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Buchtipp: Mein Büro auf zwei Rädern

Buchtipp: Mein Büro auf zwei Rädern

11.12.25 08:53 2.063Text: NoPain
Martin Ganglberger

Größe: 175 cm
Schrittlänge: 84 cm
Gewicht: 70 kg
Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt

Klicke für alle Berichte von NoPain
, Alex Weitgruber
Fotos: Alex Weitgruber
Office to go - Wie ein Südtiroler Unternehmer Europas Hauptstädte am Sattel erobert, ohne je Urlaub zu nehmen.11.12.25 08:53 2.554

Buchtipp: Mein Büro auf zwei Rädern

11.12.25 08:53 2.55415 Kommentare NoPain
Martin Ganglberger

Größe: 175 cm
Schrittlänge: 84 cm
Gewicht: 70 kg
Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt

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, Alex Weitgruber
Alex Weitgruber
Office to go - Wie ein Südtiroler Unternehmer Europas Hauptstädte am Sattel erobert, ohne je Urlaub zu nehmen.11.12.25 08:53 2.554

Während die meisten Unternehmer ihre Firma vom Schreibtisch aus leiten, erledigt Alex Weitgruber seine Calls lieber auf portugiesischen Bushaltestellen oder während ihn ein 40-Tonner fast von der Schnellstraße fegt. Seit 2020 hat der Südtiroler über 10.000 km im Sattel zurückgelegt, Hauptstädte gesammelt wie andere Briefmarken und dabei keinen einzigen Urlaubstag genommen.

Die Idee?
Arbeiten vom Rad aus. Kein Witz - statt Burnout und Bildschirmstarren hat sich Alex für ein neues Modell entschieden: Laptop, Headset, Powerbank, minimalistisch gepackte Bikepacking-Taschen und los geht’s. Als Geschäftsführer eines Unternehmens mit mehreren Millionen Euro Jahresumsatz, wohlgemerkt.

Reklamationen in der Raststätte, Buchhaltung im Hotel nach 180 km
Der Arbeitsalltag ist improvisiert, funktioniert aber. Angebote werden in spanischen Tankstellen geschrieben, Telefonate mit Lieferanten auf Schnellstraßen abgehalten und die Buchhaltung nach 180-Kilometer-Etappen erledigt. Alles mit einem Setup, das kaum größer ist als eine Lenkertasche. Auch die Firmenzahlen bewegen sich - allerdings nach unten. Von zehn Millionen Euro Umsatz im Jahr 2020 auf zweieinhalb Millionen im Jahr 2025. Ob das nun am Radfahren liegt oder am Weltgeschehen, darf jeder selbst beurteilen.

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Das Abenteuer ist real, die Erlebnisse einprägsam.
Gestohlenes Rad in Kopenhagen, Platzregen in Portugal, Seitenwind in Polen und Hitzehölle in Spanien. Klingt wie ein schlechter Film, ist aber die Realität eines Mannes, der sich seine Bucket-List einfach zur To-do-Liste gemacht hat.

Was bleibt am Ende?
Ein Lebenskonzept: Freiheit plus Verantwortung plus Unternehmertum plus Ausdauer ergibt Arbeiten ohne Büro. Und ein Buch dazu. Mein Büro auf zwei Rädern, erschienen im Herbst 2025 bei Athesia Tappeiner.

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Tourdaten

Jahr Strecke Distanz Dauer Unternehmen Jahresumsatz und Funktion während der Radreise
2020 Bozen - Rom ca. 700 km 8 Tage Jahresumsatz 10 Mio.€
Funktion: Geschäftsführung
2020 Bozen - Berlin ca. 900 km 8 Tage Jahresumsatz 10 Mio.€
Funktion: Geschäftsführung
2021 Bozen - Wien ca. 550 km 6 Tage Jahresumsatz 9 Mio.€
Funktion: Geschäftsführung, Einkauf & Verkauf, Kundenbetreuung, Qualitätsmanagement
2021 Bozen - Vaduz - Zürich - Paris ca. 1.000 km 8 Tage Jahresumsatz 9 Mio.€
Funktion: Geschäftsführung, Einkauf & Verkauf, Kundenbetreuung, Qualitätsmanagement
2022 Bozen - Luxemburg - Brüssel - Amsterdam - London ca. 1.600 km 17 Tage Jahresumsatz 5 Mio.€
Funktion: Geschäftsführung, Einkauf & Verkauf, Kundenbetreuung, Qualitätsmanagement, Disposition
2023 Bozen - Kopenhagen - Stockholm ca. 2.300 km 17 Tage Jahresumsatz 4 Mio.€
Funktion: Geschäftsführung, Einkauf & Verkauf, Kundenbetreuung, Qualitätsmanagement, Disposition
2024 Bozen - Madrid - Lissabon ca. 3.200 km 26 Tage Jahresumsatz 3 Mio.€
Funktion: Geschäftsführung, Einkauf & Verkauf, Kundenbetreuung, Qualitätsmanagement, Disposition, Buchhaltung
2025 Bozen - Ljubljana - Zagreb - Tirana - Athen ca. 2.200 km 17 Tage Jahresumsatz 2,5 Mio.€
Funktion: Geschäftsführung, Einkauf & Verkauf, Kundenbetreuung, Disposition
Zusammenfassung der Tour-Fakten
  • Gesamtdistanz: über 10.000 Kilometer
  • Bereiste Länder/Hauptstädte: mehr als 20
  • Höchste gemessene Temperatur: 41 °C (Spanien, 2024)
  • Bike-Setup: Pinarello GAN bis 2023, ab dann Nishiki Gravelbike
  • Arbeitsroutine unterwegs: Tägliche Arbeit an Bushaltestellen, Raststätten, in Cafés und Hotellobbys
  • Buchtipp: Mein Büro auf zwei Rädern

Das Buch

Detailansicht

Aus seiner ungewöhnlichen Kombination aus Bikepacking, Effizienz und Unternehmertum entstand sein Buch "Mein Büro auf zwei Rädern" (Athesia Tappeiner, 2025).

Titel: Mein Büro auf zwei Rädern - Wie ich mein Millionen-Unternehmen in eine Fahrradtasche packe und losfahre
Autor: Alex Weitgruber
Verlag: Athesia Tappeiner
Erscheinung: Oktober 2025
ISBN: 9788868398743
Sprache: Deutsch
Umfang: 256 Seiten
Format: Paperback
Preis: € 25,00

Offizielle Website: www.alexweitgruber.com

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Next Stop: Nordeuropa

Die nächste Etappe seines Projekts bringt die mobile Firma erneut an ihre Grenzen. Im Jahr 2026 geht es mit Laptop, Lenkertasche und einer ordentlichen Portion Leistungsbereitschaft im Gepäck weiter in Richtung Nordosteuropa.

Geplante Route: Bozen – Prag – Warschau – Vilnius – Riga – Tallinn – Helsinki
Gesamtdistanz: ca. 2.500 Kilometer
Dauer: 20 Tage

Dort will er seine Reise durch Europas Hauptstädte fortsetzen – wieder ohne Urlaub und ohne einen einzigen Arbeitstag auszusetzen.


Geschrieben
Office to go - Wie ein Südtiroler Unternehmer Europas Hauptstädte am Sattel erobert, ohne je Urlaub zu nehmen.



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Geschrieben

Super! Home-Office brutal quasi :) Ehrlich gesagt hab ich beim Lesen geglaubt, dass bei der Distanz wohl eine Null vergessen wurde. 10000km seit 2020... ok... nunja... naja.... eigentlich wenig ;) aber dafür 5000 EUR Umsatz pro km!!! Das schafft nichtmal Pogi sag ich jetzt mal so Daumen mal Pi... von daher also: "Respekt!" 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb stephin:

Super! Home-Office brutal quasi :) Ehrlich gesagt hab ich beim Lesen geglaubt, dass bei der Distanz wohl eine Null vergessen wurde. 10000km seit 2020... ok... nunja... naja.... eigentlich wenig ;) aber dafür 5000 EUR Umsatz pro km!!! Das schafft nichtmal Pogi sag ich jetzt mal so Daumen mal Pi... von daher also: "Respekt!" 

Der Etappenaufstellung zu folge war er ja auch nicht permanent unterwegs, sondern immer nur ein paar Tage/evtl Wochen/Jahr. Selbst mit Bushaltestellen und Hotels wirds sonst schwer ein Unternehmen mit den Aufgaben und Umsatz alleine von "on the road" aus zu führen

Bearbeitet von NoNick
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb madeira17:

Ich weiss nicht, ob das nicht alles sehr übertrieben ist 2-3 Wochen Radurlaub pro Jahr inkl. beruflicher Erreichbarkeit so zu framen.

Ich versuche auch gerade das WOW an der Leistung zu erfassen. Zumal ich mich noch andere Sachen frage: ua: Was macht der Mann in seinem Urlaub? 

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb sake:

Ich versuche auch gerade das WOW an der Leistung zu erfassen. Zumal ich mich noch andere Sachen frage: ua: Was macht der Mann in seinem Urlaub? 

Selbständige haben keinen Urlaub.

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb NoPain:

Selbständige haben keinen Urlaub.

OK, anders gefragt: An Tagen, an denen er wenig bis nix arbeitet. Sowas soll auch bei Selbständigen vorkommen 😍

Geschrieben (bearbeitet)
vor 26 Minuten schrieb sake:

OK, anders gefragt: An Tagen, an denen er wenig bis nix arbeitet. Sowas soll auch bei Selbständigen vorkommen 😍

Ich besprech meine Mailbox und richt den Abwesenheitsassistentenn ein, schalts Handy aus und setz mich aufs radl.

Sollt ich mit dem auto an den urlaubsort fahren, nehm ich den Laptop mit und check dann schon mal mails obs wo brennt.  Beim bikepacking wird Gepäck gespart 

Bearbeitet von NoNick
Geschrieben

Hallo zusammen,

für viele hier im Forum wirken drei/vier Wochen Radreise im Jahr sicher nicht besonders spektakulär. Das sehe ich völlig ein. Mein Alltag hat jedoch mit einem klassischen Radurlaub mit gelegentlicher beruflicher Erreichbarkeit wenig zu tun. Ich führe mein Unternehmen während der Reisen vollständig weiter, genauso, als würde ich im Büro sitzen.

Ich sehe mich deshalb nicht „nur“ als Radreisenden, sondern als jemanden, der versucht, eine neue Form des Arbeitens zu leben: die Verbindung aus Unternehmertum und Radfahren. Und diese Art des mobilen Arbeitens findet bei mir an weit mehr Tagen statt als nur während einer Tour.

In meinem Buch beschreibe ich den Prozess, den ich als Geschäftsführer eines Handelsunternehmens durchlaufen habe, um meine komplette berufliche Tätigkeit, in einem Betrieb, der seit 26 Jahren keinen Tag geschlossen war, vom Großraumbüro auf das Fahrrad zu verlagern. Wenn auch „nur“ für einen Monat im Jahr. Hintergrund war der Wunsch, meinen Traum zu verwirklichen, alle europäischen Hauptstädte mit dem Rad anzufahren, obwohl meine berufliche Rolle das eigentlich nie erlaubt hätte.

Während meiner Tagesetappen erledige ich sämtliche Aufgaben des Unternehmens: Buchhaltung, Disposition, Ein- und Verkauf, Reklamationen und Bankgeschäfte. Ein ganz normaler Arbeitstag, nur eben nicht an einem Schreibtisch. Bei meiner ersten Tour nach Rom hatte ich noch zwölf Angestellte. Bei der Tour nach Stockholm war es nur noch ein Mitarbeiter. Die Touren nach Lissabon und zuletzt nach Athen habe ich komplett ohne Mitarbeiter gestemmt und das Unternehmen läuft weiterhin stabil.

Und auch nach der Reise gehe ich nicht „zurück ins Büro“: Wenn ich nicht auf dem Rad sitze, arbeite ich beim Skilanglauf, Wandern, Kajakfahren oder Speedhiking. Seit sechs Jahren ist mein Laptop mein Büro, nicht mehr ein Raum.

Ich bin weder der beste Unternehmer noch der beste Radfahrer, aber vielleicht bin ich ganz gut darin, beide Welten miteinander zu verbinden.

 

Wenn mein Buch etwas beitragen kann, dann das:

Menschen zu inspirieren, die, wie ich, nicht einfach Urlaub machen können, ihre Leidenschaft für das Radreisen aber trotzdem in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

 

Ich freue mich auf den Austausch hier im Forum und werde versuchen, auf jede Frage, Anregung und auch Kritik einzugehen.

Liebe Grüße

Alex

 
 
 
 

 

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb nestor:

Eh nett aber daraus ein Buch zu machen? What for? 

Weils vielleicht eine gar nicht so kleine Anzahl anderer Selbständiger in dieser oder ähnlicher Position gibt, die davon träumen aber es nur noch nicht gewagt haben?



ich versteh den Ansatz gut, denn mein einer Sohn ist mit seiner Firma seit acht Jahren selbständig und seit ca. drei Jahren macht er das während dem Jahr für 4 Wochen (ohne Rad) auch so.

Geschrieben

vielleicht darf man das nicht aus der Perspektive als Radfahrer sehen - da find ich das jetzt auch nicht sooo toll - aber vielleicht aus der Perspektive des Unternehmers (k.A.) ist das vielleicht doch mit Ideen versehen... man muss halt die Reiseart "Rad" nicht so eng nehmen... kann ja auch dann zu Fuß, ein Camper oder ein Heißluftballon sein ... 

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