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First Ride: Bosch Performance Line CX Race Limited Edition 2023

First Ride: Bosch Performance Line CX Race Limited Edition 2023

28.09.22 08:07 3.286Text: Ralf HauserFotos: Christoph BayerVor Kurzem noch im Camouflage-Muster getarnt erspäht, präsentierte Bosch im Zuge des finalen EWS-E-Rennens in Finale Ligure nun offiziell den limitierten Bosch Performance Line CX Race-Motor. Inwieweit sich der Motor und dessen Eigenschaften vom regulären Aggregat unterscheidet, durften wir auf einer ersten Runde im Enduro-Mekka bereits ausprobieren.28.09.22 08:07 3.513

First Ride: Bosch Performance Line CX Race Limited Edition 2023

28.09.22 08:07 3.5134 Kommentare Ralf Hauser Christoph BayerVor Kurzem noch im Camouflage-Muster getarnt erspäht, präsentierte Bosch im Zuge des finalen EWS-E-Rennens in Finale Ligure nun offiziell den limitierten Bosch Performance Line CX Race-Motor. Inwieweit sich der Motor und dessen Eigenschaften vom regulären Aggregat unterscheidet, durften wir auf einer ersten Runde im Enduro-Mekka bereits ausprobieren.28.09.22 08:07 3.513

Das Engagement von Bosch in Sachen E-Races ist facettenreich. Einerseits ist der Marktführer seit nunmehr sechs Jahren mit der Bosch eMTB Challenge im Hobbybereich verwurzelt - einer Art Schnitzeljagd für E-Biker. Andererseits sponsern und supporten die Antriebsspezialisten nicht nur mehrere Teams und Fahrer der EWS-E-Rennen und anderer E-Bike Rennserien, sondern bekleiden zusammen mit dem Weltradsportverband UCI auch eine aktive Rolle bezüglich Reglementierung und Etablierung von passenden Rahmenbedingungen für E-Bike Profirennen. Zudem macht sich Bosch für einen sauberen Rennsport stark, mit einheitlichen Regularien und aktivem Vorgehen gegen Tuning.
Insofern verwundert es eigentlich nicht, dass nun ein rennspezifischer Motor präsentiert wurde.

In enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Athleten wie Jérôme Clementz, Tracy Moseley und anderen aktiven Rennfahrern, die unter anderem im jährlichen Entwicklungs-Camp von Bosch direktes Feedback zu verschiedensten Entwicklungen und Setups liefern, arbeitete Boschs Entwicklungsteam an dieser speziellen Version des Performance Line CX-Motors.
Herausgekommen ist der Bosch Performance Line CX Race Limited Edition-Motor mit separatem Race-Fahrmodus. Wohl gleichen viele Elemente der Hardware des CX Race in großen Teilen jenen des normalen CX-Motors, beziehungsweise sind sogar ident. Und doch lassen sich die Vorteile im Fahrbetrieb nicht von der Hand weisen.

Was ist anders, was ist gleich?

Gleich geblieben sind beispielsweise das Magnesium-Gehäuse und die Struktur des Motors an sich. Eindeutige optische Unterscheidungsmerkmale sind das besonders widerstandsfähige graphitgraue Metall-Finish sowie die Logo-Plakette. An den Innereien wurde 150 g Gewicht gespart, womit der CX Race-Motor nun auf ein Gesamtgewicht von 2,75 kg kommt - wobei Bosch sich in Schweigen hüllte, wie genau das erreicht wurde.
Eigen ist auch der Race-Modus, der anstatt der herkömmlichen 340 % bis zu 400 % maximale Unterstützung der Pedalkraft bereitstellt. Weiters wurde das Extended Boost-Feature verlängert, um bei verblockten Pfaden oder besonders großen Hindernissen mittels abgesetztem Treten deren Überwindung nochmals zu erleichtern.

Als Gesamtpaket betrachtet, sorgt die Race-Abstimmung damit für ein energischeres Ansprechverhalten und schnellere Bereitstellung der maximalen Power, um gerade in Situationen wie dem Herausbeschleunigen aus Kurven immer und immer wieder wertvolle Zehntelsekunden oder mehr zu sparen und Zeitvorteile anzuhäufen. Bei oftmals geringen Zeitunterschieden kann dies durchaus den entscheidenden Unterschied zwischen Sieg und first Looser ausmachen.
Zusammen mit dem konstanteren Durchschub durch Extended Boost (welcher bisher nur im eMTB-Modus eingegliedert war) wird in sämtlichen technisch anspruchsvollen Sektionen vom Race-Setup profitiert.

Bei aller Ausreizung der technischen Möglichkeiten war es Bosch wichtig zu erwähnen, dass die CX Race-Version innerhalb aller technischen Normen agiert und keine länderspezifischen Regeln der maximal erlaubten Geschwindigkeit oder Leistung bricht.

Bezüglich Software sind, wie beim herkömmlichen Performance Line-Setup, alle herkömmlichen Fahrmodi vorhanden. Obendrauf ist als Extra-Wahlmöglichkeit allerdings noch der Race-Modus - mit roter Farbcodierung - anwählbar.
Diesen kann man mittels der Bosch Flow-App zusätzlich in seiner Dynamik in plus/minus fünf Stufen, Stärke der Unterstützung, maximaler Geschwindigkeit und maximalem Drehmoment feintunen.

Die Kennzeichnung als Limited Edition ist nicht nur leeres Gerede. Bosch arbeitet eng mit Bike-Herstellern zusammen, damit das CX Race Limited Edition-Paket – von dem pro Hersteller nur ein gewisses Kontingent vergeben wird – nur auf Bikes verbaut wird, die technisch zum Produkt passen und gewisse Anforderungen an ein renntaugliches Bike aufweisen.
Überhaupt sieht Bosch die Race-Variante als eine auf eine kleine Nutzergruppe spezialisierte Entwicklung. Der Durchschnittsbiker wird, zumindest so lange, bis mehr Erfahrung gesammelt wurde, aufgrund der explosiveren Arbeitsweise des Modus und möglicher Überforderung, explizit nicht als Zielgruppe betrachtet.

Erster Fahreindruck

Wirklich viel Zeit stand für die erste Ausfahrt mit dem Bosch Performance Line CX Race Limited Edition nicht unbedingt zur Verfügung. Aber zum Glück liefert Finale Ligure bereits auf kleinem Raum geniale Testbedingungen, welche man anderswo im Regelfall nur - wenn überhaupt - unter weitaus größerem Zeitaufwand vorfinden kann.
Abgesehen davon, ist es im Fahrbetrieb sowieso ziemlich einfach, die Unterschiede zwischen den regulären Fahrstufen und dem Race-Modus zu erspüren ...

Bei jedem Beschleunigungsvorgang schiebt der Motor schnell und scheinbar mühelos und direkt auf höchste Leistung. Gerade beim Herausbeschleunigen aus Kurven fällt dies deutlich auf, und auch beim Beschleunigen in Uphill-Sektionen klettert das Bike äußerst willig Richtung Höchstgeschwindigkeit.
Wirklich überfordert sollten sich meiner Meinung nach die meisten Biker von der Kraftentfaltung eigentlich dennoch nicht fühlen. Der Motor bietet zwar einen Schuss mehr an Agilität, ist aber immer noch als CX-Produkt erkennbar. Und mittlerweile hat Bosch die Kontrolle der Kraftentfaltung seiner Motoren derart gekonnt im Griff, dass man selbst beim Anstarten auf losem Untergrund im Race-Modus nicht fürchten muss, dass das Hinterrad wild durchdreht (außer, man fordert es heraus), oder der Motor Pedaleinflüsse in unkontrollierten Vortrieb umsetzt.

 Massenhaft Kraft und dennoch geschmeidige Modulation 

Der CX Race in der Praxis

Im Zusammenspiel mit der etwas länger andauernden Extended Boost-Funktion spielt das System vor allem beim abgesetzten Treten in stein- oder wurzelgesäumten Sektionen, oder zum Beispiel vor Felsblöcken, seine gesammelte Stärke aus, um die Fahrgeschwindigkeit relativ einfach und flüssig aufrecht erhalten zu können.
Generell ist der Race-Modus auch zu begrüßen, sollte man einmal nicht den korrekten Gang für die Situation gewählt haben oder hinter einer blinden Kurve mit einer unerwarteten Steilsektion konfrontiert werden. Schade nur, dass im Leerlauf auch der CX Race-Motor wie die reguläre Version klappert.

Ein bisschen mit der Bosch eBike Flow App gespielt und die Dynamik des Race-Modus von -5 bis +5 variiert, ändert sich das Verhalten in feinen Schritten, aber in seiner Gesamtheit vor allem mit unabhängig variierbarer Stärke der Unterstützung durchaus spürbar.
Geht man von einer Standard-Einstellung von Stellung 0 aus, wirkt sich die Reduktion stärker aus als die Verstärkung - ein gewolltes Feature von Bosch, da der Race Modus auch in der Standard-Einstellung bereits eine ziemlich schnelle Kraftentfaltung zulässt.

Ein kleiner Abstecher zum "Impossible Climb", wie die Locals den E-Bike Uphill Trail Legnino gerne liebevoll nennen, sollte mein Härtetest an das System werden. Zwar wurde die Linienwahl im Zuge des laufenden EWS-E Events verbreitert und mit Optionen erleichtert; die originale Routenführung über Trial-artige Sektionen zeigt allerdings unweigerlich auf, wie fähig der Race-Modus wirklich ist.
Massenhaft Kraft und dennoch geschmeidige Modulation sind ein Garant für maximale Traktion und Vortrieb. Auch in dieser Hinsicht heimst die neue Erweiterung Bestnoten ein.

Einzig der Gedanke an die limitierte Verfügbarkeit trübt etwas die Stimmung. Auch wenn noch nicht ganz klar ist, welche Preisschilder an Bike-Modellen mit dem CX Race-Motor hängen werden, ist anzunehmen, dass man tief in die Taschen greifen müssen wird, um an den neuen Race-Modus zu gelangen.
Ob Rennfahrer oder nicht - und ist man ehrlich, ist klar, dass die Anzahl an nicht-wettkämpfenden E-Bikern jene an aktiven E-Bike-Racern zumindest momentan noch weit überproportional übertrifft: der Race-Fahrmodus ist ohne Frage eine echte Aufwertungen gegenüber den gängigen Modi des regulären Performance Line CX-Modells. Kennt man erst einmal den Unterschied, wird dieser als zusätzliche Option zu den herkömmlichen - und immer noch relevanten - Fahrmodi bei der Standard-Variante kläglich vermisst werden. Ob nur von versierten Fahrern, oder selbst von Neulingen, wird die Zeit vermutlich weisen ...


Vor Kurzem noch im Camouflage-Muster getarnt erspäht, präsentierte Bosch im Zuge des finalen EWS-E-Rennens in Finale Ligure nun offiziell den limitierten Bosch Performance Line CX Race-Motor. Inwieweit sich der Motor und dessen Eigenschaften vom regulären Aggregat unterscheidet, durften wir auf einer ersten Runde im Enduro-Mekka bereits ausprobieren.
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Interessant zu lesen, merci fürs Durchtesten dieses Teils!

 

Interessant auch zu wissen: Der PWX-2 von Yamaha bzw. die leicht umprogrammierte SyncDrive²-Variante davon in den Giant-Modellen verfügt längst - nämlich seit mehr als eineinhalb Jahren - über die offenbar bestimmenden 400 % an Kraftverstärkung. Damit schafft ein durchschnittlich trainierter E-Radler im körperlichen Rennmodus 1300 Hm in etwas mehr als einer halben Stunde. :)

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