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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Liebe Leser! Manchmal muss man der Realität ins Auge blicken und feststellen, dass nicht jedes Fahrrad eine emotionale Achterbahnfahrt ist. Das gilt insbesondere für das neue Canyon Ultimate CF SLX, welches wir in matt-schwarz mit Shimanos Ultegra Di2 einem ausführlichen Langzeittest unterziehen durften. Anstatt uns allein schon beim Anblick mit Endorphinen zu überschütten oder Gott und die Welt vor den Cafés zu beeindrucken, glänzte der edle Renner vor allem mit technischer Rafinesse, seiner beeindruckenden Performance und jeder Menge Fahrspaß ohne Kompromisse.Ein kleiner Spoiler vorneweg: Das Ultimate der fünften Generation ist weder Leichtbau-Rakete noch Aero-Spezialist oder superkomfortable Langstreckenmaschine und schon gar keine emotionsgeladene Stilikone. Es ist vielmehr das, was der 911er Turbo für Porsche ist: ein extrem sportlicher Allrounder mit hoher Alltagstauglichkeit für performanceorientierte Rennfahrer - obendrein mit einem großartigen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ein Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst für Fahrer, die auch im Alltag nach ultimativer Performance streben.
Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit präsentierte Canyon vergangenen Herbst ihre fünfte Ultimate-Generation mit einem gelungenen Mix aus niedrigem Gewicht, Komfort, Steifigkeit und Handling, inklusive der wohldurchdachten Integration aller Kabel, etwas mehr Reifenfreiheit, einer verbesserten Aerodynamik und der markanten Canyon-DNA.
Höherer KomfortUm dieses Entwicklungsziel zu erreichen, wurde einerseits am den Carbonfaser-Layup, den Rohrdimensionen und den eigens entwickelten Komponenten wie Gabel, Sattelstütze, Sitzstreben und Sitzknoten gefeilt, andererseits die Reifenfreiheit an Rahmen und Gabel erhöht.
Verbesserte AerodynamikGemeinsam mit den Aero-Experten von Swiss Side wurden zunächst in Simulationen die optimalen Parameter für das neue Ultimate ermittelt, um sie anschließend im GST Windkanal in Immenstadt zu bestätigen. Das Ergebnis: Weniger Luftwiderstand und eine gemessene Einsparung von 10 Watt am Rahmenset gegenüber dem Vorgänger, bei 45km/h mit den gleichen Laufrädern und Komponenten.
Integration bei voller AlltagstauglichkeitDas vom Aeroad bekannte CP0018 Aerocockpit mit voll integrierten Kabeln und Leitungen kommt serienmäßig bei allen Ultimate CFR und CF SLX Modellen sowie bei der CF SL Aero-Variante zum Einsatz. Dabei schafften es die Entwickler, die unsichtbare Kabelführung mit einem benutzerfreundlichen Setup zu vereinen.Im Endeffekt besteht das dreiteilige Cockpit aus dem T-Bar und zwei Seitenteilen, welche samt Schalt-/Bremshebeln am Oberlenker vom 230 mm breiten Mittelteil abmontiert werden können. So verschwindet der Lenker mühelos im Bike Guard oder im Radkoffer. Neben der verbesserten Transportfähigkeit ist das Cockpit auch in der Höhe verstellbar, ohne dass der Gabelschaft gekürzt werden muss.
Niedrigeres Gewicht trotz höherer SteifigkeitOhne Kompromisse bei der Haltbarkeit setzt das Ultimate auch neue Maßstäbe in puncto Gewicht. So ließ sich das Rahmengewicht dank des optimierten Carbon-Layups (Faserauswahl, Wandstärkenverläufe und Verstärkungen in Schlüsselbereichen) weiter reduzieren, obwohl die hohe Steifigkeit des Vorgängers erhalten blieb und sich im Lenkkopfbereich sogar um 15% erhöhen ließ.Aber auch die weiteren Optimierungen an Gabel, Cockpit, Sattelstütze und Klemmmechanismus können sich sehen lassen. Das Resultat: 6,8 kg beim Ultimate CF SLX Dura Ace Di2 in Größe Medium.
Geometrie und HandlingAuf den ersten Blick kaum zu erkennen ist die harmonischere, jedoch sportlichere Geometrie, die das Ultimate vom hauseigenen Aeroad übernommen hat. So vermittelt es noch mehr Sicherheit, ohne sich träge anzufühlen.Darüber hinaus verfügt das aktuelle Ultimate als erstes Canyon-Rennrad über "mitwachsende" Kettenstreben. Bei den Rahmengrößen L, XL und 2XL werden die Kettenstreben proportional länger, damit auch Fahrer größerer Rahmen bei flotter Gangart in den Genuss einer höheren Laufruhe kommen.
Die Ultimate CF SLX Plattform verfügt über eine vollständige Systemintegration, ausschließlich elektronische Schaltungen, passende Leistungsmesser sowie ein gemischtes Reifen-Setup mit schmäleren 25 mm Reifen vorne und breiteren 28 mm Reifen hinten. Der breitere Hinterreifen hat keine nachteiligen Auswirkungen auf die Aero-Performance, während das zusätzliche Volumen den Komfort verbessert und eine bessere Traktion bietet.
* 7,19 kg gewogen in Größe Medium, ohne Pedale, ohne Garmin-Mount** Sattelklemmung nur mit runden Rails kompatibel; Adapter für ovale gibts im Zubehör
Mit Ultegra Di2 und DT Swiss ARC 1400 Laufrädern bringt Canyons "Mittelklasse-Renner" in Größe Medium, in Frozen Black und ohne Pedale echte 7,19 kg auf die Waage und wiegt fahrfertig inklusive Garmin Mount, Flaschenhaltern und Wahoo Speedplay Zero Pedalen vernünftige 7,47 kg.All jene, die es noch leichter wollen, greifen zur Dura-Ace Di2 Variante oder zu den CFR-Modellen.
Eine weitere erwähnenswerte Änderung der aktuellen, fünften Ultimate-Generation gegenüber dem Vorgänger ist die überarbeitete Geometrie. So erhielt unter anderem auch das Ultimate SLX über alle Rahmengrößen hinweg sportlichere Abmessungen, welche an den entscheidenden Stellen mit jenen des Aeroads absolut identisch sind.Hintergrund war, dass es den von Canyon gesponserten Profis einfacher fallen sollte, zwischen dem Ultimate und dem Aeroad das Rad auszuwählen, das besser zur Etappe des Tages passt, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, welches Rad besser zu ihnen passt.Gleiches gilt nun auch für uns Privatkunden und vereinfacht die Kaufentscheidung, da eine Variable weggefallen ist. Allerdings bedeutet es auch, dass wir mit einer sportlicheren Geometrie zurechtkommen müssen, die für den Rennsport konzipiert wurde. Sprich: zu einer gestreckten, niedrigen und tief gebeugten Sitzposition, welche definitiv schneller macht, sich aber möglicherweise nicht für jede Morphologie eignet.
Bei unserem Testrad in Größe Medium resultierte die neue Geometrie in einer mächtigen Oberrohrlänge von 564 mm, einem recht kurzen Steuerrohr von nur 142 mm und Stack- bzw. Reachwerten von jeweils 563 und 393 mm (STR-Faktor: 1,43). Gemeinsam mit dem Lenkwinkel von 73,25 Grad, einem Radstand von 988 mm und der neuen SP0055 Carbon-Sattelstütze mit 20 mm Setback ergab sich ein ideal ausbalanciertes Rennrad sowohl für flotte Gruppenausfahrten als auch für chillige Afterwork-Hausrunden - der Rücken dankte.Hätte ich hingegen ernsthafte Rennen bestreiten wollen, dann wäre ich bei meiner Körpergröße von 175 cm und einer Schrittlänge von 84 mm mit dem Small-Rahmen definitiv besser beraten gewesen. Zur Bestimmung der passenden Rahmengröße empfiehlt Canyon übrigens das eigens entwickelte Perfect Positioning System (PPS) auf der Canyon Website.* Hinweis: Das CF SLX gibt's in 8 Rahmengrößen, jedoch wurde im Gegensatz zur SL-Modellreihe nur die Größe 3XS mit 650B-Laufrädern spezifiziert.
Rund zwei Wochen vor der offiziellen Präsentation erhielten wir im September 2022 ein Ultimate CF SLX Testbike, das für mich bzw. meinen touristischen Einsatzzweck wie maßgeschneidert war. Erstens in Größe Medium und zweifarbig (schwarz mit schwarzen Akzenten) und zweitens mit der weltweit wohl (zweit-)besten Schaltgruppe, der Shimano Ultegra Di2 12-fach, welche nur mehr von einer Dura-Ace Di2 übertroffen werden kann.Auf die erste Begeisterung folgte gleich die nächste positive Überraschung. Denn der Zusammenbau ging rasch und locker flockig von der Hand: Kein Absägen des Gabelschafts, keine Traunviertler 86-Experimente beim Wickeln des Lenkerbands, nicht einmal der Steuersatz bedurfte der Einstellung, geschweige denn musste das Schaltauge geradegebogen oder die hintere Bremse entlüftet werden. Top!Nach dem Indoor-Shooting und unserer üblich strengen Abwaage bestritt ich unverzüglich den ersten Ausritt, welcher mir spontan - ja, glaubt es oder nicht - ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Denn das Ultimate glitt förmlich über den Asphalt, wofür ich freilich auch meine Lieblingsreifen, die Schwalbe Pro One Skin in 25 mm vorne und 28 mm hinten in Verdacht hatte. Egal ob Sonnenschein, Kälte oder Regen - der Pneu rollt, der Pneu hält.
Aber auch die "neue Geometrie" passte auf Anhieb, denn der tatsächliche Unterschied zum Vorgänger spielte sich größtenteils im Millimeterbereich ab und fiel trotz eines niedrigen Stack- und längeren Reachwerts geringer aus, als das um 8 mm angewachsene Oberrohr laut Geo-Tabelle erwarten ließ. Wie die sportlich gestrecktere und tiefere Sitzposition in Kombination mit einem noch kürzeren Radstand und dem agileren, ausbalancierteren Handling möglich war? Der Blick in die Tabelle verriet des Rätsels Lösung: unter anderem erhielt der Rahmen in Größe M um 5 mm kürzere Kettenstreben (höhere Agilität) und einen um 0,3 Grad flacheren Sitzwinkel mit einer Sattelstütze mit 20 mm Setback (bessere Gewichtsverteilung und mehr Komfort).Abgesehen davon finde ich es persönlich auch stimmiger, dass sich die beiden Rennboliden Ultimate und Aeroad somit noch mehr vom Endurance Rennrad abheben.Obwohl ich mit dem montierten Selle Italia SLR gar nicht unglücklich war, hätte ich doch lieber meinen präferierten SQLab Sattel montiert. Leider schlug der Austausch fehl, da die Canyon Sattelstütze ausschließlich mit runden Rails kompatibel war und sich die benötigten Adapter nicht im Lieferumfang befanden. Aus meiner Sicht ein klarer Kritikpunkt - denn bei all meinen letzten Rennrädern funktionierte die Stütze entweder mit beiden Rail-Standards oder die Adapter wurden mitgeliefert.
Und auch beim 4iiii Leistungsmesser gab es anfänglich mehr Schatten als Licht, denn schon nach wenigen Stunden Betriebszeit ging ihm das Licht aus und es war mir auch mit diversen neuen Batterien, Resets, der Smartphone-App und dem 4iiii-Support nicht möglich, den Powermeter wieder zum Laufen zu bekommen. Erst ein Ersatzkurbelarm von Canyon vermochte das Problem zu beseitigen. Seit dem Austausch funktionerte der 4iii die meiste Zeit auch recht gut, machte aber nach längeren Fahrtpausen doch immer wieder mal Probleme sich erneut, automatisch mit einem meiner Radcomputer zu verbinden. Echt lästig. Kurz vor Testende konnte ich dieses Problem allerdings lösen, denn der 4iiii war mit einem meiner Radcomputer fälschlicherweise über Bluetooth (anstatt ANT+) gepaired und die wiederkehrenden Verbindungsfehler vermeintlich darauf zurückzuführen. Tipp: Achtet darauf euren Powermeter ausschließlich über ANT+ mit Radcomputern zu verbinden und Bluetooth nur fürs Smartphone, iPad oder den Desktop zu verwenden.Und wenn wir schon beim Raunzen sind, möchte ich gleich noch anmerken, dass ich den Hohlraum unter dem vorgewickelten Lenkerband, an der Unterseite der beiden angeschraubten Seitenteile des Aerolenkers in der Obergriffhaltung als etwas unangenehm empfand. Unter - Unterseite - Obergriff - unangenehm... alles unklar? Tja, sorry Leute, ich kann's leider nicht besser beschreiben. Nehmt am CP0018 Cockpit mal einen besonders verkrampften Oberlenkergriff ein und spürt, wie eure Fingerkuppen durch das Lenkerband eintauchen. Tut der Funktion selbstverständlich keinen Abbruch, fühlt sich aber eigenartig an.
Kommen wir - last but not least - zu den Fahreigenschaften, die sich trotz der nahezu identen Geometrie in puncto Komfort vom Aeroad unterscheiden. Denn der SLX Rahmen besitzt dank der Rahmenform und seines Carbon-Layups eine bessere Dämpfung (vertikale Nachgiebigkeit = vertical compliance), weshalb holprige Straßenabschnitte, Kanaldeckel und Co. spürbar weniger wehtun, als am reinrassigen Aeroboliden. Trotzdem möchte ich anmerken, dass dies nicht das komfortabelste Rennrad ist, auf dem ich je gesessen bin. Allerdings passen nun ins Ultimate auch bis zu 32 mm breite Reifen, weshalb der Wechsel von den aktuell montierten 25/28ern auf 28/30 oder 30/32 mm Reifen einen deutlichen Komfortgewinn verspricht. Zusätzlich schirmen die weniger hochmodularen Carbonfasern des SLX Rahmens gegenüber dem SLR-Rahmen vor hochfrequenten Straßenvibrationen besser ab, was neben einem schöneren, satteren Abrollgeräusch auch der frühzeitigen Ermüdung vorbeugen sollte.Das Klettern mit dem Ultimate ist grandios. Egal wie sehr ich am Lenker zog, es gab keinen störenden Flex - weder an den Lenkerenden, dem Tretlager, noch im Bereich des Steuerrohrs, der Gabel oder den Ausfallenden. Auch solide Sprints bei vollstem Krafteinsatz waren damit möglich, ohne irgendwie die Stabilität oder Präzision negativ zu beeinflussen.Richtig Spaß machte das Ultimate dann aber beim Ballern in der Ebene und in der wohlverdienten Abfahrt. So ließ es sich in der Gruppe agil manövrieren und leichfüßig auf Tempo halten und vermittelte auf schnellen Downhills ein besonders sicheres Gefühl der Kontrolle und Präzision. Gerade diese hohe Ausgeglichenheit hilft einem selbst in kritischeren Situationen die innere Ruhe zu bewahren und verleiht dem Ultimate sein unvergleichliches Fahrgefühl.
Mit den drei Plattformen Ultimate CF SL, CF SLX und CFR, sowie einem breiten Größenspektrum wartet für jeden Rennrad-Typen bzw. das jeweilige Budget ein passendes Ultimate Modell.Den kostengünstigen Einstieg markiert das Ultimate CF SL 7 um 2.699 Euro, das es in fünf verschiedenen Varianten gibt. Ebenfalls erhältlich: drei Ultimate CF SLX Bikes mit einem Preis ab 6.299 Euro für das Ultimate CF SLX 8 eTap mit der SRAM Force eTap Schaltgruppe.
Am oberen Ende des Portfolios vereinen drei Ultimate CFR Flaggschiff-Modelle ab 10.499 Euro superleichte CFR Rahmen mit den marktbesten Komponenten. Alle CFR Framesets zeichnen sich durch ein High-End-Carbon-Layup aus, das sich in den Kategorien Leichtbau, Robustheit und Steifigkeit auf World-Tour-Niveau befindet.
Das Ultimate CF SLX 8 mit Ultegra Di2 ist ein echter Allrounder für performanceorientierte Rennfahrer. Agil auf der einen Seite - komfortabel und laufruhig auf der anderen, vollintegriert, großartig ausgestattet, wiegt 7,2 Kilogramm in Größe Medium, steif ohne Ende, lässt bis zu 32 mm breite Reifen zu, ist wahrscheinlich recht aerodynamisch, sieht definitiv aerodynamisch aus, knaxt nicht und besitzt mit einem Kaufpreis von 6.499 Euro das derzeit wohl bestmöglichste Preis-/Leistungsverhältnis im gesamten Highend-Rennrad-Universum.All jene, die auf das letzte Quäntchen "Bling Bling" verzichten können und beim Straßenrad die ultimative Performance dem emotionalen Feuerwerk vorziehen, haben nur noch eines zu tun: klicken, kaufen, abfahren.Wer sich sein Traumrad komplett nach eigenen Wünschen zusammenstellen möchte, der findet eine Etage höher im Ultimate CFR Disc Rahmenset (inklusive Carbon-Aerocockpit, Vollcarbon-Gabel, Aero-optimierter Sattelstütze und vormontierten Shimano Dura-Ace Disc Brakes) um 4.999 Euro die perfekte Basis.
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