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  1. #1
    Chaot #9 Avatar von NoDoc
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    Helmpflicht durch die Hintertür

    So einfach wärs.....

    (1) 1 Jedermann darf auf Privatwegen in der freien Natur wandern und, soweit sich die Wege dafür eignen, reiten und mit Fahrzeugen ohne Motorkraft sowie Krankenfahrstühlen fahren.

    Art 28 Abs 1 BayNatSchG

  2. #2
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    In dem Fall sehe ich das Urteil unter nachfolgender Begündung voll ein

    Es bejahte eine Helmpflicht für das unter rennmäßigen Bedingungen fahrende Unfallopfer, das sich einem besonderen Risiko durch das Windschatten- und das schnelle Fahren ausgesetzt habe
    Quelle: http://www.nachrichten.at/oberoester...r;art4,1503054

    Vor 14 Tagen wäre ich ohne Helm hin gewesen und zu Dünger verarbeitet worden, ohne Fremdverschulden, nur aus eigener Blödheit.
    Der Helm ist hin und damit 200 Euro futsch aber immer noch besser als selber hin oder (für mich persönlich) noch viel Schlimmer ein Pflegefall.

  3. #3
    ' Avatar von feristelli
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    "eineinhalb Meter Abstand" sollen rennmäßige Bedingungen sein und Windschatten bieten?
    Auch wenn ich lieber Kapperl oder Mütze trage, ist mir lieber eine Helmpflicht als ein Windschattenverbot.

  4. #4
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    Zitat Zitat von feristelli Beitrag anzeigen
    "eineinhalb Meter Abstand" sollen rennmäßige Bedingungen sein und Windschatten bieten?
    Wenn "man" oder Frau nicht gerade Profi, Profihobbette oder im Windschattenfahren sehr gut trainierter Radfahrer ist - JA

  5. #5
    fatti con le mani Avatar von NoAhnung
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    vollkommen richtig. und pflicht ists ja noch immer nicht. steht weiterhin jedem frei sich das hirn zu zermatschen. nur mit den (finanziellen) folgen muss dann eben jeder/jede selber fertig werden
    „Wo woa mei Leistung?“

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  6. #6
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    Zitat Zitat von NoAhnung Beitrag anzeigen
    nur mit den (finanziellen) folgen muss dann eben jeder/jede selber fertig werden
    Da hast recht, mit den finanziellen Folgen müssen alle fertig werden, aber das gilt ja nicht nur für den Fall sondern für alle Fälle in denen die Solidarhaftung schlagend wird und somit glücklicherweise der sich zu tode fressende dem sich zu tode sportelnde immer noch gleichgestellt.

  7. #7
    onkl tistof Avatar von bikeopi
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    Zitat Zitat von simplonthepride Beitrag anzeigen
    Da hast recht, mit den finanziellen Folgen müssen alle fertig werden, aber das gilt ja nicht nur für den Fall sondern für alle Fälle in denen die Solidarhaftung schlagend wird und somit glücklicherweise der sich zu tode fressende dem sich zu tode sportelnde immer noch gleichgestellt.


    ps: manchmal möchte man wirklich an der entscheidungskompetenz des ogh zweifeln. wenns so stimmt: selten eine blödere urteilsbegründung gelesen. fast schon als sensationell deppert zu bezeichnen.

    pps: ich bin natürlich für helm tragen - um diese diskussion gehts hier aber nicht, bitte!
    Geändert von bikeopi (17-09-2014 um 21:21 Uhr)
    FOTOSE
    http://fotos.mtb-news.de/u/140789

    Scheibenbremsen auf Rennrädern sind Gefühlssache. Beides kann nicht jeder haben.

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von extremecarver
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    Also ich finde das auch okay in dem Fall. Wäre ähnlich wenn jemand im DH ohne Helm stürzt - oder bei einem MTB Rennen bergab ohne Helm oder halt auf einer Bikeparkstrecke bergab usw...
    Bergauf mit MTB oder Rennradel ohne Windschatten wäre die Entscheidung für mich aber absolut nicht zu unterstützen - bevor nicht auch Autofahrer Helmpflicht bekommen (weil da würds auch viel verhindern, mehr wie die gesamten Airbags).

    Kein Mitschuld aber einfach bitte bei kurzen Strecken, bei gemütlichem dahinradeln, usw.. Wenn ich in der Stadt für 2-3km immer Helm bräuchte - wärs bei uns kein Spaß. In Neuseeland kannst deinen Helm am Radel hängen lassen egal wo (halt 0815 Helm) und der wird nicht geklaut, zumindest nicht wahrscheinlicher als dass dir das gesamte Radel gefladert wird - zumindest sehr sehr unwahrscheinlich. Da ist es okay mit der Helmpflicht. Aber bei uns - würden die Helme nicht lange überleben... Und dauernd Helm mitschleppen wäre extremst kontraproduktiv - noch dazu ist eh nicht so klar wie viel so ein Leichthelm überhaupt bringt... (IMHO hilft der primär vor leichter Gehirnerschütterung - Abschürfungen - und führt evtl zu besserem Sturzverhalten - genauso wichtig bei Sturz sind wahrscheinlich Handschuhe - da man sich dann besser abrollen/schützen kann...).

  9. #9
    fatti con le mani Avatar von NoAhnung
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    Zitat Zitat von simplonthepride Beitrag anzeigen
    Da hast recht, mit den finanziellen Folgen müssen alle fertig werden, aber das gilt ja nicht nur für den Fall sondern für alle Fälle in denen die Solidarhaftung schlagend wird und somit glücklicherweise der sich zu tode fressende dem sich zu tode sportelnde immer noch gleichgestellt.
    seh ich auch so, zu tode fressen und sporteln kann man immer noch mit sucht erklären. und die ist gemäß who definition eine krankheit.

    das "nicht helm aufsetzen wollen" lässt sich wohl schwer mit sucht erklären
    „Wo woa mei Leistung?“

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  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von MalcolmX
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    Mit dieser Argumentation kann man so ziemlich bei jedem Radunfall eine Mitschuld konstruieren.
    Das sich in Wahheit einfach die alte Schachtel verschätzt hat und damit einen Menschen schwer verletzt, ist dann bald sekundär?

    Ich trag beim biken auch immer einen Helm... aber wenn ich in die Arbeit fahre, dann nciht.
    Kaum je treffe ich am Arbeitsweg überhaupt Autos, aber wenn mich eines Tages dann irgendein Psycho niedermäht, bin ich selber Schuld? Gehts scheissen... da kann man auch gleich einfach nur auf den Tod warten...

  11. #11
    Registrierter Benutzer Avatar von herbert12
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    Nur mal zum verständnis warum bergauf oder zur arbeit keinen helm und sonst schon, kann da nix passieren ??*
    2011 7945 km

    2012 Distanz: 8.408,42 km Hm: 66.950 hm 2013 Distanz: 8.381,22 km Hm: 93.331 hm

    2014 Disatnz: 7.136.75 km Hm: 93.270 hm 2015 Distanz: 7.322,18 km Hm: 103.313 m

    2016 Distanz: 6.355,97 km Hm: 94.791 2017 Distanz: 6.019,79 km Hm: 91.643 m

    2018 Distanz: 5127 km Hm 72.703


    zu meiner rechtschreibung usw ich habe es in der schule nicht gelernt ich werde es auch jetzt nicht mehr lernen sorry

  12. #12
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    Hier ein Auszug aus dem Urteil, wer es genauer wissen möchte:

    Die 1923 geborene Beklagte wollte auf Höhe des Hauses Mühlbach 18 als Fußgängerin die 5,8 m breite Fahrbahn der B 151 überqueren. Sie musste zuerst zwei von links kommende Fahrzeuge abwarten. Von rechts kamen zwei (Renn-)Radfahrer, die für die Beklagte bereits erkennbar waren, als sie die Fahrbahn betrat. Infolge einer Fehleinschätzung dachte sie, dass sie die Fahrbahn noch vor den Radfahrern überqueren könne. Sie ging los, wobei sie eine „leicht schräge Gehlinie“ einhielt und eine Gehgeschwindigkeit von 7 km/h erreichte.


    Die beiden Radfahrer näherten sich mit einer Geschwindigkeit von ca 35 km/h. Der Kläger fuhr im Windschatten seines mit ihm befreundeten Vordermanns J***** H*****. Der Tiefenabstand betrug ca 1,5 m, was einer Zeitspanne von 0,15 sec entsprach. Ein solcher „Nachfahrabstand“ bedeutet, dass es bei einer starken Bremsung des Vordermanns zu einem Auffahrunfall kommen muss. Beide Radfahrer trugen keinen Radhelm. J***** H***** konnte aus einer Entfernung von 117 m erkennen, dass auf dem - aus seiner Sicht - links von der Fahrbahn befindlichen Gehsteig eine Person (die Beklagte) stand. Als die Beklagte die Fahrbahn betrat, reagierte J***** H***** mit einer starken Bremsung. Die Bremsverzögerung lag zwischen 3,5 und 5 m/sec² (eine Bremsverzögerung von 5 m/sec² bedeutet für ein Rennrad eine Vollbremsung). Bei Beginn der Abwehrhandlung war er noch ca 25 m bzw 2,5 sec von der Gehlinie der Beklagten entfernt.
    Der Kläger fuhr auf das Fahrrad seines Vordermanns auf und kam - im Gegensatz zu diesem - zu Sturz. Bei einem „Halbsekunden- oder Sekundenabstand“ wäre der Sturz vermeidbar gewesen. Ein solcher Abstand hätte aber nicht mehr einem „Windschattenfahren“ entsprochen.


    Der Kläger zog sich bei diesem Sturz neben einer Abschürfung im Bereich der linken Kniescheibe vor allem schwere Schädelverletzungen zu. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma III mit Bruch des linken Scheitelbeins, Blutungen innerhalb und außerhalb der harten Hirnhaut sowie Quetschungsverletzungen des Hirngewebes. Während der instensivmedizinischen Behandlungsphase entwickelte sich ferner eine Lungenentzündung, eine eitrige Nasennebenhöhlenentzündung, ein septisches Zustandsbild sowie eine Polymyoneuropathie.


    Insgesamt litt der Kläger 30 Tage an starken, drei Wochen an mittleren und acht Wochen an leichten Schmerzen. Dazu kommen künftig (gerafft) weitere vier Monate an leichten Schmerzen, weil der Kläger eine Neigung zu migräneartigem Kopfschmerz entwickelt hat. Außerdem leidet er nun an Epilepsie, auch wenn der Kläger seit 2009 anfallfrei ist. Aufgrund seiner Kopfverletzungen leidet er unter Dauerfolgen, Spätfolgen sind nicht auszuschließen.
    Hätte der Kläger einen Helm getragen, wäre die Schädelfraktur unterblieben. Er hätte zwar eine Gehirnerschütterung erlitten, die schweren traumatischen Hirnverletzungen und deren Folgen wären aber ausgeblieben. In diesem Fall hätte der Kläger zwei Tage mittlere und sieben bis zehn Tage leichte Schmerzen gehabt. Dauer- und Spätfolgen wären nicht zu erwarten gewesen.

  13. #13
    ' Avatar von feristelli
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    Wird bei so einem Fall die Schuld und Mitschuld an einem Unfall oder die (Mit-)Schuld an einer Verletzung gesucht?
    Bei ersterem hat die Tatsache, dass ein Helm nicht getragen wurde, ja wohl keine Relevanz.
    Oder geht's da nur um Versicherungsgeld? Dann kann jemand, der es vorzieht, im Falle eines Sturzes seinen Kopf direkt am Asphalt zu reiben, ruhig auch etwas zu seiner Behandlung beisteuern.
    Geändert von feristelli (17-09-2014 um 22:52 Uhr)

  14. #14
    Back2Blech Avatar von Siegfried
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    Naja, im Vertrauensgrundsatz steht
    "...oder um Personen handelt, aus deren augenfälligem Gehaben geschlossen werden muss, dass sie unfähig sind, die Gefahren des Straßenverkehrs einzusehen ...."

    Je nach dem, wie das jetzt genau hergegangen ist, ob man erkennen konnte, dass es sich um eine Person gemäß obiger Definition handelte, hätte also der Vordermann schon frühzeitig ein Bremsmanöver einleiten können bzw. zur Verhinderung/Minderung des Unfalls beitragen können.

    Dahingehend kann man das mal argumentieren.

    Ein zweiter Aspekt ist, dass mit "Rennrädern" gefahren wurde, die unter gewissen Voraussetzungen ohne StVO-konforme Ausstattung im Verkehr bewegt werden dürfen. Wenn also eine "radsportliche" Nutzung vorlag, dann kann das Gericht der Meinung sein, dass, wie bei allen radsportlichen Veranstaltung verpflichtend, ein Helm hätte aufgesetzt werden müssen.

    Der Argumentation kann man jetzt folgen oder nicht.

    Wenn man dagegenhät, dass es keine "radsportliche Nutzung" war, dann würde die Schuldfrage dahingehend zu stellen sein, ob nicht vorsätzlich mit nicht dafür zugelassenen Fahrzeugen/Fahrrädern am Verkehr teilgenommen wurde? Da sähe die Sache dann ganz schnell ganz anders aus und wäre die Beklagte wohl ganz schnell in der stärkeren Position! Das darf man nicht ausser Acht lassen!

    Ich hab mit dem Urteil auch nicht viel Freude, aber ich kann verstehen, wie´s zustande gekommen ist.

    Meine Bedenken gehen auch in die Richtung, dass hier jetzt ein Präzedenzfall geschaffen wurde, der eine Tür öffnet, die wir Radfahrer so überhaupt nicht haben wollen.

    Ich würde gegen das Urteil jedenfalls vorgehen.

  15. #15
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    Link zum OGH Urteil: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/...V0000_000.html
    Attersee Ortsgebiet, Mühlbach 18, Straße 5,4 m breit, Fußgängerin quert schräg, 2 Rennradfahrer 35 km/h, Abstand zum Vordermann 1,5 m
    Text aus dem Urteil: "J***** H***** (Anm: der Vordermann) konnte aus einer Entfernung von 117 m erkennen, dass auf dem - aus seiner Sicht - links von der Fahrbahn befindlichen Gehsteig eine Person (die Beklagte) stand. Als die Beklagte die Fahrbahn betrat, reagierte J***** H***** mit einer starken Bremsung."
    Link zu Attersee, Mühlbach 18: https://www.google.at/maps/place/M%C...61b2cfd613c3be

    Vielleicht ist es so gelaufen: der Vordermann ("J**** H****") sieht die Fußgängerin von weitem ("117 m") auf dem gegenüberliegenden Gehsteig stehen, denkt sich nix dabei, schaut kurz irgendwo anders hin (Tacho?, Wasserflasche?, zum Hintermann?, Unterlenkerhaltung?, ...) und einen Moment später ist die Fußgängerin auf der Fahrbahn. J**** H**** erschrickt und geht in die Eisen.

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