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POC SPIN & Clarity

POC SPIN & Clarity

24.08.17 08:41 7.463Text: Luke BiketalkerFotos: Erwin Haiden; POCPOC unternimmt den nächsten Schritt in Richtung höchstmöglicher Sicherheit - ihr aktuellster Streich: SPIN für MTB-Helme & neue Clarity-Linsen.24.08.17 08:41 7.527

POC SPIN & Clarity

24.08.17 08:41 7.5271 Kommentare Luke Biketalker Erwin Haiden; POCPOC unternimmt den nächsten Schritt in Richtung höchstmöglicher Sicherheit - ihr aktuellster Streich: SPIN für MTB-Helme & neue Clarity-Linsen.24.08.17 08:41 7.527

Der schwedische Helm-, Brillen- und Protektionsspezialist POC gehört vor allem für passionierte Wintersportler seit Jahren zum Inventar und hat sich immer wieder mit innovativen und vor allem progressiven Zugängen zum Thema Sicherheit hervorgehoben. Seit einigen Saisonen sind die Nordmannen nun auch im Radsport umtriebig. In enger Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen sind sie ständig auf der Suche nach neuen Werkstoffen, Technologien oder einfach nur frischen Ansätzen - stets mit dem Ziel vor Augen, das Verletzungsrisiko für Sportler so gering wie möglich zu gestalten, das letzte Quäntchen Performance aus dem Design zu quetschen. Für das Modelljahr 2018 hält die bereits im Rahmen der ISPO für den Wintersport vorgestellte SPIN Technologie Einzug in die Fahrradhelme. Zusätzlich hat man gemeinsam mit Athleten und Optikspezialist Carl Zeiss die Clarity-Linsen entwickelt. Wer besser sieht, ist nicht nur schneller, sondern stürzt auch seltener. Schließlich, so munkelt man, gilt garnicht erst zu stürzen immer noch als die vielversprechendste Verletzungsprophylaxe.

SPIN

Schon früh begriffen die Experten im POC Lab, dass es für Sportarten wie Fahrrad- oder eben auch Skifahren nicht genügt, seine Helme für gerade, unidirektionale Schläge und Impacts zu entwickeln, wie sie vielleicht bei einem Grubenarbeiter oder am Bau vorkommen mögen. Wer beispielsweise in schweres Gelände stürzt, tut dies immer in einem schrägen Aufprallwinkel, der entlang aller Achsen variieren kann. Im Moment des Bodenkontaktes werden der Helm und der Schädel dann aber abrupt abgebremst. Sitzt der Helm fest, können Schädel, Gehirn und Nacken dadurch erheblichen Kräften ausgesetzt sein. Das schwimmend gelagerte Gehirn rotiert (oder gleitet entlang der Schädeldecke) in solch einem Fall noch weiter, praktisch als Schutzmechanismus und um Energie weitestmöglich abzubauen. So weit zumindest die stark vereinfacht dargestellte Theorie. Mit MIPS fand man schließlich einen Technologiepartner, der die Sicherheit der Helme in dieser Beziehung massiv verbesserte. Die Köpfe hinter dem MIPS System machten sich eben beschriebenen Schutzmechanismus des Gehirns zu Nutze und implementierten diesen bei der Helmtechnologie.

Dadurch konnte sich der Helm während eines Impacts wenige, aber entscheidende Millimeter bewegen, ohne den Sitz am Kopf allzu stark zu beeinträchtigen. Im mittlerweile von vielen Herstellern verbauten charakteristisch gelben Kunststoffkäfig - der Gleitschicht - verfangen sich zwar immer wieder die Haare, und vor allem unter starken Vibrationen hat zumindest meine Schädelform oft Schwierigkeiten, die Anwesenheit des leicht labilen Systems zu „überfühlen“. Aber, und das ist das wichtigste: die Sicherheit schien, wenn auch immer wieder umstritten, unterm Strich schlicht auf höherem Niveau. Jetzt, einiges an Forschungszeit später, sah es POC an der Zeit, dem Problem mit einem völlig eigenständigen Ansatz entgegenzutreten. Auftritt der SPIN-Pads.

SPIN, das steht für Sharing Pad INside. In alle Achsen bewegliche - gleitende - Gel-Pads stellen dabei den einzig festen Kontaktpunkt zwischen Helmschale und Kopf dar. Das Silikon in deren Inneren behält auch unter hohem Druck seine Gleitfähigkeit bei. Im Falle eines Sturzes kann der Helm dadurch je nach Aufprallwinkel leicht weggleiten und damit den Aufprall entschärfen, respektive den Impact-Kräften die Spitzen nehmen. In Abhängigkeit des tatsächlichen Aufprallwinkels spricht man von 10 bis 30 % verringerten Kräften. Gegenüber dem MIPS System, welches durch seinen Kunststoffkäfig doch einiges an Material aufträgt - tatsächlich fallen Helme mit MIPS in Relation zu ihren Pendants ohne den Einsatz spürbar kleiner aus - kann durch SPIN ein besserer Sitz näher am Kopf gewährleistet werden, so POC.

Bis auf die SPIN-Pads bleibt der Trail- und Enduro-Helm Tectal Race unverändert. Verstärkter EPS-Liner, Unibody-Schalenkonstruktion und Aramid-Brücken-System sorgen dafür, dass die Sicherheit bei Stürzen trotz niedrigen Gewichts gewährleistet bleibt. In der Race-Variante sorgt ein erhöhter Anteil Aramidfasern für noch höhere Widerstandsfähigkeit. Im Vergleich zu herkömmlichen Helmen schließt seine Schale vor allem am Hinterkopf, aber auch im Bereich der Schläfen etwas tiefer ab. Auffällig sind auch die großzügig ausgeführten Belüftungsöffnungen am gesamten Helm, welche Atmungsaktivität und Komfort deutlich erhöhen sollen. Dank des leichten Größenverstellsystems ist die Passform schnell adaptiert. Wie es um die Sinnhaftigkeit des integrierten Recco-Systems - ein aus dem Winter bekanntes Reflektorsystem zur Unterstützung etwaiger Suchtrupps - bestellt ist, sei dahingestellt...

  • Robuste Höhenverstellung am Visier.Robuste Höhenverstellung am Visier.
    Robuste Höhenverstellung am Visier.
    Robuste Höhenverstellung am Visier.
  • Leicht anpassbare Straps.Leicht anpassbare Straps.
    Leicht anpassbare Straps.
    Leicht anpassbare Straps.
  • Fixierung für Googles am Hinterkopf - #Enduro.Fixierung für Googles am Hinterkopf - #Enduro.
    Fixierung für Googles am Hinterkopf - #Enduro.
    Fixierung für Googles am Hinterkopf - #Enduro.

Performance

Persönlich, sei es meiner Kopfform oder Hypersensibilität geschuldet, hatte ich in der Vergangenheit oft so meine Schwierigkeiten mit MIPS-Helmen. Auf glatter Fahrbahn und am Rennrad nicht bemerkbar, hatte oder habe ich, sobald es ruppiger wird, nie das Gefühl eines wirklich festen Sitzes. Die permanente Bewegung der Helmschale auf dem MIPS-Käfig, mag sie auch noch so minimal sein, bedarf auf jeden Fall einer gewissen Eingewöhnungszeit. Gerade am Mountainbike ging so der Griff dann doch immer wieder zu klassischen Helmmodellen. Nach einigen Frühjahrsausfahrten mit dem Tectal Race MIPS sitzt das Pendant mit SPIN Pads im Vergleich - immer in Bezug auf meinen Kopf - genau so fest wie ein herkömmlicher Helm. Bei gleicher Sicherheit ein großer Schritt vorwärts. Darüber hinaus scheinen die SPIN Pads über ein besseres Schweißmanagement zu verfügen, als es die Pads des 2017er Modells tun. Klar, zum luftigen XC-Helm mutiert der Tectal Race auch damit nicht. Doch im direkten Vergleich tropft deutlich weniger Salziges aus dem Helm, auf Augenbrauen und in die Brille. Außerdem bleibt der Sitz auch über Stunden konstant - ein regelmäßiges Nachstellen am Drehrad, welches bei vielen Modellen zunehmende Kompression der Einsätze ausgleicht, entfällt.

Neben dem Tectal Race wird auch der komplett neue DH respektive Enduro Fullface Coron Air sowie der deutlich besser durchlüftete Octal X in den Genuss der SPIN Pads kommen.

  • Fein gerasterte Größenverstellung via Drehknopf.Fein gerasterte Größenverstellung via Drehknopf.
    Fein gerasterte Größenverstellung via Drehknopf.
    Fein gerasterte Größenverstellung via Drehknopf.
  • Die Zutaten des Tectal Race SPIN.Die Zutaten des Tectal Race SPIN.
    Die Zutaten des Tectal Race SPIN.
    Die Zutaten des Tectal Race SPIN.
  • Großzügige Belüftungsöffnungen und tief gezogene Schale.Großzügige Belüftungsöffnungen und tief gezogene Schale.
    Großzügige Belüftungsöffnungen und tief gezogene Schale.
    Großzügige Belüftungsöffnungen und tief gezogene Schale.
  • Die SPIN Pads sind während der Fahrt nicht spürbar.Die SPIN Pads sind während der Fahrt nicht spürbar.
    Die SPIN Pads sind während der Fahrt nicht spürbar.
    Die SPIN Pads sind während der Fahrt nicht spürbar.
  • Aramid sorgt im Tectal Race für zusätzliche Sicherheit.Aramid sorgt im Tectal Race für zusätzliche Sicherheit.
    Aramid sorgt im Tectal Race für zusätzliche Sicherheit.
    Aramid sorgt im Tectal Race für zusätzliche Sicherheit.
  • Auch der neue Coron Air sowieAuch der neue Coron Air sowieAuch der neue Coron Air sowie
    Auch der neue Coron Air sowie
    Auch der neue Coron Air sowie
  • der Octal X bekommen 2018 SPIN Pads.der Octal X bekommen 2018 SPIN Pads.der Octal X bekommen 2018 SPIN Pads.
    der Octal X bekommen 2018 SPIN Pads.
    der Octal X bekommen 2018 SPIN Pads.

Clarity

Sportler vor Verletzungen zu schützen, steht auf der Agenda von POC also ganz oben. Schutz muss aber keineswegs immer bedeuten, den Körper anatomisch optimierter, flexibler oder atmungsaktiver zu verpacken. Gerüchteweise bleibt auch im Jahr 2018 gar nicht erst zu Sturz zu kommen an der Spitze des Safety-Rankings. Klare Sicht auf Trail oder Straße - ein Kernelement am Weg zur sicheren Fahrt. POC arbeitet für seine Brillenkollektion bereits seit Jahren intensiv mit Optikspezialist Carl Zeiss zusammen. Jüngste Frucht der Kooperation zwischen POC, Zeiss und Athleten ist die Clarity-Technologie.

  • Clarity RoadClarity RoadClarity Road
    Clarity Road
    Clarity Road
  • Clarity MTBClarity MTBClarity MTB
    Clarity MTB
    Clarity MTB
  • Clarity CommuteClarity CommuteClarity Commute
    Clarity Commute
    Clarity Commute
  • Die POC Crave mit Clarity Gläsern von Carl Zeiss.
    Die POC Crave mit Clarity Gläsern von Carl Zeiss.
    Die POC Crave mit Clarity Gläsern von Carl Zeiss.

Die Sicht hängt eng mit der Wechselbeziehung aus Umgebung, Lichtbedingungen und Kontrast zusammen. Je nach Anforderung entspricht ein Filter besser oder weniger gut den gegebenen Bedingungen. Die Clarity-Technologie treibt dieses Wechselspiel auf die Spitze und will - im Falle des Radsports - mit spezifischen Lichtspektren für Straße, MTB und Stadt die individuell optimalen Sichtbedingungen bieten. Häufige Licht- & und Schattenwechsel, Waldboden, nasse Wurzeln im flachen Licht am MTB, stark reflektierender Asphalt am Rennrad oder die vielen Ampeln und Bremslichter im Stadtverkehr - vor diesem Gesichtspunkt macht es durchaus Sinn, für die jeweiligen Einsatzgebiete unterschiedliche Gläser zu verwenden. Wie obenstehende Grafiken veranschaulichen, variieren die gefilterten Lichtfrequenzen dabei doch relativ stark.

Neben der abgebildeten Crave kommen auch in diversen anderen Brillenmodellen sowie in der neuen Google Ora Clarity-Gläser zum Einsatz. Preise und weitere Bilder folgen im Rahmen unserer Berichterstattung zur Eurobike.


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