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Größe: 180 cm Schrittlänge: 85 cm Gewicht: 73 kg Fahrstil/-können: Gemütlicher Allround-Mountainbiker, gerne auch knackig bergab
Rennrad & Gravel: Das Abenteuer steht im Vordergrund
Endlich ist es soweit! Endlich hat es ein Uhrenhersteller geschafft, Analog- und Digitaltechnik so zu vereinen, dass am Ende ein sinnvolles und optisch ansprechendes Werkzeug herauskommt.Dabei ist es keineswegs so, dass sich nicht auch andere namhafte Hersteller an der Materie versucht hätten. Warum das plötzlich so eine Sensation sein soll, das möchte ich euch auf meinem Ausflug in die Zwischenwelt näher bringen, in diesem undefinierten Raum zwischen Analog und Digital.
Die Mechanik fasst nicht die Grundlage, auch nicht einen Teil der Welt, sondern eine Seite derselben.
Mich hat's nämlich ein bisschen erwischt. Genau genommen war's der Moment, in dem ich die alte Taschenuhr meines Opas aufgezogen und zum Ticken gebracht hatte. Stellt euch vor, in unserer Welt, in der Apps und Software im Moment ihrer Programmierung schon wieder veraltet sind, in denen viele elektronische Geräte eine Halbwertszeit von lediglich ein paar Jahren haben, fängt dieses mechanische Wunder durch das simple Spannen der Feder wieder an zu ticken und teilt Zeit präzise wie vor hundert Jahren in für uns Menschen verständliche Einheiten; so, als hätte sie nie aufgehört zu laufen, nur eine kurze Pause gemacht. Was sind schon Jahrzehnte im Vergleich zur Ewigkeit.
Auf dieser Reise ins Kaninchenloch der Mechanik gibt es so vieles zu entdecken. Den Klang alter Schallplatten, die silbern gebürsteten, schweren Drehregler eines Hifi-Verstärkers, die analogen und liebevoll leicht gestalteten Zeiger-Instrumente eines Oldtimers, die patinierten Zylinder eines alten Motorrads oder eben auch die detailversessenen Konstruktionen alter Uhren.Zu Beginn des digitalen Zeitalters, in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, fand die analoge Uhrentechnik ihren vorläufigen Höhepunkt. Vom Ende dieser Ära stammt auch Kandidat Nummer 1 meiner Reise.Als Heuer noch ein Heuer ohne Tag war, wurde der Heuer Regatta Yacht Timer Ref. 134.601 entworfen, um Seglern einen präzisen Start in die Regatta zu ermöglichen. Während der raketenförmige, orange Sekundenzeiger unbeirrt in 4Hz-Takten seine Runden dreht, machen sich die Segler bereit für den Vorstart. Zehn Minuten vor dem Start ertönt ein Signal, gleichzeitig startet auf Knopfdruck der sogenannte Flyback-Chronograph (Lemania 1345) der Heuer Regatta seinen 10-minütigen Countdown. Der Sekundenzeiger springt auf Null, fünf orange Kreise erscheinen, werden nacheinander zuerst blau, dann schwarz und zeigen so präzise an, wie viel Zeit noch ist, um sich für den Start in Idealposition zu bringen.Die Uhr ist also ein ideales Werkzeug, wenn man gerade an den Start einer Segel-Regatta geht. In allen anderen Lebensphasen zeigt sie die Zeit und man kann den Timer benutzen, um 10-Minuten-Eier zu kochen oder einen Raketenstart im Fernsehen zu überprüfen.
So verwundert es nicht, dass mit der Erfindung und Kommerzialisierung der Quarz-Uhr und deren Möglichkeiten, angeführt von Casio und Swatch, eine ganze Branche in den Abgrund gerissen wurde. Die Quarz-Krise, der indirekt auch die Marke Heuer durch die Übernahme seitens TAG zum Opfer fiel, hinterließ eine tief erschütterte Uhrenbranche. Die Karten wurden neu gemischt.Waren es zu Beginn vor allem japanische Hersteller, denen die neue Technik einen ungeahnten Aufschwung bescherte, versetzte die Marke Swatch mit kostengünstigen, modischen und akkuraten Uhren vielen tradionellen, mechanischen Uhrenherstellern den Todesstoß.Ähnliches passierte die letzten Jahre, als mit fortschreitender Digitalisierung und Miniaturisierung so genannte Smartwatches immer populärer und vor allem leistungsfähiger wurden. Das eröffnete Newcomern am Uhrenmarkt wie Apple, Garmin oder Samsung die Möglichkeit, zu einem wichtigen Player im Kampf um den einen prominenten Platz am Handgelenk zu werden.
Tatsächlich ist die Garmin Epix in der 2. Version für mich persönlich so etwas wie die Speerspitze, was Funktionalität und Outdoor-Tauglichkeit betrifft und nach jahrelangem Mit-mir-Hadern die erste Smartwatch, die ich mir auch privat zugelegt habe.Die schiere Zahl an Funktionen, von der gestochen scharfen Kartendarstellung inkl. Höhenschichtlinien bis hin zur nächtlichen HRV Messung am Handgelenk, lässt kaum Wünsche offen. Dazu spielt die Uhr auch hardware-technisch alle Stückerl, vom Titangehäuse über das Saphirglas, den barometrischen Altimeter, 32 GB Speicher, 10 bar Wasserdichtheit, eine brauchbare Akkulaufzeit von ca. 16 Tagen (bzw. 6 Tage im Always-On-Modus), und und und...Wer das ultimative Outdoor-Werkzeug sucht, kommt an der Epix 2 auf der Kandidatenliste nicht vorbei.
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Einzig die Nostalgie bleibt bei so viel Hightech ein wenig auf der Strecke. Das Ticken der Hemmung, die Bewegung der Zeiger, die analoge, dreidimensionale Optik, sind etwas ganz anderes als der Blick auf ein flaches, beliebiges Display. Das ist natürlich auch den traditionellen Uhrenherstellern bewusst und so gab es über die letzten Jahre einige mehr oder weniger ambitionierte Versuche, diese beiden Welten zu vereinen. Hier eine kleine, unvollständige Auswahl in alphabetischer Reihenfolge, die allesamt klassische Zeiger gemeinsam haben:Brachial: Casio Master of GDer Klassiker unter den Outdoor-Quarz Uhren, die Mudmaster z.B. bietet neben Solarbetrieb auch Kompass und Altimeter an. Die Optik ist brachial, die Menüs sind minimalistisch und ohne GPS.Eleganter: Casio Pro Trek PRW-61 SeriesEin bisschen aufgeräumter als die G-Shock, ebenfalls mit Solar, Funkuhr, Kompass und Höhenmesser, aber wie die Kollegin auch ohne GPS und mit sehr rudimentären Menüs.Information Overload: Citizen Promaster LandRespekt an Citizen für den Ansatz, alles mit analogen Zeigern zu lösen. Leider auch die größte Schwäche dieses Modells - als hätte man sämtliche Instrumente eines Cessna-Cockpits ins Ziffernblatt einer Armbanduhr gepackt.Mechanisches Altimeter: Oris Big Crown ProPilot AltimeterWas für ein Teil! Irgendwie die coolste Variante, einen mechanischen Höhenmesser mit einer Armbanduhr zu vereinen. Mächtiger Wecker am Handgelenk, leider auch mit allen Nachteilen mechanischer Zeitmessung (Präzision, Wartung, etc.). Ähnliches gibt's auch von Favre Leuba (Bivouac) oder Revue Thommen (Airspeed Altimeter). Komplexe Mechanik, die dem versierten Uhrmacher aber sicher Freude bereitet.Seiko Astron SerieGPS mal anders: Die Uhrzeit ist dank Satellitenempfänger sekundengenau. Track-Aufzeichnung oder ähnliches leider Fehlanzeige. Ansonsten bietet die Uhr in ansprechender Optik wenig Outdoor-taugliches.Tissot T-Touch SolarOptisch genau mein Geschmack, sehr ansprechend. Solarbetrieben mit 6-monatiger Laufzeit. In der neuen Variante mit nettem Display und Connect-Funktionen. GPS und viele weitere Funktionen gibt's aber leider nur via Smartphone.Leider haben alle Kandidaten eines gemein: Selbst mit dem sehr emotionalem Zugang zu analoger Technik und dem Bonus mechanischer Zeiger überwiegen die Kompromisse bei weitem. Bei der einen Uhr sind es fehlende GPS- oder Funk-Empfänger, bei der anderen die mechanische Ungenauigkeit von Altimeter und Zeitmessung, bei Dritten wiederum die brutale Optik.
Und dann kommt da plötzlich Garmin mit der Instinct Crossover Solar um die Ecke und zeigt nicht nur der digitalen Konkurrenz, sondern auch den alteingesessenen Uhrenherstellern, wie ein Best-Of aus beiden Welten funktioniert; wie aus einer netten, leicht nostalgischen Idee eine echtes, nützliches Werkzeug mit relativ wenigen Kompromissen und sogar manchen Vorteilen im Vergleich zu konventionellen Smartwatches wird.Tatsächlich schafft Garmin mit der Instinct Crossover Solar etwas, das ich in dieser Art noch von keinem Hersteller, sei es traditioneller Uhrenerzeuger oder Computer-Konzern, gesehen habe: Analoge Zeiger-Technik dreidimensional, in der Sonne Schatten werfend, im Gegenlicht glänzend, sich hörbar bewegend mit einer Smartwatch samt LCD-Display in ein Werkzeug zu vereinen, das sich im Outdoor-Einsatz nicht verstecken muss.
Im Alltag heißt das zuallererst verlässliche und sekundengenaue, weil GPS-synchrone Uhrzeit in einem äußerst robusten, wasserdichten Gehäuse. Die Solar-Unterstützung verdoppelt im Smartwatch-Modus (bei 50.000 Lux) die Akku-Laufzeit und sorgt im Energiesparmodus zumindest theoretisch für mehr Energie als die Uhr verbraucht.Das Killer-Feature schlechthin im Vergleich zu allen anderen Hybrid-Uhren sind jedoch die Sensoren, allen voran natürlich der GPS-Empfang und die ABC-Sensoren. So hat man auf einen Blick nicht nur das aktuelle Datum, Monat und den Wochentag im Blick, sondern auch den Puls, die aktuelle Höhe, die Uhrzeit des Sonnenauf- und -untergangs, und vieles mehr.Die Software aller Garmin-Uhren ist mittlerweile sehr ausgereift und intuitiv zu bedienen, vor allem in Hinblick auf die Vielzahl an Möglichkeiten, welche die Uhr bietet. Hier ein kleiner Auszug in Bildern:
Die Liste an Funktionen ist derart lang, dass ich an dieser Stelle an die Garmin-Seite verweisen möchte, die auch immer mit der aktuellsten Firmware einher geht: Garmin Instinct Crossover Solar Tech Specs.Ganz grob reichen die Features von Gesundheitsüberwachung (Pulsoximeter, Schlafüberwachung, Herzfrequenzvariabilität uvm.) über GPS Funktionen, App-Konnektivität mit Komoot und Co., Musikfunktionen, Wetter, Kalender, Benachrichtigungen, Livetracking und Notfallhilfe, Schrittzähler, diverse Fitness-Studio-Funktionen, Trainingssteuerung (Intervalle, Trainingszustand, Trainingsbereiche,...) und diverse Lauf-Funktionen bis hin zu speziellen Sportarten wie Golf (Scorecard, … ), Schwimmen (Distanz, Pace, Züge, Herzfrequenz unter Wasser) oder eben auch Radfahren (MTB Grit, Flow, Vector, Varia-Radar und Rückleuchten, Strecken, Profile, Strecken etc.). Ach ja, und natürlich gibt’s auch die klassische Stoppuhr und einen Wecker dazu.
Wer eine Fenix, Epix, Forerunner oder andere aktuelle Uhr aus dem Garmin-Universum besitzt, ist mit der Menüführung sofort vertraut. Die Bedienung der Instinct ist nach kurzer Eingewöhnungszeit intuitiv, und das trotz des fehlenden Touchscreens.Neueinsteiger können ob der Fülle an Möglichkeiten und Optionen schon mal die Übersicht verlieren, aber schließlich sind Uhren wie die Instinct seriöse Werkzeuge, mit denen man sich initial wohl oder übel ein wenig auseinandersetzen muss. Am Ende besitzt man ja nicht nur eine einfache Uhr, sondern ein Hilfsmittel, das im Worst-Case in schwierigen Situationen helfen soll, wenn z.B. am Gletscher plötzlich Nebel aufzieht oder man aufgrund der aktuellen Position und Höhe Entscheidungen zur weiteren Tour treffen möchte.Ganz nebenbei ist die Pulsmessung mit meiner Körperbehaarung zwar nicht immer akkurat, aber grundsätzlich ein guter Trendindikator. Und vor allem die Daten der Stresslevel-, Schlaf- und HFV-Messung machen auf mich einen recht validen Eindruck.
Auf die Vorteile einer Sportuhr im Training werde ich hier im Detail nicht eingehen, vom einfachen Tagebuch zur Trainingssteuerung bis hin zur Navigationshilfe ist vieles möglich. Mit der Instinct Crossover gibt's diese Möglichkeiten erstmals in einer Uhr mit mechanischen, analogen Zeigern, und das ist schon eine sehr feine Sache.Das Display ist gut ablesbar, sogar das Laden und Abfahren von Tracks von Komoot funktioniert mit dem einfachen Schwarzweiß-Screen erstaunlich gut. Die Uhr macht einen sehr robusten Eindruck.Als ewiger Kritiker der Garmin-Usability muss ich sagen, dass sich diese enorm verbessert hat. Nicht nur die Konfigurierbarkeit via Smartphone ist mittlerweile top. Einmal eingewöhnt, sitzen die meisten Menüpunkte und Einstellungen dort, wo man sie auf den ersten Klick erwarten würde. Ist ein Zeiger mal im Weg, reicht z.B. ein Druck auf den "Back-Button” und die Zeiger machen Platz für die Anzeige.Im täglichen Einsatz fühlt sich die Instinct Crossover Solar erfrischend leicht und verspielt an. Schnell mal einen Wecker stellen, einen Timer starten, eine Fläche abgehen, eine Strecke aufzeichnen, Pluswerte checken, neue Whatsapp-Nachrichten überfliegen, mit Garmin-Pay bezahlen oder sich einfach darauf verlassen zu können, dass die Uhrzeit sekundengenau stimmt ... all das macht die Uhr wesentlich nützlicher als z.B. eine vergleichbare G-Shock.Sogar die Navigation ohne echte Karte funktioniert brauchbar. Man fühlt sich ein wenig in Zeiten des Edge 500 zurückversetzt, wo punktierte, strichlierte Linien und ein Pfeil den MTB-Pfad vorgegeben haben; aber das genügt und klappt erstaunlich gut.
Eine Hybrid-Uhr kann immer nur ein Kompromiss sein. Wer also das nützlichste Werkzeug sucht, die ultimative Smartwatch für alle Lebenslagen, ist z.B. mit einer Epix sicher besser beraten. Der Vorteil der langen Akkulaufzeit der Instinct wird durch das Schwarzweiß-Display egalisiert. Eine scharfe Karte mit Höhenschichtlinien ist durch nichts zu ersetzen, und auch die duale Bedienbarkeit der Epix über Knöpfe und Touchscreen hat viele Vorteile. Dazu kommt, dass sich OLED und LCD natürlich beliebig konfigurieren lassen, während die Zeiger an ihre Achse gebunden sind.Ein weiterer kleiner Nachteil der Instinct ist die Bauhöhe. Ein paar Millimeter weniger Höhe würden der Instinct gut stehen, auch wenn mir klar ist, dass diese Millimeter den Zeigern geschuldet sind. Die Zeiger und Indizes mit Leuchtmasse haben leider weiters den Nachteil, in völliger Dunkelheit schlechter lesbar zu sein als ein Display.
Die Garmin Instinct Crossover Solar ist ein sehr cooles Teil. Endlich hat es ein Hersteller geschafft, mechanische Zeiger mit moderner Technik so zu vereinen, dass daraus ein sinnvolles und nützliches Werkzeug wird.Was Einsatzbereich und Bedienbarkeit angeht, haben die klassischen Smartwatch-Alternativen wie Epix oder Fenix mit ihren Farb-Touchscreens klar die Nase vorne. Eine gestochen scharfe Karte in Farbe und mit Höhenschichtlinien lässt sich schwer mit einem Schwarzweiß-Display vergleichen. Aber das ist auch nicht der Anspruch dieser Uhr. Die mechanische Ästhetik, die Dreidimensionalität von Zeigern ist eben durch nichts zu ersetzen. Möchte man dies mit einer modernen Sportuhr kombinieren, so ist die Instinct Crossover das Beste aus zwei Welten.Im Vergleich zu allen anderen Versuchen, hybride Uhren umzusetzen, angefangen von Seiko über Casio, Citizen und Co, ist die Crossover Solar ein Meilenstein und degradiert die Mitbewerber in diesem Segment zu netten Spielereien.Vielleicht ist es eine Art spielerische Neugier oder meine Faszination für alles, was sich bewegt; jedenfalls macht es Spaß, die Instinct Crossover zu tragen, zu sehen, dass es hinter all den Menüs und Funktionen noch etwas gibt, das sich tatsächlich bewegt, im Gegenlicht sanfte Schatten wirft, dem ganzen mehr Tiefe verleiht. Kurzum: I like!
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