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Rose Backroad+ im Test

Rose Backroad+ im Test

27.09.21 08:31 5.979Text: Lukas SalzerFotos: Erwin Haiden, Lukas SalzerInspirierender Alleskönner mit Power-Plus. Wenn Roses Gravelbike auf Shimanos EP8 Motor trifft, wird möglich, was unmöglich schien und ausprobiert, was gefällt.27.09.21 08:31 8.165

Rose Backroad+ im Test

27.09.21 08:31 8.165 Lukas Salzer Erwin Haiden, Lukas SalzerInspirierender Alleskönner mit Power-Plus. Wenn Roses Gravelbike auf Shimanos EP8 Motor trifft, wird möglich, was unmöglich schien und ausprobiert, was gefällt.27.09.21 08:31 8.165

Als Heinrich Rose im Jahre 1907 den Grundstein für das gleichnamige und mittlerweile rund 430 Mitarbeiter umfassende Unternehmen legte, waren alle Räder vor allem eines: Gravelbikes. Kopfsteinpflaster und Schotter prägten den straßenbaulichen Alltag, denn Asphalt war zu dieser Zeit noch eine große Ausnahme. Auch waren die meisten Räder zuverlässige Alleskönner: Pendel- und Reiserad, und für manche/n auch ein Sportgerät.
Interessant, dass auch elektrisch betriebene Fahrzeuge zu dieser Zeit voll im Trend lagen. Von Pandemien erst gar nicht zu sprechen.
1907 weist also viele Parallelen zum Jahre 2021 auf. Dennoch hätte Heinrich Rose vermutlich nicht schlecht gestaunt über die heutige Neuinterpretation eines Alleskönners: Auftritt das Rose Backroad+ GRX RX810 DI2.

In schlichtem Mattschwarz und mit standesgemäßen Skinwall Reifen steht es da; massive und schön proportionierte Rohrformen samt dezenter weißer Schriftzüge prägen das Erscheinungsbild. Dank der großzügigen Dimensionen von Rahmen und Gabel hinterlässt das Rose einen sehr stabilen Eindruck. Insgesamt scheint es modern, aber dennoch zeitlos designt.
Viele Befestigungspunkte an Rahmen und Gabel machen das Backroad+ fit für jegliche Abenteuer. Integrierte Züge schlängen sich klapperfrei und formschön durch den Rose Vorbau ins Innere des Rahmens. An eine Lenkeinschlagsbegrenzung wurde ebenfalls gedacht, so kann der Dropbar im Falle eines Sturzes den schönen Rahmen nicht beschädigen.

 Das Backroad+ macht auf mehrere Arten Sinn 

Sagen Testpilot und Roses Spezifikationen

Im massiven Unterrohr verbirgt sich ein 360Wh Akku, welcher Shimanos kräftigen EP8 Motor mit Energie versorgt. Dazu ein versteckter Hauptschalter, der befindet sich nämlich auf der Unterseite des Oberrohrs, sehr chic!
Mit 85 Nm maximalem Drehmoment ist für mehr als ausreichend Unterstützung gesorgt. Die Motorsteuerung erkennt dabei zuverlässig, wie viel Support wohl gerade recht ist; vor allem im Gelände funktioniert das ausgezeichnet.
Geräuschlos greift einem die Extrapower zwar nicht unter die Beine, aber der Motorlärm bewegt sich in einem erträglich surrenden Rahmen und erinnert ein wenig an einen Tie-Fighter aus der Star Wars Saga – Farbgebung und Rahmenform passen jedenfalls gut dazu.
Egal ob in Sattel sitzend oder stehend: Die Leistungabgabe des Motors wird sehr feinfühlig geregelt und führt zu rasantem Vortrieb. An der 25-km/h-Grenze setzt der Motor sanft und ohne Ruckeln ein bzw. aus. Doch erstaunlich oft wird es still, denn die 25 km/h überschreitet man mit dem Bike auf der Ebene spielend und kann diese auch ohne Motor gut halten*.

Doch halt, einen Moment, da stimmt was nicht! 25 km/h fühlen sich doch normalerweise ganz anders an, das sagt zumindest mein Bauchgefühl … Tatsächlich bestätigte der Garmin meine Befürchtung, einen falschen Raddurchmesser am EP8 Motor einprogrammiert zu haben.‬ Wer jetzt meint: „kein Problem!“, der irrt gewaltig, denn diese Einstellung kann man aus guten Gründen nicht selbst ändern.‬
Zum Glück hatten wir mit morethanbike einen more than hilfreichen Bikehändler, der uns aus der Patsche geholfen hat.‬ Nochmals vielen Dank an Johannes Krenn und Walter Berchtold!‬
Fehler passiern, Vorwürfe wären hier fehl am Platz.‬ Trotzdem hat es eine Hand voll Leute beschäftigt (von Bikeboard über Rose bis morethanbike), mit den richtigen Steckern, Software-Versionen und Files schließlich den korrekten Radumfang einstellen zu können. … schöne neue Welt! Wobei „oida!“ an dieser Stelle ungleich besser angebracht wäre.‬


*Auch mit korrigiertem Radumfang behält die Aussage ihre Gültigkeit. Man kann nach wie vor alles über 25km/h gut aus eigener Kraft halten.

Komfortabler Range-Extender

Um zur eingangs angesprochenen Vielseitigkeit zurückzukehren: Das Backroad+ macht auf mehrere Arten Sinn, das sieht man auch anhand der vielen verschiedenen Konfigurationen auf der Rose-Website. Ob Stadtgefährt, Graveler oder Randonneur - jedes Konzept scheint schlüssig und gut durchdacht.
Den Start macht das Backroad+ Fitness mit geradem Lenker um € 3.999,-. Unser Testrad bildet die Speerspitze der Linie, zu haben um 5.699 Euro. Mit der mechanischen Version wird's zwar um nicht zu unterschätzende 1.000 Euro billiger, allerdings funktioniert die elektronische Schaltung so gut, dass es durchaus ratsam ist, auf die Di2-Version hinzusparen.

Mit 14,9 kg ist das Topmodell für ein E-Bike erstaunlich leicht und deshalb, wie bereits erwähnt, auch ganz ordentlich ohne Unterstützung zu fahren. Die Spritzigkeit eines Rennrades darf man sich aber klarerweise nicht erwarten.
Bei Ortstafelsprints nimmt es eher gemächlich Fahrt auf. Im Trailmodus heißt's dafür "gut festhalten", denn Dank des geringen Gesamtgewichts geht bergauf die Post ab!
Weil es im Allgemeinen gut klappt, das Tempo zu halten, ertappt man sich öfter dabei, den Motor komplett auszuschalten. Hier und da vernimmt man dann ein leises Klackern des Motorfreilaufs (speziell, wenn nicht pedaliert wird), welches hiermit erwähnt, aber nicht weiter störend ist.

Unser Testrad ist in Größe M gekommen. Für meine knapp über 180 cm Körpergröße passte es also gerade noch. Wiewohl am obersten Rand der Größenskala, ließ sich eine komfortable und entspannte Sitzposition für viele Stunden im Sattel finden. Nur im Wiegetritt wurde es zum Lenker hin schon recht knapp mit den Knien.
Mit 75 Grad Sitzwinkel beim M-Rahmen bringt man ordentlich Druck aufs Pedal. Ein Reach von 399 mm und ein Stack von 573 mm ergibt eine schöne, zentrale Sitzposition. Diese ist voll langsteckentauglich und vermittelt in Abfahrten ein sicheres Fahrgefühl.

Insgesamt hat der Testbetrieb mit dem Rose erstaunlich viele Stunden und Kilometer abgeworfen. Es hat nämlich wirklich viel Spaß gemacht, sich neue Runden auszudenken, die zuvor mangels Gravel- bzw. E-Bikes nicht am Radar waren ...
Elegant ließ sich per Backroad+ das Verkehrsaufkommen umfahren, ganz ungeachtet des Streckenprofils der Ausweichroute, denn der Motor bringt einen wirklich überall drüber. Auch wusste das tolle Fahrverhalten des Bikes zu überzeugen. Hier wurde aus meiner Sicht der Nagel auf den Kopf getroffen: ein absolut neutrales und laufruhiges Handling, welches nie irgendwelche Stressmomente aufkommen lässt, aber dennoch gutes und sicheres Steuern durch Singletrails ermöglicht. Nie befiel mich auf Schotter die Angst, das Vorderrad könne plötzlich wegrutschen. Und auch das griffige und komfortable Lenkerband half dabei, alles immer unter Kontrolle zu behalten.

Geometrie

S M L XL
Sattelrohr (mm) 465 500 530 570
Oberrohr (mm) 518 553 590 620
Lenkwinkel (°) 69,5° 71° 71,5° 72°
Sitzrohrwinkel (°) 76,5° 75° 73,5° 73,5°
Kettenstrebe (mm) 436 436 436 436
Tretlagerabsenkung (mm) 76 76 76 76
Steuerrohr (mm) 120 140 170 200
Gabellänge (mm) 405 405 405 405
Gabel Offset (mm) 47 47 47 47
Radstand (mm) 1042 1047 1067 1087
Stack (mm) 549 573 604 634
Reach (mm) 386 399 411 426

Hier sollen auch die tollen Pirelli Cinturato Gravel M Reifen nicht unerwähnt bleiben. Sie haben in allen Lebenslagen ordentlich Grip, laufen ruhig auf der Straße, bieten dank der 45 mm Breite sehr guten Komfort und haben trotz einiger wilder Ritte durch so manchen nicht wirklich Gravel-tauglichen Singletrail alles schadlos überstanden.
Auch die Rose G Thirty Disc 28" Laufräder verrichteten unauffällig und zuverlässig ihren Dienst. Asymmetrische 28 Loch Alufelgen mit 25 mm Innenweite, natürlich "tubeless ready", Newmen Naben in 12x100 und 12x148 Konfiguration hinterließen, gepaart mit den Aerospeichen, einen hochwertigen Eindruck.

Für den Fahrkomfort sind an einem Bike bekanntlich viele Faktoren zuständig. Kleine Vibrationen wurden von den Reifen und wohl auch vom Rahmen selbst gut gedämpft – ein nicht zu unterschätzender Faktor auf langen Etappen. Ihr Scherflein beigetragen haben auch die gut flexende Sattelstütze, der ordentliche Sattel und die tolle Ergonomie der Shimano GRX815 Di2 Schaltgriffe, sowie – zum Teil – der Ritchey Venturemax Lenker mit seinen 24° Flare. Der Dropbar hat jedoch eine Kehrseite. So komfortabel er in der Bremsgriff-Position und am flachen Oberlenker ist, so unangenehm kann er in Unterlenker-Position sein. Angenehm fühlt sich die dortige Wölbung nämlich nur an, wenn man sie mit der kompletten Hand umgreift. Sobald man aber in steileren Abfahrten die Griffposition zum Bremsen ein Stück noch vorne verlagert, entsteht ein sehr unangenehmer Druck auf Handfläche oder Handballen. Vor allem bei holprigen Abfahrten eine Spaßbremse.

Uphill-Weltmeister

Mein Tipp wäre aber ohnehin, die Touren so zu planen, dass man grobes Terrain eher bergauf in Angriff nimmt und die befestigten Wege bergab bewältigt. Dank des Motors, der griffigen Reifen und mit halbwegs solider Fahrtechnik scheint es schließlich fast unglaublich, was bergauf mit dem Backroad+ alles möglich ist.
Man wird regelrecht von seinem elektrischen Madison-Partner im Tretlagergehäuse bergauf geschleudert, so viel Power ist vorhanden. Selbst wenn der Hinterreifen kurzzeitig mal Grip verliert, reicht der Schwung, um weiterzukommen - sehr, sehr lustig!
Ausreichend Bodenfreiheit steht ebenfalls zur Verfügung. Größere Stufen oder Wurzeln bilden insofern und gepaart mit dem Schub des EP8 kein Hindernis. Merke: Mit ein wenig Mut und Fahrtechnik klappen auch steile, wurzelige und verblockte Rampen bergauf; bergab nimmt man sie mit dem Gravel aber besser nicht in Angriff. Falls nicht anders möglich: Gabel und Rahmen sind steif genug, um präzise die Linie zu halten. Das grundsätzlich sichere Handling, die kräftigen Bremsen samt 180er-Scheiben vorne sowie die griffigen Reifen werden's schon richten, also Augen zu und durch ... Es wird dann halt ein wenig holprig; so holprig, dass man eventuell am Trailende feststellt, seine Minipumpe erfolgreich aus der Trikottasche gebeutelt zu haben und diese dann suchen muss.
Aber wenigstens bleibt die Kette Dank der vorhandenen Kettenführung immer an ihrem Platz. Zudem ist die Kettenstrebe gut von zwei dicken Gummischonern geschützt, was ein allfälliges Klappern der Kette unterbinden soll. Wirklich bestätigen kann ich das nicht. In jenen Situationen, wo die Kette hätte anschlagen können, war ich leider anderweitig zu beschäftigt, um auf derlei Geräusche zu achten - sorry.

Tech Specs

Rahmen Rose Backroad+ Carbon Kettenkasten Rose CH-E8-MED2, Kettenführung
Größen S/M/L/XL Laufräder ROSE G Thirty Disc Light
Antrieb Shimano EP8, 85 Nm, 250 W Reifen Pirelli Cinturato Gravel M, TLR, Classic Skin 700x45C
Batterie SMP TPS-001-50SD, 36 V; 360 Wh Vorbau Rose Square, 6°, Aluminium 6061, integr. Leitungsführung, 80 mm
Display Shimano SC-EM800, LCD-Fabdisplay, BLE / E-Tube Rider App Lenker Ritchey WCS Carbon Venturemax, 42 cm
Gabel Rose Backroad+ Carbon, 12x100 TA Lenkerband Xtreme Gel-Comfort
Kurbel Miranda Delta f. Shimano EP8, Chainflow 3D Boost 42 Z Sattelstütze Rose D-Shape, Carbon, 8 mm Offset
Schalt-/Bremshebel Shimano GRX Di2 RX Sattel Rose Edition by Selle Italia
Bremse Shimano GRX RX Di2 ST-RX815/BR-RX810, RT-MT900/EM910, 180/160mm Kassette Shimano XT CS-M8000, 11-42 Z
Schaltwerk Shimano GRX Di2 RX817 11-f Kette Shimano CN-E8000-11
Gewicht 14,9 kg Preis € 5.699,-

Ein Wort zu den Bremsen, welche mit Shimano L04C Sinterbelägen ausgestattet sind. Durchaus klug an einem E-Bike, waren diese mit dem Nachteil behaftet, dass die Vorderbremse nicht aufhören wollte, nervig zu quietschen. Grundsätzlich sind Sinterbeläge ja für eine gewisse Geräuschkulisse berüchtigt; aber am Rose schien sie grenzwertig laut - auch nachdem die vorderen und hinteren Backen Plätze getauscht hatten. Darüber hinaus trübten vorne teils kräftige Vibrationen an der Gabel das ansonsten sehr positive Auftreten des Backroad Plus.
Ein wenig besser wurde es durch kurze Vollbremsungen, bis Scheibe und Beläge auf Temperatur waren. Aber nach kurzer Zeit wiederholte sich das Spiel.
Einmal gegen die Sinter und deren Quietschen - damit einhergehend aber auch gegen mehr Bremsleistung, Haltbarkeit und weniger Fading, speziell für vollgepackte Räder oder schwerere Fahrer ja keine schlechten Tugenden - entschieden, sind Bremsbeläge ja grundsätzlich schnell getauscht, wenn man denn welche bekommt.
Schlußendlich wurden organische L03A am Vorderrad montiert (morethanbike hatte tatsächlich welche lagernd) und das Quietschen war Vergangenheit.

Hinsichtlich der Übersetzung ergab sich mit 42 Zähnen vorne und der 11-42 Kassette am Hinterrad für den Gravel-Alltag eine mehr als ausreichende Bandbreite. Gut 50 km/h bei einer 100er-Kadenz sind drinnen; wer die Übersetzung am Backroad+ auf der Ebene ausfährt, zählt aus meiner Sicht zu den ganz Starken. Und bei 25% bergauf spielt ganz einfach der EP8 Motor den Starken - alles easy.
Auch die Gangsprünge halten sich im Rahmen, vor allem abseits des Asphalts gab es hier keine Probleme.

Schöne neue Welt

Kommen wir abschließend zu den motorbezogenen Themen, allen voran der Reichweite: Diese ist wie immer schwer zu beurteilen, hängt sie doch von vielen äußeren Faktoren sowie zutiefst menschlichen inneren ab. Wessen Beine so geladen sind wie ein voller Akku, der schafft natürlich ungleich mehr Kilometer als ein Einsteiger; detto jemand, der seinen inneren Schweinehund bisweilen niederringt und fleißig spart bzw. effizient agiert.

Sinnvoller als mit Längenmaßen erscheint es mir ohnehin, die Reichweite mit Höhenmetern anzugeben, denn in der Ebene reicht der Eco-Modus z.B. völlig aus und hat die Batteriestandsanzeige auch nach 100 Kilometern kein volles Stricherl verloren. Einmal war nach 120 km/1.700 Hm (meisten Anstiege mit Eco) noch ein bisserl Saft im Akku; ein andermal waren knapp 75 km/1.900 Hm (steiles MTB-Terrain) drin, bevor der Akku endgültig leer war.
Langer Rede kurzer Sinn: Für die meisten Piloten dünken mich 1.500 bis 2.000 Hm realistisch. Anzumerken ist, dass für meine Fahrweise der Trailmodus über die E-Tube App nochmals gedrosselt wurde, da dieser in Werkseinstellung einfach zu viel Power für dieses Rad hatte.‬

  • Wenn der Akku rot zu blinken beginnt ...Wenn der Akku rot zu blinken beginnt ...
    Wenn der Akku rot zu blinken beginnt ...
    Wenn der Akku rot zu blinken beginnt ...
  • ist nach weiteren 60 Hm Schluss.ist nach weiteren 60 Hm Schluss.
    ist nach weiteren 60 Hm Schluss.
    ist nach weiteren 60 Hm Schluss.
  • Mit ein wenig Eigenleistung geht auch mehr (2.550 Hm).Mit ein wenig Eigenleistung geht auch mehr (2.550 Hm).
    Mit ein wenig Eigenleistung geht auch mehr (2.550 Hm).
    Mit ein wenig Eigenleistung geht auch mehr (2.550 Hm).
  • Schalter-SetupSchalter-Setup
    Schalter-Setup
    Schalter-Setup
  • E-Tube AppE-Tube App
    E-Tube App
    E-Tube App
  • Trail-Modus gedrosseltTrail-Modus gedrosselt
    Trail-Modus gedrosselt
    Trail-Modus gedrosselt

By the way: Praktisch sind die zwei individuellen Fahrprofile, die man über Shimanos E-Tube App anpassen kann. Mehr Power fürs Pendeln und ein bisschen weniger für die Freizeit, oder doch umgekehrt? Einmal über die App eingestellt, lässt sich das Profil übers Display am Lenker auswählen.

Bis ein komplett leerer Akku mit dem mitgelieferten Ladegerät wieder vollständig aufgeladen ist, dauert es ziemlich exakt drei Stunden. Leider kann man den Akku nicht ausbauen, somit ist eine Steckdose, oder - wie schon vielerorts vorhanden - eine Ladestation zum Aufladen direkt beim Bike notwendig.

Wichtige Frage, nachdem auf unserem Testrad eine elektronische Schaltung verbaut ist und diese keinen eigenen Akku hat sondern von der 360-Wh-Batterie mitversorgt wird: Was passiert eigentlich mit der Di2 Schaltung, wenn der Akku leer ist? ‬
Zum Glück hat sich darüber jemand Gedanken gemacht, denn die Schaltung funktioniert trotzdem ganz normal weiter, solange das Shimano Display noch Energie hat – Schwein gehabt.
Umgekehrt heißt das aber: Wird über den Hauptschalter am Oberrohr die Energiequelle ausgeschaltet, gibt es auch keine Schaltung mehr – nochmals schöne, neue Welt …
Von der zwingend notwendigen Stromversorgung abgesehen, kann man die Di2 nur loben: Top Ergonomie und freie Tastenbelegung per E-Tube App – Herz, was willst du mehr?
Wirklich toll ist hierbei, dass man die Motorstufen über die STI wählen kann. Man muss nie umgreifen, wechselt so viel öfter zwischen den Stufen und spart so wertvolle Energie für den ein oder anderen Kilometer Reichweiten-Plus.‬
Auch Geräte wie z.B. ein Garmin Edge lassen sich über die Schaltgriffe steuern. Das 1x11 Setup trägt maßgeblich zum genialen Konzept der Di2 bei, denn so bleiben genügend Tasten für etwaige Spielereien frei.

 Man wird regelrecht bergauf geschleudert  

Ein Wort zur Power des elektrischen Madison-Partners im Tretlagergehäuse

Fazit

Rose Backroad+ GRX Di2
Modelljahr: 2021
Testdauer: ca. 5 Wochen/1.000 km
Preis: € 5.699,- UVP
+ Toles Handling
+ Komfortable Sitzposition
+ Zeitloses Design
+ Di2-Ergonomie
+ Starker Motor
+ Gute Reifen
o Motorengeräusch statt Vogelzwitschern
o Lenker-Ergonomie im Untergriff
- Akku nicht entbehmbar
- Quietschende Bremsbeläge
- fummelige Schraubenabdeckungen
BB-Urteil: Best Buddy

Ob Asphalt oder Schotter, mit dem Rose Backroad+ fühlt man sich in beiden Welten wohl. Und auch die Motorisierung passt zu dem designierten Allrounder wie der Topf zum Deckel.
Langstrecke, Pendeln, schnelle Hausrunden … Roses E-Gravel ist ein Rad, mit dem alles Spaß macht und das es erlaubt, die Gedanken schweifen zu lassen und die Landschaft zu genießen. Es bringt einen jedenfalls sicher ans Ziel.
Außer ein paar Kleinigkeiten wie die quietschenden (aber kraftvollen) Bremsbeläge, fummelig zu entfernende Schraubenabdeckungen oder der nicht in allen Lebenslagen perfekte Lenker gibt es an dem Bike nichts auszusetzen. Top Handling, super Reifen, viele Montagepunkte, elegantes Design, hohe Reichweite gepaart mit einem mehr als kräftigen Motor, und nicht zuletzt das geringe Gesamtgewicht machen es zu einem perfekten Alleskönner.

Und der E-Gravel-Aufbau macht längst nicht nur im vorrangig flachen Osten Österreichs Sinn. Ich denke da beispielsweise an die vielen schönen Hüttentouren im Westen und Süden Österreichs, die Dank des gutmütigen Handlings auf Forststraßen ebenso genossen werden können wie mit einem E-MTB. Oder man fliegt im Mühlviertel die unzähligen steilen Schotterstraßen und Wege förmlich hinauf und kann so die schönen Ausblicke bereits in der Auffahrt genießen. Auch wäre es eine tolle Sache, unsere kürzlich gefahrene Variante der großartigen Dachsteinrunde mit dem Backroad+ nochmals zu erleben.
Mit dem Rad in die Arbeit zu pendeln, war ebenfalls eine genussvolle Sache, man spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern kommt nebenbei entspannter am Arbeitsplatz an. Ebenso fein sind die ausgedehnten Runden am Heimweg nach einem langen Tag im Büro, die Dank der Motorunterstützung immer gehen.

Tatsächlich wirkte die Kombi aus „Kann-alles“-Aufbau und „Schafft-alles“-Motor dermaßen inspirierend, dass nicht nur meine Hausrunden länger und länger wurden.
Gegen Ende unserer gemeinsamen Zeit mündeten die immer neuen Ideen und mittlerweile hinlänglich bestätigte Reiserad-Eignung in ein kurzerhand beschlossenes Abenteuer: Das traditionelle Ende eines Bikeboard-Tests, die Retournierung des Bikes an seinen Hersteller, würden das Rose und ich standesgemäß, also gemeinsam und ich in seinem Sattel statt einsam und es in seinem Karton, absolvieren.
1.100 Kilometer mit dem Backroad+ vom Wienerwald zurück nach Bocholt – Reisebericht folgt, stay tuned!


Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    Rose Backroad+ im Test

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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von gabriwa
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    Auf die Überstellungsfahrt bin ich gespannt. Zum Bike: im Prinzip nicht viel anders als das Grail On wenn ich mich richtig erinnere - nur dass Rose optisch alles besser gemacht hat als die Konkurrenz

  3. #3
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    Ich bin ja nicht so der Fan von solchen in der "Ich bin der Coolste von allen"-Tonlage geschriebenen Tests, aber das Bike ist dennoch gut. Schau ich mir bei Gelegenheit mal näher an als Version ohne E-Motor.

  4. #4
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    Tönt interessant. Da der Akku allerdings fest verbaut ist, bin ich da ein bisschen skeptisch. Hat sich Rose einmal dazu geäussert, für während wievielen Jahren man allenfalls einen neuen Akku über Rose sich einbauen lassen kann?

  5. #5
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    Entschuldigung für mein Deutsch: welche hinterrad gepackträger is montiert?

  6. #6
    Admin Avatar von NoSane
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    das ist ein Tubus Fly Evo mit selbst gebautem Adapter

  7. #7
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    Danke, ich habe es geahnt. Gibt es Fotos von dem Adapter? Welche Materialien werden verwendet und wo sind sie erhältlich?


    Ich würde gerne etwas Ähnliches machen.

  8. #8
    : : : Avatar von Luki
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    Ich habe einen ganz normalen Aluminiumwinkel (2mm Wandstärke) aus dem Baumarkt verwendet, 20x20mm sollte ausreichen.
    Sieht zwar etwas filigran aus, hält aber ohne Probleme.

    Die Strebe, welche Gepäckträger und Winkel verbindet, musste ich wegen meiner großen Füße leider auch neu machen.

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  9. #9
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    Vielen Dank für die Erklärung und die Fotos. Sehr aufschlussreich. Gut zu lesen, dass ein Tubus Fly EVO passt.


    Würde auch ein Schutzblech darunter passen?


    Rose hat auch eine Lösung: https://www.rosebikes.nl/rose-achter...7-0000a8772761
    Ist das Strebe / Verbindungsstück auch von Tubus?

  10. #10
    : : : Avatar von Luki
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    Das Teil von Rose würde sicher passen, der Lochabstand an den Sattelstreben ist beim Backroad und Backroad+ gleich.
    Die Strebe habe ich selbst gemacht, diese Länge gibt es von Tubus nicht.

    Schutzbleche je nach Reifenbreite würde ich sagen.
    Das Backroad+ Randonneur zum Beispiel hat 40mm breite Reifen und eine Schutzblech / Gepäckträger Kombination.
    Das von uns getestete Rad hatte 45mm breite Reifen, da könnte es sein das für die Reifenbreite passende Schutzbleche nicht in den Rahmen passen.
    Mit meinem Selbstbau Aluwinkel gäbe es keine Möglichkeit Schutzbleche zu montieren.