Jump to content
×
Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

22.12.22 05:59 1.755Text: Lukas WaringerFotos: Erwin HaidenAuf leisen Sohlen und dennoch tatkräftig unterstützt durch den Wienerwald. Das neue All Mountain der Stuttgarter mit Fazua Ride 60 Antrieb mag's sportlich-verspielt. Und spricht mit abfahrtsorientierter Geometrie, 150 mm Federweg und 29"-Laufrädern auch ein ebensolches Klientel an. Ein erstes Fazit zum Spätherbst auf Focus Light-E-MTB.22.12.22 05:59 1.813

Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

22.12.22 05:59 1.8131 Kommentare Lukas Waringer Erwin HaidenAuf leisen Sohlen und dennoch tatkräftig unterstützt durch den Wienerwald. Das neue All Mountain der Stuttgarter mit Fazua Ride 60 Antrieb mag's sportlich-verspielt. Und spricht mit abfahrtsorientierter Geometrie, 150 mm Federweg und 29"-Laufrädern auch ein ebensolches Klientel an. Ein erstes Fazit zum Spätherbst auf Focus Light-E-MTB.22.12.22 05:59 1.813

Sieht man sich die Entwicklung bei Google Trends zum Suchbegriff „E-Bike“ an, so wirkt diese wie ein Chart eines lukrativen Spekulationsobjekts. Es lässt sich nicht leugnen: E-Bikes erfreuen sich seit etwa zwei Jahrzehnten stetig steigender Beliebtheit.
Zuletzt hat sich das Segment zunehmend ausdifferenziert. Das klassische Heavy-duty-Fully ist nur noch eines von mehreren Mountainbike-Typen unter den E-Bikes. Der letzte Schrei sind Light E-MTBs.
So auch das Focus Jam² SL. Ein Mountainbike mit kleinem, kompakten Motor, moderatem Akku und Slimfit-Look, der beim ersten Blick nicht sofort enthüllt, dass es sich um ein E-Bike handelt.

Was kann das brandneue leichte E-Bike Modell aus Stuttgart? Welche Kunden möchte Focus damit erreichen? Und natürlich: Wie fährt sich das vom Fazua Ride 60 unterstützte Gerät im Gelände?
Seit einigen Wochen darf ich das neueste Prunkstück des deutschen Herstellers ausgiebig testen und möchte in diesem Artikel meine ersten Eindrücke schildern. Den technischen Fakten haben wir uns bereits Ende Oktober im zugehörigen Showroom ausgiebig gewidmet.

 Ich will Spaß am Rad, und mich bergauf nicht zu sehr quälen 

Was potenzielle Jam² SL-Piloten jedenfalls wollen sollten ...
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Ich will Spaß am Rad! Ich will über Wurzelteppiche hinwegfegen, große Drops souverän meistern, hie und da ein bisschen springen und das Bike in schnellen Kurvenfolgen in Richtung Boden lehnen, die physikalischen Trägheitskräfte wahrnehmen und das Hinterrad bis zum allseits bekannten „Braaaaap“ in den Anlieger drücken. Außerdem möchte ich mich bergauf nicht allzu sehr anstrengen und vielleicht den ein oder anderen technischen Uphill probieren.
So oder so ähnlich muss sich die Wunschliste an die Entwickler im Hause Focus gelesen haben, als man sich in Stuttgart an die Planung der neuen, abgespeckten Jam²-Version machte. Weiters sollte das Rad sportlich aussehen und unter Umständen auch ohne elektrischen Antrieb noch fahrbar sein.
Klingt nach der sagenumwobenen eierlegenden Wollmilchsau – zu schön, um wahr zu sein. Oder vielleicht doch nicht?

  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Rahmen und Design

Die Ausführung des Testbikes ist die Version Jam² SL 9.9 um € 8.499,-. Es gibt noch drei andere Ausstattungsvarianten, von denen die „günstigste“ (8.7) bei 6.199 Euro beginnt. Für das Topmodell 9.0 blättert man stolze € 11.499,- hin.
Die Räder unterscheiden sich neben den montierten Komponenten auch in Sachen Rahmenmaterial. Bei den preiswerteren Modellen handelt sich es zwar auch um Vollcarbonrahmen, doch die beiden teureren Chassis bestehen aus einem nochmals hochwertigeren Faser-Mix, nämlich MAX Carbon. Dieser beinhaltet neben High Strength- und High Tenacity-Fasern auch noch High Modulus-Fasern, was höhere Steifigkeit bei geringerem Gewicht zum Ergebnis hat.

In der von mir getesteten Version wirkt der mattschwarze Rahmen samt Hinterbau sehr hochwertig und macht ästhetisch viel her. Aber das Jam² SL besticht nicht nur durch seinen minimalistischen, aufgeräumten Look. Das Rahmendesign verfügt auch über einige technisch durchdachte Details.

Der leichte Knick im filigranen Oberrohr führt zu einer niedrigen Überstandshöhe, was vermehrte Bewegungsfreiheit auf dem Rad verspricht und vor allem kleineren Personen zugute kommen sollte.
Ebenso im Oberrohr sitzt das LED-Hub vom Fazua-Antrieb. Dieses verfügt über einen USB-C Slot. Wer mit einem E-Bike per se noch nicht genügend Elektronik herumkutschiert, kann über diesen Anschluss etwaige Geräte wie Fahrradcomputer, Handy oder Licht aufladen. Auf meinen bisherigen Testfahrten war dies allerdings nie notwendig. Bevor der Akku eines aufgeladenen Garmin Edge 130 oder ähnlichem ausgeht, verabschiedet sich eher die Batterie des E-Bikes selbst. Aber ja, better be safe than sorry!

  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Im nicht allzu volluminös ausfallenden Unterrohr verbirgt sich der 430-Wh-Akku, der den kompakten Fazua Ride 60 Antrieb mit Energie versorgt. Die 2,3 kg wiegende Kraftquelle lässt sich zum Laden über einen Kunststoffdeckel, der sich mittels Inbus-Schlüssel öffnen lässt, herausnehmen. Das spart nicht nur Gewicht, sondern auch eine unschöne Ladebuchse irgendwo am Rahmen. Rasches Im-Vorbeigehen-an-den-Strom-Hängen spielt’s dadurch aber nur bedingt, und Deckel plus Schraube gilt es stets pfleglich zu behandeln.
Nett: Der mitgelieferte Inbus-Schlüssel sitzt in der Hinterachse, wie wir es von anderen Herstellern auch kennen.

Geometrie

Größe S M L XL
Sitzrohrlänge (mm) 390 420 440 460
Steuerrohrlänge (mm) 100 100 120 140
Oberrohrlänge (mm) 578 608 637 672
Kettenstrebenlänge (mm) 440/447 440/447 440/447 440/447
Lenkwinkel 64,5/65,5° 64,5/65,5° 64,5/65,5° 64,5/65,5°
Sitzwinkel 76,5° 76,5° 76,5° 76,5°
Tretlagerabsenkung (mm) 25 25 25 30
Offset (mm) 44 44 44 44
Radstand (mm) kurz steil/kurz flach 1189/1209 1214/1234 1247/1267 1281/1301
lang steil/lang flach 1196/1216 1221/1241 1254/1274 1288/1308
Standover (mm) 790 790 790 792
Stack (mm) 614 614 632 650
Reach (mm) 430 460 485 515

Individualisierung wird hoch geschätzt. Und darauf haben die ProduktdesignerInnen des Stuttgarter Fahrradherstellers Rücksicht genommen. Sowohl Lenkwinkel als auch Hinterbaulänge lassen sich variieren.
Der Lenkwinkel ändert sich durch einfaches Drehen der Steuersatzschalen um 1° - also entweder 64,5° oder 65,5°. Beim Hinterbau kann man sich mittels Flipchip zwischen 440 mm und 447 mm entscheiden. Das ist eine wunderbare Sache, denn so lässt sich das E-Bike gut auf die persönlichen Bedürfnisse und den Fahrstil anpassen.

Geometrisch siedelt sich das 150-mm-Fully zwischen Trail-Bike und Enduro an. Focus selbst bezeichnet es als All Mountain. Das Bike verfügt über eine abfahrtsorientierte Geometrie, welche sich - wie oben beschrieben - ein bisschen anpassen lässt. Verspielt, kürzer bei steilerem Lenkwinkel oder stabil, länger bei flacherem Lenkwinkel.
Beim F.O.L.D. System, das ist das Focus hausgemachtes Linkage System für den Hinterbau, haben die Stuttgarter Teile und somit Gewicht reduziert, ohne dabei die Funktionalität einzuschränken. Ganz im Gegenteil: Beim Bremsen soll die neue Konstruktion mehr Traktion am Hinterrad generieren.

  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

 Ein Ohrenschmaus! 

Der angenehm leise Fazua Ride 60
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Motor: Klein, aber oho!

Den gefälligen Rahmen bestücken die Stuttgarter - eigentlich die Cloppenburger, weil dort die Räder zusammengebaut werden - mit einer feinen Komponenten-Komposition auf Shimano XT- und Fox 36 Float-Basis.
Aber fangen wir besser beim Herzstück eines jeden E-Bikes an: dem Motor mit dazugehörigem Akku und Steuerungselementen.

Das bayrische Unternehmen Fazua entstand ursprünglich aus einem Studentenprojekt, entwickelte sich sehr gut und erfreut sich mit seinen verhältnismäßig kleinen Antrieben so großer Beliebtheit, dass nächstes Jahr bereits das zehnjährige Jubiläum gefeiert werden kann. Seit diesem Jahr gehören die E-Motoren Hersteller zur Porsche eBike Performance GmbH. Soviel zur Geschichte von Fazua.
Zugegebenermaßen war ich anfangs skeptisch wegen des kleinen 60 Nm Motors und schmächtigen Akkus – bei 430 Wattstunden werden Bosch LiebhaberInnen müde gähnen, bieten deren Batterien doch mittlerweile bis zu 750 Wh. Nichtsdestotrotz reicht der integrierte Akku für sportliche Ausfahrten von zwei bis drei Stunden Dauer mit etwa 1.000 Höhenmeter – je nach verwendeter Unterstützungsstufe. Davon gibt es nämlich drei und einen Walk-Assist gibt es auch.

Diese lassen sich über die minimalistischen Ring Control am Lenker einfach einstellen. Mag der Drehknopf aus Kunststoff auch etwas billig wirken, so tut er am Ende des Tages verlässlich seine Dienste. Mir gefällt das unscheinbare Design sehr gut, es fügt sich gut in das Gesamtkonzept des Rades ein und man kann unkompliziert und schnell die Supportmodi durchschalten.
Angezeigt werden diese auf dem integrierten LED-Hub, der neben der besagten USB-C Schnittstelle auch mit ANT+ und Bluetooth kommt. In einer Handy-App lassen sich die Unterstützungsstufen individualisieren.

Tech Specs

Rahmen: MAX Carbon, 150 mm F.O.L.D. Gen3 Kinematik Schaltwerk: Shimano Deore XT M8100, 12-f
Größen: S/M/L/XL Kassette: Shimano Deore XT M8100, 12-f, 10-51Z.
Antrieb: Fazua Ride 60, 60 Nm, 450 W max. Laufräder: DT Swiss HX 1700 LS, 30-622, 110x15/148x12 mm
Batterie: Fazua Ride 60 Energy 430, 430 Wh Reifen: Schwalbe Magic Mary, 2,4" Super Ground Soft/Schwalbe Nobby Nic 2,4" Super Trail SpeedGrip
Display: Fazua LED Hub + Ring Control Steuersatz:  Acros ZS56/ZS56 (ICR), 1,5/1,5" angle Headset
Gabel: LFox 36 Float Performance Elite 29, Grip2, 110x15 mm, 44 mm Offset, 160 mm Vorbau: Focus C.I.S. integr., 50 mm, 0°, 35 mm, Alu
Dämpfer: Fox Float X Performance, 210/55 mm Sattel: Fizik Taiga
Kurbel: Rotor eKAPIC, 32 Z. Sattelstütze: PM-MT171, 31,6 mm
Lenker: RaceFace Atlas 35, Alu, 820 mm, Rise 35 mm, Backsweep 8° Gewicht: 19,02 kg (ohne Pedale)
Bremse: Shimano XT M8120, 4-Kolben, IceTech 203 mm Preis: € 8.499,-
Schalthebel: Shimano Deore XT M8100, 12-f    

Je nach Unterstützungsstufe und Akkustand geben die fünf LEDs mittels Farbe und Anzahl Auskunft über den Status quo. Als ich kaum erschöpft den Wienerwald nach Ausfahrten um die tausend Höhenmeter verlassen habe, hat mir dieses Leuchten Sicherheit gegeben: Ich würde noch ohne größere Anstrengungen nach Hause kommen. Wer will sich schon auf einem - ohne Tretunterstützung dann plötzlich recht schweren - Bike kilometerweit in die bequeme Wohnung quälen?
Auf all meinen Ausfahrten bin ich zum Glück nie in diese Situation geraten, ich hatte jedoch auch stets ein Auge auf die farbigen LEDs und nicht unbedingt immer den stärksten Modus aktiviert.
Das Rad lässt sich zwar - verglichen mit den massiven E-Bikes jenseits der 25 kg - relativ gut kurbeln; ein Genuss ist das allerdings nicht. Schon gar nicht bergauf.
Anders mag das vielleicht sein, wenn man ohne Akku fährt. Aber mal ehrlich: Wer rückt, wenn er neben einem E-Bike noch ein konventionelles Mountainbike hat, mit dem E-Bike ohne Akku aus? Jedenfalls habe ich dieses Szenario noch nicht getestet. Aber dazu werde ich im zweiten Teil des Langzeittests einen Nachtrag liefern. Denn zwei Räder in einem ist eine durchaus verführerische Idee, der ich etwas abgewinnen kann.

Der Motor gibt mit seinen drei Unterstützungsstufen gutes Feedback, spricht gut an und hat ausreichend Power, um auch schwierige Uphill-Trails zu meistern. Die 60 Nm Leistung trotzen Geländestufen und auch losem Untergrund - alles kein Problem für das Focus Jam2 SL mit dem Ride 60 Murl. Außerdem ist das kleine Kraftpaket am Tretlager flüsterleise - ein Ohrenschmaus, wenn man im ruhigen Wald unterwegs ist und nicht ständig von einem monotonen, nervigen Surren begleitet werden möchte.

  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

 Tolles Fahrwerk, das viel Sicherheit vermittelt 

Im Gemüse
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Weiter geht's mit dem Fahrwerk des hübschen Superlight E-Bikes. Das Testrad ist an der Front mit einer Fox 36 Float Performance Elite mit 160 mm Suspensiontravel ausgestattet. Am Heck in einer halb vertikalen, halb horizontalen Anordnung sitzt der Fox Float X Performance Dämpfer mit 150 mm Federweg.
Jeder weiß: Die schlauen Füchse machen erstaunlich gute Fahrwerkskomponenten. Und so verhält sich das Jam² SL 9.9 bei Bodenunebenheiten, Sprüngen, Stufen, Stiegen etc. auch. Es verrichtet verdammt gute Arbeit und vermittelt gemeinsam mit dem sehr breiten (820 mm) Lenker viel Sicherheit.
Das Heck schluckt Unannehmlichkeiten des Untergrundes weg, als könnte es nicht genug davon bekommen. Auch hat Focus bei diesem Superlight E-Bike eine sehr gute Balance zwischen Sicherheit, Stabilität und Agilität gefunden. Noch dazu lässt es sich ja hinsichtlich Steuerwinkel und Kettenstrebenlänge etwas anpassen - echt leiwand!
Mein einziger Kritikpunkt am Fahrwerk ist der Luftdämpfer am Heck. Diesen müsste ich bei meinem Fliegengewicht mittels Volumespacer anpassen. Aber das lässt sich, wäre es das eigene Bike, ja mit wenigen Arbeitsschritten realisieren.

  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Bis auf die Kurbel – eine Rotor eKapic - verfügt das Rad über eine komplette, feine Shimano XT Gruppe. Ja, die Kette ist zwar eine SLX, aber die zähle ich zu den Verschleißteilen, die ohnehin regelmäßig getauscht gehören.
Weder an der 1x12 Schaltung noch an der 4-Kolben Bremse gibt es irgendetwas auszusetzen. Ganz im Gegenteil – hat man sich erstmal an die gute Haptik und Performance gewöhnt, möchte man nur ungern auf günstigere Teile wechseln. Die Bremse verzögert die rund 19 Kilo mit scharfem Ansprechverhalten ohne Wenn und Aber.

Der Lenker mit seinem integrierten C.I.S. Vorbau ist mittlerweile zu einer Art persönlichem Markenzeichen von Focus geworden – zumindest in meiner Wahrnehmung. Er erinnert mich ein bisschen an einen Kraken, welcher sich - pars pro toto - gut an seine Umwelt/Untergrund anpassen kann. Und das tut auch das Jam² SL.
Ob schön oder nicht, ist Geschmacksache. Eines steht jedenfalls fest. Für Arbeiten einer professionellen Werkstatt an einem solchen Rad muss man mit erhöhten Kosten rechnen. Die Fuzzlerei mit den Kabeln/Bowden im Vorbau und Headset sind oft wesentlich zeitaufwändiger als bei klassischen Lenker-Vorbau-Systemen. Wer schön sein will, muss eben leiden – bzw. mehr zahlen.

  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Neben dem Steuerungsring für den Fazua-Antrieb befindet sich am Lenker auch der Remote-Hebel für die Vario-Sattelstütze. Sieht gut aus und funktioniert.
Aber warum die Lenker bei MTBs unbedingt immer breiter werden müssen, entzieht sich meiner Logik. Mehr ist nicht immer mehr. Vor allem, wenn man gerne schnell zwischen Bäumen durchfahren möchte. Wär's mein eigenes Bike, würde ich die XXL-Stange jedenfalls tauschen bzw. auf die gewünschte Breite kürzen.
Bleiben noch die Reifen: Auf dem weichen und oft matschigen Boden des Wienerwaldes hinken die Schwalbe Reifen ihren Kollegen von zum Beispiel Maxxis meiner Ansicht nach hinterher. Profil und Gummimischung unterscheiden sich maßgeblich und vermitteln stark unterschiedliche Fahrgefühle.
Ausgerechnet das Focus Jam² SL in der Version 9.9 ist die einzige der vier verfügbaren Ausstattungsvarianten, die nicht mit Maxxis Reifen bestückt ist. Naja, kann man aber ebenfalls leicht tauschen, wenn man will.

  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1
  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Zwischenfazit

Focus Jam² SL 9.9
Modelljahr: 2023
Testdauer: 2 Monate, more to come
Preis: € 8.499,- UVP
+ fescher, hochwertiger Rahmen
+ spaßorientierte, variable Geometrie
+ tolles Fahrwerk mit Sicherheitsreserven
+ gut austariertes Handling
+ leiser Motor mit ausreichend Power
+ feine Ausstattung
o Akku-Reichweite
- direktes Laden nicht möglich
BB-Urteil: Wird nach Abschluss des Langzeittests gefällt ...

Das Focus Jam² SL ist ein modernes Superlight E-Mountainbike, das den/die sportliche FahrerIn ansprechen möchte. Mit seiner abfahrtsorientierten Geometrie und den 29“ Laufrädern verspricht es viel Sicherheit und verzeiht Fehler, ohne seine Verspieltheit und Agilität aufzugeben.
In der getesteten Variante wären andere Reifen wünschenswert, doch abgesehen davon macht man mit der Version 9.9 nichts falsch. Das Rad lässt sich bezüglich Geometrie etwas individualisieren und kommt mit einer top Ausstattung. Wer auf der Suche nach einem bequemen und sportlichen E-Bike mit ausreichend Power für die Hausrunde ist, wird hier fündig.

Ich schiele bereits mit einem tränendem Auge zu jenem im Kalender markierten Tag, da ich es wieder zurückgeben muss.
Bis dahin ziehen allerdings noch einige Wochen, ja, sogar Monate ins Land und werde ich mich noch eingehend mit dem Bike beschäftigen – insbesondere mit den Anpassungsmöglichkeiten des Fazua-Motors via App sowie der oben angesprochenen Akku-ohne-Option. Stay tuned!

  • Focus Jam² SL 9.9 Langzeittest, Teil 1

Auf leisen Sohlen und dennoch tatkräftig unterstützt durch den Wienerwald. Das neue All Mountain der Stuttgarter mit Fazua Ride 60 Antrieb mag's sportlich-verspielt. Und spricht mit abfahrtsorientierter Geometrie, 150 mm Federweg und 29"-Laufrädern auch ein ebensolches Klientel an. Ein erstes Fazit zum Spätherbst auf Focus Light-E-MTB.
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Zur Desktop-Version