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  1. #1
    Benutzter Avatar von ventoux
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    Das Ende einer Radsportkarriere? Wie war es bei euch?

    Gleich mal vorweg, von einer Karriere zu sprechen wäre bei mir etwas übertrieben. Aber immerhin hat es in 21 Jahren für zwei Stockerlplätze gereicht.
    Trotzdem denke ich brauche ich mich für meine Bilanz nicht zu verstecken. Stets auf der Langstrecke unterwegs bin ich alle relevanten Marathons auf Strasse und MTB in Österreich, und viele auch im Ausland wie Südafrika,Portugal und Spanien gefahren.
    Meine Lieblingsrennen waren stets Etappenrennen (12x Transalp, Cape Epic, Transpyr, Transportugal,...). Auch mehrere 24h-Rennen solo waren dabei. Dazu noch 13 Laufmarathons.
    Gesamt werden es wohl mittlerweile um die 150 Rennen sein.
    Aufgeben musste ich bislang nur ein einziges mal aus körperlichen Gründen. Auch bei der Technik hatte ich das Glück auf meiner Seite mit nur zwei Ausfällen.
    Einen 6-stelligen Eurobetrag werde ich mittlerweile wohl in Reisen und Material investiert haben. Jeder einzelne Cent war es wert. Auch wenn der eine oder andere Fehlkauf dabei waren
    Das Erlebte ist ohnehin unbezahlbar.
    1998 hat alles in Maria Schmolln begonnen, wo ich nach nur etwa 1000km Training, auf der 100km-Strecke bei Regen im Schlamm versunken bin. Von da an wusste ich das ist mein Ding.

    Oft hab ich mich während dem Marathon gefragt warum man sich das alles antut. Nach jedem Zieleinlauf bekam ich die passende Antwort.
    Immer noch voller Motivation und mit neuen Zielen vor Augen frage ich mich trotzdem manchmal wie wohl das Ende sein wird.
    Mit Mitte 40 bin ich nicht mehr ganz im besten Alter, aber ein paar Jahre sollten noch drinnen sein.

    Wird man sich irgendwann mal eingestehen müssen das es nicht mehr geht oder schwindet die Lust von selbst? Oder wird das Eine das Andere mit sich bringen?

    Was meinen die aktiven Marathonisti dazu?
    Wie ist es jenen ergangen die den Schritt in die "Marathonpension" schon vollzogen haben?
    Target 2020:

    Paris Semimarathon
    Brevets (200, 300, 600, 1000)
    Transportugal
    Transalp

    .....

  2. #2
    Schokoholiker Avatar von chriz
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    Die AK zwischen 40-50 ist meist jene mit den meisten Teilnehmern! Also nix mit Pensionistenrennen Bin gleich alt wie Du und ich denke lange noch nicht an die "Rennpension" Ich fahre nur mehr ausgesuchte Marathon (am liebsten in Italien) und wenns am Start regnet tue ich es mir auch nicht mehr an (nicht immer). Und je älter ich werde umso näher komme ich dem Stockerl.

  3. #3
    Benutzter Avatar von ventoux
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    Zitat Zitat von chriz Beitrag anzeigen
    Bin gleich alt wie Du und ich denke lange noch nicht an die "Rennpension"
    Ich auch nicht. Ganz im Gegenteil eigentlich. Im Moment bin ich wieder voll motiviert.
    Und dann gibt es ja noch diese neueren Formate wie Bikepacking und Selfsupported die mich sehr reizen, aber auch etwas zeitintensiv sind. Das Leben besteht ja (leider) nicht nur aus Radfahren.
    Target 2020:

    Paris Semimarathon
    Brevets (200, 300, 600, 1000)
    Transportugal
    Transalp

    .....

  4. #4
    more cowbell! Avatar von Max
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    Ich bin schwer gefrustet (weil 2 Tage vorher ziemlich heftig krank geworden) von der XTerra WM 2012 nach Hause gekommen, hab den Radkoffer 3 Monate ned aufgemacht und seitdem 7 Jahre GAR NIX mehr gemacht. Die persönliche Akzeptanz, dass der eigene Egotrip eben nur ein solcher ist und keinerlei Mehrwert für die Gesellschaft stiftet, war danach das Schwierigste. Schließlich hatte ich als (Ausdauersport-)Suchtkranker 15 Jahre in einer Junkie-Szene gelebt, wo sich jede Sekunde deines Handelns und Denkens um die Einnahme, Finanzierung und Beschaffung deiner "Droge" dreht. Da kommt es dir auch nicht mehr falsch vor, wenn du kein normales Sozialleben mehr außerhalb des Sports hast, wenn du bei sozialen Verpflichtungen eigentlich nur mehr über deinen Sport reden kannst, weil dir sonst nichts einfällt, und wenn du es für das Normalste der Welt hältst, mit Ende 20 in prekären Verhältnissen zu leben.
    Am Ende des Tages die gleichen psychologischen Mechanismen wie am Bahnhof Zoo, nur gesellschaftlich akzeptiert. Dir selbst kommt auch nichts komisch vor, denn schließlich besteht dein komplettes (verbliebenes) soziales Umfeld aus den gleichen "Fixern".

    Für mich hat nur der kalte Entzug geholfen. Irgendwann erkennt man die irrelevant des eigenen Tuns, und dass da draußen eine viel schönere, vielseitigere Welt existiert, die weitaus mehr zu bieten hat.

    Allerdings: Nach 7 Jahren ohne Sport kann ich ruhigen Gewissens sagen: es wird nicht besser. Man fährt vielleicht nicht mehr Rad, aber wenn man einmal diese Konsequenz und Zielstrebigkeit im eigenen Handeln gehabt hat, bleibt die einem, egal was man tut. Man kann das vielleicht in einen tollen Job sublimieren, oder die schönste Modelleisenbahn der Welt bauen. Aber wenn man jahrelang auf die permanente Steigerung der eigenen Leistung hingearbeitet hat, bleibt das einem. Die Schmäh besteht darin, die Energie in etwas umzuwandeln, für das man ned sofort für deppert erklärt wird.

  5. #5
    Bürgerl. Name: Paolo Quer Avatar von Gatschbiker
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    Max, Mut zur Entwicklung, Respekt. (und schön von dir zu lesen)

    Mich hat auch immer ein Suchtverhalten begleitet.
    Zuerst Pacman, dann Party und Rockkonzerte und Nikotin.
    Mit knapp über 30 führt mich die körperliche Degeneration zur Sucht Sport weiter.
    Zuerst Laufen, dann MTB/XC, später Marathons dann Triathlon und seit einigen Jahren Querfeldein.
    Zu meinem Glück hat mich die beste Ehefrau von allen und mein soziales Umfeld halbwegs am Boden gehalten, aber Süchtler bleibt Süchtler.

    Karriereende: Bei mir Nein, aber (ein bisschen) Mut etwas zu verändern, gibt die Chance Neues zu entdecken.
    Also, zB.: Nicht jede Saison das gleiche machen, nur weils eh so schön war..
    Gatschbiker ist offizieller Sponsor von: Die kleine Fahradwerkstatt, Hubertus Pils, Schneider Weisse, Blaufränkischland und Cafe Falk, sowie Giant, Ridley, KTM, Simplon, Colnago, Wilier, RIH, Bianchi, Puch, Canyon und Specialized!

    www.free-eagle.at
    QUERulanten, Ausdauersüchtler und andere frohsinnige Zeitgenossen....

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von 123mike123
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    Zitat Zitat von Max Beitrag anzeigen
    Ich bin schwer gefrustet (weil 2 Tage vorher ziemlich heftig krank geworden) von der XTerra WM 2012 nach Hause gekommen, hab den Radkoffer 3 Monate ned aufgemacht und seitdem 7 Jahre GAR NIX mehr gemacht. Die persönliche Akzeptanz, dass der eigene Egotrip eben nur ein solcher ist und keinerlei Mehrwert für die Gesellschaft stiftet, war danach das Schwierigste. Schließlich hatte ich als (Ausdauersport-)Suchtkranker 15 Jahre in einer Junkie-Szene gelebt, wo sich jede Sekunde deines Handelns und Denkens um die Einnahme, Finanzierung und Beschaffung deiner "Droge" dreht. Da kommt es dir auch nicht mehr falsch vor, wenn du kein normales Sozialleben mehr außerhalb des Sports hast, wenn du bei sozialen Verpflichtungen eigentlich nur mehr über deinen Sport reden kannst, weil dir sonst nichts einfällt, und wenn du es für das Normalste der Welt hältst, mit Ende 20 in prekären Verhältnissen zu leben.
    Am Ende des Tages die gleichen psychologischen Mechanismen wie am Bahnhof Zoo, nur gesellschaftlich akzeptiert. Dir selbst kommt auch nichts komisch vor, denn schließlich besteht dein komplettes (verbliebenes) soziales Umfeld aus den gleichen "Fixern".

    Für mich hat nur der kalte Entzug geholfen. Irgendwann erkennt man die irrelevant des eigenen Tuns, und dass da draußen eine viel schönere, vielseitigere Welt existiert, die weitaus mehr zu bieten hat.

    Allerdings: Nach 7 Jahren ohne Sport kann ich ruhigen Gewissens sagen: es wird nicht besser. Man fährt vielleicht nicht mehr Rad, aber wenn man einmal diese Konsequenz und Zielstrebigkeit im eigenen Handeln gehabt hat, bleibt die einem, egal was man tut. Man kann das vielleicht in einen tollen Job sublimieren, oder die schönste Modelleisenbahn der Welt bauen. Aber wenn man jahrelang auf die permanente Steigerung der eigenen Leistung hingearbeitet hat, bleibt das einem. Die Schmäh besteht darin, die Energie in etwas umzuwandeln, für das man ned sofort für deppert erklärt wird.
    Was mich interessieren würde, weil man das Phänomen ja von Ex-Profis kennt, die nach der Karriere (jahrelanges Streben nach Perfektion, viele Entbehrungen, sozial kleine Welt) keinen gesunden Bezug zur Bewegung in der Natur mehr herstellen können: (Ich schätze dich als intelligenten, reflektierten Menschen ein.) Siehst du für dich eine Chance, die Sucht im Zaum zu halten und wieder etwas Bewegung im Sinne von Freizeit-/Gesundheitssport zu machen oder kannst du den Leistungsgedanken nie ausblenden (und ich meine nicht unterdrücken sondern im Griff haben)?

  7. #7
    more cowbell! Avatar von Max
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    Nein, sowas legst du nicht ab. Du kannst es maximal sublimieren. Ich hab nach dem Ende 7 Jahre lang keinerlei Sport gemacht, kein Hawaii, keine Tour geschaut. Als geheilter Koks-Süchtiger gehst ja auch ned in der Passage aufs Häusl. Den Zugang alles extrem/exzessiv zu machen und alle anderen Störfaktoren auszublenden, kann zumindest ich nicht ablegen. Man kann es nur für was Produktiveres verwenden. Beispielsweise habe ich nach dem Sport mein Studium nachgeholt - die verbliebenen 2 Jahre Studiendauer hab ich in 18 onaten runtergerissen, obwohl ich 30h pro Woche gearbeitet hatte. Da war halt der Ehrgeiz, wie viele Fächer ich gleichzeitig pro Semester schaffen konnte, und die Platzierung war die Note. Oder eben das Auto-Schrauben: In 3 Tagen hatte ich bei meinen 2 MX-5 die jeweiligen Karosserien hin- und hergetauscht. Da gibts dann halt keinen Schlaf, und du schraubst 18h am Tag bis zum Umfallen. Letzten Dezember hab ich wieder begonnen mit Radfahren. Innerhalb von 3 Wochen hatte ich wieder ne Lizenz und bin Rennen gefahren - also auch hier wieder von 0 auf 100, auch wenns mir dann mit der zusätzlichen Arbeitsbelastung im April wieder die Bock aufgestellt hat (2h Schwindelanfall, sobald der Puls auf 160 ging). Da hab ich es wieder sein gelassen.
    Ich glaube nicht, dass ich jemals einen entspannten, unehrgeizigen Zugang zu irgendwas haben werde. Ein Wellness-Urlaub ist meine absolute Horrorvorstellung. Dazu kommt noch meine Ungeduld. Ich hasse Wandern, weil ich stattdessen lieber laufen würde, um in der gleichen Zeit mehr vom Berg zu sehen etc.

    Ich glaub der Pauli tickt da ähnlich. Zum Glück haben wir offenbar beide einen Partner gefunden, der allzu große Eskalationen verhindert.

  8. #8
    Meister aD Avatar von üawhr
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    @Max
    und schreiben hast auch plötzlich verlernt, oder was?
    wie oft hab ich, nachdem die Rocco-Seite noch immer in meiner Favoritenliste steht, lesen müssen: "Definitiv kein WM-Start "
    ich hab speziell Deine Traininggschichtln geliebt, so manches auch selbst ausprobiert, und mich dabei immer herrlich abgeschossen...
    Freut mich jedenfalls, dass'd eh lebst.

    16 mal Langdistanz zwischen 10:36 und 12:54

  9. #9
    bergdocta Avatar von irie movemant
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    Sehr interessante Frage: ich habe vor über 10 Jahren damit aufgehört; also mit dem strukturiertem Training und vielen Rennen (es waren 100erte); gewonnen habe ich eh nicht wirklich was; bereichernd (nicht finanziell:), lohnend und eine geile Zeit war es allemal; und das Loslassen ist schon so ein Thema; zuerst habe ich noch immer fleißig Ergebnislisten studiert (jahrelang); und auch noch recht viel Sport gemacht, auch gleich mal mit neuen Zielen; aber Beruf und Familie rückten zusehends in den Vordergrund; Sport mache ich noch immer viel, im Sinne von konsequent; ich war damals schon auf unterschiedlichem Terrain aktiv, das behielt ich bei und mache nun Sport rein nach Jahreszeit. Nun ist es für mich Ausgleich und Zeit für mich; ich trainiere sehr viel alleine und in dieser Zeit organisiere ich gedanklich mein Leben; und halte mich fit für den Alltag und Job; und da bin ich ehrlich: ich will nicht fett werden und wenn man es kennt ist es ein gutes Gefühl in Form zu sein. So ist mein Anspruch ein Level zu halten um zb jederzeit den Glockner entspannt radeln zu können ohne ein Nahtoderlebnis zu haben; und ich will meinen Kindern die Freude am Sport und an der Bewegung vermitteln;
    Jucken tut es immer noch; hier halte ich es so dass ich für mich 1-2 interessante Events im Jahr heraussuche, dann wird 3 Monate relativ gezielt trainiert und das war es dann wieder; also doch noch leicht im Rad gefangen; was für mich dann zählen soll ist es sowas wie Form zu verspüren und einfach die beste Leistung abzurufen; wie auch immer die dann in Zahlen ausschaut;
    spannend war auch ein Ereignis: ich wollte bei der indiv. Skitour ÖM starten (bloß so unter ferner liefen war aber gut drauf); Vortags traf ich Freunde; es wurde ein Abend mit ein paar Bier und Stelze und der baldigen Entscheidung hocken zu bleiben und morgen bloß so was zu tun; und das war gut!!
    Geändert von irie movemant (11-11-2019 um 16:08 Uhr)

  10. #10
    El Padre Avatar von ricatos
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    Radsportkarriere kann ich nur bedingt mitreden, da es bei mir nur zum mittelmäßigen Hobbytiger gereicht hat. Aber da hab ich die Wettkämpfe komplett aufgegeben und vermisse auch nix. Trotzdem gehe ich immer noch gerne Radfahren, aber nur mehr als Ausgleich zum Büro und die Bewegung in der Natur zu genießen. Deshalb setze ich mich auch nicht mehr aufs Rennrad, weil das für mich nur Stress bedeutet im Straßenverkehr.
    Vor dem Radfahren (in ganz jungen Jahren) war ich ein ziemlich ambitionierter Snowboarder und am Sprung in den Weltcup. Mein ganzes Leben hat sich damals nur ums Snowboarden gedreht - komplett süchtig könnte man sagen. Zumindest hat es für den Gesamtsieg im Austria Cup Jugend sowie die Nominierung zur Jugend WM gereicht. Eine sehr komplizierte und langwierige Verletzung hat mich aber fast 2 Saisonen außer Gefecht gesetzt. Damals war die Entwicklung aber so rasant, dass ich nach den 2 Jahren den Anschluss nicht mehr finden konnte ganz vorne mitzufahren. Habe deshalb das Snowboarden komplett an den Nagel gehängt und für gut 15 Jahre nicht angerührt. Für mich galt immer nur "Ganz oder gar nicht". Noch dazu habe ich damals einen Snowboardkollegen beim Unglück am Kitzsteinhorn verloren, einen in einer Lawine und ein weiterer an einem vorzeitigen Herzversagen. Das kam alles noch hinzu. Da wollte ich einfach nur Weg aus dem Business. Ersatzdroge war dann halt das Radfahren ... bedingt zumindest
    Mittlerweile stelle ich mich auch wieder für ein paar Tage pro Jahr aufs Snowboard - just for fun. Mittlerweile ist der nötige Abstand zu dem ganzen Geschäft entstanden und macht auch wieder Spaß. Kann sogar auch wieder Snowboard Bewerbe im TV verfolgen.
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  11. #11
    bergdocta Avatar von irie movemant
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    Ergänzung: Ich denke auch man hat nur einen gewissen Pool fürs unendlich Quälen im Leben mitbekommen; es fehlt die Bereitschaft (auch wenn ich Zeit hätte) mich jedes Wochenende kaputt zu fahren; ab und an weiterhin voll okay aber da stell ich mich auch davor drauf ein (für ein Zeitfahren zB) oder es ergibt sich im Training; aber es ist nicht mehr meine Welt!

    Auch spannend dass ich weiterhin trotz aller "Turbulenzen" passiv den Sport sehr gerne verfolge. Diese Leidenschaft blieb!
    Geändert von irie movemant (11-11-2019 um 16:00 Uhr)

  12. #12
    Moderator Avatar von NoWin
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    Keine Karriere, somit auch kein Ende

    Ich bin auf der Bahn gefahren, Crossrennen, MTB-Marathons, Straßenmarathons, ITT-Cups, sogar einige Donauinsel-Kriterien mit Lizenz gefahren - aber ohne Talent und vielen anderen Interessen gleichzeitig kommst halt net weit. War auch nicht mein Ziel, bei mir ist es immer der Spaß am radfahren.

    Einzig das Thema der selfsupported Gravelevents hat mich ein wenig in den Bann gezogen - da erweitere ich gerade meine Ausrüstung und werde wohl im kommenden Sommer erstmals nach x-Jahren wieder im Zelt schlafen. Ob ich dann bei den Veranstaltungen (mit Zeitdruck) mitfahre oder meine eigenen Routen wähle, ist noch offen.

  13. #13
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    Ich auch keine Karriere und somit kein Ende. Ich hatte aber immerhin 3 Jahre in meinem Leben, in denen ich alles rund ums Radfahren gedreht hat. 10-15h/ Woche. Im letzten Trainingsjahr hatte ich keine einzige Trainingsunterbrechung.
    Jedenfalls ist dann meine Frau schwanger geworden und mit regelmäßigem Training war nichts mehr.

    Ab dann hat sich jede Ausfahrt nur noch beschissen angefühlt. Pulsmesser und Radcomputer haben nur noch vor Augen geführt wie schwach ich geworden bin. Es war schon eine kleine Krise zu erkennen, wie vergänglich Fitness sein kann. Irgendwann habe ich dann den Brustgurt und den Tacho abgelegt, und bin wieder auf ein Niveau runter gerutscht, bei dem man schon nach wenigen Fahrten spürt, dass die Fitness wieder bergauf geht, was dann schon Motivation zurück bringt.
    Jedenfalls versuche ich aktiv nicht für ein Leistungsziel zu fahren, sondern nur für das Erlebnis.
    Mich motiviert heute kein "Gipfelsieg" mehr. (Ich weiß sowieso, dass ich es da rauf schaffe wenn ich vorher entsprechend viele Stunden gestrampelt habe). Allerdings schaffe ich es auch nicht "nur für das Erlebnis". Ich habe andere Leistungsziele - nämlich Fahrtechnische..
    Jeder, der Rad fährt, ist mein Freund (Gary Fisher)

  14. #14
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    Ich nahm meine Auswanderung als Anlass mal ein Jahr fast garnicht Rad zu fahren. Stattdessen ging ich einfach in die Natur und begann zu geniessen. Mittlerweile komm ich auf über 80 Skitouren im Winter, meine Sucht konnte ich also nicht ablegen, sie hat sich verlagert.
    Einen wesentlichen Unterschied konnte ich zwischen hochalpinen Unternehmungen und Radsport allerdings feststellen. Wer eine Beziehung mit den Bergen eingeht findet eine ganz eigene Art innerer Ruhe. Eine Ruhe die ich beim Radsport nie finden konnte.
    Mittlerweile bin ich mir sicher das die Einfachheit des Radfahrens dazu führt das man das Gefühl für den Sport verliert und sich der zu erbringenden Leistung einfach hingibt. Jeder kann 24/7 Radsport betreiben, es gibt keinen limitierenden Faktor.
    Wenn ich mir eine schwere Skitour in den Kopf setze sagt mir trotz akribischer Vorbereitung immer noch der Berg ob ich an diesem Tag mein Ziel erreiche oder nicht. Man lernt Ruhe walten zu lassen und am Tag X dann alle Energie zu bündeln.
    Seit ich diese Erkenntnis verstanden habe hat sich mein sportliches Leben komplett entspannt, ich kann Tage am Sofa verbringen und ein Abbrechen einer Tour beschäftigt mich zwar kurz frustet mich aber bei weitem nicht so wie das Versagen bei einem Radrennen.

  15. #15
    bergdocta Avatar von irie movemant
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    @ruffl

    Da bin ich nur ansatzweise bei dir. Gerade die Einfachheit des Radfahrens ermöglicht es das Gefühl für den Sport zu entwickeln, vor allem so lange Technik außen vor ist. Es ist für sehr viele Menschen einfach zu reproduzieren, auch bei mir schwingt da noch immer das Gefühl der Kindheit mit selbstständig und mit eigener Kraft schnell und weit vorwärtszukommen.

    Der Tourensport wirkt für Außenstehende komplexer. Ist es aber nicht. Das Wetter und die Gefahr sind hier die limitierenden Faktoren (für uns Fitte). Ich wusste bis zum Winter 2007/2008 nichts über den Tourensport. Mein erster Berg war ein 3000ender mit über 2000hm. Konditionell kein Problem, schwer war die Abfahrt als quasi nur Gelegenheitsskifahrer. Aber mit der Übung kommt der Meister.

    Die Ruhe und Demut lernt man, sofern man lernfähig ist; da gebe ich dir voll recht; Ich denke aber nicht das deine über 80 Skitouren alles so fordernde Skitouren sind (kann mich natürlich täuschen, wenn ja gratuliere zu so viel freier Zeit :).

    Erwähnen will ich schon noch den Stress auf der Straße. Da war es von Wien aus kommod. Hier in Tirol ist mir meistens einfach zu viel los. Um so mehr genieße ich es dafür zu biken, dass geht hier überall und vor allem im Urlaub oder wenn ich woanders bin die Gegend mit dem Rennrad zu entdecken. Kann mir hierfür nichts schöneres vorstellen.

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