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Bildbericht Europameisterschaften Graz/Stattegg

Bildbericht Europameisterschaften Graz/Stattegg

31.07.18 19:56 7.785Text: PM, NoManFotos: Bernd Gruber, Roland AuferbauerNach sieben Jahren Jugend-EM waren heuer die Großen an der Reihe. Im Herzen der Landeshauptstadt sowie rund ums bewährte Veranstaltungszentrum Lässerhof stiegen von 26.-29. Juli die European Championships im Eliminator, Team Relay und Cross Country.31.07.18 19:56 7.857

Bildbericht Europameisterschaften Graz/Stattegg

31.07.18 19:56 7.8571 Kommentare PM, NoMan Bernd Gruber, Roland AuferbauerNach sieben Jahren Jugend-EM waren heuer die Großen an der Reihe. Im Herzen der Landeshauptstadt sowie rund ums bewährte Veranstaltungszentrum Lässerhof stiegen von 26.-29. Juli die European Championships im Eliminator, Team Relay und Cross Country.31.07.18 19:56 7.857

Aufgrund der erarbeiteten Kompetenz als Veranstalter hat der Europäische Radsportverband UEC für 2018 und gleich auch für 2020 den Bikeclub Giant Stattegg mit der Durchführung der Cross Country-Europameisterschaften (XCR, XCO) der Erwachsenenkategorien (in der olympischen Disziplin heuer noch ohne Elite-Kategorie) betraut. Für den Bewerb XCE hat der WisoSport Club Graz die Durchführung übernommen.
Somit wartete von 26. bis 29. Juli ein dichtes 4-Tages-Programm mit drei spektakuläre Bewerben in Stattegg sowie mitten in Graz auf die fast 400 Athleten aus 33 Nationen – darunter auch 23 Österreicher.

Team Relay: Italien wird Staffel-Europameister

Den Auftakt der UEC Mountainbike Europameisterschaft bildete der Staffelbewerb. Und dieser Team Relay wurde zum erwartet harten, schwierigen und taktisch geprägten Rennen. Zumal ein alter Bekannter dem Veranstaltungszentrum wiederholt seine Aufwartung machte: immer wiederkehrender Regen.
So war von Anfang an höchste Konzentration geboten – ein Fehler, ein Rutscher, ein Sturz entschied auf den ohnehin schwierigen und diesmal auch noch schmierigen 4,2 Kilometern und 250 Höhenmeter nur allzu schnell über Sieg oder Niederlage. Spannende Aufholjagden, Überholmanöver in sämtlichen Passagen und ein starkes Fahrerfeld machten die Trails in Stattegg zum „Place to be“ für alle Mountainbikeliebhaber.

Am Ende dieser äußerst spannenden Staffel durfte sich das Team aus Italien mit Luca Braidot (Elitefahrer und Startfahrer der italienischen Staffel), Marika Tovo, Filippo Fontana, Chiara Teocchi und Schlussfahrer Juri Zanotti über die Goldmedaille und somit den Europameistertitel freuen. Ein starkes Team aus der Schweiz holte Silber und Dänemark freute sich über Bronze. Neben Medaillen und Blumen für die Damen gab es für die 3 Nationen ein Stück vom Stattegger Trail und den Grazer Hausberg Schöckl in Form einer „Trophäe“ für zu Hause.
„Es war ein Sieg mit vielen Emotionen heute hier in Stattegg“, rekapitulierte Chiara Teocchi bei der Siegerehrung. „Ich habe schon gewusst, dass wir eine starke Mannschaft haben, aber auf so einem Rundkurs kann immer alles passieren. Juri (Anm. Zanotti) ist in der letzten Runde noch einmal richtig stark gefahren. Ich kann nur für uns alle sprechen und danke sagen an das ganze Team – alle haben super gearbeitet und wir haben diesen Titel gemeinsam gewonnen. Wir freuen uns richtig!“
Team Österreich mit Moritz Bscherer, Michael Holland, Laura Stigger, Anna Spielmann und Geburtstagskind Florian Wimmer (mit Max Foidl, der über Nacht erkrankte, fehlte den Österreichern einer der besten Fahrer im Feld) konnte sich am Ende über Platz 7 freuen.

Eliminator: Französische Festspiele

Gleich drei starke Franzosen gegen einen von vielen favorisierten Österreicher; dazu mit der Grazer Innenstadt eine außergewöhnliche Kulisse, und natürlich klar in zwei Lager geteilte Fans. Die Zutaten zu einem rot-weiß-roten Heldenepos beim Finale der XCE-Europameisterschaften in Graz waren angerichtet. Doch dann kam alles anders.
Daniel Federspiel, der erst am Vortag von seinem Arzt die Freigabe zum Start erhalten hatte und sich kontrolliert, souverän und fokussiert ins große Finale gekämpft hatte, wollte alles - und hatte am Ende nichts. Zwei Fehlstarts - Disqualifikation lautete die bittere Bilanz des Tirolers. Der Traum von einem neuerlichen Europameistertitel war zu Ende, noch ehe der Kampf um Gold, Silber und Bronze so richtig begonnen hatte.
"Ich habe alles auf heute ausgelegt. Ich wollte hier voll dabei sein im Finale, sehr gut fahren und mein Bestes zeigen. Es hätte definitiv schlimmer kommen können, wenn ich gar nicht starten hätte können, aber natürlich bin ich ein wenig enttäuscht, das ist ganz klar!" nahms der Doppelweltmeister, der sich zudem mit einem Weltcupsieg tags darauf revanchierte, relativ gelassen.

Der Sieg am Karmeliterplatz und somit Europameistertitel ging mit Perrin Ganier Titouan an den amtierenden Welt- und Europameister. Silber holte Lorenzo Serres, Bronze Simon Rogier (alle Frankreich).
Bei den Damen ging Gold und somit der Europameistertitel mit Iryna Popova an die Ukraine, Coline Clauzure aus Frankreich durfte sich über Silber freuen und Barbora Prudkova strahlte mit der Bronze-Medaille um die Wette.
Am Ende blieben eine traumhafte Kulisse und großer Sport, der mitten im Grazer Stadtzentrum gezeigt wurde, gepaart mit einem emotionalen Wermutstropfen – aber auch gekoppelt an eine positive Überraschung: Gleich drei Fahrer vom organisierenden Verein Bike Club Giant Stattegg überstnaden die Qualifikation. Und mit Franz Josef Lässer kam einer von ihnen sogar eine Runde weiter.

Cross Country: Heimsieg!

Sie hat's geschafft. Laura Stigger wurde ihrer Favoritenrolle in Graz-Stattegg vollauf gerecht und krönte sich zur Junioren-Europameisterin!
Das Rennen am Sonntag Vormittag wurde zum erwarteten Highlight dieses Wochenendes. Schlachtenbummler und Fans aus aller Welt waren zu den Publikumsplätzen angerückt, um mit Fahnen in verschiedensten Farben und Gerätschaften aller Art – Trompeten, Klatschhände, Rasseln – ihre Schützlinge zu sportlichen Höchstleistungen anzutreiben. Und mittendrin die junge Tirolerin Laura Stigger.
Von Anfang an machte die Junioren-Weltmeisterin klar, dass auch der Sieg bei der EM nur über sie gehen kann. Die 17-Jährige kontrollierte das Feld ab dem ersten Tritt von der Spitze weg, baute ihren Vorsprung Runde um Runde aus und meisterte technisch schwierige Teile wie den neuen „Pink Panther Trail“ bravourös und in einer eigenen Linie.

 Je steiler, desto Stigger 

Platz 2 und somit Silber ging an die sympathische Britin und Vorjahres-Jugendeuropameisterin Harriet Harnden. Bronze holte sich Tereza Saskova aus Tschechien.
Weniger Glück hatte Tamara Wiedmann, die das Rennen aufgrund eines Lenkerbruchs leider vorzeitig beenden musste. Anna Lena Wagner erreichte Rang 32.
Laura Stigger: „Es ist einfach immer wieder schön, hier in Stattegg zu fahren. Es war einfach nur gewaltig, wie einen die Fans am Rand der Strecke angefeuert haben. Da schmerzen die Beine gleich weniger, wenn man so eine tolle Unterstützung bekommt. Es ist wirklich ein Traum, das ich hier heute gewonnen habe. Ich kann im Moment gar nicht oft genug sagen wie es mir taugt – es ist einfach super! Ich bin heute wieder so gefahren, wie ich immer fahre – weil es gibt nur ein Gas für mich und das ist Vollgas!“ Ich werde es jetzt in den nächsten Tagen ein wenig ruhiger angehen und mich dann richtig auf die Junioren Weltmeisterschaft im September in Lenzerheide vorbereiten.“

Bei den Junioren holte sich mit dem starken Schweizer Alexandre Balmer ein alter Bekannter die Goldmedaille und somit den Europameistertitel. Platz 2 ging nach einer tollen Aufholjagd an den Italiener Simone Avondetto. Die Bronze-Medaille in dieser Kategorie holte sich der Deutsche Leon Reinhard Kaiser.
Aus österreichischer Sicht glänzte der junge Tiroler Mario Bair mit einem tollen 21. Platz.

Auf die U23-FahrerInnen wartete am Nachmittag bei brütender Hitze ein schwieriges und schweißtreibendes Rennen. Es galt, alles aus sich herauszuholen, um auf den anspruchsvollen Stattegger Trails mit ihren deftigen Höhenmetern und kniffligen Technik-Passagen zu bestehen. Und sie taten das mit unglaublicher Klasse und Entschlossenheit.
Bei den Damen durften am Ende Sina Frei (SUI) über Gold, Marika Tovo (ITA) über Silber und Rocia del Alba Garcia Martinez (ESP) über Bronze jubeln. Rot-weiß-rote Freude gab es am Ende auch durch die tollen Platzierungen von Lista Pasteiner, die mit Platz 15 ein sehr gutes Ergebnis einfahren konnte, und Nadja Heigl, die am Ende 21. wurde.
Bei den U23 Herren freute sich der starke Franzose Joshua Dubau über seine Goldene. Auf Platz 2 strahlte Filippo Colombo inmitten von zahlreichen Fans mit Silber um die Wette, und mit Milan Vader komplettierte ein Mann aus den Niederlanden das Podium bei dieser Europameisterschaft. Neben den strahlenden Medaillengewinnern durften die beiden Österreicher Mortiz Bscherer und Florian Wimmer, die mit den Plätzen 28. und 29. beide unter den TOP 30 zu finden waren, auch mehr als zufrieden sein mit ihrer Leistung.

Bei den Masters-Rennen, ausgetragen bereits am Samstag, war Italien mit insgesamt sechs Europameistertiteln und 13 Medaillen das Maß aller Dinge und die Inno di Mameli geriet nach dem Staffelsieg der Italiener am Donnerstag allmählich zum nationalhymnischen Dauerbrenner bei den Zeremonien vor dem Lässerhof.
Aus österreichischer Sicht konnten der Tiroler Marcell Grüner vom URC Radclub Ötztal mit der Silbermedaille in der Klasse Masters 35-39, Leopold Heigl mit der Bronzemedaille in der Klasse Masters 50-54 und Peter Deppner mit einem starken vierten Platz in seiner Klasse Masters 45-49 aufzeigen.

Die XCO-Bewerbe waren die letzten Medaillen-Entscheidungen unter der Sonne von Stattegg bei dieser Mountainbike-Europameisterschaft. Viele sehr spannende und emotionale Momente, ein buntes Fahrerfeld, verschieden klingende Nationalhymnen zur Ehrung der Sieger und sportliche Höchstleistungen gepaart mit Mountainbike-Sport vom Feinsten machten Graz und Stattegg einmal mehr zu einem überaus würdigen Rahmen und Austragungsort.


Nach sieben Jahren Jugend-EM waren heuer die Großen an der Reihe. Im Herzen der Landeshauptstadt sowie rund ums bewährte Veranstaltungszentrum Lässerhof stiegen von 26.-29. Juli die European Championships im Eliminator, Team Relay und Cross Country.
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