Jump to content
×
Test: Schwalbe MTB Reifen 2021

Test: Schwalbe MTB Reifen 2021

23.11.20 05:52 24.509Text: NoMan, Luke Biketalker, Erwin HaidenFotos: Erwin HaidenGeänderte Karkassenkonstruktionen und Neuauflagen der Klassiker Nobby Nic und Big Betty bringt das MTB-Jahr bei Schwalbe. Wir haben fünf Modelle von Enduro bis XC getestet - und vor allem den Grip und die Pannensicherheit lieben gelernt.23.11.20 05:52 25.070

Test: Schwalbe MTB Reifen 2021

23.11.20 05:52 25.07022 Kommentare NoMan, Luke Biketalker, Erwin Haiden Erwin HaidenGeänderte Karkassenkonstruktionen und Neuauflagen der Klassiker Nobby Nic und Big Betty bringt das MTB-Jahr bei Schwalbe. Wir haben fünf Modelle von Enduro bis XC getestet - und vor allem den Grip und die Pannensicherheit lieben gelernt.23.11.20 05:52 25.070

Schwalbe geht mit fünf neuen Karkassenkonstruktionen ins Produktjahr 2021, deren Einsatzbereich sich klar aus ihren Namen ableiten lassen: Super Race, Super Ground, Super Trail, Super Gravity, Super Downhill. Sie ersetzen das bisherige Sammelsurium aus TLE, SnakeSkin, APEX und Co., wurden technisch natürlich weiterentwickelt und machen als Nebeneffekt alle MTB-Reifen der Evolution Line Tubeless Easy, also schlauchlos mit Dichtmilch fahrbar.
Zusätzlich wurden zwei Modelle gänzlich überarbeitet: der Trail-Allrounder Nobby Nic und der Gravity-Klassiker Big Betty.

So weit, so bekannt aus unserer News vom Sommer. Im Anschluss an die Präsentation ließ uns Schwalbe auf unser Anforderungsprofil Cross Country 29“, Trail 27.5“ und Enduro 29“ hin sechs Reifen zukommen, darunter auch die beiden Neuauflagen. Hier nun unsere Eindrücke aus der Praxiserprobung.

Übrigens: Dass die Einführung der neuen Karkassen wirklich und endgültig mit allen übrigen Bezeichnungen Schluss gemacht hätte, wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein. Zumindest ein weiteres, wesentliches Merkmal gilt es - wie u.a. die oben angeführte Matrix mit den extra markierten Testmustern zeigt - auch künftig zu beachten: die Gummimischung.
Diesbezüglich hat Schwalbe ja bereits vor zwei Jahren mit dem Addix Compound ordentlich umgerührt im 13-teiligen MTB-Lineup: Addix Speed, Speedgrip, Soft und Ultrasoft ersetzen seither PaceStar, TrailStar und VertStar - entsprechende Kennfarben (rot, blau, orange, lila) in Form eines sich alsbald verflüchtigenden Streifens auf der Lauffläche und eines bleibenden Addix-Labels an der Flanke inklusive.

Magic Mary

Der fürs Vorderrad gedachte Beitrag zum Thema Enduro kam in Form eines Magic Mary in 29 x 2,4" mit Addix Soft Compound und Super Trail Karkasse. Wir montierten den groben Reifen für den groben Einsatz auf einem Downcountry-Hardtail mit 30 mm breiten Felgen. Wie angegeben, baute er hier 62 mm breit, die Waage stoppte bei 1.238 Gramm.
Testpilot Luke Biketalker attestierte sehr gute Eigendämpfung, top Bremstraktion, guten Seitenhalt und - auch bei langsamem Tempo und geringen Schräglagen - viel Grip und Gefühl in Kurven, ganz ohne störenden "Übergang" zwischen Mittel- und Seitenstollen. Zum breiten Grenzbereich, immer gut, sollte man sich hinsichtlich Tempo oder Linienwahl vertan haben, gesellte sich ihm zufolge eine angenehme Vorhersehbarkeit, weil die Seitenstollen auch auf hartem Untergrund nicht wegknickten. Überhaupt schien die Bodenbeschaffenheit den Magic Mary nicht weiter zu kümmern: Er funktionierte auf trockenen wie nassen Böden, über schräge Wurzeln und auch im Geröll.

Der Rollwiderstand erschien unauffällig und klassentypisch, Wunder passieren hier ob der latenten Pummeligkeit (ein vergleichbarer Maxxis wiegt z.B. gut 50 g weniger) keine. Dafür war die Pannensicherheit des tubeless montierten Reifens top, auch bei unter 1,5 bar. "Defektfrei über den ganzen Sommer, trotz hohem Fahrergewicht, schlechter Linienwahl und wenig Federweg", notierte der erfolglose Zerstörer.

Lukis Fazit: Gibt extrem viel Vertrauen im anspruchsvollen Gelände, bietet perfekten Grip und Pannensicherheit. Für dieses Plus an Fahrspaß bergab nehme ich das Mehrgewicht bergauf gern in Kauf.

Preis: € 59,90
Dimensionen: 26x2,35/2,6; 27,5x2,4/2,6/2,8; 29x2,25/2,4/2,6

Addix Soft

Die weiche Gummimischung ist laut Schwalbe für Einsätze von All Mountain bis Downhill sowie E-MTBs gedacht, gerne auch in Kombination mit anderen Compounds, um mehr Dämpfung (Ultrasoft) oder weniger Rollwiderstand (Speedgrip) ins Spiel zu bringen.
Aus eigener Erfahrung nach diesem Sommer ist nicht nur die Traktion top, sondern – für so viel Grip überraschend – auch die Haltbarkeit. Weder Vorder- noch Hinterreifen zeigen bisher Abnützungserscheinungen, wiewohl die Anstiege und Zufahrten durch die Stadt immer auch viel Asphalt beinhalteten. Nicht einmal kleine Risse an den Stollen, regelmäßige Begleiterscheinung bei so gut wie allen weichen Gummis, sind zu sehen.

Big Betty

Mit dem Big Betty, der (Anmk.: Kenner betiteln dieses Modell ja als "Sie", wir wollen durchgängig bei "der Reifen" bleiben) in 29 x 2,4" mit Super Gravity Karkasse und Addix Soft Compound den Magic Mary am Nordest ergänzte, bringt Schwalbe den Namen eines Klassiker zurück in die Regale. Viel mehr als der Name ist aber nicht geblieben.
Als sichere Bank im Enduro und Downhill fürs Hinterrad entwickelt, wurden am Profil lange Kanten quer zur Fahrtrichtung (Bremstraktion) mit - verhältnismäßig; aber echte Leichtfüßigkeit hätten wir uns auch nicht erwartet - geringem Rollwiderstand kombiniert. Einem Gravity-Reifen würdig, fallen die hohen Seitenstollen massiv aus. Sie graben sich auch auf losem Untergrund fest, brechen aber früher weg, als sie es am Magic Mary tun - perfekt fürs Hinterrad, keine Option fürs Vorderrad. Das wird seitens Schwalbe aber auch so kommuniziert. In diesem Zusammenhang angenehm: In wirklich engen Kurven oder beim Abbiegen über kleine Hügel lässt sich das Hinterrad auch ohne Bremse zum kontrollierten Ausbrechen bringen und flutscht so förmlich ums Eck.

Trotz der muskulösen Schultern ergibt sich in sanften Schräglagen kein "kippeliges" Gefühl, das Profil ist rund genug, um auch ohne aggressives Umlegen Seitenhalt zu generieren. Generell und vor allem bergauf steht schier unendliche Traktion zur Verfügung, und zwar sowohl auf nassen als auch trockenen Böden. Bergab gefällt speziell der Bremsgrip, zumal der Big Betty dank der steifen, robusten Karkasse auch bei 85 kg Fahrergewicht mit unter 1,5 bar gefahren werden kann. Das ergibt in Summe extrem gute Kontrolle, auch in steilen Passagen und/oder losem Geröll à la Schöckl. Last but not least passt auch die Selbstreinigung.

Fazit: Nach einem sehr intensiv bewegten Sommer zwischen Schöckl, Plabutsch, Dachsteingegend und Kranjska Gora blieb das mit niedrigstem Druck gefahrene Hinterrad sogar am Enduro-Hardtail defektfrei und zeigte trotz vieler Asphaltzufahrten und -Anstiege so gut wie keinen Verschleiß. Die überzeugende Traktion, Kontrolle und Eigendämpfung kommt aber zum Preis von viel rotierender Masse. 1.426 g für gemessene 62 mm auf der 30 mm Felge tun auch in den stärksten Beinen weh.

Preis: € 62,90
Dimensionen: 26x2,4; 27,5x2,4/2,6/2,8; 29x2,4/2,6

Super Gravity

Noch ein Wort zur Super Gravity Karkasse: Diese spielt für Enduro- und forsch bergab bewegte Trail-Bikes in puncto Pannenschutz ganz vorne mit, wiegt mit ihrem vierlagigen Aufbau inkl. SnakeSkin-Gewebe von Wulst zu Wulst und einem modifizierten Apex als Durchschlagschutz aber auch entsprechend mehr. Wer weniger Gewicht sucht, muss sich bei leichteren Karkassen umsehen. Wer auf Nummer sicher gehen und sorgenfrei auf Hindernisse zuhalten möchte, liegt mit dieser außerdem recht seitensteifen Version genau richtig. Insofern ein Tipp für Vertreter pannenanfälliger Fahrstile ...

Nobby Nic

Ebenfalls runderneuert und mit einem aggressiveren, offeneren Profil laut Schwalbe "vielseitiger", tatsächlich aber in erster Linie abfahrtsorientierter ausgelegt, wurde der Allrounder Nobby Nic. Er kam mit Super Trail Karkasse und Addix Soft (wurde vorne montiert) bzw. Speedgrip Compound (kam ans Hinterrad) in 27,5 x 2,35" und ersetzte im Test zwei um 0,1" schmälere Vorgänger auf NoMans nicht mehr ganz jungem, aber heißgeliebtem All Mountain mit 22 mm Felgenbreite.
Mit 1.038 bzw. 1.022 Gramm ergab das deutlich über 0,5 Kilo (!) Mehrgewicht an rotierender Masse *schluck*. Und selbst bei identer Reifenbreite hätten sich mindestens 200 g (analog zu den Differenzen zwischen gewogenem Gewicht und Herstellerangaben bei unseren Testmustern eher 300) mehr gedreht. Zu verdanken wäre dies aber weniger dem Maß, als der dann ausschließlich verfügbaren Super Ground-Karkasse mit geringerem Pannenschutz gewesen.
Gepaart mit der ob ungünstig aufeinander treffender Toleranzen einigermaßen kraftaufreibenden Montage hatte der neue Nobby Nic bei der Chefredakteuse somit keinen besonders guten Einstand.

Aber er rehabilitierte sich rasch. Denn so merkbar die dritte Generation des Trail-Klassikers im sanft bis steil steigenden Gelände an den muskulären Ressourcen saugte, so zuverlässig half sie mit Bombentraktion über alles, was richtig Körner kostet, wenn's daneben - bzw. eigentlich durch - geht: feuchte Steinplatten, rutschige Wurzeln, nasse Erde ... Auf rollendem Schotter blieb der Grip ebenfalls stets zufriedenstellend, auch am weicher profilierten Vorderrad. Bröseltrockene Sandpisten waren im Testzeitraum unauffindbar, sollten dank des härteren Compounds hinten aber auch kein Problem darstellen.
Speziell hinsichtlich des Seiten- bzw. Kurvenhalts wirkt der neue Nobby Nic spürbar souveränder als der alte - verzeihend breiter Grenzbereich inklusive. Die auffallend mächtig gewordenen Schulterstollen bringen hier wirklich hervorragende Kontrolle und vermitteln viel Sicherheit, wo bei NoMan zuvor oft Zögern und in Folge Verweigern war: auf schmierigen Schrägwurzelstufen, ausgesetzten, hängenden Trails oder in verblockten Kehren. Ebenfalls merklich verbessert hat sich die Selbstreinigung, womit der Reifen auch auf gatschigem Terrain aller Viskosität vollumfänglich liefert.
Um valide Aussagen zur Abnützung treffen zu können, kamen zugegebener Maßen nicht genügend Testkilometer zusammen. Pannen sind in NoMans - übrigens mit Schlauch und zumeist mit ca. 1,4 bar bestrittenem - achtwöchigem Testbetrieb keine passiert.

Fazit: Der Nobby Nic ist vom facettenreichen Allrounder zum potenten Partner fürs Anspruchsvolle geworden, der viel Kontrollierbarkeit bietet und Sicherheit vermittelt. Mit passablen Rolleigenschaften hält er seine Tür für moderater orientierte Trail-Fans, die auch gern sportlich bergauf fahren, weiter offen; gewichtsmäßig knallt er in der Super Trail-Variante diesem Klientel aber eine feste Spaßbremse vor den Latz, die etliche Mitbewerber locker um 200 g/Reifen unterbieten. Bei verringertem Pannenschutz (Super Ground, nur mit Speedgrip erhältlich) bleiben immer noch etwa 70 g zur Konkurrenz.

Preis: € 59,90
Dimensionen: 26x2,25/2,35; 27,5x2,25/2,35/2,6/2,8; 29x2,25/2,35/2,6

Super Trail & Addix Speedgrip

Der Super Trail-Aufbau ist das Skelett der Wahl für den Nobby Nic. Mit diesem Missing Link fing Schwalbes Karkassen-Neugestaltung an, klaffte doch da ein Loch zwischen den früheren Varianten SnakeSkin und Super Gravity. Folglich platziert sich die Super Trail Karkasse zwischen der robusten Super Gravity (s.o.) und der „leichten“ Super Ground. Im Aufbau ähnelt sie letzterer, verfügt aber über eine zusätzliche Apex-Einlage an der Seitenwand, wiegt dadurch mehr, bietet aber auch mehr (Durchschlag-)Schutz. Die Hersteller-Empfehlung bzgl. Einsatzgebiet ist recht breit, wir geben sie nach unserer Praxiserprobung etwas enger weiter: Ideal für schwere Trails mit Uphill Anteil.
Mit der Super Ground (im Testsample nicht vertreten) lassen sich am Nobby Nic etwa 130 Gramm pro Reifen sparen. Fix einher geht diese Variante mit der beim Test hinten gefahrenen Addix Speedgrip-Mischung. Das haltbare und traktionsstarke „Universal-Compound“ dient als Speed-Boost in vielen Kombinationen; so auch beim Nobby Nic, den's vorm Relaunch nur in dieser Zusammensetzung gab.

Racing Ray

720 Gramm bringt der Ray mit Super Race Karkasse und Addix Speed Gummimischung auf die Waage und sorgt mit der transparenten Seitenwand (schwarz gibt's nur mit Super Ground) optisch schon mal für einen feinen Auftritt. Was die Varianten angeht, ist für fast jeden Geschmack was dabei, von 26 bis 29" Größe, von 2,10 bis 2,35 Breite, sowie die beiden Kombinationen Super Ground mit Addix SpeedGrip, oder eben die von uns gefahrene Variante mit dem schnelleren Compound, das haltbarer als die Vorgängermischung sein soll.
Die Tubeless-Montage auf den 32 Loch DT Swiss XR391 (29") Laufrädern unseres Testbikes ging kinderleicht und ohne Kraftaufwand, Werkzeug oder Kompressor von der Hand. Empfohlen wird das Modell ganz klar fürs Vorderrad.

Am Datenblatt bedeutet Super Race minimaler Rollwiderstand und viel Geschmeidigkeit mit kleinen Abstrichen bei Grip und Pannensicherheit. In der Praxis sorgen die 2,35 Breite und das Tubeless-Setup trotzdem für gute Traktion, vertrauenerweckenden Bodenkontakt und ausreichend Pannensicherheit.
Auch wenn keine mächtigen Seitenstollen vorhanden sind, die sich in die Kurve drücken ließen oder die auf nassen Wurzeln extra Seitenhalt geben könnten: Der Ray mit Addix Speed Compound verbeißt sich beim harten Anbremsen ganz ordentlich in den Untergrund und bleibt präzse in der Spur, auch am herbstlich nassen Waldboden. Gerade vorne sind derlei Eigenschaften Gold wert!

Fazit: Der Ray hält, was die Optik verspricht. Ein Rennreifen wie er im Buche steht, wobei der Grip beim Bremsen und vor allem auf Schotter deutlich besser war, als ich das erwartet habe. Ebenfalls fein: die Lenkpräzision. In Kombination mit Ralph hinten ergibt sich eine gute Balance im Grenzbereich an der Haftungsgrenze. Hinsichtlich des Kurvengrips darf man sich zwar keine Wunder erwarten, aber in in 2,35 Breite bietet der Ray ein super Fahrgefühl und gute Dämpfung bei niedrigem Rollwiderstand.

Preis: € 59,90
Dimensionen: 26x2,25; 27,5x2,25; 29x2,1/2,25/2,35

Super Race

Der Name ist Programm, so gibt's folgende Schwalbe Rennreifen mit der schnellen, leichten Super Race Karkasse: Rocket Ron, Racing Ralph, Racing Ray und Thunder Burt. Der neue Aufbau zielt also ganz eindeutig auf den XC- und Marathon-Renneinsatz ab.
Ein um den Faltkern geschlagenes Polyamid-Gewebe, das am Übergang zur Lauffläche endet, wird dabei durch eine zusätzliche Lage Karkassenmaterial von Kern zu Kern verstärkt (also zwei Lagen auf der Lauffläche, drei seitlich). Das macht den Newcomer im Unterschied zum früheren Lite Skin (hier überlappten sich die um den Kern geschlagenen Polyamid-Schichten in der Mitte, sprich: drei Lagen auf der Lauffläche, zwei seitlich) nicht nur TLE-fähig, sondern kraft des mittig zusätzlich platzierten RaceGuards auch pannensicherer. Schwalbe spricht von ähnlichen Pannenschutz- und Gewichtswerten wie bei Snake Skin, bei deutlich flexiblerer Konstruktion - was wiederum dem Rollwiderstand, vor allem aber der Geschmeidigkeit und dadurch Traktion zugute kommen soll.

Racing Ralph

Der neue Racing Ralph bringt - in unserem Fall ebenfalls mit Super Race Karkasse - 717 Gramm auf die Waage. Für mehr Pannenschutz und Allround-Tauglichkeit ist der Hinterrad-Spezialist, wie sein Bruder Ray, auch mit Super Ground Karkasse erhältlich, wobei beide Ralph-Modelle auf der Addix Speed Mischung daher rollen.
Im XC- und Marathon-Bereich gibt es vermutlich kaum Biker, die nicht irgendwann in ihrem Racer-Leben einen Racing Ralph gefahren sind. Die superleichten Rennmischungen waren im Trainings- und Alltagseinsatz immer eine riskante Wahl, was die Pannensicherheit angeht. Das hat sich dank Raceguard-Layer und Tubeless-Reifen deutlich gebessert.
Für unsere Breiten, den Wienerwald und die trockenen Föhrenwälder südlich von Wien, von Anninger bis Semmering, ist der Racing Ralph fürs XC- und Marathonbike in Kombination mit dem Racing Ray eine gute Wahl - vor allem, wenn man die breite 2,35er-Variante fährt. Irgendeine Gumminoppe, an der er sich beim Anfahren, aber auch Anbremsen verbeißt, findet sich auf der dicht besetzten Lauffläche immer; gleichzeitig rollt es sich auf diesem Mittelbereich flott und relativ leise. Seitlich wünscht man sich mitunter etwas mehr Gegenhalt, nachhaltig zerrüttet wird die Vertrauensbasis dadurch aber nicht.

Fazit: Schwalbes Racing Ralph ist zuercht ein Urgestein und Dauerbrenner in der MTB-Szene und führt seit Jahren zahlreiche Fahrer zum Sieg. In der 2,35er-Dimension offeriert er am XC-Bike ordentlich Grip, auch im technischen, nass-wurzeligen Gelände bergauf. Wie Ray bietet er top Dämpfung und mäßig Seitenhalt, dafür aber einen sehr geringen Rollwiderstand, und ist damit ein schneller Reifen für schnelle Böden.

Preis: € 59,90
Dimensionen: 26x2,25; 27,5x2,25; 29x2,1/2,25/2,35

Addix Speed

Von den vier Gummimischungen ist Addix Speed die schnellste und kompromissloseste und damit die erste Wahl für Rennfahrer. Trotzdem waren wir positiv überrascht vom Grip der härtesten Schwalbe-Mischung und werden die Haltbarkeit über den Winter weiter testen.
Die etwas weichere und universellere Mischung Addix Speedgrip ist im Training und für die meisten Anwender aber vermutlich auch am XC-Marathon-Bike die bessere Wahl.


Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Nobby Nic mit SuperTrail Karkasse mit 1038g ebenso Pannensicher ist wie ein alter HansDampf mit SuperGravity Karkasse, der nicht mehr gewogen hat. Ich werde da wohl stattdessen am Hinterrad 800-900g Reifen von anderen Herstellern mit Insert fahren.

 

Die Ultrasoft Gummi-Mischungen gibt's bei Schwalbe nur mehr bei Reifen mit >1400g. Da bin ich froh mir noch einen alten MagicMary SG Ultrasoft für wenig Geld abgestaubt zu haben.

 

Sehr schade für die ambitionierten Enduro-Tourenfahrer, die abseits vom erdig-wurzeligen Wienerwald auch anspruchsvolle flotte Touren >1000hm fahren wollen. Aber Schwalbe glaubt wohl, dass dies in Zukunft nur mit E-Bike gemacht wird.. :(

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Mary SG gibt's ja nach wie vor in US!

Und 2000hm Tagestouren gehn auch mit 1250g Reifen :p

 

Gehen tut das natürlich. Aber nachdem der hier gewogene BigBetty SG >100g mehr hat als vom Hersteller angegeben, werden so wie auch früher auch die 27.5 Reifen mit SG ein Übergewicht haben.

 

Wie auch immer, in der Gewichtsklasse gibt es einfach jetzt viel mehr Alternativen von anderen Herstellern...

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Gehen tut das natürlich. Aber nachdem der hier gewogene BigBetty SG >100g mehr hat als vom Hersteller angegeben, werden so wie auch früher auch die 27.5 Reifen mit SG ein Übergewicht haben.

 

Wie auch immer, in der Gewichtsklasse gibt es einfach jetzt viel mehr Alternativen von anderen Herstellern...

 

Naja aber auf >1400 kommen die SG nicht. Bei meinen bin ich bei 1250, meine assegai 2.5 in exo+ sind im übrigen auch in der Preisklasse unterwegs .

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Naja aber auf >1400 kommen die SG nicht. Bei meinen bin ich bei 1250, meine assegai 2.5 in exo+ sind im übrigen auch in der Preisklasse unterwegs .

 

Der 2.4 BigBetty SG hat 1425g. Ist zwar ein 29er, aber statt >1300g würde ich für außerhalb des Bileparks was anderes probieren wie z.B. einen Kaiser Apex Drahtreifen, der nominell in 27.5x2.4 mit dem weichsten BCC laut Hersteller nur 1150g wiegt.

 

Mein Assegai MaxxTerra EXO 27.5x2.5WT wog übrigens neu 1003g. Bin auch schon EXO+ gefahren und nicht den Eindruck, dass diese Karkasse pannensicherer ist oder sich anders anfühlt als EXO.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Naja aber auf >1400 kommen die SG nicht. Bei meinen bin ich bei 1250

 

Die Herstellerangabe von Schwalbe ist bei den neuen MagicMary SG Ultrasoft in 2.4x27.5 genau 1250g. Wiegen deine tatsächlichen genau so viel?

 

Die Herstellerangabe der alten MagicMary SG Ultrasoft war in 2.35x27.5 bei 1100g, also 150g weniger.

 

Ich wiege meine Reifen mit der Küchenwaage ab, die waren alle schwerer:

 

18.12.2018: 1328g --> wurde zurück geschickt

27.09.2019: 1193g

10.06.2020: 1195g

06.11.2020: 1182g

 

Also 82-228g Übergewicht. Wird bei den neuen wohl auch nicht viel anders sein. Vielleicht hab ich ja 2018 unabsichtlich einen Prototypen gekauft :D;)

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

sehe ich das richtig, dass es "LiteSkin" auch nicht mehr gibt?
Richtig.

 

ich werde also scheinbar einen schwereren nehmen müssen
So geht's jetzt vielen bei Schwalbe. ;)

Bspw. auch jenen, die bislang gerne einen griffigen aber dünnwandigen Reifen am leichten Rad fahren wollten, bspw. Magic Mary Snakeskin. Die werden halt jetzt woanders kaufen - Kenda Hellcat ATC bzw. AEC, Maxxis DHR 2 Exo o.ä.

 

ohne dabei Vorteile zu sehen.
Vielleicht gibt's die: https://bikeboard.at/Board/showthread.php?258776-Schwalbe-MTB-Reifen-neue-Karkassen-und-Modelle&p=2936739&viewfull=1#post2936739

 

Am Ende ist die Frage: rollen sie (da bin ich jetzt bei den Marathonreifen) - so wie Schwalbe sagt - wirklich so gut? (das bloße Gewicht ist ja nicht annähernd so relevant wie der Rollwiderstand -- außer für die gefühlte Spritzigkeit)

Immerhin hatten sie auch schon mal behauptet, Addix Speed würde leichter rollen als Pacestar -- zumindest auf den Rollenprüfständen ist das Gegenteil der Fall.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

So geht's jetzt vielen bei Schwalbe. ;)

Bspw. auch jenen, die bislang gerne einen griffigen aber dünnwandigen Reifen am leichten Rad fahren wollten, bspw. Magic Mary Snakeskin. Die werden halt jetzt woanders kaufen - Kenda Hellcat ATC bzw. AEC, Maxxis DHR 2 Exo o.ä.

 

Und dann gibt es auch noch diejenigen, die sie weiterhin kaufen und nicht das geringste Problem bemerken werden. :D

 

(das bloße Gewicht ist ja nicht annähernd so relevant wie der Rollwiderstand -- außer für die gefühlte Spritzigkeit)

 

E pur si muove! Pass auf, das ist auch kleingeschrieben gefährlich :p

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Die Herstellerangabe von Schwalbe ist bei den neuen MagicMary SG Ultrasoft in 2.4x27.5 genau 1250g. Wiegen deine tatsächlichen genau so viel?

 

 

aiii schwerer Fehler meinerseits, ich hab von den bisherigen geredet :D

Wenn die neuen im Endeffekt tatsächlich so schwer wären kann mans tatsächlich vergessen :(

bin schon gespannt wenn ich den ersten bestell. Aktuell hab ich noch zwei drei Vorgänger im Keller.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

  • 2 Monate später...

... kann ich so nicht bestätigen, das hängt find ich schon massiv von der Tiefe des Schnees und der Steilheit des Geländes, da kriegt man über die Jahre schon ein Gefühl für das was geht und was nicht... irgendwann rutscht jeder Reifen einfach durch.

 

Aber klar, habt's schon Recht... hätte man 3-4 Laufradsätze immer mit dabei um ein- und den selben Anstieg mit unterschiedlicher Bereifung auf- und abzufahren wäre das natürlich objektiver... bin schon wieder still...

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

  • 4 Wochen später...
... kann ich so nicht bestätigen, das hängt find ich schon massiv von der Tiefe des Schnees und der Steilheit des Geländes, da kriegt man über die Jahre schon ein Gefühl für das was geht und was nicht... irgendwann rutscht jeder Reifen einfach durch.

 

Aber klar, habt's schon Recht... hätte man 3-4 Laufradsätze immer mit dabei um ein- und den selben Anstieg mit unterschiedlicher Bereifung auf- und abzufahren wäre das natürlich objektiver... bin schon wieder still...

 

 

 

 

 

Und? Immer noch zufrieden mit den beiden Racing R's?

 

Bin auch am überlegen ob ich mir diese beiden holen soll oder lieber doch etwas Griffigres ... Uphill ist mir schon ziemlich wichtig, aber ein paar Trails müssen auch immer gehen. Sie sollten auch auf Tagestouren mit ein paar k-hm pannenfrei funktionieren.. Keine Ahnung ob ich da mit einem Satz durchkomne..

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Zur Desktop-Version