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Frisch gelandet: Focus Jam & Thron 2022

Frisch gelandet: Focus Jam & Thron 2022

22.04.21 14:07 1.474Text: Luke BiketalkerFotos: Erwin Haiden, FocusFocus zeigt seine Plattformen Jam und Thron und startet also mit gleich zwei neuen (tatsächlich lieferbaren) Trailbikes in den Frühling.22.04.21 14:07 2.351

Frisch gelandet: Focus Jam & Thron 2022

22.04.21 14:07 2.351 Luke Biketalker Erwin Haiden, FocusFocus zeigt seine Plattformen Jam und Thron und startet also mit gleich zwei neuen (tatsächlich lieferbaren) Trailbikes in den Frühling.22.04.21 14:07 2.351

Laufräder in 29“, robuste Rahmen aus Aluminium und moderne Geometrien, gewürzt mit einer extra Portion Fahrspaß. Focus verordnet dem stressigen „höher, weiter, schneller“ aktueller Enduro-Raketen eine Auszeit und geht mit gleich zwei Trailbikes in Sachen Spaß und Vielseitigkeit in die Offensive. Gänzlich neu im Lineup ist dabei das Thron, eine Federwegs-Kategorie darüber startet das bewährte Jam mit neuen Werten ins Modelljahr 2022.

Die beiden Plattformen teilen vieles an Technologie, sind aber dennoch zwei gänzlich eigenständige Räder. Das Thron mit seinen 130 mm Federweg und der eher konservativ ausgelegten Geometrie richtet sich an Tourenfahrer und Biker, welche nach einem Fully suchen, mit dem man auch als etwas passiverer Pilot und in niedrigeren Geschwindigkeiten auf seine Kosten kommt.
Das neue Jam - jetzt mit 150 mm Federweg - darf sich hingegen voll und ganz ausleben und orientiert sich als All-Mountain mit moderner Geometrie schon deutlich gen technische Trails, wenngleich es sich trotzdem mit Vielseitigkeit (im Einsatzbereich, aber auch in der Zielgruppe) vom High-Speed-Enduro abgrenzen möchte.

Aber beginnen wir bei den Gemeinsamkeiten der beiden Plattformen. Sowohl Thron als auch Jam des neuen Modelljahrs richten sich in ihrer Preisgestaltung an schlaue Rechner. Neueinsteiger, aber auch erfahrene Biker mit schmälerem Budget orientieren sich oft irgendwo zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Exakt jener Bereich, in dem sich auch die beiden Focus bewegen werden.
Darum setzen die Entwickler auch auf robustes Aluminium als Werkstoff für die Hauptrahmen und Hinterbauten. Letztere firmieren bei Focus übrigens unter der Marketingbezeichnung „Focus Optimized Linkage Design“, kurz F.O.L.D..
Für Jam und Thron kam die Kinematik nochmals zurück aufs Reißbrett, bietet nun mehr Progression und wurde an die Feinheiten moderner Dämpfer angepasst. Bisher zu Beginn des Federwegs stark degressiv und erst nach dem Sag-Punkt zum Ende hin progressiv ausgelegt, zeigt sich die neue Kinematik von Beginn an über den gesamten Federwegsbereich stark progressiv. So soll der Hinterbau lebendiger werden und mehr Gegendruck bieten und zusätzlich weniger zum Durchschlagen neigen.

Der Dämpfer sitzt nun horizontal im Rahmen, was Raum für eine große Trinkflasche und eine optional zu montierende Werkzeugtasche schafft. Aus Performance-Sicht verringert die neue Bauweise aber auch die Überstandshöhe und verschafft dem Fahrer so bessere Beweglichkeit am Trail - fahrend, aber auch mit technischen Passagen kämpfend und entsprechend mit den Beinen am Boden.
Beiden Räder gemein ist auch eine kurze Dämpferverlängerung hin zur Umlenkung. Diese ist bei beiden Modellen für ein feineres Ansprechverhalten kugelgelagert, am Jam sitzt ebendort auch noch ein Flip Chip zur Geometrie-Anpassung. Der kleine Chip an der unteren Dämpferaufnahme beeinflusst Sitz- und Lenkwinkel um je 0,5°, verändert den Reach um rund 5 mm und die Tretlagerhöhe um 6 mm.

Die eigens für Jam und Thron entwickelte Cockpit Integration Solution (C.I.S.) erlaubt es, Leitungen und Züge direkt über den Vorbau und durch den Steuersatz ins Innere des Aluminium-Rahmens zu führen. Außerdem wird jedes Jam mit einem passgenauen Tool Bag ausgeliefert. Dieses kann über zwei Schrauben im Dreieck zwischen Ober- und Unterrohr montiert werden. Schlauch, Mini-Tool und, je nach Größe, auch eine Pumpe oder CO2-Patronen finden darin Platz. Was wir uns bereits am Focus Atlas (Review dazu kommt in Kürze) gewünscht hätten, wird hier ürigens bereits Realität: Ein kleiner Klett-Strap an der Basisplatte der Tasche erlaubt es, z.B. das Werkzeug zu verzurren und so für Ruhe in der Gepäckabteilung zu sorgen.
Alle Bikes kommen mit robusten und zuverlässigen Anbauteilen, stets mit Dropper-Post und dem jeweiligen Einsatzgebiet auf den Leib geschneiderten Maxxis-Reifen und Laufrad-Kombinationen (30 mm Felge am Jam, 25 mm Felge am Thron).

Focus Thron 2022

Mit 130 mm Federweg und laufruhigen 29" Laufrädern orientiert sich das neue Thron an der Plattform des alten Jam 29. Ganz bewusst wurde das Rad in seiner Geometrie zwar modern, keinesfalls aber aggressiv gezeichnet. So ist der Reach rund 10 mm kürzer als am großen Bruder, der Lenkwinkel mit 66,5° um einiges steiler und der Sitzwinkel (gemessen auf 750 mm, also ungefähr dort, wo auch tatsächlich gesessen wird) mit 75° eine Nuance flacher.
Die Idee der Entwickler dazu? Längst nicht jeder fährt sein Rad so aktiv wie die Helden der EWS, längst nicht jeder bringt in technischen Passagen genügend Druck auf den Lenker, um nach dem längsten Reach und dem flachsten Lenkwinkel zu verlangen. Gerade Tourenfahrer und Einsteiger, die noch an ihrer Technik feilen, hängen mitunter noch über dem Hinterrad, sind vielleicht ums Eck noch zu steif in der Hüfte. Moderate Geometrien helfen diesen Fahrern dabei, genügend Druck auf das Vorderrad aufzubauen und so auch bei niedrigen Geschwindigkeiten und mit passiver Körperposition mehr Kontrolle über und Gefühl für das Vorderrad zu haben.

Die Entwickler versuchen mit dem Thron also mehr Fahrspaß und ein fehlerverzeihendes Handling in ein einsteigerfreundliches Paket zu packen. Und weil „günstigere“ Räder öfter mal ein Doppelleben abseits des Trails führen, wurde zusätzlich an (versteckte) Montagemöglichkeiten für Seitenständer, Kotflügel und Co. gedacht.

Modelle Focus Thron

Besagte Montagemöglichkeiten ergeben mit dem Thron 6.8 EQP (2.199 Euro) ein tourentaugliches Konzept samt Beleuchtung, Seitenständer und Kotflügel. Ready für den Trail wechselt das Thron 6.8 ebenfalls zum UVP von 2.199 Euro den Besitzer. Mit an Bord sind dann Rock Shox Recon Gold RL und Deluxe Select sowie ein Shimano Deore Antrieb samt MT420 Bremse.
Für 2.799 Euro gibt es mit dem Thron 6.9 - übrigens bereits bei uns in der Redaktion eingetroffen und auch als Fotomodell auf den Bildern zu bestaunen - FOX 34 Float Rhythm Gabel mit GRIP-Kartusche, Float DPS Performance Dämpfer und eine komplette Shimano XT-Gruppe frei Haus. Fair kalkuliert und robust aufgebaut, darf man sich aber auch keine Fliegengewichte erwarten. 15,5 kg respektive 15,7 kg gibt Focus für die wendigen Trailbikes an.

  • Thron 6.8Thron 6.8
    Thron 6.8
    Thron 6.8
  • Thron 6.8 EQPThron 6.8 EQP
    Thron 6.8 EQP
    Thron 6.8 EQP

Focus Jam 2022

Als Allrounder gedacht und darum mit 150 mm an Fahrwerks-Reserven beschenkt, präsentiert sich das neue Jam als All-Mountain im 29"-Format. Das Rad ist eine konsequente Weiterentwicklung seines Vorgängermodells, bekam allerdings eine ordentliche Portion "Downhill-Gene" mit auf den Weg. Denn nun, da dem Jam mit dem Thron ein kleines Geschwisterchen zur Seite steht, durften die Entwickler das Rad ein ganzes Stück kompromissloser zeichnen.
Unterm Strich wurde der Lenkwinkel mit 65,5° (65° dank Flip Chip möglich) ordentlich flacher, Gabeln mit 44 mm Offset halten das Handling aber dennoch agil und verspielt. Der Sitzwinkel wurde mit 76° (76,5° mit Flip Chip) ebenfalls deutlich steiler. Besagte Winkel sind übrigens auf einer Sitzhöhe von 750 mm gemessen und somit auch abseits des Papiers durchaus glaubhaft. Je nach Größe wuchs der Reach dabei gegenüber dem Vorgänger um 10 mm (Small) bis hin zu 45 mm (X-Large) an und misst nun in Rahmenhöhe Medium 450 bis 455 mm (Flip Chip).
Mit all diesen Änderungen wollen die Ingenieure ein Bike geschaffen haben, das sich in verspielter Gangart auf allen Trails zu Hause fühlt und auch vor langen Tagen im Sattel nicht zurückschreckt.

Focus Jam Modelle

Vorerst bietet Focus das Jam in drei Ausstattungsvarianten um ein und denselben Aluminiumrahmen an. Den Einstieg bildet das mit 2.399 Euro ausgeschildert Jam 6.8 mit Rock Shox Revelation RC Gabel und Deluxe Select Dämpfer sowie Sram SX/NX Eagle Mix und G2 R Vier-Kolben-Bremse.
Für 600 Euro mehr bietet das Jam 6.9 (2.999 Euro) eine FOX 36 Float Performance Gabel mit GRIP-Kartusche und einen DPS Float Dämpfer. Gänge wechselt dann Shimanos 12-fach XT, gebremst wird ebenfalls mit XT in Vier-Kolben-Version.
Absolutes Aushängeschild ist das nur für deutsche Kunden direkt im Onlineshop via Click & Collect verfügbare Jam 6.0 LTD. Mit wunderschön gebürstetem Rahmen und kabelloser Sram GX Eagle AXS samt passender Code R Bremsen kommt das auf 50 Stück limitierte Rad auf 3.999 Euro. Dafür gibt es aber auch eine potente Lyric Ultimate RC2 Gabel und einen Super Deluxe Select+ Dämpfer obendrauf.
Alle drei Modelle kommen mit durchaus robusten Anbauteilen und griffigen Maxxis Minion DHF/DHR II. Das schlägt sich dann allerdings auch beim Gewicht von 15,7 (6.0 LTD), 15,8 (6.8) und 15,9 kg (6.9) nieder.

  • Jam 6.9Jam 6.9
    Jam 6.9
    Jam 6.9
  • Jam 6.8Jam 6.8
    Jam 6.8
    Jam 6.8
  • Focus Jam 6.0 LTD
    Focus Jam 6.0 LTD
    Focus Jam 6.0 LTD

Ergebnis 1 bis 5 von 5
  1. #1
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    krieglach
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    Frisch gelandet: Focus Jam & Thron 2022

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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von gabriwa
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    Thron EQP schaut nach einem fetten Trail Ripper aus ❤️

  3. #3
    Asphalt ist Teufelswerk Avatar von muerte
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    Ja leck mich doch einer, >16 kg mit Pedalen. Was ein Trail Ripper sein soll weiß i net, aber de Trümmer ham zu viel auf den Rippen!
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  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von KingM
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    Gut ausgestattete Alu-Räder gibt es leider kaum noch, von daher würde mir das Gefallen. Aber 16 kg geht überhaupt nicht. Solche Räder waren vor 2-3 Jahren deutlich leichter, warum sind die jetzt so schwer?

  5. #5
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    > 16kg, wendige trailbikes... ja genau