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Team Tyrol (Team Radland Tirol)


Das nationale U23-Team wurde vor zwei Jahren auf Initiative von Thomas Pupp und Georg Totschnig, sowie der tatkräftigen Unterstützung des Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreters Hannes Gschwentner, gegründet. Auch heuer soll das Continental Team bei Straßen-Rennen, UCI-Rennen und Rundfahrten im In- und Ausland wichtige Erfahrungen und Erfolge sammeln.

Teammanager Thomas Pupp möchte mit diesem Projekt dem Tiroler Radnachwuchs eine Perspektive bieten; für die Zeit nach den Junioren und auch den U23 Athleten, um im internationalen Radsport Fuß fassen zu können. Natürlich sollen auch Kinder, Jugendliche und ihre Eltern für den Radsport und für die Tiroler Nachwuchsvereine begeistert werden.

Innerhalb des 16-köpfigen Teams zählt der Wiener Teamkapitän Matthias Krizek zu den Leistungsträgern, welcher im letzten Jahr beim UCI-Grand Prix in Judendorf sensationeller vierter wurde und beim Giro di Festina die U23 Wertung gewinnen konnte. Er ist gemeinsam mit Stefan Mair, einem der stärksten Junioren Europas (Sieger der Oberösterreich Rundfahrt und des Internationalen Giro Della Lunigiana in Italien) und dem Niederösterreicher Norbert Dürauer einer der Routiniers im Team. Bei den Damen muss die Junioren-Vize-Weltmeisterin 2008 Jaqueline Hahn erwähnt werden, die sich nach zwei Trainingslagern schon jetzt in einer bestechenden Form präsentiert.

TeamfahrerInnen: Fabian Angermair, Thomas Blassnig, Dominik Brändle, Christian Daum, Norbert Dürauer, Hannes Kapeller, Stefan Kirchmair, Matthias Krizek, Patrick Ladner, Stefan Mair, Daniel Rinner, Mario Schoibl, Georg Steidl und David Wöhrer sowie Anna Maria Gürtler und Jacqueline Hahn, die nun zu zweit das kleine aber feine Damen-Nachwuchsteam bilden.

Material: Das Tyrol Team setzt auch in der Saison 2009 auf die Carbonmaschinen aus dem Haus KTM. So sind die FahrerInnen auf dem neuen KTM Strada LC 6000, der neuen Shimano Dura Ace, edlen Ritchey Komponenten, Mavic Laufrädern, Selle Italia Sättel und Time-Pedalen unterwegs.

Sportliche Ziele: Die vom Land Tirol, Kaufhaus Tyrol und der Tirol Werbung unterstütze Mannschaft will vor allem bei heimischen Rennen aufzeigen. Zu den Highlights zählt allerdings auch die fixe Einladung zum Radrennen "Rund um den Henninger Turm". Und die Qualifizierung für die Österreich Rundfahrt steht auch ganz weit oben auf der Wunschliste.


Trainingslager Malaga


vlnr: "Gottl" Eder, Thomas Pupp, Christian Angermair

Der gesamte Kader des Tyrol Teams brach Anfang Februar zu einem zweiwöchigen Trainingslager ins spanische Andalusien auf. Station machte das Team im Hotel Luca Costa Lago bei Malaga an der berühmten Costa del Sol. In Sachen Planung und Logistik wurde es vom "schnellsten Reiseveranstalter" Erich del Pozo mit seiner Agentur "Del Pozo Cycling" unterstützt. Auf dem Programm stand die spezifische Vorbereitung für die ersten Rennen Anfang März bei den Junioren, wie auch beim U23 Team.

Während die Athleten mit dem Flieger Richtung Malaga jetteten, steuerte das Betreuerteam mit Christian Angermair und "Gottl" Eder den Team-Ducato mit der gesamtem Ausrüstung 2400 Kilometer in den Süden Spaniens. Angermair: "24 Stunden nonstop, stehen geblieben wurde nur zum Pinkeln".

Optimale Bedingungen auf Malaga

Den 14 Fahrern und 2 Fahrerinnen bot das hügelige Hinterland Südspaniens beste Bedingungen für eine spezifische Rennvorbereitung. Auch der Zeitpunkt war perfekt gewählt, da die Rennsaison bereits am 1. März in Triest startet.
Zu absolvieren gab es für die U23 Athleten täglich zwischen 5 und 7 Stunden mit ca. 200 Kilometern und 2000 Höhenmetern. Die Junioren wurden von Trainer Greg Gaines persönlich gecoached und kamen so auf ihre 4-5 Stunden am Tag.

Nachwuchshoffnung Georg Steidl aus Lienz: "Mein bisher bestes Trainingslager. Ausfahrten zwischen 5 und 7 Stunden, insgesamt knapp 2000 Kilometer und 20.000 Höhenmeter. Ich freu mich schon auf die ersten Rennen".

Da neben guten Beinen (zwei Masseure waren dabei) auch ein klarer Kopf für den sportlichen Erfolg notwendig ist, absolvierte das Team mit der Sportpsychologin Simone Tscherntschitz, täglich eine Stunde Mentaltraining.

www.team-radlandtirol.at

Interview mit Thomas Pupp (by Eri del Pozo)

Wofür steht Team Radland Tirol, was sind eure Leitmotive und eure wichtigsten Ziele?
Ziel ist es, für junge talentierte Fahrer ein professionelles Umfeld zu schaffen, damit sie ihren Sport bestmöglich ausüben können. Wir haben daher auch beim Weltradsportverband eine Lizenz als Continental Team gelöst, was uns einen spannenden internationalen Rennkalender ermöglicht. Gerade in Italien gibt es viele reine U-23 Rennen, die wir im nächsten Jahr verstärkt bestreiten möchten. Das ist unsere Welt und da gehören wir hin!

Wie steht es um die finanzielle Zukunft des Teams und was sagen eure Sponsoren angesichts der negativen Schlagzeilen im Radsport?
Die Verträge mit den drei Hauptpartnern - Kaufhaus Tyrol, Land Tirol und Tirol Werbung - laufen einmal auf drei Jahre. Damit ist die finanzielle Zukunft des Teams vorerst gut abgesichert. Diese drei Partner, neben den vielen anderen Förderern, sind mit viel mit Herz und Seele bei diesem Projekt engagiert und lieben den Radsport. Trotz der vielen negativen Schlagzeilen halten sie dem Projekt die Treue und möchten dem Nachwuchs eine Chance geben.

Wie schaut euer Trainingsaufbau aus und auf welche Testverfahren bei der Leistungsüberwachung vertraut ihr?
Wir haben mit der Innsbrucker Universitätsklinik eine perfekte Einrichtung, um die Jungs und Mädels von Kopf bis Fuß auf ihre Gesundheit durchzuchecken. Die Fahrer machen 4-5 Spiros im Jahr, dazu kommen noch zahlreiche Feldtests.

Habt ihr schon Erfahrung mit wattgesteuertem Training gemacht und auf welche Systeme vertraut ihr dabei?
Einige Fahrer arbeiten mit SRM. Ansonsten vertraut das Team auf die Herzfrequenzmesser von Polar.

Stehen bei euch Trainingslager auf dem Programm und nach welchen Gesichtspunkten wählt ihr die Destination für ein Trainingslager aus?
Neben dem geplanten Trainingslager in Malaga im Feber 2009 haben wir noch einen Trainingsstützpunkt am Gardasee, den wir von Anfang Jänner bis Ende März nutzen. Im Frühjahr ist bei einem Trainingslager vor allem das Wetter bzw. die Temperatur entscheidend. Jeder kennt Mallorca als das Radportmekka. Das wird mit den Jahren aber auch langweilig, wenn man jeden Kilometer auswendig kennt. Wir haben uns daher heuer nach reiflicher Überlegung für Malaga entschieden.

Welches Material bringt ihr in Straßenrennen zum Einsatz, worauf vertraut ihr beim Zeitfahren und was macht euch außer dem Material noch schneller?
Wir vertrauen auf die Räder von KTM und auf Laufräder von Mavic. Damit sind wir bis jetzt sehr gut gefahren.

Wie seht ihr die Entwicklung im nationalen und internationalen Radsport generell und gibt es unterschiedliche Tendenzen in Bezug auf Frauen bzw. Männerradsport?
Der Profiradsport hat im Moment leider ein schweres Imageproblem und das schlägt leider auch nach unten aus. Deshalb muss der Druck für eine Trendumkehr von unten kommen, von den Nachwuchsteams. Auch wenn die Frauen großartige Leistungen erbringen, geschieht das quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In der medialen Wahrnehmung ist der Radsport ein Männersport.

Wie könnt ihr sicherstellen, dass eure Fahrer die Finger vom Doping lassen?
Indem wir ihnen auch den aufrechten Gang lehren und an ritterliche Werte glauben. Dass eben im Leben nichts über Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit geht. Und damit wir uns nicht nur in Sozialromantik bewegen, unterstützen wir mit zwei Fahrern den "gläsernen Athleten" des ÖRV und stehen mit dem ganzen Team im permanenten Kontakt mit dem Sport-Kreislauf Institut der Uniklinik Innsbruck.

Wie seht ihr die Dopingsituation aus sportlicher Sicht und wie kann man sauber gegen gedopte Gegner bestehen?
Leider ein Problem des Spitzensports generell, der Radsport steht halt seit längerer Zeit besonders in der Auslage. Wir sind für viel härtere Strafen, solche Leute haben auch als Trainer oder Sportliche Leiter nichts verloren. Aber nicht immer nur der Sportler, das ganze System dahinter, das damit ja auch gute Kohle verdient, gehört an den öffentlichen Pranger. Und das Betrügen muss finanziell ganz empfindlich wehtun. Wie kann man bestehen? Indem man nicht darauf verzichten möchte, sich jeden Tag mit gutem Gewissen im Spiegel anzuschauen!



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