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Nachdem sich bei Cannondale in den vergangenen Jahren die Neuerungen am MTB-Sektor eher auf den kurzhubigen Federwegsbereich fokussiert hatten, schieben die Amerikaner nun mit dem Release der „überarbeiteten“ 2018er Jekyll und Trigger Modelle zwei Kracher für die groben Trails nach. Stünde ihr Name nicht an den Sitzstreben, wären die beiden Neuheiten kaum wiederzuerkennen – von der Gabel über den Dämpfer bis hin zum Hinterbau und überhaupt. Mit den Vorgängermodellen hat das MY18 tatsächlich nicht mehr viel gemein. Aber der Reihe nach.
Ihre enge Verwandtschaft können Jekyll und Trigger, beide ausschließlich im Laufradmaß 27.5" angeboten, nur schwerlich leugnen. Während das Jekyll eher für den Kampf gegen die Uhr, sprich für moderne Enduro-Rennkurse entwickelt wurde, hatte man beim Trigger die anspruchsvolle All-Mountain Fraktion im Hinterkopf.Wie es sich in der Branche gerade schickt, kommen auch die beiden potenten Cannondales länger, tiefer, mit flacherem Lenkwinkel und steilerem Sitzwinkel und - je nach Budget - mit mehr oder weniger Carbonanteil aus ihrer Frischzellenkur. Herz der neuen Modelle ist aber ein komplett überarbeiteter Hinterbau samt patentiertem Gemini-Dämpfer. Letzterer ersetzt Cannondales aufwendige Fox Dyad Dämpfer, und entstammt erneut einer engen Kooperation der beiden US-Hersteller. Ergebnis der jüngsten Zusammenarbeit ist eine Technologie, die der Performance der Float X- und DPS- Dämpfer mit zwei spezifischen Fahrmodi noch eines draufsetzt.
Im sogenannten Flow Modus gibt der Hinterbau seinen gesamten Federweg frei, kann über Luftdruck, LSC und Rebound ganz normal abgestimmt werden. Betätigt man allerdings die Lenker-Fernbedienung, schalten die Cannondales in den Hustle Modus. Damit verkleinert sich das Volumen der Lufkammer, der Federweg reduziert sich um etwa 20 % und die Kennlinie wird progressiver. Gleichzeitig sollen Dämpfung und Ansprechverhalten erhalten bleiben.Die Geometrie an sich bleibt für die Modi Hustle/Flow konstant. Anders als man vielleicht erwarten würde, ist der Hustle Modus jedoch nicht nur als Uphill-Hilfe gedacht. Mit reduziertem Federweg sollen die Räder schlichtweg verspielter und agiler getrimmt, im Flow Modus für heftigere Passagen bereit sein.
Mittels Ai Offset Hinterbau konnten auch extrem kurze – in Zahlen: 420 mm – Kettenstreben realisiert werden. Im asymmetrischen Hinterbau wird die 148 mm Boost Nabe schlichtweg 3 mm nach rechts versetzt. Das schafft nicht nur Raum für Reifen und 2-fach Antriebe, sondern sorgt auch für symmetrische Speichenwinkel, damit steifere, robustere Laufräder, und ermöglicht eben auch solch kurze Kettenstreben.Gemeinsam ist den beiden Modellen auch das leichte, wartungsfreundliche LockR Steckachsensystem, die gut zugängliche Zugverlegung samt Option auf intern montierten Di2 Akku, und Umlenkhebel aus Carbon.Auf den Bildern gut ersichtlich, hat sich auch an der Front der Allmountain- und Enduro-Linie einiges getan. Denn – des einen Freud, des and'ren Leid – die Lefty Supermax ist nicht mehr. An ihrer Stelle stecken nun Fox 36 und 34 Gabeln in diversen Ausführungen im Steuerrohr von Jekyll und Trigger.
Für den gehobenen Allmountain-Anspruch gedacht, liefert das Trigger 145/115 mm Federweg am Heck, die Fox 34 Gabeln kommen serienmäßig mit 150 mm aus dem Karton. Ein effektiver Sitzwinkel von 74.5° (auch, um die gewachsenen Oberrohlänge auszugleichen) und ein moderat flacher Lenkwinkel von 66°, gepaart mit ausgewogen langem Reach und niedrigem Stack - 606 mm bei Größe L - dürften sowohl in langen Anstiegen, als auch in technischen Downhills hilfreich sein.Bei drei Modellen und vier Rahmengrößen (S, M, L und XL) mit Preisen von € 3.999,- bis € 7.499,- müsste sich für die meisten Vorlieben ein passendes Bike finden.
Liebhaber der härteren Gangart und vor allem des höheren Tempos, vielleicht des Öfteren auch auf von Absperrbändern flankierten Trails heimisch, dürften wohl eher zum Enduro Jekyll greifen. Mit 170 mm Federweg an der Front und verstellbaren 165/130 mm aus dem Gemini-Dämpfer liegt das Bike zwar etwas über dem 160 mm Klassenschnitt, zollt damit aber den immer technischer werdenden Rennkursen Tribut. Sein Reach fällt nochmals gut einen Zentimeter länger aus als jener des Trigger, mit 615 mm (L) bleibt aber auch hier die Front angenehm tief. Für höhere Tempofestigkeit wurde allerdings nicht nur der Reach vergrößert, sondern auch der Lenkwinkel um ein weiteres Grad auf 65° abgeflacht.Das Jekyll wird ebenfalls in den vier Größen S, M, L und XL, sowie zu Preisen von € 2.999 bis € 7.499,- angeboten.
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