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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Herzinfarkt - was nun?



Joey
10-03-2005, 22:23
Brauch eure Hilfe fuer ein Problem der anderen Art:

Ich wollte meinen Vater immer schon mit dem Bikevirus anstecken, was mir nur teilweise geglueckt ist - er hat sich mal ein Cannondale gekauft, dass seither in der Garage verstaubt.
Letzte Woche war es ploetzlich soweit: Herzinfarkt mit 63 Jahren! Nach den ueblichen Untersuchungen und Eingriffen, laesst der Lebensmut dementsprechend zu wuenschen uebrig, so wie bei vielen Menschen in aehnlicher Situation, gilt es doch das Vertrauen in seinen eigenen Koerper, und seine Leistungsfaehigkeit wiederzufinden. Werde mich am Wochenende auf den Weg in die Heimat machen um meinen Vater zu besuchen, moechte aber ausser trostspendenden Worten auch positive Beispiele und Tipps im Gepaeck mit dabei haben.
Deswegen meine Frage: Hatte jemand von Euch schon mit aehnlichen Situationen zu tun? Freue mich ueber jegliche Infos zu koerperlicher Belastungsfaehigkeit von solchen Menschen - weitere Lebensgestaltung (Diaet, Training...),
Beispiele (z.B.: euer Nachbar dessen erster Infarkt schon 20 Jahre zurueck liegt), Heldentaten und grosse Leistungen, geeignetes sportliches Training, sowie sinvolle neue Lebensinhalte fuer Herzkranke.

Ach ja, mein Vater hat nie geraucht...
Vielen Dank fuer eure Tips...

m0le
10-03-2005, 22:28
Mein Opa hatte 9 Herzinfakte!
Die beste Hilfe is wennst dort bist (wennst Kinder hast nimms auch mit)! Groß/Eltern freuen sich immer über Besuch!

valley
10-03-2005, 22:35
Erstens mal "Kopf hoch" für Dich und vor allem für Deinen Vater!!
Im Netz findest Du ohnehin viel zu dem Thema - s.u. - ich würde aber mal bei amazon oä. nach einem guten Buch suchen!?

Dein Vater wird wohl nach Verlassen der Klinik ohnehin in eine Reha gehen, und dort wird auch speziell auf die psychischen Probleme eingegangen.

Je nach Medikamenten, die er jetzt nehmen muss, wird er vielleicht nicht voll sportlich leistungsfähig sein (nur als Beispiel Beta-Blocker), aber das ist ja auch nicht das Wichtigste.

http://www.m-ww.de/krankheiten/herz_kreislauf_erkrankungen/sport_herzinfarkt.html

http://www.m-ww.de/krankheiten/herz_kreislauf_erkrankungen/herzinfarkt.html

LBJ
10-03-2005, 22:43
Sehr schwierig zu beantworten, die Frage stellt sich wie stark er war.
und ob er ein leicht kränkbarer Mensch ist....usw.

Zurückstecken und anders leben wie bisher muß er höchstwahrscheinlich auf jeden Fall. So hab ichs zumindest bei meinen Onkel gesehn. Die anderen Fälle die ich aus meiner Verwandtschaft kenne, waren sehr schnell auf Grund des hohen Alters und weil sie sich zu viel geärgert haben, wos oft gar nicht nötig war;
und zu wenig oder gar keinen Sport vorher betrieben haben.
Ursachen würd ich aber nie ansprechen!

Moderne Gesellschaft bringt in allen Bereich viel zu viel Stress mit sich. Kapitalismus macht die Menschen krank.

<paul>
10-03-2005, 23:41
.... ich glaub das besste das du persönlich momentan für deinen vater (dem ich übrigens gute besserung wünsche) tun kannst, ist einfach für ihn da zu sein! - setz ihn nur nicht unter druck mit irgendwelchen plänen, auflagen, tipps ....usw. zeig ihm einfach dass du gern an seiner seite bist wenn er dich braucht und dass ihm gern weiterhilfst WENN ER SELBER ES WILL!! - du läufst sonst gefahr, dass er nur ein schlechtes gewissen bekommt, sich hinterfragt, was er nicht alles falsch gemacht hat, warum es soweit kommen mußte usw....

du kannst dich aber natürlich trotzdem belesen und informieren - das schadet in keinem fall!! - wenn er in die reha kommt wird er aber sowieso richtig betreut und gelenkt!! - dort hast ja auch die profis dafür!! .....

...so long... kopf hoch!!!

lg sboardx

Birki
11-03-2005, 00:18
Original geschrieben von Joey
[B]Brauch eure Hilfe fuer ein Problem der anderen Art:
...
Ach ja, mein Vater hat nie geraucht...
{/B]
hallo!
ich hab so ein problem seit 1998 ... lieb sein/und ned über ursachen wie rauchen/ärger/oder sonstwas nachdenken ...
lg
birki

Matthias
11-03-2005, 07:08
Original geschrieben von Joey
Vielen Dank fuer eure Tips... Baumi fragen! ;)

Snowbike
11-03-2005, 09:02
Tja, das Problem kenne ich auch. Meinen Vater hat es ebenso mit 63 erwischt, Herzinfarkt!!!! Ich fiel natürlich aus allen Wolken, da er überhaupt kein Risikopatient im herkömmlichen Sinne ist bzw. wahr. Kein Raucher, nicht übergewichtig, körperlich aktiv.....ABER er machte sich selbst permanent Stress. Alles SOFORT und natürlich ZUGLEICH, da hat ihm der Körper einen Warnschuss vor den Bug gegeben. Er hat sich GSD sehr schnell erholt und ist wieder voll aktiv, kann ALLES machen, jedoch halt etwas langsamer und ruhiger. Er hat seine Lektion verstanden und handelt jetzt dementsprechend. Ein Herzinfarkt ist heute GSD nicht mehr ein Todesurteil, wenn rechtzeitig und richtig geholfen wird. Außer der Einschränkung der täglichen Medikamente kann sich dein Vater auf ein normales weiteres Leben freuen. Es schadet jedoch nicht, bei Rückfall in die alten Gewohnheiten, ab und zu ein paar erinnernde Worte....

Alles Gute für deinen Dad!!!

Joey
12-03-2005, 11:40
Vielen Dank fuer eure erfahrungsberichte, das sieht ganz gut aus wenn man es optimistisch betrachtet (das ist auch die schwierigste aufgabe und wohl auch ursache zugleich: mein Dad ist anders als ich eher Pessimist, und Gruebler - das muesste er sich abgewoehnen, mal sehen ob das funktioniert...) werde mich jetzt auf den weg machen um ihn zu besuchen - @ Birki: du hattest schon mal einen Infarkt, hab ich das richtig verstanden? Waerst ein gutes beispiel als nach wie vor durchwachsener athlet...(hab dich a paar mal beim ciclopia gesehen - da dort letztes jahr in der werkstatt gearbeitet)!

Keep on biking...

barolo
24-03-2005, 20:42
Hi

Wollte nur meine Bestürzung darüber los werden, das es grad vor ein paar Stunden einen ehemaligen Arbeitskollegen mit 43 dermaßen niederprackt hat, das er noch immer zwischen Leben und Tod schwebt.
In unseren hektischen Arbeitsumfeld hätte ich mehrere andere vermutet, das sie gefährdet sind, aber ihn,......

Auf jeden Fall alles erdenklich Gute, das er sich wieder erfangt.

barolo

olivia
24-03-2005, 23:07
Original geschrieben von barolo
Hi

Wollte nur meine Bestürzung darüber los werden, das es grad vor ein paar Stunden einen ehemaligen Arbeitskollegen mit 43 dermaßen niederprackt hat, das er noch immer zwischen Leben und Tod schwebt.
In unseren hektischen Arbeitsumfeld hätte ich mehrere andere vermutet, das sie gefährdet sind, aber ihn,......

Auf jeden Fall alles erdenklich Gute, das er sich wieder erfangt.

barolo
alles erdenklich Gute deinem Kollegen !
Ich hab auch grad meine Mutter mit Vorhofflimmern auf die Herzüberwachung gebracht ... :(

steve4u
24-03-2005, 23:13
Original geschrieben von olivia
alles erdenklich Gute deinem Kollegen !
Ich hab auch grad meine Mutter mit Vorhofflimmern auf die Herzüberwachung gebracht ... :(


Oje, wünsch deiner Mama baldige Besserung - wie entsteht so ein Vorhofflimmern? :confused:

olivia
24-03-2005, 23:32
Original geschrieben von steve4u
Oje, wünsch deiner Mama baldige Besserung - wie entsteht so ein Vorhofflimmern? :confused:
danke für deine Wünsche !

vereinfacht gesagt schlagen Vorhof und Herzkammer in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Das Herz kann sich nicht mehr ausreichend zusammenzuziehen um zu pumpen und verliert dadurch an Schlagkraft. Dazwischen gibt es Pausen, die bei ihr eindeutig zu lang sind

Mögliche Ursachen für Rhythmusstörungen gibt es mehrere ( von Herzklappenfehler, allgem. Herzinsuffizienz, Arteriosklerose bis Schilddrüsenerkrankungen). Sie hat die Beschwerden schon über ein Jahr, doch in den letzten 3 Wochen kamen auch noch angina pectoris Anfälle dazu.Heut wars dann ganz so schlimm, dass sie einer Aufnahme zur Überwachung zugestimmt hat .... :(

steve4u
24-03-2005, 23:48
Original geschrieben von olivia
danke für deine Wünsche !

vereinfacht gesagt schlagen Vorhof und Herzkammer in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Das Herz kann sich nicht mehr ausreichend zusammenzuziehen um zu pumpen und verliert dadurch an Schlagkraft. Dazwischen gibt es Pausen, die bei ihr eindeutig zu lang sind

Mögliche Ursachen für Rhythmusstörungen gibt es mehrere ( von Herzklappenfehler, allgem. Herzinsuffizienz, Arteriosklerose bis Schilddrüsenerkrankungen). Sie hat die Beschwerden schon über ein Jahr, doch in den letzten 3 Wochen kamen auch noch angina pectoris Anfälle dazu.Heut wars dann ganz so schlimm, dass sie einer Aufnahme zur Überwachung zugestimmt hat .... :(


Ich verstehe....danke für die Erklärung; meine Mutter nimmt auch schon seit Jahren Nitroglyzerin für ihr Herz, vielleicht komme ich einmal in eine ähnliche Situation. :(

Überwachung ist eh gut, viel mehr kannst du jetzt (medizinisch) wahrscheinlich nicht tun, da ist sie sicher in guten Händen. :)

Wie gesagt, ich wünsche euch alles Gute!

hubschraufer
25-03-2005, 00:15
...möchte euch allen, die sich um einen lieben angehörigen oder freund/in mit einer herzerkrankung mut zusprechen. ich hatte meine
herzmuskelentzündung mit 35 jahren und davon bleibende schäden
davongetragen. seither ist mein zweiter wohnsitz die kardiologie in
lainz. in all den jahren konnte ich den rasanten fortschritt der medizin
in der behandlung von herzerkrankungen beobachten, sobald die
medizinische betreuung aufgenommen ist verbessert sich der zustand
der infarkpatienten binnen stunden, natürlich ist der patient und die
angehörigen geschockt, patienten bekommen bei bedarf leichte
psychopharmaka und besucher sollten einfach nur wie immer sein,
weder am bett heulen noch übertrieben gute laune heucheln.
nach der entlassung bekommt der patient ärztliche empfehlungen und
entsprechende medikation mit auf den weg, an die er sich auch halten
sollte, damit ist wieder ein ganz normales leben möglich.
was möglich ist sagt der facharzt und die natur, nichts erzwingen,
mit der zeit verliert sich der schrecken und schließlich vergißt man die
episode beinahe.
mit radfahren konnte ich meinen zustand beständig verbessern, radfahren ist deshalb so günstig weil man sein eigenes körpergewicht
nicht tragen muss, nur ganz eindringlich: nur mit ärztlicher erlaubnis
und vorgaben und einschränkungen an sport herangehen.

wünsche allen kranken gute besserung und mut und den angehörigen
kopf hoch !!!!
zum schluss noch ein bild von meinem schrittmacher und mir :D

ricatos
25-03-2005, 09:17
in meinem freundeskreis habe ich auch schon zwei herzinfarkte miterleben müssen.
der eine war 25 jahre alt, topfit, nichtraucher, snowboarder und kletterer. er erlitt einen infarkt im wartezimmer eines arztes und trotzdem konnte ihm nicht mehr geholfen.
der andere hatte glück im unglück und war zwar ein paar tage im künstlichen tiefschlaf, konnte aber danach ziemlich bald die klinik wieder verlassen. natürlich muss er medikamente schlucken aber ansonsten gehts ihm wieder sehr gut.

barolo
25-03-2005, 21:38
Original geschrieben von ricatos
in meinem freundeskreis habe ich auch schon zwei herzinfarkte miterleben müssen.
der eine war 25 jahre alt, topfit, nichtraucher, snowboarder und kletterer. er erlitt einen infarkt im wartezimmer eines arztes und trotzdem konnte ihm nicht mehr geholfen.
der andere hatte glück im unglück und war zwar ein paar tage im künstlichen tiefschlaf, konnte aber danach ziemlich bald die klinik wieder verlassen. natürlich muss er medikamente schlucken aber ansonsten gehts ihm wieder sehr gut.

Mein Bekannter ist direkt vorm Arzt den er aufgrund von Beschwerden augesucht hat zusammengebrochen, und nur aufgrund der sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen noch am Leben. Die nächsten Tage soll er im künstlichen Tiefschlaf gehalten werden ...........

Alles Gute an alle in ähnlicher Situation

barolo