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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Badbanks"



perponche
11-02-2009, 17:39
'Badbanks': die Fortsetzung des Betruges mit anderen Mitteln.
Heute war in dradio zu hören, dass der Staat die 'faulen' Papiere kaufen und in 'Badbanks' konzentrieren will. Soweit bekannt.
Aber dann weiter: für das Betreiben der 'Badbanks' wollen die staatlichen Stellen die Beteiligung privater Investoren einwerben, um zu realisieren, was sich aus dem Papiermüll noch herausschlagen lässt.
Was heißt das? Eine unheilige Allianz aus Staat und Geldhaien übernimmt jetzt die Schmutzarbeit, arbeitslosen Farbigen und anderen armen Schweinen in Louisiana oder sonstwo in den USA das Haus zwangszuversteigern, sie auf die Straße zu setzen, sie mit Gerichtsvollziehern, Offenbarungseid und Inkassobüros bis auf den letzten Cent zu drangsalieren und auszuquetschen.
Wenn man den insolventen Hauseigentümern mit dem Geld ihre Hypotheken tilgen würde würde das Geld auch bei den Banken ankommen. Warum also macht sich der Staat zum Büttel der Betrüger?

st. k.aus
11-02-2009, 17:43
http://www.geistdesgeldes.com/

http://www.letsmakemoney.at/

http://www.youtube.com/watch?v=Obs7KCFO7bM&feature=related

<Philipp>
11-02-2009, 17:47
Die Gründung einer "Bad Bank" ist eine der derzeit angedachten Möglichkeiten um Herr der Lage zu werden. Daneben gibt es noch einige andere Ansätze.
Bezüglich der privaten Investoren ist es noch unklar, wie das Ganze ausschauen sollte. Vielleicht garantiert der Staat ja für die Rückzahlung der in die Bad Bank ausgelagerten Papiere, aber das ist im Moment noch nicht fixiert (spreche da jetzt für den US Raum).

st. k.aus
11-02-2009, 17:50
Die Gründung einer "Bad Bank" ist eine der derzeit angedachten Möglichkeiten um Herr der Lage zu werden. Daneben gibt es noch einige andere Ansätze.
Bezüglich der privaten Investoren ist es noch unklar, wie das Ganze ausschauen sollte. Vielleicht garantiert der Staat ja für die Rückzahlung der in die Bad Bank ausgelagerten Papiere, aber das ist im Moment noch nicht fixiert (spreche da jetzt für den US Raum).

sorry aber :rolleyes:

<Philipp>
11-02-2009, 17:53
sorry aber :rolleyes:

Was sorry?
Wenn du dich mit dem amerikanischen Finanzmarkt beschäftigst, wirst erkennen, dass es mehrere Ansätze gibt und die Schaffung von bad banks nicht als alleiniges Instrument gedacht ist.

<Philipp>
11-02-2009, 17:56
Kommt auf die Ausgestaltung (vor allem Fristigkeit) an. kann ein sehr guter Impuls sein.



Wesentliche Elemente von TARP-Two sind:

Weitere Kapitalinjektionen in US Banken, dieses Mal aber unter schärferen Bedingungen. Erfolgen soll dies über wandelbare Vorzugsaktien, so dass ein Verwässerungseffekt ("Dilution") für die bestehenden Anteilseigner vermieden wird. Diskutiert wird auch eine Verlängerung der Staatsgarantien für Bankanleihen von derzeit drei auf möglicherweise zehn Jahre.

Gründung eine Bad Bank mit Mitteln des TARP-1. "Aggregator Bank" nennen das die Amerikaner – Allerdings sollen private Investoren mit ins Boot geholt werden, nur über die Anreizstrukturen besteht noch wenig Klarheit. Vielleicht garantiert der Staat ja für die Rückzahlung der in die Bad Bank ausgelagerten Papiere.

Ein Kreditstützungsprogramm der Fed (TALF) soll ausgeweitet werden (TALF-2?). Nicht nur der Markt für Studentenkredite, Autokredite und Kreditkartenkredite soll gestützt werden, sondern auch der Markt für kommerzielle Hypothekenkredite.

Ein Paket von bis zu $100 Mrd. zur Entlastung strauchelnder Hypothekenkreditschuldner. Diesen soll eine Umschuldung erleichtert werden.

Intrud0r
11-02-2009, 17:58
Wenn die Papiere geeignet wären um private Investoren anzuziehen warum werden sie dann von den Banken nicht selber verwertet?

st. k.aus
11-02-2009, 18:02
@Lars:
anschauen und staunen ... passt vielleicht nicht 100% zum thema


Was sorry?
Wenn du dich mit dem amerikanischen Finanzmarkt beschäftigst, wirst erkennen, dass es mehrere Ansätze gibt und die Schaffung von bad banks nicht als alleiniges Instrument gedacht ist.

war auf

...
...
ist eine der derzeit angedachten Möglichkeiten um Herr der Lage zu werden.
bezogen

el presidente
11-02-2009, 18:27
Jetzt mal eine andere Frage zu diesem Thema. Vielleicht geh ich von falschen Anhaltspunkten aus, dann bitte ich darum, mich aufzuklären.
Wenn man die Entwicklung in den letzten Jahren nachbetrachtet, haben sich ja sämtliche Banken mit neuen Rekordgewinnen jährlich überboten. So, wo ist das ganze Geld aus diesen Gewinnen? Das war ja doch nicht alles nur Buchgeld. Und wenn so viel Gewinn gemacht wurde, dann gehen sich diese Verluste auch aus zu kompensieren. Also so ganz versteh ich die Sache nicht ganz.
Vor allem hinsichtlich österreichsicher Banken und dem Ost-Sektor. Jedes Jahr unglaubliche Zuwachsraten und höhere Gewinne, und jetzt auf einmal ist davon gar nichts mehr übrig?
Vielleicht kann mir das jemand erklären.
Danke

NorwegianBlue
11-02-2009, 18:43
Die Gewinne der Banken (so wie die aller anderen Unternehmen) werden ja gewöhnlich jedes Jahr an die Aktionäre ausgeschüttet (Dividende). Damit ist das Geld nicht mehr für die Bank verfügbar. Auch wenn eine Bank also jahrelang Gewinne gemacht hat, reicht ein sehr schlechtes Jahr, um die Bank zu "versenken"

NorwegianBlue
11-02-2009, 19:05
Ich nehme mal stark an, die Kapitalschutzbestimmungen sind noch strenger als bei den normalen AGs?Natürlich, aber trotzdem können auch Banken - selbst wenn sie immer alles richtig gemacht und sämtliche Gesetze eingehalten haben, in Probleme geraten.
Wenn eine Bank z.B. 10% Eigenkapitalquote hat (und das haben zur Zeit nicht alle) und 15% der Kreditrückzahlungen fallen aus, ist das Eigenkapital weg. Zur Zeit gibts einfach ein Marktumfeld, das in den Gesetzen und Regelungen nicht "vorgesehen" war.
Skurrilerweise haben ja auch gerade die strengeren Vorschriften - die eigentlich zum Schutz der Anleger gedacht waren - nach den diversen Skandalen in Amerika (Enron et al) dazu geführt, dass die Banken jetzt die Probleme haben. Die ganzen toxischen Papiere (also verbriefte Kredite) sind ja nicht komplett wertlos. Es wird einfach nur wahrscheinlich ein gewisser Teil ausfallen. Wieviel weiss kein Mensch, deswegen will das Zeugs keiner mehr kaufen. Damit gibts keinen liquiden Markt, keine handelbaren Preise und alle Werte sind vorsichtshalber mal auf Null abzuwerten.
Ein Bad Bank hätte den Vorteil, dass sie genug Zeit hätte, um das alles "auszusitzen", was eine normale Bank nicht kann.

NorwegianBlue
11-02-2009, 19:23
...Bin aber nicht ganz sattelfest bei den Kredit-/Gläubigerschutzbestimmungen von Finanzinstituten. Muss mich da mal einlesen.Na viel Vergnügen... :D :devil:

Da gibts eine Unzahl von Vorschriften, deren Einhaltung auch sehr streng von den Aufsichtbehörden kontrolliert werden.
Dummerweise hat sich in den letzten Monaten herausgestellt, dass einige der "unumstößlichen Grundannahmen" dieser Gesetze vielleicht doch nicht so ganz gelten...

Ein Beispiel: Eine Bank darf einem Kunden oder einer anderen Bank immer nur eine bestimmte maximale Summe borgen (Großveranlagungsgrenze). Der Hintergrund ist ganz klar - der Ausfall einer Forderung soll die Bank nicht mit in die Tiefe reissen.
"Verbundene Kunden" sind zusammenzurechnen, man darf also zwei Banken, wenn sie zusammengehören, in Summe auch nicht mehr borgen.
In der Theorie klang das bis zu "Lehman" sehr vernüftig - jetzt hat sich aber herausgestellt, dass alle Banken ein Klumpenrisiko sein könnten. Wenn Großbank A fällt, geht vielleicht Bank B mit unter, etc. - auch wenn sie gar nicht zusammengehören.
Deshalb borgen sich die Banken zur Zeit gar nix mehr - kein Mensch weiss, was ein weiteres "Lehman" für direke oder indirekte Auswirkungen auf alle anderen hat.

st. k.aus
11-02-2009, 20:47
...
...

Bringt mich nicht zum Staunen. Eher zum Schmunzeln. Makroökonomik lernt man nicht aus youtube.

:toll: jaja
http://www.neueimpulse.org/index.php?id=208
kannst den film auch auf dvd kaufen
durch youtube erreichst hald auch mehr leute ...

Intrud0r
11-02-2009, 21:08
:toll: jaja
http://www.neueimpulse.org/index.php?id=208
kannst den film auch auf dvd kaufen
durch youtube erreichst hald auch mehr leute ...

So wahr einiges aus diesem Video auch sein mag bei dieser Organisation bin ich generell mehr als skeptisch. Das müffelt so nach VerschwörungshomöopathenTCMSchamanenhippies, kurz esoterisch und dagegen hab ich eine Allergie.

st. k.aus
11-02-2009, 21:33
So wahr einiges aus diesem Video auch sein mag bei dieser Organisation bin ich generell mehr als skeptisch. Das müffelt so nach VerschwörungshomöopathenTCMSchamanenhippies, kurz esoterisch und dagegen hab ich eine Allergie.

geb ich dir vollkommen recht
vielleicht ist ja nur ein anstoss sich darüber gedanken zu machen ...

<Philipp>
11-02-2009, 21:42
Den Unsinn brauche ich mir nicht kaufen.

Wennst willst, kann ich dir a bissl a Material zur Verfügung stellen.

<Philipp>
11-02-2009, 22:00
Wie Material? Auch solche schwachsinnigen Comics, um einen Videoabend bei Gelächter zu verbringen oder vernünftiges Zeugs? Bin mit Material aber eigentlich ziemlich zugedeckt, muss einiges aufarbeiten.

Scherzkeks...glaubst dass wir in der Bank mit Comics arbeiten? :zwinker:

NorwegianBlue
12-02-2009, 00:10
...Vernünftiges Material...Als ultimative Referenz wäre hier natürlich das Bankwesengesetz heranzuziehen, insbesondere "Abschnitt V. Ordnungsnormen". Sind eh nur ein paar leichtverständliche Paragraphen... :devil:

st. k.aus
12-02-2009, 08:10
jaja Lars
nur weils ein comic is is schlecht ... und unsinn
:toll:

st. k.aus
12-02-2009, 08:24
Nein, weil der Inhalt Unsinn ist. Da haben sich ein paar zusammengetan: "machen wir einen Film gegen den bösen, bösen Kapitalismus". Sich vorher die ökonomischen Grundlagen anzueignen, habens aber verpasst.

lass ma das ...
für dich is unsinn ...

Intrud0r
12-02-2009, 08:25
Nein, weil der Inhalt Unsinn ist. Da haben sich ein paar zusammengetan: "machen wir einen Film gegen den bösen, bösen Kapitalismus". Sich vorher die ökonomischen Grundlagen anzueignen, habens aber verpasst.

Ich hab den Film nur mal nebenbei gesehen aber was da jetzt so grob falsch daran sein soll würde mich schon interessieren. Natürlich ist die historische Entwicklung nicht korrekt weil der Erfinder des Geldes nicht Fabian heist usw. aber sonst...?

Randolph_Carter
12-02-2009, 08:47
@GMK: :toll: http://www.letsmakemoney.at/ :wink:

komme selber aus dem Bankenumfeld und kann nur bestätigen: das hat religionsartige Züge was da abläuft: Weiter um jeden Preis! Um Jeden... Es MUSS weiter expandiert werden, es muss mehr Gewinn "im Osten" gemacht werden, die Börsen "müssen" sich erholen, der Staat "muss" Banken helfen.... Die Gebetsmühle dreht sich:... der Endsieg ist schon zum greifen nahe, die Wunderwaffe wird uns alle retten und die entscheidende Wende herbeiführen...

Aber warum eigentlich öffentliches (erst zu druckendes Geld) nur in Banken umleiten? Bald schon werden die Ofensetzer, Sattler, Kutschenbauer und Kerzenzieher in ihren Innungen Beschlüsse fassen, dass sie als Stützen der Gesellschaft um jeden Preis gerettet werden müssen.

Hier läuft die grösste Umtauschaktion von "Spielgeld" in "echtes" der Geschichte und während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssen, werden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert.

Grüsse,
Randolph

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/

<Philipp>
12-02-2009, 09:58
Aber warum eigentlich öffentliches (erst zu druckendes Geld) nur in Banken umleiten? Bald schon werden die Ofensetzer, Sattler, Kutschenbauer und Kerzenzieher in ihren Innungen Beschlüsse fassen, dass sie als Stützen der Gesellschaft um jeden Preis gerettet werden müssen.


Soweit ich mich erinnern kann, erhalten nicht nur Banken Finanzspritzen...

steve4u
12-02-2009, 10:11
Soweit ich mich erinnern kann, erhalten nicht nur Banken Finanzspritzen...


Stimmt, nur die Schaeffler gsd nicht!:D


Ansonsten eh fast alle Autobuden zB.....

sake
12-02-2009, 10:14
weils einfach irgendwie da dazupasst und das die finanzkrise auch g´schichtl (http://www.mmnews.de/index.php/200902112228/MM-News/Finanzkrise-Diese-Hutte-ist-das-Symbol.html) bekommt

steve4u
12-02-2009, 10:20
weils einfach irgendwie da dazupasst und das die finanzkrise auch g´schichtl (http://www.mmnews.de/index.php/200902112228/MM-News/Finanzkrise-Diese-Hutte-ist-das-Symbol.html) bekommt



Hehe, genial, was die Olle wohl mit der Kohle gemacht aht??:du:

eleon
12-02-2009, 10:29
für dich is unsinn ...

eigentlich für jeden der objektivität schätzt...

eleon
12-02-2009, 10:34
komme selber aus dem Bankenumfeld und kann nur bestätigen: das hat religionsartige Züge was da abläuft: Weiter um jeden Preis! Um Jeden... Es MUSS weiter expandiert werden, es muss mehr Gewinn "im Osten" gemacht werden, die Börsen "müssen" sich erholen, der Staat "muss" Banken helfen....


gott sei dank hab ich mit banken nix am hut aber dennoch muss doch gesagt werden dass banken keine wohlfahrtsunternehmen sind. entsprechend muss natürlich das wachstum und die expansion anzustreben sein - und das haben sie gemein mit jeder nicht -karitativen organisationsform. ist doch völlig legitim im wettbewerb um das überleben zu sichern.

die leute sollten sich endlich mal bewusst werden dass investionen risikobehaftet sind. wer die leicht(sinn)igkeit nicht aufbringen will soll halt weiter bausparen oder die kohle unter der matraze horten.

rookie2006
12-02-2009, 10:42
@GMK: :toll: http://www.letsmakemoney.at/ :wink:

komme selber aus dem Bankenumfeld und kann nur bestätigen

bitte sag mir, bei welcher bank du bist, damit ich dort sicher nicht bin. wenn du aus dem bankenumfeld kommst, und dem film sehr viel glauben schenkst, dann lief in der ausbildung was falsch!

eleon
12-02-2009, 10:43
bitte sag mir, bei welcher bank du bist, damit ich dort sicher nicht bin. wenn du aus dem bankenumfeld kommst, und dem film sehr viel glauben schenkst, dann lief in der ausbildung was falsch!

sicher meinlbank :D

;)

Intrud0r
12-02-2009, 10:45
bitte sag mir, bei welcher bank du bist, damit ich dort sicher nicht bin. wenn du aus dem bankenumfeld kommst, und dem film sehr viel glauben schenkst, dann lief in der ausbildung was falsch!

Ich hab den noch nicht gesehen aber was ist denn an "lets make money" unglaubwürdig?

perponche
12-02-2009, 11:01
Ein Paket von bis zu $100 Mrd. zur Entlastung strauchelnder Hypothekenkreditschuldner. Diesen soll eine Umschuldung erleichtert werden.
genau da liegt die Gaunerei:
Entschuldung für die Banken und Umschuldung für die Opfer des Schwindels

Umschuldung heißt ja, dass der Schuldner hinterher genausoviel Schulden hat wie vorher, nur auf der Gläubigerseite hat man ein bisserl umorganisiert. Bestenfalls genausoviel, denn de facto hat der Schuldner nach der Umschuldung mehr Schulden als vorher: das Umschuldungsgewerbe ist eine auf Gewinnerzielung angelegte Tätigkeit und das kommt noch obendrauf.

eleon
12-02-2009, 11:04
Ich hab den noch nicht gesehen aber was ist denn an "lets make money" unglaubwürdig?

hier ein reviewquote den ich sehr passend gefunden hab - weil einen eigenen review für ein OT ist die zeit nicht wert ;)


Mit diesem österreichischen Dokuversuch hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten. Was vor allem auch am niedrigen Anspruch des Ganzen liegt: Wagenhofer predigt den Konvertierten und das leider nicht sehr gut. Denn abgesehen von breit ausgewalzten bekannten Missständen, bleibt er argumentatorisch oft sehr diffus.

Seine Protagonisten werden schlecht eingeführt, oft erscheint ihr Background - grade bei seinen “Zeugen der Anklage” - eher schwammig. Dort wo Nachfragen spannend gewesen wären, blendet er weg und spring an einen anderen Schauplatz. Es wird viel gezeigt, aber wenig erklärt und noch weniger belegt. Ein paar eindrucksvolle Vignetten hat er zu bieten, etwa die Luftaufnahmen die den Bauwahnsinn an der spanischen Küste dokuemntieren, doch auch hier folgen den Bildern Aussagen und Behauptungen, die lediglich die Oberfläche berühren. Warum wird dort investiert? Warum rentiert sich die Anlage in leerstehende überflüssige Edelimmobilien? Wagenhofer und sein Sprachrohr ein Geologe bleiben die Antworten schuldig.

Alleine die bisweilen krude Montage dürfte es Gegnern seiner Thesen einfach machen, sie als manipulativ und ungenau beiseite zu wischen. Wagenhofer bedient das Bauchgefühl, das die da oben alles skrupellose Arschlöcher ohne Moral sind. Das mag sogar stimmen, wird hier aber so schlecht argumentiert, dass wenig übrig bleibt.

Die paar harten Fakten die er wirklich bietet, werden im Stile einer Powerpoint-Doku in Textform eingeblendet. Dazwischen finden sich viele Stimmungsbilder, die zu lange stehen und elegisch ihre Botschaft reinhämmern, wo der Zuschauer längst verstanden hat. Steineklopfen = kein toller Job. Baumwollpflücken auch ziemlich scheisse. Dachte aber auch vorher niemand, das es anders wäre.

Das ärgerlichste sind immer wieder die “Zeugen der Anklage”, die kaum wirklich glaubwürdig eingeführt werden und letztlich nur als Sprachrohre für Wagenhofers These dienen. Das Gefühl, dass er seine Interviewten benutzt, wie andernfalls ein Off-Text genutzt würde. Das schadet der Glaubwürdigkeit, denn es gehört sicher einiges Wohlwollen und “Glauben wollen” dazu, wenn man dem angeblichen Ex-Wirtschafts-Hitman bei seiner anekdotischen Kurzübersicht über 40 Jahre US-Außenpolitik bedingungslos folgen will.

Ein paar Fakten, ein paar unabhängige Quellen, ein bißchen weniger Behauptung und mehr Erklärung hätte dem Film sehr gut getan. So bleibt der Eindruck, das hier streckenweise sehr gedehnt und getreten wurde um auf Spielfilmlänge zu bringen, was ohne inhaltliche Kürzungen auch in 45min gepasst hätte. Dazu kommt das permanente Fehlen von Bildern. Interview-Sniplets werden aneinandermontiert und dazu ist eben irgendwas zu sehen. Ob derjenige grade redet, die Texte lippensynchron sind oder Bild und Text auseinanderlaufen scheint egal.

Wagenhofer will sich anscheinend abgrenzen von den Dokus Angelsächsischer Machart, er will kein Michael Moore sein, schustert sich seine Weltsicht aber genauso lückenhaft und noch wesentlich unzugänglicher zusammen. Moore ist bei seinen “Dokumentation” zumindest unterhaltsam, bei Wagenhofer reagiert die behäbige Langatmigkeit die Tiefe vortäuscht wo doch nur Allgemeinplätze verkündet werden.

Ein ärgerlich hinkendes Ende, das krampfhaft Zusammenhänge herstellen und Betroffenheit erzeugen will und dem gut gemeinten Ganzen unglaublich schadet. Das Timing diese Doku jetzt rauszubringen ist grandios, aber inhaltlich ist man mit “The Corporation” oder “Why we fight” - die thematisch ähnliche Felder beackern, dabei aber letztlich befriedigendere Ergebnisse abliefern, wesentlich besser bedient.

eleon
12-02-2009, 11:10
genau da liegt die Gaunerei:
Entschuldung für die Banken und Umschuldung für die Opfer des Schwindels

Umschuldung heißt ja, dass der Schuldner hinterher genausoviel Schulden hat wie vorher, nur auf der Gläubigerseite hat man ein bisserl umorganisiert. Bestenfalls genausoviel, denn de facto hat der Schuldner nach der Umschuldung mehr Schulden als vorher: das Umschuldungsgewerbe ist eine auf Gewinnerzielung angelegte Tätigkeit und das kommt noch obendrauf.

da bin ich nicht ganz bei dir.

tendenziell werden schuldner in dieser causa immer als die opfer dargestellt. was schlicht und einfach schwachsinn und falsch ist.

wieso sollte man sie entlasten? nichts war für viele willkommener als unrealistische hypothekarkredite mit denen man in die neueste elektronik, turbulenten life-style u. in den individualverkehr reinvestieren konnte.

man verpulvert die leicht zu bekommende kohle in unbeständiges und verliert den job (aus welchen gründen auch immer) und kann die rate nicht mehr zahlen... kein verständnis für soviel leichtsinn. denn wenn man die marie in "echte" besitztümer gesteckt hätte wär das gejammer nur halb so gross.

Intrud0r
12-02-2009, 11:47
Ich finde es immer wieder witzig, wenn irgendwelche Figuren irgendwelche Filmchen produzieren, sofort davon ausgegangen wird, dass da irgendwelche Wahrheiten präsentiert werden. Ganz spannend finde ich den auf der Seite des Geld-Comics angepriesenen Film, der beweist, dass H5N1 gar nicht existiert und auch nur eine riesige Verschwörung ist. :rofl: Witzigerweise halten sich die Kunden solcher Machwerke als besonders "kritisch", aber halt nicht kritisch genug, um diesen Unsinn zu hinterfragen. Dann glaubt man halt solche Comics, die "beweisen", wie böse Geld ist. :rofl: Ökonomik wahrscheinlich von Dagobert Duck aus dem Lustigen Taschenbuch gelernt. :rofl:

Wie schon erwähnt ist dieses Filmchen aus der Esoterik/Verschwörungszene sicher nicht das Gelbe vom Ei. Kritikpunkt ist in diesem Fall allerdings eher das Umfeld in dem dieser Film entstanden ist. Tatsache ist aber auch, dass einige reale Grundprobleme (Zins, mangelhafte Deckung des Geldes durch Vermögenswerte...) darin aufgearbeitet werden. Insofern machst du es dir mit deiner herablassenden Kritik etwas einfach.

perponche
12-02-2009, 11:55
da bin ich nicht ganz bei dir.

tendenziell werden schuldner in dieser causa immer als die opfer dargestellt. was schlicht und einfach schwachsinn und falsch ist.

wieso sollte man sie entlasten? nichts war für viele willkommener als unrealistische hypothekarkredite mit denen man in die neueste elektronik, turbulenten life-style u. in den individualverkehr reinvestieren konnte.

man verpulvert die leicht zu bekommende kohle in unbeständiges und verliert den job (aus welchen gründen auch immer) und kann die rate nicht mehr zahlen... kein verständnis für soviel leichtsinn. denn wenn man die marie in "echte" besitztümer gesteckt hätte wär das gejammer nur halb so gross.
Hast eine Bewerbung bei der Kronenzeitung oder der BLÖD laufen?

Intrud0r
12-02-2009, 12:03
Warum sind Zinsen ein Grundproblem?
Warum sollte Geld durch Gold gedeckt werden und warum ist das ein Grundproblem?

Weil beides Eckpfeiler einer Wirtschaftsform sind die auf permanentem Wachstum, Ausbeutung usw. basiert. Das kann man durchaus als problematisch ansehen.
Davon abgesehen war Grundproblem wohl etwas überspitzt formuliert. Mich würde eigentlich interessieren wo du mit einer inhaltlichen Kritik an diesen Filmchen (die nicht alle aus der Verschwörungszene kommen) ansetzen würdest.

eleon
12-02-2009, 12:06
Hast eine Bewerbung bei der Kronenzeitung oder der BLÖD laufen?

:rofl:

blöd wäre es den konsument aus der verantwortungsspirale zu nehmen

rookie2006
12-02-2009, 12:22
da bin ich nicht ganz bei dir.

tendenziell werden schuldner in dieser causa immer als die opfer dargestellt. was schlicht und einfach schwachsinn und falsch ist.

wieso sollte man sie entlasten? nichts war für viele willkommener als unrealistische hypothekarkredite mit denen man in die neueste elektronik, turbulenten life-style u. in den individualverkehr reinvestieren konnte.

man verpulvert die leicht zu bekommende kohle in unbeständiges und verliert den job (aus welchen gründen auch immer) und kann die rate nicht mehr zahlen... kein verständnis für soviel leichtsinn. denn wenn man die marie in "echte" besitztümer gesteckt hätte wär das gejammer nur halb so gross.

:toll::toll::toll:

st. k.aus
12-02-2009, 12:23
Ich finde es immer wieder witzig, wenn irgendwelche Figuren irgendwelche Filmchen produzieren, sofort davon ausgegangen wird, dass da irgendwelche Wahrheiten präsentiert werden. Ganz spannend finde ich den auf der Seite des Geld-Comics angepriesenen Film, der beweist, dass H5N1 gar nicht existiert und auch nur eine riesige Verschwörung ist. :rofl: Witzigerweise halten sich die Kunden solcher Machwerke als besonders "kritisch", aber halt nicht kritisch genug, um diesen Unsinn zu hinterfragen. Dann glaubt man halt solche Comics, die "beweisen", wie böse Geld ist. :rofl: Ökonomik wahrscheinlich von Dagobert Duck aus dem Lustigen Taschenbuch gelernt. :rofl:

du hast wirklich wenig verstanden (von einem meiner filme - hab´ nämlich mehrere links gepostet) und hast dir offensichtlich den film gar nicht angeschaut
lustige smilies und schreiben das ist unsinn is a bissl wenig argumentation ...
zinsgeldsysteme sind das problem

...
...
Insofern machst du es dir mit deiner herablassenden Kritik etwas einfach.
danke

eleon
12-02-2009, 12:26
zinsgeldsysteme sind das problem


alternative wäre gar kein geld zu verleihen. besser?

oder andere realistische vorschläge?

st. k.aus
12-02-2009, 12:34
alternative wäre gar kein geld zu verleihen. besser?

oder andere realistische vorschläge?

zB.:
http://www.wirtschaft.truth-online.eu/archives/7-Gibt-es-eine-Alternative-zu-unserem-Geldsystem.html

Im Jahre 1932, wo die Welt in einer Weltwirtschaftskrise steckte, entschloss sich eine Gemeinde in Österreich (Gemeinde Wörgl), ein Experiment zu wagen.
Sie führte das Freigeld ein. Was ist das? Es ist ein Geldsystem das auf ganz anderen Prinzipien beruht. Ein Prinzip ist die Umlaufsicherung. Das heißt die Menschen in dieser Gemeinde und natürlich auch alle Firmen und Geschäft sollten dazu gebracht werden, das Geld immer im Umlauf zu halten. Wie? Wer sein Geld für 12 Monate zurückhielt, zahlte 12% des Wertes, bzw. das Geld war nur noch 88% Wert. Das hatte zur folge, dass das Geld dieser Gemeinde immer im Umlauf war und der Wirtschaft und der Befökerung zur Verfügung stand.
Was war das Ergebnis?
Schon in wenigen Monaten zeigten sich verblüffende Wirkungen: Während im Rest des Landes die Massenarbeitslosigkeit weiterhin dramatisch anstieg, ging sie in Wörgl innerhalb eines Jahres um 25% zurück. Das Wirtschaftsleben, das bis dahin weitergehend gelähmt war, blühte wieder auf, und das soziale Elend begann sich deutlich zu vermindern. Die Menschen hatten wieder berechtigte Hoffnung, dass es wirtschaftlich wieder bergauf ging.
Unter anderen habe ich die Informationen hierzu, aus dem Buch „Der Nebel um das Geld“ von Bernd Senf (seht Ihr rechts unter Empfehlungen).
Ist das vielleicht eine Lösung?

kommt auch in der geist des geldes (http://www.geistdesgeldes.com/) vor

eleon
12-02-2009, 12:43
zB.:
http://www.wirtschaft.truth-online.eu/archives/7-Gibt-es-eine-Alternative-zu-unserem-Geldsystem.html


kommt auch in der geist des geldes (http://www.geistdesgeldes.com/) vor

interessant... aber ich halte das in zeiten der globalisierung nicht sehr realistisch und nur lokal verwaltbar.

das lässt sich vielleicht auf gemeindeebene administrieren...
noch dazu betrifft das ja nur liquide mittel. heutzutage hortet ja eh kaum einer die geldscheine. aber vermögenssteuer anheben halt ich immer für eine gute idee (solang ich keins hab :D )

ich bin halt ein verfechter der evolution und denke dass sich mit der marktwirtschaft (inklusive allen übeln u. auswüchsen) auch das sinnvollste instrument durchgesetzt hat.
und wie wir jetzt sehen funkt ja auch die selbstreinigung - auch wenns hart ist.

da lernt die menschheit und wirtschaft halt wieder etwas sorgsamer und mündiger zu werden.

das glaub ich von bevormundenden, generalisierenden systemen nicht.

Tyrolens
12-02-2009, 12:45
Lars, der Zins ist eh nicht das Problem, aber der Zinseszins halt schon, wenn es um einen Wirtschaftsraum geht, der stark fremdfinanziert ist.

Zur Bad Bank: Die kann ja jede Bank selbst aufmachen. Ist ja kein Problem, es wird schon öfter gespaltet. Die Bilanz muss dann jedoch entsprechend aufgeputzt werden, weil letztlich sind das nur ausgelagerte Abschreibungen. So viel zum Thema Bilanzierungsregeln. Man könnte das auch einfacher haben, in dem man einfach die Bilanzierungsregeln so abändert, dass die Abschreibungen der Bank, in der Bilanz quasi in Luft aufgelöst werden. Sonst sind die Banken beim Bilanzieren ja auch so kreativ. Den Rating Agenturen war ja früher auch egal, dass man sie angelogen hat. :D
Und die Bad Bank, die steht dann halt auch am Rande der insolvenz. Soll heißen, dass der Staat auch bei einer Bad Bank mit enormen Summen unterstützend eingreifen muss.
Insofern ist das keine gute Lösung. Wenn man einigen Volkswirtschaftlern Glauben schenkt, was ja in der heutigen Zeit nicht ganz einfach ist, werden schon deshalb keine Bad Banks kommen, weil den meisten Staaten dafür einfach das Geld fehlt. Oder wie soll bitte die Schweiz eine Bad Bank fürdie UBS finanzieren?


Gruß,

Thomas

rookie2006
12-02-2009, 13:00
zinsgeldsysteme sind das problem


das problem ist der mensch, nicht das zinsgeldsystem

denn der mensch möchte "mehr" für sein geld haben, die inflation abgegolten, ...

eleon
12-02-2009, 13:15
das problem ist der mensch, nicht das zinsgeldsystem

denn der mensch möchte "mehr" für sein geld haben, die inflation abgegolten, ...

seh auch nicht das problem warum dienstleistung&service nix kostet sollte :confused:

wenns zu teuer ist kann man ja das angebot ausschlagen

einzig und allein die "verkaufsfördernden" methoden sind zum teil zwielichtig und mühsam. aber auch net anders als beim auto-/radl- oder unterhosenkauf.

rookie2006
12-02-2009, 13:30
seh auch nicht das problem warum dienstleistung&service nix kostet sollte :confused:


naja, wenn du dein geld auf die bank bringst, und zinsen willst, müssen die zinsen verdient werden. und das geht nur, wenn das geld investiert wird. (wie sollt es sich sonst vermehren?)
und jede investition ist ein risiko.

Randolph_Carter
12-02-2009, 13:45
bitte sag mir, bei welcher bank du bist, damit ich dort sicher nicht bin. wenn du aus dem bankenumfeld kommst, und dem film sehr viel glauben schenkst, dann lief in der ausbildung was falsch!

Schau mal, trotz allem brain-washing ... bei jeder Bank gibt es Menschen die glauben, dass das System als solches zusammenbrechen wird und manche die glauben, dass wir einfach so weitermachen können.

Warten einfach ab was sich schon demnächst im Sektor der Lebensversicherer und schon bald auch der US Staatsanleihen tun wird. Da stehen die nächsten Blase schon vor der Tür.

Aber am Ende wird alles GUT:rolleyes: und wir werden einfach weiter jedes Jahr +20% Gewinn machen. Normalerweise nennt man das Pyramidenspiel, oder?

http://www.heibel-ticker.de/archiv.php?standardID=180&start=0

st. k.aus
12-02-2009, 15:04
...
...
...

Ich habe sie mir bis zur Hälfte angesehen. Mehr hielt ich nicht aus. Zum "verstanden": ich brauche keine Filmchen, um Ökonomie zu verstehen. Oder hast Du Deine Ausbildung aus Youtube gelernt? :rofl:

na gut
was hastn ned ausgehalten?
ich lern alles aus youtube ... warum auch nicht :D


Genau so einfach ist es. Sogar bei Verzicht auf Gewinn sind Zinsen notwendig, auch wenn irgendwelche Filmchen anderes behaupten.
mMn 100% nicht!
was sind zinsen für dich - kein gewinn für den der geld verborgt?

Supermerlin
12-02-2009, 15:07
na gut
was hastn ned ausgehalten?
ich lern alles aus youtube ... warum auch nicht :D


mMn 100% nicht!
was sind zinsen für dich - kein gewinn für den der geld verborgt?

Ausfallversicherung

lg, Supermerlin

KOMmander
12-02-2009, 15:51
solltet mal diesen artikel lesen um ein wenig zu verstehen

KURZBESCHREIBUNG DER FINANZKRISE (http://www.egon-w-kreutzer.de/Ressourcen/Analyse%20Czerny%20-%20Finanzkrise.pdf)

WEITERE GUTE ARTIKEL (http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/)

st. k.aus
12-02-2009, 16:15
danke
Lars & KOMmander

Supermerlin
12-02-2009, 16:15
@ Lars:

für all jene die in dieser Thematik nicht so beschlagen sind (ich gehör da dazu) wäre es nicht schlecht, wenn so einem Schaubild zumindestens die Bezeichnung der 3 Achsen beigefügt wäre - so kann ich es nur vermuten. :)

lg, Supermerlin

<Philipp>
21-02-2009, 16:18
http://vimeo.com/3261363

Naja...
Sehr einfach erklärt. Ich hab mir den ersten Film ned angeschaut, aber der ist auch ned grad das Wahre...

A´dorfer
21-02-2009, 17:08
das problem ist der mensch,...

http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/a015.gif

wenn ich die Evolution kurz bildlich darstellen darf. :D

st. k.aus
21-02-2009, 20:42
leverage turn good deals into great deals ...

mortgages in a box ...

sub-prime mortgages ...
wahnsinn gut erklärt

perponche
23-02-2009, 17:16
http://vimeo.com/3261363
Das Machwerk transportiert recht gefällig unauffällig und ganz nebenbei auf perfide Weise eine absichtsvolle Desinformation. Ab Minute 7' 24" geschieht es: Auftritt der übergewichtigen, rauchenden und kinderreichen 'bildungsfernen Schicht'. Da wird dem Zuschauer visuell etwas untergejubelt was mit der Realität rein gar nichts zu tun hat.
Die Hartz IV-Empfänger waren zu keinem Zeitpunkt die Zielgruppe des Immoblien-Bankenschwindels. Typischerweise waren die Zielgruppe des Beratungsbetrugs kleine Beamte, Angestellte, Facharbeiter, Freiberufler und sonstiger Mittelstand, die vielleicht einen fünfstelligen Betrag auf der Kante hatten (aber eben keinen sechsstelligen) und die im Hinblick auf die laufende Demontage der Rentenansprüche gerade eine solide Anlage suchten.
Diesen Leuten per visueller Insinuation anzuhängen, dass sie zu viel fressen, rauchen und ausweislich der Kinderzahl ungebremst herumvögeln funktioniert wie ein visueller Trojaner, der am Großhirn vorbei eine Botschaft einschleust.
Die moderne PR weiß, dass die eigentliche Botschaft nicht zu knallig frontal im Mittelpunkt stehen darf sondern mehr soft und enpassant kommen soll. Insoweit Chapeau für den neoliberalen Gangsta-Rapp.