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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Richtiges Fett ?



grilli
21-10-2005, 17:32
Mich würde mal interessieren ob man eigentlich alle Schrauben fetten muss ?

Weiters würde ich gerne wissen welches Fett ich verwenden muss wenn ich Titanschrauben in eine Alugewinde drehe ? Vielleicht Kupferpaste ?

Bringt diese neue Dynamic Montagepaste auch bei Titanschrauben etwas, oder ist die nur für flächige Verbindungen (Stütze-Rahmen, Lenker-Vorbau) von Alu und Carbon gedacht ?

Gebt mal bitte einen kurzen Bericht welches Fett für welche Schrauben am besten geeignet ist.

Besten Dank

grilli

hubschraufer
22-10-2005, 18:03
...was ist los, keine antwort für grilli? :l:
also wie meist gilt auch hier: "weniger ist mehr!"
das bezieht sich aber nicht auf die verwendete fettmenge, da darfs ruhig
krachen, sondern auf die produkte.
im fahrradhandel werden viele spezialprodukte im apothekengebinde mit
wahnsinnswirkung zum wahnsinnspreis ausgelobt. wenn du dir da den kilo-
oder literpreis hochrechnest kannst du dir deine titanschrauben gleich mit
kaviar einschrauben.
für den lagerbereich werden weiche und harte fette verwendet, weißfett
wie galli zählt zu den weichen, shimano-fett oder andere geleeartigen sind
hartfette. persönlich tendiere ich zu den hartfetten weil die weichfette
gerne verseifen. aber da hat jeder schrauber seine eigenen vorlieben.
weißfett mag ich besonders gern als trennfett an der sattelstütze.
fette dienen nicht nur der herabsetzung der reibung sondern auch der
konservierung und als trennmittel und als montagehilfe.
was man sonst im fahrzeugbau oder allgemein zu verhindern trachtet,
nämlich das zusamentreffen verschiedener metalle,(buntmetalle), kann
man am modernen fahrrad leider nicht verhindern. hier besteht die gefahr
des aufbaues eines galvanischen elementes und dessen schwerwiegenden
folgen. im anhang eine lagerschale die im abbau von anode zu kathode
ausgefranst ist. es wird ja immer wieder gepredigt - im tretlagerbereich
üppig fett verwenden - hilft auch gegen geräusche.
für die kette reicht äußerlich die schmierung mit nähmaschinenöl, die kette
bekommt bei der herstellung eine innere fetteinlage die im normalen betrieb
auf ihre eher kurze lebensdauer kaum verloren geht, ausgenommen man
löst sie mit agressiven reinigungsmitteln heraus. dann hilft aber auch
nähmaschienenöl nichts mehr.
kupferpaste oder cheramikpaste als montage und trennmittel auf pedalgewinde oder ähnlichem hat sich gut bewährt.

gabelrohre, stopfbüchsen äußerlich mit gabelöl beträufeln, was innen ist,
kann außen auch nicht schaden. wer sich brunox leisten mag, kann auch das verwenden. werden die stopfbüchsen schon alters-
schwach und undicht, hilft auch eine packung PREP,dazu muß man die
gabel aber zerlegen.

damit sind wir bei den sprays angelangt:
zur konservierung sprühwachs für die kette, WD 40 für anlösen von schmutz,
unter umständen reinigt es auch die hände aber richtiger schmierstoff ist es
nicht. bevor man sein rad mit sprays traktiert unbedingt die scheibenbremsen
gut abdecken oder die beläge ausbauen. handgriffe mit alufolie abdecken.
bevor man die scheibenbremsen bekaspert, hände gut entfetten, bremsreiniger repariert nicht alle fettsünden sondern kann sie noch verstärken.
zum abschluss:
viele gute produkte bekommt man im KFZ und motorradhandel im größeren
gebinde zum besseren preis. Motorradkettenöl ist für fahrräder nicht geeignet!!!

grilli
22-10-2005, 20:11
Danke Hubschraufer, dass wenigstens du mich nicht alleine läßt.

Was ich noch gerne wüßte: Erhöht Kupferpaste die Reibung, sodass man beim Anziehen der Schrauben ein niedrigeres Anzugsmoment nehmen kann ?

dragan alto
22-10-2005, 20:14
bekommst du,wenn du mischt krass zamm
wodka,mit bier und ordentlich viel mochito...

das ergibt ordentlich fetten :toll: :U:

hubschraufer
23-10-2005, 00:17
Danke Hubschraufer, dass wenigstens du mich nicht alleine läßt.

Was ich noch gerne wüßte: Erhöht Kupferpaste die Reibung, sodass man beim Anziehen der Schrauben ein niedrigeres Anzugsmoment nehmen kann ?

...nein, das trägermaterial ist fett. kupferpaste ist ein trennmittel gegen
festfressen. das anzugsmoment gibt der hersteller an oder kann aus tabellen
für die entsprechende schraube entnommen werden. das sind aber nur richt-
werte, es ist nicht egal in welche materialien verschraubt wird und wieviele
gewindegänge in eingriff sind. was du meinst ist vermute ich
schraubensicherer , zb loctite...

Siegfried
23-10-2005, 00:37
Also kann ich für Naben-Konen auch ein 08/15-Lagerfett (weiß) aus dem KFZ-Zubehörhandel verwenden?

Und so a weißes Fett zum Steuersatz/Sattelrohr fette? Was gäbs da, was passt und ned zu viel kost?

Grüsse,
HT-Biker
(mit neuem Bastelraum)

Waffenradlposer
23-10-2005, 02:48
aja noch ein tipp am rande, ich hab mal gehört, dass sich manche fette untereinander nicht vertragen ( säureebildung etc.) deswegen würd ich teile bevor ich sie neu fette immer erst gründlich entfetten.
bitte berichten, falls falsch

Max
23-10-2005, 08:02
für Gabeln darf man kein Lithium-verseiftes Fett nehmen, da sie glaub ich die Gummis beschädigen

Matthias
23-10-2005, 08:10
für Gabeln darf man kein Lithium-verseiftes Fett nehmen, da sie glaub ich die Gummis beschädigenFür diese Zwecke hat ohnehin jeder Hersteller sein eigenes Fett in Apothekergröße und -preis! ;)

Viel wichtiger mMn ist die regelmäßige Wartung des Rades (und das heißt nicht 1x/Jahr ;)), als das verwendete Fett.
Angenommen, du wartest/reinigst dein Rad quartalsmäßig von Grund auf mit der Montage/Demontage der Teile, kannst im Grund (fast) jedes Fett nehmen, da wird's keine Probleme geben bei den üblichen zu schmierenden Teilen.