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Jugend-EM Graz

Jugend-EM Graz

23.08.16 13:18 3.936Text: PM, NoManFotos: grubernd markusk/fairplayfoto.netLaura Stigger und der Rest der Welt. Souverän und zum insgesamt dritten Mal krönte sich die junge Tirolerin zur Jugend-Europameisterin. Mit Cornelia Holland gab's beim internationalen Kräftemessen in Graz-Stattegg außerdem U15-Silber für Österreich.23.08.16 13:18 3.936

Jugend-EM Graz

23.08.16 13:18 3.936 PM, NoMan grubernd markusk/fairplayfoto.netLaura Stigger und der Rest der Welt. Souverän und zum insgesamt dritten Mal krönte sich die junge Tirolerin zur Jugend-Europameisterin. Mit Cornelia Holland gab's beim internationalen Kräftemessen in Graz-Stattegg außerdem U15-Silber für Österreich.23.08.16 13:18 3935

Einmal mehr war Laura Stigger (Team Austria 1) in dieser Woche von wahrhaft europäischer Dimension eine Klasse für sich. Zum dritten Mal in Folge holte sie sich den Europameistertitel bei den einzigen offiziellen, internationalen Wettkämpfen für Nachwuchs-Mountainbiker - heuer als ungeschlagene Dominatorin der U17-Klasse.
Die junge Tirolerin ließ ihrer Konkurrenz bei den UEC European Youth Mountainbike Championships nicht den Hauch einer Chance, kombinierte Kraft und Ausdauer mit taktischem Feingefühl, holte an jedem einzelnen Tag dieser Jugend-Europameisterschaft die beste Punktzahl und gewann sämtliche Rennen mit Respektabstand. Entsprechend euphorisch ihre Bilanz: „Die ganze Woche war richtig genial. Diese super Stimmung und die fantastischen Fans haben mir noch einmal extra Power gegeben und mich so richtig motiviert. Dass ich jetzt zum dritten Mal in Folge Europameisterin bin, ist der Wahnsinn!“
Hinter Laura Stigger wurde die Norwegerin Helene Fossesholm Vizeeuropameisterin. Virag Buzsaki (HUN) komplettierte das Podest als Dritte.

Cornelia Holland sensationell Vizeeuropameisterin
Auch in der U15-Klasse darf sich Österreich über einen Podestplatz freuen: Conni Holland holte den Vizeeuropameistertitel. Die junge Niederösterreicherin, zuletzt auch auf der Bahn in der U17-Klasse erfolgreich, fuhr während der gesamten Woche unglaublich konstant und belohnte sich am Ende mit Platz 2. „Ich bin so unglaublich stolz, dass es mit dem Vizeeuropameistertitel geklappt hat. Es ist einfach nur ein Traum und ich kann es im Moment noch gar nicht richtig glauben“, so die amtierende Österreichische Meisterin. Vera Schmid aus der Schweiz holte sich den Europameistertitel. Auf Rang 3 landete die starke Tschechin Zuzana Kadlecova.

Hopp Schwiiz!
Bei den Herren gab es in der U15-Gesamtwertung mit Europameister Lars Sommer und Vizeeuropameister Lillo Dario einen Doppelsieg der Schweizer, gefolgt von David Sulc aus Tschechien auf Rang 3.
Die besten Österreicher waren Marco Ertl auf Gesamtrang 16, Sven Hämmerle auf Rang 18 und Moritz Attwenger auf Gesamtrang 24. Lukas Hatz, dem vorab berechtigte Chancen auf einen Top Ten-Platz eingeräumt worden waren, hatte sich leider im letzten Training vor dem Einrücken ins Nationalteam die Hand gebrochen und konnte an der EM nicht teilnehmen.

In der U17 Klasse der Herren krönte sich der überragende Däne Alexander Young Andersen zum Europameister, hinter ihm jubelte der starke Schweizer Schätti Luca über den Vizeeuropameistertitel. Auf Platz 3 platzierte sich sein Landsmann Alexandre Balmer.

Einzigartig, rekordverdächtig

Mit einem rauschenden Fest als Siegesfeier für alle endete am 19.8. eine Woche voller Emotionen, Überraschungen und vor allem bemerkenswerter Leistungen. Eine Woche, die erneut die besten Biker unter den Nachwuchsfahrern gesucht und auch gefunden hat.
Mit insgesamt 22 teilnehmenden Nationen und deutlich mehr als 400 Startern erwies sich die Mountainbike Jugend Europameisterschaft in Graz/Stattegg einmal mehr als eine Veranstaltung der Sonderklasse mit allem, was das Mountainbikeherz begehrt - und ein bisschen mehr, denn der Auftakt am Montag geriet aufgrund heftigen Regens zu einer wahren Schlammschlacht.
Bereits bei diesem Team Time Trial bewiesen die jungen Athleten Kampfgeist und Durchhaltevermögen, denn obwohl der Prolog für die EM-Punktewertung gar nicht zählt sondern "nur" über die Startposition beim Teambewerb entschied, gaben die Youngster - allen voran Team Austria 1 - trotz der schwierigen äußeren Bedingungen alles.

Gemeinsam stark
Das Konzept der Jugend-EM sieht eine Mischung aus Individual- und Teambewerben vor. Europameister kann demzufolge nur werden, wer auch mit seiner Dreier-Mannschaft harmoniert und schlau taktiert. So geschehen am zweiten Tag bei der Team Staffel, wo die Startreihenfolge zum alles entscheidenden Faktor werden konnte.
Zuvor jedoch wurde, bei diesmal perfekten Bedingungen, eifrig der knifflige Kurs inspiziert. Knapp drei Kilometer lang und mit etlichen Schlüsselpassagen wie Woodrock, Hohlweg oder Drop sowie schwierigen Singletrails in der zweiten Hälfte garniert, stellte er das internationale Teilnehmerfeld erstmals auf die Probe.

Eine fantastische Zuschauerkulisse im Zielbereich erleichterte den jungen Racern dann aber die Aufgabe deutlich. Team Austria 1 gewann den U17-Bewerb in Fabelmanier vor Team Denmark 1 und Team Hungary. Laura Stigger ging nicht als Führende in ihr Rennen, sondern startete von Rang drei und drehte das Klassement mit einer wahren Spitzenleistung um.
Noch deutlicher der Siegeszug der U15-Schweizer: War das Team Uri anfangs noch nicht unter den Top 5, startete Lars Sommer als Schlussfahrer eine Aufholjagd der Sonderklasse, setzte alles auf eine Karte, überholte noch sechs Fahrerinnen und Fahrer und überquerte als Erster die Ziellinie. Das U15-Podest komplettierten Team MTB Kader Ost 1 (SUI) und Team Denmark 1.

Die Mischung macht's
Auf eine gute Fahrtechnik legen die Veranstalter der Jugend-EM großen Wert und nehmen deshalb alljährlich den MTB Combined-Bewerb ins Programm. Schon am maßen sich die Sportler dabei am Dorfplatz in Stattegg; es galt, technisch schwierige Sektionen zu meistern. Anschließend wurden die Punktabstände, wie in der Nordischen Kombination, in Zeitrückstände für einen kurzen Cross Country umgerechnet, der es aufgrund etlicher sehr rutschiger Streckenteile ebenfalls in sich und mehrere Stürze (defekt- und verletzungsbedingt aufgeben musste leider U17-Crack Christian Schwarz) zur Folge hatte. Ein Format, das für besonders große Spannung sorgte!

Lang, länger, …
X-Large! Mit einem Marathon-ähnlichen Cross Country ging es am vierten Veranstaltungstag weiter, und Laura Stigger ließ ihrer starken internationalen Konkurrenz auch hierbei nicht den Hauch einer Chance. Vor den Augen der versammelten Tiroler Verwandschaft gewann sie mit über 1:20 Minuten Vorsprung. Nicht minder Überragend war U15-Kollege Lars Sommer aus der Schweiz.
Für eine kleine Überraschung sorgte eine weitere junge Österreicherin: Tamara Wiedmann lieferte ein richtig gutes Rennen ab, konnte auf den letzten Metern die starke Dänin Sofie Heby Pedersen noch abhängen und fuhr somit mehr als verdient aufs Stockerl. Zwischen den beiden Österreicherinnen belegte die Norwegerin Helene Fossesholm Platz 2.
Ähnlich stark Conni Holland ind er U15: In einem packenden Zielsprint schaffte sie noch Bronze hinter der Schweizerin Vera Schmid (SUI) und Zuzana Kadlecova (CZE).
Fest in Schweizer hand war hingegen das Podium der U17-Herren mit Stieven Thür gewinnt vor Landsmann Luca Schätti und dem Ungarn Erik Fetter.

Auch dieser vierte Tag bei der sechsten Auflage der Mountainbike Jugend Europameisterschaft war nichts für schwache Nerven. Auf der Tagesordnung standen erneut Entscheidungen im Zielsprint, technische Defekte und beinharte Positionskämpfe.

Grande Finale
Der klassische Cross Country im olympischen Format bildete sodann den packenden Abschluss der Jugend-EM. Wie's ausgegangen ist, stand ja schon weiter oben, wie's war, erzählen ohnehin die Bilder am besten.
Erwähnt sei an dieser Stelle aber noch die Europameisterin der Herzen: Giulia Bertoni. Die junge Italienerin stürzte mitten im Rennen, kam aber noch ins Ziel – mit einer gebrochenen Hand (!) auf Rang 9 (!!) …