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Manchmal besteht Fortschritt darin, Dinge hinzuzufügen. Und manchmal darin, sie einfach wegzulassen. Beim neuen Trek Domane gehört ausgerechnet jenes Bauteil der Vergangenheit an, das über Jahre fast schon synonym mit dem Endurance-Renner aus Wisconsin war: IsoSpeed ist Geschichte.Für die fünfte Generation hat Trek sein Langstrecken-Rennrad grundsätzlich überarbeitet. Der Rahmen wird leichter und optisch deutlich cleaner, die Reifenfreiheit wächst, das Cockpit verändert sich und auch bei Sitzposition und Kurbelarmlängen wurde nachgeschärft. Komfort soll es trotzdem weiterhin reichlich geben - nur eben auf andere Art.
Seit dem ersten Domane gehörte Treks IsoSpeed-Entkopplung zur DNA des Modells. Das Konzept stammt allerdings aus einer Zeit, in der 25-mm-Reifen, hohe Luftdrücke und Felgenbremsen noch ganz selbstverständlich zum Rennradalltag gehörten. 2026 schaut die Realität ganz anders aus. Breite Reifen sind schnell, Scheibenbremsen Standard und selbst im Profipeloton folgt nicht mehr jeder Vorbau zwangsläufig dem Credo „slam your stem“.Trek zieht daraus eine durchaus radikale Konsequenz: IsoSpeed am Domane ist Geschichte. Das bringt vor allem zwei Dinge: weniger Komplexität und weniger Gewicht. Laut Trek ist das neue Domane-SLR-Rahmenset 305 Gramm leichter als sein Vorgänger. Für den SLR-Rahmen in Größe ML werden 835 Gramm genannt, die Gabel soll 367 Gramm wiegen. Beim günstigeren Domane SL stehen rund 1.055 Gramm für den Rahmen und etwa 430 Gramm für die Gabel im Datenblatt. Unterm Strich soll das leichteste Komplettbike der neuen Generation rund 950 Gramm leichter sein als das leichteste Domane der Vorgängergeneration.
Nur weil IsoSpeed fehlt, möchte Trek aus dem Domane freilich noch lange kein bocksteifes Racebike machen. Statt eines einzelnen Komfortsystems setzt man nun auf das Zusammenspiel aus Rahmen-Layup, einer ab sofort runden 27,2-mm-Carbon-Sattelstütze, Geometrie und – wenig überraschend – deutlich voluminöseren Reifen. Die meisten Modelle rollen serienmäßig auf 35-mm-Pneus, der Rahmen bietet offiziell Platz für bis zu 40 mm Reifenbreite. Damit bewegt sich das Domane endgültig in jenem Bereich, in dem die Grenze zwischen Endurance-Rennrad und leichtem Allroad-Bike zunehmend verschwimmt.Interessant ist Treks eigener Vergleich mit dem Vorgänger: Auf einem Prüfstand mit Kraftsensoren an Sattel und Lenker soll das neue Domane mit 35-mm-Reifen bei der übertragenen Vibrationsenergie innerhalb von fünf Prozent des bisherigen Domane mit IsoSpeed und 32-mm-Reifen liegen. Kurz gesagt: Fast derselbe Komfort, weniger Teile, weniger Gewicht.
Breitere Reifen bedeuten mehr Komfort und Grip - aber kostet das nicht Aerodynamik und somit Watt? Laut Trek verursacht der 35-mm-Aufbau bei 20 mph - rund 32 km/h - einen aerodynamischen Nachteil von 0,9 Watt gegenüber der schmäleren Variante. Gleichzeitig sollen die breiteren Reifen bei optimiertem Luftdruck 1,5 Watt Rollwiderstand einsparen. Unterm Strich wäre die breite Variante damit sogar minimal schneller. Auf realen Straßen zählt eben oft mehr als nur der Windkanal.
Wie weit Trek das neue Domane in Richtung sportliches Rennrad schiebt, zeigt das Topmodell Domane SLR 9 AXS 1x. Mit SRAM Red XPLR AXS 1x13, Aero-RSL-Cockpit und - ausgerechnet hier - schmalen 28-mm-Pirelli-P-Zero-Race-Reifen soll das Rad lediglich 6,63 kg wiegen. Für ein Domane ist das eine Ansage. Die 1x-Version ist allerdings klar als Spezialfall innerhalb der Familie gedacht. Wer das Rad klassisch als komfortablen Kilometerfresser einsetzt, dürfte mit 30, 32 oder 35 mm breiten Reifen und einer 2-fach-Gruppe näher am eigentlichen Charakter des Bikes liegen.
An der grundsätzlichen Ausrichtung hält Trek aber fest. Das Domane setzt weiterhin auf die Road Endurance Geometry und soll damit eine entspanntere Sitzposition als das Madone bieten. Neu ist unter anderem ein Bontrager-Riser-Lenker mit 20 mm mehr Höhe an den Hoods sowie Backsweep im Oberlenker.Bei den Kurbeln wird kürzer gedacht: XS und S erhalten 160-mm-Kurbeln, M und ML fahren mit 165 mm, L und XL mit 170 mm. Lediglich das Domane SL 4 weicht von dieser Staffelung ab. Damit folgt Trek einem Trend, der längst auch bei sportlicheren Rennrädern angekommen ist: kürzere Kurbeln, offenere Hüftwinkel und weniger Zwang zur klassischen 172,5-mm-Einheitslösung.
Trotz Diät darf das Domane weiterhin reise- und alltagstauglich bleiben. Montagepunkte für Oberrohr- und Rahmentaschen sind ebenso vorhanden wie versteckte Schutzblechaufnahmen. Dazu kommen UDH, Switch-Pro-Steckachsen, ein T47-Gewinde-Innenlager, eine abnehmbare Umwerferaufnahme samt Chaincatcher, das RCS-Steuersatzsystem und Kompatibilität mit Aero-Trinkflaschen.Das neue Domane will damit nach wie vor ein Rennrad für jene sein, die sich ungern festlegen: schnelle Straßenrunde am Sonntag, zehn Stunden im Sattel, schlechter Asphalt, durchaus auch Schotter oder Reisegepäck – alles denkbar.
Die Carbon-Palette gliedert sich weiterhin in Domane SL mit 500 Series OCLV Carbon und Domane SLR mit 900 Series OCLV Carbon. Das Carbon-Angebot startet mit dem Domane SL 5 samt Shimano 105 um 2.499 Euro. Das obere Ende der Fahnenstange bildet das Domane SLR 9 AXS mit wahlweise SRAM Red AXS 2-fach oder Red XPLR 1-fach-Antrieb um 10.499 Euro.
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