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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Nach dem Umstieg auf die beiden Wahoo ELEMNTs Bolt 3 und Roam 3 bin ich fast wunschlos glücklich: Ein Komfortgewinn auf nahezu ganzer Linie. Die Geräte überzeugen mit entspiegelten TFT-Displays, intuitiver Bedienung, guter Haptik, langer Akkulaufzeit sowie Features wie Navigation mit Re-Routing, Anstiegserkennung und kostenlosen Karten, beim ROAM 3 kommt zusätzlich der Touchscreen hinzu. Schwachpunkte waren das bei starker Sonneneinstrahlung schwer ablesbare Display sowie die (für lange Zeit) fehlende Möglichkeit, den Radcomputer mit dem großartigen Garmin Varia zu koppeln. Letzterer Punkt war für mich das größte Manko, aber Wahoo hat reagiert.Mit dem TRACKR Radar brachte Wahoo im Vorjahr sein erstes Rücklicht mit integriertem Radarsystem auf den Markt - und das durchaus mit Ambitionen. Der Newcomer soll nicht nur mit Platzhirsch Garmin mithalten, sondern mit cleveren Features, guter Akkulaufzeit und tiefer Integration ins Wahoo-Ökosystem eine eigene Fangemeinde aufbauen. Doch wie schlägt sich das System im Alltag?
Optisch bleibt Wahoo dem gewohnt schlichten Stil treu: schwarz, kompakt, funktional. Mit einem angegebenen Gewicht von 99 Gramm (inklusive Halterung) liegt der TRACKR auf Augenhöhe mit dem Garmin Varia RTL515. Die Maße von 90 mm Höhe, 42 mm Breite und 82 mm Tiefe (inkl. Halter) fallen etwas wuchtiger aus, was durch die markante Dual-LED-Optik zusätzlich unterstrichen wird.Montiert wird der TRACKR über das hauseigene Haltersystem, das leider nicht zu 100% mit Garmin-kompatiblen Sattelschienenhaltern harmoniert. Grund sind minimal unterschiedliche Montagenasen – ärgerlich, vor allem für alle, die bereits integrierte Lösungen nutzen. Je nach Setup kann es sich lohnen, den Garmin-Adapter gegen einen Wahoo-Adapter zu tauschen. In unserem Fall hat das problemlos funktioniert, da die Adapter meist mit zwei identischen Schrauben befestigt sind.Alternativ liegt ein Universaladapter für runde, D-förmige und Aero-Sattelstützen bei, inklusive unterschiedlich langer Gummistraps. Die Montage ist stabil, aber nicht ganz so elegant wie bei der Konkurrenz.
Das System nutzt eine ANT+-Radarfunktion, die herannahende Fahrzeuge bis zu 150 Meter Entfernung bei einem horizontalen Erfassungswinkel von 35 Grad erkennt. Kombiniert wird das mit einem Dual-LED-Rücklicht aus Haupt-LED und seitlichen Leuchten für bessere Sichtbarkeit aus mehreren Winkeln.Zusätzliche Features wie Quick Alert (intensiveres Blinken bei Annäherung), ein automatisches Bremslicht bei Verzögerung sowie Battery Extender Mode und Mode Memory erhöhen Sicherheit und Effizienz im Betrieb.Der TRACKR ist vollständig ANT+-kompatibel und funktioniert daher nicht nur mit Wahoo ELEMNT-Geräten, sondern auch mit Garmin Edge, Hammerhead Karoo und vielen anderen Radcomputern. Sein volles Potenzial entfaltet er allerdings im Wahoo-Ökosystem, etwa bei Darstellung und Steuerung der Lichtmodi.Die Leuchte ist nach IPX7 wasserdicht und bietet eine Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden im Dauerlichtmodus bzw. rund 11 Stunden bei aktivem Radar und Blinklicht. Die Bedienung erfolgt entweder direkt über den Knopf am Gerät oder über einen Wahoo ELEMNT Fahrradcomputer. Die Wahoo-App dient ausschließlich zur Konfiguration und für Firmware-Updates – eine Smartphone-basierte Radaransicht wie bei Garmin gibt es nicht.
Nach mehreren Monaten intensiver Nutzung am Gravelbike (mit eingeschränktem Einsatz auf öffentlichen Straßen) und am Rennrad (ausschließlich auf öffentlichen Straßen) zeigt sich: Der Wahoo TRACKR erkennt Fahrzeuge ebenso zuverlässig wie der Garmin Varia. Die Warnungen erscheinen frühzeitig am Display, ohne Fehlalarme oder Aussetzer. Der Erfassungswinkel ist allerdings minimal schmaler, was auf kurvigen Straßen oder bei überholenden Gruppen zu leicht verzögerten Anzeigen führen kann.Auch die Lichtleistung weiß zu überzeugen - sie ist bei Tageslicht gut sichtbar, nachts sowieso. Die seitlichen LEDs bringen ein spürbares Plus an Sicherheit im Querverkehr oder in Kreisverkehren. Besonders gelungen ist der Quick-Alert-Modus: Das Licht blinkt intensiver, sobald sich ein Fahrzeug nähert – das spart Energie und erhöht die Sichtbarkeit genau dann, wenn es darauf ankommt. Das Bremslicht-Feature funktionierte im Test laut Mitfahrern zuverlässig und ist mehr als nur ein nettes Extra.Die akustische Warnung kann situationsabhängig sinnvoll sein. Am Gravelbike im Waldviertel, wo sie selten ausgelöst wird, passt sie gut, im dichten Straßenverkehr wird sie hingegen schnell lästig – hier empfiehlt es sich, sie vorab zu deaktivieren. Der optische Balken und die Farbhinweise reichen völlig aus, sofern der Radcomputer gut im Sichtfeld positioniert ist.
Mit dem TRACKR Radar gelingt Wahoo ein überzeugender Einstieg in den Bereich der Fahrrad-Radarsysteme. Das Gerät punktet mit präziser Fahrzeugerkennung, durchdachten Lichtmodi und hoher Alltagstauglichkeit. Features wie Bremslicht und automatische Helligkeitsanpassung sind nicht nur Marketing, sondern funktionieren auch im Praxiseinsatz.Abstriche gibt es bei der Montagekompatibilität und der fehlenden Smartphone-Anzeige. Auch das etwas klobigere Gehäuse dürfte nicht jedem gefallen.Wer bereits im Wahoo-Ökosystem unterwegs ist, bekommt mit dem TRACKR eine starke Alternative zum Garmin Varia mit Vorteilen bei Akku und Licht. Insgesamt ist der TRACKR ein durchdachtes, sicheres und zukunftsfähiges Produkt für alle, die regelmäßig auf der Straße fahren. Für Garmin Edge-User gilt hingegen weiterhin: Wer maximale Integration und App-Anbindung sucht, ist mit dem Garmin Varia vermutlich besser beraten.
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