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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Novartis - ganz großes Kino



fullspeedahead
18-12-2007, 18:38
Aufgrund der brisanten wirtschaftlichen Lage (letztes Jahr nur 7,2 Mrd. Dollar Rekordgewinn), muss das Management entsprechende Konsequenzen (http://orf.at/071218-19800/index.html) ziehen. Der Aktienkurs dankt, der Kapitalismus grüßt :wink:

That's it.

Chris64
18-12-2007, 19:04
Aufgrund der brisanten wirtschaftlichen Lage (letztes Jahr nur 7,2 Mrd. Dollar Rekordgewinn), muss das Management entsprechende Konsequenzen (http://orf.at/071218-19800/index.html) ziehen. Der Aktienkurs dankt, der Kapitalismus grüßt :wink:

Naja, was hast Du Dir denn vorgestellt? Das ist schon normal, dass Leute sang- und klanglos gekündigt werden, um die "Effizienz zu maximieren". Da erinnere ich mich an meine alte Firma: Die hatte mal so ein Plastikkärtchen herausgegeben, wo ein sogenanntes "Mission Statement" draufstand: Da stand irgendwas drauf von shareholder und shareholder value und der ist das einzig Wichtige und so weiter. Ich weiß nicht, ob ich das dämliche Kärtchen noch irgendwo habe. Die haben echt geglaubt, die Leute würden sich das ins Geldbörsel stecken und sich jedes Mal, wenn sie es aufmachen, andächtig anschauen. Aber das ist ja schon normal. Es ist so normal, dass es schon unerträglich ist, diese Form der Normalität.
That's it.

jogul
18-12-2007, 19:09
die privatwirtschaft is hald kein wohltätigkeitsverein

steve4u
18-12-2007, 19:11
die privatwirtschaft is hald kein wohltätigkeitsverein


Gehts der Wirtschaft gut - gehts den Menschen gut!;)



(oder den Managern??)

Chris64
18-12-2007, 19:12
Ja und nicht vergessen Bitte/Danke sagen.

jogul
18-12-2007, 19:16
Gehts der Wirtschaft gut - gehts den Menschen gut!;)

von dieser umwegrentabilität merken bestenfalls die generationen nach uns was :p in welcher form auch immer

krull
18-12-2007, 19:22
die privatwirtschaft is hald kein wohltätigkeitsverein

und das ist eine Entschuldigung? Od. bedarf die Thematik nicht mal einer Entschuldigung?

jogul
18-12-2007, 19:23
und das ist eine Entschuldigung?


jein... is es keine? finden wir den kapitalismus jetzt schlecht? oder doch gut? oder finden wir nur das gut was uns gut tut und den rest schlecht?

Ran
18-12-2007, 19:26
Gehts der Wirtschaft gut - gehts den Menschen gut!;)



(oder den Managern??)

gehts den Menschen gut ........... stimmt

oder den Managern ...... und den Tieren besonders gut

NoGhost
18-12-2007, 19:26
jein... is es keine? finden wir den kapitalismus jetzt schlecht? oder doch gut? oder finden wir nur das gut was uns gut tut und den rest schlecht?

Die Art und Weise, wie man solche Veränderungen den Beschäftigten mitteilt, hat nichts mit dem Kapitalismus zu tun.
Das ist ja auch das einzige, worüber sich der Artikel aufregt, schliesslich ist eh geplant, einen Sozialplan auszuarbeiten.

jogul
18-12-2007, 19:29
Die Art und Weise, wie man solche Veränderungen den Beschäftigten mitteilt, hat nichts mit dem Kapitalismus zu tun.

klar, das is die reinform desselben ;)

ich finds eh auch letztklassig, keine sorge

NoGhost
18-12-2007, 19:31
klar, das is die reinform desselben ;)

Nein, höchstens eine negative Begleiterscheinung. :look:

Matthias
18-12-2007, 22:07
Aufgrund der brisanten wirtschaftlichen Lage (letztes Jahr nur 7,2 Mrd. Dollar Rekordgewinn), muss das Management entsprechende Konsequenzen (http://orf.at/071218-19800/index.html) ziehen. Der Aktienkurs dankt, der Kapitalismus grüßt :wink:Na ja, scheinbar war den Anteilseignern die 7,2 Mrd US-$ zu wenig. sind auch nur Daumen x Pi 4,8 Mrd. US-$. Trotz extrem hoher Margen, die in der Pharmabranche herschen (verglichen mit anderen Branchen), offenbar zu wenig.:rolleyes:

Intrud0r
18-12-2007, 22:12
jein... is es keine? finden wir den kapitalismus jetzt schlecht? oder doch gut? oder finden wir nur das gut was uns gut tut und den rest schlecht?

Vielleicht finden manche auch nur, dass sich die Wirschaft verselbstständigt hat und zu einem Großteil nur mehr dem Wohle einer privilegierten Minderheit dient.
Wobei ich in diesem Fall nur die Art und Weise der Kündigung übel finde, wenn sich der Standort nicht mehr rentiert kann man wohl nur wenig machen.

Matthias
18-12-2007, 22:20
Vielleicht finden manche auch nur, dass sich die Wirschaft verselbstständigt hat und zu einem Großteil nur mehr dem Wohle einer privilegierten Minderheit dient.
Wobei ich in diesem Fall nur die Art und Weise der Kündigung übel finde, wenn sich der Standort nicht mehr rentiert kann man wohl nur wenig machen.
Semperit in Traiskirchen hat sich aber dennoch rentiert (pos. gewirtschaftet), wurde aber zugedreht.

Dass andere Wirtschaftssysteme, wie z.B. der Kommunismus (der ja das krasse Gegenteil darstellt) eigentlich nie wirklich funktioniert haben, hat eben den Kapitalismus über die Jahre hinweg als das Optimum heranreifen lassen. Zumal am Wirtschaftssubjekt "Kaptialismus" eine unendliche Reihe an Werten dranhängt, die die eine Mehrzahl der Leute eher schätzt, denn abhlehnt.

TomCool
18-12-2007, 22:26
Naja, was hast Du Dir denn vorgestellt? Das ist schon normal, dass Leute sang- und klanglos gekündigt werden, um die "Effizienz zu maximieren".

Und warum reden wir zu diesem Thema über die Novartis?

Reden wir doch über unsere liebe Post!!! DA geht's ab. Batzengewinne, ständig irgendwo einkaufen, aber daheim zdeppad, die beiden größten Kunden zu behalten und 1600 Leut raushaun. Dafür kriegen wir halt einen neuen zusätzlichen Vorstand.

Hab ich da nicht noch irgendetwas von "Privatwirtschaft" gelesen?

Intrud0r
18-12-2007, 22:28
Semperit in Traiskirchen hat sich aber dennoch rentiert (pos. gewirtschaftet), wurde aber zugedreht.

Dass andere Wirtschaftssysteme, wie z.B. der Kommunismus (der ja das krasse Gegenteil darstellt) eigentlich nie wirklich funktioniert haben, hat eben den Kapitalismus über die Jahre hinweg als das Optimum heranreifen lassen. Zumal am Wirtschaftssubjekt "Kaptialismus" eine unendliche Reihe an Werten dranhängt, die die eine Mehrzahl der Leute eher schätzt, denn abhlehnt.

Ich schätze die Werte des Kapitalismus durchaus aber gewisse Dinge laufen einfach aus dem Ruder.

Kuglblitz
18-12-2007, 22:41
Nach welchen Prämissen handeln solche Konzerne? Wo liegen die Entscheidungskriterien, ob ein Standort zugedreht wird? Wer bestimmt, ob ein Gewinn wirklich ein Gewinn ist?

Oder naiv gefragt: Warum macht ein Konzern das?

aus orf.at (http://orf.at/071218-19800/index.html):
Der Schweizer Pharmakonzern hatte im Jahr 2006 trotz Sonderkosten den Reingewinn um 17 Prozent auf 7,2 Mrd. Dollar gesteigert und damit erneut einen Rekordgewinn vorgelegt. Der Konzern-Nettoumsatz erhöhte sich in Lokalwährungen um 14 Prozent und erreichte mit 37,02 Mrd. Dollar ebenfalls einen Rekordwert.

st. k.aus
18-12-2007, 22:49
Ich schätze die Werte des Kapitalismus durchaus aber gewisse Dinge laufen einfach aus dem Ruder.

gewisse dinge ...

und weil der tom die post anspricht
dort machen die eigenen mitarbeiter bei dem wahnsinn mit
indem sie aktien ihres eigenen unternehmens "billiger" bekommen ...
nur blöd jetz sinds nix mehr wert ...

NoReturn
18-12-2007, 23:09
leider weiß keiner so genau warum der wiener standort wirklich geschlossen wird bzw. was der für kosten verursacht. prinzipiell ist es in jedem fall die schuld des lokalen management wenn der standort wien in der zentrale schlecht dasteht. weil aus jux und tollerei schließt nicht einmal ein pharmakonzern einen standort. wenn der positiv wirtschaftet (und hier gibt es sicher probleme bei der bewertung - weil der ROI bei F&E ist nun halt mal eine schwammige bzw. mittel- bis langfristige geschichte), dann wird er auch nicht geschlossen. wenn die mitarbeiter das per videobotschaft bekommen haben, ist das skandalös. aber wenn es die regional-manager ihnen vorspielen weil sie die eier nicht haben sich hinzustellen und zu sagen: sorry, wir sind die idioten, dann ist das eine andere sache.

Lacky
18-12-2007, 23:13
und da bin ich absolut dafür, alle die nicht arbeiten gehen (dürfen) und keine arbeit bekommen, werden mit € 1000,-- pro monat fürs lang schlafen belohnt. der staat, der durch alle arbeitenden und firmen die steuern eintreibt muss für die rationalisierungsmaßnahmen aller privaten unternehmen, die auf der strecke gebliebenen unfreiwillig arbeitslosen durchfüttern, dann schließt sich der kreis...

ein loch aufgraben und ein anderes zuschütten. oder eher ungekehrt. ein loch zuschütten und ein neues aufgraben. n1ce :k:

fullspeedahead
18-12-2007, 23:15
Ich schätze die Werte des Kapitalismus durchaus aber gewisse Dinge laufen einfach aus dem Ruder.
genauso das trifft auch meine Einstellung auf den Punkt. :toll:


Irgendwie hab ich das Gefühl, dass unter dem Deckmantel von Ausreden wie

die privatwirtschaft is hald kein wohltätigkeitsverein
ODER
das ist halt die Kehrseite der Globalisierung / EU
ODER noch schwammigeren Aussagen wie
man muss sich an die neuen Gegebenheiten anpassen
sich ein System manifestiert (dass es nicht neu ist, ist mir schon klar, aber ich bin halt recht neu auf der Welt ;)) das den Menschen so lange diese Slogans einprägt bis wir sie als die eine einzig wahre Realität zur Kenntnis nehmen und das System akzeptieren.

Aber wie der Oliver eben einwirft:


und das ist eine Entschuldigung? Od. bedarf die Thematik nicht mal einer Entschuldigung?
will ich für mich selbst auch hinterfragen, ob das wirklich so laufen muss, dass ein Manager nur gut ist, wenn er, am besten als Einstieg einen Teil des Personals feuert, dass die Aktionäre ganz automatisch derartige Entscheidungen mit einem Kurssprung honorieren, dass Gewinnsteigerung vorrangiges Ziel ist. Warum ist das eigentlich alles so klar? Ich hab ehrlichgesagt absolut keine Ahnung von all diesen Dingen...:confused:

Irgendwie hab ich eben das Gefühl:

...,dass sich die Wirschaft verselbstständigt hat und zu einem Großteil nur mehr dem Wohle einer privilegierten Minderheit dient. und die Politik (scheißegal welche Partei an der Macht ist, Demokratie ist in diesem Fall Augenauswischerei) und der gesamte Finanzsektor mitspielt.


Letztlich hab ich die Befürchtung, dass sich durch die Summe der Entwicklungen letztlich die Lebensqualität der einzelnen Menschen (was ja doch irgendwie das Ziel sein muss (langfristig gehört da ja Nachhaltigkeit auch dazu), leider glauben halt manche Lebensqualität könnte man in Geld messen) verschlechtert.

Kuglblitz
21-12-2007, 13:25
Und noch so ein Fall:

aus orf.at (http://orf.at/071221-19906/index.html):

Paukenschlag bei BMW: Bereits im kommenden Jahr sollen im Rahmen eines umfangreichen Sparprogrammes Tausende Jobs gestrichen werden. Laut einem Medienbericht sind sogar 8.000 Stellen betroffen. Abgebaut werden sollen vor allem Leiharbeiter, aber auch bei der Stammbelegschaft wird der Sparstift angesetzt.
Dabei verkündete Konzernchef Reithofer noch vor wenigen Monaten, dass die Arbeitsplätze gesichert und die "wie ein Uhrwerk" laufenden Fabriken zu 100 Prozent ausgelastet seien.

Und weiter unten:

Den Absatz, der im Vorjahr bei 1,37 Millionen Autos lag, will BMW bis 2012 auf mehr als 1,8 Millionen ausbauen und bis 2020 auf deutlich mehr als zwei Millionen. Zudem kündigte BMW für 2007 eine deutlich höhere Dividende an.

:f:

steve4u
21-12-2007, 13:56
Und noch so ein Fall:

aus orf.at (http://orf.at/071221-19906/index.html):

Paukenschlag bei BMW: Bereits im kommenden Jahr sollen im Rahmen eines umfangreichen Sparprogrammes Tausende Jobs gestrichen werden. Laut einem Medienbericht sind sogar 8.000 Stellen betroffen. Abgebaut werden sollen vor allem Leiharbeiter, aber auch bei der Stammbelegschaft wird der Sparstift angesetzt.
Dabei verkündete Konzernchef Reithofer noch vor wenigen Monaten, dass die Arbeitsplätze gesichert und die "wie ein Uhrwerk" laufenden Fabriken zu 100 Prozent ausgelastet seien.

Und weiter unten:

Den Absatz, der im Vorjahr bei 1,37 Millionen Autos lag, will BMW bis 2012 auf mehr als 1,8 Millionen ausbauen und bis 2020 auf deutlich mehr als zwei Millionen. Zudem kündigte BMW für 2007 eine deutlich höhere Dividende an.

:f:



Stellenabbau ist halt ein positives Signal für Investoren!

;)

shroeder
21-12-2007, 13:58
gewisse dinge ...

und weil der tom die post anspricht
dort machen die eigenen mitarbeiter bei dem wahnsinn mit
indem sie aktien ihres eigenen unternehmens "billiger" bekommen ...
nur blöd jetz sinds nix mehr wert ...

wenn die mitarbeiter ned die privatisierung verschlafen hätten, hätts vielleicht mehr wert ;o)

shroeder
21-12-2007, 13:59
abgesehen davon hätt ich a grundsatzfrage; was berechtigt irgendjemanden dazu, zu kritisiren, was andere leute in und mit ihren unternehmen treiben, und/oder wie sie diese führen?

Kuglblitz
21-12-2007, 14:04
abgesehen davon hätt ich a grundsatzfrage; was berechtigt irgendjemanden dazu, zu kritisiren, was andere leute in und mit ihren unternehmen treiben, und/oder wie sie diese führen?
Weil's im großen Maßstab nicht nur um betriebswirtschaftliche Belange geht, sondern auch um volkswirtschaftliche.

Kuglblitz
21-12-2007, 22:03
Wenn man in der großen volkswirtschaftlichen Perspektive denken will: BMW hat um die 100000 Angestellte/Arbeiter. Wird der Aktienkurs nicht stabilisiert, in dem heute 8000 Stellen abgebaut werden, dann sind es morgen 20000. BMW hat eine UR von um die 5%, deutlich schlechter als zB Daimler oder VW. Dem Kurs geht es daher nicht besonders gut, daher ist die Stabilisierung notwendig.
So gesehen nicht falsch (deswegen gibts ja auch diese und andere Kündigungen), für die Allgemeinheit aber nicht gerade günstig.

Denn wenn man davon ausgeht, dass 8000 Angestellte durchschnittlich 1/2 Jahr arbeitlos sind jeweils 1000.- Euro bekommen, so ist dies ein Mehrbelastung der Sozialversicherungsanstalten um immerhin 48 Millionen Euro! Und dies muss die Allgemeinheit bezahlen, egal, ob sie BWM, VW oder sonst was fährt.

Der Konzern spart im Gegenzug dazu ca. 400 Mill. pro Jahr (bei einem angenommenen Aufwand von ca. 50.000.- Euro/Mitarbeiter/Jahr).

Hier trägt die Allgemeinheit also wesentlich zu Gewinn des Konzens bei, wobei sich dieses Missverhältnis normalerweise durch die Besteuerung ausgeglichen wird. Wenn die Arbeitsplätze aber nach China oder sonst wohin wanden, verschieben sich diese Verhältnisse aber asymetrisch.

Wie auch immer, ich - bin ja selbst Unternehmenr - bin durchaus für die sog. freie Marktwirtschaft. Der Wettbewerb muss aber fair sein, sonst ist's nur eine Art Planwirtschaft (weniger großer Konzerne mir vielen kleinen abhängigen Lieferanten) auf anderem Niveau.

shroeder
21-12-2007, 22:07
Wenn man in der großen volkswirtschaftlichen Perspektive denken will: BMW hat um die 100000 Angestellte/Arbeiter. Wird der Aktienkurs nicht stabilisiert, in dem heute 8000 Stellen abgebaut werden, dann sind es morgen 20000. BMW hat eine UR von um die 5%, deutlich schlechter als zB Daimler oder VW. Dem Kurs geht es daher nicht besonders gut, daher ist die Stabilisierung notwendig.

thx

lizard
21-12-2007, 22:36
abgesehen davon hätt ich a grundsatzfrage; was berechtigt irgendjemanden dazu, zu kritisiren, was andere leute in und mit ihren unternehmen treiben, und/oder wie sie diese führen?

stimmt! goschn hoidn und auzahn! :D



weil der brave unternehmer macht das ja nur damit arbeitsplätze geschaffen werden ... :holy:
und den gewinn erwirtschaftet er selber,
nur an den verlusten sind die arbeitnehmer schuld ...
darum baut man sie dann auch ab!

*huch*


oder seh ich das jetzt komplett falsch?

ps: ich weiß, sehr schwarz / weiß gemalen. ;)

shroeder
22-12-2007, 10:11
stimmt! goschn hoidn und auzahn! :D



weil der brave unternehmer macht das ja nur damit arbeitsplätze geschaffen werden ... :holy:
und den gewinn erwirtschaftet er selber,
nur an den verlusten sind die arbeitnehmer schuld ...
darum baut man sie dann auch ab!

*huch*


oder seh ich das jetzt komplett falsch?

ps: ich weiß, sehr schwarz / weiß gemalen. ;)

schau, wenn der werktätige ausser groß reden, ausserdem ohne des unternehmers hilfe gewinne erwirtschaften könnte, dann würd' hier und anderswo diese sinnlose diskusion ned geführt.

Kuglblitz
22-12-2007, 14:50
schau, wenn der werktätige ausser groß reden, ausserdem ohne des unternehmers hilfe gewinne erwirtschaften könnte, dann würd' hier und anderswo diese sinnlose diskusion ned geführt.
So sinnlos sind so Diskussionen nicht, sind Dinge wie Wohlstand, soziale Sicherheit und sozialer Frieden - Dinge, die erst mühsam erkämpft werden mussten - ja nichts selbstverständliches.

Und Zustände wie in China, Mexiko, Indonesien, Russland etc. wünscht sich hier wohl kaum wer...

adal
22-12-2007, 16:34
Nicht sudern ... handeln!

Es gibt eine Alternative zur Globalisierung, man muss sie aber auch nutzen. Es ist kein wirtschaftlicher Nachteil, im Gegenteil.

Ich hab in meiner Branche (Bank) für einen großen Konzern gearbeitet und arbeite jetzt für kleine regionale Genossenschaften. Es ist überraschend, wieviele Leut für eine Vignette fast 1% weniger Zinsen akzeptieren (also wirtschaftlich verlieren) und ihr Geld vom Nahversorger zum "global player" tragen.

Und wer gewinnt wirklich, wenn er mit dem Auto in den Supermarkt fährt, anstatt zu Fuß zum Händler um die Ecke zu gehen?

Die SCS hätte den 1/2 Umsatz, wenn die Leut die Benzinkosten kalkulieren würden, weil dann würde der regionale Laden sich wieder lohnen.

fullspeedahead
18-01-2008, 19:34
Nokia schließt in Deutschland (http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080117042) :wink:

Erinnert mich ziemlich an Semperit - Werk schreibt schwarze Zahlen, wird geschlossen und die Produktion zukünftig in Rumänien weitergeführt. Ursache: fehlende Wettbewerbsfähigkeit (des Standorts ?(also wegen Missmanagement) oder doch gleich von ganz Deutschland? (die Globalisierung ist schuld, wie wir wissen)

Und wieder einer weniger.

steve4u
18-01-2008, 19:50
Und wieder einer weniger.





Die geplante Schließung betrifft insgesamt rund 2.300 Mitarbeiter, das Unternehmen will mit den Betroffenen über einen Sozialplan verhandeln. Über eine mögliche Weiterführung des Werkes will man nicht verhandeln.


Naja, solange man Handys um 1 EUR oder überhaupt geschenkt bekommt, wirds den meisten Konsumenten egal sein sein, woher die kommen...

(wegen der geplanten Kampangen gegen NOKIA)

wo-ufp1
18-01-2008, 21:54
Nokia

Die geplante Schließung betrifft insgesamt rund 2.300 Mitarbeiter, das Unternehmen will mit den Betroffenen über einen Sozialplan verhandeln. Über eine mögliche Weiterführung des Werkes will man nicht verhandeln.
Den Aktionär wirds freuen.
Und der brauchts derzeit eh, die "Erfolgsmeldungen" :devil:

mfg wo-ufp1

Ran
18-01-2008, 22:46
Nokia schließt in Deutschland (http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080117042) :wink:

Erinnert mich ziemlich an Semperit - Werk schreibt schwarze Zahlen, wird geschlossen und die Produktion zukünftig in Rumänien weitergeführt. Ursache: fehlende Wettbewerbsfähigkeit (des Standorts ?(also wegen Missmanagement) oder doch gleich von ganz Deutschland? (die Globalisierung ist schuld, wie wir wissen)

Und wieder einer weniger.

"Der Standort läuft richtig gut, hier werden Gewinne gemacht" wird Bochums IG-Metall-Chefin und Nokia Aufsichtsratsmitglied Ulrike Kleinebrahm in der Financial Times Deutschland zitiert.


Ich war Anfang und Mitte der 80-er Jahre bei Grundig, da gab es einen beinharten Wettbewerb der Werke in ganz Europa - jeder gegen jeden - Grundig wurde dann von Philips übernommen, ein Werk nach dem anderen geschloßen, und Wien meines Wissens als letztes, war also offensichtlich noch das Effizienteste.

Es war immer schon so, daß im konzerninternen Wettbewerb die Schwächsten (egal ob sie Gewinne machen oder nicht) gefährdet sind. Wenn alle Gewinne machen, kann es passieren, daß die Gesellschaft mit den geringsten Gewinnen zusperrt.

Ich glaube bei Semperit gab es andere Gründe, da wurde ein profitables und effizientes Unternehmen vom Eigentümer (Bank !) nicht sehr weitsichtig (die Zusagen des Käufers waren offensichtlich nicht ausreichend) an die Konkurrenz verkauft, und dann kam es wie es kommen mußte !

Matthias
27-02-2008, 13:26
Und noch so ein Fall:

aus orf.at (http://orf.at/071221-19906/index.html):

Paukenschlag bei BMW: Bereits im kommenden Jahr sollen im Rahmen eines umfangreichen Sparprogrammes Tausende Jobs gestrichen werden. Laut einem Medienbericht sind sogar 8.000 Stellen betroffen. Abgebaut werden sollen vor allem Leiharbeiter, aber auch bei der Stammbelegschaft wird der Sparstift angesetzt.
Dabei verkündete Konzernchef Reithofer noch vor wenigen Monaten, dass die Arbeitsplätze gesichert und die "wie ein Uhrwerk" laufenden Fabriken zu 100 Prozent ausgelastet seien.

Und weiter unten:

Den Absatz, der im Vorjahr bei 1,37 Millionen Autos lag, will BMW bis 2012 auf mehr als 1,8 Millionen ausbauen und bis 2020 auf deutlich mehr als zwei Millionen. Zudem kündigte BMW für 2007 eine deutlich höhere Dividende an.

:f:Und jetzt scheint es fix:

BMW baut 8.100 Stellen ab

Der Autobauer BMW hat den Abbau von 8100 Stellen bestätigt. Von den Kürzungen seien im Inland 5000 Zeitarbeitskräfte und 2500 Mitarbeiter der Stammbelegschaft betroffen, sagte BMW-Personalvorstand Ernst Baumann heute in München. Hinzu kommen 600 fest angestellte Beschäftigte im Ausland.

Die Kürzungspläne waren bereits vor Weihnachten bekannt geworden, BMW hatte bislang aber keine konkrete Zahl genannt. Insgesamt beschäftigt BMW weltweit knapp 108 000 Menschen, davon rund 80 000 im Inland.

Bei den Zeitarbeitskräften hätten bereits 2500 externe Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Der Rest soll im Laufe des Jahres folgen. Auf Seiten der Stammbelegschaft soll der Abbau auf freiwilliger Basis erfolgen, geplant sind hier Altersteilzeitregelungen und Abfindungen. Betroffen seien alle BMW-Standorte im Inland, lediglich in Leipzig seien nur marginale Korrekturen geplant, sagte Baumann. Die Kürzungen sind Teil eines milliardenschweren Sparprogramms, mit dem BMW seinen jahrelangen Renditeverfall stoppen will.
von orf.at
Ob die Autos dadurch billiger werden, sei mal dahingestellt...

Matthias
27-02-2008, 19:46
Weiter geht's. Prominente Konzerne bauen Tausende Stellen trotz Rekordgewinne ab.
Quelle (http://orf.at/080227-22297/index.html)

FloImSchnee
27-02-2008, 19:53
Rekordgewinn ist im Falle von BMW relativ -- die Umsatzrendite ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Effizienzsteigerungen im Personalbereich sind definitiv drin. In Deutschland arbeiten sie nur 35h pro Woche...

Zum Abbau: immerhin wird niemand gekündigt.

Matthias
27-02-2008, 19:55
Rekordgewinn ist im Falle von BMW relativ -- die Umsatzrendite ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Effizienzsteigerungen im Personalbereich sind definitiv drin. In Deutschland arbeiten sie nur 35h pro Woche...

Zum Abbau: immerhin wird niemand gekündigt.Ist immer die Frage, was wichtiger ist: absolute oder relative Zahlen.;)

wo-ufp1
27-02-2008, 20:04
Und jetzt scheint es fix:
von orf.at
Ob die Autos dadurch billiger werden, sei mal dahingestellt...

Weiter geht's. Prominente Konzerne bauen Tausende Stellen trotz Rekordgewinne ab.
Quelle (http://orf.at/080227-22297/index.html)
Wirklich bitter:
Henkel verzeichnete im Geschäftsjahr 2007 einen deutlichen Gewinnanstieg. Lehner räumte aber ein, dass der Konzern das bereits vor längeremaufgestellte Margenziel (EBIT) von zwölf Prozent für das Geschäftsjahr 2008 nicht erreichen werde.

Es wird nicht lange dauern, dann wirds im Gebälk der TA auch bald rascheln (http://futurezone.orf.at/business/stories/259711/):
TA-Aktien nach Zahlen unter Druck
Bei der Telekom Austria [TA] sind die Gewinne im Vorjahr erstmals seit dem Jahr 2000 zurückgegangen. Der Konzern musste seinen Expansionskurs finanzieren und erwartet auch für 2008 einen Gewinnrückgang. Die TA-Aktie verlor daraufhin zwölf Prozent an Wert.

Bei BMW&Co. ist der Zug vermutlich schon abgefahren, aber bei der TA jetzt einzusteigen wäre vielleicht der richtige Zeitpunkt.
Wenn dann endlich :mad: die Massenentlassungen/Stellenabbau/Restrukturierungsmaßnahmen kommen, steigt der Aktienkurs.

AlphaSL
27-02-2008, 21:58
Sowas ist einfach nur müßig zu diskutieren. Bei der Eigendynamik am Kapitalmarkt bleibt wenig über für "soziale Wärme". Das Kapital kommt von den Aktionären, und warum sollte jemand sein Geld zB in BMW investieren, wenn er bei Audi & Mercedes eine höhere Rendite bekommt?

Warum suchen wir im Geizhals die billigsten Angebote raus und bestellen Biketeile online?

Das soll jetzt nicht heissen, dass ich diese Entwicklung gut finde, aber eine Patentlösung für (bzw. gegen) diesen Teufelskreis wurde leider noch nicht gefunden...

Chris64
11-03-2008, 22:37
Sowas ist einfach nur müßig zu diskutieren. Bei der Eigendynamik am Kapitalmarkt bleibt wenig über für "soziale Wärme". Das Kapital kommt von den Aktionären, und warum sollte jemand sein Geld zB in BMW investieren, wenn er bei Audi & Mercedes eine höhere Rendite bekommt?

Warum suchen wir im Geizhals die billigsten Angebote raus und bestellen Biketeile online?

Das soll jetzt nicht heissen, dass ich diese Entwicklung gut finde, aber eine Patentlösung für (bzw. gegen) diesen Teufelskreis wurde leider noch nicht gefunden...

Es handelt sich hier nicht um einen Teufelskreis sondern um die Daseinsberechtigung einer Aktiengesellschaft, die zu solchem Handeln zwingt, wie Personalabbau und Gewinnmaximierung.

Von einer Aktiengesellschaft zu verlangen, sie soll sich nicht zuvordererst um den Wert der Aktien kümmern, ist ungefähr so, wie wenn man von einem Profi-Rennradfahrer verlangt, er soll nicht so schnell fahren.

Diese ökonomische Logik der Effizienzsteigerung und dem damit verbundenen verringerten Bedarf an Personal bei gleichbleibender Produktivität ist nicht anstössig, sondern rund um sie muss man verantwortungsbewusst handeln. Also anstatt Mitarbeiter von heute auf morgen an die Luft zu setzen, gibt es ja auch die Möglichkeit, Stellen nicht nachzubesetzen, Golden-Handshakes, wie es eben die BMW AG vorexerziert. Soziales Unrecht sieht anders aus.

Hier geht es nicht darum, dass eine Aktiengesellschaft von Haus aus des Teufels ist. Ganz im Gegenteil. Gäbe es keine AGs, gäbe es kaum mehr Arbeit. In diesem Thread geht es darum, dass man als Konzern Personalabbau sehr wohl verantwortungsbewußt und moralisch einwandfrei im von der Ökonomie gesteckten Rahmen betreiben kann. Und man nicht so wie Novartis per E-Mail die Leute vor die Tür setzt mit den abschließenden Worten: That´s it.