert, in der Hoffnung, vl darüber kommunizieren zu können, und dann würde ev ich die Bilder hochladen.


Gesendet vom Telefon

Nix Profi, nur was man so über Chinesien ;) hört.... :holy:

Golo
11-02-2018, 14:22
Noch im Morgennebel starten wir Richtung Norden. Die letzten km vor der Grenze sind durch die riesigen Baustellen der Eisenbahn durch Laos zum Meer geprägt und nicht sonderlich attraktiv.

Golo
11-02-2018, 14:32
Wer sich - wie ich - den Grenzort Boten als das übliche verschlafene Dorf vorgestellt hat wird überrascht - die Chinesen bauen wie wild. Der Grenzübertritt geht unerwartet schnell. Bei den Laoten noch gemütlich aber im modernen Gebäude der Chinesen kann man die Zufriedenheit mit dem Zöllner sogar mit Smilies bewerten. Wesentlich mehr Zeit kosten uns die Versuche an einem der zahlreichen Bankomaten zu Yuan zu kommen.

Golo
11-02-2018, 14:39
Dieses Problem kann erst in Mengla - wo wir auch gleich übernachten- gelöst werden. Bis dahin geht es zuerst neben der Autobahn und der Eisenbahn - Baustelle flott voran und zum Schluss noch über eine wunderschöne Nebenstrasse durch ein Naturschutzgebiet.

Golo
11-02-2018, 14:47
Auch Mengla haben wir uns als staubiges Provinzkaff vorgestellt - nix da, man kommt sich (besonders nach Laos) wie in der SCS vor - eine einzige bunte Warenwelt. Nur das Gastgewerbe ist unterrepräsentiert- wir essen bei den Garküchen im Park. Die ersten Radkm in China waren sehr angenehm: guter Asphalt und rücksichtsvolle Autofahrer. Morgen schauen wir weiter, heute waren es 116 km mit 750 HM.

6.8_NoGravel
11-02-2018, 18:10
Wie immer wunderschöne Bilder, da packt mich gleich wieder das Fernweh.

Bezüglich Essen hätte ich allerdings ein Problem. Ich würde mich tatsächlich nur von selbstgekochtem Reis mit Wasser aus einer originalverschlossenen Wasserflache und Powerbar ernähren. Ich kann alle jene welche diesbezüglich keine Berührungsängste haben nur beneiden.

Bikerjenny
11-02-2018, 21:26
Wie immer wunderschöne Bilder, da packt mich gleich wieder das Fernweh.

Bezüglich Essen hätte ich allerdings ein Problem. Ich würde mich tatsächlich nur von selbstgekochtem Reis mit Wasser aus einer originalverschlossenen Wasserflache und Powerbar ernähren. Ich kann alle jene welche diesbezüglich keine Berührungsängste haben nur beneiden.


:jump: ... das wäre auch mein "Menü" ...!

Auch in diesem Fall zolle ich Gerold meinen vollsten Respekt :toll:!

Bikerjenny
11-02-2018, 21:30
Auch Mengla haben wir uns als staubiges Provinzkaff vorgestellt - nix da, man kommt sich (besonders nach Laos) wie in der SCS vor - eine einzige bunte Warenwelt. Nur das Gastgewerbe ist unterrepräsentiert- wir essen bei den Garküchen im Park. Die ersten Radkm in China waren sehr angenehm: guter Asphalt und rücksichtsvolle Autofahrer. Morgen schauen wir weiter, heute waren es 116 km mit 750 HM.

:wink: :jump: :wink:

Wünsche euch weiterhin ein gutes Vorankommen bei und mit vielen neuen Eindrücken!
Ein Dankeschön an dieser Stelle an Gerold für Bilder und Infos ... :klatsch:!

Good Luck :bump:!

Lieben Gruß aus der Heimat!

marty777
12-02-2018, 13:23
Eindrucksvolle Bilder! :toll:

Weiterhin alles Gute auf der Reise!

Golo
12-02-2018, 14:44
Markus hat tolle Strecken ausgearbeitet und auf sein GPS gespielt- über wenig befahrenen Nebenstraßen fahren wir über mehrere kleine Pässe immer entlang der laotischen Grenze. Leider ist das Hochladen der Fotos hier mühsam- vielleicht später.

feristelli
12-02-2018, 14:58
Ich kapere den Thread noch einmal mit Fahrradbildern und grüße euch aus Mathura und Vrindavana (zwei ganz wichtige Orte in der Mythologie um Krishna).

https://bikeboard.at/Board/attachment.php?attachmentid=192063&d=1518440173

Golo
12-02-2018, 16:21
Wir sammeln ordentlich Höhenmeter. In Yiwu nach 90 km ein kleiner Imbiss- hier gäbe es genug Quartier aber es ist erst früher Nachmittag. So radeln wir weiter und kommen bis zum nächsten Hotel doch auf 175 km mit 2500 HM. Aber schön war es wieder ! Diesmal weniger Fotos weil das Hochladen einfach zu lange dauert.

bs99
12-02-2018, 16:42
Ich kapere den Thread noch einmal mit Fahhradbildern und grüße euch aus Mathura und Vrindavana (zwei ganz wichtige Orte in der Mythologie um Krishna).

https://bikeboard.at/Board/attachment.php?attachmentid=192063&d=1518440173

Die Bilder aus Indien würden eigentlich einen eigenen Thread verdienen - und den hier nicht unangenehmer Weise kapern.

@Essen in Asien:
mit ein paar Grundregeln ("schäle es, koch es, brat es - oder vergiss es!") kommt man eigentlich sehr gut durch.
Man verpasst sonst wirklich sehr viele tolle Geschmäcker, gerade in Vietnam und Thailand.
Ich hab erst einmal in Asien Durchfall bekommen und bekennender Strassen-Esser bin, das war in Bangkok als ich am vorletzten Tag einer Reise meiner damaligen Freundin zuliebe einen McDonalds besucht habe...

feristelli
12-02-2018, 17:23
.. in Bangkok als ich am vorletzten Tag einer Reise meiner damaligen Freundin zuliebe einen McDonalds besucht habe...

Ich kenne die Geschichte von einer langjährigen Indienreisenden, die sich auch nur einmal den Magen verdorben hat -- im Flieger in der Business Class :rolleyes: Mit Bahn- und Straßenessen hab ich hier auch kein Problem.

Golo
13-02-2018, 14:44
Essen ist in China etwas kompliziert - vor allem wenn man was anderes als die übliche Nudelsuppe will. Viele Lokale (in unserem Sinn) gibt es nicht, dafür Mengen an Kleider- und Handyshops.

Heute ging es noch im Morgennebel gleich wieder bergauf.

Golo
13-02-2018, 14:55
Nach 50 km ist der grössere Ort Jiangcheng erreicht und es gibt einen KFC! So kommen wir zu halbwegs "normalen" Spaghetti. Der nächste Anstieg führt durch Teeplantagen auf über 1600 m.

Golo
13-02-2018, 15:16
Dann eine lange Abfahrt auf (erstmals) schlechter Straße zum schwarzen Fluss. Dem noch 30 km entlang bis Daheishan. Jetzt sitze ich gerade beim Abendessen - schon wer einen Fisch mit Stäbchen und Suppenlöffel zerlegt ? ( habe blöderweise mein Campingbesteck im Hotel vetgessen). Apropos Hotel : unsere bisherigen 3 Übernachtungen waren durchaus luxuriös und (auch im Vergleich mit den Nachbarländern) spottbillig. Wareb heute 141 km mit 2300 HM.

Golo
14-02-2018, 12:36
Diesmal ist die Königsetappe angestanden. Gleich nach dem (bescheidenen) Frühstück ging es immer bergauf bis auf 1800 m. Unendlich viele Kurven- schöne Ausblicke- und durchwegs angenehme Steigung so um die 5 Prozent.

Golo
14-02-2018, 12:44
Oben auf der Passhöhe kurzer Imbiss-Stop. Derzeit möchte ich hier kein Schwein sein - wegen dem Frühlingsfest werden allerorts tote Schweine zerlegt, in vielen Häusern betätigt man sich als Hobby-Fleischhauer.

Golo
14-02-2018, 12:52
Mit der Abfahrt ändert sich die Vegetation- weniger Bambus und Tee dafür schaut die Umgebung mit den vielen Nadelbäumen fast alpin aus.

Golo
14-02-2018, 13:16
Nach einer längeren Abfahrt bis auf 1000 m geht es die letzten 40 km wieder durch ein Tal bergauf. Je näher wir dem Übernachtungsort Daxing kommen desto stärker wird der Verkehr. Die Stadt liegt 1650 m hoch und bietet alles was wir wollen - zB Bäckerei oder McDonald's ähnliche Imbisse (die vor allem ich bevorzuge). 100 km mit 2000 HM. Leider haben die erhofften Wäschereien wegen dem Frühlingsfest geschlossen.

Golo
14-02-2018, 13:31
Der Kasten in der Mitte am Hauptplatz ist unser luxuriöses Hotel (Zimmerpreis 20 Euro). In so ausgestatteten Hotelzimmern (vom Teekocher für frischen Grüntee über eine Auswahl verschiedener Shampoos und grossen duftenden Froteehandtüchern bis zu 4 verschiedenen Sorten Präservativen ist alles da und an der Wand hängt ein nicht gerade winziger Flachbildschirm) habe ich bisher selten übernachtet.

Golo
15-02-2018, 13:42
Bilder der heutigen - landschaftlich wieder einmal sehr Interessanten - Etappe kommen später - das Netz hier ist einfach zu langsam. Wir sind nach 158 km mit 1500 HM in Manhao am Roten Fluss.

BMC Racer
15-02-2018, 18:53
Also ich hätte mir nicht so ein Zimmer in einem kleineren Ort in China vorgestellt....
Die Landschaftsbilder sind sowieso abwechslungsreich :toll:
Weiterhin gute Fahrt und - nicht das ich es euch wünsche - hattet ihr schon Patschen?

Golo
16-02-2018, 13:32
Bis jetzt völlig pannenfrei - nicht selbstverständlich auf 2 x 1600 km mit Gepäck auf oft schlechten Straßen oder Pisten. Noch Bilder vom morgendlichen Daxing

Golo
16-02-2018, 13:46
Und es ging noch weiter bergauf - bis auf 2000 m. Bei der episch langen Abfahrt trafen wir einen chinesischen Reiseradler.

Golo
16-02-2018, 13:56
Natürlich ging es nach einer Flussbrücke fast ebenso hoch wieder bergauf... aber dann eine 30 km-Abfahrt bis zum Roten Fluss.

Golo
16-02-2018, 14:14
Der Rest des Tages war einfaches Flussradeln. Zum Abendessen würden wir von einer Familie anlässlich des Neujahrdfestes von der Strasse weg eingeladen.

Golo
16-02-2018, 15:49
Das Neujahrsfest war und ist noch immer ein ziemlicher Lärmerreger und morgens sind die Strassen von den Resten der Feuerwerkskörper rot. Viele Mädchen sind mit Festtagstracht unterwegs. Wir folgten heute dem roten Fluss bis zur Grenze - wieder einfaches flussradeln auf unerfahrener Strasse (Autobahn parallel und Neujahrsfest). Erst an der Grenze wird es wieder belebter.

Golo
16-02-2018, 16:05
Der Grenzübertritt in den modernen Abfertigungsgebäuden auf beiden Seiten geht flott und ist in 10 Minuten erledigt. Gleich den ersten Kaffee (in China gab's nur Nescafe) und Abendessen in "normalem" Lokal mit richtigen Sesseln. 135 km mit 650 HM (15 km morgendlichen Fehlversuch und einige Herumfahrerei in der chin. Grenzstadt wegen Geld- Rückumtausch und Suche nach der richtigen Grenzbrücke inklusive)

Golo
17-02-2018, 12:59
Genug vom Radeln am Fluss - ein (vorläufig letzter Blick auf China und dann wieder ab in die Berge. Da der Wetterbericht für das östliche Grenzgebiet Richtung Meer eher Schlechtwetter prognostiziert nutzen wir die dzt. herrschende Schönwetterlage in Vietnams höchsten Bergen.

Golo
17-02-2018, 13:25
Die Straße nach Sapa führt 30 km bergauf und ist recht stark befahrenen. Wie in den Alpen die Motorräder nerven sind es hier die Mofas - wenigstens sind die etwas leiser. An Anfeuerungsrufen oder Applaus aus den Autofenstern mangelt es nicht - viele Radler scheinen hier noch nicht hochgefahren zu sein.

Golo
17-02-2018, 13:47
Sapa ist so etwas wie eine Mischung aus Salzburg und Ischgl - Massen von Mädels laufen im Trachten herum und am See kann man in Schwänen Tretboot fahren. Wir nutzen das Remmidemmi für eine Touristenmahlzeit ( Spaghetti mit Pesto !) Und treten bald weiter. Es geht noch bis über 2000 m hoch am höchsten Berg Vietnams vorbei (auf den eine Seilbahn führt). Ein gar nicht so uneindrucksvoller Wasserfall kurz vor der Passhöhe unterbricht noch unsere Fahrt.

Golo
17-02-2018, 14:38
Die Szenerie ist aber durchaus eindrucksvoll und mit den durchschnittlichen Alpenpässen locker vergleichbar - siehe die Bilder. Heute waren es 80 km mit 2000 HM.

BMC Racer
17-02-2018, 16:12
Toll, dem von euch erlebten folgen zu können!
Interessant wie die Landschaften wechseln :toll:

Golo
18-02-2018, 15:04
Ist wirklich erstaunlich wie attraktiv die Landschaften in Vietnams nördlichen Bsrggebieten sind. Heute zuerst bizarre Karstfelsen.

Golo
18-02-2018, 15:12
Später ein schönes Flusstal entlang.

Golo
18-02-2018, 15:23
So radelten wir bei Traumwetter bis zur Einmündung des schon aus China bekannten Schwarzen Flusses bei der kleinen Stadt Murong Lay. Das einzige Hotel im Ort hat noch so richtiges Ost-Flair - im riesigen Speisesaal sind wir die einzigen Gäste.

Golo
18-02-2018, 15:36
129 km mit 1500 HM. Der vietn. Grusskorso war heute besonders heftig - kaum ein vorbeifahrendes Moped oder eine Hütte am Wegesrand ohne dem klassischen "Hello".Maggi in Vietnam kann auch etwas...

BMC Racer
18-02-2018, 16:22
Maggi in Vietnam kann auch etwas...

...und die mehreren Biere...
Vieviele habt's n "zwitschert....:D

Golo
19-02-2018, 02:34
Drei Bier jeder - sind aber kleine Flaschen a 0,33. Wir haben die Wahl zwischen "Hanoi" und "Saigon" Bier- schmecken beide gut (jedenfalls besser als das meist sehr dünne chin. Bier). Das vereinzelt angebotene" Heinecken" verweigere ich, ist auch deutlich teurer als die lokalen Biere..

Wir sitzen gerade beim Frühstücksreis...

marty777
19-02-2018, 11:20
Tolle Bilder! :toll:

Golo
19-02-2018, 14:05
Die heutige Etappe war kurz (und alternativlos) aber (für mich) etwas schmerzlich, da ich eine wunde Stelle am Sitzknochen habe - am besten geht daher bergauffahren im Wiegetritt und dazu gab es auch heute Gelegenheit.

Golo
19-02-2018, 14:15
Über zwei kleine Pässe ist schon am Nachmittag dann Dien Bien Phu erreicht wo wir zuerst das (ganz interessante) Kriegsmuseum besichtigen. Wie in den Museen in Laos werden auch da alle möglichen Szenerien mit lebensgroßen Puppen nachgestellt.

Golo
19-02-2018, 14:21
Während in der Vitrine im Museum noch ein originales im Krieg benutztes Rad ausgestellt ist (interessanterweise mit ziemlich dünnen Reifen ausgestattet) wird in Vietnam im Alltag nur selten geradelt (in China gar nicht mehr).

Naturgemäß mangelt es dem geschichtsträchtigen Ort nicht an Friedhöfen und Siegesdenkmälern. Waren heute 100 km mit 1450 HM.

Golo
20-02-2018, 13:56
Good morning, Vietnam! Vielleicht wegen der immer noch andauernden Feiertage kommt das Leben nur langsam in die Gänge. Wir queren zuerst einmal den Markt.

Golo
20-02-2018, 14:25
Es geht wie gewohnt einmal auf 1050 m rauf, dann in ein weites Tal mit schönen Karstfelsen und dann auf 1600 m rauf. Oben am Pass ei Rummel wie am Stelvio an einem schönen Sommertag.

feristelli
20-02-2018, 14:31
Viele von den Aufnahmen sind atemberaubend! Die Landschaft ist wirklich spektakulär! Für die Radreise kann man euch nur beneiden :toll:

Golo
20-02-2018, 14:42
Wieder eine landschaftlich ausgesprochen schöne Etappe.

Golo
20-02-2018, 14:58
Allerdings fordern die vielen Motorbienen volle Aufmerksamkeit- Autos fahren nur sehr selten aber Mopeds jede Menge- Schauen zählt nicht zu den Stärken der Vietnamesen. Etappenende dann im schön gelegenen Son La nach 152 km mit 2000 HM. Dzt. sitzen wir beim Abendessen und geniessen "Vietnam sucht den Superstar" nachdem uns schon "Laos sucht den Superstar" und "China sucht den Superstar ' nicht erspart geblieben ist. Unsere Köchin jauchzt vor Vergnügen...

tenul
20-02-2018, 16:01
Viele von den Aufnahmen sind atemberaubend! Die Landschaft ist wirklich spektakulär! Für die Radreise kann man euch nur beneiden :toll:
Finde ich auch.
Heute um 19 Uhr wird übrigens auf ORF III eine Doku über Vietnam (http://tv.orf.at/program/orf3/20180220/848825601/) ausgestrahlt.
Allein der Einstiegssatz des Info-Textes klingt verführerisch, wenn auch ein bisschen crazy: :love:

Manche Landschaften Vietnams sind von einer so unwirklichen Schönheit, als seien sie von Designern entworfen.

Golo
21-02-2018, 12:34
Heute wieder eine einfachere Etappe bis zur nächsten Provinzstadt mit gesicherter Unterkunft.

Golo
21-02-2018, 12:45
Anfangs ging es lange durch dichtbesiedeltes Gebiet und das kleine Kettenblatt könnte lange ruhen. Später sanft ansteigend durch ein schönes mäanderndes Flusstal. Kurz nach dem Pass auch schon das kleine Städtchen Moc Chau. Wegen dem Schulbeginn waren heute deutlich weniger Zweiräder unterwegs - die Jugend war zumindest bis zum frühen Nachmittag beschäftigt. 113 km mit knapp 1000 HM auf sehr guter Strasse.

Golo
22-02-2018, 13:19
Bisher hatten wir großes Wetterglück - da kann man einen Schlechtwettertag verschmerzen. Zuerst war es nur nebelig mit leichtem Nieseln, nach einem 1300 m Pass dann richtiger Regen. Also beschlossen wir im nächsten Städtchen Mai Chau einmal abzuwarten und haben in einem netten Hotel ein Zimmer genommen. Nachdem das Wetter dann freundlicher ausgesehen hat sind wir zu einer gepäcklosen Nachmittagsrunde aufgebrochen.

Golo
22-02-2018, 13:28
Doch der Schein trügte- die Fahrt entlang einem Stausee und dann rauf in die Berge wäre landschaftlich wunderschön gewesen aber es begann bald ernsthaft zu regnen sodass wir von den 50 km sicher 30 in Nässe führen. Erst kurz vor Mai Chau war es wieder trocken. Egal - Nebel und Regen sind zu dieser Jahreszeit in Nordvietnam nichts besonderes. Insgesamt 113 km mit 1600 HM.

feristelli
22-02-2018, 17:01
Nebel und Regen

Bei uns gibt's Eis und Schnee bei minus 10°C und kälter. Nebel und Regen wär mir lieber (vor allem bei der Kulisse)!

Golo
23-02-2018, 15:21
Uns ist es hier auch lieber - trotzdem hat sich die Abfahrt heute wegen eines Regenschauers am Morgen verzögert. Unser Versuch eine kleine Nebenstraße durch einen Nationalpark zu radeln endet - baustellenbedingt - nach 5 km in unfahrbarem Gatsch.

Golo
23-02-2018, 15:35
Also zurück und auf der Hauptstraße weiter - die aber landschaftlich auch sehr schön ist - dabei erwarten wir nach jeder Kurve dass die Umgebung weniger eindrucksvoll wird da wir uns zwar langsam aber stetig nach Süden arbeiten. Mancherorts sieht man auch bei neu gebauten Häusern die traditionellen Schilfdächer - das nächste Gewässer ist ja nie weit entfernt. Im zum Etappenort erkorenen Lam Son gestaltet sich die Hotelsuche erstmals schwieriger - wir nehmen von zwei schmuddeligen Absteigen noch die bessere. Mit ein bisschen Auf- und Abfahren wegen Zimmersuchen und Essen besorgen würden es letztendlich 134 km mit knapp 1000 HM.

Golo
24-02-2018, 13:39
Morgendlicher Blick aus dem Hotelfenster : es ist feucht. Auf einer landschaftlich unspektakulären Etappe nieselt es am Vormittag in unterschiedlicher Intensität - nachmittags trocknet die Strasse auf. Warm isr es nicht aber natürlich kein Vergleich zu Mitteleuropa...

Golo
24-02-2018, 14:35
Das Gefäss dienr übrigens die vietn. Kaffeezubereitung - nicht ganz mein Geschmack aber jedenfalls besser als gar kein Kaffee (oder bestenfalls Nescafe) wie in China. Interessant sind auch die drei Kirchen im Nirgendwo (eine habe ich fotografiert) in einem Land wo Sakralbauten rar sind (statt iwie in Myanmar oder In Thailand die Gegend mit sinnlosen Statuen und Tempeln vollzupflastern wird hier das Geld gescheiterweise in die Infrastruktur (zB Schulen) investiert).

Da wir die touristischen Landstriche endgültig verlassen haben müssen wir hinsichtlich Übernachten die nicht mehr so häufigen (und guten) Gelegenheiten wahrnehmen- Schluss war daher schon im grösseren Do Luong nach 138 km mit 800 HM mitten am Nachmittag- hatte ich noch Zeit für einen Frisörbesuch.

Gatschbiker
24-02-2018, 21:31
Wie "kuuhl" am letzten Bild maschieren Kuhmama + Kalb die Straße entlang. :D

geradl
25-02-2018, 01:33
Danke für den Reisebericht! Tolle Bilder! Jedes Bild aktiviert das hirninterne Reiseplanungszentrum und in den Beinen kribbelts ...

Golo
25-02-2018, 15:27
Wieder Nebel - also ab nach Laos. Das erste Bild zeigt einen Blick in das Wohn- und Schlafzimmer unseres politisierten Früstückskaffee-Wirten. Eine Ortschaft weiter dann eine Bäckerei mit Döner (bzw was die Vietnamesen darunter verstehen) - alles besser als wieder Fo-Suppe.

Golo
25-02-2018, 15:54
Trotz des Nebenstraßen wird die Landschaft zunehmend attraktiver - leider nieselt bzw. regnet es den ganzen Anstieg zur Grenze. Wir treffen auch zwei britische Radlerinnen die in Gegenrichtung unterwegs sind (standesgemäß kauf Surly...) angesichts des Wetters bleibt es bei kurzem Austausch über die Strecken. Der laotische Grenzbeamte amtiert in der Daunenjacke aber - wie von den Kolleginnen prognostiziert- ein paar km in Laos und 100 HM tiefer kommt die Sonne raus und wir legen die restlichen paar km nach Lak Sao in der Abendsonne und mit Rückenwind zurück. Ich hätte heute drei Schlauchdefekte - Arbeit für das laotische Reifenschustergewerbe. 140 km mit 1000 HM.

BMC Racer
25-02-2018, 16:00
Daunenjacke des Grenzers....
Da wird's doch nicht so frisch wie bei uns sein...
192557

feristelli
25-02-2018, 18:05
Wie "kuuhl" am letzten Bild maschieren Kuhmama + Kalb die Straße entlang. :D

Ja, die Tiere haben die Ruhe weg, auch in Indien:

Golo
26-02-2018, 15:08
"Meine" Kühe hatten ihrem Auftritt nahe der zentralen Kreuzung mit obligaten Denkmal einer mittelgroßen vietn. Provinzstadt- auch dort kein alltäglicher Anblick...

Wir sind heute auf mir (und tenul) schon bekannter (und mittlerweile) vollständig asphaltierter Strecke bei bestem Radwetter durch das Stauseegebiet Richtung Süden.

Golo
26-02-2018, 15:28
Nach 50 km das erste Highlight des Tages; in einem mir wohl bekannten Gasthaus endlich Pasta und Palatschinken statt Reis und Suppe... gestärkt durch das uncoole Travelldrfood geht es mit teilweise kräftigem Rückenwind flott dahin

Golo
26-02-2018, 15:37
So bleibt noch Zeit für die Besichtigung einer von der Strasse angeschrieben Höhle.

Golo
26-02-2018, 15:45
Das beste Hotel von Thaket hat seine Preise seit dem ersten Besuch mit michlk kräftig angehoben ist aber immer noch erschwinglich. Sonnenuntergang am Mekong und der Nachtmarkt gleich daneben sowie ein Frühstücksbuffet (statt mühsamer Suche zu einer Fo-Suppe-Alternative) sind gute Argumente. Die Wäscherei ist auch nicht weit- das feuchte Wetter der letzten Tage lässt die gebrauchte Wäsche nicht gerade duften... 151 km mit 500 HM.

tenul
26-02-2018, 16:55
Highlight des Tages; in einem mir wohl bekannten Gasthaus endlich Pasta und Palatschinken statt Reis und Suppe...
Dabei kann es sich nur ums "Sabaidee" handeln. :D :du:

192624

feristelli
26-02-2018, 21:07
Eure Bilder sind dermaßen sowas von außerordentlich super! Leiwander nur die Tatsache, dass ihr in der Gegend fünf Wochen herumfahrt! Wollt ihr vielleicht einen Diavortrag oder so veranstalten?

tenul
26-02-2018, 22:04
Wollt ihr vielleicht einen Diavortrag oder so veranstalten?
Auch wenn sie in groß nochmals besser ausschauen - aber die Bilder sind ja durch diese ehrenwerte Plattform (http://www.bikeboard.at)ohnehin schon bekannt.
Trotzdem schafft Gerold es sicher mit links, 90 Minuten oder länger anregend über Radreisen zu referieren.
Hauptproblem sind eher die Location und Infrastruktur (Beamer und so).
Wenn also wer was aufstellt, kann man sicher drüber reden.... ;) *managingmodusoff*


Frühstücksbuffet (statt mühsamer Suche zu einer Fo-Suppe-Alternative) sind gute Argumente.
Ich muss gestehen, dass ich Gerold um diese 35-tägige Reis-&-Phosuppen-Offensive sehr beneide. :D :du:

Golo
27-02-2018, 03:35
Ja das ist mein Stammlokal- was für ein angenehm es Gefühl an den unzähligen Fo-Suppen-Lokalen in Lak Sao mit der Aussicht auf (mir) wohlschmeckendes Essen schon in 50 km vorbeiradeln zu können.

Morgendlicher Blick aus dem Hotelzimmer- wir warten noch auf die Wäsche und gehen dann wohlriechend (ok das wird nicht lange anhalten) ohne Gepäck in der Umgebung Grossen oder Graveln ...

Ich bin nicht der grosse Fotograf und alle aufgenommen Fotos sind vollständig hier gepostet - übrigens alle mit dem S 8 Handy fotografiert. Das Mitschleppen einer Fotoausrüstung wäre mir viel zu mühsam. Praktischerweise macht das Smartphone bessere Fotos als meine Outdoor-Knipse.

Golo
27-02-2018, 16:07
Unsere CX-Tour von einer Karsthöhle begann ganz harmlos auf schön zu fahrenden Wegen und Pisten.

Golo
27-02-2018, 16:17
Hat Spass gemacht zwischen den Karsthügeln verschiedener Formen und Grössen herumzucruisen. Nur der Versuch die Runde nach Norden zu verlängern (Weg war auf meiner Karte eingezeichnet) führte durch den Dschungel- und zwar den richtigen.

Golo
27-02-2018, 16:28
Mit jedem Meter den wir dem Dickicht abtrotzen würde Umkehren natürlich immer schwerer - aber die kaum erkennbare und oft zu suchende Pfadspur hätte alles zu bieten : umgestürzte Baumriesen, glitschige Steine, Lianen und sonstige Gewächse an denen sich die exponierten Teile des Rades
verfangen. Wir brauchten für 5 km fast zwei Stunden und geridten zunehmend in Zeitnot. Zusätzlich fing ich mir beim Schieben/Tragen noch einen Patschen vorne ein.

Golo
27-02-2018, 16:37
Kurz nach 4 kamen wir zerkrazt und zerschunden aus dem Wald und es wurde dann wieder fahrbar - wir hatten aber noch fast 50 Strassen - Kilometer retour. Also ein Zeitfahren gegen die Dunkelheit das wir natürlich verloren haben Glück dass es die Laoten mit Beleuchtung selbst nicht genau nehmen und Markus Notlicht dabei hatte. Die ganze Runde kann ich nur hartgesottener Dschungel-freaks empfehlen. 103 km mit 300 HM .

BMC Racer
27-02-2018, 16:51
Sind euch eigentlich bisher Schlangen auch "begegnet" (außer ev. in div. Restaurants...)?
Weiterhin natürlich auch gute Reise :)

Golo
27-02-2018, 17:21
Kein Viehzeug auf den Trails - ein paar überfahrene Schlangen am Asphalt und heute ein paar Ameisen und Gelsem im Dschungel...

Golo
28-02-2018, 12:11
Die letzten 100 km in Laos waren ein angenehmer Mix aus Asphalt und Naturstrasse - oft mit dem Mekong in Sicht.

Golo
28-02-2018, 12:25
Am Stadtrand von Savannaketh noch die letzten Kip in Eiskaffee investiert und dann über die nächste "Freundschaftsbrücke" rüber nach Thailand. Und wieder der gleiche Schwachsinn : die Räder müsse für 2 km in einen Bus verladen werden der alle 30 Min. fährt. Diesmal warteten viel mehr Leute und der Bus war gesteckt voll - die Räder in den Gepäckraun gequetscht. Durch das schubweise Ankommen hat auch die Immigration in Thailand entsprechend gedauert sodass wir unseren Weiterfahrmöglichkeiten beraubt wurden. Also ins nächste Einkaufszentrum und ein booking-Hotel in Mukdahan reserviert. 119 km, davon ca 30 asphaltlos mit unbedeuteten 300 HM.

Aus dem Hotelfenster ein letzter Blick in Richtung Laos - wie fast immer auf dieser Reise gibt es hier bei weitem mehr Personal als Gäste.

Gatschbiker
28-02-2018, 21:10
Ich bin nicht der grosse Fotograf und alle aufgenommen Fotos sind vollständig hier gepostet - übrigens alle mit dem S 8 Handy fotografiert.

Cool, das Bikeboard als Cloudspeicher für eine Asienreise :D
Das Tagebuch ist auch gleich inklusive...

Golo
01-03-2018, 13:35
Von der heutigen Etappe nach Ubon Ratchathani gibt es nicht viel zu berichten - landschaftlich so attraktiv wie eine Fahrt von Breitenlee nach Gänserndorf. Un der öden Hauptstrasse zu entkommen sind wir nach Möglichkeit auf kleineren Nebenstrassen geradelt. Aus irgendeinem uns nicht nachvollziehebarem Grund sind auf der Haupt- und den Nebenstrassen immer wieder Fahrräder oder Skulpturen von solchen aufgestellt.

Golo
01-03-2018, 13:42
Wenn die Flora nichts hergibt muss die Fauna herhalten ; ein Bild von meinem Mittagsfisch (4 Euro !). Kurze Zeit später bei einem Tempel konnten wir noch Affen in freier Wildbahn beobachten. Und dann waren da noch die Kühe mit langen Hadenohren. Für 187 km mit 300 HM trotzdem eine magere Ausbeute...

Golo
02-03-2018, 14:59
Langsam müssen wir die Rückfahrt nach Bangkok organisieren- also zuerst zum Bahnhof und Tickets gekauft - natürlich nimmt unser "Wunschzug" keine Räder mit. Dann öde 75 km bis Kantharalak wo wir in einem Hotel einchecken um ohne Gepäck noch in den Khao Phra Wihan Nationalpark zu radeln. Vorab galt es noch einen Regenschauer auszusitzen.

Am Ende der Aspaltstrasse direkt an der Abbruchkante eines Höhenzuges dann rundum ausgebaute Stellungen der Armee (Grenzkonflikte mit Kambodscha wegen ein paar alter Steine) und zwei Brocken noch auf thail. Gebiet welche Penis und Vagina darstellen sollen (ok mit Fantasie). Der Ausblick zur Tempelanlage (genau zu erkennen ist von hier nur das Wasserbecken) ist jedenfalls eindrucksvoll. Eine im Felsen befestigte Treppe führt noch zu einem Bhudda-Relief. Wir sind am späten Nachmittag die einzigen Besucher. Aja : der Besuch des Nationalparks kostet für Ausländer den für hiesige Verhältnisse horrenden Betrag von 10 Euro - die Investition lohnt sich aber. Waren dann 148 km mit 700 HM.

Bikerjenny
02-03-2018, 21:42
Wenn die Flora nichts hergibt muss die Fauna herhalten ; ein Bild von meinem Mittagsfisch (4 Euro !). Kurze Zeit später bei einem Tempel konnten wir noch Affen in freier Wildbahn beobachten. Und dann waren da noch die Kühe mit langen Hadenohren. Für 187 km mit 300 HM trotzdem eine magere Ausbeute...


.... ein Bild von meinem Mittagsfisch ...

Kein REIS als Beilage? :D

Nein, Gerold, es liegt mir fern ... war nur ein Späßchen am Rande ...

Vielen Dank für deine informativen Bildberichte - grandios ... habt sehr viel erlebt
und schier unvergessliche Stunden mit eurem Bike in diesen fernen und
für uns Mitteleuropäer fremden Ländern verbracht ... :toll:!

Zufrieden und mächtig stolz könnt ihr auf die letzten Wochen zurückblicken.

PS: Auch mit den Vorbereitungen für diese Reise habt ihr großartige Leistung
vollbracht - zu mindest aus unserer Sicht hier im Board!
Aber wahrscheinlich seid ihr schon den einen oder anderen Kompromiss eingegangen!

R E S P E K T :toll:!

Gute Weiterreise und vor allem gesunde Heimkehr!
Lieben Gruß :bump:

Golo
03-03-2018, 13:55
Natürlich hätte mein Mittagsfisch Klebreis als Beilage... die Fahrt heute nach Surin war so öde wie befürchtet. Zentralthailand kann mit den Nachbarländern einfach nicht mithalten. Fotos von den immer wieder zu sehenden Tempeln erspare ich mir, da kann man gleich die Dekoration eines beliebigen Vorstadt-Chinesen betrachten. Wenigstens sind alle Arten von Getränken so billig dass man beim geringsten Durstgefühl gleich reagieren kann. 147 km mit 200 HM.

Golo
05-03-2018, 05:29
Der Rest ist schnell erzählt- eine lange ganztägige Bahnfahrt nach Bangkok zurück und dann noch 40 km durch die nächtliche Stadt zu unserem Hotel beim Flughafen. Hört sich schlimmer an als es ist weil die anderen Verkehrsteilnehmer eigentlich sehr rücksichtsvoll sind. Die Räder sind schon verpackt und wir warten auf den abendlichen Rückflug.

sake
05-03-2018, 09:38
Gute Heimreise. Und welche Fotos schau ich mir jetzt zum Frühstückscafe an?!?!?!

shroeder
05-03-2018, 17:00
Gute Heimreise. Und welche Fotos schau ich mir jetzt zum Frühstückscafe an?!?!?!

Hab ich mir auch grad dacht: "Der kann do ned anfach scho hamfliagn..."

Gatschbiker
06-03-2018, 09:29
Hab ich mir auch grad dacht: "Der kann do ned anfach scho hamfliagn..."
Schließe mich der regelrechten Prodestwelle an. :D

Golo
10-03-2018, 08:27
Naja die Zeiten werden hoffentlich kommen, wo ich länger unterwegs sein werde.

Noch ein kurzes Fazit zu der Reise :

1) gefahren sind wir mit Apex ausgestatteten Crossern - ich mit einem Billigmodell von Ciclib (das es nicht mehr gibt, aber schon auf vielen Reisen gute Dienste geleistet hat), Markus mit dem Cabon-Modell von Planet x. Die Schaltungskomponenten funzen zwar im Vergleich zu zB Wäscheleinen-Shimanos etwas rustikaler, tun aber nach wie vor problemlos ihren Dienst. Die auf beiden Rädern montierten BB7-Bremsen detto. Die Rahmen haben durch die div. Transporte bzw. durch das Tragen im Urwald wieder einige Kratzer mehr abbekommen. Völlig hinüber sind die neu montierten SRAM-Ketten, nach 3600 km unter diesen Bedingungen aber kein Wunder. Die auf beiden Rädern montierten Conti Cyclocross Speed sind 2500 km pannenfrei gelaufen, dann haben sich (vor allem bei mir ich bin schwerer) die Defekte gehäuft (wobei die Ursachen nicht wirklich feststellbar waren, wir haben die Mäntel nach jeder Panne penibel untersucht). Es ist also notwendig, bei längeren Gepäckreisen einen zweiten Mantel für das Hinterrad mitzuführen . ich bin dann die letzten 600 km mit neuem Mantel gefahren. Ansonsten waren die Crosser für diese Reise der erwartet brauchbare beste Kompromiss - recht flott auf Asphalt und brauchbar auf den vielen Pisten.

2) Strecke : wie erwartet und bekannt : Thailand fast immer öd und uninteressant (die Gegend um und nördlich von Chiang Mai ist die Ausnahme). Laos landschaftlich nett wie immer noch gibt es dort genug Naturstraßen und vom Tourismus kaum berührte Gebiete. China und auch Vietnam haben uns nicht nur von den Straßen her positiv überrascht, Quartiere zu finden war nie ein Problem, in den Touristengebieten kann man viel auf booking vergleichen, man findet in allen Ländern (die abgelegenen Gebiete in Laos sind die Ausnahme) eine brauchbare Auswahl an Zimmern. Wichtig zu wissen : für China und Vietnam gibt es kein Visa on Arrival für Laos nur an bestimmten Grenzübergängen. Das Laos-Visa (man braucht ein Passbild) kostet jeweils 36 Dollar, und zwar pro Einreise - die Visa an der Grenze werden immer nur für einmalige Einreise ausgestellt. Will man zB öfter zwischen Vietnam und Laos wechseln (was Sinn machen würde) kommt es sicher günstiger, gleich von hier aus ein Visa für die mehrmalige Einreise zu beantragen (in Berlin, Laos hat in Ö. keine Vertretung). Vielleicht geht das auch in Bangkok. An der Grenze Vietnam-Laos ist das Visa nur an drei Übergängen erhältlich, es gäbe aber mit gültigem Visa viel mehr Möglichkeiten zum Grenzübertritt. ZB der Grenzübergang bei Dien Bien Phu stellt keine Visa on Arrival aus !

3) Orientierung : Markus mit Garmin, ich mit dem Smartphone und den offline-Länderkarten von MapyCZ. Für Thailand, Laos und Vietnam ausreichend, in China nicht vollständig. Praktisch, dass vor allem in Laos aber auch in Vietnam in vielen abgelegenen Gebieten Unterkünfte eingezeichnet sind (es gab dann immer mehr als die eingezeichneten, aber zur Planung hilfreich). Mit dem Smartphone (S 8) wurden auch gleich die Fotos gemacht und es diente auch als Übersetzer (mit den entsprechenden Landessprachen-Apps). Sehr empfehlenswert ist die Vorbauhalterung von Quadlock, die das Gerät auch bei der ärgsten Rüttelei sicher am Rad hält. Das man fast immer brauchbares Internet hat (wie ihr ja aufgrund der Bericht gemerkt habt) kann man auch unterwegs weitere Detailinfos einholen.

Für weitere Fragen bzw. Ergänzungen stehe ich gerne zur Verfügung. SO-Asien ist (auch für Frauen) ein absolut problemloses, sicheres und interessantes Reisegebiet. Besonders Nordvietnam möchte ich auf einer weiteren Reise noch näher erforschen - die Gegend dort hat mir wirklich gut gefallen. Einzige Wermutstropfen was China und Vietnam betrifft : auch wenn wir unterm Strich Glück gehabt haben, das Wetter ist im europ. Winter dort nicht so sicher schön und warm wie weiter westlich in Zentrallaos, Kambodscha, Thailand oder Myanmar.

exotec
10-03-2018, 08:44
habe mir jetzt das ganze Thema in einem Rutsch reingezogen - sehr genialer Bericht einer tollen Reise!

und da soll ich mich jetzt zuhause auf meinen Crosser setzen? zumindest scheint die Sonne :D

bs99
12-03-2018, 10:15
Vielen Dank für den tollen Bericht :klatsch:

onkel kasten
21-03-2018, 19:07
Super! danke!