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Mission to Race

Gemeinsam das Abenteuer Marathon wagen? Renn-Novizen und alte Hasen berichten über den Reiz des Neuen und die Kraft der Gruppendynamik.
Text: NoMan Fotos: RICH:ART, sportograf.com

Anfang der Saison lancierte die Trek Mountainbike Challenge eine attraktive Mitmach-Aktion, um frisches Blut in die Teilnehmerreihen von Österreichs größter Rennserie zu bringen und die Starterfelder generell wieder zu verbreitern. Bikeboard.at nimmt das fertig absolvierte, erste „Challenge-Drittel“ zum Anlass, nachzufragen: Aktion erfolgreich, Ziel erreicht?


Mission to Race heißt die Kampagne, und wendet sich, so Hubert Hager, Marketing-Manager bei Trek, "an Marathonfahrer, die bei ihrem sonntäglichen Kräftemessen noch mehr Spaß haben wollen und Mountainbiker, denen bis dato der entscheidende Anstoß zum Bestreiten eines Marathons gefehlt hat". Denn viele Mountainbiker würden zwar nach Feierabend oder bei Wochenend-Touren unzählige Kilometer abspulen, alleine oder von sich aus aber an keinem Rennen teilnehmen, erklärt der Challenge-Sponsor.
Konzipiert als Fahrer-werben-Fahrer-Aktion, sollen sowohl die frisch gebackenen Racer profitieren, als auch die "altgedienten" Marathon-Teilnehmer, die Neu- und Wiedereinsteiger zum Start bei Rennen der Trek Mountainbike Challenge motivieren.
Es winken attraktive Preise von einer kompletten Trek-Bekleidungsausstattung über Challenge-Saisonkarten bis zu einer Reise für zwei Personen zum Marathon 2012 nach Gran Canaria. Je mehr Freunde dabei ein Werber bringt, desto höher sind seine Erfolgsaussichten. Und je öfter seine Freunde an Challenge-Rennen teilnehmen, desto größer auch deren Gewinnchancen.

Das eigentliche Mitmach-Argument sieht Challenge-Koordinator Martin Huber aber im Marathon-Erlebnis selbst: "Gemeinsam mit einem Freund bei einem Marathon zu starten, hat eine besondere Qualität und birgt Erzählstoff für ganze Heldensagen", schmunzelt der Mit-Initiator der Kampagne. Und der muss es wissen, hatte er doch immer schon eine Begabung, Freunde und Bekannte zu mitunter absurden Sportausflügen zu überreden. Ehrensache, dass der Trophy-Organisator auch in Sachen Mission to Race seine Netze ausgeworfen hat.
"Jaja, der Martin hat mich auch früher schon reingehusst in solche Aktionen", lacht Günter Klein. Der 52-Jährige war Hubers erstes "Opfer", ist seinem Freund deswegen aber mitnichten böse - im Gegenteil. Paradebeispiel für einen frisch vom Rennvirus infizierten, hat der Salzburger dank Mission to Race eine neue Leidenschaft entdeckt.


Martin Huber (li.) hat Günter Klein (Mitte) geworben, der wiederum den Freund seiner Tochter (re.) geworben hat. St. Veit war auf diese Weise trotz Regens ein Riesenspaß.

"Marathons zu fahren ist total lustig, total anstrengend, ziemlich abenteuerlich, und man hat eine narrische Freude, wenn man ins Ziel kommt", sprudelt es aus dem AK4-Fahrer heraus. "Wenn da ein paar hundert Leute starten und sich dann mit einem Affenzahn die Wege und Wurzeln runterstürzen, da liegt schon ordentlich Adrenalin in der Luft." Selbst mit 100 kg Kampfgewicht gesegnet, zählt für Günter Klein primär das Ankommen und Bewältigen von 1.500 Höhenmetern und mehr; speziell bergab allerdings lässt er's gerne auch ein wenig krachen. "Diese Singletrails, die man bei einem Rennen fahren kann, die sind ja zum Juchizen", weiß der spätberufene Rookie - sein erstes Mountainbike kam vor vier Jahren ins Haus - vor allem die abwechslungsreichen Strecken zu schätzen.
Mittlerweile hat sich Günter Klein ein neues, leichtes Trek-Fully gekauft und das Erreichen der Challenge-Gesamtwertung - also das Finishen bei mindestens fünf Rennen - zum Ziel gesetzt. Ob die Kampagne Mission to Race, abgesehen von der Initialzündung, hierzu etwas beiträgt? "Für mich ist die Aktion ein zusätzlicher Ansporn, öfter mitzufahren. Generell beginnt ja mit dem Rennfahren ein Kreislauf: man wird aktiver, bewegt sich mehr, setzt sich höhere Ziele. Mir ist es wichtig, durchzukommen, eine klasse Strecke zu fahren und eine Gaudi dabei zu haben. Aber sobald eine gewisse Fitness vorhanden ist, schaukelt sich das ja auf, und es kommen erste Überlegungen wie "nächstes Jahr vielleicht die Classic"?"
Günters Frau begegnet der neuen Leidenschaft eher sorgenvoll, weiß sie doch um die wilde Seite ihres Mannes. Von anderen Gleichaltrigen hingegen erntet der frischgebackene Marathon-Fahrer vor allem Bewunderung. Und seinen Schwiegersohn in spe hat Günter mittlerweile ebenfalls infiziert. "Ich hab ihn halt mal zum Biken mitgenommen. Jetzt redet er schon davon, die Trophy mitzufahren", glaubt der vom Geworbenen zum Werber Avancierte, dass allein die eigene Begeisterung genügt, um andere einfach mitzureißen.

  • Hinter jeder Frau und jedem Mann ...Hinter jeder Frau und jedem Mann ...
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  • könnte ein enthusiastischer Marathon-Biker stecken!könnte ein enthusiastischer Marathon-Biker stecken!
    könnte ein enthusiastischer Marathon-Biker stecken!
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  • Günter Klein kam (nach St. Veit), sah (die Berge und Trails) und siegte (über sich selbst).Günter Klein kam (nach St. Veit), sah (die Berge und Trails) und siegte (über sich selbst).
    Günter Klein kam (nach St. Veit), sah (die Berge und Trails) und siegte (über sich selbst).
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  • Trotz Schlechtwetters bester Dinge und auch gleich in Garsten wieder am Start!Trotz Schlechtwetters bester Dinge und auch gleich in Garsten wieder am Start!
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Verbindet einen Kunden-Event mit Freizeit-Vergnügen, und beides zu einer Charity-Aktion: Biking 4 Butterfly Children.

Kettenreaktionen wie diese erlebt Andreas Engelhardt nicht erst, seit es Mission to Race gibt. 2006 hat der Vater zweier gesunder Kinder sozusagen aus Dankbarkeit die Aktion "Biking 4 Butterfly Children" ins Leben gerufen. Was damals als Incentive mit Charity-Background für Kunden im IT-Bereich begann, ist heute Österreichs größte Spendensammlung für Schmetterlingskinder. Über 82.000 Euro konnten bis dato mit Hilfe der Veranstalter der Babenberger Trophy, der Salzkammergut Trophy und der Worldgames of Mountainbiking an Debra Austria übergeben werden.
2011 stehen neben den "Klassikern" in Saalbach Hinterglemm und Bad Goisern auch noch das 24H-Rennen in München und die EM in Kleinzell am B4BC-Programm, das von Sponsoren, die Fixbeträge pro geradeltem Kilometer spenden, genährt wird. 850 E-Mail-Adressen umfasst Engelhardts durch jahrelanges Netzwerken und Dranbleiben aufgebauter Verteiler mittlerweile, und hinter jeder einzelnen steht ein Mountainbiker, der seine Marathon-Teilnahme zumindest einmal schon den Schmetterlingskindern gewidmet hat. Nicht alle davon sind Rookies - die Liste umfasst auch bekannte MTB-Größen wie Thomas Widhalm oder Markus Hahn. Aber auch und vor allem die Neueinsteiger sind "schuld" daran, dass Andreas Engelhardt derzeit die M2R-Liste anführt, was die Anzahl Geworbener (neun nach drei Rennen) betrifft.


Andreas Engelhardt ist der momentan fleißigste M2R-Werber.

Dem Wiener selbst ist dieser Umstand eher unangenehm. Nicht nur, weil Mission to Race "eher zufällig mitläuft", wie er gesteht. Sondern auch, weil er lieber seine Sache als sich selbst publik macht.
Umso schneller zieht er deshalb "einen typischen Mission to Race-Vertreter" aus dem Talon: Harald van Zee, Holländer, 1983er-Jahrgang. In Kleinzell hat der bisherige "Wienerwald-Biker" seine Marathon-Premiere absolviert, und ist seither Feuer und Flamme - obwohl er noch gar nicht bei den "großen" B4BC-Zusammenkünften, sprich: Bad Goisern und Saalbach Hinterglemm war, wo neben dem Rennfahren an sich eine eigene Nummernausgabe und Abendveranstaltung das Wir-Gefühl der Schmetterlingskinder-Racer stärkt.
"Harald hat sich 2010 sein erstes Mountainbike gekauft. Er ist kein Paradeathlet, beim Granitmarathon war er unter den Schlusslichtern auf der Small - aber happy", erzählt Engelhardt. Im Ziel hätte ihn begeistert, was so vielen seiner Premierengäste gefällt: "das Gemeinschaftsgefühl und die Gruppendynamik, die sich entwickelt bei einer Bandbreite vom Neueinsteiger bis zum Pro."
In Goisern will sich der Endzwanziger an der Mitteldistanz versuchen, und auch ein Saisonziel hat er mittlerweile fixiert: die Teilnahme an einem Dünen-Marathon, back home in the Netherlands.

Vernimmt man diese Geschichten, scheint das Ziel von Mission to Race, Menschen außerhalb des üblichen Teilnehmerkreises für einen MTB-Marathon zu motivieren, mehr als erreicht.
Qualitativ mag das auch stimmen, quantitativ sieht Martin Huber aber nach wie vor Handlungsbedarf. "Das Feedback der Neueinsteiger ist äußerst positiv, viele hatten bei ihrer Rennpremiere Spaß und möchten sich an weiteren Marathons versuchen. Aber zahlenmäßig sind wir noch nicht dort, wo wir sein wollten", gibt der Challenge-Koordinator zu.

Mit Serien-Marathon Numero vier am 25.6. in Maria Lankowitz naht die nächste Chance, die momentane Bilanz aufzubessern. Und wer weiß, vielleicht entsinnt sich ja jetzt auch manch Bikeboard-Leser eines Freundes oder einer Freundin, der oder die dringend bewegt und begeistert gehörten - wenn nicht ad hoc für den Stubalpen-Marathon, dann vielleicht (mit etwas mehr Zeit für die Überredungs- und Überzeugungsarbeit) für Pöllau?
Sogar für eine Aufnahme in die Challenge-Gesamtwertung ist es dann noch immer nicht zu spät ...

Zur Info und als Ansporn hier nochmal die M2R-Fakten:


Teilnahmeberechtigt sind neue Marathon-Teilnehmer und Wiedereinsteiger, die 2009 und 2010 keinen Challenge-Marathon gefahren sind. Im Anmeldeformular müssen sie den Namen und die E-Mail-Adresse jenes Freundes angeben, der sie für das Rennen geworben hat.

Als Hauptpreis winkt eine Einladung für zwei Personen (Gewinner und sein Werber) zum Mountainbike-Marathon 2012 nach Gran Canaria inklusive Flug, Marathon-Teilnahme, einwöchigem Aufenthalt in einem Viersterne-Hotel mit Halbpension und Trikot von Trek.

Die drei fleißigsten Werber - es zählt die Anzahl der Starts ihrer Freunde - bekommen eine Ausstattung von Bontrager im Wert von über 400 Euro (Lithos-Helm und RLX-Radschuhe sowie TREK World Racing Jersey und Radhose). Und auch jene drei Neu- oder Wiedereinsteiger, die 2011 die meisten Rennen beenden, werden belohnt: Sie erhalten eine Challenge-Saisonkarte für das Jahr 2012. Bei gleicher Rennanzahl von mehr als drei Kandidaten entscheiden die absolvierten Kilometer.

Der Hauptpreis wird nach Saisonende unter allen Geworbenen verlost. Anzahl und Eifer der Neu- und Wiedereinsteiger beeinflussen dabei die Gewinnchancen - und zwar auch jene der Werber.
Beispiel: Ein Werber, der fünf Freunde bringt, hat die fünffache Gewinnchance. Wenn diese fünf Freunde jeweils fünf Rennen fahren, ergibt dies für sie die fünffache Gewinnchance, für den Werber die 25-fache.


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