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Neue MTB-Touren im Dachstein Salzkammergut

Neue MTB-Touren im Dachstein Salzkammergut

15.09.22 07:05 33Text: NoManFotos: Erwin HaidenMit herbstlichen Empfehlungen: In der Heimat der Salzkammergut Trophy wurde das Streckennetz erweitert. Neue Routen und Verbindungen rund um Bad Goisern, Gosau, Bad Ischl und Obertraun versprechen Landschaftsgenuss mit Kulinarik-Plus.15.09.22 07:05 1.420

Neue MTB-Touren im Dachstein Salzkammergut

15.09.22 07:05 1.4207 Kommentare NoMan Erwin HaidenMit herbstlichen Empfehlungen: In der Heimat der Salzkammergut Trophy wurde das Streckennetz erweitert. Neue Routen und Verbindungen rund um Bad Goisern, Gosau, Bad Ischl und Obertraun versprechen Landschaftsgenuss mit Kulinarik-Plus.15.09.22 07:05 1.420

Wenn die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, bricht für Mountainbiker die oft schönste Zeit des Jahres an. Erst recht im Inneren Salzkammergut, wo sich zu einer atemberaubenden Landschaft mit einem gefälligen Mix aus Bergen, Seen und Wäldern zumeist sehr stabile Hochdruckwetterlagen gesellen.
Dann räkelt sich hier die Weltkulturerberegion förmlich im milden Herbstlicht: das mächtige Dachsteinmassiv mit seinen riesigen Schauhöhlen, spektakulären Aussichtsterrassen, wilden Kämmen und weißen Gletschern; das pittoreske Hallstatt samt Salzwelten, Beinhaus und Gräberfeld; des Kaisers mondänes Refugium für alle Zeit, Bad Ischl; die eilig fließenden, teils stürzenden oder ruhig glitzernden Wasser von Hallstätter See, Waldbachstrub oder Traun; die in prächtige Farben getauchten Waldhänge von Raschberg, Kalmberg und Co.; und erst recht die blühenden Astern, Dahlien und Erika in den Vorgärten und Balkontrögen unten im Goiserer Tal.

 Berge, Seen, verfärbte Wälder 

Die herbstlichen Hauptdarsteller im Salzkammergut

Sieben neue Touren

Mountainbike-touristisch erschlossen wird all diese Pracht seit jeher durch ein landschaftlich höchst attraktives Forststraßen-Netz. Rund 800 Kilometer umfassen die einschlägigen Routen, welche sich aus den ca. 200 Kilometern freigegebener Forststraßen kombinieren lassen. Und 2022 wurden es noch ein wenig mehr.
Bereits 2021 hatte der Toursimusverband Inneres Salzkammergut nämlich mit Unterstützung vom Land Oberösterreich das Projekt „Biken im Dachstein Salzkammergut“ gestartet. Dessen Ziel war es, das bestehende Angebot zu analysieren, digitalisieren, markieren, und, wenn nötig, erweitern.
Für 2023 sind deshalb erstmals in der Region um Bad Goisern kleinere Trailbauten und Shared-Trail-Varianten in Planung. Und bereits heuer realisiert wurde zum einen die Neubeschilderung gemäß Salzburger Modell, sowie – siehe die folgende Übersicht – manch frischer Zugang zu bekannten Highlights und Zielen.

Als besonderes Zuckerl entstand im Juni ein Lückenschluss von den historischen Schleifsteinbrüchen bei Gosau bis zur Hinteren Grubenalm. Die Abfahrt Richtung Gosausee ist somit ohne Umwege und zusätzliche Höhenmeter möglich, und ein Besuch des oben angrenzenden, wahrlich faszinierenden Naturschutzgebietes Löckermoor noch naheliegender.
Offiziell eingepflegt, etwa in die Seekar Runde (27 km/700 Hm), wird diese neue Verbindung erst nächstes Jahr. Faktisch nützen aber schon jetzt viele die neue Variante Richtung Hintere Grubenalm, wenn sie zu einem Einkehrschwung auf die idyllisch gelegene Badstum Hütt’n abzweigen.

Die Neuen im Überblick

Ebenfalls wie die soeben genannte Seekar Runde in den nordwestlichen Ausläufern des Dachsteinmassivs angesiedelt, jedoch nicht der „Gosinger“, sondern der Hallstätter Seite zugewandt, ist die Hallstätter 3-Almen Tour.
Wie die Fangarme eines Tintenfisches spreizt sich deren Route über die Hänge von Grünkogel, Plassen und Hohe Scheibe und besucht dabei, jeweils in Stichroutenform, Grubenalm, Rossalm und Sattelalm. Doch Obacht: Eine Möglichkeit zur Einkehr bietet nur die – übrigens sehr idyllisch gelegene und urige – Rossalm, es ist deshalb angesichts des Gesamtpensums von 52 km/1.900 Hm ratsam, ausreichend Proviant und Trinken mitzuführen!

Gestartet wird, nicht zuletzt, um sich vor der Auffahrt durch das wildromantische Echerntal samt beeindruckendem Wasserfall ein wenig warmstrampeln zu können, in Obertraun.
Begeistern kann diese Tour einerseits durch ihre Einsamkeit und reizvollen Ausblicke u.a. auf den Hallstätter See und das Dachsteinmassiv. Andererseits bieten das Echerntal mit seinem Gletschergarten und die Sattelalm-Auffahrt mit ihren alten Salzstollen Möglichkeiten, seinen erdgeschichtlichen und kulturhistorischen Horizont zu erweitern.

Kulinarischen Genussspechten sei eine andere Ecke des Inneren Salzkammerguts empfohlen – nämlich die auf knapp 1.000 m Seehöhe malerisch über Bad Ischl und dem Rettenbachtal gelegene Hoisnradalm.
Wahlweise von der Kaiserstadt (33 km/800 Hm) oder Bad Goisern (33 km/890 Hm) aus anzusteuern, liegen hie zumindest zwei, da sogar jedenfalls drei Raststationen am Weg, an denen vorbeizueilen gewiss mit schlechtem Karma auf Lebenszeit geahndet werden würde.
Darum jedenfalls eingekehrt in dem beliebten, namensgebenden Almgasthaus mit herrlichem Blick auf Bad Ischl und bis zum Wolfgangsee sowie auf einen Steckerlfisch in der Fischbrathütte an der B145 am Rückweg zum Ausgangspunkt, wenn man die Runde in der Kaiserstadt beginnt. Nach dem Warmfahren im Rettenbachtal und der steilen 500-Hm-Auffahrt durchs Grabenbachtal ist beides jedenfalls wohlverdient.

Wer in Goisern startet, muss anfangs sogar gute 700 Hm am Stück meistern (wobei: schon nach dem ersten Drittel würde die Rathluck’n Hütte für einen Abstecher locken), wird am Hütteneck aber dafür mit sensationeller Aussicht und herrlichen Schmankerln belohnt. Und nach der Überfahrt zum Hoisnrad, wo sich dann ja beispielsweise die Nachmittagsjause einnehmen ließe, wartet unten im Tal schon der Weissenbachwirt mit dem Abendessen – es muss ja nicht unbedingt der mindestens so deftige wie köstliche Schweinsbraten sein …

In ähnlichen Gefilden wie die Letztgenannte verweilt die Predigtstuhlrunde. Und wiewohl man auch auf deren 31 km und 820 Hm gewiss nicht verhungern wird (es stehen bereit: Halleralm für ein zweites Frühstück, Hütteneck als optionaler Highest-Point-Abstecher und kurz vorm Ziel erneut der Weissenbachwirt, diesmal vielleicht mit Hirschgulasch?), zieht sie ihren „Pflichtrundenstatus“ weniger aus den kulinarischen Gegebenheiten, denn aus landschaftlichen.

Hinauf geht’s nämlich, obschon man sich generell auf der Sonnenseite Bad Goisern bewegt, anfänglich über die schattige, gemütliche Leislingstraße entlang des Zlambachs.
Und nach dem teils steilen Intermezzo über Flohwiesen und Roßmoosalm wartet mit der Fahrt zur und durch die Ewige Wand ein Weg, der sowohl fahrtechnisch kleine Herausforderungen bietet, als auch ganz großes Landschaftskino. Nicht umsonst ist dieser Abschnitt sozusagen der „Signature Trail“ der Salzkammergut Trophy!

Fahrtechnisch noch ein wenig mehr zur Sache geht’s bei der Gamsöfen Runde – allerdings erst gegen Ende der Tour mit insgesamt 36 Kilometern und 990 Höhenmetern, und über einen durchaus überschaubaren Streckenabschnitt (die namensgebenden Gamsöfen), den weniger Versierte auch einfach schiebend bewältigen können.

Ewig schade wäre es jedenfalls, diese Strecke aufgrund des kurzen, mit grobem Geröll übersäten Trailabschnitts nicht in Angriff zu nehmen.
Immerhin warten davor und ausgehend von Bad Ischl das gemütliche Einfahren Richtung Burgruine Wildenstein, am Anzenberg die Möglichkeit zu einem Abstecher in die Ewige Wand, einmal mehr die Hoisnradalm als Raststation mit Fernblick bis zum Wolfgangsee (der aber per knackigem Uphill vorbei an alten Salzstollen verdient sein will), sowie das wunderschöne Naturschutzgebiet Leckenmoos!

Knackig ist ein Begriff, der auch auf einen weiteren Neuzugang im Touren-Portfolio des Inneren Salzkammerguts zutrifft. Denn die wiederum in Bad Goisern startende Kriemoosalm Runde ist mit 18 km zwar kurz, absolviert auf dieser Strecke jedoch 560 Höhenmeter. Zusätzlich beinhaltet sie ein paar Trailabschnitte, die speziell bergauf das Vorwärtskommen nicht unbedingt erleichtern – aber dafür sehr kurzweilig werden lassen.
Wessen Herzfrequenz sich weder ob dieser fahrtechnischen Herausforderungen, noch aufgrund der Steigungen erhöht, bekommt auf der idyllischen Kriemoosalm trotzdem gewiss Herzklopfen. Die Aussicht auf Dachstein und Hallstätter See ist einfach zu herrlich, um sie völlig ungerührt wahrnehmen zu können!
Wer schon vorher staunend übers schöne Land schauen möchte: Bei der anfänglichen Auffahrt über Posern lässt sich ein Abstecher zur Ewigen Wand einlegen.

Aber da geht noch mehr. Mehr Aussicht, mehr Berg, mehr Steigung. Die Hornspitz Runde ist eine waschechte Gipfeltour mit einem extrem steilen Anstieg.
Rund 24 km/930 Hm müssen bewältigt werden (5 km/150 Hm lassen sich am Schluss ev. abkürzen). Zur Belohnung winken ein beeindruckender Rundblick über drei Bundesländer samt Dachsteingletscher und die Schmankerl der Zeishofalm.

Der Start dieses Wadlbeissers liegt in Gosau. Nach der Besichtigung des netten Kirchenviertels folgt ein mäßig schönes Zwischenspiel auf der Pass Gschütt-Bundesstraße - aber nur kurz. Alsbald geht's am Ufer des unweit entspringenden Rußbachs links ab und vier Kilometer später steil hinauf. Abschnittsweises Schieben ist auf den 250 Höhenmetern der Hornspitz-Rampe keine Schande!
Danach allerdings: Entspannung pur und Panorama satt, dahincruisen am Kamm zur verdienten Einkehr für Mensch und auf Wunsch auch Maschine (Ladestation), runtergleiten durch eine wunderschöne Landschaft.
Wer noch weiteren Tatendrang verspürt, kann auf der Nordschleife 2,5 Extrakilometer (150 Hm) zur Iglmoosalm einlegen. Alle anderen holen sich ohne Umweg ihre Schlusslorbeeren beim Kirchenwirt.


Öha, es geschehen noch Zeichen und Wunder daheim! 

"Für 2023 sind deshalb erstmals in der Region um Bad Goisern kleinere Trailbauten und Shared-Trail-Varianten in Planung."

 

(aber gut dass wenigstens die Gamsöfen mittlerweile offiziell erlaubt sind. Hoffe nur, dass im ausgesetzten Anfangsbereich nie wer abstürzt) 

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