Bikeboard.at Logo
Cannondale Synapse Neo SE 2019

Cannondale Synapse Neo SE 2019

17.01.19 00:03 5.601Text: NoPainFotos: Erwin HaidenLangzeittest des turbogeladenen Monstertrucks unter den Gravelbikes.
Plus Kommentar: "Sind E-Rennräder Sportgeräte?"17.01.19 00:03 5.625

Cannondale Synapse Neo SE 2019

17.01.19 00:03 5.625 NoPain Erwin HaidenLangzeittest des turbogeladenen Monstertrucks unter den Gravelbikes.
Plus Kommentar: "Sind E-Rennräder Sportgeräte?"17.01.19 00:03 5.625

Sind E-Rennräder Sportgeräte?

Nach den E-MTBs sorgen nun die E-Rennräder für große Aufregung unter den eingefleischten Hobbysportlern und spalten die Community. Denn während Mountainbikes mit Elektromotor nach wie vor als Mountainbikes (E-MTBs) angesehen werden, scheint sich dies bei Rennrädern ein wenig anders zu verhalten.

Rennräder gelten als leichte, agile, puristische und effiziente Sportgeräte mit denen man trainiert, Rennen fährt oder zumindest den Rausch der Geschwindigkeit erlebt. Gravelbikes schlagen grundsätzlich in die gleiche Kerbe, nur dass Natur- und Fahrerlebnis den dominierenden Leistungsgedanken relativieren. Kommt eine elektronische Unterstützung ins Spiel, kann es sich also zwangsläufig nicht mehr um ein Sportgerät im herkömmlichen Sinn handeln. Aber worum handelt es sich dann, und welche Zielgruppe soll angesprochen werden?

Zur Klärung dieser Fragen nutzten wir, nach ersten Tests mit dem Cannondale Synapse Neo 1 mit Dura-Ace 2x11 in Heidelberg, nun auch das Synapse Neo in der SE-Variante mit 1x11 und 650B-Bereifung für mehrere Wochen als Gravelbike, Commuter und bei Trainingsausfahrten in der Gruppe.

Die zwei Kategorien der E-Rennräder

Derzeit können bei modernen Elektro-Rennrädern zwei Kategorien unterschieden werden:

1. Rennräder mit unauffälliger Mittelmotor-/Akku-Integration, relativ geringem Gewicht und einer temporären Motorunterstützung zur sportlichen Fahrweise und für längere oder steilere Anstiege
Zu den leichtesten und kompakteste Antriebssystemen dieser Klasse zählt der Evation-Motor der bayrischen Firma Fazua („fahr zu“). Die herausnehmbare Motor- und Batterieeinheit wiegt in Summe nur 3,3 kg und liefert bis 25 km/h eine Nennleistung von 250 Watt (max. 400 Watt) mit bis zu 60 Nm Drehmoment. Die Reichweite des 250 Wh Akkus ist mit eher mäßigen 50-100 km angegeben. Das Rennrad-Gesamtgewicht liegt hingegen nur bei ca. 13 kg. Ab Geschwindigkeiten über 25 km/h entkoppelt der Freilauf den Motor vom Getriebe und es können rennradtypische Durchschnitts- und Spitzengeschwindigkeiten aus eigener Kraft erreicht werden.
Bikes dieser Kategorie richten sich in erster Linie an ambitionierte Freizeitsportler, denen sich auch mit weniger Fitness anspruchsvolle Trainings- und Gruppenausfahrten erschließen, welche für sie sonst zu schwierig oder gar nicht schaffbar wären.


2. Rennräder mit massiver Mittelmotor-/Akku-Integration, höherem Gewicht und einer kontinuierlichen Unterstützung für lange Touren, Commuting oder Reisen
Kaum zu übersehen, deutlich größer, aber auch ausdauernder sind die weit verbreiteten Active Line bzw. Performance Line Motoren von Bosch. Ebenfalls mit 250 Watt Dauerleistung und max. 50 bzw. 63 Nm Drehmoment ausgestattet, schwingen sie sich dank ihres 500 Wh starken PowerTube-Akkus zu Distanzen von über 150 Kilometern auf und ermöglichen dabei eine länger währende Unterstützung. Zwar entkoppelt auch Bosch seinen Motor ab Fahrgeschwindigkeiten von über 25 km/h komplett vom Getriebe, jedoch erschwert das hohe Gesamtgewicht des Rades (meist zwischen 17 und 19 kg) das Erzielen und Halten von Spitzengeschwindigkeiten aus eigener Kraft.
Zur Zielgruppe zählen daher wohl eher Einsteiger und Tourenfahrer mit Leistungsdefiziten, welche diese mit Hilfe des Motors bergauf ausgleichen möchten, weiters ältere oder gebrechliche Menschen, aufgeschlossene Adventure-Biker mit viel Gepäck, Kuriere mit Lastenfahrrädern oder Berufspendler, die möglichst schnell, aber nicht verschwitzt am Arbeitsplatz ankommen möchten.


Technik und Ausstattung

Das Synapse Neo SE möchte als vollwertiges Gravelbike mit Elektro-Unterstützung verstanden werden, mit dem sich Fitnesstraining, Commuting und Ganztagsausflüge auf Asphalt- und Kopfsteinpflaster-Straßen gleichermaßen komfortabel wie auch auf Schotter-, Forst- und Waldwegen absolvieren lassen. Selbstverständlich kommt Cannondales E-Gravelbike wegen seines massiven Bosch Active+ Motors und des integrierten PowerTube-Akkus nicht ganz so zierlich und leichtgewichtig daher wie so manches Konkurrenzbike mit Fazua-Antrieb - dafür erlaubt das Synapse Neo SE enorme Reichweiten trotz "permanenter" Unterstützung.

Ökonomische Leistung: Der 250 Watt starke Bosch Active Line Plus Motor liefert mit 50 Nm zwar keine Spitzenwerte in Sachen Drehmoment, besitzt dafür aber andere Eigenschaften, welche ihn als Murl fürs Endurance-Bike geradezu prädestinieren. So liefert das extrem leise Aggregat schon im Eco-Modus absolut ausreichende Unterstützung, welche stets geschmeidig einsetzt und über 25 km/h genauso seidenweich nachlässt. Zudem besitzt es keinen spürbaren Reibungswiderstand, weshalb Geschwindigkeiten weit über der magischen 25 km/h-Grenze problemlos möglich sind und der Stromverbrauch äußerst niedrig ausfällt.

Hohe Reichweite: Der 500 Wh starke Bosch PowerTube Akku passt sauber ins Unterrohr und bietet - wie im Falle des Synapse Neo SE - genügend Energie für Fahrten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Bei unseren Testfahrten im leicht kupierten Gelände waren nahezu 190 Kilometer im Eco-Modus möglich, bis der Akku nachgeladen werden musste.

Echte Gravelübersetzung: Ungeachtet dessen, dass sowohl der Bosch-Antrieb als auch der Synapse Neo-Rahmen mit 2-fach Kurbeln kompatibel wären, findet sich am SE eine Sram Apex 1x11 Gruppe. Im Falle der SE-Variante macht diese auch wirklich Sinn, da sich im Gelände mit 44 Zähnen am Kettenblatt und einer von 11 bis 42 abgestuften Kassette immer der richtige Gang finden lässt und der verschleißarme Antrieb auch üblen Bedingungen mit viel Staub und Matsch trotzt. Hingegen geht es auf der Straße auch noch über 25 km/h zügig genug voran.

Sicheres Handling und Komfort: Die vom non-E-Synapse inspirierte Geometrie wurde an die neuen Erfordernisse (wie z.B. Fahrerprofil und Gewichtsverteilung) angepasst und besitzt eine klassische Endurance-Sitzposition mit flachem Lenkwinkel und - trotz seines langen Radstands - ausreichend agilem Fahrverhalten. Die großvolumigen WTB-Reifen auf den 27,5" Laufrädern, die SAVE Micro-Federung an den Alukettenstreben, Sitzstreben und der Carbongabel, sowie die SAVE Carbonstütze mit 25,4 mm Durchmesser runden das Ganztagskomfort-Package gelungen ab. Die leichtrollenden und gut dämpfenden Reifen bieten auf vielen Untergründen - selbst bei Nässe - unerwartet hohen Grip, kommen allerdings auf tieferen und rutschigen Böden schnell an ihre Grenzen.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Herzstück ist ein kostengünstiger, aber dennoch relativ leichter und robuster Alurahmen mit "Ai Offset Drivetrain", bei welchem der Antrieb um sechs Millimeter zur Antriebsseite versetzt wurde, um die Steifigkeit am Tretlager und am Hinterrad zu erhöhen. Zudem kommt die vorhin angesprochene vibrationsdämpfende Konstruktion (SAVE) nicht nur dem Fahrkomfort zugute, sondern auch der Lebensdauer von Rahmen und Gabel.

Schlaue Integration: Rack- und Fender-Mounts an Rahmen bzw. Gabel sowie eine komplette Vorverkabelung für ein optionales Front- und Rücklicht erhöhen die Einsatzbandbreite für Reiseradler und Commuter.

Synapse Neo SE

Rahmen Synapse Neo, SmartForm C1 Alloy, Save, Ai, Flat-Mount, 142x12 thru-axle Gabel Synapse Neo Disc, BallisTec Carbon, 1-1/8" - 1.5" tapered, 55mm Offset, Flat-Mount, 12x100 thru-axle
Motor Bosch Active Line Plus 250 Watt Akku Bosch PowerTube 500 Wh
Display Bosch Purion Kurbel Bosch Gen3 w/ custom Ai offset spider, 44t
Kassette Sram PG-1130, 11-42, 11-speed Kette Sram PC-1110, 11-speed
Schaltwerk Sram Apex 1, Long cage Schalthebel Sram Apex 1 HRD, 11-speed
Laufräder WTB STi29 TCS 2.0 TLR, Formula RX-512, DT Swiss Champion Reifen WTB Byway TCS, 650b x 47 mm, tubeless ready
Vorbau Cannondale C3, 3D Forged 6061 Alloy, 1-1/8", 31.8, 7° Bremsen Sram Apex 1 HRD, 160/160 mm Centerline
Lenker Cannondale C3, 6061 Alloy, Compact Griffe Cannondale Grip Bar Tape w/Gel, 3.5 mm
Sattel Fabric Scoop Radius Elite, cro-mo rails Sattelstütze Cannondale C3, 6061 Alloy, 25.4 x 350 mm
Gewicht 18,2 kg Preis € 3.699,-
  • #1 Das Purion Display ist mittig vor dem Vorbau montiert und gut ablesbar.#1 Das Purion Display ist mittig vor dem Vorbau montiert und gut ablesbar.
    #1 Das Purion Display ist mittig vor dem Vorbau montiert und gut ablesbar.
    #1 Das Purion Display ist mittig vor dem Vorbau montiert und gut ablesbar.
  • #2 Der Bosch Active Plus Motor sorgt trotz seiner Effizienz für ausreichend Power.#2 Der Bosch Active Plus Motor sorgt trotz seiner Effizienz für ausreichend Power.
    #2 Der Bosch Active Plus Motor sorgt trotz seiner Effizienz für ausreichend Power.
    #2 Der Bosch Active Plus Motor sorgt trotz seiner Effizienz für ausreichend Power.
  • #3 Geschaltet wird mit der robusten Sram Apex mit 11-42 Kassette#3 Geschaltet wird mit der robusten Sram Apex mit 11-42 Kassette
    #3 Geschaltet wird mit der robusten Sram Apex mit 11-42 Kassette
    #3 Geschaltet wird mit der robusten Sram Apex mit 11-42 Kassette
  • #4 Vorne garantiert ein großes Kettenblatt mit 44 Zähnen hohen Speed im Flachen#4 Vorne garantiert ein großes Kettenblatt mit 44 Zähnen hohen Speed im Flachen
    #4 Vorne garantiert ein großes Kettenblatt mit 44 Zähnen hohen Speed im Flachen
    #4 Vorne garantiert ein großes Kettenblatt mit 44 Zähnen hohen Speed im Flachen
  • #5 Die Ladebuchse ist leicht erreichbar, der Akku lässt sich aber auch entnehmen.#5 Die Ladebuchse ist leicht erreichbar, der Akku lässt sich aber auch entnehmen.
    #5 Die Ladebuchse ist leicht erreichbar, der Akku lässt sich aber auch entnehmen.
    #5 Die Ladebuchse ist leicht erreichbar, der Akku lässt sich aber auch entnehmen.
  • #6 Die Reifen überraschten mit ihrem niedrigen RoWi, kamen auf rutschigen Böden aber schnell an ihre Grenzen.#6 Die Reifen überraschten mit ihrem niedrigen RoWi, kamen auf rutschigen Böden aber schnell an ihre Grenzen.
    #6 Die Reifen überraschten mit ihrem niedrigen RoWi, kamen auf rutschigen Böden aber schnell an ihre Grenzen.
    #6 Die Reifen überraschten mit ihrem niedrigen RoWi, kamen auf rutschigen Böden aber schnell an ihre Grenzen.

Geometrie

Verglichen mit dem rein muskelbetriebenen Synapse Allroad-Bike in Größe 54 besitzt das Neo in Medium ein minimal längeres Oberrohr, ein niedrigeres Steuerrohr, einen flacheren Lenkwinkel und deutlich längere Kettenstreben. Sprich: einen wilden Mix aus mehr Reach, längerem Radstand und trägerem Handling. So läuft das Rad auf Asphalt und festem Schotter sprichwörtlich wie auf Schienen, während einem die sportliche und aerodynamisch günstige Sitzposition das Tempobolzen bei Geschwindigkeiten jenseits der 25 km/h Marke erleichtert. Die leicht rollenden Reifen und der vollkommen entkoppelte Motor tragen das Ihre dazu bei.

Synapse Neo SE Geo

S M L XL
Sitzrohr (mm) 445 490 535 580
Oberrohr (mm) 535 552 576 597
Lenkwinkel 71° 71° 71° 71°
Sitzwinkel 74° 74° 73,5° 73°
Überstandhöhe (mm) 730 770 810 850
Steuerrohr (mm) 126 157 191 222
Radstand (mm) 1.034 1.053 1.073 1.094
Kettenstrebenlänge (mm) 438 438 438 438
Tretlager-Drop (mm) 67 67 67 67
Tretlager-Höhe (mm) 282 282 282 282
Gabel Rake/Offset (mm) 55 55 55 55
Nachlauf/Trail (mm) 62 62 62 62
Stack (mm) 547 577 609 638
Reach (mm) 378 387 396 408

Fahreindrücke aus der Praxis

Obwohl sich das Bike trotz seiner eher trägen Geometrie stets ausreichend agil verhält, um in engen Kehren und auf schmalen Trails präzise die Kurven zu kratzen, bleiben die schweren Laufräder, die fetten Reifen und insgesamt das hohe Gesamtgewicht ein Handicap. Ganz besonders an steilen Anstiegen, beim Beschleunigen über 25 km/h (sprich: ohne Motorunterstützung) und selbstverständlich beim Bremsen.

Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf, denn wie schon oberhalb angemerkt, richtet sich das Rad ohnehin nicht an Cyclocross-Spezialisten, und die eigentliche Zielgruppe wird mit den tourensportlichen Charaktereigenschaften des Synapse Neo SE bestens bedient. 
Besonders gefiel uns das extrem leise Bosch Aggregat, welches seine Unterstützung stets sanft erbrachte und ab der gesetzlich festgelegten Grenze von 25 km/h seidenweich ausfadete. Für gewöhnliche On- und Offroad-Touren fanden wir den Eco-Modus mit einem maximalen Drehmoment von 35 Nm und einer 40%igen Unterstützung absolut ausreichend, an steilen Anstiegen verwendeten wir den Tour-Modus mit 40 Nm und 100%iger Unterstützung. In Summe absolvierten wir bei unseren Testfahrten im leicht kupierten Gelände und bei niedrigen Außentemperaturen nahezu 190 Kilometer mit einer Akkuladung.
Für Sport (45 Nm, 180%) und Turbo (50 Nm, 270%) fanden wir keinerlei Verwendung, was wohl auf die Eigenleistung von rund 200 Watt bei einem Fahrergewicht von 70 kg zurückzuführen ist. Hingegen können schwächere oder schwerere Piloten von den Sport- und Turbo-Modi garantiert profitieren, wenngleich die maximale Reichweite darunter drastisch leiden dürfte.

Großes Lob verdient auch die restliche Ausstattung mit dem mittig montierten Bosch Purion-Display, der gut funktionierenden Sram Apex-Schaltung, den kräftigen Bremsen und den soliden Komponenten aus dem Hause Cannondale. Auch die WTB-Reifen gefielen - entgegen ihrer monströsen Optik - mit gutem Abrollverhalten und sicherem Grip auf Asphalt und festen Schotter- bzw. Waldböden, sogar bei Nässe. Einzig tiefer, loser und matschiger Untergrund brachten sie schnell an ihre Grenzen und darum endete manche Auf- und Abfahrt in einer unkontrollierten Rutschpartie. All jene, die es mit dem Synapse Neo SE öfters ins unwegsame Gelände zieht, montieren besser grobstolligere Reifen, was dank des Laufradstandards und des Reifenfreigangs an Rahmen und Gabel kein Problem darstellen sollte.

Alleine unterwegs
Weiter, steiler, schneller, stressfreier. Mit dem Synapse Neo SE bereiten ausgedehnte Touren im Gelände genauso viel Freude wie lange und flotte Asphaltpassagen. Bis zum Erreichen der 25 km/h-Marke hat man immer "seinen" Tag, Durchschnittsgeschwindigkeiten darüber erfordern ihren Einsatz und echten Schweiß. Der gute Pannenschutz und die hohe Reichweite trotzen auch den längsten Abenteuern - vom Ganztages-Ausflug bis hin zu mehrtägigen Reisen.

In gemischten Gravel-Gruppen
Egal ob On- oder Offroad, mit dem Synapse Neo SE ist man bei gemischten Gravel-Rides in jeder Lebenslage der King. Zwar muss man bei Höchstgeschwindigkeits-Attacken stets auf der Hut sein, den Windschatten nicht zu verlieren; dafür behält man im groben Gelände und an steileren Anstiegen immer die Oberhand.

In gemischten Rennrad-Gruppen
Auch hier ist man bergauf immer unter den Stärksten zu finden und kann bergab wegen der satten Straßenlage, der breiten Reifen und ihrem hohen Grip gut mithalten. Im Flachen darf's allerdings nicht zu schnell werden, da es mit dem schweren Bike und seiner schlechteren Aerodynamik nicht leicht ist, bei Sprints mitzugehen - geschweige denn, aufgegangene Löcher wieder zu schließen.

In E-Rennrad-Gruppen
Zwar sind die individuellen Leistungsunterschiede im Flachen bis zum Erreichen der 25 km/h Marke kein wirkliches Thema, dafür geht bei Geschwindigkeiten darüber die gleiche Leistungsschere auf wie in traditionellen Rennrad-Gruppen. Sowohl im Flachen (ohne Motorunterstützung) also auch an steilen Anstiegen (mit Motorunterstützung) stehen das eigene Leistungsgewicht und die Aerodynamik über allem und der Schnellste der Gruppe kommt als erstes an.

Fazit

Cannondale Synapse Neo SE
Modelljahr: 2019
Testdauer: > 350 km
Preis: € 3.699,-
+ Leiser, moderater und ökonomischer Motor
+ Gut ablesbares Display
+ Enorme Reichweiten
+ Niedriger Roll- und Reibungswiderstad
+ Einfache Integration von Beleuchtung, Kotflügel und Gepäckträger
o Moderates Gesamtgewicht
o Leichtrollende Reifen mit eher schwacher Traktion
- Auffällige Motor-Integration
- Rennlenker ohne Flare
BB-Urteil: Der Turbo-geladene Monstertruck unter den Gravelbikes.


Das Synapse Neo SE ist der Supersportler unter den Commutern, der Sporttourer unter den Reiserädern und der Turbo-geladene Monstertruck unter den Gravelbikes.

Es richtet sich gleichermaßen an Einsteiger, Tourenfahrer und ältere bzw. gebrechliche Menschen mit Leistungsdefiziten, wie auch an aufgeschlossene Adventure-Biker mit schwerem Gepäck, geplagte Kuriere oder Berufspendler die möglichst schnell, aber nicht verschwitzt am Arbeitsplatz ankommen möchten.

Selbstverständlich können auch ambitionierte Freizeitsportler ihren Spaß damit haben und es zur Regeneration, zum Wintertraining, oder als Rettungsanker bei langen Touren oder in gemischten Gruppen mit traditionell angetriebenen Rennrädern nutzen, wenngleich für diesen Fahrertyp wohl ein leichteres Rad mit unauffälligerem Motorenkonzept besser geeignet wäre.

Hingegen stellt das Synapse Neo SE für echte Racer oder puristisch veranlagte Gravelbiker wohl eher keine Alternative zum Ausdauertraining oder zum kurzen und knackigen Auspowern auf gewohnten Strecken dar. Abgesehen davon, dass elektronisch unterstützte Rennräder bzw. Gravelbikes nicht ihrer ideologischen Einstellung entsprechen, bügelt der Panzer alle Höhen und Tiefen dermaßen lange, unaufgeregt und fast schon zu perfekt glatt, dass er angestrebte Trainingsreize vermissen und die Tage zu kurz werden lässt.


Seite 1 von 3 123
Ergebnis 1 bis 15 von 33
  1. #1
    Frohnatur Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
    Beiträge
    8.973

    Cannondale Synapse Neo SE 2019 + Kommentar: Sind E-Rennräder Sportgeräte?

    Poste hier Fragen oder Kommentare zu diesem Beitrag.

    Noch nicht registriert bei Österreichs größter Bike-Community?

    Folge diesem Link um dich für Bikeboard.at anzumelden.
    Registrierte User unserer Community profitieren zusätzlich von:
    - weniger Werbung auf den Magazin-Seiten und in den Foren
    - erweiterter Forensuche in über 2 Mio Beiträgen
    - gratis Nutzung der Bikebörse
    - zahlreichen Neuigkeiten aus der Radszene per BB-Newsletter

    Hier registrieren und mitreden!

  2. #2
    Registrierter Benutzer
    User seit
    May 2013
    Ort
    Wien
    Beiträge
    614
    danke für den test, die reichweite ist enttäuschend, das mit dem eventuell fehlenden trainingsreiz (vielleicht wird man auch bequem damit) habe ich befürchtet. was ich nicht verstehe: die abschaltung bei 25 Km/h kann man offenbar umgehen, sonst würden die dinger nicht so schnell sein. siehe: die gschissenen e-bikes (eigener fred)

  3. #3
    Benutzter Avatar von ventoux
    User seit
    Jun 2004
    Ort
    Neuhofen an der Krems
    Beiträge
    2.119
    Zitat Zitat von Dr.Love Beitrag anzeigen
    danke für den test, die reichweite ist enttäuschend,
    Ich hab mich mit E-Bikes noch nie so recht beschäftigt, aber 190km hört sich für mich jetzt nicht so wenig an.
    Target 2017:

    ??

  4. #4
    Frohnatur Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
    Beiträge
    8.973
    Der Powertube 500 ist der stärkste integrierte Akku den Bosch zur Zeit anbieter.
    https://www.bosch-ebike.com/at/produkte/akkus/

    Mehr Kapazität würde mehr Volumen bedeuten, d.h. länger und schwerer und dann wäre der Radstand eben auch länger. Ist somit wohl ein Kompromiss.

  5. #5
    Frohnatur Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
    Beiträge
    8.973
    Zitat Zitat von Dr.Love Beitrag anzeigen
    danke für den test, die reichweite ist enttäuschend, das mit dem eventuell fehlenden trainingsreiz (vielleicht wird man auch bequem damit) habe ich befürchtet. was ich nicht verstehe: die abschaltung bei 25 Km/h kann man offenbar umgehen, sonst würden die dinger nicht so schnell sein. siehe: die gschissenen e-bikes (eigener fred)
    Umgehen kann man alles. Ratsam wäre es nicht, immerhin fährt man ja auch viel im Straßenverkehr. Ich würde mich das nicht trauen (Thema Versicherungsschutz, Teilschuld, etc. ).

    @Reichweite: Der Akku war selbstverständlich noch nicht ganz leer nach 190 km, aber die Anzeige schrie förmlich nach einer Nachladung.

  6. #6
    Registrierter Benutzer
    User seit
    Sep 2012
    Ort
    Lichtenegg
    Beiträge
    172
    für die meisten E Biker sind ja 190km eh eine Jahresleistung

  7. #7
    langsam alt Avatar von hermes
    User seit
    May 2004
    Ort
    1210 und 3643
    Beiträge
    19.085
    ich versteh die ablehnung der e-bikes nicht ganz. die zielgruppe ist oben gut beschrieben und für die ist so ein rad auch wirklich gut. "echte" sportler müssen ja nicht damit fahren.
    2RC°395

    www.selberbruzzler.at
    www.facebook.com/Selberbruzzler

    i tät gern so gscheit radlfahrn können, wie i deppat reden kann

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von outmen
    User seit
    Feb 2008
    Ort
    Graz
    Beiträge
    1.484
    Zitat Zitat von hermes Beitrag anzeigen
    ich versteh die ablehnung der e-bikes nicht ganz. die zielgruppe ist oben gut beschrieben und für die ist so ein rad auch wirklich gut. "echte" sportler müssen ja nicht damit fahren.
    sehe ich auch so
    obwohl bei der Variante des unauffälligen Mittelmotor, frage ich mich dann doch, ob es nicht eher Leute anspricht die auf dicke Eier machen wollen und eine Athletik vortäuschen, die so in diesem Maß nicht vorhanden ist?

  9. #9
    Ex-Randonneur Avatar von Rowerek
    User seit
    Aug 2009
    Ort
    Wien
    Beiträge
    599
    Laut StVO leider kein Rennrad, d.h. Benützungspflicht von Radwegen, u.v.a.m.
    (Pfotenabdruck wegen Markenrechtsverletzung entfernt)

  10. #10
    Frohnatur Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
    Beiträge
    8.973
    Zitat Zitat von Rowerek Beitrag anzeigen
    Laut StVO leider kein Rennrad, d.h. Benützungspflicht von Radwegen, u.v.a.m.
    Laut StVO ist kein einziges Gravelbike ein Rennrad (Stichwort: Reifenbreite).

  11. #11
    langsam alt Avatar von hermes
    User seit
    May 2004
    Ort
    1210 und 3643
    Beiträge
    19.085
    Zitat Zitat von outmen Beitrag anzeigen
    sehe ich auch so
    obwohl bei der Variante des unauffälligen Mittelmotor, frage ich mich dann doch, ob es nicht eher Leute anspricht die auf dicke Eier machen wollen und eine Athletik vortäuschen, die so in diesem Maß nicht vorhanden ist?
    und wenn schon. man muss halt selber charakterlich fest genug sein, um da drüber zu stehen. an der fahrweise erkennt man ja eh (fast) immer, wenn einer mit strom fährt, oder nicht. hören tut man es auch. so what.
    2RC°395

    www.selberbruzzler.at
    www.facebook.com/Selberbruzzler

    i tät gern so gscheit radlfahrn können, wie i deppat reden kann

  12. #12
    venga venga pendejo Avatar von 6.8
    User seit
    Mar 2007
    Ort
    WELS
    Beiträge
    12.226
    Zitat Zitat von Rowerek Beitrag anzeigen
    Laut StVO leider kein Rennrad, d.h. Benützungspflicht von Radwegen, u.v.a.m.
    Aus dem grund fahre ich ein gravel - weil ich so oft es nur irgendwie geht auf den direkten kontakt mit dem klassenfeind scheisse.
    Je schlechter der zustand des radweges desdo besser.

  13. #13
    Registrierter Benutzer
    User seit
    Sep 2012
    Ort
    Lichtenegg
    Beiträge
    172
    Ich finde diesen ganzen E-Mobilitäts Hype sehr sehr bedenklich ...
    überall Batterien die zuerst dubios erzeugt werden müssen mit Rohstoffen und den damit verbundenen äußerst unwürdigen Abbaubedingungen, die keiner der Befürworter nur im geringsten diskutieren möchte, und Energie zur Einsatzbereitschaft muss auch immer und immer mehr erzeugt werden.
    von Entsorgung und Aufbereitung erst mal abgesehen (siehe global und wie es dort in Sachen Entsorgung abläuft (statt recyclen einfach in den Fluss kippen))
    kommt mir vor wie beim Atommüll...ertmal ne Menge Energie erzeugen und die Abfälle ...puuh...nun ja ...tief eingraben und einbetonieren ...oder auch irgendwo in einem Meer "entsorgen"
    Es sieht so aus als braucht jedes Fortbewegungsmittel in Zukunft einen riesen Akkublock der alles kann
    Frag mich nur wann in Schuhen Akkus mit Abstossservos oder ähnlichem verbaut werden um die Füsse leichter heben zu können ....
    Ein Trend der mich in jeder Hinsicht nachdenklich stimmt
    Am schlimmsten finde ich gesunde recht fitte Leute die sich so einen Akkutransporter kaufen und dann vll. noch auf KOM Jagd gehen ...

    aber gut , meine Meinung, und es hat natürlich jeder das recht sich dieses Zweiges zu bedienen!

  14. #14
    Ex-Randonneur Avatar von Rowerek
    User seit
    Aug 2009
    Ort
    Wien
    Beiträge
    599
    In der StVO ist das Wort Reifenbreite nicht erwähnt, es geht um die maximale Felgenbreite von 23mm, die aber auch von Rennrädern inzwischen locker übertroffen wird. Zum Glück misst niemand genau nach. Am Crosser bin ich mit den DT Swiss R23 gerade noch dabei
    (Pfotenabdruck wegen Markenrechtsverletzung entfernt)

  15. #15
    venga venga pendejo Avatar von 6.8
    User seit
    Mar 2007
    Ort
    WELS
    Beiträge
    12.226
    Nur mit dem crosser auf der straße wenn es einen radweg gibt.
    Das mache ich max. wenn ich den fließverkehr entscleunigen möchte.

Seite 1 von 3 123