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Neuer Speed-Weltrekord von Max Stöckl

Neuer Speed-Weltrekord von Max Stöckl

10.02.17 08:01 21.211Text: Luke BiketalkerFotos: Marcelo Maragni; Philip Platzer; Red Bull Content PoolDer Tiroler Speed-Freak Max Stöckl meldet sich zurück. Fernab der Heimat bricht er in der chilenischen Atacama-Wüste den Geschwindigkeitsrekord für Serien-Mountainbikes: Über 167 km/h!10.02.17 08:01 21.237

Neuer Speed-Weltrekord von Max Stöckl

10.02.17 08:01 21.2379 Kommentare Luke Biketalker Marcelo Maragni; Philip Platzer; Red Bull Content PoolDer Tiroler Speed-Freak Max Stöckl meldet sich zurück. Fernab der Heimat bricht er in der chilenischen Atacama-Wüste den Geschwindigkeitsrekord für Serien-Mountainbikes: Über 167 km/h!10.02.17 08:01 21.237

Ein südamerikanisches Geschwindigkeitsspektakel mit alpenländischer Starbesetzung. 11.000 Kilometer Luftlinie von seinen heimatlichen Tiroler Bergen entfernt, beweist der Tausendsassa Max Stöckl eindrucksvoll, dass er es nach wie vor versteht, den Zeigefinger konsequent vom Bremshebel zu nehmen. In der Atacama-Wüste verewigt er sich und sein Projekt "V-Max" mit einem neuen Geschwindigkeitsrekord für Serien-Mountainbikes in den Geschichtsbüchern: 167,6 km/h!

Am Bike in Geschwindigkeitsbereiche vorzudringen, bei denen im öffentlichen Verkehr selbst auf der Autobahn die Luft für Geldbörserl und Führerschein dünn zu werden beginnt, ist seit gut 20 Jahren eine der großen Leidenschaften von Max Stöckl.
Vom Speed-Virus infiziert raste der heute 42-Jährige bereits 1999 in Les Arcs auf Schnee zu seinem ersten Geschwindigkeitsrekord. Die damals erreichten 187 km/h pulverisierte er im Jahr 2007 in den chilenischen Anden mit unglaublichen 210 km/h. Vom Schnee gelangweilt und auf der Suche nach großen Abenteuern konzentrierte er sich von da an auf Schotterpisten, bretterte 2011 in Nicaragua mit 164,95 km/h vom Vulkankegel des Cerro Negro.

Kaum zuhause, entstand in seinem Kopf auch schon das aktuelle Projekt "V-Max". Stöckl erzählt: "Dieser Lauf (am Cerro Negro, Anm. d. R.) war nicht lustig genug, es war keine richtige Herausforderung. Als ich aus Nicaragua wieder zuhause war, habe ich gleich angefangen, nach einem neuen Berg zu suchen. Schließlich haben wir den hier in Chile gefunden."

Abenteuerlich war das Unterfangen allerdings bei weitem nicht nur ob der erreichten Geschwindigkeit. "Wir reisen auf einen anderen Kontinent, fahren zig Stunden lang weit in die Wüste hinaus, schlafen im Zelt, unter dem Berg, mit einer super Truppe ... die ganze Story macht den Reiz überhaupt aus", schwärmt der Tiroler.

Die Atacama-Wüste, die das Team als idealen Ort für Projekt "V-Max" auserkoren hatte, zählt zu den niederschlagsärmsten Regionen der Erde. Geröll und Steine bestimmen das karge Landschaftsbild, die nächste Stadt ist drei Fahrstunden entfernt. Doch gerade diese unwirtliche Gegend bietet, nicht zuletzt wegen ihrer extremen Höhenlage, perfekte Bedingungen auf der Suche nach dem letzten Quäntchen Speed.
Die Abfahrt von einem namenslosen Berg, dessen Gipfel auf 3.972 m liegt, weist im Startbereich 45° Gefälle auf und ist 1.200 m lang. Wie geschaffen sozusagen, um beängstigend schnell zu werden.
Im Dezember 2016 machte sich das Team nach zweijähriger intensiver Vorbereitung schlussendlich auf nach Chile und errichtetet am Fuße des namenlosen Berges ihr Camp.

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  • Der zweiteilige Helm ist eine Spezialanfertigung. Den Körper schützt ein Airbag aus dem alpinen Skisport.Der zweiteilige Helm ist eine Spezialanfertigung. Den Körper schützt ein Airbag aus dem alpinen Skisport.Der zweiteilige Helm ist eine Spezialanfertigung. Den Körper schützt ein Airbag aus dem alpinen Skisport.
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Zwei Jahre minutiöser Vorbereitung, bei der dem gelernten Koch auch seine tägliche Arbeit in die Karten spielt. Denn das Mastermind hinter MS-Racing und dem MS Mondraker Downhill Team kann für seine Unterfangen stets auf die Rückendeckung von Energydrink-Gigant Red Bull zählen, für den er als "Mann fürs Grobe" schon bei Events wie dem Red Bull Air-Race im Infrastrukturteam engagiert war.
Neben dem mittlerweile von Geschwindigkeitsrekorden bekannten roten Presswurstanzug setzte der Tiroler für seine Sicherheit auch auf einen Körperairbag, wie man ihn seit kurzen im alpinen Skirennsport zu sehen bekommt. Als Kopfschutz dient ein speziell konstruierter, zweiteiliger Helm mit spaciger Optik - der Aerodynamik wegen.
Das war es aber auch schon mit ausgefallenen Sonderanfertigungen. An seinem Rad setzt Stöckl auf Serienteile. "Meine Vorstellung von einem Downhill-Mountainbike ist: Es soll alles käuflich erwerblich sein. Das heißt, ich will keine Spezialteile am Rad haben. Es soll ein Rad bleiben, und kein Motorrad ohne Motor", betont er.

 Wenn man sich den Luftwiderstand vorstellen möchte, muss man nur einmal bei 150, 160 km/h die Hand aus dem Autofenster halten. Diese Kraft wirkt auf dem Rad auf den ganzen Körper. Obwohl ich jetzt kein mickriger Zeitgenosse bin, ist das auch für mich physisch nicht ohne! 

Der muskelbepackte 1,90 m Mann über die bei Highspeed wirkenden Kräfte.

In den Tagen vor seiner Rekordfahrt tastete sich der mehrfache Speed-Weltrekordhalter behutsam an die Geschwindigkeit heran. Zunächst testete er in langsameren Läufen und auf verkürzter Strecke die Bodenbeschaffenheit und den Auslauf, verlagerte Schritt für Schritt seinen Startpunkt weiter 'gen Gipfel.
Am 16. Dezember 2016 um 11:35 Ortszeit war es schlussendlich so weit. Im finalen Run beschleunigte er binnen elf Sekunden auf 167,6 km/h - Chapeau, Weltrekord pulverisiert.

Neue Projekte? Fürs Erste ist Max Stöckl froh, wieder bei seiner Familie zu sein und freut sich darauf, seine Tochter aufwachsen zu sehen. Wer die ganze Geschichte in bewegten Bildern sehen möchte: ab 20. April wird die Dokumentation über das Projekt "V-Max" auf Red Bull TV zu sehen sein.


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