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Buchtipp: Donauabwärts

Buchtipp: Donauabwärts

02.05.24 08:47 617Text: NoMan
Lisi Hager

nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je

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Fotos: Othmar Pruckner
Othmar Pruckner ist der Donau von ihren Quellen bis zur Mündung gefolgt und hat diese 33 Tage vom Schwarzwald bis ans Schwarze Meer zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Schön!02.05.24 08:47 821

Buchtipp: Donauabwärts

02.05.24 08:47 8212 Kommentare NoMan
Lisi Hager

nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je

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Othmar Pruckner
Othmar Pruckner ist der Donau von ihren Quellen bis zur Mündung gefolgt und hat diese 33 Tage vom Schwarzwald bis ans Schwarze Meer zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Schön!02.05.24 08:47 821

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Othmar Pruckner tat eine 3.300 km lange Reise. Seine Erzählung davon füllt deshalb ein ganzes Buch, das unlängst im Falter Verlag erschienen ist.
Donauabwärts radelte der Mann, den wir bereits seit Rennradfieber kennen, bloß diesmal mit einem „normalen Tourenrad“, wie er es nennt. Neuzeitlich sagt man Gravelbike dazu, denn sein Lenker ist gebogen, seine Reifen leicht profiliert und sein leidlich sportlich geschnittener Rahmen mit allerlei Montagepunkten versehen. Auch beim sichtbar älteren Crossbike, mit dem der Niederösterreicher die meisten Abschnitte seiner Fahrt bestritt.

Von Wien ostwärts fuhr Pruckner im Frühsommer 2022, ein knappes Jahr später erkundete er den verbliebenen Anfang auf deutschem Territorium. Den österreichischen Teil des großen Stroms befuhr der gelernte Geograph und Germanist sogar mehrmals, weil so viele Möglichkeiten (Nord-/Südufer), Besonderheiten (Schlögener Schlinge, Wachau ...), Sehenswürdigkeiten (Linz, Melk, Wien ...), und überhaupt: zu dem Zeitpunkt bereits hoffnungslos in den Fluss und seine Landschaften, Dörfer und Städte links und rechts des Ufers verliebt.

 Ein Reise-Lesebuch 

Die vom Autor (sehr passend) gewählte Kurzcharakteristik seines jüngsten Werks
Detailansicht

Die Erlebnisse und Erkenntnisse dieser Reise(n) verpackte der routinierte Buchautor in ein kurzweilig formuliertes Tourentagebuch, garniert mit einem hilfreichen Zwischenkapitel zur Reisevorbereitung, abschließenden Hinweisen zu Ausrüstung, Navigation, Rückreise etc. und eingeleitet von einem kulturhistorischen Porträt des Donauraums.
Die GPS-Daten der 33 Etappen sind freundlicherweise ebenfalls inkludiert.

DONAUABWÄRTS
Falter Verlag 2024
256 Seiten, Softcover
Preis: € 29,90
EAN: 978-3-99166-001-9
Erhältlich im Buchhandel und auf faltershop.at

2:1 für den Osten

Die beeindruckende Länge von Europas zweitgrößtem Fluss, und damit auch die Dimension einer solchen Reise, tut sich bereits auf der Innenseite des Buchdeckels auf. Dort ist der Verlauf der Donau von ihren Quellen im Schwarzwald bis zu ihrer Mündung im Schwarzen Meer schematisch dargestellt, und schon hier erahnt die geneigte Leserschaft, dass „entlang der Donau zu fahren“ über weite Teile wenig zu tun hat mit dem, was hierzulande gemeinhin unter „Donauradweg fahren“ verstanden wird: Györ, Novi Sad, Widin, Swischtow, Ruse, Braila … das klingt dann doch alles ungleich abenteuerlicher als die vertrauten, perfekt beschilderten und touristisch (über-)erschlossenen Anfänge zwischen Donaueschingen, Regensburg und Wien. Und macht mit 2.140 zu 900 Kilometern auch den doppelt so langen Part aus.

  • Othmar Pruckner Othmar Pruckner Othmar Pruckner
    Othmar Pruckner
    Othmar Pruckner
  • folgte der Donau von ihren Quellen folgte der Donau von ihren Quellen folgte der Donau von ihren Quellen
    folgte der Donau von ihren Quellen
    folgte der Donau von ihren Quellen
  • ... bis ans Schwarze Meer.... bis ans Schwarze Meer.... bis ans Schwarze Meer.
    ... bis ans Schwarze Meer.
    ... bis ans Schwarze Meer.
  • Das Eiserne Tor, eine Tagesetappe hinter Belgrad an der serbisch-rumänischen Grenze gelegen.
    Das Eiserne Tor, eine Tagesetappe hinter Belgrad an der serbisch-rumänischen Grenze gelegen.
    Das Eiserne Tor, eine Tagesetappe hinter Belgrad an der serbisch-rumänischen Grenze gelegen.

Erlebtes und Gesehenes

Apropos Kilometer: Der Ticker läuft praktischerweise mit, Tagespensum wie Gesamtanzahl werden jeweils in der Marginale vermerkt. Elf Kartenausschnitte verhelfen zu einem gewissen Überblick. Nicht nur deshalb ist das Buch in erster Linie zweckmäßiger Reiseführer.
Die einzelnen Etappenbeschreibungen beinhalten nebst kurzweiligen Schilderungen zu Streckenverlauf und Landschaft immer auch nützliche Tipps zu alternativen oder zusätzlichen Möglichkeiten wie Fährfahrten, kurzen Abstechern, lohnenden Pausenorten; je weiter Richtung Serbien, Bulgarien, Rumänien die Route vordringt, desto hilfreicher werden übrigens diese Hinweise. Beschilderung und Infrastruktur dünnen sich nämlich umso mehr aus, je höher die Sprachbarriere wird.
Interessante Fakten zu Land, Leuten und Sehenswürdigkeiten runden die 33 Tagesberichte textlich ab. Bildlich sagen 170 Fotos mehr als tausend Worte, sind die achtel-, viertel-, halb-, ganz- oder bisweilen sogar doppelseitig gedruckten Impressionen doch sehr stimmig gewählt und verleihen dem Text mal ergänzende Tiefe, mal kontrastierende Abwechslung.

 Die Navigation, sie bleibt meine Schwachstelle 

Unumwunden gesteht Pruckner: Ich habe mich auf diesen 3.300 Kilometern nicht nur gefreut

Aber auch Pruckners Einzelschicksal kommt regelmäßig zur Sprache, vorrangig in Kombination mit witterungsbedingten Prüfungen, Navigationsproblemen, rettenden Gasthäusern und ähnlichen, für Radreisen und Radreisende typischen Schlüsselmomenten.
Kombiniert mit den bereits erwähnten Ratgeber-Seiten ergibt das einen 256 Seiten starken Begleiter und Ideenspender, den Othmar Pruckner selbst gar passend als "Reise-Lesebuch" tituliert hat. Und am Ende ist man recht froh, dass der 1957er-Jahrgang trotz seines bereits leicht fortgeschrittenen Alters eben einfach wissen wollte, wie weit es wirklich ist, vom Schwarzwald bis ans Schwarze Meer ...

  • Buchtipp: Donauabwärts

Othmar Pruckner ist der Donau von ihren Quellen bis zur Mündung gefolgt und hat diese 33 Tage vom Schwarzwald bis ans Schwarze Meer zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Schön!



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