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Workshop: Molten Speed Wax Kettenschmierung

Workshop: Molten Speed Wax Kettenschmierung

07.11.19 15:56 43Text: Der BaranskiFotos: Fotorika.deSchluss mit verdreckten Ketten! Anleitung zur Kettenschmierung mit dem Molten Speed Wax Granulat aus den USA inklusive Praxiserfahrungen07.11.19 15:56 10.424

Workshop: Molten Speed Wax Kettenschmierung

07.11.19 15:56 10.424 Der Baranski Fotorika.deSchluss mit verdreckten Ketten! Anleitung zur Kettenschmierung mit dem Molten Speed Wax Granulat aus den USA inklusive Praxiserfahrungen07.11.19 15:56 10.424

Jeder von uns kennt das: ein neues Rad kommt ins Haus und das erste, das dreckig wird, ist die Kette - und sei es bei gutem Wetter nur durch ersten Sand, der an ihr haften bleibt, so voller Fett, wie sie ausgeliefert wird. Was auch immer der Grund für diese fette Erstpackung sein mag (vermutlich ist es nur der Schutz vor Rost) - der Schaltfunktion zuträglich ist sie schon mittelfristig nicht. Kommen dann noch Wasser und weiterer Dreck dazu, fängt der Antrieb schnell an zu knarzen. Die schwarze Schmiere landet auch gern mal da, wo man sie gar nicht haben will, etwa an der Wade, an den Händen oder im Inneren des Autos. Abhilfe sollen hier seit ein paar Jahren wachshaltige Trockenschmiermittel bringen; die Verkaufsargumente dafür sind neben dem cleanen Look ein geringerer Verschleiß und weniger Reibungsverlust. Das Problem bei diesen flüssig aufzubringenden Mitteln aus der Flasche: wenn die Kette im Inneren noch gefettet ist, dann bleiben die neuen Schmiermittel nur oberflächlich haften, sind schnell wieder ausgewaschen und verlieren ihre schmierende Wirkung.

Eine Stufe weiter will Molten Speed Wax mit seinem Wachsgranulat auf Paraffinbasis gehen. Paraffin wird letztendlich zwar aus Erdöl gewonnen, vom Hersteller aber als ölfrei angeboten - in deutlicher Abgrenzung zu ölhaltigen Schmiermitteln und durch die feste Form auch zu den neuen Trockenschmiermitteln. Die Idee dahinter: ist das Gemisch erst einmal geschmolzen und an den neuralgischen Punkten an und in der entfetteten Kette angekommen, soll es länger halten und besser und leichter laufen. Klingt erstmal gut. Wir haben den Test gemacht und das auf den ersten Blick recht aufwendige Prozedere für euch durchlaufen. Durchgelaufen sind über das letzte Jahr auch diverse gewachste Ketten auf unseren Bikes, um zu sehen, ob sich der Aufwand lohnt. Weil der nicht ganz unwesentlich ist, machen wir das übrigens immer gleich für ein paar Ketten am Stück. Für nur eine Kette empfehlen wir das schon jetzt nicht!

Anleitung zum Selbermachen

Bevor die neue Kette mit Molten Speed Wax behandelt wird, sollte sie auf einem komplett sauberen Antrieb eingefahren werden. Hierzu bietet sich ein Smarttrainer an; wir haben das zirka eine halbe Stunde je Kette gemacht. Wenn man hierbei alle Gänge durchschaltet, wird die Kette mit ihren Laschen, Rollen und Bolzen erstmalig bewegt und ihr werdet euch wundern, was nachher an schwarzer Schmiere in einem sauberen Lappen landet - bei einer nagelneuen, vermeintlich blitzsauberen Kette, wohlgemerkt. Der Grund dafür ist die Mischung aus Fett und Metallabrieb. Weil die Kette in diesem ganzen Prozess mehrfach an- und abgeht, empfehlen wir hierzu übrigens wiederverwendbare Kettenschlösser und bewusst keinen Nietstift, wie ihn etwa Shimano anbietet. Wir haben mit den Schlössern von YBN samt dazugehöriger Zangen zum Öffnen und Schließen gute Erfahrungen gemacht.

  • Vor dem ersten Entfetten wird die neue Kette eingefahren.Vor dem ersten Entfetten wird die neue Kette eingefahren.
    Vor dem ersten Entfetten wird die neue Kette eingefahren.
    Vor dem ersten Entfetten wird die neue Kette eingefahren.
  • Danach geht sie mit Waschbenzin in ein großes Einmachglas.Danach geht sie mit Waschbenzin in ein großes Einmachglas.
    Danach geht sie mit Waschbenzin in ein großes Einmachglas.
    Danach geht sie mit Waschbenzin in ein großes Einmachglas.
  • Durch Schütteln wird das Fett ausgewaschen.Durch Schütteln wird das Fett ausgewaschen.
    Durch Schütteln wird das Fett ausgewaschen.
    Durch Schütteln wird das Fett ausgewaschen.

Danach geht die Kette in eine erste Ladung Waschbenzin, um das Fett auszuwaschen. Die ersten zwei bis drei Durchgänge ist auch das Benzin schnell tiefschwarz. Bewährt hat sich hierzu ein großes Einmachglas, das man nach jedem Durchgang mit Papiertüchern auswischt, bevor eine neue Ladung sauberes Benzin dazukommt. Das gebrauchte Waschbenzin kann man übrigens prima durch einen Kaffeefilter laufen lassen und wiederverwenden - aber bitte nicht wundern, was für ein Dreck in dem hängenbleibt!

  • Hierbei hinterlassen die ersten Durchgänge tiefschwarzes Waschbenzin.Hierbei hinterlassen die ersten Durchgänge tiefschwarzes Waschbenzin.
    Hierbei hinterlassen die ersten Durchgänge tiefschwarzes Waschbenzin.
    Hierbei hinterlassen die ersten Durchgänge tiefschwarzes Waschbenzin.
  • Das Benzin wird für weitere Durchgänge gefiltert.Das Benzin wird für weitere Durchgänge gefiltert.
    Das Benzin wird für weitere Durchgänge gefiltert.
    Das Benzin wird für weitere Durchgänge gefiltert.
  • So sieht der Rückstand von neuen Ketten aus, die nie draußen gefahren wurden!So sieht der Rückstand von neuen Ketten aus, die nie draußen gefahren wurden!
    So sieht der Rückstand von neuen Ketten aus, die nie draußen gefahren wurden!
    So sieht der Rückstand von neuen Ketten aus, die nie draußen gefahren wurden!

Wenn das Waschbenzin dann klar bleibt und der allergrößte Teil des Kettenfettes ausgewaschen ist, gehen die Ketten gesammelt in ein Ultraschallreinigungsgerät. Durch den Ultraschall, eine möglichst hohe Temperatur von zirka 80 Grad und ein leicht alkalisches Reinigungsmittel wird damit noch das letzte bisschen Fett entfernt.

  • Schon deutlich fettfreier: die Ketten nach dem WaschbenzinbadSchon deutlich fettfreier: die Ketten nach dem Waschbenzinbad
    Schon deutlich fettfreier: die Ketten nach dem Waschbenzinbad
    Schon deutlich fettfreier: die Ketten nach dem Waschbenzinbad
  • Jetzt geht es ins UltraschallbadJetzt geht es ins Ultraschallbad
    Jetzt geht es ins Ultraschallbad
    Jetzt geht es ins Ultraschallbad
  • Hier werden die Ketten final entfettetHier werden die Ketten final entfettet
    Hier werden die Ketten final entfettet
    Hier werden die Ketten final entfettet

Wenn ihr die Kette jetzt mal in die Hand nehmt, dann werdet ihr feststellen, dass sie sich viel weiter ineinander verdrehen lässt als frisch aus der Packung. Schließlich ist sie jetzt eingelaufen, quasi von innen poliert und endlich fettfrei. Und das ist ganz wichtig, weil nur so alle weiteren Schritte greifen und Sinn machen. Nur so kommt das Wachs nämlich überall hin, wo wir es haben wollen, primär von innen an alle beweglichen Teile der Kette, weil hier die meiste Reibung stattfindet.

Hierzu verflüssigen wir das Wachs in einem Schongarer. Den bekommt man für wenig Geld im Netz oder der Haushaltsgeräteabteilung des örtlichen Kaufhauses. Wichtig beim Schmelzen ist eine Maximaltemperatur von 90 Grad, damit das Wachs zwar schön flüssig wird, mehr aber auch nicht. Bei Erstanwendung geht das durch die Granulatform etwas schneller als wenn in den Folgeanwendungen ein Wachsklumpen schmelzen muss. Eine Stunde sollte man am beim ersten Mal aber auch dazu einplanen. Danach sieht das Wachs aus wie flüssiges Altöl, aber es ist fettfrei.

  • Die Kette wird zum Wachsbad auf einen Haken gezogenDie Kette wird zum Wachsbad auf einen Haken gezogen
    Die Kette wird zum Wachsbad auf einen Haken gezogen
    Die Kette wird zum Wachsbad auf einen Haken gezogen
  • Zum Schmieren wird sie nun ein paar Minuten im flüssigen Wachs geschwenkt
Zum Schmieren wird sie nun ein paar Minuten im flüssigen Wachs geschwenkt
    Zum Schmieren wird sie nun ein paar Minuten im flüssigen Wachs geschwenkt
    Zum Schmieren wird sie nun ein paar Minuten im flüssigen Wachs geschwenkt
  • Jetzt lässt man die Kette(n) auskühlen und das Wachs hart werdenJetzt lässt man die Kette(n) auskühlen und das Wachs hart werden
    Jetzt lässt man die Kette(n) auskühlen und das Wachs hart werden
    Jetzt lässt man die Kette(n) auskühlen und das Wachs hart werden

Die entfettete Kette wird dann einzeln auf einen Haken, einen Kleiderbügel oder was ähnliches aufgezogen und ein paar Minuten im Wachsbad geschwenkt. Hierdurch dringt das Wachs überall ein und weil kein Fett mehr im Weg ist, bleibt es auch haften, wenn man die Kette aus dem Bad nimmt und überflüssiges Wachs abtropfen lässt. Wenn man alles richtig gemacht hat, dann sieht man jetzt nur einen leichten Hauch von Wachs auf der Kette, die jetzt erstmal auskühlen muss. Falls eine stärkere Wachssicht haften geblieben ist, ähnlich wie früher am Finger beim Kokeln mit einer Kerze, dann war das Wachs einfach nicht heiß genug. Deshalb die Empfehlung mit dem Schongarer, hiermit geht es ganz einfach so: einschalten, warten, loslegen. Und nachher einfach Deckel drauf und ab in die Ecke bis zum nächsten Mal.

  • Nicht erschrecken, danach ist die Kette erst einmal stocksteifNicht erschrecken, danach ist die Kette erst einmal stocksteif
    Nicht erschrecken, danach ist die Kette erst einmal stocksteif
    Nicht erschrecken, danach ist die Kette erst einmal stocksteif
  • Wir machen die Kette jetzt wieder leichtgängigWir machen die Kette jetzt wieder leichtgängig
    Wir machen die Kette jetzt wieder leichtgängig
    Wir machen die Kette jetzt wieder leichtgängig
  • Hierbei hilf auch ein Rundholz und etwas KraftHierbei hilf auch ein Rundholz und etwas Kraft
    Hierbei hilf auch ein Rundholz und etwas Kraft
    Hierbei hilf auch ein Rundholz und etwas Kraft

Wenn die Kette ausgehärtet ist, dann ist sie erstmal steif wie ein Stock. Nicht erschrecken, das kann man schnell wieder ändern, in dem man sie über ein rundes Holz oder was ähnliches einbricht. Hierzu empfehlen wir ein paar derbe Handschuhe, sonst schneidet man sich die Finger kaputt. Auch wenn sie jetzt immer noch einen recht schwergängigen Eindruck macht: das gehört so und ändert sich gleich beim Einfahren auf dem Rad.

  • Fast geschafft, jetzt muss sie nur noch ans Rad und eingefahren werdenFast geschafft, jetzt muss sie nur noch ans Rad und eingefahren werden
    Fast geschafft, jetzt muss sie nur noch ans Rad und eingefahren werden
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  • Solche Wachsflocken gehören dazu, man kann sie einfach wegpustenSolche Wachsflocken gehören dazu, man kann sie einfach wegpusten
    Solche Wachsflocken gehören dazu, man kann sie einfach wegpusten
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  • Wer mag und wenn die Sonne scheint: PTFE in Pulverform ist das i-Tüpfelchen als TuningWer mag und wenn die Sonne scheint: PTFE in Pulverform ist das i-Tüpfelchen als Tuning
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Wir sind jetzt fast fertig für den Einsatz, allerdings sollte vor einem Wettkampf jetzt noch ein sachtes Einfahren erfolgen, in dem die Kette sich wieder komplett einläuft und alle Bestandteile Spiel bekommen. Ein paar Wachsflocken werden auf Rahmen und Antrieb landen. Das gehört dazu, die kann man einfach wegpusten. Aufpassen sollte man aber beim 11er Ritzel: hier kann sich beim Einfahren etwas zu viel Wachs auf dem Übergang zum 12er sammeln und im schlimmsten Fall springt die Kette unter Last dann gerade im dicksten Gang. Das ist aber ganz einfach mit einem dünnen Schraubendreher entfernt und gut ist.

Ready to ride

So, und jetzt ist man am Ziel und hat eine Kette, die aus unserer Erfahrung locker für 500 Kilometer wartungsfreien Einsatz gut ist. Sie läuft dabei nicht nur mit weniger Reibung als alles mit Öl (und früher oder später Dreck), sondern ist auch leiser und bleibt sauberer. Dadurch verschleißen Kettenblätter und Zahnkränze deutlich langsamer und ihr spart richtig Kohle. Weiterer Vorteil jetzt zur Schlechtwettersaison: auch bei Nässe und ganz hartem Dreckbeschuss hat man hier mehr Freude als mit ölhaltigen Schmiermitteln, die den ganzen Antrieb mit Fett und einer Dreckpackung bedecken. Wir haben übrigens auch im Gelände auf dem MTB und Crossrad gute Erfahrungen mit Molten Speed Wax gemacht. Nach einer nassen Fahrt sollte man die Kette allerdings mit einem trockenen Lappen abreiben. Je nach Güte des Kettenmaterials kann es sonst zu Bildung von Flugrost kommen. Das ist vielleicht der Hauptknackpunkt von Molten Speed Wax: als Rostschutz funktioniert Fett einfach noch besser.

Zutaten

• 1 Beutel Molten Speed Wax mit 450 Gramm Wachsgemisch als Granulat
• Ca. 1 Liter Waschbenzin
• Einmachglas oder ein ähnliches transparentes und verschließbares Gefäß
• Papiertücher
• Ultraschallgerät mit leicht alkalischer Lösung. Ein Gerät mit 2 Litern Inhalt reicht.
• Schongarer zum Schmelzen des Wachsgemisches
• Rundholz und Handschuhe zum wieder gängig machen der gewachsten Kette
• Als I-Tüpfelchen und nur bei absoluter Trockenheit zu empfehlen ist PTFE-Pulver, in dem die Kette gepudert wird

Vorteile

• Wenig Reibung im Antriebsstrang, leichter Lauf
• Bleibt dauerhaft sauber
• Läuft lange leise
• Weniger Verschleiß von teuren Zahnkränzen und Kettenblättern
• Gute Laufeigenschaften auch bei schlechtem Wetter
• Optimal geeignet für Indoor-Training auf dem Smarttrainer. Dies ist eine der wenigen Tuningmaßnahmen, die beim Zwiften durch weniger Reibungsverlust wirklich was bringt
• Bedingt umweltfreundlicher als Öl, das von der Kette nicht mehr in die Umwelt gelangt
• Bei Verwendung von Kettenschlössern wie denen von YBN ist die Kette ruckzuck getauscht. Man kann so mehrere Ketten parallel verwenden, ohne eine nach der anderen totzufahren.
• Kein Idiotenkranz mehr an der Wade

Nachteile

• Initialer Erstaufwand.
• Anschaffung von Equipment.
• Der liebe Faktor Zeit.
• Schlechterer Korrosionsschutz als Fett bei Dauernässe.

Hauptbestandteil von Molten Speed Wax ist übrigens Paraffin. Im Gegensatz zu reinem Paraffin sind es hier aber die Zusätze PTFE und Molybdänsulfit, die für einen leiseren Lauf und eine länge Haltbarkeit sorgen. Wer es bei A-Wettkämpfen und absolut trockenen Bedingungen mit dem Tuning Richtung Performance noch auf die Spitze treiben möchte, der kann seine Wettkampfkette noch in PTFE-Pulver baden, für einen minimal noch besseren Lauf. Die sieht danach dann aus wie ins Backpulver gefallen. Der Einsatz vom Kettenschloss ermöglicht hierbei einen Wechsel innerhalb von Minuten.

Wenn die Kette so ab 500 Kilometer deutlich lauter wird, ist es Zeit für eine Nachbehandlung. Idealerweise wieder mit einem Durchgang Molten Speed Wax. Wenn es schneller gehen soll, dann sind solche Mittel wie das UFO von CeramicSpeed, Squirt oder Dry Fluids ganz passable Alternativen. Was hier aber nie wieder drauf landen sollte, ist alles mit Öl drin.

Fazit

Molten Speed Wax
Modelljahr: 2018/19
Testdauer: 1 Jahr+
+ Reibungsarm und leise
+ Geringer Verschleiß
+ Umweltfreundlicher als Öl
+ Kein Idiotenkranz mehr
o Equipment und Zeitaufwand
- Schlechterer Korrosionsschutz als Fett bei Dauernässe
BB-Urteil: Macht Schluss mit verdreckten Ketten, hält den Antrieb sauber und sorgt für leichten Lauf.


Das Kettenwachsen mit all seinen Schritten mag auf den ersten Blick abschrecken. Und eine definierte Wattersparnis möchten wir hier ganz bewusst nicht postulieren. Fakt ist auf jeden Fall ein dauerhaft leichter Lauf der Kette, kaum Verschleiß von Kettenblatt und Zahnkränzen und ein dauerhaft sauberer Antrieb. Ob nun auf der Straße, im Gelände oder beim Zwiften im Wohnzimmer, hier bleibt alles sauber: Hände, Teppich und Sofa. Und man wird nie wieder mit einem Idiotenkranz an der Wade zum Training erscheinen und sich vor den Jungs zum Affen machen.

Und wenn es im Zeitalter von Keramiklagern und Baumwollkarkassen interessiert: preislich ist das Wachs aus unserer Sicht mit knapp 30 Euro ein Schnäppchen. Vor allem, weil wir mittlerweile locker 20 Ketten mit einem Beutel behandelt haben und im Vergleich dazu die Schmierung mit den marktüblichen Trockenschmiermitteln deutlich teurer geworden wäre - bei aus unserer Sicht schlechterem und weniger langanhaltendem Ergebnis. Für Tuningsfreaks, Vielfahrer und Trainingsgruppen bekommt es deshalb beide Daumen hoch.

Bezugsquelle für Molten Speed Wax Granulat im deutschsprachigen Raum.


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  1. #46
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    ist eine Frage der Menge an Ketten die man auf einmal behandelt - wenn mans nicht bei jeder Kette einzeln macht und die anfängliche Grundreinigung hinter sich hat ist der Aufwand überschaubar (Ketten in den Ultraschallreiniger schmeißen und danach ins Wachs), dauert halt so 3 Stunden. Da muss man aber nicht anwesend sein bzw will mein bei dem Lärm von Ultraschallreinigern auch nicht sein ;-)

    OSPW bzw vor allem die kleinen Pulleys sind absolut überteuert und die Ersparnis nicht wert. Die Leistungsersparnis der Kette bei 250W entspricht der Ersparnis von einem kompletten Ceramicspeed Package inkl Laufrädern, Tretlager und OSPW. Der Reibungsverlust in der Kette steigt relativ stark linear, heißt bei 400W sind es bereits ~10w und somit mehr als die meisten Aerolaufräder bringen..

  2. #47
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    Da reicht ein Gerät mit 2 Litern und bis 80 Grad hoch. Der Schongarer ist so einer Ding: https://amzn.to/33R89wm
    Ein Beutel reicht locker für 15 bis 20 Ketten. Und: der Aufwand ist sicher hoch für eine Kete, macht halt mehrere gleichzeitig.
    Geändert von BigB (15-11-2019 um 10:27 Uhr)

  3. #48
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    Zitat Zitat von BigB Beitrag anzeigen
    So, hier mal meine zwei Cent als Autor des Ganzen:
    Ich fange mal mit dem PTFE-Pulver on top an. Das kann wie geschrieben drauf, muss aber nicht sein. Wie toxisch das in der Verwendung dabei auch sein mag.
    Anhang 206962Anhang 206964
    Sorry dass ich hier a bissl verspätet noch mein Senf dazugeb, aber das stimmt so leider definitiv nicht, im Artikel selber schreibst über das Wachs: "Im Gegensatz zu reinem Paraffin sind es hier aber die Zusätze PTFE und Molybdänsulfit, die für einen leiseren Lauf und eine länge Haltbarkeit sorgen." Erst danach kommt der Satz mit dem zusätzlichem Pulver. Beim Hersteller selber steht das gleiche: "Using fully refined paraffin, DuPont PTFE and the smallest micron size Molybdenum disulfide".

    Dennoch will ich's hier niemandem verbieten (kann i eh ned), aber promoten würd ich es auch ned.
    Beim Aufwand dieser Prozedur wird sich die Verbreitung wohl in engen Grenzen halten. Muss jeder für sich beurteilen.

  4. #49
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    Ja und nein. Das Pulver kann man weglassen, das PTFE im Wachs natürlich nicht. Das ist aber auch nur ein homöopathischer Anteil und wieviel davon dann irgendwo landet, weil er von der Kette abfällt wohl kaum messbar. Aber da ist man dann auch bei der Grundsatzfrage, wie sehr unser Hobby Radsport die Umwelt belastet, inkl. Reifenabrieb auf der Straße, Carbonrahmen aus China und Mikroplastik in der Funktionswäsche. Ich habe zwar auch einen Guppyfriend Waschbeutel, nutze ihn aber zu selten. Und die Alternative Öl mag ich noch viel weniger in die Umwelt püstern. Das gleiche gilt für das Gros aller anderen Reinigungs- und Schmierpräparte am Rad, die man damit nicht mehr benötigt, zusätzlich zur besseren Performance mit dem Molten Speed Wax. Übrigens: Shimano behandelt alle Top-Ketten werksseitig mit PTFE. Und in den meisten Schmiermitteln ob nun mit oder ohne Öl ist das oder was ähnliches auch drin. Zur Not heißt das dann Additiv, Polymer oder sonstwie.

    So, und die Prozedur ist natürlich nur was für geduldige Hartgesottene auf der Suche nach den letzten paar Watt. Oder einer sauberen Kette. Für alle Hektiker und Skeptiker gibt es deshalb ja fertig präparierte Ketten zu kaufen: http://bit.ly/2XoGDnr

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  5. #50
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    Ich stimme Dir zu und schrieb ja auch, dass es sich wohl quantitativ um ein fast vernachlässigbares Problem handelt und man über Grundsatzfragen lange ohne Ergebnis diskutieren kann. I tu's daher hier bewusst nicht.

    Zur Ablehnung der Alternative Öl möchte ich jedoch schon widersprechen:
    Ich verwend seit vielen Jahren das verbreitete Oil of Rohloff, das is als leicht biologisch abbaubar eingestuft. Das hier mehrfach empfohlene Squirt ebenfalls.
    Öle und Wachse - auch Mineralöle und manche synthetische - sind an sich recht gut biologisch abbaubar (gibt unterschiedliche Klassen), auf die Additive und enthaltenen (Schwer)Metalle kommt es an (und natürlich die Dosis, ein Fassl im Ententeich geht si ned aus).
    Es gibt daher neben diversem Polymerzeugs auch zahlreiche Bioschmiermittel. Man hat die Wahl.

    Bei Shimano meinst Du diese Sil-Tec-Beschichtung, oder? Dass die fluoriert ist, war mir nicht bewusst (stimmt aber, grad nachgelesen).
    Da kann ich nur hoffen, dass deren Abrieb großteils in dem üblichen schwarzen Amalgam an Kette und Ritzeln bleibt und mit diesem entsorgt wird (ich bürste das falllweise im Keller runter und saug es ein, selten Reinigung mit Reiniger).

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