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  1. #1
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    Salzkammergut Trophy SKGT 2016 - A Strecke Bericht

    So nach vielen Jahren, ringe ich mich zu meinen ersten sinnvollen Beitrag durch.
    9. Juli 2016 ist es soweit, die A Strecke wird in Angriff genommen. Aber wieso der Bericht? Die meisten melden sich, nachdem sie als Vorbereitung 2-3x mit dem Radl in die Arbeit gefahren sind, am Vortag an und machen die Nacht durch. Wann ist man sonst um 5 Uhr auf? Aber wenige bereiten sich Monate vor und werden bei 7000 HM trotz intensiven Trainings leicht nervös und suchen fingernägelknirschend nach Berichten. Da bei mir selber schon alle Glieder vor Ehrfurcht ganz angespannt sind, habe ich mich entschlossen den zukünftigen tapferen Frauen und Männer diesen Beitrag zu schenken.

    Kurz zu mir:
    30 Jahre, 177 cm, 68-70 kg – treibe seit vielen Jahren regelmäßig Sport (alles mögliche) – seit 2 Jahren wieder etwas intensiver. Wenn ich mir dann was vornehme, werde ich zum Ehrgeizler und studiere Höhendiagramme, lese Beiträge,… und nehme mir natürlich einen Zeitbereich vor, indem ich das ausgesucht Vorhaben schaffen will.


    Ein paar Ergebnisse als Anhaltspunkt:
    2016: Marathon 3:17; HalbM 1:32
    2015: Marathon 3:26; HalbM 1:37; B-Strecke 7:15 (ca. 15.000 HM Training)
    2014: E-Strecke 4:30 (ganz gemütlich gefahren)
    2013: HalbM 1:45; B-Strecke 9:00 (ca. 3.000 HM Training) – war a bissal depperte Idee, mehr HM beim Rennen zu fahren als insgesamt vorher trainiert wurde

    Die folgenden Zeitangaben sind Nettozeiten (=Zeit in Bewegung laut GarminEdge510) und Watt mit Nullwerte:
    B-Strecke 2015: 7:15h, 155 W, 165 HF – FTP lag letztes Jahr bei 240-250 W
    A-Strecke 2016: <14h (natürlich zuerst schaffen, aber auf 16h darf man eh nicht hintrainieren), FTP 270-280 W

    2016
    Recht früh im Jahr wurde beschlossen die A-Strecke in Angriff zu nehmen. Nachdem die B-Strecke 2015 in 7:15 absolviert wurde und man immer liest 2xB = A, muas si des scho ausgeh. Mit der schon gefahrenen B- und E-Strecke, deckt man 90% der A-Strecke ab (kurzer Abstecher nach Altaussee, Bad Ischl und Hochmuth fehlen). Vom Rettenbachtrail (Abfahrt nach Bad Ischl) und die Abfahrt von Hochmuth entlang der Jochwand nach Weißenbach (angeblich die schwierigste Abfahrt) habe ich etwas Respekt. Notfalls wird halt geschoben. Ich war noch nie ein guter Abfahrer und seit meinem Ellbogenbruch letzten Jahres bin ich ein richtiger Hosenscheißer geworden.

    Im Gegensatz zu 2015 wurde die Wattkurbel (P2M Classic) zum Trainieren verwendet – 2015 diente sie eher nur zum Posen. Gelesen wurde „Wattmessung im Radsport und Triathlon“ von Hunter Allen und der Blog von Jürgen Pansy (jpansy.at). Im Bikeboard wurde der Beitrag von GrazerTourer (http://bikeboard.at/Board/showthread...cke-angemeldet) gelesen. Danach dachte ich mir – bist deppert – 84.000 HM in vier Monaten!!!, 275h am Bike!!!, gefinished in 13:30h!!! (falls du das liest GrazerTourer – such dir a Freundin)

    Training:
    Die ersten drei Monate im Jahr wurde hauptsächlich gelaufen (Marathon im April und ich bis Ende März noch in einer Gegend wohnte wo man HM und Schnee vergebens sucht). Heuer wurden nur 4 Schitouren im Urlaub gemacht. Ab Mitte März wurde langsam mit dem Biketraining angefangen. Bis zur SKGT habe ich mir 80.000 HM als Ziel gesetzt. Egal ob die HM mit Laufen, MTB, wandern oder Schitour zustande gekommen sind. Nach aktuellem Stand wurden es etwas über 67.000 HM. Ohne 2-wöchiger Pause, besseren Wetter, Feiern, Lauftraining,…hätte ich die 80.000 HM sicher geknackt – falls du das liest GrazerTourer – ich nehme mein Kommentar zurück und falls wir uns mal treffen zahl ich dir einen Topfenstrudel.

    Als Vorbereitung wurden zwei lange Touren gemacht
    Granitlandrunde in 2 Tagen (Ende April): 15h, 155 W, 137 HF
    Grazer Berglandtour ohne nach Stattegg zu fahren (Mitte Mai): 9h, 147 W, 143 HF
    Eigentlich wollte ich die Hochkönig- oder Dachsteinrunde noch fahren, aber da das Wetter im Frühjahr nicht bikerfreundlich war und eine Lebensmittelvergiftung Mitte Ende Mai mich 2 Wochen zum Pausieren gezwungen, ist sich keine lange Tour mehr ausgegangen.
    Am 2.7. wurde noch eine längere Tour gemacht, da ich bis auf die zwei Touren heuer nie mehr als 2000 HM gefahren bin. 5h, 2475 HM, 92 km, 161 W, 138 HF – 5x12min Intervall und nur 3,5 Stunden Schlaf am Vortag – mir ist es relativ gut gegangen. Kräfte haben am Ende schon etwas nachgelassen. Zum ersten Mal Riegel und Gels verwendet, aber nachdem ich beim Laufen damit keine Probleme habe, war schon zu erwarten, dass es meinen Magen nichts macht. Wie ich zuhause war, habe ich mal 2h geschlafen. Aber ich denke die Form passt. Normalgewicht habe ich seit Ende Juni auch wieder. 10% Gewichtsverlust mussten erst wieder aufgefüllt werden.

    Wie hat das Training ausgesehen? Wie schon geschrieben wurde in den ersten drei Monaten hauptsächlich gelaufen. 55h laufen, 14h Schitour und 18h biken (11h davon im März), so das nach 3 Monaten 16.000 HM am Konto standen. Von April bis Juni war ich 100h (44.000 HM) am Bike.
    April: Granitlandrunde, 2x fast 2000 HM, 1x1000 HM, sonst nur Touren bis 800 HM
    Mai: Berglandtour, 4x 600-750 HM
    Juni: 9x1100-1600 HM, 6x600-750 HM
    Juli: 1x2500 HM, 1x1000 HM, 2x700 HM
    Ende Juni ein kurzes 2,5h Rennen gemacht, ohne Defekte hätte ich nur ca. 7min pro Stunde auf den Sieger verloren. Damit kann ich leben.

    Ausrüstung für das Rennen:
    Hardtail - Hrinkow Rage Professional, SID XX, XT-Bremse, XX-Schaltung 25/38 - 11/26, Rotor 3D Kurbel mit Power2Max Classis Wattkurbel, Garmin Edge510, Tune KingKong Naben mit NoTubes Crest Felgen 27,5, KCNC AirStream Sattel, XTR Pedale
    Kurz/Kurz mit Armlinge und Beinlinge
    Handschuhe, Helm, Brille, Windjacke, Halstuch
    4 Gels und 6-8 Riegel
    1x 750ml Flasche
    Pumpe, CO2 Pumpe, 2xCO2-Kartuschen, 1 Schlauch (da man an einigen Labestationen welche kaufen kann, muss das reichen), MultiTool, Kabelbinder, Flickzeug, ein 3x6cm großes Schlauchstück (falls ich mir die Flanke aufschlitze, als Schutz für den Schlauch), Reifenheber, MissingLink, 2 Kettennietstifte, Schaltauge, Isolierband, etwas Panzertape, Geld – das sollte hoffentlich alles sein.
    Optional: Regenhose, Regenjacke und kleiner Laufrucksack
    Reifen: RRon/RRalph , RRon/Thunder oder RRalph/Thunder (alle 2,25 und TL). Abhängig vom Wetter. Reifendruck 1,7-1,8 bar.

    Wie gehe ich das Rennen an? Den ersten Anstieg werde ich mit der gleichen Leistung (200 W) wie letztes Jahr fahren. Bei den Abfahrten nicht zu viel riskieren und gleich am ersten Gipfel mit dem Essen anfangen. An den Labestationen am Berg die Energiespeicher auffüllen, die im Tal nach persönlicher Einschätzung stehen bleiben. Bei der ersten Durchfahr in Weißenbach fahre ich sicher durch. Die folgenden Anstiege möchte ich mit gleicher/etwas mehr Leistung (220-230 W – entspricht ca. 750-800 HM/h) als im Training fahren. Für die Strecke ab Hallstättersee bis ins Ziel möchte ich gleich schnell fahren wie letztes Jahr auf der B. Asphaltstrecke am Salzberg wird wieder geschoben. Roßalm und letzter Berg natürlich am Anschlag, nu na ned. Heißt: Leistung niedrig, Puls hoch

    So ich denke die Form passt (am Renntag habe ich CTL 82; ATL 70; TSB 5 etwas höherer TSB wär mir lieber, aber kann man jetzt eh nimmer ändern) – trainiert sollte ich auch genug haben. Quantität passt, Qualität ist schwer zu sagen. Bei den Trainingseinheiten habe ich oft kleine Intervalle (1min – 5min) gemacht. Falls mal keine Zeit zum Trainieren war, wurden die 15-20min Fahrten in die Arbeit und zurück für kurze intensive Einheiten (zBsp. 5x1min Intervall – 1min Pause oder Microbusts 15s on/15s off) verwendet.

    Damit wäre die Vorrennberichtserstattung beendet. Allen die an der Trophy teilnehmen, vor allem den A-Fahrern, wünsche ich viel Glück, kommt heil ins Ziel und holt euch das "SCHWARZE TSHIRT". Wettervorhersage für Samstag schaut sehr gut aus, eventuell etwas Regen, aber was wäre die Trophy ohne Nass zu werden
    Jetzt noch einmal ein halbes mal schlafen, dann geht´s los. Nervösität ist bereits merkbar, linke Kniekehle schmerzt spürbar seit gestern. Egal, jetzt gibt es kein zurück mehr.

    Rennbericht erfolgt Mitte nächster Woche.
    Hoffe der Bericht kommt gut an und hilft den einen oder anderen in der Zukunft.
    Geändert von wartikan (13-07-2016 um 16:52 Uhr)

  2. #2
    Geht scho! Avatar von FloImSchnee
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    Anständige Vorbereitung!

    Viel Spaß!
    Hier kaufe ich ein: Bike-Station Bad Ischl

  3. #3
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    Als erstes einmal: GESCHAFFT!!!
    An alle anderen, die sich das schwarze Tshirt geholt haben, Gratulation und Respekt.
    So nun zum Rennbericht

    Vor dem Start:
    Am Freitag ganz entspannt nach Goisern gefahren und die Startnummer abgeholt – wie immer vergesse ich eine ganz wichtige Sache zuhause. Anruf: Bitte schickt mehr per Mail den Bike Check! Ist bei der Anmeldung durchgegangen. Danach bin ich noch von Goisern bis Lauffen gefahren und habe mir die Jochwandabfahrt angeschaut. Ohne Zeitdruck, komplett frisch, trockene Bedingungen würde ich ca. 50% fahren, aber dazu später. Danach habe ich mir am Berg ein ruhiges Platzal gesucht und im Auto geschlafen. Um 2:30 war ich auf und konnte nicht mehr einschlafen. Letztendlich um 3:30 aufgestanden und um 4:15 war fertig angezogen (bei leichtem Regen ), satt und topmotiviert in Goisern. Irgendwie musste ich am Vortag meine Wasserflasche verloren haben, schnell noch bei einen netten A-Fahrer eine besorgt. Kurz noch Überlegt was nehme ich mit und ziehe ich an: Kurz/Kurz mit Armlinge (Regen- und Windsachen habe ich gleich im Auto gelassen, bis auf 1-2mal ist mir nie kalt geworden), Satteltasche und drei Riegel und 4 Gels im Squeeze (die Plastiksackerlflaschen vom Trailrunning – hat super funktioniert. Die Flasche wurde am Strandbad mit Wasser aufgefüllt – keine pickigen Finger – kann ich nur empfehlen) Um 4:45 war ich am Start und habe ein schlechtes Gefühl. Einschmieren, na schaß herst!!! Scheiße des wird a rotes G´nack geben. Da ich seit Mittwoch nicht mehr Wetterbericht geschaut habe und dachte es wird von 5-8 Uhr ganz wenig regnen und es dann 30° bekommen soll, habe ich mich schon mit einer roten Marilln g´sehn. Nur noch 5min zum Start, keine Zeit mehr was zum Besorgen. Puls komischerweise erst bei 115.

    Das Rennen habe ich in 23 Teile geteilt. Bergauf, bergab und Flachstücke (Tabelle mit Zeit, Leistung, HF mit Vergleich zur B-Strecke letztes Jahr steht unten). Kilometeranzeigen habe ich auf 0,5 km gerundet, Zeiten sind die in Bewegung, weshalb am Ende 12min fehlen. Das Garmin hat seine Probleme mit dem Wetter, ich bin am Ende nur 4.600 HM gefahren.

    Trophy.pdf

    162 Watt, 153 HF, 80 rpm (ohne Nullwerte) sind die Messwerte des Rennens. Seit der Wattkurbel, schaue ich drauf, dass ich eine höhere Frequenz fahre. Taugt ma jetzt voll und ich merke das ich langsamer müde werde.
    Letztes Jahr auf der B: 155 Watt, 165 HF, 76 rpm

    Das Rennen
    1: Eigentlich vorgenommen, dass Rennen gemütlich anzugehen, war nach wenigen Metern schon über dem Haufen geschmissen – ich loss mi nit von alle überholen. Bis auf die eine Schiebepassage und zwei kurzen Rampen, ist der erste Anstieg nix besonderes. Am Ende bin ich mit 16 Watt mehr, 3 Schlägen weniger und 8min schneller als letztes Jahr am Raschberg gewesen – war eigentlich nicht so geplant. Aber ich darf das Rennen nicht schon am ersten Berg verlieren

    2: Kurze Abfahrt, nur Autobahn, nix besonderes. Bin mehr nicht mehr sicher, aber irgendwann um die Zeit hat es zum Regnen angefangen.

    3: Zweiter Anstieg ist super gegangen, war auch meine beste 20min Leistung. Bei der ersten Labe gleich zum Essen angefangen und einen 1/3 Riegel.

    4: Die Abfahrt kenne ich eh schon von den letzten beiden B-Streckenteilnahmen. Ein paar Streckenabschnitte waren relativ rutschig. Da habe ich zum ersten Mal meine Reifenwahl mit RRocket/Thunder etwas bereut – dachte es bleibt trocken. Bis auf 2-3 Huh-Momente hielt die Reifenwahl erstaunlich gut. Bei der Steinstufe nach der Ewigen Wand und die Rodelbahn wurde das Rad, wie von 95% der anderen Fahrern, runtergeschoben.

    5: Ein paar Fahrer gesucht und den Windschatten ausgenutzt. Da ich Linsenträger bin, war das hinterher Fahrer eine sehr unangenehme Sache. Kurz nach der Lauffen wurde der erste Riegel gegessen, da der Magen aufgrund der „Ruhephase“ etwas Zeit hat zum Verdauen.

    6: Der erste Anstieg der zweiten Runde wurde mit der gleichen Leistung, wie in der Früh gefahren. Da ich die Strecke von der E-Strecke schon kannte, wusste ich wo ich andrücken konnte.

    7: Abfahrt nach Reith kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber es war nix schwieriges dabei.

    8: Zur Hagan Lodge rauf, nur Asphalt. Die einzige steile Rampe wurde mit einem 165er Puls locker gefahren.

    9: Jetzt kommt der Teil, an den ich mich nur ganz schlecht oder garnicht erinnern kann. Irgendwie habe ich die Orientierung verloren und war mit dem Kopf einen Anstieg weiter hinten – also ich war weiter als ich gedacht habe. Ich glaub das ist der Abschnitt mit der Schipiste. Für jeden geübten Fahrer halbwegs fahrbar.

    10: Der Anstieg zur Tauernkreuzung hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich das Rennen falsch angegangen bin. Aber nachdem ich einige Fahrer überholt habe, gab es mir wieder Motivation und der Anstieg ist relativ flott vergangen

    11: Der erste wirklich unbekannte Abschnitt – Rettenbachtrail. Erster Teil reine Autobahn. Ich bin trotzdem relativ langsam gefahren, da der Weg doch recht schmal ist. Dann der Trail – die ersten Meter bin ich gefahren, dann habe ich mir gesagt bringt nix – lieber schieben, es sind noch 9h vor dir. Bis auf einen Fahrer, der alles durchgefahren ist, hat mich keiner überholt. Also so langsam und/oder Hosenscheißer kann ich dann auch nicht sein.

    12: Die vier Zacken zur Hütteneckalm: die erste Hälfte hat es wieder geschifft. Der erste Zacken wurde Großteils geschoben. Kann mir nicht vorstellen, dass man bei den Bedingungen fahren kann. Der zweite Zacken und dritte Zacken waren gemütlich zu fahren – gleichmäßige Steigung. Beim letzten Zacken kommt man mit den B-Fahrern zusammen (Kreuzung nach der ersten Labestation rauf zur Hütteneckalm). Bei der Labe reingehauen und beim folgenden Anstieg einen Riegel verputzt. Die links Vorbei Rufe wurden Großteils freundlich aufgenommen – war ziemlich störend 1000de Fahrer zu überholen.
    Am Lenker habe ich mir die Zeiten aufgeschrieben, wo ich sein soll, wenn ich nach 14h im Ziel bin. Bei der Hütteneckalm habe ich zum ersten Mal aufgedacht – 20min Vorsprung – extra Motivation.

    13: Abfahrt war um einiges griffiger als in der Früh. Obwohl ich nur wenige Fahrer überholt habe und oft im Verkehr gesteckt bin, war die zweite Abfahrt von der Hütteneckalm schneller als die erste. Eventuell wäre es sogar schneller gegangen, aber die Unterarme haben schon zu gemacht und ich war wirklich froh unten zu sein. Und zum ersten Mal ist die Sonne rausgekommen. Entlich!
    Geändert von wartikan (13-07-2016 um 22:43 Uhr)

  4. #4
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    Teil zwei kommt bald

  5. #5
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    Danke für den vorläufigen Bericht!
    Bitte den 2. Teil so schnell wie möglich nachreichen :-)

    Konnte heuer bei der B nicht starten da mich ebenfalls eine Lebensmittelvergiftung kurz vor dem Rennen für gut 2 Wochen dahingerafft hat :-(

  6. #6
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    14: Bei der Brücke war leider ein Stau. Rad gepackt, A-Fahrer geschrien und freundlich bei allen vorbeigelassen worden. Bis Weißenbach im Windschatten versteckt. In Weißenbach noch zwei Riegel geholt und dann Richtung Hochmuth. Der Anstieg war extrem demotivierend – die ganze Strecke bin ich alleine gefahren und es hat wieder geregnet – in Goisern lachte die Sonne. Nie eine Person, geschweige einen Mitstreiter gesehen, war ein ungutes Gefühl, da man nicht wusste, ist man schnell. Bei der Labe gemütlich gegessen. Nette Informationen bekommen, wie: die Hälfte jeweils bei HM und km hast scho oder nur nu zwoa Kurven, dann bist oben. War dann doch noch etwas weiter Die Aussagen habe mir nix gemacht, da ich musste, dass ich gut in der Zeit bin und noch relativ gut im Saft steh.

    15: Die Jochwandabfahrt: schon viel, aber nix gutes darüber gehört. Wurde dann zu 90% geschoben. Der eine Fahrer der mich am Rettenbachtrail überholt hat, ist wieder bei mir vorbeigeschossen. Wie ich dann unten war, habe ich gewusst, jetzt kann nicht mehr viel passieren – sind eh nur noch knappe 3.000 HM.
    Rein zu Info: erst wenn ihr die Rodelbahn (ich hoffe der Teil heißt so – de Wurzelpassage zw. Hütteneckalm und Ewigen Wand wo 95% schieben) relativ locker fahren könnt, dann könnt ihr die zwei schwersten Trails/Wanderwege fahren – persönliche Meinung.

    16: Alleine wurde der See umrundet. Immer voll im Wind, da hatte ich zum ersten mal das Gefühl Zeit liegen zu lassen, aber ich wollte auch nicht zu viel Pulver verschießen – war 5min langsamer als 2015 auf der B-Strecke (aber 95% Windschattenfahren). Bei der Labe noch die Flasche aufgefüllt und viel getrunken, da ich wusste, jetzt kommen die zwei Anstiege in denen eine Flasche relativ knapp bemessen ist. Auf einmal sagt der Moderator: Und hier kommt der 74er der A-Strecke. Ich drehe mich um und sehe das er eine ganz andere Startnummer hat. Ich frage die Dame bei der Labe, wie viele waren schon da? Nu nit so vü. Des heißt i bin 73er? Jetzt nimma, jetzt bist 74er. Banane geschnappt, Squeeze mit Wasser aufgefüllt und los gings.
    Ziel war es unter die Top200 zu kommen, eventuell 150.

    17: Der berüchtigte Salzberg, 11 Kehren, 30° steile Rampe, kein Schatten.
    Schon am Anfang habe ich gemerkt die Kräfte schwinden langsam und der Puls will nicht mehr hoch. 147-149 war der perfekte Bereich. Ab 151 habe ich gemerkt, dass ist zu viel. Der Puls war ab diesem Zeitpunkt der limitierte Faktor. Die B-Fahrer wurden nicht mehr rasend überholt, sondern es wurde vorbeigeschlichen. Zumindest war nicht viel Verkehr und man konnte alles fahren. Einmal bin ich abgestiegen und habe 2 Kehren geschoben, natürlich da steht der Fotograf. Hätte ich gewusst, dass es nur noch 3 Kehren sind, wäre sie gefahren, aber seis drum. Dann die Rampe: alles geschoben, wie ursprünglich vorgenommen, was anderes wäre eh nimmer gegangen. Ein Norddeutscher B-Fahrer: Is scho weit die A-Strecke? Welche Übersetzung fährst du? Mit so einer Übersetzung könnte man die Rampe aber schon fahren. Wäre ich nit gerade so fertig gewesen und hätte ich meinen Squeeze gepackt und earm damit ins Aug g´spritzt. Oida, der 5-letzte B-Fahrer und mir sagen de Rampn ko ma scho fahren. Am Lenker habe ich mir die Länge und die Höhe der letzten drei Anstiege raufgeklebt – da ich wusste, dass ich die A-Strecke, wenn alles normal läuft, schaffe. War es für mich nicht demotivierend zu wissen, dass man auf 3,7km 730 HM machen muss oder das es dann noch 7,5km auf 1500m raufgeht (wenn ich weiß, dass ich die Hälfte geschafft habe oder nur noch 3km vor mir habe, motiviert mich das).

    18: Die Abfahrt – kurz und unspektakulär

    19: Schon am Anfang gemerkt, des wird a zachi Partie. Paarmal dran gedacht, nicht mehr als die 20min Vorsprung auf die 14h verlieren. Gleich am Anfang hat mit ein A-Fahrer überholt, den hob i noch 3min nimmer g´sehn. Aber dann habe ich meinen Downhillprofi eingeholt und mit ihm gequatscht. 90kg ziehen a bissal obi, dafür tua i mi aufi schwa. Fahr viel Enduro. Nach paar Minuten habe ich mich verabschiedet und mir gedacht jetzt holst mi nimmer und war wieder voll motiviert. Die letzten paar Meter auf den Gipfel geschoben und dabei was gegessen. Oben angekommen, zum ersten Mal die Brille ausgepackt.

    20: Wie immer, vergesse ich, dass es nicht gleich bergab geht. Es sind noch knappe 6,5km bis endlich die ersehnte Abfahrt kommt. Einige kleine Anstiege absolviert man, bevor es runter geht. Hier habe ich massiv vom Intervalltraining profitieret. Ich bin bei einigen Fahrern förmlich vorbeigeflogen und habe mich extrem schnell wieder erholt.

    21: Lange erholsame Autobahn, kurzen Sprint am Gossausee, Speed mitnehmen für die Abfahrt auf der Bundestraße.

    22: Letzter Anstieg! 400 HM am Stück noch – von den letzten beiden malen wusste ich, der kann noch richtig wehtun. Nach 37min endlich oben. Jetzt habe ich gewusst, auch wenn mir die Kette reißt, schaffe ich es auch zu Fuß noch ins Ziel.

    23: Jetzt nur noch ins Ziel rollen. Aber nachdem 3 A-Fahrer vorbeigezogen sind, drangehängt und den Windschatten ausgenutzt. Der letzte 100 HM Anstieg ist fast wie im Flug vergangen, auf einmal ein komisches Schleifgeräusch. Die Satteltasche hat sich gelöst und hängt bedrohlich über dem Reifen. Musste leider stehenbleiben und abwechseln mit der Satteltasche in der Hand oder Mund (schmeckt übrigens ziemlich lecker ) ins Ziel fahren. Natürlich musste ich die drei ziehen lassen. Ein weiterer Fahrer hat dann zu mir aufgeschlossen (mein Downhillprofi) und wir sind regelrecht ins Ziel gesprintet. Die B-Fahrer vor uns hatten im Zielsprint keine Chance gegen uns.
    GESCHAFFT!!! Im Ziel voi fertig, sofort vom Rad und regelrecht niedergebrochen, Körper hat sofort die ganze Spannung verloren. Erst nach wenigen Minuten habe ich meine Zeit erfahren, seit dem Strandbad habe ich nicht mehr auf die Uhr geschaut.
    12:54!!! Über a Stunde schneller als geplant!!! An einen perfekten Tag (Kraft gut eingeteilt, keine Pannen, kein Regen, Windschatten) hätte ich mir eine 13:30 Zeit zugetraut. Wäre die Satteltasche nicht kaputt geworden, wäre es sogar ein Top60 Platz geworden. Salzberg und Roßalm rauf mussten noch einige aufgegeben haben oder ich habe nicht bemerkt, dass ich welche überholt habe.

    Resümee:
    Das Rennen wurde (fast) perfekt eingeteilt. Puls war am Ende zw. 15-20 Schläge geringer als letztes Jahr bei gleicher Leistung. Eventuell wurde das Rennen zu schnell gestartet – die drei letzten Anstiege waren doch mehr Blagerei als erwartet, obwohl sie doch insgesamt ein paar Minuten schneller gefahren worden sind als letztes Jahr. Bis auf die Satteltasche hatte ich keine Defekte. Erst ab dem Salzberg, hat der Magen etwas gemurrt – 60% der Ernährung war Riegel und Gels, Rest von der Labe. Reifenwahl war nicht perfekt, aber hatte nie das Gefühl das es wirklich falsch war. Wetter war für so ein langes Rennen perfekt. Natürlich zipft di da Regen nach ein paar Stunden an, aber besser als 35°. Von der Durchschnittsleistung hätte ich mir aufgrund der Trainingsleistungen etwas mehr Erwartet, aber zwei Schiebepassagen (Rettenbach und Jochwand – ca. 20min) und stundenlanges alleine fahren haben sicher ein paar Watt gekostet. Darum Abfahrten und Technik trainieren und nächstes Jahr besser machen.

    Trainingspensum war, wie man sieht, für eine gute Zeit ausreichend. Jetzt kommen ein paar persönliche Meinungen.
    Ich schätze mal man braucht ca. 30.000-35.000 HM Training mit dem MTB zum Durchkommen. Man sollte auf einem Leistungslevel sein, dass sich die B-Strecke in 7,5h ausgeht. Eine Dame, die letztes Jahr mit mir in 7:15 gefinished hat, hat heuer so um die 15:15 gebraucht. Zuerst einmal, Respekt, eine Wahnsinnsleistung. Ich kenne ihren Trainingsumfang nicht, aber schätze sie hat heuer sicher mehr gemacht. Heuer wäre für mich auf der B sicher eine 6:15-6:30 Zeit möglich gewesen – womit die Aussage 2xB = A zutrifft. Wobei ich eher 2,1-2,2 rechnen würde – mit Ermüdung, Defekte, es wird weniger riskiert, Magenprobleme, Schiebeanteil, kein/weniger Windschattenfahren und natürlich der Kopf, tragen viele Faktoren bei, dass man etwas langsamer ist als erwartet.

    Wie ist es mir die nächste Tage gegangen?
    Am gleichen Tag, waren die Kreuzschmerzen am schlimmsten – haben so ab dem Salzberg angefangen. Beine waren relativ ok. Hatte nach Marathons schon schwerere – am nächsten Tag sind wir noch 1000HM gewandert. Die nächsten zwei Tage wurde nur auf weichen Sesseln gesitzt. Von den Abfahrten hatte ich Spotzn in den Unterarmen und vom Riegelessen im Kiefer. Eigentlich habe ich mich besser als erwartet gefüllt. DI 10km gelaufen und heute wird wieder gebikt.

    Am Schluss, noch einmal Gratulation an alle die es geschafft haben. An alle anderen, ihr schafft das schon – wir sehen und nächstes Jahr bei der 20. Trophy.

    Falls etwas unklar ist, Fragen habt,… ich werde es ausbessern / beantworten. Eventuell bessere ich den Beitrag noch etwas aus / formuliere Dinge besser.

    PS: gibt es einen Geheimtipp wie man die Hose und das Trikot wieder sauber bekommt? Auf den wenigen weißen Stellen sieht man doch recht gut den Dreck nach dem Waschen.
    Geändert von wartikan (13-07-2016 um 17:05 Uhr)

  7. #7
    jetzt täglich Avatar von beb73
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    Top Leistung! Gratulation!
    Da hat sich die gute Vorbereitung voll ausgezahlt!

  8. #8
    Geht scho! Avatar von FloImSchnee
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    Wow, gute Zeit, gratuliere!
    Hier kaufe ich ein: Bike-Station Bad Ischl

  9. #9
    Registrierter Benutzer Avatar von g-rider
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    Empfehle Hirschseife, vor dem Waschen die dreckigen Stellen ordentlich mit der Hand einsetzen und ab in die Waschmaschine, funktioniert bei mir bestens.
    Carbon im Radl und Power im Wadl

  10. #10
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    Danke für den informativen und echt gut geschriebenen, weil spannend zu lesenden Artikel!
    Eine praktische Frage die ich dir stellen möchte: Hat der Akku von deinem Garmin durchgehalten oder hast du eine PowerBank verwendet? Und wenn, welches Modell? Mein Edge 1000 hält die Distanz/Zeitdauer definitiv nicht durch!

    Liebe Grüße, Gerald

  11. #11
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    Der 1000er hält nicht durch - wenn du nicht pfeilschnell bist ;-)
    Darum habe ich meinen 1000er gegen einen 820er getauscht. Damit sollte es auch ohne PowerBank gehen
    Strom anstatt Kondition ;-)

  12. #12
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    Da hast du recht - trotz aller Motivation und Training werde ich der Akku-Laufzeit mit meiner Fahrzeit nicht hinterher kommen.
    Und ein Tausch meines geliebten Edge 1000 kommt nicht in Frage
    Ich werde das Forum um andere Lösungen bemühen.

  13. #13
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    23
    Du kannst eigentlich jede 0815 PowerBank verwenden.
    Problematisch ist beim 1000er der USB Anschluss , mit einer normalen Halterung hab ich das trotz USB Winkelstecker nicht hinbekommen.
    Von K-Edge gibt es eine XL Aero Ausführung, die passt perfekt.
    Bei den Brevets hatte ich den Zusatzakku in der kleinen Rahmentasche, sonnst montier ich den Akku direkt unter der K-Edge Halterung mit Isolierband.

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