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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fixer Erfahrungsbericht nach einer mehrstündigen Ausfahrt mit Höhenmeter



wo-ufp1
07-06-2008, 23:55
Für diejenigen die es interessiert, wie es denn so ist, mit einem Fixie (fixer Gang/starrer Antrieb) etwas länger zu fahren, ein kleiner Erfahrungsbericht.

Zuerst die Daten.

Übersetzung: 52:20.

Distanz: 120 km (davon 2x10 km Anfahrtsweg; d.h. "reine Kilometer" ca. 100 km)

Höhenmeter: ca. 655

Höchstgeschwindigkeit: 48,1 km/h (50 km/h wären eventuell auch noch drinnen gewesen)

Durchschnittsgeschwindigkeit: ca. 26-27 km/h.


Vielleicht bin ich ja schon nichts mehr gewohnt, aber das runterfahren war das Anstrengenste :k: .
Auch wenn die nackten Daten nichts außergewöhnliches verheißen, aber wir hatten einige längere gerade Abfahrten (oder kam es mir nur so vor?) und dieses Nähmaschinenhaxeln war ganz schön mühsam :f:.
Gerade da wo es am nützlichsten erschien, nämlich im Freilauf fahren und sich eben auszurasten, mußte ich immer mittreten :bike:.
Klar hätte ich auch bremsen können, was ich eh auch zwei drei Mal tat ;). Teilweise versuchte ich aber auch, die Geschwindigkeit über den starren Antrieb zu reduzieren. Auch von daher kam wohl die Ermüdung.

Auf der Ebenen war's mit über 30 km/h kaum ein Problem. Allerdings "zwickte" mich der Sattel, sprich, er war unangenehm. Abhilfe erreichte ich durch das kurze aufstehen und treten.

Den paar Hügeln die wir hatten, mußte ich natürlich Tribut zollen. Da ich so schon nicht der schnellste Bergauf bin :(, war es mit dem Fixie natürlich nicht besser. Und diese Anstiege gehen mit 52:20 dann doch an die Substanz.

Das fahren in der Gruppe erfordert meiner Meinung nach noch mehr Aufmerksamkeit. Zwar könnte man mit dem starren Antrieb auch "bremsen" (eher Geschwindigkeit reduzieren), aber dies geht zu langsam. Da hilft eben nur eine Bremse.

Nun die immer wieder gestellte Frage, wie das denn mit dem immer mittreten denn so sei? Beschissen :zwinker: .
Für kurze Strecken mag es ja recht nett sein, aber längerfristig, und vor allem noch bergab, eher eine Qual.
Und ob es eine Umstellung sei, von Freilauf auf fix? Am Anfang nicht. Denn, sobald ich mir das Gerät schnappe, weiß ich ja, daß ich auf einem Fixie sitze. Doch dann, wenn man mal ein Schlagloch vor sich hat, eine kleine Rampe auf einen Gehweg rauffahren möchte und daher aufstehen oder sich ganz einfach mal nur ausruhen und in den Freilauf "gehen" will, dann hat man es meistens schon wieder vergessen :zzzz: .

Naja. Fazit: Für kürzere und mittlere Strecken (40/100 km) sicher ein nettes Trainingsgerät (Kondi, runder Tritt) und Abwechslung aber für längere Distanzen eher nicht geeignet/weniger empfehlenswert.

Bist du mopped bin ich fertig :f:.

mfg wo-ufp1

krull
08-06-2008, 00:06
Vielleicht bin ich ja schon nichts mehr gewohnt, aber das runterfahren war das Anstrengenste :k: .
Auch wenn die nackten Daten nichts außergewöhnliches verheißen, aber wir hatten einige längere gerade Abfahrten (oder kam es mir nur so vor?) und dieses Nähmaschinenhaxeln war ganz schön mühsam :f:.


Der Trick ist einfach nicht an die Alternativen zu denken. Ich bin mittlerweilen so weit, dass der starre Antrieb einfach normal ist. Ich denke nicht mehr darüber nach, ob es mit Schaltung oder Freilauf leichter wäre - beides stellt für mich einfach keine Alternative mehr dar (gilt übrigens auch fürs MTB, ausg. dem Enduro).

Dabei hilft es sicher, wenn man täglich damit unterwegs ist.

Relativ kraftsparend bergab zu fahren ist übrigens auch Übungs- bzw. Erfahrungssache. Mir hilfts u.a. die Füße relativ steil nach unten zeigen zu lassen (also ~ -45°) während der kompletten Pedalumdrehung.

Gratulation zu den 120km!

Klemmi
08-06-2008, 06:16
Wie lange hast du gebraucht?

fullspeedahead
08-06-2008, 10:39
nennt sich Fixie fahren und wers nicht mag, kann ja wieder auf 30 Gänge umbauen :devil: ;)

Bin schon gespannt wies mir auf einer längeren Tour geht - leider hab ich im Moment keine Zeit für goa nix :(

wo-ufp1
08-06-2008, 21:32
Wie lange hast du gebraucht?
Hm, weiß nicht genau (Hin- und Rückfahrt, 2 kleinere Pausen) :(.
Schätzamativ 3:45-4:15 Stunden.

Die hinteren Seitenbänder tun noch ein bischen weh. Und der Bereich knapp über dem Knie bzw. der untere innere Oberschenkel :spineyes: .

Naja, wird auch wieder vergehen; trotzdem freu ich mich, daß ich etwas getan hab :hut:.

mfg wo-ufp1

wo-ufp1
18-04-2009, 23:40
nennt sich Fixie fahren und wers nicht mag, kann ja wieder auf 30 Gänge umbauen :devil: ;)

Bin schon gespannt wies mir auf einer längeren Tour geht - leider hab ich im Moment keine Zeit für goa nix :(
Und?

Ich bin jetzt 3x in der Woche ca. 60 Minuten gefahren.
Da ich einen Trainingsplan habe, der mir empfiehlt, mit 125 Puls und eben über 60 Minuten zu fahren, kann ich nun auch davon berichten:
:s: :f:
Das ging ordentlich rein. Einmal in die Oberschenkel und andererseits in den Trizeps, da ich relativ weit nach vorne gebeugt fuhr bzw. sehr viel Gewicht auf den Händen lastete.
Es war für mich insgesamt anstrengender, weil wenn ich einmal unter 125 Puls kam, mußte ich ja wieder beschleunigen, und das dauerte bzw. ging mit dem Fixie etwas schwieriger (wegen der Übersetzung 52/20); und dann natürlich das dauernde mittreten mit dem Immertreter :).

Und nein Mathias, ich wollte nicht auf mein 30, 27 oder 20 Gang Rad wechseln. Ich habe es aus freien Stücken gemacht,
* weil ich gerade kein Rennrad verfügbar hatte
* weil ich mit dem ("Überland") Fixie wieder fahren wollte
* weil es für Trainingszwecke geeignet ist (u.a. runder Tritt)
* weil es trotz meiner Mountainbikes die ich habe, besser läuft (Bereifung)

random
19-04-2009, 06:32
less talk, more rock.

keine frage. das für bergtouren ein starrgang nicht so das wahre ist, dazu reicht vll der hausverstand. der bericht ist zwar interesant, aber wenn fixiefahren deinen trainingsplan stört, dann lass es lieber.

dimarco
19-04-2009, 10:28
less talk, more rock.

keine frage. das für bergtouren ein starrgang nicht so das wahre ist, dazu reicht vll der hausverstand. der bericht ist zwar interesant, aber wenn fixiefahren deinen trainingsplan stört, dann lass ihn lieber.

ja - den trainingsplan oder bist triatlot.

wo-ufp1
19-04-2009, 10:38
less talk, more rock.
Ich fahr schon genug fixie, keine Angst :zwinker:


keine frage. das für bergtouren ein starrgang nicht so das wahre ist, dazu reicht vll der hausverstand. der bericht ist zwar interesant, aber wenn fixiefahren deinen trainingsplan stört, dann lass es lieber.
Falls der Verdacht aufkeimt, ich würde gegen das fixie Fahren an sich schreiben, so ist dies falsch.

Es soll ganz einfach ein nüchterner, realistischer, wahrscheinlich subjektiver Eindruck vermittelt werden, wie es ist bzw. wie ich es empfinde.
Nicht mehr und nicht weniger.

Ad Trainingsplan und Fixie.
Klar könnte ich es mir einfacher machen und mit dem geschalteten fahren, wobei, es wäre auch wurscht, denn es geht ja nur um den Puls. Trotzdem, meine Einstellung ist eher, warum einfach machen :devil: ? Nur die Harten kommen in den Garten. Schließlich bin ich ja ein Mädchen und kein Lulu Mann :D

dimarco
19-04-2009, 10:45
das beste intervalltraining ist so und so fixed.
bergauf :Dund bergab.:D:D:D

Northcoast
20-04-2009, 00:07
grösste problem bei meiner bisher längsten tour (waren zwar nur 65km) war das mir teilweise die füsse eingeschlafen sind, irgendwas passte bei den schuhen, socken, oder handschuhen nich, vielleicht auch der sattel, oder die straps die eigentlich nich eng sind.

kenn das wenn ich zum bmxen die schuhe etwas zu fest geschnürt hatte, aber da wars nie so schlimm.

hab dann ganz viel position geändert, pedale verschieden belastet, musste aber 2-3 mal füsse runter nehmen und bissl rollen. wobei das auf den letzten 10km auch wieder komplett weg war.

wie viel höhenmeter das waren kann ich nich einschätzen, aber hier sind halt überall langgezogene deichüberfahrten. 20 deiche a 10 meter läppert sich auch. ausserdem geht ja alles ausser richtung norden eh immer bergauf von hier aus ;)

edit: wollt damit sagen, auf nem freilaufrad hätte ich die füsse einfacher wieder fitbekommen

fullspeedahead
20-04-2009, 00:36
Und?

Ich bin jetzt 3x in der Woche ca. 60 Minuten gefahren.
Da ich einen Trainingsplan habe, der mir empfiehlt, mit 125 Puls und eben über 60 Minuten zu fahren, kann ich nun auch davon berichten:
:s: :f:
Das ging ordentlich rein. Einmal in die Oberschenkel und andererseits in den Trizeps, da ich relativ weit nach vorne gebeugt fuhr bzw. sehr viel Gewicht auf den Händen lastete.
Es war für mich insgesamt anstrengender, weil wenn ich einmal unter 125 Puls kam, mußte ich ja wieder beschleunigen, und das dauerte bzw. ging mit dem Fixie etwas schwieriger (wegen der Übersetzung 52/20); und dann natürlich das dauernde mittreten mit dem Immertreter :).

Und nein Mathias, ich wollte nicht auf mein 30, 27 oder 20 Gang Rad wechseln. Ich habe es aus freien Stücken gemacht,
* weil ich gerade kein Rennrad verfügbar hatte
* weil ich mit dem ("Überland") Fixie wieder fahren wollte
* weil es für Trainingszwecke geeignet ist (u.a. runder Tritt)
* weil es trotz meiner Mountainbikes die ich habe, besser läuft (Bereifung)
alter, alter, wer hat dir denn den Floh mit dem 125er Puls in die Ohren gesetzt. Katastrophe, denn grad für solche Experimente ist ein Fixie ziemlich ungeeignet.


Ich hab ja letzten Sommer einige Touren mim Fixie unternommen, mein Resümee:
Fixie ist ein Traum in der Stadt, Fixie ist spannend zum Tricksen, Fixie ist spannend für Experimente, Fixie ist witzig auf kurzen Touren oder je nach Profil auch längere, Fixie ist zach bei einigen langen Touren.


Prinzipiell muss man sagen, dass ich eine recht leichte Übersetzung am Fixie fahre (46:18), frei nach dem Motto "km/h? rpm!". Daher hab ich auch mit steileren Anstiegen kein Problem, allerdings bergab eher den Stress.

je nach Profil:
- geradeaus: paaast!
- leicht bergauf: haut hin
- mittelmäßig bergauf (z.B. Greifenstein-Hadersfeld): kein Problem, wechsle immer zwischen Wiegetritt in steileren Stücken und sitzend in flacheren
- steil bergauf (als Beispiel: Wienerhütte von Kaltenleutgeben), da ist ein Anfangsstück, so 300m, das eigentlich sehr steil ist, danach gehts relativ flach weiter. Wenn die Trittfrequenz zu stark abfällt wirds zach -> diese 300m ziehe ich lieber im Wiegetritt hoch, da steigt zwar der Puls, etc. aber dafür komm ich keine Sekunde in Verlegenheit und bin zusätzlich sehr schnell, im flacheren Stück setz ich mich dann hin und erhole mich
- steil bergab: fordernd, eine interessante Abwechslung solang es nicht zu lange dauert - also bei mehr als 300hm fängst dann zu nerven an, je nach Profil kann man sich dann vielleicht auch gönnen, die Beine einfach wegzustrecken
- bisserl bergab: Beispiel wäre vom Tulbingerkogel über Mauerbach rein Richtung Wien. Da haxelt man erst das steilere Stück runter - ganz witzig, aber dann würde man gerne die Trittfrequenz schön senken, da wirds schwierig. Denn bei Rückenwind und leicht bergab würde ich eigentlich gerne zwischen 35 und 40km/h fahren, da müsst ich aber wieder blöd haxeln. Bei 30km/h ists gemütlich, aber man pedaliert halt mit kaum Widerstand mit.


-> als Überland-Trainingsgerät ist ein Fixie sicherlich nicht optimal. Mit dem Fixie muss oder soll man sich dem Gelände ein bisschen anpassen, ein konstanter Puls ist da sinnvollerweise kaum möglich.

Ein kleiner weiterer Nachteil: manchmal will man einfach kurz ausm Sattel aufstehen, die Hose zurechtrücken und die Beine dehnen, das spielts aufm Fixie nicht, ohne dass man stehen bleibt.



Wenn man aber nur hie und da unterwegs ist, die Tour aus Freude am Fahren und nicht aus Trainingsmotivation heraus macht, ist es noch immer nett. Dann kann man mit den Nachteilen gut leben, dafür stolz staunen, wie man mit dem schweren Gang problemlos den Berg hochfliegt. Zudem nimmt man das Gelände oder auch Wind viel bewusster wahr - also nicht nur über den Tacho sondern eben über die Trittfrequenz. Und wenn mans nicht zu oft und nicht zu lang machen muss, ist ein bisschen haxeln bergab, garniert mit ein paar Skids, eigentlich ganz witzig - und die Autofahrer schaun so schön blöd! :D


Mein Tipp: befreie dich von dem Tacho, befreie dich von der Uhr. Sonst hast du alle Nachteile des Fixies und verpasst die Vorteile. Ist irgendwie so, wie wenn man einen Sportwagen hat und dann verzweifelt versucht, den Benzinverbrauch stets möglichst niedrig zu halten, jeglicher Reiz geht verloren und am Ende ist muss man mit dem Ergebnis noch immer unglücklich sein.

30 Gänge mit Freilauf wurden geschaffen, damit man in jeder Situation jede beliebige Trittfrequenz fahren kann und daher u.a. die Intensität auch weitgehend unabhängig von äußeren Faktoren steuern kann. Ein Fixie kann zeigen, dass man mit weniger Technik genauso weit kommen kann, aber nicht sinnvoll mit konstantem Puls.

wo-ufp1
20-04-2009, 22:04
alter, alter, wer hat dir denn den Floh mit dem 125er Puls in die Ohren gesetzt.

Mein Anti Ageing und Wellness Coach :rolleyes:


mein Resümee:
Fixie ist ein Traum in der Stadt, Fixie ist spannend zum Tricksen, Fixie ist spannend für Experimente, Fixie ist witzig auf kurzen Touren oder je nach Profil auch längere, Fixie ist zach bei einigen langen Touren.
Sehe ich genau so.


Mein Tipp: befreie dich von dem Tacho
Ich hatte keinen oben.
Und, ich fahr seit fast 2 Jahren ohne Tacho auf sämtlichen Rädern.
Auf manchen Rädern brauche ich auch keinen :).
Allerdings auf's Rennrad wird ganz sicher einer kommen.