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Simplon Inissio Gravel 2020

Simplon Inissio Gravel 2020

02.11.20 06:47 14.125Text: Reinhard HörmannFotos: Michael Meindl (Action), Erwin Haiden (Studio)Mit dem Kürzel "Gravel" stellt Simplon von vorneherein klar, worauf der Fokus bei der Entwicklung des brandneuen Inissio gelegt wurde. Dennoch kann das Bike weitaus mehr.02.11.20 06:47 15.209

Simplon Inissio Gravel 2020

02.11.20 06:47 15.209 Reinhard Hörmann Michael Meindl (Action), Erwin Haiden (Studio) This story is also available in EnglishMit dem Kürzel "Gravel" stellt Simplon von vorneherein klar, worauf der Fokus bei der Entwicklung des brandneuen Inissio gelegt wurde. Dennoch kann das Bike weitaus mehr.02.11.20 06:47 15.209

Kaum ein namhafter Hersteller ist in den letzten Jahren nicht irgendwann in das Segment der Gravel Bikes eingestiegen. Seit dem heurigen Jahr gehören nun auch das Vorarlberger Traditionsunternehmen Simplon und das Inissio Gravel dazu.
Mussten zu Beginn des Trends noch reinrassige CX Räder, gerne auch Gran Fondo Rennräder, als sogenannter „Graveler“ herhalten, so ist die Evolution inzwischen so weit fortgeschritten, dass man mit solchen Kompromissen auf diesem Sektor nicht mehr wirklich konkurrenzfähig ist. Spezifischere Bikes mussten her. Dabei ist die Bezeichnung Gravel (für Schotter) an sich schon irreführend, denn der Anspruch solcher Räder ist inzwischen, dass sie auf vielen verschiedenen Terrains gut bewegt werden können, längst nicht nur auf Schotter.

Die Zugänge dazu sind von Produzent zu Produzent unterschiedlich. Manche setzen auf 28“ Reifen, andere auf 27.5“ oder 29“, und wieder andere auf beide letztgenannte Reifengrößen. Reifenbreiten von 30 mm bis hin zu 50 mm werden angeboten, derzeit läuft allerdings vieles auf einen großen Reifendurchlauf hinaus, um noch schwerere Geländeformen als Auslauf fürs Gravel zu eröffnen.
Auch hinsichtlich der Geometrie ist man sich nicht ganz einig. Ausgehend von aufrecht und komfortabel findet sich fast alles, bis hin zu lang, steif und gestreckt. Es besteht also kein Konsens darüber, was ein Gravel-Bike überhaupt sein soll, oder anders gesagt: „Gravel“ ist nur mehr ein Synonym für Allroad Bike, und Allroad Bikes wiederum sind bestenfalls die viel strapazierten, eierlegenden Wollmilchsäue. Im schlechtesten Fall hat man dann aber einen Tausendsassa ohne echtes Talent vor sich. In der Entwicklung braucht es daher Feingefühl, im Marketing klare Aussagen.

Aus Rennradfahren und Mountainbiken wird Allroad

Ein nicht unwesentlicher Faktor für den Umstieg auf ein solches Rad ist sicherlich, dass der Verkehr auf unseren Straßen immer dichter wird und der Straßenradsport an sich dadurch gefährlicher. Andererseits verhindert die restriktive Haltung einiger Grundbesitzer, Lobbyisten und Politiker in Bezug auf Öffnung unserer Wälder und Berge hierzulande oftmals ein (legales) Mountainbike Vergnügen. Kein Wunder also, dass sich so mancher Radsportler auf die Güter- und Feldwege unserer ländlichen Regionen zurückziehen will, denn hier entkommt man meist dem Stress des Verkehrs genauso, wie den Auseinandersetzungen mit aufgeregten Grünröcken und ängstlichen Wanderern. Viele erleben dabei sogar ihre unmittelbare Heimat als völlig neue Gegend, denn plötzlich bewegt man sich auch abseits der allseits bekannten Routen, das Ende des Asphalts ist nicht mehr gleichzeitig das Ende der Strecke, im Gegenteil.
Was es für diese neue Freiheit braucht, sind durchdachte Räder wie etwa das Simplon Inissio Gravel.

Optik, Technik und Features

Optisch ist das Rad von einem sehr wuchtigen Erscheinungsbild geprägt. Es werden zwei "Farben" angeboten, blau/schwarz und grau/schwarz. Für den Test haben wir uns für das matte und blasse Grau entschieden, und je länger man es in freier Wildbahn betrachtet, umso passender erscheint dieser Pastellton für ein Offroad Bike. Ein wenig Understatement mischt sich hier mit unspektakulärer Eleganz und Zeitlosigkeit.

Wie von Simplon schon bekannt, wird der Rahmen auch beim Inissio Gravel in der Triple-Fusion-Technologie gebaut. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Monocoque, Tube to Tube Verbund und Muffentechnik, wodurch der Materialeinsatz optimiert werden kann. Beim angewendeten Hot-Melt Verfahren werden die Carbonmatten direkt mit Epoxidharz imprägniert, so kommt man ohne zusätzliches Lösungsmittel aus. Die Folge ist ein geringerer Harzanteil, dies wiederum spart Gewicht und sorgt für hohe Steifigkeit und beständige Qualität über Jahrzehnte.
Im Sitzrohr, der Sattelstütze und im stark abgeflachten Oberrohr befinden sich Vibrex Fasern, welche den Komfort signifikant verbessern sollen. Die Kettenstreben sind asymmetrisch und sehr wuchtig designt, zusammen mit den voluminösen Rohren am Tretlager, sowie am Unter- und am Steuerrohr sorgen sie für hohe Steifigkeitswerte und somit für konsequenten Vortrieb. An der Gabel befinden sich die ebenfalls schon hinlänglich bekannten Raptor-Dropouts, auf gut Deutsch rückwärts gezogene Ausfallenden. Diese sind ein probates Mittel für mehr Komfort und verbesserte Agilität bei relativ flachem Lenkwinkel.
Edelstahlprotektoren an den Ausfallenden und auch (antriebsseitig) an der Kettenstrebe schützen den Rahmen im Bereich der Kettenblätter vor etwaigen Beschädigungen. Das Unterrohr wird flächig durch eine klarsichtige Folie vor Steinschlägen geschützt.

  • Die Kettenstreben sind asymmetrisch und sehr wuchtig designt.Die Kettenstreben sind asymmetrisch und sehr wuchtig designt.
    Die Kettenstreben sind asymmetrisch und sehr wuchtig designt.
    Die Kettenstreben sind asymmetrisch und sehr wuchtig designt.
  • Edelstahlprotektoren an den Ausfallenden und auch (antriebsseitig) an der Kettenstrebe schützen den Rahmen vor etwaigen Beschädigungen. Edelstahlprotektoren an den Ausfallenden und auch (antriebsseitig) an der Kettenstrebe schützen den Rahmen vor etwaigen Beschädigungen.
    Edelstahlprotektoren an den Ausfallenden und auch (antriebsseitig) an der Kettenstrebe schützen den Rahmen vor etwaigen Beschädigungen.
    Edelstahlprotektoren an den Ausfallenden und auch (antriebsseitig) an der Kettenstrebe schützen den Rahmen vor etwaigen Beschädigungen.
  • Die integrierten Leitungen und Züge führen direkt durch den Steuersatz in den Rahmen bzw. die Gabel.Die integrierten Leitungen und Züge führen direkt durch den Steuersatz in den Rahmen bzw. die Gabel.
    Die integrierten Leitungen und Züge führen direkt durch den Steuersatz in den Rahmen bzw. die Gabel.
    Die integrierten Leitungen und Züge führen direkt durch den Steuersatz in den Rahmen bzw. die Gabel.
  • Bohrungen für Kotflügel und Gepäckträger sind an Gabel und Rahmenheck vorhanden.Bohrungen für Kotflügel und Gepäckträger sind an Gabel und Rahmenheck vorhanden.
    Bohrungen für Kotflügel und Gepäckträger sind an Gabel und Rahmenheck vorhanden.
    Bohrungen für Kotflügel und Gepäckträger sind an Gabel und Rahmenheck vorhanden.


​​​​​Von der am Testrad verbauten Vorbau-/Lenkereinheit führen die integrierten Leitungen und Züge direkt durch den Steuersatz in den Rahmen, bzw. in die Gabel, das Rad wirkt somit recht aufgeräumt. Alternativ kann jedoch auch ein herkömmlicher Vorbau samt Gravel-Bar mit Flare verbaut werden. Weitere, sehr praktische Details sind die bereits vorhandenen Bohrungen für Kotflügel und Gepäckträger, ebenso wird optional eine Lichtanlage ab Werk angeboten.

Die Geometrie

Simplon, das sei vorweggenommen, geht in Bezug auf die Sitzposition den Weg der goldenen Mitte. Das Oberrohr ist vergleichsweise lang, jedoch deutlich gesloped, was zusammen mit einem relativ hohen Stack für eine sehr komfortable Sitzposition in Oberlenkerhaltung sorgt.
Die hochgezogenen und geriffelten GRX Griffe bieten sicheren Halt im Gelände, die Erreichbarkeit der Schalt- und Bremshebel ist hervorragend. Man sitzt, auch wenn man die Hoods umfasst, recht bequem, jedoch schon deutlich sportlicher.
Während der ersten Anpassungen an meine persönliche Sitzposition erinnert mich das Sitzen auf dem Inissio Gravel plötzlich sehr an den von mir durchgeführten Kiaro Test. Vielleicht ist im Kiaro Rahmen sogar die DNA des Inissio Gravel zu finden, denn auch optisch sind sich diese beiden Räder nicht unähnlich.
Egal, wo man das Inissio Gravel anfasst, man fühlt (und sieht) überall am Rad die hervorragende Qualität in Bezug auf Verarbeitung, Optik und Haptik. Der Carbon-Lenker ist stark abgeflacht, was den Komfort im Gelände nochmal verbessert, der Drop erlaubt dazu eine aerodynamische Position, ohne jedoch den Rücken zu stark zu überspannen.

Geometrie

Rahmengröße 45 49 53 57 62
Sitzrohrlänge 430 470 510 550 600
Oberrohrlänge 523 535 565 585 605
Lenkwinkel 69° 70° 70° 71° 72°
Sitzwinkel 74,5° 74,5° 73,5° 73,5° 73,5°
Steuerrohrlönge 120 135 160 185 210
Kettenstrebenlänge 425 425 425 425 425
Radstand 1025 1029 1050 1061 1072
BB-Drop 67 67 67 67 67
Gabellänge 400 400 400 400 400
Gabelvorbiegung 48 48 48 48 48
Überstandshöhe 715 748 781 812 843
Stack 535 553 577 604 632
Reach 375 382 394 406 418
STR 1,43 1,45 1,46 1,49 1,51

Die verfügbaren Rahmengrößen sind: 45, 49, 53, 57 u. 62 cm. Wer sich, wie ich selbst, zwischen den Rahmengrößen wiederfindet, sollte einen Blick auf die Geometrietabelle werfen. Der 53er-Rahmen ist von den Abmessungen her dem hypothetischen - weil nicht angebotenem - 55er-Rahmen näher, als dies der 57er wäre. Insofern meine Empfehlung, im Zweifel zum kleineren Modell zu greifen.

Die Ausstattung

Wie von Simplon gewohnt, kann man sich sein Rad im Online-Konfigurator auf die eigenen Bedürfnisse und Begehrlichkeiten maßschneidern. Angefangen vom Lenker über Vorbau, Sattel, Sattelstütze, die Farbe, Gepäckträger und Kotflügel, bis hin zu den Laufrädern, einer optionalen Lichtanlage und der Schaltungsgruppe stehen üppig Optionen zur Auswahl.

Die Preise beginnen mit der Shimano GRX 600 Gruppe bei 3.899 Euro, die Variante mit SRAM Force AXS/Eagle kann man ab 4.998 Euro erwerben, und das Testrad kommt in der Topausstattung samt DT Swiss GRC 1400 Spline (1.220 Euro Aufpreis) und der Shimano GRX 815 Di2 auf 6.994 Euro.
Natürlich gibt es auch die Option mit 1fach Kettenblatt, dies ab 4.399 Euro. Das Gewicht bewegt sich je nach Setup zwischen 8,4 und 8,9 Kg, was im Vergleich zur Konkurrenz kein herausragender, aber doch sehr ordentlicher Wert ist.

Tech Specs

Rahmen Inissio Gravel, Shady Grey/Black Gabel Inissio Gravel
Rahmengröße 45, 49, 53, 57, 62 Laufräder DT Swiss GRC 1400 Spline, 42 mm
Lenker/Vorbau Simplon ARC1, 120 mm x 400 mm Reifen Schwalbe G-One Allround 40-622
Lenkerband Bike Ribbon Spugna schwarz Schalt-/Bremsgriffe Shimano GRX 815 Di2
Sattel Selle Italia SLR Kit Carbonio Flow Kurbel Shimano GRX 810-2, 48/31, 172.5 mm
Schaltwerk Shimano GRX 815 Di2 Sattelstütze Simplon Carbon Rod SL, 27.2x400 mm, 15 mm setback
Umwerfer Shimano GRX 815 Di2 Kassette Shimano Ultegra, 11-34Z
Gewicht 8,82 kg (ohne Pedale) Preis € 6.994,-

Unsere Testkonfiguration orderten wir mit (fast) kompletter GRX 815 Di2 Gruppe, GRX 810-2 48/31 Kurbel mit 172,5 mm Länge und Ultegra 11-34 Z Kassette. Dazu wurde der Sattel auf einen Selle Italia SLR Kit Carbonio Flow, die Lenkervorbaueinheit auf Simplons ARC1 in 120 mm x 400 mm und die Laufräder auf DT Swiss GRC 1400-42 mit Schwalbe G-One Allround in der Dimension 40-622 getauscht. Simplons Carbon-Stütze Rod SL mit schlanken 27.2 mm Durchmesser bietet 15 mm Setback. Der Preis für die Individualität: 6.994 Euro.

  • Simplons Lenkervorbaueinheit ARC1 in 120 mm x 400 mmSimplons Lenkervorbaueinheit ARC1 in 120 mm x 400 mm
    Simplons Lenkervorbaueinheit ARC1 in 120 mm x 400 mm
    Simplons Lenkervorbaueinheit ARC1 in 120 mm x 400 mm
  • GRX 815 Di2 Gruppe, GRX 810-2 48/31 Kurbel mit 172,5 mm Länge und Ultegra 11-34 Z KassetteGRX 815 Di2 Gruppe, GRX 810-2 48/31 Kurbel mit 172,5 mm Länge und Ultegra 11-34 Z Kassette
    GRX 815 Di2 Gruppe, GRX 810-2 48/31 Kurbel mit 172,5 mm Länge und Ultegra 11-34 Z Kassette
    GRX 815 Di2 Gruppe, GRX 810-2 48/31 Kurbel mit 172,5 mm Länge und Ultegra 11-34 Z Kassette
  • DT Swiss GRC 1400-42 mit Schwalbe G-One Allround in der Dimension 40-622DT Swiss GRC 1400-42 mit Schwalbe G-One Allround in der Dimension 40-622
    DT Swiss GRC 1400-42 mit Schwalbe G-One Allround in der Dimension 40-622
    DT Swiss GRC 1400-42 mit Schwalbe G-One Allround in der Dimension 40-622
  • Das Gesamtgewicht mit 8,82 kg ist angesichts des robusten Gesamtpakets recht niedrigDas Gesamtgewicht mit 8,82 kg ist angesichts des robusten Gesamtpakets recht niedrig
    Das Gesamtgewicht mit 8,82 kg ist angesichts des robusten Gesamtpakets recht niedrig
    Das Gesamtgewicht mit 8,82 kg ist angesichts des robusten Gesamtpakets recht niedrig

​​​​​Alle Varianten haben gemein, dass ausschließlich mit Scheibenbremse verzögert wird, Steckachsen (12 mm) vorne und hinten sind obligatorisch. Die maximale Reifenbreite wird mit 40 mm angegeben, je nach Schaltgruppe, Felgentyp und Reifen wären jedoch sicherlich auch noch breitere Reifen möglich.

Im Einsatz

Im Praxistest zeigt sich das Inissio Gravel als extrem verlässlicher Partner auf so gut wie allen Wegen. Das Rad fährt sich trotz flachem Lenkwinkel und 40 mm Bereifung (Schwalbe G One TL) sehr spritzig, der steife Rahmen zeigt auch bei harten Antritten keinerlei Nachgiebigkeit, aber vor allem ist der Komfort an Heck wie Front herausragend gut und perfekt ausgewogen. Auch auf groben Schotterpisten ist das Bike sehr laufruhig, nur um beim nächsten Richtungswechsel exakt und willig auf jede Lenkbewegung zu reagieren. Durch den hohen Komfortwert und aufgrund der breiten Reifen werden auch schwere Stöße sehr gelassen vom Rahmen aufgenommen. Das gesamte Fahrverhalten ist im besten Sinn des Wortes neutral und ausgewogen.

Simplon Inissio Gravel
Modelljahr: 2020
Testdauer: 1.950 km
Preis: € 6.994,-
+ Hochwertige Lackierung
+ Gediegene Optik & Haptik
+ Sehr komfortabel
+ Extrem vielseitig
+ Spritzig, steif und agil
+ Laufruhig und ausgewogen
o Preislich in der höheren Kategorie
o Die gängige Rahmenhöhe 55 wird nicht angeboten
- Bremsscheiben melden sich bei scharfen Bremsmanövern
BB-Urteil: Österreichische Interpretation des "jack of all trades".

Die Shimano GRX 815 Di2 Schaltruppe ist über jeden Zweifel erhaben. Die Hoods sind griffig, die Brems- und Schalthebel sehr gut erreichbar. Es gab trotz Einsatz unter härtesten Wetterbedingungen keinen einzigen Kettenabwurf oder Chainsuck, die GRX schaltet schnell, exakt und verlässlich, auch bei schlammigen Verhältnissen.
Die Bremsen der GRX verzögern außergewöhnlich gut, auf Schotter fast schon bissig und lassen sich, dank höherer Bremshebelachse, leicht erreichen und auch mit wenigen Fingern perfekt dosieren. Wermutstropfen sind, einmal mehr, die Shimano Bremsscheiben, welche sich bei scharfen Bremsmanövern (und auch bei Nässe) doch immer wieder akustisch bemerkbar machen. Auch wenn sich die Scheiben schnell wieder geraderichten, ist die Geräuschkulisse mitunter nervig.
Durch die Untersetzung im kleinsten Gang können auch lange und steile Kletterpartien mit hoher Kadenz absolviert werden, beim Abfahren zeigt das Inissio überhaupt keine Schwächen. Die GRX Di2 Schaltung kann via Bluetooth und App (wurde am Testrad nachgerüstet), wie auch via Kabel und PC hervorragend an die Erfordernisse angepasst werden.
Das Nachrüsten mit einem Powermeter von Stages erwies sich als sehr knappe Angelegenheit, denn zwischen Kurbel und Kettenstrebe ist nur sehr wenig Platz für einen Sensor. Mit einem 0,5 mm Spacer ließ sich der Anbau jedoch akzeptabel bewerkstelligen.

Die DT Swiss GRC 1400 Spline Laufräder sind eine sehr gute Wahl, wenn auch der Aufpreis von 1.220 Euro das Gesamtbudget gehörig strapaziert. Die Laufräder sind leicht, steif, mit einem top Freilauf ausgestattet und insgesamt eine gelungene Mischung aus Vortrieb und Komfort, ohne jeden Hang zur Windanfälligkeit.
Mit schmäleren Reifen machen die DT Swiss Spline aus dem Inisso Gravel ein sehr entspanntes (Endurance-) Straßenrad, mit breiten Reifendimensionen kann auch gehörig Gepäck zugeladen werden, selbst leichtere Singletrails lassen dieses Offroad Bike unbeeindruckt. Samt Kotflügel, Lastenträger und Lichtanlage wird so aus einem Gravel Bike recht flott ein perfektes und hoch verlässliches Adventure- und Reiserad.

Fazit

Schlussendlich ist das Inissio Gravel kein Wettkampfrad, weder für Cyclo-Cross, noch für Straßenrennen. Dennoch kann es alles, was es auch können will, außergewöhnlich gut. So wird - dank der vielen cleveren Details - von Marathons auf Asphalt, über ausgedehnte Touren auf Schotter- und Waldwegen, bis hin zu Radreisen und Bike Adventures alles sehr gut abgedeckt. Was es allerdings besonders gut kann, ist höchsten Fahrspaß auf jedem Terrain vermitteln!


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  1. #1

    Simplon Inissio Gravel 2020

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  2. #2
    a proud pascullisti :-) Avatar von witti
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    Ich durfte ja viele Testausfahrten mit begleiten, und so optisch auffällig das Inissio auch ist, so unauffällig war es im Betrieb. Ich kann mich an keine Schaltprobleme oder sonstige Defekte erinnern. Das kurze Klingeln der Scheiben nach den Abfahrten hat Reini schon erwähnt, ist aber tatsächlich gleich wieder weg. Wir waren auf jeden Belag unterwegs und das Inissio fühlte sich augenscheinlich überall wohl, ein feines und modernes Setup ... das erinnert mich daran, dass mein Gravel-Bike schon wieder 5 Jahre alt ist .... wird wohl Zeit für eine Neuanschaffung ....

  3. #3
    an deine schaltprobleme kann ich mich allerdings gut erinnern

  4. #4
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    Hallo,

    ... es gab vorher auch schon ein Inissio. Das wurde nur recht stark ignoriert. Das etwas seltsam geformte Steuerrohr und die tiefer angesetzten Kettenstreben waren halt recht unüblich. Es hatte aber damals schon Features die nicht selbstverständlich waren. Streckachse vo & hi, Aufnahme für Gepäckträger / Kotschützer, angenehme Sitzposition, einen "dämpfenden" Rahmen.. War / Ist ein sehr universelles Rad. Ich habs seit Anfang (2015 ?) im Einsatz und null Probleme. Simplon üblich - teuer aber kein einziger Mogelpart verbaut oder der qualitativ nicht ins Gesamtbild paßt. Der Preis ist längst vergessen - die Qualität spür ich jeden Tag....

    Was mich am neuen reizt ist, daß man auch eine 180er vorne montieren kann.

    Michael

  5. #5
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    Schön dass du die Vorarlberger Radschmiede wieder ins Licht stellst.

    Die hätten schon richtig geile Teile, nur irgendwie seit Jahren zu tief unter dem Rader bzw. im Marketing-Schatten der großen Versender.

    Feines Rad, weg vom (natürlich auch hübschen und technisch perfekten) Canyon/Rose Testdauersieger-Einheitsbrei, gefällt mir.

    Kritikpunkt an dem Rad ist die lieblose Verspiralung der Kabel, es sollte auch in Vorarlberg Schrumpfschläuche geben. Ab einem bestimmten Kaufpreis erwarte ich mir diesen montagetechnischen Mehraufwand.
    Geändert von 6.8_NoGravel (02-11-2020 um 09:20 Uhr)
    Die Wahrheit ist wie Mehlspeise.
    Selbstgemacht einfach am Besten.

  6. #6
    Zitat Zitat von 6.8_NoGravel Beitrag anzeigen
    Schön dass du die Vorarlberger Radschmiede wieder ins Licht stellst.

    Die hätten schon richtig geile Teile, nur irgendwie seit Jahren zu tief unter dem Rader bzw. im Marketing-Schatten der großen Versender.

    Feines Rad, weg vom (natürlich auch hübschen und technisch perfekten) Canyon/Rose Testdauersieger-Einheitsbrei, gefällt mir.

    Kritikpunkt an dem Rad ist die lieblose Verspiralung der Kabel, es sollte auch in Vorarlberg Schrumpfschläuche geben. Ab einem bestimmten Kaufpreis erwarte ich mir diesen montagetechnischen Mehraufwand.
    das mit der teil integration ist ein zweischneidiges schwert. optisch ist voll integriert natürlich das um u auf u gerade bei der carbonlenker einheit eigentlich ein muss (ziemlicher aufpreis) - auf eigenen rädern seh ich das persönlich nicht so gern, weil ich selber viel schraube u da haben mich manche lenker schon wahnsinnig gemacht. dennoch ein kritikpunkt.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Reini Hörmann Beitrag anzeigen
    das mit der teil integration ist ein zweischneidiges schwert.
    ich brauche den integrationshorror überhaupt nicht.

    ich möchte einfach dass ab einer bestimmten preisklasse die kabel und bowden sauberer und schöner verbunden werden. das bezieht sich nicht speziell auf simplon, das können sie fast alle noch nicht.
    Die Wahrheit ist wie Mehlspeise.
    Selbstgemacht einfach am Besten.

  8. #8
    Zitat Zitat von 6.8_NoGravel Beitrag anzeigen
    ich brauche den integrationshorror überhaupt nicht.

    ich möchte einfach dass ab einer bestimmten preisklasse die kabel und bowden sauberer und schöner verbunden werden. das bezieht sich nicht speziell auf simplon, das können sie fast alle noch nicht.
    es ist sicherlich auch eine kostenfrage für die montage, zeit ist halt inzwischen „viel“ geld.
    würde ich das rad für mich persönlich konfigurieren, täte ich mich für das herkömmliche gravelbar (leichtes flare) entscheiden, weil man auf reise viel leichter wieder ins fahren kommt (nach sturz/panne) wenn man teile einfach tauschen kann. da ist dann auch die mechanische schaltung die vernünftigere wahl - wobei die grx di2 ein wirkliches schmankerl ist.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Reini Hörmann Beitrag anzeigen
    da ist dann auch die mechanische schaltung die vernünftigere wahl - wobei die grx di2 ein wirkliches schmankerl ist.
    Ich fahre beides und bin mit beidem zufrieden.

    Pro-Tip aus dem Cyclocrossbereich für die DI2-GRX: wenn du sie einfach fährst, dann stelle dir auf beiden Hebeln die gleichen Schaltfunktionen ein. Damit hast du bei einem sturzbedingten Schaltausfall der rechten Seite immer noch die linke zur Verfügung.
    Die Wahrheit ist wie Mehlspeise.
    Selbstgemacht einfach am Besten.

  10. #10
    Zitat Zitat von 6.8_NoGravel Beitrag anzeigen
    Ich fahre beides und bin mit beidem zufrieden.

    Pro-Tip aus dem Cyclocrossbereich für die DI2-GRX: wenn du sie einfach fährst, dann stelle dir auf beiden Hebeln die gleichen Schaltfunktionen ein. Damit hast du bei einem sturzbedingten Schaltausfall der rechten Seite immer noch die linke zur Verfügung.
    sowas mach ich während der fahrt via app u bt (scherzerl)

  11. #11
    Jalla Jalla! Avatar von bs99
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    Ist der relativ kurze Vorbau der nicht vorhandenen 55er Größe geschuldet oder ist das Rad generell für eher kürzere Vorbauten ausgelegt?
    Wenn ich mir die 62er Größe ansehe, so ist das im Vergleich zum Stack doch ein langer Rahmen. Mit dem üblichen 100-120mm Vorbau würde ich das nicht fahren wollen.
    SUCHE: Carbon Hochprofilfelge Clincher 24h
    VERKAUFE: Hope Mono RS Nabe HR NEU

  12. #12
    das testrad ist ein 57er u die vorbaulänge ist mit 120mm eher lang (bild 28) , oder verstehe ich die frage falsch?

    ein 53er hätte mit auch gepasst u den würde ich mit 180 größe 85cm schrittlänge eher bevorzugen.

    ansonsten kann man die vorbaulänge frei wählen, wenn man nicht die combi nimmt.
    Geändert von Reini Hörmann (02-11-2020 um 15:38 Uhr)

  13. #13
    ich seh gerade, im specc steht 80mm - das ist falsch

    das rad ist auf „normale“ vorbau längen ausgelegt.

  14. #14
    no DISCussion please! Avatar von kapi
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    Bei der Beschreibung der Laufräder dürfte der "Wurm" drinnen sein, es sind verschiedene Bezeichnungen angeführt, zB
    das Testrad kommt in der Topausstattung samt DT Swiss CRC 1400 Spline
    oder
    die Laufräder auf DT Swiss GRC 1400-45
    Ich nehme an es sind in Wirklichkeit GRC 1400-42
    kapi auf Strava

    Ötztaler 2013: 10:00 | 2014: 8:40 | 2015: 8:26 | 2016: 8:21 | 2017: 8:20 | 2018: 8:58 | 2019: 8:24 | 2020: | 2021 ?

  15. #15
    Zitat Zitat von kapi Beitrag anzeigen
    Bei der Beschreibung der Laufräder dürfte der "Wurm" drinnen sein, es sind verschiedene Bezeichnungen angeführt, zB

    oder


    Ich nehme an es sind in Wirklichkeit GRC 1400-42
    das stimmt auch, der wurm kroch hinein, weil der konfigurator pre corona gefüttert wurde u da noch nicht endgültig festgestanden ist, welche komponenten am ende wirklich angeboten werden.

    es sind grc 1400 spline (42mm)

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